#FridaysForFuture – Schüler kämpfen für Klimaschutz

In aller Welt streiken und demonstrieren immer mehr Schüler dafür, dass beim Klimaschutz endlich ausreichend gehandelt wird. Vor einem halben Jahr begann die damals 15-jährige Schwedin Greta Thunberg (hier im Video-Interview), sich jeden Freitag vor das Parlament in Stockholm zu setzen statt in die Schule zu gehen. Sie fordert, dass das Pariser Klimaabkommen kein Stück geduldiges Papier bleibt, sondern dass die Ziele auch tatsächlich umgesetzt werden. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Offenbar sprach sie damit vielen Schülern weltweit aus dem Herzen, denn immer mehr tun es ihr gleich und protestieren an Freitagen – so auch heute in vielen Städten, unter anderem auch in Potsdam.

Ich war von den Potsdamer Schülern eingeladen worden, auf der heutigen Demonstration vor dem Landtag ein paar Worte zu sagen. Diese Einladung habe ich gerne angenommen. Unten hänge ich meinen Redetext an, mit weiterführenden Links versehen (wo immer möglich auf Deutsch) – als Service für alle, die mehr zu meinen Aussagen nachlesen wollen.

Schülerprotest in Potsdam am heutigen 15. Februar.

Liebe Schülerinnen und Schüler, und auch liebe Erwachsene!

Als Klimaforscher möchte ich euch sagen: es ist toll, dass ihr hier seid und für eure und unsere Zukunft kämpft! Denn in der Sache habt ihr Recht.

Ich war fünf Jahre alt, als im Jahr 1965 die erste amtliche Expertenkommission den amerikanischen Präsidenten vor der kommenden globalen Erwärmung durch unsere CO2-Emissionen gewarnt hat. Damals war die CO2-Menge in unserer Luft bereits um 15 Prozent angestiegen, und die Treibhauswirkung von CO2 war schon damals wissenschaftlich gesichert.

Trotzdem vergingen volle 27 Jahre, bis sich 1992 die Weltgemeinschaft beim Erdgipfel in Rio endlich  auf die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen einigte, mit dem Ziel, einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern. Damals sprach die erst 12-jährige Severn Suzuki aus Kanada zu den Delegierten und rührte manche von ihnen zu Tränen. Sie sagte ganz ähnliche Dinge wie heute Greta Thunberg. Die CO2-Menge in unserer Luft war da schon um 27 Prozent angestiegen.

Seither sind nochmals 27 Jahre vergangen. Die CO2-Menge liegt inzwischen 47 Prozent höher als vor der Industrialisierung. Damit liegt sie höher als jemals seit der Evolution der Gattung der Menschen, ja sogar seit 15 Millionen Jahren!

Vor gut drei Jahren wurde in Paris von praktisch allen Nationen der Erde ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen geschlossen, um die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, sie auf 1,5 Grad zu begrenzen. Ein ganz wichtiges, historisches Abkommen! Nur hätte es zwanzig Jahre früher kommen sollen. Heute haben wir bereits 1,1 Grad globale Erwärmung hinter uns! Wir haben deshalb keine Zeit mehr zu verlieren.

Was bedeutet das Pariser Abkommen? Es bedeutet: Wir können weltweit nur noch eine begrenzte Gesamtmenge CO2 ausstoßen, denn das Ausmaß der Erwärmung hängt von dieser Gesamtmenge ab. Wir Forscher nennen das das Emissionsbudget. Um mit guter Wahrscheinlichkeit die Erderhitzung bei 1,5 Grad zu stoppen, können wir ab jetzt nur noch rund 380 Milliarden Tonnen CO2 in die Luft blasen. Derzeit stoßen wir jedes Jahr 40 Milliarden Tonnen aus, das Budget reicht auf diesem Niveau also keine zehn Jahre mehr! Und auch um „deutlich unter 2 Grad“ zu bleiben – sagen wir bei 1,8 Grad – sind es nur 800 Milliarden Tonnen, das reicht gerade noch für 20 Jahre. Ich sage es nochmal: Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren!

Ab Anfang 2018 verbleibendes CO2-Emissionsbudget, um unter einer bestimmten Erwärmungsgrenze zu bleiben. Lesebeispiel: um mit 67% Wahrscheinlichkeit unter 1,5 Grad zu bleiben, können wir ab Anfang 2018 noch 420 Milliarden Tonnen in die Luft blasen. Ab Anfang 2019 sind das nur noch 380 Milliarden Tonnen, da jährlich rund 40 emittiert werden. [Grafik am 8.3. zugefügt, da der ursprüngliche Link zur Grafik nicht mehr funktionierte. Quelle: IPCC SR15, Tabelle 2.2]

Schon bei 2 Grad Erwärmung rechnet der Weltklimarat IPCC mit dem Tod praktisch aller Korallenriffe der Erde. Das Korallensterben ist bereits in vollem Gange.

Wo sind denn die von unserer Regierung in Paris versprochenen Anstrengungen, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen? Dazu sind die Klimaziele der Regierung völlig unzureichend. Und diese Ziele werden noch nicht einmal eingehalten!

Dabei spüren wir schon jetzt alle die Folgen der Erderhitzung. Hitze ist ein stiller Killer. Schon der sogenannte Jahrhundertsommer im Jahr 2003 hat europaweit rund 70.000 Hitzetote gefordert.

Im letzten Sommerhalbjahr war die Temperatur an unserer Wetterstation auf dem Telegrafenberg in Potsdam nicht einfach nur der Rekord seit Messbeginn im Jahr 1893, sondern sie hat den vorigen Rekordwert um volle 1,5 Grad übertroffen. Einen derart großen Sprung nach oben im Vergleich zum vorherigen Rekord hat es noch nie zuvor gegeben. Infolge dieser Hitze und Dürre gab es über 400 Waldbrände in Brandenburg.

Temperatur im Zeitraum April-September in Potsdam bis 2018

In Kalifornien ist sogar eine ganze Stadt abgebrannt, die ironischerweise Paradise hieß. Das Paradies ist abgebrannt. Greta Thunberg hat gesagt: „Ich möchte dass ihr handelt, als ob das Haus brennt. Denn es brennt.“

Ich will hier keine lange Liste von Beispielen nennen. Nur eines noch.

Im Jahr 2007 warnte der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung, dass schwere Dürren in einem ohnehin schwachen und konfliktträchtigen Staat ein Auslöser für den Ausbruch von bewaffneten Konflikten sein können. Nur vier Jahre später ist dies passiert, als nach der schwersten Dürre der Geschichte und massiven Ernteausfällen in Syrien Massenproteste und Unruhen ausbrachen. Laut Baumringdaten war dies die schwerste Dürre im östlichen Mittelmeer seit mindestens 900 Jahren. Auch in Deutschland, in unserer Politik, spüren wir bis heute die Folgen!

Dennoch ist dies nur ein Vorgeschmack auf das, was wir bei weiterer Erwärmung noch erleben werden.

Es wird viele Menschen geben, die euch erzählen, eure Forderungen seien unrealistisch. Denen könnt ihr sagen: noch viel unrealistischer ist die Vorstellung, wir könnten so weitermachen wie bisher. Völlig unrealistisch ist doch vor allem die Vorstellung, mit der jetzigen Politik könnten wir die Ziele von Paris einhalten!

Lasst euch nicht entmutigen und fordert die konsequente Umsetzung der Ziele des Pariser Abkommens. Wie Greta Thunberg sagt: „We can still fix this!“

Gebt nicht auf – mit Entschlossenheit und Ausdauer könnt ihr die Welt verändern!

Ich danke euch!

Stefan Rahmstorf

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

81 Kommentare

  1. Lieber Herr Rahmstorf, herzlichen Dank für Ihre Unterstützung der Jugend in Sachen Klimaerhitzung. Wenn die Jugend in naher Zukunft realisieren sollte, dass der Generationenvertrag nichts mehr wert ist, dann wird das unsere Gesellschaft zugrunde richten. Die Landesregierung NRW hat bereits angekündigt, gegen Zitat “Schulschwänzer” hart vorzugehen. Ich fürchte, es werden sich in naher Zukunft wahrhaft politische Abgründe auftun.

  2. Wegen der Enttäuschung über die Energie- und Klimapolitik der sächsischen SPD stehe ich seit Ende September 2018 jede Woche Freitag je nach Wetter zwischen einer halben und zwei Stunden vor RWE Chemnitz (EnviaM, Innogy, MitNetz) mit einem Plakat 1,2×1,3m2 mit der Aufschrift :
    Bäume und Kinder
    oder
    SUV. und Braunkohle.

    Ich könnte über die Erlebnisse und Kommunikationen ein Buch schreibe. Es ist alles dabei: “Scheibenwischer”, Stinkefinger, symbolische EErschießung aus dem Automobil, körperliche Bedrohung, demonstratives Fotografiertwerden aus dem “SUFF” und durch RWE-Mitarbeite, aber auch “Daumen hoch”, extra Anhalten und Mitteilen der Sympathie für die Aktion, Schenken von Fannkuchen, Fachgespräche über PV und Batterien mit Envia-Ingenieur, Fortsetzung der Aktion unter Bedeckung durch Bundespolizei, ruppige Symphatiebekundungen von Verkehrspolizisten u. a.
    Ich schätze, dass 20% unserer Bevölkerung offen sind und was tun wollen, 50 % indifferent sind und 30% jetzt alles noch so richtig mit Mutwillen in den Boden rammen wollen. Manchmal bin ich verzweifelt, habe mich aber ausser zwischen Weihnachten und Neujahr doch jede Woche wieder aufraffen können. Wie es aussieht, werden wir in Sachsen nach Aussage von Personen vom Fach (ehemaliger Lehrfoerster Tharandt) auf ca. 3% der Landesflaeche Sachsen kurzfristig den Wald verlieren (Herwart, Friederike, Borkenkäfer, Trockenheit, Borkenkäfer, Schneebruch der geschwächten Bäume, BBorkenkäfer…).

  3. Herr Rahmstorf, Greta Thunberg ist Asperger-Autistin und leidet unter Angststörungen. Ihr Vater ist ihr Manager.

    Die Schülerstreiks sind eine Bewegung der Linksautonomen. Zu sehen an den roten Fahren und den Fahnen der Antifa. Die IL beteiligt sich dort und auch bei Ende Gelände und im Hambacher Forst.

    Dort treten Sie auf?

    Die Leute sind auch nicht ernsthaft am Klima interessiert, es handelt sich um eine “Klimagerechtigkeitsbewegung”. Auf den Schildern, die dort hochgehalten werden steht auch “System Change”. Das ist eine Bewegung, die sich gegen den Kapitalismus wendet und gegen große Konzerne.

    Die Leute, Aktivisten und Studenten und Schüler haben seit Jahrzehnten ihren Lebensmittelpunkt und Wirkensmittelpunkt in den Szene-Kiezen in den Innenstädten, nicht auf den idyllischen Land. In den 70ern und 80ern waren die schon bei den Atomkraftgegnern, der Friedensbewegung und dem Waldsterben dabei. Robin Wood ist auch ein Ableger aus jener Zeit und natürlich die Grünen.

