Nir Shaviv erklärt den Klimawandel für die AfD im Bundestag

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat im Bundestag der „Irrlehre vom angeblich menschen-gemachten Klimawandel“ den Kampf angesagt. Dazu nutzte sie am 28. November eine öffentliche Anhörung im Umweltausschuss zum Klimagipfel in Kattowitz, und sie lud als Gegenpol gegen den wissenschaftlichen Konsens Prof. Nir Shaviv von der Hebrew University ein. Eine durchaus lehrreiche Veranstaltung, die zeigte, mit welchen Argumenten die „Klimaskeptiker“ heute noch arbeiten.

Als erstes erklärte Shaviv, was seiner Meinung nach die beiden Argumente des Weltklimarats IPCC für den vom Menschen verursachten Klimawandel seien: nämlich dass es eine solche Erwärmung nie zuvor gegeben habe und dass es keine andere Erklärung dafür gäbe. Und diese Argumente seien falsch. Damit zeigte Shaviv gleich in seinen ersten Sätzen, dass er entweder die Berichte des IPCC nicht kennt, oder aber deren Inhalt bewusst falsch darstellt. (Wohl letzteres, denn eine seiner beiden Grafiken zeigt die Strahlungsbilanz aus einem IPCC-Bericht.)

Denn diese beiden sind natürlich keineswegs die wesentlichen Argumente der Wissenschaft (und damit des IPCC), obwohl beide als ergänzende Argumente durchaus richtig sind. Der entscheidende Beleg ist und bleibt aber, dass die Physik des Treibhauseffekts verstanden ist. Das zusätzliche anthropogene CO2 in der Atmosphäre entfaltet nun einmal eine ständige Heizwirkung (Fachausdruck: Strahlungsantrieb) von 2 Watt pro Quadratmeter Erdoberfläche, und wenn man einem System Energie zuführt wird es wärmer. Dies wird auch von Shaviv nicht bestritten. Daher wurde eine kommende globale Erwärmung durch CO2 ja bereits im 19. Jahrhundert vorhergesagt, als es noch gar keine Hinweise auf eine tatsächliche Erwärmung gab. Seit den 1970er Jahren gibt es quantitative Modelle zur Vorhersage der Erwärmung, und seither läuft die Erwärmung übrigens auch ziemlich genauso ab wie vorhergesagt. Abb. 1 zeigt zur Abwechslung eine Prognose durch Experten der Ölfirma Exxon aus dem Jahr 1982 – mit dem tatsächlichen Verlauf ergänzt.

Abb. 1 Diese Grafik aus einem internen Exxon-Briefing von 1982 zeigt die aufgrund der Nutzung fossiler Brennstoffe erwartete künftige Entwicklung von CO2-Konzentration (linke Skala) und Temperatur (rechte Skala). Ich habe die tatsächliche Entwicklung von CO2 (blau) und Temperatur (rot) hinzugefügt.

Vor 30 Jahren, 1988, erklärte berühmterweise der amerikanische Klimaforscher James Hansen im US-Senat, die lange vorhergesagte Erwärmung sei jetzt da und in den Daten erkennbar.

Abb. 2  Titelseite der New York Times vom 24. Juni 1988

Als zweites brachte Shaviv einen der ältesten Glaubenssätze der Klimaleugner: die Hockeyschlägerkurve sei „dubiose Wissenschaft“! Wieso dieses zwanzig Jahre alte Forschungsergebnis eines jungen Postdoc (Mike Mann) heute noch wichtig ist, verriet er allerdings nicht. Die Paläoklimaforschung ist längst zwanzig Jahre weiter und hat mit großen internationalen Projekten wie PAGES-2k auf allen Kontinenten zahlreiche Daten gesammelt und daraus wesentlich besser fundierte Klimakurven abgeleitet. Inzwischen auch für die ganze Erde und nicht nur die Nordhalbkugel, und für die letzten 2000 und nicht nur 1000 Jahre wie seinerzeit Mann und Kollegen. Das Ergebnis sieht immer noch genauso aus wie die alte Hockeyschlägerkurve (mehr zur Hockeyschlägerdebatte).

Abb. 3 Der alte “Hockeyschläger von Mann et al. und die neuesten PAGES-2k Daten – aus der druckfrischen, vollständig aktualisierten Neuauflage von Der Klimawandel, C.H. Beck Verlag.

Shavivs Meeresspiegel-Argument

Doch nun zum Hauptargument von Shaviv: er präsentierte „eine der wahrscheinlich wichtigsten Grafiken zum Verständnis des Klimawandels“, die aber „vom IPCC und Alarmisten einfach ignoriert wird“ – nämlich seine eigene. Die Grafik zeigt eine Korrelation der Anstiegsrate des Meeresspiegels mit der Sonnenaktivität – publiziert von Shaviv 2008. Die Bedeutung dieser Grafik wird von der Fachwelt allerdings völlig anders eingeschätzt als von Shaviv selbst – seine Studie wurde seither nur 15 mal zitiert, fast nur von ihm selbst und fragwürdigen Klimaskeptiker-Mitstreitern (Soon, Scafetta). (Zum Vergleich: zwei meiner Studien zum Meeresspiegel aus dieser Zeit, von 2007 und 2009, wurden bislang 813 und 537 mal zitiert).

Dass Klimakurven mit Kurven der Sonnenaktivität korrelieren ist auch nichts Besonderes – auch wenn die Korrelation in anderen Daten zum globalen Meeresspiegel viel schwächer ausfällt als in den von Shaviv genutzten Daten von 24 Pegelstationen. Zahlreiche Klimadaten korrelieren aus naheliegenden Gründen mit den Sonnenzyklen, auch die globale Temperatur (siehe z.B. meine gemeinsame Studie mit dem Statistiker Grant Foster – übrigens 135 mal zitiert). Der IPCC ignoriert die Studien zur Sonnenaktivität auch keinesfalls, sondern zieht nur andere Schlüsse daraus als Shaviv. Und das mit gutem Grund.

Denn Shaviv folgert aus seiner Meeresspiegelkurve, dass der Effekt der Sonne auf die globale Temperatur eine Größenordnung größer sei als es die zahlreichen anderen Studien dazu ergeben.  (Die entsprechende Kennzahl ist als Klimasensitivität bekannt.) Dazu führt er in seiner Publikation aus 2008 eine abenteuerliche Rechnung vor, die gewissermaßen „von hinten durch die Brust ins Auge“ die Klimasensitivität aus den Meeresspiegelschwankungen zu errechnen versucht und die auf vielen Annahmen beruht. Bei der Klimasensitivität geht es ja nicht um den Meeresspiegel sondern um die globale Temperatur – und den Effekt der Sonnenzyklen auf die globale Temperatur kann man direkt in den Messungen derselben sehen! Diese Daten zeigen direkt und ohne Umwege, dass die Wirkung der Sonnenschwankungen auf die Temperatur eben so gering ist, wie der IPCC sagt und wie es zahlreiche andere Studien ergeben.


Abb. 5 Verlauf von globaler Temperatur, CO2-Konzentration und Sonnenaktivität. Temperatur und CO2 sind relativ zueinander so skaliert, wie es dem physikalisch erwarteten CO2-Effekt auf das Klima entspricht (d.h. beste Abschätzung der Klimasensitivität). Die Amplitude der Sonnenkurve ist so skaliert, wie es der beobachteten Korrelation von Sonnen- und Temperaturdaten entspricht. (Details sind hier erläutert.) Diese Grafik kann man sich hier erzeugen und dort auch einen Code kopieren, mit dem sich die Grafik als Widget in die eigene Website einbauen lässt (wie in meiner home page) – dort wird sie dann automatisch jedes Jahr mit den neuesten Messdaten aktualisiert. Dank an Bernd Herd, der dies programmiert hat.

Aber nehmen wir einmal an, Shaviv hätte recht und die Reaktion des Meeresspiegels auf die Sonnenschwankungen (deren Strahlungsantrieb gemessen und bekannt ist) deute auf eine viel größere Klimawirkung der Sonne hin als weithin gedacht. Dann müsste es verstärkende Rückkopplungen geben, die aus einem kleinen Strahlungsantrieb eine große Klimawirkung machen. Entweder würde diese Rückkopplung spezifisch nur auf Sonnenstrahlung wirken – dann hätte das keinerlei Auswirkung auf die Wirkung des CO2 auf das Klima. Oder es ist eine allgemeine Rückkopplung (wie die Wasserdampf-Rückkopplung) – dann würde sie auch die Klimawirkung von CO2 entsprechend verstärken und keinesfalls für einen schwächeren CO2-Effekt sprechen. Aus einer besonders starken Reaktion des Klimasystems auf schwache Sonnenzyklen zu folgern, das Klimasystem sei besonders unempfindlich gegenüber Strahlungsantrieb, ist in beiden Fällen logisch widersinnig.

Vor allem aber erklärt deshalb kein ernsthafter Klimaforscher die moderne globale Erwärmung mit der Sonnenaktivität, weil deren Trend seit Mitte des 20. Jahrhunderts praktisch flach ist und sogar leicht nach unten zeigt! Das ist der Grund, warum Klimaskeptiker und Fans der Sonnenaktivität immer wieder von der kurz bevorstehenden globalen Abkühlung fabulieren – siehe Fritz Vahrenholts Buch „Die kalte Sonne“. Deren Prognosen aber, anders als die der Klimaforscher, immer wieder durch die Realität widerlegt worden sind. Hätte Shaviv also recht und die Wirkung der Sonne sei viel stärker als gedacht, so hätte sie der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung der letzten Jahrzehnte lediglich stärker entgegengewirkt. Mehr zur Wirkung der Sonne in meinem Beitrag bei Spektrum.de: Welche Rolle spielt die Sonne?

Wer ist Nir Shaviv? 

