Das Neue Jahr fängt ja gut an

BLOG: Labyrinth des Schreibens

Die Suche nach dem roten Faden
Labyrinth des Schreibens

. . . nämlich mit dem Brechen aller guten Vorsätze diesen Blog betreffend.
Statt dass ich endlich aufarbeite, was dutzendweise an Beiträgen längst auf Halde liegt (ein schlechtes Gewissen habe ich da speziell gegenüber Wien mit Axel Melhardt und seinem Jazzland), statt dass ich endlich meinen Kreta-Bericht fertig- und ins Netz stelle – mache ich auch noch Reklame für einen Bestseller, der das wirklich nicht nötig hat.

Ich habe diesen Roman noch nicht gelesen. Ich ließ mir den 1320-Seiten-Schinken zwar zu Weihnachten schenken, will erst einen eigenen Roman endlich fertigschreiben, den ich seit 1982 vor und neben mit herschiebe. Aber ein guter Freund aus alten SF-Club-Zeiten, der sich diesen Ziegelstein Limit von Frank Schätzing vorgeknöpft hat, ist inzwischen mit der Lektüre durch und tatsächlich fündig geworden. Und das kann ich mir zum Einstieg ins Neue Jahr 2010 wirklich nicht entgehen lassen, so ein Schmankerl.

Ich hatte den Freund gebeten, darauf zu achten, ob in Schätzings neuem SF-Thriller der Begriff Labyrinth vorkommt, so wie er schon im Schwarm des gleichen Autors enthalten war (s.u.). Und siehe da: Auf S. 1164 steht zu lesen:

[. . .] drang vor in die minotaurische Abgeschiedenheit des Labyrinths aus Höhlen und Gängen, das den Untergrund durchzog.

 Im Schwarm kommt auf S. 289 der Ikarus vor. Vor einiger Zeit habe ich über diesen Roman bereits berichtet: Yrr in den Tiefen der Meere.

In einem dritten Roman von Schätzing, Lautlos, kommt das Stichwort Labyrinth kommt gleich dreimal vor (S. 57, 270, 555) und auf S. 570 wieder der Ikarus.

Und weil´s so gut passt zum 1. Januar gleich noch der Hinweis auf einen Film (Tele 5 um 20:125 h): Red Corner – Labyrinth ohne Ausweg. Der Film wird gelobt, nicht zuletzt wegen seiner China-Kritik. Das Labyrinth im Titel ist wohl nur symbolisch gemeint und als MindCatcher. Das Web-Portal kino.de schreibt dazu:

Um den Vertrag für einen historischen Deal zu unterschreiben, reist der renommierte US-Anwalt Jack Moore nach Peking. Den Erfolg feiert er mit seinem chinesischem Partner Lin Dan in einem Nachtclub. Bereits betrunken, lernt er dort das Model Hong Ling kennen, verbringt mit ihr die Nacht – und findet sie am nächsten Morgen tot neben sich im Bett vor. Moore wird wegen Mordes verhaftet und vor Gericht gestellt. Die verhängte Todesstrafe droht in sieben Tagen vollstreckt zu werden…

In diesem Sinne – wie auch immer Sie dies interpretieren mögen – wünsche ich Ihnen alles Gute für das Neue Jahr 2010!

Ihr

Jürgen vom Scheidt

Quellen
Avnet, John (Regie): Red Corner – Labyrinth ohne Ausweg . USA 1997)

Schätzing, Frank: Limit. Köln 2009 (Kiepenheuer & Witsch)
ders.: Der Schwarm. Köln 2004 (Kiepenheuer & Witsch)
ders.: Lautlos. (2000) München 2006 (Goldmann Taschenbuch)

Schauen Sie bitte gelegentlich auch mal in die früheren Beiträge dieses Blogs rein! Hilfreich sein könnten vor allem die Vorbemerkung zu diesem Labyrinth-Blog und die Zeittafel. Die wichtigsten Personen und Begriffe werden erläutert in Fünf Kreise von Figuren sowie im Register dieses Blogs.

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"Zwei Seelen wohnen a(u)ch in meiner Brust." Das Schreiben hat es mir schon in der Jugend angetan und ist seitdem Kern all meiner Tätigkeiten. Die andere „zweite Seele“ ist die praktische psychologische Arbeit plus wissenschaftlicher Verarbeitung. Nach dem Psychologiestudium seit 1971 eigene Praxis als Klinischer Psychologe. Zunächst waren es die Rauschdrogen, die mich als Wissenschaftler interessierten (Promotion 1976 mit der Dissertation "Der falsche Weg zum Selbst: Studien zur Drogenkarriere"). Seit den 1990er Jahren ist es das Thema „Hochbegabung“. Mein drittes Forschungsgebiet: Labyrinthe in allen Varianten. In der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn fand ich ein effektives Werkzeug, um mit Gruppen zu arbeiten und dort Schreiben und (Kreativitäts-)Psychologie in einer für mich akzeptablen Form zusammenzuführen. Ab 1978 Seminare zu Selbsterfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und Creative Writing, gemeinsam mit meiner Frau Ruth Zenhäusern im von uns gegründeten "Institut für Angewandte Kreativitätspsychologie" (IAK). Als "dritte Seele" könnte ich das Thema "Entschleunigung" nennen: Es ist fundamentaler Bestandteil jeden Schreibens und jedes Ganges durch ein Labyrinth. Lieferbare Veröffentlichungen: "Kreatives schreiben - HyperWriting", "Kurzgeschichten schreiben", "Das Drama der Hochbegabten", "Zeittafel zur Psychologie von Intelligenz, Kreativität und Hochbegabung", "Blues für Fagott und zersägte Jungfrau" (eigene Kurzgeschichten), "Geheimnis der Träume" (Neuausgabe in Vorbereitung). Dr. Jürgen vom Scheidt

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