    Was Sie dort erzählt haben interessiert die Schüler und Aktivisten nicht. Man marschiert gegen Atomkraft, Kohlekraft, Autos, Konzerne, die AfD und gegen Rechte. Das ist das Feindbild.

    Und das mit Handys, Computern und Maleranzügen aus Plastik und Strom aus der Steckdose und Stromaggregaten die mit Kraftstoff laufen.

    War auch schon beim Hambacher Forst so. Dahinter stehen übrigens dieselben Leute.

    Dann wissen Sie auch warum es von den 500 Schülern so wenig Aufmerksamkeit und Applaus für Ihre Rede gab. Ein Video ist bei youtube zu finden.

    • Wie schön für Sie, dass Sie das alles so genau wissen, offensichtlich ohne je dabei gewesen zu sein. Gehen Sie doch einfach mal hin und diskutieren mit den Schülern! Dann können Sie sich ein Bild machen, worum es den Schülern geht.

  4. Lieber Herr Rahmstorf,
    es ist gut, dass Sie neben Ihrer wichtigen wissenschaftlichen Arbeit auch sagen, dass wir jetzt für den Klimaschutz handeln müssen, und dies hier in Ihrem Blog darstellen. Ihr Blog fußt in der Wissenschaft. Umso weniger würde ich hier Leute mit Kommentaren zu Wort kommen lassen, die nicht ihren richtigen Namen und ihren Wohnort angeben.
    “Marc Geber” ist vermutlich ein Produkt aus einer Trollfabrik.

    Raimund Kamm, Augsburg

  5. Schwänzen gegen Klimawandel? Wie kann ein Physiker eine derartige Meinung vertreten? Hier fehlen mir als Physiker die Worte! Es ist mit Sicherheit besser, wenn die Schüler und Studenten die Zeit zum Lernen nutzen. Dann können sie sich selbst eine Meinung bilden.

    • In meiner Gymnasialzeit habe ich die Schule geschwänzt um windsurfen zu gehen, wenn mal toller Wind auf dem Bodensee war. Habe trotzdem ein Einser-Diplom in Physik gemacht. Sich für Klimaschutz einzusetzen ist mit Sicherheit sinnvoller. Ich bin stolz, dass meine Kinder beim Schulstreik dabei sind!

  6. Ich sehe das ganze ein wenig skeptisch. Meine Befürchtung ist, dass diese Schülerdemos zu einer Polarisierung beitragen und Skeptiker der Energiewende eher bestärken.

    Greta Thunberg ist keine Wissenschaftlerin, argumentiert nicht wirklich, verwendet aggressive Sprache, wirkt kindlich, wird von der Presse hochgejazzt. Die Demonstrationen sind mit Schulschwänzen verbunden.

    Gleichzeitig entwickeln sich die Grünen zu einer durchgeknallten Genderideologie-Partei.

    Ich kann es den Klimaskeptikern nicht verdenken, dass sie das Vertrauen in die Wissenschaft verlieren.

    Sinnvoller als solche “Kinderdemos” fände ich es, wenn ein nüchterner (und zugleich erstklassiger) Redner wie Stefan Rahmstorf z.B. bei der AfD einen Vortrag mit Diskussion halten würde.

  7. Finde, dass die Auseinandersetzung jetzt endlich geführt werden muss, viel zu lange haben wir das Problem vor uns hergeschoben und die Politik hat behauptet, dass der “Kampf gegen den Klimawandel” auf der Agenda stehe. In Wirklichkeit ist doch bis auf den Exportschlager EEG, der weltweit zum rasanten Rückgang der PV-Preise geführt hat, nichts Einschneidendes passiert. Jetzt ist Polarisierung angesagt und die jüngere Generation hat geradezu das Recht dazu. Kindermund spricht Wahrheit, sagt man, die “Kinderdemos” müssen unbedingt weiterlaufen, damit die Klimaschutz- und Nachhaltigkeits-Phrasen endlich als solche erkannt werden.
    Der Vorschlag mit der AfD in allen Ehren, ich glaube aber nicht, dass sich die AfD darauf einlässt.

  8. Herr Rahmstorf, ich war jahrelang dabei. Als Schülersprecher und über den Asta. Früher sind wir halt gegen Atomkraft und für den Frieden und gegen das Waldsterben marschiert und haben Straßen blockiert, heute ist es das “Klima”. Atomkraft hat uns dabei nicht wirklich interessiert. Wir hatten davon auch keine große Ahnung. Ebenso vom Waldsterben, dass vor allem in der DDR und der Tschechei stattfand, aber nicht bei uns im Westen. Trotzdem sind wir mir Robin Wood auf Fabrikschornsteine im Westen geklettert und haben die aus voller Überzeugung besetzt. Schon wegen der Kapitalisten. Robin Wood hat sich auch schon vor 20 Jahren mit dem Klimawandel beschäftigt und der “Klimakatastrophe”. Siehe KlimaWende: Schritte gegen den Treibhauseffekt Taschenbuch – 1. Januar 1998. Hat übrigens ein Kollege von Ihnen geschrieben. Interessierte damals bloß keinen. Heute, nach 20 Jahren, haben die Linksaktivisten das auch Dank der Aufmerksamkeit um den Hambacher Forst und Feinstaub und Stickoxide wieder neu aufgegriffen.

  9. Ich denke nicht, dass die AfD wirklich daran interessiert ist, dass ein Wissenschaftler wie Herr Rahmstorf dort einen Vortrag hält und diesen Leuten dann in einer Diskussion mit Fakten kommt. Diese Leute wollen doch keine Fakten hören und glauben nur, was irgendwelche Leute, welche nicht einmal wissen was Wissenschaft ist, denen erzählen.

    Es mag ja sein, dass Greta Thunberg kindlich wirkt und aggressive Sprache wählt. Aber erstens ist sie erst 16 Jahre alt und dann hat sie auch Asperger-Autismus und diese Menschen haben nun mal nicht so viel Empathie wie ein “normaler” Mensch.
    Ich kann verstehen, dass dieses Mädchen aggressiv wird, denn ich kann auch nicht mehr nachvollziehen, warum unsere Politiker nicht endlich einmal handeln und Taten sprechen lassen anstatt der Wirtschaft den Hof zu machen.

  10. Das Problem, Herr Fleischhauer, ist meines Erachtens, dass auf die nüchternen und zugleich erstklassigen Redner wie Herrn Rahmstorf leider niemand hört; auch auf Herrn Schellnhuber nicht, der die Bundesregierung in dieser Angelegenheit berät. Da braucht es jede weitere Stimme, die der Kinder und Jugendlichen, die der Erwachsenen, meine, ihre… In meiner Jugend war da mehr los, gegen Atomkraft waren alle auf den Beinen unterwegs, gegen Klimawandel (noch) keiner. Ich hoffe und vertraue auch auf die Kinder!

  11. Lieber Herr Rahmstorf, Sie dürfen meine kritischen Kommentare gegen gewisse Ignoranten gerne löschen, eine grosse Rolle spielt das eh nicht mehr. Die Wissenschaft stapelt Zahlen auf, aber die Politik schafft Realitäten. Mir genügen die Temperaturanomalien der letzten Jahre (wo ist der Winter geblieben?^^) und das massive globale Insektensterben, um zu wissen, wo der Hammer hängt.

    Good luck,
    Nemesis

  12. was hier schon wieder für lustige verschwörungtheorien aufkommen. inklusive ansgt vor derm genderwahn und grünenbashing…

    na gut, egal.
    ich möchte das augenmerk auf etwas anderes lenken: greta thunberg sagte in einer ihrer reden (inhaltlich), die jetzt herrschende generation habe versagt. tat mir weh, da für mich das thema “klimawandel” seit über 30 jahren auf der politischen agenda stand.

    aber kurzen nachdenken (und überwinden des treffenden schmerzen) sagt mir seitdem: sie hat komplett recht!

    es ist ein völliges versagen der vorherigen generationen. und deswegen haben die jungen menschen alles recht der welt, zu demonstrieren, wann immer sie es wollen und für berechtigt halten. kritik in richtung “schulschwänzerei” ist kleingeistig und zeigt, dass da jemand noch nicht erkannt, was die uhr geschlagen hat.

  13. Was unsere Kanzlerin auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu den Schülerprotesten für den “Klimaschutz” gesagt hat ist sehr aufschlussreich und ergänzt Marc Gebers Aussage im Kommentar vom 17. Februar, dass hinter diesen Aktionen extreme Linke stehen.
    Hier mal erst der Link, wo dies nachzulesen ist:
    http://t1p.de/xust
    Sie sprach von einer Desinformationskampagne und hybrider Kriegsführung, vor allem von Rußland aus gesteuert und dann:
    …. “In Deutschland protestieren jetzt die Kinder für Klimaschutz. Das ist ein wirklich wichtiges Anliegen. Aber dass plötzlich alle deutschen Kinder – nach Jahren ohne jeden äußeren Einfluss – auf die Idee kommen, dass man diesen Protest machen muss, das kann man sich auch nicht vorstellen. ….”
    Wenn das schon die Bundeskanzlerin öffentlich in Form einer Vermutung ausspricht, dann wird “man” wohl im Hintergrund (Geheimdienst?) schon einiges in Erfahrung gebracht haben. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass die Kanzlerin ausgerechnet zu diesem Thema “dummes Zeug” redet wobei sie natürlich damit rechnen muss sich Feinde bei den Aktivisten zu machen.
    Da die Linksextremen dabei sind, könnte an der Aussage was dran sein.

    • Zur Erklärung der Schülerproteste braucht man doch keine Verschwörungstheorie über Einflüsse von außen und auch keinen Geheimdienst! Ich folge Greta Thunberg schon ein halbes Jahr lang auf Twitter und konnte dort sehen, wie ihr stiller Protest allmählich im Laufe der Monate immer mehr Schüler angesprochen und zum Mitmachen angeregt hat, und wie sich die Informationen darüber auch in den klassischen und sozialen Medien verbreitet haben. Diese Bewegung ist allmählich gewachsen. Und als Ursache muss die Kanzlerin nicht weiter schauen als auf die Tatsache, dass Deutschland unter ihrer Führung schon wieder die eigenen (ohnehin zu schwachen) Klimaziele verfehlt. Das merken die Schüler, Frau Merkel!

  14. Es scheint absurd. Die Titanic hat den Eisberg gestreift und bekommt Wassereinbruch und auf den Oberdeck ist weiterhin fröhliche Party angesagt. Und wenn ein Mädchen(Greta) diesen Partyfeiernden darauf hinweist, dass das Schiff absäuft, wird sie als psychisch krank eingestuft.