Ein genereller Tipp: wer den Thesen von Klimaskeptikern begegnet, kann sich über die meisten Akteure rasch in der Datenbank von Desmogblog informieren, für die u.a. auch Journalisten des Guardian recherchieren und schreiben. Hier der Eintrag zu Shaviv, aus dem man z.B. erfährt, dass Shaviv regelmäßig auf Konferenzen des Heartland Institute spricht. Genau – jener u.a. von fossilen Energiekonzernen finanzierten Lobbyorganisation, die in einer Plakatkampagne Menschen, die an die globale Erwärmung glauben, mit einem Terroristen verglich.

Unsere heimische Filiale der Klimaleugner, EIKE, veranstaltete am 23.-24. November gemeinsam mit Heartland eine Konferenz in München, auf der auch Shaviv auftrat.

ARD Monitor zu EIKE

Mir begegnete Shaviv erstmals im Jahr 2003, als er in dem Artikel Celestial driver of Phanerozoic climate? im Magazin der Geological Society of America behauptete, aus 20 Meteoriten (also 20 Datenpunkten) einen Klimazyklus über die letzten 520 Millionen Jahre mit einer Periode von 143 Millionen Jahre gefunden zu haben, der durch kosmische Strahlen verursacht wird. Eine fachlich ziemlich hanebüchene Arbeit, wie wir damals mit einer Gruppe führender Experten der relevanten Gebiete in Eos, der Zeitschrift der American Geophysical Union, dargelegt haben. U.a. wurde die Datierung der Meteoriten in der Zeit verschoben, bei einem gar um 40 Millionen Jahre, um sie passend zum Zyklus zu machen. Aber viel interessanter und haarsträubender als Shavivs Artikel war die Pressemitteilung, die er dazu herausgab. Der Titel war „Die globale Erwärmung ist kein menschengemachtes Phänomen“, und er wurde darin zitiert mit dem Satz:

The operative significance of our research is that a significant reduction of the release of greenhouse gases will not significantly lower the global temperature, since only about a third of the warming over the past century should be attributed to man.

Im Ernst? Eine einzige Arbeit, die aufgrund mehr als dünner Evidenz aus 20 Datenpunkten einen Klimazyklus von 143 Millionen Jahren postuliert, soll relevant für die globale Erwärmung über 100 Jahre sein? Und sogleich tausende Studien direkt zur modernen globalen Erwärmung nichtig machen und zur Folgerung führen, Emissionsreduktion bringe nichts? Diese Pressemitteilung zeigte schon vor 15 Jahren klar, worum es Shaviv geht: um Politik, nicht um Wissenschaft. Wie übrigens generell bei der Leugnung des Klimawandels, wie Wikipedia gut erklärt. Die Klimaskeptiker dienen als Feigenblatt für Politiker, die sich hinter der Behauptung verstecken, es gäbe in der Wissenschaft eine Debatte mit zwei Seiten zum anthropogenen Klimawandel.

Zurück zur Anhörung im Umweltausschuss des Bundestages. Mein Kollege Anders Levermann, der daran als echter Klimaexperte teilnahm, bewertete die dortigen Aussagen von Shaviv mit einem Wort als „Quatsch“. Das ist zwar richtig, aber es ist kein harmloser Quatsch sondern genau genommen Propaganda – es geht hier um gezielte Irreführung des Laienpublikums. Die AfD betreibt mit ihrer Leugnung des vom Menschen verursachten Klimawandels das Geschäft der internationalen fossilen Energiekonzerne auf Kosten der Menschen in Deutschland. Sie hat dazu im Bundestagswahlkampf direkt von Exxon stammende fake news über CO2 benutzt. Unsere Küsten sind durch den steigenden Meeresspiegel bedroht, Wälder brennen und Ernten vertrocknen wegen der Dürre, die zunehmenden Extremregen überfluten Städte und Dörfer, Hitzewellen töten Menschen (die Hitze 2003 kostete Europaweit 70.000 Menschenleben). Und nicht zuletzt treibt die fortschreitende Erwärmung immer mehr Menschen gerade aus trockenen und heißen Klimazonen infolge von Missernten in die Flucht. Klimaschutz ist auch Heimatschutz.

Die Anhörung im Umweltausschuss des Bundestages hat einmal mehr deutlich gezeigt: die selbsternannten Klimaskeptiker haben keinerlei ernsthafte Argumente mehr.

ARD Monitor-Bericht zu Heartland, Klimagipfel in Kattowitz und zur aktuellen Anhörung im Umweltausschuss

p.s. Eine kleine Meldung in eigener Sache: Ich wurde für den ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit nominiert – für meine öffentliche Vermittlung von Wissenschaft u.a. in diesem Blog. Darüber freue ich mich sehr!

Frohe Weihnachten!

Frohe Weihnachten!

In eigener Sache. Die KlimaLounge macht bis einschl. 1. Januar Weihnachtspause (keine Kommentarfreischaltung). Wir wünschen allen Lesern friedvolle und erholsame Weihnachtstage!

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Herr Prof. Rahmstorf, stimmt es das Sie anwaltlich verbieten lassen wollten, dass Shaviv nicht nur ein Paper von Ihnen zitierte sondern es auch noch als pdf anhängte?

    Ich habe das direkt von den Betroffenen erzählt bekommen.

    Stimmt es zudem, dass Sie 2003 zudem in einer Mail an Ihre Kollegen geschrieben haben:

    “I feel another recent paper may require a similar scientific response, the one by Shaviv & Veizer (attached). …This paper got big media coverage here in Germany and I guess it is set to become a climate skeptics classic: …”

    “Ich glaube, dass eine andere Veröffentlichung eine ähnliche wissenschaftliche Antwort erfordert, die von Shaviv & Veizer. Diese Veröffentlichung macht in Deutschland die große Runde und könnte ein Klassiker für Klimaskeptiker werden…”

    Ich bitte um Aufklärung. In diesem Zusammenhang würde sich das von Ihnen geschriebene nämlich im neuen Licht darstellen.

    • Das Erste höre ich zum ersten mal – wer behauptet das? Warum sollte ich etwas dagegen haben, wenn jemand meine Publikationen verteilt?
      Das Zweite ist korrekt – ich halte es seit jeher für sinnvoll, auf fragwürdige Skeptikerthesen eine wissenschaftliche Antwort zu geben. Das haben wir ja in dem Fall auch in Eos getan, der Artikel ist oben in meinem Beitrag verlinkt.

  2. Herr Prof. Rahmstorf, 1. habe ich über Eike in den Kommentaren zur Anhörung im Bundestag entnommen. Herr Limburg war mit Herrn Shaviv mit dabei und hat dies offenbar von Herrn Shaviv mitgeteilt bekommen.

    Sie scheinen offenbar öfter zu Klagen, oder Schreiben zu verschicken, wie ich den Kommentarbereich bei Eike entnehme?

    Oder Mails mit Ihren Kollegen?

    Wie auch immer, bei mir kommt damit der Eindruck auf, dass Sie einen persönlichen Feldzug gegen “Klimaleugner” führen, anstatt auf der Sachebene zu argumentieren?

    • Tatsächlich tausche ich mich öfters per Mail mit Kollegen aus. Geradezu täglich! Ansonsten sind Ihre Informationen falsch. Ich habe noch niemals in meinem Leben jemanden verklagt. Vielleicht sollten Sie einmal über die Zuverlässigkeit Ihrer Quellen nachdenken? Mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung mit “Klimaskeptikern” haben mich gelehrt, dass man mit der Nullhypothese, dass ihre Behauptungen falsch sind, fast immer richtig liegt. Ob ich auf der Sachebene argumentiere kann jeder selbst beurteilen, indem er diesen Blog liest.

  3. Hallo Herr Rahmstorf,

    ich hoffe seit vielen Jahren, dass ein derartiger Artikel irgendwann nicht mehr nötig wäre. Aber die Dummen (ob nur borniert oder doch bezahlt) sterben anscheinend nicht aus. Das ist bitter. Umsomehr bewundere ich Ihren (und Ihrer Kollegen) jahrzehntelangen Kampf gegen die sogenannten Fakten der Klimaleugner.

    Anscheinend haben diese jetzt in der AfD eine politische Basis gefunden, auf der schon seit Jahren mit Fakenews “erfolgreich” gearbeitet wird. Ich könnte brechen.

  4. Als Jugendlicher würde mich mal interessieren, wie es sein kann, dass unsere Zukunft schlicht für ein billiges Hier und Jetzt geopfert wird, ohne dass wir, die globale Jugend, irgendwo Gerechtigkeit, bzw. juristische Verantwortlichkeit einfordern können. Leute, wie dieser Shaviv, die AFd aber auch Manager der Energieunternehmen wie RWE, der Automobilbranche wie VW, Mercedes usw… wissen doch ganz genau wie der Hase läuft. Wieso also hasst man die kommende Generation, inklusive der eigenen Kinder derart? Was verdammt noch mal haben wir euch eigentlich getan, dass ihr diesen Planeten als eine entgleiste Müllhalde hinterlasst, in der wir uns um Wasser und Nahrung unter den Bedingungen des Klimawandels streiten dürfen?
    Ich mache keinen Führerschein, ich esse kein Fleisch und haben schon vor zwei Jahren meinen Eltern gesagt, dass ich keinen Bock auf Urlaub habe, es sei denn ich fahre mit dem Fahrrad oder laufe irgendwo hin.

    Wundert euch nicht, wenn die Wut steigt und so etwas wie die Nürnberger Klimaprozesse irgendwann besonders Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen! Für mich sind diese Leugner nichts anderes als Klimafaschisten, die den Tod von Tausenden von Menschen in Kauf nehmen. Die AFD will keine Flüchtlinge? Dann soll sie Fluchtursachen bekämpfen, der Klimawandel ist eine davon. Niemand flieht freiwillig.

  5. @Martin Hesse: es ist doch vielmehr so, dass Prof. Rahmstorf seit vielen Jahren hier sachlich den Laien deren Denkfehler aufzeigt, und er im Gegenzug dafür unsachlich angegriffen wird. Selbst wenn Herr Rahmstorf privat ein klagewütiger Bürger wäre, was offenbar nicht der Fall ist: wissenschaftliche Aussagen werden dadurch nicht falsch. Begeben Sie sich doch besser wieder auf die Sachebene und erklären uns, wo die Fachwelt mit der Kritik an Shavivs Aussagen falsch liegt.

