Deidesheimer Spätlese: Weinkeller-Labyrinth inbegriffen

Labyrinth des Schreibens

Jetzt ist das alles schon wieder zwei Wochen her. Höchste Zeit, das Blogger-Treffen zu würdigen. Ich habe viel dazugelernt – nicht nur, was diesen Blog angeht, sondern auch noch für meine anderen Aktivitäten. Ein größeres Lob kann man dem Team von Spektrum wohl kaum aussprechen – hier sei es nochmals nachdrücklich wiederholt!

Ich weiß gar nicht, wo ich mit dem Bedanken anfangen soll – für den personalisierten Kaffeetopf mit dem Logo dieses Labyrinth-Blogs, für den "2007 Riesling trocken" aus dem Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan (schon von diesem Namen wird man ein wenig beschwipst), für die interessanten Vorträge, das hervorragende Essen, die komfortable Unterbringung in diesem insgesamt sehr schönen Hotel, die vielen Anregungen in den Gesprächen mit den anderen Bloggern – sei´s drum, ich will mich statt mit vielen weiteren Worte mit einer kleinen Bilder-Geschichte erkenntlich zeigen.

Die Weinprobe am Samstagabend hat mich zu diesem Schlenker ins Labyrinth-Thema animiert. Für die folgenden Fotos möchte ich mich bei Richard Zinken und bei Herrn Hauck vom Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan bedanken, die sie mir freundlicherweise für diesen Blog zur Verfügung stellen. Daraus lässt sich eine kleine Labyrinth-Story basteln: 


Abb. 1: Ganz harmlos fanden sich die Blogger oben vor der Vinothek ein (Foto Hauck, Weingut Bassermann-Jordan)


Abb. 2: Man probierte sechs verschiedene Weine, wurde rasch heiter und versammelte sich anschließend neugierig, was da noch kommen würde, um diesen geheimnisvollen runden Tisch aus uralten Zeiten, wo man raunte vom Abenteuer Archäologie in vielen Epochen (Foto: Zinken).


Abb. 3:  Dann  stiegen sie mutig hinab in noch tiefere Tiefen, einige schon ein wenig beunruhigt, was da ihrer harren könnte. Fass reihte sich an Fass, Seitengänge taten sich auf, die ins Leere führten – oder wohin? (Foto: Hauck)


Abb. 4: Ein Gang folgte dem anderen, die Richtung ging verloren – wer würde die Blogger in sichere Gefilde leiten, nach oben, wieder zum Licht? (Foto: Hauck)


Abb. 5: Unruhe breitete sich aus. Hatte da nicht jemand von einem schrecklichen menschenfressenden Ungeheuer geraunt, hatte der eloquente Führer durch die Unterwelt nicht erzählt, dass der ganze Ort untertunnelt sei – oder hatte er das vehement abgestritten? (Foto: Zinken)


Abb. 6: Manchmal sah man kaum die Hand vor Augen, von Orientierung war keine Rede mehr, der Alkohol vernebelte Gehirn und Geist (Foto Zinken)


Abb. 7: Sterne und Weltraum schienen sich aufzutun, manche hatten sogar Erscheinungen, alles war möglich, ein ganzes Spektrum der Wissenschaft und des Aberglaubens stürzte auf die Helden der Unterwelt herein. War das nicht Ariadne dort hinten – lauerte nicht der möderische Minotauros in einem der Seitengänge? Tabus wurden gebrochen. Und noch manches mehr ereignete sich. (Foto: Hauck)


Abb. 8: Und dann am anderen Morgen – der Kopf noch immer ein wenig schwer – alles nur ein Traum? Zahlen, Fakten schwirrten durch den Raum, bliesen allmählich die Schrecken der Nacht davon. Man wurde wieder heiter. Und wenn die dunkelrote Flüssigkeit im Glas kein Saft, sondern Rotwein war, konnte das Träumen ja wieder beginnen. (Foto: Zinken)

Schön war´s!  Ich (der links im letzten Bild) freue mich schon auf März 2010.

 

Was das Thema Hochbegabung im Falle dieses SciLogs-Treffens angeht . . .

. . . so habe ich dazu alles Wesentliche eigentlich schon gesagt am Schluss meines Beitrags vom 31. Dez 2009 in Alles Gute für 2009.