  15. Haben diejenigen vergessen, die von Schulschwänzerei reden, wieviel oder besser, wie wenig sie selbst vom Schulstoff bis heute behalten haben? Und was aus der Zeit im Gegensatz dazu wirklich bis heute geradezu eingebrannt ist? Genau, immer dann, wenn einem eine Sache unter die Haut ging. Und was kann die Jugend denn überhaupt stärker berühren, als zu erkennen, dass “die Alten” gerade ihre Zukunft vergeigen und dass die Repräsentanten in prominenten Machtpositionen sich selbst und uns allen in die Tasche lügen, wie gut man doch vorankommt, bspw. beim Umbau der Energiesektoren, was offenkundig hinten und vorne nicht stimmt. Es geht hier also nicht um irgendein Krawallthema oder um ein “Hauptsache dagegen”, …, die üblichen Vorurteile seit Platon über die Jugend. Es geht um die wahrscheinlich größte Herausforderung der jüngeren Menschheitsgeschichte. Und diese Herausforderung beeinhaltet Aufwendungen und Maßnahmen in erster Linie zum Wohle von Menschen, die wir nie kennenlernen werden. Das ist etwas sehr Abstraktes, wofür uns die Evolution nicht vorbereitet hat – es ging zeitlich nie viel weiter als darum, über den nächsten Winter zu kommen. Wir sollten uns daher freuen, wenn ein möglichst großer Teil dieser jungen Generation einen starken Willen zum richtigen Handeln entwickelt, anstatt sie zu verhöhnen. Denn wir werden in den nächsten Jahren dringend aktivere, verantwortungsbewusstere Menschen – Menschen des 21. Jahrhundert – benötigen. Mit den Rezepten des letzten Jahrhunderts dürften wir nämlich an den Herausvorderungen scheitern.
    Also bitte, es ist doch nicht so schwer einzusehen, dass die Kinder absolut Recht haben und wo die Prioritäten liegen müssen. Und als “Alter” darf man auch mal vom Jüngeren lernen, denn eigentlich sollten wir selbst demonstrieren für eine derart wichtige Sache – soll also heißen: Schließt Euch den Kids einfach an, fördert das, lauft mit, macht die Sache größer. Dann werden auch die Politiker schon bald mutigere Beschlüsse wagen. Je eher, desto besser und leichter umzusetzen, desto weniger Leid, Tränen und Tod.

  16. Was hier überhaupt nicht gesehen wird, ist die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft. Das halte ich für sehr schädlich. Die meisten Leute düften ein Interesse daran haben, dass das Klima und Ökosysteme stabil bleiben.

    Das Problem ist, dass viele – auch eigentlich intelligente Menschen – das Vertrauen in die Wissenschaft verloren haben. Und das liegt meines Erachtens nicht daran, dass jetzt so viele Menschen böse geworden sind und sich nach rechts gewendet haben. Ich sehe diese Probleme hausgemacht. Die Leute werden überall mit Ideologie vollgedröhnt, gerade auch von der etablierten Politik und den Leitmedien. Die Wissenschften werden teilweise tatsächlich politisch unterwandert, und zwar so, dass es die Leute auch deutlich mitbekommen.

    Wenn z.B. die AfD stärker wird, bedeutet das übrigens nichts anderes, als dass sich dort auch Leute ansammeln, die zuvor Grüne, Linke, SPD usw. gewählt haben. Diese Leute aufzugeben, halte ich für falsch.

    Den Leuten jetzt Kinder als Vorbild zu präsentieren, bringt nur eine weitere Spaltung.

  17. @Stephan Fleischhauer
    Man darf bezweifeln, dass den Leuten, nun “Kinder als Vorbild” präsentiert werden, wie Sie schreiben. “Lebt wie die Kinder” wird wohl kaum die Maxime lauten können. Deshalb fordert das auch niemand, nicht einmal die Kinder selbst. Um zu erkennen, was los ist, gehen Sie bitte deshalb wenigstens einmal mit und hören ihnen zu, vielleicht auch ihrem eigenen Nachwuchs. Fragen Sie sie, was sie glauben, was passieren wird, bis sie selbst einmal Erwachsen oder gar alt sind, wenn jetzt – heute(!) – immer noch nicht die gebotenen Maßnahmen vorgenommen werden. Und ob es für sie attraktiv ist, sich uns älteren in der passiven Wohlstandsnische anzuschließen. Sichtbar könnte vielmehr werden, dass viele Kinder nicht nur nicht so werden wollen wie wir, sondern dass sie darüber hinaus verlangen und begründen, dass und warum wir alle uns “Schnell und Ändern” müssen. Das ist etwas ganz anderes als selbst Vorbild zu sein. Kinder suchen doch geradezu händeringend und flehentlich nach Vorbildern. Aber doch nicht solche, die alles kaputtmachen, und das bräsig und zufrieden wie ein Schaf auf der Weide, Erwachsene, die die Folgegenerationen wissentlich ins offene Messer laufen lassen! Es ist nicht weniger offenkundig was in den nächsten Jahrzehnten in etwa auf uns zu rollen wird, wie es für die Menschen in Deutschland 1933 in der Wahlkabine war. Wer sich damals informiert hatte, aufmerksam lauschte und offenen Auges durch die Welt ging, konnte mindestens wissen, dass wer A sagte, nicht auch dolf sagen darf. Heute ist die Zeitskala länger, doch auch heute kann niemand mehr blamagefrei behaupten, wir wüssten nicht, was uns gerade unwiderruflich (in der planetaren Systemträgheit und den Kippunkten liegt das dramatisch höhere Risiko als bei Onkel A.) droht. Wer den Jungen auf diese Weise klarmacht, dass deren Zukunft für einem selbst sekundär ist – wenn überhaupt, der braucht sich für entsprechende Reaktionen, die aufzeigen, dass wir dann eines nicht mehr fernen Tages für sie auch nur noch sekundär sind – wenn überhaupt, nicht zu wundern. Ich wundere mich eher, wie friedlich und diszipliniert die Jungen (noch) sind. Die Kinder sind nicht etwa durch eine pseudowissenschaftliche Sekte hirngewaschen und dazu angestiftet worden, die Schule zu schwänzen, sondern es sickerten in den letzten Jahren wissenschaftlich immer besser abgesicherte, aufgearbeitete und durch zahllose Naturbeobachtungen untermauerte dramatische Fakten durch. Und das Gehirn eines 13jährigen kann schon fast alles verstehen, mit Sicherheit jedenfalls auch ohne große Lebenserfahrung aus allgemein zugänglichen Wissenquellen schlussfolgern, dass etwas faul ist im Staate D…, das wir dringend und wirklich ganz radikal ändern müssen, und zwar nicht irgendwann mal. Dann bedarf es nur noch irgenwelcher Initialzündungen – bspw. Greta Thunberg. Es liegt doch lange schon kein Wissensproblem mehr vor. Und es liegen auch zumindest kein fundamental-technischen Hürden vor uns (so ähnlich aus eine Talkshow: “Die Kids sollen lieber zur Schule gehen, fleißig lernen und ingenieure werden” – is klar, der deutsche Ingenieur wird’s dann schon richten, und die billigen Super-Lösungen fallen dann in 20 Jahren plötzlich vom Himmel). Die Hürde ist vielmehr, dass für jeden von uns erstmal irgendwelche anderen mehr tun sollen. Politiker ersinnen durchaus Gesetze, beschließen Förderprogramme usw., wenn eine klare Mehrheit es will, wenn es Artikulation findet, wenn sie spüren, dass sie mit ambitionierteren Programmen als derzeit wiedergewählt werden können. Dass wir älteren pennen und auf Godot warten oder auf einen Messias oder irgendeine andere erhoffte Erlösung von außen – schließlich ist es so schön zu wissen, dass auch die Bundeskanzlerin will, das es allen gut geht -, ohne uns aktiv einzubringen, das können wir dem Nachwuchs doch nun wirklich nicht zur Nachahmung empfehlen.

  18. Was bis heute, also 27 Jahre nach Rio, beim Ausstieg aus Kohle, Öl, Erdgas und anderen mit Treibhausgasausstoss verbundenen Aktivitäten fehlt, ist ein wirkliches Umsteuern das über nationale Anstrengungen im Rahmen von Versprechungen einzelner Regierungen hinausgeht. Dieser grosse Ruck, dieser Wechsel des Betriebsmodus vergleichbar mit dem Umstellen von einer Zivilwirtschaft auf eine Kriegswirtschaft wie sie in den USA im zweiten Weltkrieg geschah, wäre aber nötig um schon in wenigen Jahrzehnten zu Nullemissionen zu kommen. Tatsächlich haben inzwischen ja die meisten industrialisierten Nationen damit begonnen ihre CO2-Emissionen zu beschränken und sie schliesslich zu beenden – allerdings mit einem Zeithorizont von 50 bis 100 Jahren und nicht mit dem für das Erreichen des 2°-Ziels nötigen Horizont von 30 bis 40 Jahren. Die Regierungen verhalten sich so, wie früher beim Auslaufen einer Technologie und dem Wechsel zu einer neuen, etwa vergleichbar dem Wechsel vom Propeller- zum Düsenflugzeug, wo es ja auch heute noch Propellerflugzeuge gibt. Genauso wird es bei diesem Verhalten der heutigen industriellen und politischen Akteure auch in 40 Jahren noch einzelne Kohle- und sicherlich noch sehr viele Erdgaskraftwerke geben. Das Pariser Abkommen hat an diesen unbestimmten Zeithorizonten für fossile Technologien bis jetzt nichts entscheidendes geändert.

  19. @ Stephan Fleischhauer

    Also spaltet man eine Gesellschaft weniger, wenn man nicht auf Kinder oder Jugendliche hört?
    War es nicht gerade die AFD, die gegen politische Korrektheit und für mehr Diskurs ins Feld ziehen wollte?
    Ihre Einlassung macht für mich daher auf mehreren Ebenen nur wenig Sinn. Die AFD und andere “Skeptiker” haben sich bis dato nicht von rationalen Argumenten “einfangen” lassen.
    Warum sich das auf einmal ändern sollte, wenn man Kinder oder Jugendlichen verbietet auf ein Problem aufmerksam zu machen, will ich nicht so ganz verstehen.

    Für die “unterwanderte” Wissenschaft hätte ich gerne ein paar Beispiel. Wäre das möglich?

    @ Marc Geber

    Greta Thunberg ist Asperger-Autistin und leidet unter Angststörungen. Ich sehe an dieser Stelle das Problem nicht. Es wäre sehr freundlich von Ihnen, wenn Sie mir dies erläutern könnten.

    Das Ihr Vater ” der Manager ” ist, halte ich für eine sehr grobe und problematische Unterstellung. Das Sie ein wenig Hilfe braucht, ist als Asperger-Autistin völlig normal.
    Irgendwer muss ja für die junge Frau dolmetschen, was so in den Köpfen der NT´s vor sich geht.

    MfG

  20. 1. Zur AfD: Ich sah vor einigen Wochen mal eine Bundestags-Rede eines AfD-MdBs im Fersehen, wo dieser sich als Klimaleugner positionierte und u. a. behauptete, dass ein einziges Braunkohle-Kraftwerk mehr elektrische Energie produziere als alle deutschen Windkraftanlagen zusammen. Abgesehen davon, wer ihn sonst noch anonym bezahlt (was ja bei der AfD offenbar üblich ist), stellt sich also ein von unseren Steuern bezahlter Lügner in aller Öffentlichkeit hin und macht Stimmung gegen die Gesamtheit der forschenden Wissenschaftler.

    2. Schülerproteste: Wir sind in den späten 60ern wesentlich weiter gegangen, als nur für einen Tag die Schule zu “schwänzen”, wir haben auch mal die Funktionsräume der Schule (Max-Planck-Schule, Kiel) besetzt oder auch passiven Widerstand bei politischen Aktionen geleistet, z. B. beim Auftreten der alten Faschisten in der neugegründeten NPD, bei Demos gegen die Yankee-Schweinereien in Vietnam, die (atomare) Aufrüstung der NATO in Europa uvm.