  6. Vielen Dank für den informativen Blogbeitrag. Solche Beiträge sind angesichts der Desinformationskampagnen von Heartland/EIKE & Co wichtig und hilfreich. Wie sich die Parteinahme der AfD für die “Klimaskeptiker” auswirkt, bleibt abzuwarten, vielleicht stellt sich das mit der Zeit auch als allgemeinverständliches Spinnersiegel heraus.

  7. Ihre Ausdauer und Beharrlichkeit, Herr Rahmstorf (und, in Anbetracht des Unsinns mit dem Sie konfrontiert sind, würde ich sogar sagen, Gelassenheit und Höflichkeit), ist bewundernsert.

  8. Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,
    zu Ihrer Hockeyschlägerkurve:

    Die Pages-2k-Kurve zeigt, dass die globalen Temperaturen vor gut 1000 Jahren so hoch waren wie heute:
    https://media.nature.com/lw685/nature-assets/ngeo/journal/v8/n12/images/ngeo2566-i2.jpg

    Was Sie daraus machen, ist im wesentlichen das gleiche wie in Ihrem Artikel von 2013:
    https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/palaeoklima-das-ganze-holozaen/

    Sie stückelten völlig inhomogene Datensätze zusammen und verglichen Äpfel mit Birnen. Damals war es Ihnen auch egal, dass Sie (bzw. Marcott et al.) mit dem damaligen Vergleich das Abtasttheorem von Shannon verletzen, was vielleicht für die Stimmungsmache gut ist, aber in einer wissenschaftlichen Arbeit nichts verloren hat. Meinen Protest hatten Sie jedenfalls beiseite gewischt.

    Was mir auch auffällt:
    Ihre NASA-Ergänzung tragen Sie zwischen 1973 und 2016 ein und suggerieren in diesem Zeitraum einen Anstieg um mehr als 0,8 Grad. Diese Kurve endet mitten im Super-El-Nino von 2015/2016. Dass sich die globale Temperatur seitdem um mehrere zehntel Grad verringert hat, bleibt außen vor:
    http://woodfortrees.org/plot/gistemp/from:1970
    Eine “druckfrische” Ausgabe einer Publikation sollte hier etwas aktueller sein.

    Ich würde es begrüßen, wenn Sie in Ihrem Blog etwas weniger dramatisch auftreten.
    Ich als Physiker habe jedenfalls eine etwas andere Auffassung von der Darstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse.
    Und nein, ich bin kein Klimaleugner, sondern ein Skeptiker – eine essentiell wichtige Grundhaltung für wissenschaftliches Arbeiten.

    • Lieber Herr Kohl, Sie beziehen sich hier auf die alte PAGES Arbeit von 2013 – was in unserem Buch gezeigt ist, ist die neuere Rekonstruktion die 2017 in Nature Scientific Data publiziert wurde. Die von mir gezeigten NASA-Daten der globalen Temperatur reichen bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich die Grafik erstellt habe, nämlich diesen Juli. Wenn Ihnen das Resultat nicht gefällt, können Sie gerne ein Zehntel abziehen wegen El Niño, aber das ändert am Gesamtbild nichts – und schon gar nicht an meiner Aussage, um die es hier geht, nämlich dass die PAGES Rekonstruktion die alte Mann-Kurve bestens bestätigt.

  9. Herr Martin Hesse, sind Sie der namensgleiche MdB der AfD?
    Warum muss man immer wieder feststellen, dass es stets um Gerüchte und Schmutzkampagnen geht, wenn einer der AfD ler oder ihre Anhänger in Kommentaren etwas beitragen?
    Wenn Sie schon von einem “Feldzug” reden, dann ist es die AfD, die sich von EIKE hat kaufen lassen und damit ihre Beteuerungen, es ginge der AfD um die Zukunft der Kinder, konterkarieren. Das gleiche mit der absurden Kampagne “Diesel ist Super”. Die AfD ist eben nicht die Partei der “Kleinen Leute”, sondern die Partei von Kapitalinteressen. Über das Netz der Pseudo-Bürgerinitiativen aus den Kreisen der Anti-EEG /”Windwahn”/ pro Atom -und fossile Brennstoffe-Bewegung wurde auch schon mehrfach aufgeklärt – AfD Funktionäre sind direkt involviert. Fragen Sie ihren Kollegen Blex, falls Sie der MdB Martin Hess sind.

  10. Ursula Leicht
    die AfD ist nicht die Partei der kleinen Leute. Diese Aussage kann man nicht oft genug wiederholen.
    Der Klimawandel ist Realität, selbst die Bauern sagen: “So einen Sommer haben wir noch nie erlebt.”
    Ein Dank an Herrn Rahmstorf: Bleiben Sie widerständig!

  11. Lieber Herr Prof. Rahmstorf,
    nein, es handelte sich um das Corrigendum vom Nov. 2015 (https://www.nature.com/articles/ngeo2566).
    Da die Revision von 2017 (https://www.nature.com/articles/sdata201788) keine wesentlichen Änderungen im Kurvenverlauf zeigte (und damit auch Ihre Grafik), nahm ich mir die Freiheit, die Grafik von 2015 zu verlinken, um den Pages-2k-Kurvenverlauf zu verdeutlichen.

    Zur NASA-Kurve:
    Ich habe Ihre Grafik vermessen und komme auf das Jahr 2016 als Endpunkt. Gerade habe ich es nochmals kontrolliert. Dieser Endpunkt liegt mitten im El Nino. Von einem Zehntel Grad Abzug kann keine Rede sein.
    Es geht im übrigen auch nicht darum, ob mir ein Ergebnis “gefällt” (ich weiß nicht, ob Sie mir damit etwas unterstellen wollen). Ich bevorzuge ergebnisoffene Forschung, nicht die Bestätigung eigener Vorurteile.

    • Der höchste Punkt meiner Kurve ist natürlich 2016. 2017 war dann genau 0,10 °C kühler als 2016 in den NASA-Daten, und das bislang wärmste Jahr ohne El Niño seit Beginn der Aufzeichnungen. Was ist ihr Punkt?

  12. Danke für den Artikel.
    Ich habe nur eine kleine Anmerkung. Abb. 5 in diesem Artikel scheint nicht die neueste Version zu sein, da die Grafik auf ihrer Webseite noch neuere Datenpunkte am Ende mehr zeigt. Dies ändert natürlich nichts am Gesamtbild, das die Sonne als Ursache für die globale Erwärmung ausgeschlossen werden kann.

  13. Stefan Rahmstorf
    betrifft die globale Temperatur.
    Damit ist doch sicher die Temperatur der Luft gemeint?
    Die Temperatur ist nur begrenzt aussagekräftig. Wäre es nicht genauer, den Energiegehalt der Luft zu ermitteln, also inklusive der Luftfeuchtigkeit?

  14. Vielen Dank für den Artikel, Herr Rahmstorf, und Ihr wiederholtes Bemühen, solche Falschdarstellungen zu widerlegen.

    Ich finde Ihre Auseinandersetzung mit den Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens wie auch den Grundlagen der Physik des Klimawandels sehr wichtig. An Akteuren wie Nir Shaviv, seinen Auftraggebern und Jüngern finde ich aber nicht nur die Fragwürdigkeit dieser beiden Aspekte problematisch. Vor dem Hintergrund der Arbeiten des Stockholm Resilience Centres und auch des wohl designierten PIK-Leiters Johan Rockström ist doch festzustellen, dass es neben dem Klimawandel zahlreiche andere “planetare Grenzen” gibt und die Ursachen (Energiehunger, Ressourcenhunger, usw.) sehr ähnlich sind. Aus meiner Sicht grenzt es bei den genannten Akteuren an Realitätsleugnung oder Hybris, hier nicht grundsätzlich das “Weiter so” in Frage zu stellen.

    So einleuchtend für mich das grundsätzliche Konzept der planetaren Grenzen, so wenig scheint es mir leider öffentlich bekannt. Das mag auch daran liegen, dass die jeweilige absolute Grenze selbst Fachleuten wenig sagt.

    Es wäre argumentativ, zu Bildungszwecken, für die Öffentlichkeitsarbeit äußerst wertvoll, wenn nicht nur die absolute Grenze definiert würde, sondern (exemplarisch) auch Zusammenhänge dargestellt und Synergieeffekte geschätzt werden könnten, d.h.: Was verursachen bestimmte Handlungen des Menschen (Regenwald abholzen, Ölsande abbauen, usw.) an CO2, Verlust an Artenvielfalt, Süßwasserverbrauch usw. Umgekehrt würde man die verschiedenen benefits sehen, wenn man die Ölsande im Boden lässt, den Regenwald stehen lässt usw..

    Der Vorteil: Man gewinnt mehr Zustimmung für bestimmte Entscheidungen, etwa von denjenigen, die erkennen, dass der Klimawandel eine Bedrohung für die Artenvielfalt darstellt und die Artenvielfalt als unabhängigen Wert auffassen (aber – leider – den Klimawandel für sich betrachtet, nicht als problematische Entwicklung ansehen) oder von Zahlenmenschen, die die akkumulierten Kosten von mehr Schadenswetterereignissen, Verlust an Artenvielfalt, des Süßwasserverbrauchs, … als Problem ansehen, aber die jeweiligen Kosten nicht relevant eingeschätzt hätten und die Zusammenhänge verkennen.

    Leider ist mir keine solche Darstellung dieser Zusammenhänge bekannt, schon gar keine allgemeinverständliche Zusammenfassung.

  15. Herr Rahmstorf,

    das Problem ist nicht eine politische Partei. Diese ist lediglich das Ergebnis eines heuchlerischen Systems, dessen etablierte »Fake News« seit vielen Jahren Informationsstandard sind. Siehe exemplarisch die Ausführungen zur deutschen alternativen Energiegewinnung*.

    Das analytische Problem beginnt mit der Wahl der Beobachtungszeiträume. Erdgeschichtlich sind ausgewählte Zeitfenster selbst in der Grössenordnung von 100 Jahren viel zu klein, um perspektivisch verbindliche Aussagen zu treffen.