Quellen für die Bilder (alle März 2009)
Zinken, Richard: Chefredakteur/Verlagsleiter Online Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH –  wissenschaft-online.de
Hauck, Gunther: Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan GmbH – basserman-jordan.de

"Zwei Seelen wohnen a(u)ch in meiner Brust." Das Schreiben hat es mir schon in der Jugend angetan und ist seitdem Kern all meiner Tätigkeiten. Die andere „zweite Seele“ ist die praktische psychologische Arbeit plus wissenschaftlicher Verarbeitung. Nach dem Psychologiestudium seit 1971 eigene Praxis als Klinischer Psychologe. Zunächst waren es die Rauschdrogen, die mich als Wissenschaftler interessierten (Promotion 1976 mit der Dissertation "Der falsche Weg zum Selbst: Studien zur Drogenkarriere"). Seit den 1990er Jahren ist es das Thema „Hochbegabung“. Mein drittes Forschungsgebiet: Labyrinthe in allen Varianten. In der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn fand ich ein effektives Werkzeug, um mit Gruppen zu arbeiten und dort Schreiben und (Kreativitäts-)Psychologie in einer für mich akzeptablen Form zusammenzuführen. Ab 1978 Seminare zu Selbsterfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und Creative Writing, gemeinsam mit meiner Frau Ruth Zenhäusern im von uns gegründeten "Institut für Angewandte Kreativitätspsychologie" (IAK). Als "dritte Seele" könnte ich das Thema "Entschleunigung" nennen: Es ist fundamentaler Bestandteil jeden Schreibens und jedes Ganges durch ein Labyrinth. Lieferbare Veröffentlichungen: "Kreatives schreiben - HyperWriting", "Kurzgeschichten schreiben", "Das Drama der Hochbegabten", "Zeittafel zur Psychologie von Intelligenz, Kreativität und Hochbegabung", "Blues für Fagott und zersägte Jungfrau" (eigene Kurzgeschichten), "Geheimnis der Träume" (Neuausgabe in Vorbereitung). Dr. Jürgen vom Scheidt

3 Kommentare

  1. Wunderschöner Beitrag!

    Und, ja, Deidesheim 2009 war wirklich wieder ein Erlebnis! Danke auch für die Zusammenstellung der schönen Bilder (die Weinprobe ist mir ja diesmal entgangen)… 😉

  2. Der Rundgang war dieses Mal nach der Weinprobe? Mutig mutig! Oder war das letztes Jahr schon genauso? Seid ihr auch sicher, daß alle vollzählig aus den Gewölben aufgetaucht sind? 😉 Und welche Tabus wurden gebrochen? Schließe mich Michael mit der Begeisterung für diesen Beitrag an. Man kann sich richtig reinfühlen 🙂

    Moment mal, ein personalisierter Kaffeetopf??? *neid*

  3. @ Petra

    Nein, letztes Jahr sind wir zuerst in den Keller, da gab es den Sekt und dann sind wir zur Weinprobe.

    Dieses Jahr gab es im Keller sogar so eine Art Verlies mit schweren Gittertüren davor. Allerdings war da niemand eingekerkert, sondern kostbares Gut wurde geschützt. Sehr alter Wein. Ich weiß nicht mehr wie alt, aber ich meine, es war irgendwas mit 18 davor. Er soll sogar noch trinkbar sein. Weil über die Zeit einiges verdunstet mußten aus sechs fünf Flaschen gemacht werden indem sie umgefüllt wurden und da blieb auch etwas übrig, was verkostet wurde.

    War schon interessant da unten im Labyrinth.

    Den personalisierten Kaffeepott gab es am Ende des Treffens. Bei Helmuts Visite siehst Du ihn auf dem letzten Bild.

    Ich glaube, ich schreibe Dir wirklich nichts mehr zu Deidesheim, sonst bekommst Du noch eine Krise. Hm.

    Also, Deidesheim war schrecklich. Im Keller war es kalt und feucht, es gab öde Vorträge. Dann mußte man sich ständig über langweilige Themen mit langweiligen Leuten unterhalten und dabei lächeln. Rund 2/3 der Teilnehmer sind schon früher gefahren. Ach, es war alles eine Katastrophe und kein Vergleich zum letzten Jahr. Bloß gut hast Du Dir das nicht angetan. 😉

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