    Und wenn jetzt (heutzutage) Leute der Meinung sind, man solle sich doch lieber angepasst, d. h. politisch indifferent verhalten, um eine “Spaltung der Gesellschaft” zu vermeiden, kann ich für diese Menschen nur Verachtung empfinden.

    Es gab damals den bei Sozialdemokraten beliebten Spruch, dass man (sozusagen als angepasster Funktionär) den Marsch durch die Institutionen antreten solle, um etwas zu verändern. Wir sehen ja heute, wohin das geführt hat.

    Ich kann es also nur unterstützen, wenn Menschen (nicht nur Schüler!) massiv für extrem wichtige politische Ziele auftreten, auch nach dem alten Spontispruch “Wenn ich etwas erkannt habe, wie will man mich aufhalten”.

    Danke also, Herr Rahmstorf, dass Sie nicht nur Informationen verbreiten, sondern auch die Menschen ermutigen, auf der Basis der seit langem vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse persönlich aktiv zu werden.

  21. @Herrn Rahmstorf

    ” In meiner Gymnasialzeit habe ich die Schule geschwänzt um windsurfen zu gehen, wenn mal toller Wind auf dem Bodensee war. Habe trotzdem ein Einser-Diplom in Physik gemacht. Sich für Klimaschutz einzusetzen ist mit Sicherheit sinnvoller. Ich bin stolz, dass meine Kinder beim Schulstreik dabei sind!”

    Respekt für Sie und Ihre Kinder. Auch ich habe früher öfter die Schule geschwänzt, um das Wesentlich für’s Leben im Dschungel, auf der Strasse zu lernen. Und schliesslich habe ich dann die Schule ganz geschmissen und die wesentlichen harten Fakten über das System da draussen auf eigene Faust gelernt. Ich habe das nie auch nur eine Sekunde bereut :)) Der Weg zur Erleuchtung führt durch die Hölle, durch ein Gebirge von bitteren Ent- täuschungen.

  22. Sehr geehrter Herr Rahmstorf,
    ihre Artikel lese ich immer gerne – leider denke ich mittlerweile, dass der Fokus auf den falschen Sachen liegt.

    Deshalb möchte ich hier gerne einmal auf einen Artikel hinweisen der in der Sache verwand ist (Insektensterben) aber die Schlüsse anders zieht.

    https://www.heise.de/tp/features/Das-Verschwinden-der-Insekten-von-der-Oberflaeche-des-Kapitals-4313081.html

    Diesen Artikel sollte man langsam lesen und tief darüber nachdenken! Und wenn dann Jemand sagt – das ist Verfassungsfeindlich! – ja, könnte sein – es könnte sein, dass unsere Verfassung in einem entscheidenden Punkt geändert werden müsste um den Klimawandel zu stoppen.

  23. Inwieweit hat diese aufwachsende Generation dann noch die Resourcen und die Motivation, die dann alten “Verursacher” der nicht rueckgaengig zu machenden Misere im Lebensabend zu versorgen?

  24. Die Quelle der Information bzw. Vermutung, dass hinter den Protesten von “grüner” Seite Russland und auch China stehen, auf die sich wohl Kanzlerin Merkel bei ihrer Aussage gestützt haben könnte, ist in den USA zu finden, wie dieser Bericht nahelegt:
    http://t1p.de/bgfe
    Die Argumente dafür beruhen auf ausgewerteten E-Mails:
    “However, email records obtained through Freedom of Information Act lawsuits show that green activists cited in the House committee’s letters are advancing foreign governments’ policy goals in a manner consistent with the actions of foreign agents, according to sources who have examined the emails.”
    Ob sich das beweisen lässt?

  25. Sorry, ich wollte hier keine Verschwörungstheorien oder Fakenews bringen.
    Mir erscheint die Quelle seriös, so wie in der Beschreibung im Internet die dahinterstehende Heritage Foundation für mich keinen unseriösen Eindruck machte und macht.

    Ich verstehe den Artikel so, dass Sonderermittler Mueller bei der Untersuchung zu eventuellen Verstrickungen von Trump mit Russland auf die genannten Zusammenhänge stieß und auch den Geldfluss zweier Umweltgruppen bis zurück nach Russland aufgedeckt hat. Laut dem zitierten Rechtsanwalt Mark Fitzgibbons geht es nun darum, ob die US-Justiz dieser Sache nachgeht, denn sie hat ja nichts mit den Sonderermittlungen zu Trump zu tun.

    Es stand auch schon vor über einem Jahr in der seriösen “Washington Post” der Verdacht, dass die Grünen in den USA von Russland unterstützt sein könnten, auch wenn hier der Verdacht nicht erhärtet werden konnte:
    http://t1p.de/20ti

    Für mich sieht das nicht nach Fakenews aus.
    Woran machen Sie es fest, dass es Fakenews sind?

    • Ich habe nicht gesagt, der Artikel sei Fakenews – der berichtet ja lediglich, dass einige offenbar dem Trump-Lager nahestehende Leute fordern, Muller solle statt Trump lieber mal die Auslandsverbindungen von Umweltgruppen untersuchen. Dass manche dies fordern wird schon stimmen. Ich habe die Quelle eine Fakenews-Quelle genannt, weil sie (a) von einer Lobbygruppe stammt die teils von Exxon, teils von diversen undursichtigen Großspenden finanziert ist, (b) die Heritage Foundation den Klimawandel für eine “unbewiesene Theorie” hält und (c) ihr The Daily Signal voll vom üblichen Klimaleugner-Unsinn ist, wie Sie durch eine Stichwortsuche sehr leicht feststellen werden. Jedenfalls keine Quelle, die hier in einem Wissenschaftsblog ernst genommen wird.

  26. Es ist sehr schwer, gesellschaftliche Entwicklungen einzuordnen oder gar vorauszusehen. Es gibt da sich überlagernde Wellenerscheinungen mit unterschiedlichen Zeithorizonten, oder sogar Gegenbewegungen – z.B. ist das Klima-Skeptikertum als Reaktion auf die erheblichen Erfolge des „grünen Zeitgeistes“ der letzten zwei/drei Jahrzehnte erklärbar.

    Wer einen maßgeblichen Einfluss von menschlich-biologischen Verhaltensprogrammen – selbstverständlich in Interaktion mit kulturellen Faktoren! – analytisch ignoriert, der/die hat kein realistisches Weltbild. Ich nenne nur den biologisch gut abgestützten „ökonomischen Ansatz zur Erklärung menschlichen Verhaltens“ (maßgeblich entwickelt von Gary S. Becker): dass wir Menschen Ökonomisierer in praktisch allen Lebensbereichen sind, oder die Publikationen des vor kurzem verstorbenen Begründers der Humanethologie Irenäus Eibl-Eibesfeldt (jetzt habe ich bestimmt die Grüne Jugend am Hals). Bitte keine moralistischen Fehlschlüsse: https://de.wikipedia.org/wiki/Moralistischer_Fehlschluss

    Die aktuellen Schülerproteste laufen spätestens dann aus, wenn die erste Abi-Flugreise nach Spanien ansteht. Ich kann bei deren Verhalten keine nennenswerte Aufwandskomponente erkennen, in der Soziobiologie sind solche Phänomene als „unreiner Altruismus“ oder „moralische Lizenzierung“ bekannt. Auch beim Widerstand gegen die AKW hat es bei den damaligen Aktivisten nur geringe Kosten in der Relation zum Protestierer-Nutzen gegeben. Bei den Maßnahmen gegen den Treibhauseffekt sieht der Bürger jedoch gravierende Verhaltensänderungen auf sich zu kommen.

    Eine nachhaltiges, deutliches Engagement in Richtung wirksamer Klimaschutz habe ich mir zuallererst von der Generation der ca. 20 bis 30-jährigen erhofft, die in den nächsten Jahren sukzessive in Machtpositionen gelangen werden. Dass diese verhätschelten kleinen egoistischen Spießer und entpolitisierten Langweiler durch ihr nach wie vor passives Verhalten ihre eigene Zukunft aufs Spiel setzen, erfüllt mich mit großer Enttäuschung.

    Insgesamt gesehen, geht aber vieles in die richtige Richtung. Die „Erfahrungskurve“ bei den erneuerbaren Technologien ist immer noch nicht ausgeschöpft. Dass ganz aktuell ein Konzern wie Glencore seine Kohleförderung wegen des Klimawandels einfriert und nun verstärkt in Bodenschätze investieren will, „die für die Energie- und Mobilitätswende benötigt“ werden“ (FAZ vom 21.2.2019), das ist doch eine schallende Ohrfeige für unsere traumtänzerischen Klimaskeptiker.

    Ich habe in kleinerem Umfang Aktien von RWE und BHP Billiton. Ich würde ein solches Investment jedem empfehlen, der einmal selbstreflexiv erkennen will, wie schnell sich persönliche Einstellungen und Beurteilungen ändern, wenn man über finanzielle Interessen (und seien sie noch so gering) mit etwas verbunden ist.

    Übrigens: BHP gehört zur „Climate Action 100+“ und die RWE werden in absehbarer Zeit einer der größten europäischen regenerativen Stromerzeuger sein.

  27. Ich frage mich seit etwa zehn Jahren, warum Jugendliche und junge Erwachsene wegen der unzureichenden Klimapolitik nicht auf die Straße gehen.

    Das Problem mit dem Schuleschwänzen ist, dass es die Glaubwürdigkeit der Proteste in Frage stellt.

    Und was ist mit den Studenten? Haben die gerade andere Sorgen?

    Was ich vor allem kritisiere, ist dass man den Schülerprotesten so eine hohe Bedeutung zumisst, so als hätte die Meinung der demonstrierenden Schüler eine besondere Autorität oder Überzeugungskraft. Warum aber sollte man sich von Schülern überhaupt belehren lassen? Diese Autorität, die man den hier Schülern angedeihen lässt, steht doch eigentlich den Wissenschaftlern zu. Diese haben die Medien uns zu präsentieren, nicht Schüler.

    Diese Autorität der Schüler ist offenbar auch keine fachliche, sondern eine moralische. Sie sind die Jüngsten und deshalb die Hauptleidtragenden, sie sind die moralisch Unverkommenen, Reinen. Das ist der Punkt, der gemacht werden soll. Das gute, reine Asperger-Mädchen Greta, das uns Alten so überlegen ist.

    Und das ist, was vielen so aufstößt. Dieses ständige Moralisieren, diese Unfähigkeit, gesellschaftliche Konflikte anzugehen ohne moralische Überlegenheitsgesten, ohne Inszenierungen.