    Wenn fast alle »Klimaforscher« einen menschengemachten Klimawandel erkannt haben, dann ist es an der Zeit, skeptisch zu werden. Phlogistontheorie und Epizykeltheorie waren auch einst Mainstreamwissenschaft. Irrationaler religiöser Glaube ist trotz wissenschaftlicher Aufklärung nach wie vor die weltmachtbestimmende Nummer Eins.

    Zur Grundfrage
    Der menschengemachte CO2-Ausstoß ist von der Menge der Erzeuger und deren Industrialisierungsgrad abhängig. Waren es Anfang 1900 ca. 1,65 Milliarden Menschen, sind es derzeit ca. 7,6 Milliarden. Tendenz steigend. Wenn das menschliche Wirken einen signifikanten Einfluss auf das globale Klima hat, dann ist festzustellen, daß der mit Abstand größte „klimaschädliche“ Aspekt der Mensch selber ist, was grundsätzlich selten bis gar nicht kommuniziert wird. Eine Reduktion der Weltbevölkerung durch stark verminderte Reproduktionsraten ist der effizienteste „Klimaschutz“. Siehe exemplarisch …education and government recommendations miss the most effective individual actions … The climate mitigation gap

    *„Die Förderung erneuerbarer Energien wird einen Haushalt nur einen Euro im Monat kosten – so viel wie eine Kugel Eis.“ verkündete 2004 der damalige deutsche Umweltminister, Jürgen Trittin. In Wirklichkeit hat sich die monatliche Stromrechnung für deutsche Haushalte seit 2000 etwa verdoppelt. Elektrizität ist in Deutschland für Konsumenten mit fast 30 Cent je Kilowattstunde sogar um die Hälfte teurer als im Hochpreisland Schweiz

    Während der Frostwetterperiode wurden im Zeitraum 16. bis 26. Januar 2017 von den über 26.000 Windenergieanlagen mit einer installierten Nennleistung von 50 Gigawatt nur minimale Leistungseinspeisungen für die Stromversorgung bereitgestellt. Kernenergie-, Kohle- und Gaskraftwerke übernahmen fast vollständig die Stromversorgung in Deutschland.

    Wer es noch genauer braucht um den gelebten Realitätsverlust zu begreifen: Am 24.1.2017 um 7.00Uhr war die Stromnachfrage (Netzlast) 70 GW hoch. An Photovoltaik und Windkraftanlagen sowie Wasserkraft standen rein theoretisch 89,5 GW Kapazität zur Verfügung. Die tatsächliche Erzeugung am 24.1.2017 um 7.00Uhr von Photovoltaikanlagen lag bei Null, die der Windkraftanlagen bei 0,8 GW. Die thermischen Kraftwerke, vornehmlich Kohle, Gas und Kernkraft waren hoch ausgelastet und gewährleisteten die Versorgungssicherheit.

    Dieses Beispiel zeigt, ohne Wenn und Aber, die brachiale Wahrheit, daß die deutsche Stromversorgung zwingend zwei Systeme erfordert. Ohne „konventionelle“ regelbare und jederzeit verfügbare Kraftwerke, gäbe es gar keine parallele alternative Energieversorgung in Deutschland, diese jedoch hatte und hat ohne lokal vorhandene Energiezwischenspeicher keine Daseinsberechtigung. Das Standardmodell der deutschen alternativen Energieversorgung (SddAEV) ist untauglich. Wenn man das nun mit der Lügen-Propaganda der Macher und Nutznießer des SddAEV und der tendenziell positiven Volksmeinung vergleicht, wird klar, wie katastrophal ausweglos die Situation mittlerweile in Deutschland ist.

    U.a. das Thema Braunkohle in Deutschland verdeutlicht die Diskrepanz zwischen politischer Propaganda (der Volksvertreter, …es darf gelacht werden) und der Realität des Nichthandelns. Die Nettostromerzeugung aus Kraftwerken zur öffentlichen Stromversorgung, das ist der Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, wurde 2017 zu 24,3% aus Braunkohle “realisiert”. Der lokale Erhalt der damit in Verbindung stehenden Arbeitsplätze „reicht“ bereits aus, um CDU, SPD und „Grüne“ als unglaubwürdig zu identifizieren.

    Mir ist es schleierhaft, wie jemand die dafür verantwortlichen „etablierten“ Parteien (noch) wählen kann. Die AFD ist ein Vehikel des Protestes.

    Wenn Sie glauben, daß der Klimawandel menschengemacht ist, dann engagieren Sie sich jetzt für eine deutliche Reduktion der Weltbevölkerung und überzeugen Sie so viele wie möglich von dieser Maßnahme.

  16. Ein Freund von mir ist Klimaleugner er fragte mal:
    Was ist die optimale Temperatur?

    Ich musste zugeben, dass einfach die negativen Folgen zu addieren und die positiven wegzulassen nicht sehr wissenschaftlich ist.
    Vielleicht könnten sie Herr Prof Rahmstorf, als mein Klima-Sensei, mich erleuchten?

    • Die optimale Temperatur ist die, die in den vergangenen Jahrtausenden herrschte, denn an die sind wir hochgradig angepasst. Unsere Städte sind dort, wo in der Vergangenheit die Küstenlinie war, unsere Agrarpflanzen und Ackerflächen sind an dieses Klima angepasst etc. etc.

  17. Nein ist bin nicht der Martin Hesse MdB von der AfD. Gibt es den überhaupt? Habe den im Netz nicht gefunden.

    Noch kurz zu den Fakten. Zur Sachebene.

    1. Die Szenarien von Hansen 1988 lagen weit daneben und mit einer Klimasensitivität von 3,5°C viel zu hoch.

    2. Der Hockeystick von Mann 1998/99 wurde 1980 abgeschnitten, da die Proxydaten am Ende keinen Anstieg zeigten. Briffa hat gar 1960 abgeschnitten. Angehängt wurden daran Wetterdaten/ -temperaturen von Wetterstationen, die viel größere Ausschläge zeigen als die Proxydaten, die gemittelt werden.

    3. Herr Rahmstorf zeigt in seiner Temperaturgrafik nicht, dass die Globaltemperatur in den letzten 2 Jahren von 1°C auf 0,8°C Temperaturanomalie zurückgegangen ist, gemäß NASA.

    4. Ebenfalls zeigt er nicht, dass der Korellationskeoffizient zwischen CO2 und Temperatur sehr gering ist und das in den letzten knapp 1. Mio. Jahren das CO2 immer der Temperatur gefolgt ist und nicht umgekehrt. (Vostock).

    Das zu den Fakten.

    • Was Sie hier Fakten nennen sind zumeist altbekannte “talking points” der “Klimaskeptiker”, und nahezu alles ist falsch oder irreführend (z.B. trifft der letzte Punkt auf die lokale Temperatur in der Antarktis zu, für die globale Mitteltemperatur gilt das Gegenteil). Unsere Leser können Sie sicher auf die entsprechenden Quellen und Belege hinweisen.

  18. Unsere Küsten sind durch den steigenden Meeresspiegel bedroht, Wälder brennen und Ernten vertrocknen wegen der Dürre, die zunehmenden Extremregen überfluten Städte und Dörfer, Hitzewellen töten Menschen (die Hitze 2003 kostete Europaweit 70.000 Menschenleben). Und nicht zuletzt treibt die fortschreitende Erwärmung immer mehr Menschen gerade aus trockenen und heißen Klimazonen infolge von Missernten in die Flucht. Klimaschutz ist auch Heimatschutz.

    Ihr Engagement für den Kampf gegen die Klimaerwärmung in Ehren, Herr Rahmstorf, aber müssen Sie “denn so auf den Putz hauen”? Irre ich mich denn, dass der IPCC selbst wiederholt erklärt hat, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Klimaerwärmung und Naturkatastrophen nicht gesehen werden kann? Und glauben Sie denn wirklich, dass Migranten so massenhaft zu uns streben, weil es bei ihnen zuhause wärmer geworden ist, und nicht, weil sie von undemokratischen und meistenteils korrupten Regimen regiert werden, die ein lebenswertes Leben nicht möglich machen?

    • Der IPCC hat das keineswegs erklärt. Rekordhitze in den Monatsmitteln hat z.B. bereits um das Fünffache zugenommen. Und Klimawandel ist eine zunehmend wichtige Ursache von Migration, neben bewaffneten Konflikten etc.

  19. @Hesse: Ihre zweifache Verwendung des Wortes „offenbar“ ist entlarvend genug.

    @Walter: Vollendeter Unsinn!

    @Johansson: Hier, „Was ist Schwerkraft?“ erklärt für Kids:
    http://www.esa.int/esaKIDSde/SEMIWS5DIAE_Earth_0.html

    @Leicht: Wer oder was sind denn diese „Kapitalinteressen“? Wir haben z.B. in Deutschland etwa 1500 Weltmarktführer und mir ist nicht bekannt, dass auch nur eines dieser Unternehmen die Brisanz des Klimawandels abstreiten würde.

    @Senser: Das gilt auch für RWE und Mercedes (eigentlich: „Daimler“) nicht!

    @Kuhn: Ihren letzten Satz halte ich inhaltlich für sehr wahrscheinlich! Ich würde seinen ersten Teil aber umdrehen, die Klimaskeptiker nimmt schon lange kein vernünftiger Mensch mehr ernst (vgl. @@Leicht und Senser).

    @Kohl: Immerhin hat Herr Rahmstorf Ihnen nicht sein Klima-für-Kinder-Buch als Lektüre empfohlen. Vielleicht hat er Sie aber auch als ganz hoffnungslosen Fall eingestuft!?

    @Neumann: Die Denkfehler beruhen letztlich nicht auf Laientum, sondern auf ideologischen Verirrungen!