  28. @Stephan Fleischhauer: Die Schüler brauchen keine wissenschaftliche Autorität, den die wissenschaftlichen Autoritäten stehen hinter Ihnen. Sie demonstrieren ja auch nicht dafür das der Klimawandel als menschengemachte Tatsache annerkannt wird, sonder das dieser schon lange bekannten Tatsache endlich Taten folgen. Was Greta in all Ihren Reden umtreibt, ist das Sie nicht verstehen kann warum man nicht konsequent versucht eine bevorstehende Katastrophe zu vermeiden und genau da spricht sie mir und vielen Schülern aus der Seele.
    Ich denke auch das die Schüler sehen das seit Jahren gar nicht so wenig Menschen diese ‘gesellschaftlichen Konflikte’ rein sachlich methodisch zu lösen versuchen, gleichzeitig sehen und hören Sie aber das es nicht vorwärts geht, das das was möglich ist, wenn überhaupt, nur sehr zögerlich angegangen wird.
    Welche Möglichkeiten hat aber derjenige der einerseits der Haupleidtragende sein wird, aber weder Wissenschaftler noch Techniker ist und keine Gled und keine Macht besitzt? Ihm bleibt nur sich auf die Moral zu beziehen. Im Falle der Kinder ja auch eine Moral die Ihnen von denen beigebracht wird die dann selber dagegen verstossen.
    Das das ‘so vielen aufstößt’ beweisst vielleich nur deren schlechtes Gewissen…

  29. @Stephan Fleischhauer: “Sinnvoller als solche “Kinderdemos” fände ich es, wenn ein nüchterner (und zugleich erstklassiger) Redner wie Stefan Rahmstorf z.B. bei der AfD einen Vortrag mit Diskussion halten würde.”

    Die AfD lädt nun mal lieber Michael Limburg von EIKE zu sich ein, weil beide politische Agenden gut zu einander passen. Ich persönlich habe im Leben die Erfahrung gemacht, mit Vernunft alleine kommt man nicht immer weit. Es braucht auch manchmal die Emotion, die aber nicht zu weit von der Vernunft entfernt sein darf.

    “Was ich vor allem kritisiere, ist dass man den Schülerprotesten so eine hohe Bedeutung zumisst, so als hätte die Meinung der demonstrierenden Schüler eine besondere Autorität oder Überzeugungskraft. Warum aber sollte man sich von Schülern überhaupt belehren lassen? Diese Autorität, die man den hier Schülern angedeihen lässt, steht doch eigentlich den Wissenschaftlern zu. Diese haben die Medien uns zu präsentieren, nicht Schüler.”

    Herr Fleischhauer, vergessen Sie bitte nicht, dass wir in einer Demokratie und nicht in einer Technokratie leben. Das bestimmte Personengruppen angeblich ein höheres Recht besitzen (Sie nennen es Autorität), zu sagen, was wir tun sollen, ist im Grunde undemokratisch. Die Schüler haben zwar kein Wahlrecht, aber sie werden die künftige Wählergeneration bilden und auch ihre Interessen sollten berücksichtigt werden.

    “Und das ist, was vielen so aufstößt. Dieses ständige Moralisieren, diese Unfähigkeit, gesellschaftliche Konflikte anzugehen ohne moralische Überlegenheitsgesten, ohne Inszenierungen.”

    Vielleicht hilft ein Blick in die Philosophie, was man unter Moral versteht. Auch Ethik genannt. In Wikipedia steht unter Moral als erster Satz: Moral bezeichnet zumeist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen.

    Ohne Kenntnis dieser Muster, Regeln usw., an die sich Gruppen und Kulturen orientieren, wird man auch gesellschaftliche Zusammenhänge nicht verstehen. Rein faktisch und nüchtern betrachtet mag Klimaschutz die richtige Entscheidung sein, aber ohne sie in eine Moral zu gießen, wird sich die Gesellschaft nicht ändern.

    @Wolfgang Richter: “Wenn das schon die Bundeskanzlerin öffentlich in Form einer Vermutung ausspricht, dann wird “man” wohl im Hintergrund (Geheimdienst?) schon einiges in Erfahrung gebracht haben. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass die Kanzlerin ausgerechnet zu diesem Thema “dummes Zeug” redet wobei sie natürlich damit rechnen muss sich Feinde bei den Aktivisten zu machen”

    Ich glaube eher, dass Frau Merkel davon ablenken möchte, dass sie beim Klimaschutz viel angekündigt hat, aber nicht immer lieferte. Nun will sie bis 2021 Kanzlerin bleiben, was dann in Summe 16 Jahre wären. Sie hatte genügend Zeit, neben den Worten Taten folgen zu lassen, und nun wird sie auch von der jungen Generation daran gemessen. Im übrigen, eine Weltgemeinschaft, die aktiver beim Klimaschutz wird, wird auch Herrn Putin die Frage stellen, was sein Beitrag dazu ist.

  30. @ Stephan Fleischhauer

    Die Art und Weise wie die Schüler protestieren, erzeugt schlicht Aufmerksamkeit. Und die Schüler wollen nicht belehren. Sie wollen auf etwas Aufmerksam machen. Hört doch bitte auf die Forschung und denkt daran, dass es nicht nur um euren Planeten geht lieber Erwachsene.

    Es geht also schlicht nicht um Autorität. Es geht darum das auch Kinder und Jugendliche das Recht haben ihre Meinung zu äußern und auf Themen aufmerksam machen zu dürfen. In meinen Augen haben sie auch das Recht, dafür den Unterricht sausen zu lassen. Jedenfalls dann wenn es um ein Thema von solch massiver Tragweite geht.

    Das mit der angeblichen “Überlegenheit” ist eine äußerst subjektive Wahrnehmung.

    In meinen Augen dient sie vor allem dazu, nicht auf die Argumente der Kinder und Jugendlichen hören zu müssen. Es ist einer der ältesten Tricks der Welt die Botschafter anzugreifen, damit man die Botschaft ignorieren kann.

    Die Unfähigkeit, gesellschaftliche Konflikte anzugehen ohne moralische Überlegenheitsgesten, ohne Inszenierungen beklage aber auch ich. Würde es doch bedeuten, das die Menschen rationale Wesen wären. Rational genug um zu erkennen, das sich das Klima ändert und man etwas dagegen unternehmen muss. Leider sind wir diesbezüglich relativ unfähig und eben auf Menschen wie Greta angewiesen, die andere Menschen auf einer emotionalen Ebene erreichen können, damit sich etwas ändert.

    Ein rationaler Mensch sollte das erkennen und ihren Einsatz zu schätzen wissen.

    Mit freundlichen Grüßen

    M.J.Groenewold

  31. @Rahmstorf vom 18. Februar 2019 @ 10:29 (Bodenseewind, Schule schwänzen, Physik-Diplom): Sie wissen aber schon, dass Albert Einstein ein wackrer Schwabe und kein Gelbfüßler gewesen ist?

  32. @ An alle
    Etwas OT, leider:
    Ich befinde mich gerade in harter Diskussion auf yt. Ich bitte um Angabe
    1. von Quellen für Messungen, die die erhöhte Rückstrahlung in Abhängigkeit vom CO2-Gehalt der Atmosphäre belegen (in situ)
    2. der Zitationshäufigkeit von Kirstein.
    Ich bitte um Entschuldigung für OT!!

  33. ungeheuerlich!

    Kinder, die noch Lesen und Schreiben lernen, werde sozusagen missbraucht um der Klimaindustrie die Taschen zu füllen. Das ist alles nur noch traurig und bestätigt das Bild eines totalitären Systems in dem jede Debatte über den menschlichen Anteil der jüngsten Erwärmung unterdrückt wird.

  34. Welchen Anteil hat die Wärme, die aus dem Erdinnern kommt, an der globalen Durchschnittstemperatur?

  35. Zu meinen Ausführungen weiter oben vielleicht noch ein/zwei kurze Anmerkungen: Der berüchtigte “homo oeconomicus” besteht eigentlich aus zwei grundlegenden Verhaltensannahmen: Eigennutz – dazu vielleicht: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40749129.html – und Rationalverhalten. Letzteres bedeutet, dass der Mensch Kosten und Nutzen von Entscheidungen gegeneinander abwägt. Das ist gewiss nichts Schlechtes, anders könnte eine Gesellschaft gar nicht funktionieren, aber es kann bei diesen Komponenten durchaus zu individuellen Fehleinschätzungen kommen. Der Klimawandel ist ein Problem externalisierter Kosten, William Nordhaus – https://de.wikipedia.org/wiki/William_D._Nordhaus – hat einmal vom „grössten Marktversagen aller Zeiten“ gesprochen.

    Bei uns Menschen gibt es (etwas vereinfacht dargestellt) einen latenten inneren Wettbewerb zwischen einem eher kurzfristig orientierten hedonistischen Selbst und einer überlegter-langfristigen Komponente. Durch letztere sind wir in der Lage, Selbstbindungen einzugehen, die vom Resultat her auch als „wohlstandserhöhende Einschränkungen“ bekannt sind. Man schließt z.B. einen Sparvertrag ab, weil man weiß, dass man ohne diesen den ganzen Zaster sinnlos verpulvern würde. Diese Zusammenhänge gelten auch für die gesellschaftliche Ebene und das Klimaproblem, wobei unsere kollektiven Entscheidungsverfahren (Demokratie, Märkte, Bürokratie, Verhandlungen) wieder verschiedene Problemstrukturen mit sich bringen.

    Einfach ist in unserem Fach gar nichts, es ist schier unendlich komplex, ich will aber in diesem Blog immer wieder einmal den heroischen Versuch wagen, darzustellen, dass es auch in den Teilgebieten Ökonomie und Ökonomik (das sind zwei verschiedene Sachen) interessante wissenschaftliche Ansätze, Theorien und Sichtweisen zum Klimaproblem gibt.

    Wir werden die Menschen nicht ändern, der Fokus muss auf den Rahmenbedingungen liegen!

  36. @Andrea F. vom 1. März 2019: Ganz offensichtlich werden auch deutsche Unternehmen wie SAP, Aldi, Siemens, Adidas, ThyssenKrupp, Daimler, RWE, Deutsche Bahn, VW, Bayer, BP, Tchibo, EnBW, Hochtief, Deutsche Telekom, Deutsche Börse und viele, viele mehr, die sich sehr eindeutig in Sachen Klimawandel und -schutz positioniert haben, von der „Klimaindustrie“ missbraucht.

    Ganz sicher ist nur, dass Andrea F. mit ihrem grandiosen Debattenbeitrag n i c h t von einigen großmäuligen und ideologisierten Klimaskeptikern missbraucht worden ist!

  37. Irgendwie kommt mein Punkt nicht rüber.

    Auch mir spricht Greta aus der Seele. Ich befürworte unbedingt das Engagement der Jüngeren (insbesondere Studenten, Kinder würde ich raushalten).

    Mein Punkt ist: Die moralisierende Berichterstattung der Medien ist kontraproduktiv. Die Leute verlieren das Vertrauen, wenn die Medien Aktionismus betreiben. Das ist nun wirklich überall greifbar. Und ich sehe es auch skeptisch, wenn ein Wissenschaftler wie Rahmstorf Teil solcher Kampagnen wird. Bei Auseinandersetzungen mit Skeptikern verlinke ihn sehr gern, aber es wird dadurch schwieriger.

  38. Die Schülerstreiks sind sehr ermutigend. In diesen schweren Zeiten braucht es Mut und Entschlossenheit nicht zuzulassen, dass eine falsche Politik und Wirtschaftsweise unseren Planeten unbewohnbar für uns Menschen macht.
    Dies habe Sie durch ihre Rede gestärkt, vielen Dank dafür.
    Als Physiker und beruflich 30 Jahre für die Energiewende unterwegs, unterstreiche ich jeden Satz!