  20. @Thomas Senser

    “… Leute, wie dieser Shaviv, die AFd aber auch Manager der Energieunternehmen wie RWE, der Automobilbranche wie VW, Mercedes usw… wissen doch ganz genau wie der Hase läuft. Wieso also hasst man die kommende Generation, inklusive der eigenen Kinder derart? Was verdammt noch mal haben wir euch eigentlich getan, dass ihr diesen Planeten als eine entgleiste Müllhalde hinterlasst, in der wir uns um Wasser und Nahrung unter den Bedingungen des Klimawandels streiten dürfen?…

    Wundert euch nicht, wenn die Wut steigt und so etwas wie die Nürnberger Klimaprozesse irgendwann besonders Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen!…”

    Auf einen solchen Kommentar habe ich eine gefühlte Ewigkeit gewartet. Danke dafür! Ich hoffe sehr, dass die Kinder und Jugendlichen dieser Welt aufstehen und unangenehme Fragen stellen und zwar so laut, wie es eben geht. Es geht gnadenlos um Eure Zukunft.

  21. Die Hauptursache für den Klimawandel ist offenbar so schlicht dass sie bisher alle übersehen haben.
    Nach dem Motto: der kleine Mensch kann auf der Erde nix kaputtmachen.
    Wegen der ganzen Widersprüche auch der “Klimakrieg”.

    Einfach mal diese ganz einfachen Zahlen nehmen und überlegen:

    Der bekannte Primärenergieverbrauch der Menschheit pro Jahr aktuell, und diese gesamte Energie wird final in Wärme! umgesetzt, die primär in die Troposphäre abgegeben wird:
    560 * 10^18 Joule pro Jahr

    Davon sind grob 85% nichtregenerativ, diese sind das Problem (betrifft auch die AKW etc ec):
    480 * 10^18 Joule

    Die Masse der Atmosphäre ist:
    5,13 * 10^18 kg
    Die Troposphäre (eher nur hier gibt’s Konvektion und Wasserdampf) macht wohl grob 90% davon aus, also
    4,6 * 10^18 kg

    Pro Jahr treffen also
    480 *10^18 nicht regenernative Joule auf (nur)
    __4,6 * 10^18 kg Troposphäre

    Also 104 J pro kg Troposphäre pro Jahr

    Nach der so mit einfachsten Gasgleichung (mit cp) ergeben sich also pro Jahr eine potentielle! Temperaturerhöhung der Troposphäre von 0,1K!
    Macht in 10 Jahre 1K etc.

    Hatte mal überschlagen, hoffe es ist nicht grundsätzlich falsch:
    seit dem “Rausschmiß aus dem klimatologischen Paradiese” (vorindustrielles Zeitalter mit nur geringen durchschnittlichen Temperaturänderungen seit 2000 Jahren und grob 13,6°C Durchschnittstemperatur) haben folgende Ursachen folgendes Temperaturerhöhungspotential:

    CO2 mit angehängtem Wasserdampf (letzterer wird ja in ähnlichen Stoffmengen bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen frei, hat aber das 25fache Treibhauspotential von CO2, wird leider nie bei den Treibhausgasen mit aufgeführt): +0,5K

    Schlichte Wärmezufuhr durch den gesamten nichtregenerativen Energieverbrauch: >+2,5K

    Gibt’s hier ein Problem mit meinem Gedankengang?

    Oder kennt jemand eine Wärmequelle mit noch größerem “Treibhaus”potential als 0,1K pro Jahr?

    Die Treibhauspotentiale der THGase “sättigen” sich ja mit steigendem Level immer mehr ab.
    Mehr Wasserdampf (der schafft ja primärst den natürlichen Treibhauseffekt) macht kaum noch etwas aus, mehr CO2 (das kann ja auch nur noch im atmosphärischen Fenster ein bißchen mehr bewirken) auch nur noch bedingt.

    • Ihr Denkfehler ist, dass Sie die Atmosphäre als geschlossenes System betrachten; sie ist aber natürlich zum All hin offen für Wärmeaustausch. Rechnen Sie mal die 560 * 10^18 Joule pro Jahr, die Sie oben angeben, in Watt pro Quadratmeter Erdoberfläche um. Und vergleichen Sie das mit dem Strahlungsantrieb von 2 Watt pro Quadratmeter durch die gestiegene CO2-Menge in der Atmosphäre.

  22. Die Naturgesetze kennen keine Gnade, keinen Aufschub, die Naturgesetze gewinnen immer, ganz egal, ob es dazu 100% wissenschaftlichen Konsens gibt oder nicht, die Naturgesetze interessieren sich nicht für Wirtschaft und Politik, nicht im Geringsten:

    ” 11.12.2018 – Kaum noch Chancen fürs Zwei-Grad-Ziel

    Welt steuert auf mindestens drei Grad zu – selbst mit umgesetztem Klimaschutz

    Die Chance, die Erderwärmung bis 2100 auf zwei Grad oder weniger zu begrenzen, liegt nur noch bei rund fünf Prozent, wie Klimaforscher ermittelt haben…”

    https://www.scinexx.de/news/geowissen/kaum-noch-chancen-fuers-zwei-grad-ziel/

    Also, liebe Leute bei EIKE, der AfD, dem Heartland Institute usw:

    Bis hierher tragen Sie bereits eine GEWALTIGE VERANTWORTUNG hinsichtlich der bewusst forcierten Sabotage der öffentlichen Klimadiskussion bzw Klimamitigation- ich bin heilfroh, dass ich DIESE Verantwortung nicht zu tragen habe. Mit jedem Tag, mit jedem Monat und Jahr, in dem die Öffentlichkeit aufgrund der pekuniären Interessen der fossilen Industrie irregführt und die Klimamitigation verzögert wird, steigt das Gewicht der Verantwortung, die Uhr tickt weiter und immer weiter:

    Tick, tick, tick, tick, tick….

    MfG,
    Nemesis

  23. Der IPCC hat das keineswegs erklärt. Rekordhitze in den Monatsmitteln hat z.B. bereits um das Fünffache zugenommen.

    Ja, sie hat zugenommen, aber auch so, dass ein statistisch signifikanter Zusammenhang zum menschengemachten Klimawandel auszumachen ist?

  24. @ Dirk Freyling: Ihr Beitrag ist ein wunderbares Beispiel, wie die politischen Präferenzen von manchen Menschen sie zu Klimaleugnern machen. Ihr Beitrag zeigt geradezu idealtypisch, wie Sie den Klimawandel leugnen, um ein Argument gegen die ihrer Ansicht nach verfehlte Energiepolitik zu haben. Sie sind ein vehementer Gegner von erneuerbaren Energien, wissen aber, dass man diese braucht, um etwas gegen den Klimwandel tun zu können. Dieses Wissen bringt sie in einen innerlichen Konflikt, also leugnen sie den Klimawandel, womit die Notwendigkeit für den Ausbau der erneuerbaren Energien ihrer Meinung nach wegfällt. Ihr Argument ist rein politisch. Was sie in einer Klarheit gezeigt haben, die man so nur selten sieht. Herzlichen Glückwunsch, das war in diesem Fall tatsächlich ein lehrreicher Beitrag zu dieser Diskussion, auch wenn Sie das so wohl nicht geplant hatten.

  25. “Die optimale Temperatur ist die, die in den vergangenen Jahrtausenden herrschte, denn an die sind wir hochgradig angepasst. Unsere Städte sind dort, wo in der Vergangenheit die Küstenlinie war, unsere Agrarpflanzen und Ackerflächen sind an dieses Klima angepasst etc. etc.” Ist die optimale Temperatur jene, auf die sich das 2Grad-Ziel bezieht? Wie hoch ist die denn, bei der Anhörung hat Prof. Levermann meines Wissens keine Zahl genannt.

  26. Werner Kohl sagt:
    Was mir auch auffällt:
    Ihre NASA-Ergänzung tragen Sie zwischen 1973 und 2016 ein und suggerieren in diesem Zeitraum einen Anstieg um mehr als 0,8 Grad.

    ___________________________________________________________________

    Sehr geehrter Herr Kohl,
    was meinen sie mit “suggerieren”?
    Welcher Anstieg liegt denn denn ihrer Meinung nach tatsächlich vor?
    GIStemp zeigt für 1973 bis heute einen Anstieg von exakt 0,83 Grad.
    HadCrut4: 0,86 Grad
    Berkeley: ebenfalls 0,86 Grad
    MfG Frankfurter

  27. Sehr geehrter Herr Rahmstorf. Meine Familie und ich möchten uns herzlich für Ihren Einsatz gegen Klimaleugner wie Eike, die AfD und Exxon bedanken. Seit Jahren sind wir auch im Klimaschutz aktiv, sehen bei den Rechtsruck in Deutschland, in halb Europa und den USA und mit Putin aber keine Zukunft mehr für unsere Familie auf diesen Planeten. Es wird immer schlimmer, anstatt besser. In Anbetracht der Klimaprognosen des PIK sehen wir keine andere Möglichkeit als einen kollektiven Suizid in Betracht zu ziehen. Bitte teilen Sie uns mit, ob noch Hoffnung für den Planeten besteht. Ihre Familie Seifert.

  28. Verschiedene Abhängigkeiten in einem Diagrammm zu bringen, wo diese Zusammenstellung falsche Vorstellungen wecken kann, finde ich verwerflich. Shaviv macht das, indem er Schwankunkungen der Solarstrahlung mit Steilheitsschwankungen zusammen darstellt und die Änderung des Meeresspiegels unterdrückt.

    Aber auch Ihre Darstellung “(Fachausdruck: Strahlungsantrieb – RF) von 2 Watt pro Quadratmeter Erdoberfläche” halte ich nicht für zielführend, da der RF eine rechnerische Größe ist, weswegen man jetzt auch ERF einführt. Und diese Heizleistung kommt auch nicht auf die Oberfläche der Erde, sondern es wird ein ominöser Rückkopplungsfaktor dazwischen geschaltet. Erst mit beiden kommen beobachtbare Temperaturen zustande.