  39. Eine ähnliche Frage abseits des Themas: Neulich wurde ich mit folgendem Kommentar konfrontiert: “…massive Erhöhung der Sonnenfleckenaktivität ist zur Erhöhung der mittleren Erdtemperatur deutlich effektiver als CO2.”

    Diese Behauptung ist doch vermutlich auch erdgeschichtliche Maßstäbe betreffend einfach nur Käse, oder? (Laut Wikipedia machte der Strahlungsantrieb der Sonnenaktivität im Zeitraum 1750 bis 2011 netto 0,05 W/m² aus. Viel anders wird das aber auch davor nie gewesen sein, oder!?)

  40. Die Schülerstreiks sind verständlich. Zumindest hierzulande haben viele das Lavieren der Politik satt und fühlen sich verkauft. Die Kanzlerin hat am Verlust der Glaubwürdigkeit ihren Anteil. An ihr (Wahlkampf-)Versprechen, die Klimaziele 2020 einzuhalten, erinnere ich mich noch gut, hier nochmal für alle.

    Was daraus geworden ist, haben wir mitbekommen.

  41. Hallo Stephan,

    interessante Frage. Eine kurze Suche bei Web of Science nach Kirstein W ergibt: 17 Publikationen, die letzte Zitierung ist von 1998. Die Titel der Publikationen lassen auf Material- und Oberflächenwissenschaften schließen, einen Zusammenhang mit Klima konnte ich nirgends erkennen. Erweitert man die Suche um das Schlagwort climate kommt man auf exakt 0 Publikationen. Sollte Kirstein etwa noch nie einen peer-reviewten Artikel veröffentlicht haben? Dies führt zu der Frage wie er wohl zu seiner Professur gekommen ist?

  42. Bin doch noch nicht hingegangen. Zu wackelig auf den Beinen. Aaaber am 15. März, da will ick hinjehen. Mit Schild. Auf der einen Seite: #adultsforyoungclimateactivists, auf der anderen Seite folgender Text:

    Greta Thunberg
    >> Wir Kinder tun normalerweise nicht das, was Erwachsene uns sagen. Wir tun es ihnen nach. Und nachdem ihr auf meine Zukunft scheißt, scheiße ich auch darauf <> Will nicht auf Eure Zukunft scheißen, bin aber kein Held und lebe auf Eure Kosten. Wenigstens habe ich angefangen seit schlappen 20 Jahren, weniger treibhausgasintensiv zu leben, bin hier und lasse nicht jeden von Exxon & Co mit abermilliarden Geldeinheiten befeuerten Pseudoskeptikermist unwidersprochen stehen, den *Erwachsene* nachbeten in den *sozialen* Medien als Möchtegern-Galileos und Antigutmenschen – auf dass der Mensch jaaa nicht aufhören braucht, aufhören d a r f, zu kokeln mit Erdöl und Kohle relativ hurtig. Mir geht der Stift und ich hoffe, dass man Euch es besser machen lässt und ich besser werde. Schäme mich für pestende Erwachsene, die Euch niederträchtig dissen. Was ist die Jugend dem Alter schuldig? Nichts! <<
    https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-03/klimastreik-greta-thunberg-aktivistin-hamburg-schulstreik?cid=23982360#cid-23982360

    53 Jahre, Genträger der Adrenoleukodystrophie
    (https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-01/cannabis-rezept-medizin-krankenkasse-arzt-legal?cid=11223551#cid-11223551)

    🙂

  43. Interessant wäre eine Untersuchung, die das Grundlagenwissen über den Treibhauseffekt, Klimawandel usw. ungefähr folgender Gruppen untersucht:

    a) von Schülern (14-20 Jahre z.B.)
    b) des Durchschnitts der erwachsenen Bevölkerung der Nicht-Schüler
    c) von Personen, die angeben, dass sie die Existenz eines Klimawandel leugnen oder leugnen, dass der Klimawandel menschgemacht ist
    d) von Personen, die angeben, dass sie die Existenz eines menschgemachten Klimawandels für gegeben halten;

    Da m.W. seit einigen Jahren in entsprechenden Unterrichtsfächern teilweise schon in der Sekundarstufe I Grundlagenwissen hierzu vermittelt wird, m.W. dies aber in der vergangenen Jahrzehnten noch wenig der Fall war, ist es durchaus wahrscheinlich, dass herauskommt: Die Schüler sind im Schnitt kompetenter oder zumindest nicht inkompenter im Grundlagenwissen zu diesem Themenfeld als der Schnitt der Bevölkerung. Das Ergebnis könnte ein wenig zur Versachlichung der Debatte beitragen und der Häme gegenüber den Schülern jede sachliche Grundlage entziehen.

    Vielleicht gibt es ja mitlesende Bildungs-Soziologen o.Ä., die nach einem Thema für ein Paper suchen…

  44. Herr Bucher,

    bei all diesen von ihnen genannten Firmen arbeiten und entscheiden erwachsene Menschen, keine Kinder hoffe ich doch sehr. Wenn jemand Kinder vom Lernen abhält und sie als Klima Instrument missbraucht, dann, nur dann wird jemand missbraucht und ich halte von den sg. Klima Skeptikern genau so wenig, wie von den Klima Alarmisten und dennoch darf sich jeder erwachsene Mensch, der sich für die Klimatologie interessiert und ein wenig Wissen im Laufe des Lebens angesammelt hat, seine freie Meinung bilden.
    Kinder wissen noch gar nichts über Klimatologie, noch weniger als sie aber diese für solche Zwecke zu missbrauchen, das finden sie ok?
    Gute Nacht Aufklärung, gute Nacht Zivilisation!

  45. Wir Physiker neigen zur politischen Naivität, weil wir trainiert sind, rational und sachlich zu argumentieren. Die politische und gesellschaftliche Welt ist nicht so und daher ist es vernünftig, bei allen politschen Dingen äußerst skeptisch zu sein.

    Selbstverständlich ist der offizielle Zweck der Demonstrationen richtig und von höchster Wichtigkeit. Aber die Geschichte hat mich gelehrt, dass Kants Diktum, dass der Zweck die Mittel nicht heiligen darf, die Basis unseres gesellschaftlichen Miteinanders sein muss.

    Man kann davon ausgehen, dass eine derartige Bewegung nicht von Schülern organisiert werden kann und schon überhaupt nicht über Grenzen hinweg, dass also Organisatoren im Hintergrund agieren, deren wahre Motive im Dunkeln bleiben, weil man sie und ihre sonstigen Interessen nicht kennt. Und wenn selbst die Bundeskanzlerin die Demonstration lobt, dann kann etwas nicht stimmen. Mich erinnert das Ganze zu sehr an die Demonstrationen der FDJ in der verflossenen DDR. Ich persönlich bestehe darauf, Kinder bei politischen Auseinandersetzungen außen vor zu lassen.

    Es besteht nämlich der Verdacht, dass die Existenz und die existenzielle Bedrohlichkeit des Klimawandels zu ganz anderen politischen Zwecken instrumentalisiert werden soll. Der Fehler, den ich den engagierten Wissenschaftlern ankreide, ist der folgende: Es ist der Öffentlichkeit nicht geläufig, dass der deskriptive Teil von Wissenschaft, hier also die Klimaforschung, objektiv ist in dem Sinne, dass Fehler, die immer Teil menschlicher Aktivitäten sind, regelmäßig erkannt und eliminiert werden und dass es ein Procedere dafür gibt. Das gilt für den normativen Teil nicht. Wenn jemand diese Trennung nicht geläufig ist, hier ein Beispiel: Sie gehen zu Arzt und der sagt Ihnen, dass Sie Krebs haben. Das ist der deskriptive Teil. Dann zählt er Ihnen auf, was es für Therapien gibt mit ihren Vor-und Nachteilen und auch die Alternative, sich nur palliativ behandeln zu lassen. Das ist der normative Teil und es ist an Ihnen, sich für das Ihren Werten, Präferenzen usw. passende Vorgehen zu entscheiden.

    Angewandt auf den Klimawandel bedeutet das, dass es eine politische Diskussion über die Wege aus dieser Gefahr geben müsste, die nicht die neoliberalen Globalisierungslogik als “alterantivlos” darstellt, sondern auch Wege aufzeigt, wie konservative, die Interessen der “einfachen Leute” berücksichtigende Lösungen usw. gefunden werden können. Die Folge des Fehlers sieht man m. E. in den USA, wo der Klimawandel zu einem parteipolitischen Thema der Demokraten gemacht wurde und mit dem Umschlagen der politischen Stimmung im Lande ein erheblicher Rückschlag in den Bemühungen zu konstatieren ist. Wenn man in dieser Welt wirklich etwas in Fragen der Umwelt erreichen will, dann müssen sich alle darüber klar sein, dass der normative Teil genug Freiheit lässt, sehr unterschiedliche Modelle zur Lösung des Problems zu verfolgen. Ansonsten bleibt vor allem denen, die die Welt als Nullsummenspiel betrachten nur die Leugnung auch des deskriptiven Teils der Erkenntnis. Etwas, was man in den USA aktuell studieren kann.

    • Die Klimaforschung – z.B. IPCC-Berichte – halten sich ja bewusst ganz raus, was normative Aussagen angeht, auch wenn das in den Medien manchmal falsch dargestellt wird (“der IPCC fordert xyz..”, was nicht stimmt). Die IPCC-Berichte zeigen einfach nur, welches Ausmaß an weiteren Emissionen zu welcher Erwärmung führt (Tabelle 2.2 im Sonderbericht zu 1,5 Grad – ich füge sie oben noch dem Artikel hinzu). Das ist die Diagnose. Die normative Entscheidung (deutlich unter 2 Grad zu bleiben) wurde in langjährigen Verhandlungen von politischen Vertretern aller Länder in Paris getroffen. Der IPCC zeigt lediglich, welches Emissionsbudget wir noch haben, wenn wir diese Entscheidung umsetzen wollen. Welche politische Maßnahmen und Instrumente dafür eingesetzt werden ist wiederum freie Wahl der einzelnen Regierungen – bei uns zum Glück demokratisch gewählter Regierungen. Weder IPCC noch das Pariser Abkommen machen dazu Aussagen. Klimaforscher haben keinerlei Ambitionen, eine bestimmte Politik vorzuschreiben!

  46. “Man kann davon ausgehen, dass eine derartige Bewegung nicht von Schülern organisiert werden kann und schon überhaupt nicht über Grenzen hinweg”.

    Es ist durchaus rational, anzunehmen, dass Jugendliche in der Lage sind, sich mithilfe moderner Kommunikationsmittel international zu vernetzen. Denn das tun Jugendliche in anderen, nicht-politischen Zusammenhängen bereits seit Jahren. Umgekehrt davon auszugehen, dass die Jugendlichen von “mächtigen Organisatoren gesteuert” würden, “deren wahre Motive im Dunkeln bleiben”, scheint mir eher Ockhams Rasiermesser zu widersprechen.

    Außerdem gibt es bei Fridays for Future durchaus einzelne Personen, die um die 20 sind, z.B. Luisa Neubauer vgl. https://www.zeit.de/campus/2019-02/fridays-for-future-luisa-neubauer-organisatorin-demonstration-schueler-klimaschutz.