    Schon spätestens seit 1906 (Karl Schwarzschild) und 1908 (Ernest Gold) ist die Zweiteilung der Atmosphäre in Troposphäre und Stratosphäre bekannt. Die CO2-Konzentration in der Troposphäre spielt fast keine Rolle, da in der Troposphäre der Temperaturgradient adiabatisch bestimmt ist. Gold hat schon 1908 (und damals gab es keine instituellen Leugner) den Anstieg der Tropopause bei höherer CO2-Konzentration vermutet. Das ergibt sich rechnerisch entsprechend Schwarzschild und wird mit Wetterballons gemessen. Wegen des annähernd unbeeinflußten adiabatischen Temperaturgradienten in der Troposphäre steigt die Temperaturdifferenz zwischen Oberfläche und Tropopause.

    Diese steigende Temperaturdifferenz verteilt sich so zwischen Oberfläche und Tropopause, daß die Abstrahlung ins All weitgehend konstant bleibt. Und 40 Jahre Messungen in Hohenpeissenberg ergeben als Extrapolation eine Klimasensitivität von 3 K.

    • Die Rückkopplungen im Klimasystem sind nicht “ominös”, sondern vollkommen reale Physik und beobachtbar. Sie zu ignorieren wäre wissenschaftlich einfach falsch. Und bei Strahlungsantrieb kommt es auch gar nicht an, wieviel davon die Oberfläche erreicht und wieviel direkt die Atmosphäre heizt, denn es geht ja um den Anstieg der Lufttemperatur. Die untere Atmosphäre ist gut durchmischt.

  29. @Herrn Senser
    Ich werde nächstes Jahr 60 und stehe seit ca. 12 Wochen jede Woche 2 Stunden vor RWE Chemnitz (EnviaM, Innogy) mit einem Schild 1,2×1,3 m2 mit der Aufschrift:

    Bäume und Kinder
    oder
    SUV und Braunkohle

    Ich stimme Ihnen zu.
    Auch bezüglich des Urlaubs, wobei ich die Bahn einbeziehe. Es gibt eine neue Bewegung junger Leute, die von den Protesten um den Hambacher Forst herrührt. Ich bin dabei. Es ist Notwehr, ich habe eine dreijährige Tochter. Es ist mein erstes Kind.

  30. https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/nir-shaviv-erklaert-den-klimawandel-fuer-die-afd-im-bundestag/#comment-82646:

    Die optimale Temperatur ist die, die in den vergangenen Jahrtausenden herrschte, denn an die sind wir hochgradig angepasst.

    Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,
    das ist eine bemerkenswerte Aussage, herrschten doch während eines Großteils des Holozän global höherere Temperaturen als heute:
    https://andymaypetrophysicist.files.wordpress.com/2017/06/060917_1702_aholocenete4.png

    Oder ist diese Grafik falsch?

    • Zumindest fehlt dieser Grafik eine Quellenangabe aus der Fachliteratur, ohne die man sie nicht beurteilen kann, und die moderne globale Erwärmung ist nicht enthalten. Die weithin anerkannte Rekonstruktion von Marcott et al. zumindest legt das Gegenteil nahe, nämlich dass wir bereits heute über den Temperaturen des Holozänen Maximums liegen. Und selbst wenn wir der Grafik von diesem “petrophysicist” glauben, zeigt sie doch, dass wir auf jeden Fall schon vor Erreichen der 1,5-Grad-Grenze des Pariser Abkommens den Erfahrungsbereich des gesamten Holozän hinter uns gelassen haben werden.

  31. Stefan Rahmstorf
    Die Atmosphäre ist zum All hin offen…..
    diese Einsicht wäre doch ein geigneter Denkansatz die Polroute der Flugzeuge zu vermeiden. Wenn über den Polen weniger CO2 wäre, dann könnte dort die Wärmeabstrahlung wieder vergrößert werden.

  32. @Dirk Feyling
    “Wenn fast alle »Klimaforscher« einen menschengemachten Klimawandel erkannt haben, dann ist es an der Zeit, skeptisch zu werden.”
    So wie sich die Biologen zur Evolutionstheorie einig sind und zur Gravitationstheorie. Die Wissenschaftler sind sich in allen drei Fällen über die wesentlichen Grundzüge einig und diskutieren die Feinheiten. Da ist die Klimaforschung keine Ausnahme.

    Ich werde vor allem auf den Punkt des Bevölkerungswachstums eingehen:
    Wenn Sie sich die Daten anschauen in welchen Staaten die Bevölkerung wächst und wo hohe CO2-Emissionen sind, dann sehen Sie eine negative Korrelation.
    Die wachsende Bevölkerung führt also nicht automatisch zu bedeutend mehr Emissionen. Daraus erwächst aber die wichtige Entwicklungsaufgabe diese Länder ohne zusätzliche Emissionen zu entwickeln und die wirtschaftliche Entwicklung insgemsat von den Emissionen zu entkoppeln durch Einsatz von emissionsarmer Technologie (Wesentlich: Erneuerbare Energien, Kernenergie, Carbon-Cacture-and-Storage, Bioenergie). Wirtschaftliche Entwicklung ist dabei die Hauptursache für geringeres Bevölkerungswachstum und gleichzeitig Hauptursache für höhere Emissionen.
    Eine alleinige Bekämpfung des Bevölkerungswachstum erscheint dabei wenig erfolgsversprechend, da in der Vergangenheit vorallem wirtschaftliche und medizinische Entwicklung das Bevölkerungswachstum vermindert haben. Entsprechende Daten finden Sie z. B. auf: https://www.gapminder.org/tools/

  33. @Freyling vom 11. Dezember 2018: Die Strom-Zahlen von 2017 für D. sind folgende: 654800 GWh Bruttostromproduktion, davon 147500 GWh durch Braunkohle und 92600 GWh durch Steinkohle gedeckt. AKW mit 76300 GWh, und die werden – wie „vom Volk“ mit großer Mehrheit gewünscht, das ist zu akzeptieren! – abgeschaltet. Das allein zeigt die Dimension/Problematik der angestrebten Energiewende auf. So einfach, wie manche sich das vorstellen, geht eine praktische Umstellung auf
    100 % Erneuerbare ganz bestimmt nicht.

    Aber es kommt noch die anzustrebende sektorgekoppelte All-Electric-Society hinzu, mit der vor allem im Wärmebereich und im Verkehrsbereich CO2 eingespart werden kann/soll: Das sind dann im Bereich Elektro-PKW-Antrieb mindestens 128000 GWh Nettostromverbrauch zusätzlich. Die Steigerungs-Zahlen für Wärmepumpen, Power-to-Gas, synthetische Treibstoffe (ohne die es eben nicht ganz gehen wird), usw., habe ich aktuell nicht parat. Ich würde aber über den Daumen peilen, dass wir bis in einigen Jahrzehnten ggf. ca. 900000 GWh Bruttostrom produzieren müssen.

    Jeder realistisch veranlagte Mensch kann sich jetzt seine Gedanken machen! Insofern haben Sie mit Ihrer etwas verschwurbelten Analyse durchaus recht! Die AKW abzuschalten war ein großer Fehler, dadurch wird z.B. aktuell ein notwendiger, schneller und auch symbolträchtiger Ausstieg aus der Braunkohle verhindert.

    Den Strompreis mit ca. 30 Cent/kWh halte ich für angemessen. Dadurch werden externe Kosten in Höhe von mindestens 7 Cent (ohne Klimaschäden!) internalisiert und es werden die richtigen Lenkungssignale ausgesandt. Die Strom-Einsparmöglichkeiten sind im Bereich Haushalte – durch effiziente Geräte und ein vernünftiges Verhalten – nicht ansatzweise ausgeschöpft, grundsätzlich muss Sozialpolitik über Transfereinkommen organisiert sein und nicht über die Energiepolitik.

    Entscheidungsrelevante Kosten sind stets Plankosten, in der Vergangenheit fixierte Beträge sind sog. „versunkene Kosten“. Diese (im konkreten Fall verursacht durch hohe EEG-Vergütungsansprüche vergangener Jahre, sie werden in den nächsten Jahren aus der Umlage rausfallen), sind aus den 30 Cent herauszurechnen. Um die Zukunft geht es, und nicht um die Vergangenheit!

    Klimaskeptiker, die durch den Strompreis zu verarmen drohen, hätten einen anständigen Beruf lernen sollen, dann müssten sie jetzt nicht als Rentner am Hungertuch nagen (jedem Klimaskeptiker, der sich hier im Forum mit Namen, Adresse und Kontonummer meldet, werde ich einen Stromkosten-Zuschuss überweisen).

    Ich hätte hier zu diversen Themen gerne eine differenzierte Diskussion, die der Komplexität der Sachverhalte angemessen ist. Dazu noch zwei (von vielen möglichen!) Anmerkungen:

    (1) Die Erneuerbaren sind eine gigantische Erfolgsgeschichte. Sieht das irgendjemand anders?

    (2) Wenn ein Herr Michael Ziesemer über die anzustrebende CO2-Reduktion bis 2050 feststellt: „Wir können das 80-Prozent-Ziel schaffen, ohne uns dabei zu überheben“, „die Technik dafür“ stünde „schon heute zur Verfügung“, dann ist es der Präsident des ZVEI, ein ehemaliger Top-Manager eines Weltmarktführers, der das aussagt – dessen Meinung allein wiegt mehr als die ewig gleichen destruktiven Statements von 1000 Klimaskeptikern!

    Hier noch ein Link zur BDI-Studie „Klimapfade für Deutschland 2050“:

    https://www.zvei.org/fileadmin/user_upload/Presse_und_Medien/Publikationen/2018/Januar/Klimapfade_fuer_Deutschland_BDI-Studie_/Klimapfade-fuer-Deutschland-BDI-Studie-12-01-2018.pdf

  34. Hallo Thomas Senser (dein Post vom 10. Dezember 2018, 18:06),

    als bekennender und manchmal auch noch aktiver “Alt-68er” nehme ich mir die Freiheit, trotzdem noch mal einen Senioren-Rat abzugeben. D. h. sich entweder selbst massiv einzumischen (nur ein aktuelles Beispiel ist der Hambacher Forst) oder zumindest so früh wie möglich juristisch gegen das bezahlte Pack der Klimaleugner und ihrer ahnungslosen Handlanger vorzugehen. Dein Verweis auf die “Nürnberger Prozesse” ist ein Beispiel dafür, dass sich ein großer Teil der verantwortlichen Funktionäre ansonsten in den nächsten Jahrzehnten in irgendwelche Drittländer (ohne einen Auslieferungsvertrag) oder in die Nichtverhandlungsfähigkeit vor einem deutschen oder internationalen Gericht flüchten würden.