  47. Na so was, die als “deutsche Greta Thunberg” bezeichnete Luisa Neubauer ist mir ihren 21 Jahren schon sehr viel auf Fernreisen gewesen, wie hier nachzulesen:
    https://edition.faz.net/faz-edition/wirtschaft/2019-02-16
    Die Behauptung, dass Menschen, die sich im Bereich der “Grünen” verorten für besonders viele CO2-Emissionen durch ihren Lebensstil sorgen, stützt sich auf eine Umfrage.

    • Na und? Hat man Ihrer Meinung nach sein politisches Mitspracherecht in der Demokratie verwirkt, wenn man ein Flugzeug benutzt? Mit solchen Thesen sollen doch nur unbequeme Stimmen wie Frau Neubauer mundtot gemacht werden, weil man keine Sachargumente gegen das hat, was sie sagt.

      Wenn alle Menschen weltweit komplett auf das Fliegen verzichten und zuhause bleiben, sinken die globalen CO2-Emissionen um 2 % (die des Flugverkehrs liegen bei 0,8 Gt pro Jahr von 40 Gt/J Gesamtemission, wie sich aus dem Kerosinverbrauch leicht ausrechnen lässt). Ich respektiere jeden, der Verantwortung für seine persönlichen CO2-Emissionen übernimmt, und wir versuchen das auch. Das alleine wird aber wenig bringen, denn das Probem lässt sich nur politisch lösen. Daher sollten alle, denen Klimaschutz am Herzen liegt, sich vor allem für die nötigen politischen Schritte einsetzen, mit denen die Ziele von Paris tatsächlich eingehalten werden! Ganz unabhängig davon, zu welchen persönlichen Lebensstiländerungen sie außerdem bereit sind.

      Dass eher grün denkende Menschen überdurchschnittliche Emissionen verursachen liegt übrigens am höheren Bildungsniveau und damit überdurchschnittlichem Einkommen, denn Emissionen korrelieren schlichtweg stark mit dem Einkommen. Wer mehr Geld hat konsumiert und fliegt im Schnitt mehr. Das bedeutet nicht, dass er automatisch Unrecht hat.

  48. an Günther Ulrich

    „Wir Physiker neigen zur politischen Naivität, weil wir trainiert sind, rational und sachlich zu argumentieren. Die politische und gesellschaftliche Welt ist nicht so und daher ist es vernünftig, bei allen politischen Dingen äußerst skeptisch zu sein.“

    Ich empfinde, dass hier ein Widerspruch und sogar eine Wertüberlegenheit zwischen der „rational und sachlich“ argumentierenden Physik und der nicht sachlich und nicht rational argumentierenden Gesellschaft und Politik suggeriert wird.

    Hingegen meine und hoffe ich, dass spätestens seit Entwicklung der Atombombe durch Physiker guten Physikern bewusst ist, welche gesellschaftliche und politische Verantwortung sie haben.

    Wie können Physiker, die die Mechanismen des atmosphärischen Treibhauses verstanden haben und absehen können, welche fürchterlichen Folgen die durch Menschen verursachte Erderwärmung hat und insbesondere für unsere Nachkommen haben wird, passiv und unentschieden bleiben und sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen?

    „Es besteht nämlich der Verdacht, dass die Existenz und die existenzielle Bedrohlichkeit des Klimawandels zu ganz anderen politischen Zwecken instrumentalisiert werden soll.“

    Dieser nicht begründete Satz scheint mir ein guter Beleg für die eingangs postulierte Naivität mancher Physiker zu sein.
    Selbstverständlich wird politische Arbeit auch instrumentalisiert, um beispielsweise Ansehen, Einfluss und Mittel zu gewinnen. So wie Physiker ihre Arbeit instrumentalisieren, um Ansehen, Einfluss und Mittel zu gewinnen.

    In diesem Sinn ein Lob für alle Physiker, die einerseits sauber wissenschaftlich arbeiten und andrerseits als Bürger in einer Gesellschaft ihre Erkenntnisse verständlich mitteilen und ihre Schlussfolgerungen öffentlich zur Diskussion stellen!

    Raimund Kamm, Augsburg

  49. und noch was, Herr Rahmstorf

    ihr Seite hier sagt eh schon alles über ihren Charakter.

    Entgegen anderer Blogs auf scilogs werden hier alle Postings überprüft anstatt sofort freigeschalten (notfalls danach gelöscht) und sie filtern genau so, wie es ihnen gerade passt.
    Fakt ist, weder das Klima noch die Menschen werden je so verrückt wie sie, so fanatisch, total anti demokratisch, keine differenzierte Meinung zum Klimawandel darf erscheinen, außer ihre einsilbige, ideologisch verblendete. Sie Feigling!

  50. …”Schon bei 2 Grad Erwärmung rechnet der Weltklimarat IPCC mit dem Tod praktisch aller Korallenriffe der Erde”

    Sehr lustig, als ob es über die Warmzeiten keine Korallenriffe gegeben hätte. Sie bilden sich eben woanders, wie schade. Im IPCC steht auch enorm viel Unsinn.

    • Warum ist das “Unsinn”, was die Top Korrallenforscher der Welt sagen, und Sie wissen es besser? Wie wahrscheinlich ist das wohl?
      Dass sich über Jahrtausende neue Korallenriffe bilden ist bekannt – die heutigen stammen ja auch aus dem Holozän, weil in der Eiszeit bis vor 20.000 Jahren der Meeresspiegel 120 Meter tiefer lag und die alten Riffe daher im Meeresspiegelanstieg beim Übergang ins Holozän ertranken. Aber es beruhigt eben nicht jeden, dass in einigen Jahrtausenden vieles wieder gut wird, weil uns die Zukunft unserer Kinder und Enkel auch schon am Herzen liegt.

  51. Ich möchte mich ebenfalls für diese Rede bedanken, denn sie bringt kurz und knapp das Wesentliche auf den Punkt. Dass Greta Thunberg wirklich Ahnung hat von dem, was sie in ihren Reden anspricht, kann eigentlich nur bestreiten, wer sich in Klimafragen überhaupt nicht auskennt. Es ist bedauerlich, dass gerade solche Leute mit die lautesten Stimmen sind, und zugleich diejenigen, die Menschen mit Wissen am vehementesten attackieren.

    In dem Kontext auch eine Frage an Herr Rahmstorf: Es gibt ja eine eine Menge klarer Belege für die menschliche Ursache der Erwärmung, also die spezifischen fingerprints. Gibt es hierzu eigentlich Reviewstudien, die anschaulich alle bisher identifizierten fingerprints auflisten? Ich weiß jetzt nicht, wie groß der naturwissenschaftliche Wert eines solchen Reviews wäre, aus Sicht der Klimakommunikation wäre eine solche Arbeit aber wohl wirklich Gold wert. Immerhin behauptet ja so ziemlich jeder Leugner, es gebe keinerlei Beweise. Mit so einer Studie könnte man diesem Argument sehr viel Wind aus den Segeln nehmen, gerade wenn sie für jeden nachlesbar in einer Open-Access-Zeitschrift publiziert würde. Ich weiß aber nicht, ob so eine Arbeit in ihre Forschungstätigkeit fällt.

  52. Lesen Sie das:
    “Galgenfrist verlängert“ ; Klima: Der Physiker Jochem Marotzke über die überraschende Entdeckung, daß die Menschheit mehr Zeit hat, die globale Erwärmung zu stoppen; DER SPIEGEL, 06.10.2018, S.111”
    Und dann übernehmen Sie endlich Verantwortung und schicken Sie die Kinder wieder in die Schule anstatt sie weiter aufzuhetzen!!!

    • Wieviel “mehr Zeit” wir haben ist ja in meinem Beitrag oben konkret benannt: die genannten Zahlen zum Emissionsbudget stammen ja gerade aus dem 1,5-Grad Sonderbericht des IPCC, den der Kollege Marotzke in dem Interview behandelt. Greta Thunberg und die anderen Schüler fordern doch gerade, dass die Politik sich an diesem Bericht orientiert! Würde sie es tun, dann könnten die Schüler beruhigt wieder zur Schule gehen. Darf man annehmen, dass Sie auch die Forderung der Schüler unterstützen sich nach diesem IPCC-Bericht zu richten, wenn Sie hier den Spiegel-Beitrag zu dem Bericht posten? p.s. An dem IPCC-Bericht, um den es in dem Spiegel-Beitrag geht, haben meine Kollegen vom PIK maßgeblich mitgearbeitet. Und Jochem Marotzke unterstützt die Anliegen der streikenden Schüler ausdrücklich und hat die Stellungnahme von 12 000 Wissenschaftlern dazu unterzeichnet – siehe den nächsten KlimaLounge-Artikel.

  53. @Andrea F. vom 1.3. und 8.3.2019: „ungeheuerlich!“, „missbraucht“, „Klimaindustrie“, „die Taschen füllen“, „nur noch traurig“, „totalitäres System“, „Debatte unterdrücken“, „als Klima-Instrument missbraucht“, „Klima Alarmisten“, „gute Nacht Aufklärung“, „gute Nacht Zivilisation“ usw. usf. Null Fakten, null Durchblick, nur Phrasen! Andrea F., ich sehe keine Möglichkeit, mit Ihnen irgendeine Form von vernünftiger Kommunikation zu betreiben!

    @Günther Ulrich vom 8.3.2019: Würden Sie bitte zumindest einmal kurz skizzieren, wie „die Wege aus dieser Gefahr“ Ihrer Meinung nach aussehen könnten? Welche „Modelle zur Lösung des Problems“ gibt es?

    @jhs vom 8.3.2019: Bei der Gruppe c), sofern es sich um Klimaskeptiker à la Eike usw. handelt, ist das Grundlagenwissen i.d.R. hervorragend. Sie müssen Ihr Modell also etwas ausdifferenzieren. Vorschlag: Diese Leute sind a.) schwer ideologisiert und arbeiten deshalb nicht ergebnisoffen; b.) die haben nicht verstanden, wie Wissenschaft funktioniert (und betreiben irgendeine Form von Klimatologie als ehemalige Ingenieure, Programmierer usw. wie ihre bisherigen Berufe; haben c.) generelle Probleme, von komplexen Systemen ein konsistentes mentales Gesamtmodell zu erzeugen.

    Nach meinem Eindruck treffen diese Erklärungsansätze alle gemeinsam zu.

  54. @Raimund Kamm, Jürgen Bucher

    Um Missverständnissen vorzubeugen: selbstverständlich haben Wissenschaftler das Recht und auch die Pflicht sich in die politischen Diskussionen über ihre Forschungen einzuschalten. Und sie sollten sich bei ihren Arbeiten auch über das Missbrauchspotential bewusst sein und ggf. davon Abstand nehmen. Ihre wissenschaftliche Tätigkeit gibt ihnen allerdings bei den politischen Debatten keine höhere Glaubwürdigkeit, es sei denn sie können darauf verweisen, dass die vorgeschagenen Lösungen aufgrund ihrer Kenntnisse in die Irre führen. Herr Rahmstorf hat in seiner Antwort dankenswerter Weise darauf hingewiesen, dass der IPCC sich von normativen Aussagen fern hält, etwas, auf das in den Medien oft nicht hingewiesen wird.