    Also alles Gute und viel Erfolg für deine Zukunft und die deiner Kinder, Enkel, …..

    Robert Kühn

  35. Dirk Freyling sagt:
    11. Dezember 2018 @ 14:04

    “das Problem ist nicht eine politische Partei. Diese ist lediglich das Ergebnis eines heuchlerischen Systems, dessen etablierte »Fake News« seit vielen Jahren Informationsstandard sind. Siehe exemplarisch die Ausführungen zur deutschen alternativen Energiegewinnung*.”
    _______________________________________________________________________
    Sehr geehrter Herr Freyling,
    was verstehen Sie denn unter “deutscher” alternativer Energiegewinnung? Was unterscheidet diese denn von französische oder spanischer alternativer Energiegewnnung?
    Wer heuchelt denn inweifern und was sind die “etablierten Fake-News”?
    _____________________________________________________________

    In Wirklichkeit hat sich die monatliche Stromrechnung für deutsche Haushalte seit 2000 etwa verdoppelt. Elektrizität ist in Deutschland für Konsumenten mit fast 30 Cent je Kilowattstunde
    _______________________________________________________________________
    Herr Freyling, ihnen ist anscheinend nicht klar, dass auch vor der Energiewende die Strompreise beständig gestiegen sind.
    Alleine durch eine Inflation von 2%/anno ergibt sich eine nominale Preiserhöhung von 15 ct auf 21,9 ct. Blieben als reale Erhöhung also lediglich 37%; nicht 100%. Und diese reale Erhöhung wird großteils, wenn nicht gänzlich, aufgefangen durch die enorme Effizienzsteigerung der wichtigsten Verbraucher.

  36. Die “erneuerbaren Energien” sind ein gigantisches Desaster. Glaube nicht, dass das in Anbetracht der Tatsachen jemand anders sehen kann. Stromkosten zu den Sternen, CO2 trotzdem gestiegen (hingegen z.B. in den USA stark gesunken, ohne EE, allein durch Umstieg von Kohle auf Gas), Natur mit Industrieanlagen zerstört, Lebensqualität für Mensch und Tier schwer geschädigt. Und in 20 Jahren, wenn richtige neue Energien zur Verfügung stehen, ist das alles Schrott, der die Landschaft kontaminiert.

    Es wird außerdem nicht klar, warum 2 Grad K globale Temperaturerhöhung außerhalb menschlicher Zumutbarkeit liegen soll, wo der Mensch aktuell in einer Temperaturbandbreite von mindestens 70 Grad K lebt. Das Meeresspiegelargument ist dabei auch nur ein halbes, weil es den Zugewinn an nutzbarer Landfläche durch die Erwärmung einfach ausblendet.

    Die ganze Diskussion ist überhaupt nicht nachvollziehbar. Ich kann das alles nur noch als aggressive Volksverdummung einstufen, die von einer bösartig gewordenen, menschenfeindlichen Aristokratie aus Politik, Medien, Akademia und Celebrities im Krieg gegen die Working Class betrieben wird. Siehe auch all die anderen Feldzüge zur Einschränkung der Lebensqualität und Erhöhung der Lebenshaltungskosten, die die Talking Class gegen die Working Class betreibt. Und selber jeder von denen einen ökologischen Fußabdruck wie ein Öltanker.

    • Klimaschutz sollte gerade nicht auf Kosten der “Working Class” oder der finanziell Schwächeren betrieben werden – das ist seit langem die Position unseres Instituts. Deshalb hat z.B. unser neuer Direktor kürzlich in einer Studie mit dem Stockholm Resilience Center empfohlen, die Reichsten 10 % der Weltbevölkerung stärker zu besteuern, die derzeit rund die Hälfte des globalen Einkommens beziehen und 85% des Vermögens besitzen, und damit die Rettung des Klimas zu finanzieren. Im übrigen unterschätzen die Folgen einer Erwärmung um 2 Grad gewaltig, ebenso wie das Potenzial der erneuerbaren Energien. Welche “richtigen neuen Energien” stehen uns denn in 20 Jahren zur Verfügung, etwa die Kernfusion?

  37. Mark
    12. Dezember 2018 @ 17:02
    Ist die optimale Temperatur jene, auf die sich das 2Grad-Ziel bezieht? Wie hoch ist die denn, bei der Anhörung hat Prof. Levermann meines Wissens keine Zahl genannt.
    ___________________________________________________________________________
    Ca 0,9 Grad unter der heutigen.
    MfG Frankfurter

  38. Wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass in unserer wissenschaftlich aufgeklärten Zeitalter Strömungen und Parteien es bis in Parlamente und Ämter schaffen, die klaren Erkenntnissen der Wissenschaft offen entgegentreten, und dass die Wissenschaft sich in weiten Teilen der Öffentlichkeit ganz von vorn erklären muss. Man kann über die Klimapolitik von Frau Dr. Merkel sagen was man möchte (links blinken, rechts abbiegen), aber wir werden uns noch nach den Zeiten zurücksehen, in denen eine Atomphysikerin Kanzlerin sein konnte.

  39. Die weithin anerkannte Rekonstruktion von Marcott et al. zumindest legt das Gegenteil nahe, nämlich dass wir bereits heute über den Temperaturen des Holozänen Maximums liegen.

    Werter Herr Prof. Rahmstorf,
    Sie sind – genau wie ich – Physiker. In meiner Ausbildung an der exzellenten Universität Würzburg lernte ich die Grundlagen der Signalanalyse kennen, insbesondere die beiden Grenzfrequenzen, die den Bereich festlegen, innerhalb dessen Analysen digitaler Signale möglich sind:

    – die Nyquist-Frequenz fmax (https://de.wikipedia.org/wiki/Nyquist-Shannon-Abtasttheorem), die aus der Abtastrate resultiert. (fmax = 2*Abtastrate; f = fmin)

    Der Vergleich von Proxydaten mit aktuellen Temperaturen in der Publikation von Marcott et al. verletzt das Abtasttheorem von Nyquist/Shannon. Darauf hatte ich Sie bereits in Ihrem Blog hingewiesen. Ein so schneller Temperaturanstieg wie im 20. Jhdt. wäre in den Sedimentdaten nicht nachweisbar gewesen, da diese Proxys eine sehr viel gröbere zeitliche Auflösung aufwiesen. Marcott:

    “We showed that no temperature variability is preserved in our reconstruction at cycles shorter than 300 years, 50% is preserved at 1000-year time scales, and nearly all is preserved at 2000-year periods and longer”

    Auch der von Ihnen zitierte Test von Foster (Tamino), ob potentielle Spikes in den Sedimentdaten theoretisch nachweisbar sein könnten, war deshalb zum Scheitern verurteilt, weil er die zufälligen Spikes in einzelnen Sedimentdaten anbringen hätte müssen, nicht in der Gesamtkurve. Damals wies ich auch darauf hin, dass in der (im Übrigen sehr interessanten und guten) Dissertation von Marcott einige der räumlich voneinander getrennten Einzelkurven tatsächlich Spikes aufwiesen. Diese hatten aber offenbar weder Sie noch Foster gelesen.

    Die Dissertation war exzellent, die Publikation von Marcott et al. war wissenschaftlich nicht haltbar. Warum Sie gerade diese Publikation als beispielhaft ansehen, erschließt sich mir nicht.

    Ein Beispiel für die Verletzung der unteren Grenzfrequenz ist übrigens die in der Presse stark beachtete und zitierte Arbeit von Nerem et al. (“Climate-change–driven accelerated sea-level rise detected in the altimeter era”). Ausgehend von einer Auswertung über einen Zeitraum von 25 Jahren (1993-2018) wurde der Verlauf des Meeresspiegelanstiegs bis zum Jahr 2100 extrapoliert. Bei einer Aufzeichnungsdauer von 25 Jahren können keine periodischen Vorgänge erfasst werden, deren Periodendauer >25 Jahre ist. Multidekadische Phänomene wie AMO oder PDO können dabei nicht berücksichtigt werden. AMO selbst befand sich dem Referenzinterval übrigens im ansteigenden Ast.
    Damit ist es naheliegend, dass Nerem et al. – zumindest teilweise – den ansteigenden Ast einer Sinuskurve extrapolierten.

    Die Publikationen von Marcott et al. sowie Nerem et al. haben beide das Peer-Review-Verfahren durchlaufen. Beide verletzen grundlegende Bedingungen der Signalanalyse.
    Ist das der Standard der modernen Klimaforschung?

    • Bezüglich der Marcott-Studie müssen wir verschiedener Meinung bleiben. Ich hatte in meinem damaligen Artikel drei Gründe genannt, weshalb ich es für praktisch sicher halte, dass es eine so rasche Erwärmung noch nicht gab. Grant Foster hat Spikes in einzelnen Daten untergebracht, nicht in der Gesamtkurve – um das zu sehen hätten Sie nur meinen Blog lesen müssen, nicht einmal seinen Originalartikel.
      Was Nerem-Studie betrifft habe leider manche Medien (und Sie offenbar auch) die Extrapolation als Projektion falsch interpretiert, in der Originalstudie ist davon nicht die Rede, und eine solche Art der Projektion wäre natürlich auch nicht sinnvoll. Nerem bringen das einfach nur als Rechenbeispiel, um die abstrakte Beschleunigung in etwas Greifbares zu übersetzen, mit der Aussage: wenn diese Beschleunigung so konstant weiterginge, dann würde dies bis 2100 soundsoviel bringen. Es ist ein rein hypothetisches Beispiel, keine “Verletzung der Signalanalyse”.

      p.s. Sie schulden mir noch die wissenschaftliche Quelle der von Ihnen verlinkten Grafik.