    Um es hier etwas konkreter zu machen ein Beispiel: Deutschland war auf dem Wege, seinen CO2-Abdruck zu verringern, indem die Bevölkerung dabei war zu schrumpfen. Die GRÜNEN, immer die ersten, die auf den Klimawandel hinweisen, haben aber gleichzeitig dafür geworben (und gesorgt), dass diese Schrumpfung durch massive Zuwanderung kompensiert wird mit der entsprechenden Erhaltung des CO2 Ausstoßes. Man geht gegen den Diesel vor und nimmt dabei in Kauf, dass der CO2-Ausstoß des Verkehrs wegen des Umstiegs auf Benzin getriebene Fahrzeuge zu- statt abnimmt. Und in den Nullerjahren gab es PKW wie den Audi A2 und den VW Lupo als 3-Liter Auto, aber der Staat hat nichts getan, den Trend zum SUV durch eine entsprechende Besteuerung von Geicht und cw-Wert zu behindern. Und ob der Umstieg auf e-PKW vor allem in der heute üblichen Gewichtsklasse klimaneutral ist, wäre erst noch zu zeigen. Bei dieser Widersprüchlichkeit der Parteien fragt sich der mündige Bürger mit Recht, ob es möglicherweise um etwas anderes gehen könnte. Und wenn er die “alternativlosen” Wege als falsch, ungerecht oder nicht überzeugend ablehnt, kann ich ihm nur schwer verdenken, wenn er das Kind mit dem Bade ausschüttet. Um das zu verhindern, sollten sich Wissenschaftler in diesen Fragen grundsätzlich als als Privatleute äußern, um diesen Vorgang nicht zu befördern.

    • Die Unterschrift unter der Stellungnahme von Scientists For Future leisten wir als Privatleute. Über der Liste mit den Unterschriften steht deshalb: “Die Unterzeichnung erfolgt nicht im Namen von Instituten oder Arbeitgebern.”

  55. Seit Jahren sind wir mit der “Großelterngruppe ENERGIE HH-Bergedorf” aktiv.
    Unser Ziel: den leiblichen wie den gesellschaftlichen Enkeln enkeltaugliche Techniken BEGREIFBAR zu machen.

    Aus der jüngsten Einladung zum Gruppentreffen:
    3. Hier noch ein eigenes Erlebnis aus dem HiP (Begegnungsstätte ´Haus im Park´)
    Ein Nutzer – der von unserer Gruppe gehört hatte – sprach mich an:
    „Mein Enkel wollte auch zu so einer Demo.
    Aber der ist erst Schüler der dritten Klasse… !“

    Eine passende Antwort hat sich bei mir erst in den darauf folgenden Tagen gebildet:
    Wunderbar, dass sich die Schülerschaft über „fridays for future“ so entschieden einsetzen.

    Dass sich sogar NEUNJÄHRIGE bereits für IHRE Lebens-Zukunft für Veränderungen im Umgang mit dem Klima einbringen, ist für mich eine überwältigende Tatsache, die wir uns seit langem wünschen….
    => jetzt ist die Aktivität bei dieser Generation schon angekommen, deren Geburtsjahr das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends schmücken !

    Fürwahr eine unerwartete, soziologisch begeisternde Entwicklung in unserer demokratischen Gesellschaft !!!
    Die Entgegnung „Aber… erst drittes Schuljahr…“ war bei mir als Kritik von ´altersbedingter Inkompetenz´ aufgenommen.

    Dieser Überheblichkeit ´der Älteren´ waren wir selber in unserer Kindheit massiv ausgesetzt !
    Den heutigen Kindern haben wir dagegen in unserer Gesellschaft die Möglichkeiten geschaffen, dass sie AUCH SOLCHE THEMEN begreifen können.

    Damit ist an uns ´Großeltern´ jetzt eine neue Herausforderung gestellt:
    Der Überblick schon neunjähriger Kinder für IHRE BEDROHTE ZUKUNFT ist ernst zu nehmen.

    Anstatt sie allerdings von dem Wunsch abzubringen, an wirksamen Demonstrationen teilzunehmen, müssen wir umschalten:
    Die größere Gefahr besteht im möglichen Stress in einer Großdemonstration….
    Und darum müssen wir ´Alten´ uns die Zeit nehmen, vertraute leibliche oder gesellschaftliche Enkel körperlich zu solchen Demonstrationen zu begleiten !!

  56. Danke für diese tolle Rede!
    Und danke, liebe Kinder und Jugendliche, dass ihr uns und vor allem der Politik mal richtig in den Allerwertesten tretet.

  57. @Günter Ulrich

    …aber der Staat hat nichts getan, den Trend zum SUV durch eine entsprechende Besteuerung von Geicht und cw-Wert zu behindern…

    Das ist nur zum Teil richtig, denn der Staat hat unter grüner Regierungsbeteiligung die Benzinsteuer sukzessive erhöht, und mit dieser auch als “Öko-Steuer” bekannt gewordenen Maßnahme verbrauchsarme Fahrzeuge bessergestellt. Weiter gehende Verteuerungen des Brennstoffs waren bei dem “Autokanzler” nicht durchsetzbar. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Wir erinnern uns an publikumswirksame Auftritte liberalkonservativer Politiker, welche für den Fall ihrer Wahl die Rücknahme dieser “ideologisch motivierten Zusatzbelastung für Autofahrer und Autofahrerinnen” versprachen vor den Preistafeln von Tankstellen. Die Einführung dieser Steuer (zugunsten der Kranken- und Sozialversicherung) war sehr mutig, denn eine Steuer ist beim Wahlvolk unpopulär, das zeigt u. a. die Entwicklung in Frankreich. Aber das Ergebnis ist bekannt und scheint Ihnen Recht zu geben: der “mündige Bürger” bevorzugt trotz Ökosteuer weiterhin große (“size matters”) und leistungsstarke Karossen, das ist es ihm wert.

  58. @Günter Ulrich vom 12. März 2019: Die Vorstellungen von politischen Prozessen sind – gerade bei Ingenieuren und Naturwissenschaftlern – mitunter schon sehr einfach gestrickt. Wir haben eine sich weiter ausdifferenzierende Gesellschaft, mit vielen Gruppierungen, divergierenden Interessen, fortschreitender Individualisierung, rapide sich verändernden Rahmenbedingungen usw., usf. Parteien bündeln die Interessen verschiedener Wählergruppen, ich kann bei keiner vernünftigen Partei – quasi wie bei einer Speisekarte – isoliert auswählen, was mir gerade in den Kram passt. Es ist in Politik und Wirtschaft gar nichts einfach! Das gibt es nur bei Populisten, und das auch nur so lange, wie diese nicht in der politischen Verantwortung stehen bzw. keine langfristigen Konsequenzen ihrer Politik spürbar sind. Puh, Migration mit dem Klimawandel auf die von Ihnen dargestellte Weise zu verknüpfen, ist schon arg abenteuerlich.

    Zu Ihren weiteren Ausführungen: Was ganz klar notwendig wäre, ist eine Internalisierung der erheblichen externen Kosten des Straßenverkehrs. Über die dabei relevanten ordnungspolitischen Zusammenhänge und normativen Prinzipien ist schon in den 50er-Jahren ein bahnbrechendes Buch erschienen, ich meine die Walter Eucken`schen „Grundsätze der Wirtschaftspolitik“ (übrigens bereits mit ersten Hinweisen auf eine drohende Klimaproblematik).

    Zum Beitrag von Bleyfus: Das waren keine „liberalkonservativen Politiker“, sondern Reaktionäre mit wenig Durchblick. Liberal ist z.B., wenn die linke Grüne Simone Peter sich wie folgt äußert: „Wir sind die Partei der Freiheit, die nicht auf Kosten anderer stattfindet.“ Was konservativ ist, hat der CSU-Politiker Alois Glück einmal wie folgt definiert: „Ein wesentliches Merkmal konservativen Denkens ist das langfristige Denken, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und zu leben auch für die Nachkommen.“ Wenn Sie solche liberalkonservativen Werte wissenschaftlich begründet dargestellt haben wollen, dann greifen Sie zum erwähnten Buch von Walter Eucken.

    Es ist ja hier ein wissenschaftliches Blog, deshalb noch ein Link auf das Inhaltsverzeichnis des Buches „Neue Politische Ökonomie“ von Guy Kirsch (“Dum spiro spero”: ihr könnt euch ja auch als technisch orientierte Menschen vielleicht einmal mit etwas Komplexerem beschäftigen): http://www.beck-shop.de/fachbuch/inhaltsverzeichnis/9783825282721_TOC_001.pdf

  59. @Günter Ulrich: “Um es hier etwas konkreter zu machen ein Beispiel: Deutschland war auf dem Wege, seinen CO2-Abdruck zu verringern, indem die Bevölkerung dabei war zu schrumpfen. Die GRÜNEN, immer die ersten, die auf den Klimawandel hinweisen, haben aber gleichzeitig dafür geworben (und gesorgt), dass diese Schrumpfung durch massive Zuwanderung kompensiert wird mit der entsprechenden Erhaltung des CO2 Ausstoßes.”

    Das ist jetzt doch eine sehr gewagte These. Seit dem 2.Weltkrieg steigt die Zahl der Einwohner auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik kontinuierlich (1950: 69,3 Mill., 1960: 73,1 Mill., 1970: 78,1 Mill., 1980: 78,4 Mill., 1990: 79,8 Mill., 2000: 82,3 Mill., 2010: 81,8 Mill., 2017: 82,8 Mill.) Nur in einigen kurzen Abschnitt sank die Bevölkerungszahl sehr moderat.

    Den Unterschied beim Verbrauch zw. Benzinern und Diesel halte ich für marginal, denn in beiden Fällen werden noch zu viele fossile Ressourcen verbraucht. Ziel muss es sein, dass wir von beiden Technologien langfristig wegkommen, solange wir den Treibstoff aus fossilen Kohlenstoffen herstellen.

  60. @ Sören Hader

    Ich wollte diesen wissenschaftlichen Blog nicht mit politischen Themen befrachten. Aber zu Ihnen muss ich dann doch Stellung nehmen, weil ich diese These für die politische Diskussion über die Ehrlichkeit des CO2-Arguments für wichtig halte: Sie geben hier die Bruttozahlen an, die die diversen Zuwanderungswellen enthalten. Für meine These halte ich mich an die Fertilität, die bei 1,4 Kindern/Frau liegt. Sie steigt übrigens seit einiger Zeit wieder, was mit der erhöhten Fruchtbarkeit der “noch nicht so lange hier Lebenden” zu tun hat. Ohne Zuwanderung würde die Bevölkerung des Landes kontinuierlich schrumpfen, denn für einen Bestandserhalt benötigt man ca. 2,x Kinder/Frau. Diesen Prozess aus der politischen Diskussion herauszuhalten beweist in meinen Augen, dass es den Parteien nur an der Oberfläche um die CO2-Vermeidung geht. Denn dieser Schrumpfungsprozess wäre ein exponentieller mit einer entsprechenden Zeitkonstante und daher zwar langsam zu Beginn aber sehr schnell allen linearen Maßnahmen davon laufend, und er würde ohne Zwangsmaßnahmen ganz natürlich nicht nur CO2 reduzieren sondern auch die Umweltbelastung insgesamt und den Ressourcenverbrauch verringern.