  40. Antworten
    Stefan Rahmstorf 12. Dezember 2018 @ 12:35
    “Die optimale Temperatur ist die, die in den vergangenen Jahrtausenden herrschte, denn an die sind wir hochgradig angepasst. Unsere Städte sind dort, wo in der Vergangenheit die Küstenlinie war, unsere Agrarpflanzen und Ackerflächen sind an dieses Klima angepasst etc. etc.”

    Herr Rahmstorf, Sie sind der Frage ausgewichen. Daher erlaube auch ich mir, Sie zu fragen: Welche Temperatur bzw. welchen Temperaturbereich halten Sie für die “optimale” Temperatur, angegeben in °C?
    Ich darf noch ergänzen, welchen CO²-Gehalt Sie als optimal erachten? Angegeben in %.

    • Wie ich bereits versucht habe zu erläutern, gibt es keine optimale Temperatur und auch keinen optimalen CO2-Wert, sondern optimal für die menschliche Zivilisation ist ein stabiles Klima. Probleme entstehen durch zu große und rasche Veränderungen. Das gilt übrigens nicht nur für die Menschen sondern auch für Ökosysteme, die natürlich auch bei 5 Grad höheren Temperaturen nicht schlechter gedeihen – wenn sie ein paar Millionen Jahre Zeit hatten, sich daran anzupassen.

  41. @von Oehsen: Was Sie in Ihren beiden Kurzbeiträgen an Behauptungen – natürlich ohne jeden Begründungszusammenhang! – bieten, ist schon sehr dürftig.

    Bei uns im Naturpark Südschwarzwald ist soeben eine Studie – leider noch nicht downloadbar, erste Informationen aber über: https://www.naturpark-suedschwarzwald.de/ – „Landschaft im Klimawandel“ erschienen, deren Ergebnisse es in sich haben: Für den Zeitraum 2071 bis 2100 wird z.B. für unsere Region prognostiziert, dass
    – artenreiche Borstgras- und Bergmähwiesen
    – subalpine Buchenwälder
    – bodensaure Nadelwälder
    – die gesamte Höhenlandwirtschaft
    erheblich durch den Klimawandel gefährdet sind (große Teile davon werden vermutlich ganz verschwinden). Das alles wird durch die zu erwartende Temperatursteigerung und die damit verbundenen jahreszeitlich verschobenen Niederschläge verursacht.

    Von Ihnen möchte ich mit Bezug auf Ihre beiden Beiträge (siehe oben) – sagen wir mal: für den Zeitraum 2050 bis 2100 und global betrachtet – gerne wissen:
    – Warum sind unsere Küsten nicht durch den steigenden Meeresspiegel bedroht?
    – Warum brennen wegen der Dürre Wälder nicht und warum überflutet zunehmender Extremregen
    nicht Städte und Dörfer?
    – Warum kosten zunehmende Hitzewellen nicht zehntausende von Menschenleben?
    – Warum treibt die fortschreitende Erwärmung nicht immer mehr Menschen (gerade aus trockenen
    und heißen Klimazonen) infolge von Missernten in die Flucht?
    – Warum ist Klimaschutz nicht auch Heimatschutz?
    – Warum gibt es keinen signifikanten (statistischen) Zusammenhang zwischen menschengemachter Klimaerwärmung, Rekordhitzen und Naturkatastrophen?
    -Warum streben Migranten nicht zu uns, wenn es bei ihnen zuhause erheblich wärmer wird?

    Einfach nur etwas hinauszuposaunen ist vor dem Hintergrund solch ernster Bedrohungen zu wenig, Herr von Oehsen!

  42. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ich verfolge die ganze Diskusion schon über Jahre und kann mich nur wundern.
    Mein guter Kindheits und Schulfreund dessen Familie seid x-generationen eine Gärtnerei führt die auch das tägliche wetter dokumentieren,hat mir gesagt das die beobachteten daten sich immer mal wieder zeigten in der vergangenheit und somit kein phänomen heutiger weniger jahrzente liegt.
    Noch viel deutlicher kann man solche phänomene aus alten Dorf und Stadtchroniken ziegen die teils 700 Jahre zurück reichen. In denen wurden schon kornblumenkränze tragende Mädchen beschrieben, im Januar Oder getreide das zum ostertag in den Ähren stande. Oder von einer völlig ausgetrockneten Donau die man zu Fuss durchquerte.

    Was alles in der welt war das?
    Damals lebten weniger wie 300 millionen Menschen. Heute lebt quasi an jeder Ecke ein Mensch.

    • Sie beziehen sich da allerdings auf lokale Schwankungen, die wesentlich größer sind als die der globalen Mitteltemperatur, denn reine Umverteilung von Wärme von hier nach dort durch Winde mittelt sich bei der globalen Mittelwertbildung heraus. Die Erkenntnis, dass die aktuelle globale Temperatur sehr wahrscheinlich die höchste seit rund 120 000 Jahren ist bezieht sich eben auf diesen globalen Mittelwert, sie gilt keineswegs für einzelene Orte.

  43. Es gibt schon reichlich seltsame Äußerungen hier – vor allem in Anbetracht einer Berufung auf eine Ausbildung im Gebiet “Physik”. Da wird eine Arbeit (Marcott et al., gilt aber wahrscheinlich auch für Shakun oder Mann oder sonstige paläoklimatologische Arbeiten) als “wissenschaftlich nicht haltbar” bezeichnet, obwohl es meiner (sicherlich und zugegeben bescheidenen) Kenntnis nach überhaupt keine validen, veröffentlichten und peer-reviewten Gegenmeinungen gibt – wie kann man so etwas dann nur einigermaßen ernsthaft als Meinung vertreten??

    Wie gezeigt mit einer “physikalischen” Behauptung, nämlich einem angeblichen Fehlen der Nachweismöglichkeit für einen “Spike” innerhalb einer gewissen Zeitspanne. Da fragt man sich dann schon, wie es zu einer solchen Behauptung überhaupt kommen kann (siehe Berufung auf “Autorität”). Denn mal angenommen, jetzt in diesem Augenblick würde der Eintrag aller “nicht-natürlichen” CO-Äquivalente aufhören für alle Zukunfte, was würde das für einen Paläoklimatologen in (sagen wir mal) 5.000 Jahren bedeuten? Denn die rund 150 Jahre bis zum “jetzt” könne er ja nach Meinung des Physikers nicht erfassen?

    Tatsächlich hätte der zukünftige Paläoklimatologe natürlich überhaupt keine Probleme, den “Spike” zu erkennen (wie jede Menge anderer “wobbles” auch) – denn natürlich würde es eine enorm lange Zeit brauchen, bis der Anstieg bis zum “jetzt” erdsystemisch wieder abgebaut sein würde. Nicht nur die genannten “300+/-” Jahre, sondern insgesamt gesehen (vom Beginn der Auffälligkeiten an bis zur vollständigen Rückkehr zum “Rauschen”) wären es leicht 1.000 Jahre und mehr. So etwas muss doch einer “Autorität” völlig selbstverständlich einsichtig sein.

  44. Warum ist Wasserdampf eigentlich ein Treibhausgas? Dass er IR-aktiv ist, ist das eine. Ist es nicht aber auch so, dass mehr Energie benötigt wird, um feuchte Luft zu erwärmen als um trockene Luft zu erwärmen? Dementsprechend müsste die Temperatur sinken, je mehr Wasserdampf in der Luft ist bei gleichbleibender Energiezufuhr. Wasserdampf würde also kühlend wirken.

    • Die Energiemenge, die zum Erwärmen von Luft benötigt wird, ist praktisch vernachlässigbar – das ist auch der Denkfehler in einem früheren Beitrag gewesen, der berechnete, wie schnell unsere Abwärme die Luft erwärmen würde. Sie bekommen praktisch denselben Temperaturverlauf, wenn Sie annehmen, dass die Wärmekapazität und damit thermische Trägheit der Luft gleich null ist. Die thermische Trägheit liegt fast ausschließlich im Ozean. Ohne diese wäre die Lufttemperatur im Gleichgewicht mit der Strahlungsbilanz, d.h. bei 2 Watt/m2 Antrieb durch CO2 wäre die Luft gerade soviel wärmer, dass sie dadurch diese 2 W/m2 zusätzlich abstrahlt. Die Energie, um die Luft auf dieses Niveau zu erwärmen, ist so gering, dass sie keine Rolle spielt.

  45. Sehr geehrter Herr Ramstorf,
    wie erklärt sich der Anstieg der Temperatur von ca. 1930 bis 1940 um ca 0,5°? Dieser ist deutlich größer als die knapp 0,3° von 2000 bis 2010. Das CO2 kann´s ja wohl nicht gewesen sein, wenn ich mir die Grafik ansehe. Und noch eine zweite Frage. Welches ist den die vorindustrielle Temperatur, die wir höchstens um 1,5° überschreiten dürfen?
    Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank im Voraus.
    Thomas Rolle

    • Sie nennen einen 10-Jahreszeitraum – über einen so kurzen Zeitraum sind die kurzfristigen wetterbedingten Schwankungen wichtig, die Sie ja am Auf und Ab der Kurve um wenige Zehntel im gesamten Zeitraum auch sehen. Der spezielle Anstieg bis 1940 ist aber ziemlich sicher ein Artefakt der Meerestemperaturmessungen im zweiten Weltkrieg. Von diesem Zacken nach oben ist in den Wetterstationen an Land nichts zu sehen, wie Sie auf der NASA-Webseite leicht selbst sehen können. Das altbekannte Wissen, dass es an dieser Stelle ein Problem mit den Messdaten gibt, reicht aber noch nicht aus, um sie zu korrigieren – das tun Wissenschaftler nur dann, wenn sie genauere Informationen haben, die eine Korrektur erlauben. Daher ist diese Artefakt nach wie vor in den Meerestemperaturkurven drin.

  46. An Fr. oder Hr. Martol

    „Ihr Argument ist rein politisch.“
    Eine freundliche Bitte: Nicht das Wort „politisch“ verwenden, wenn Sie sachfremd, vorgeschoben, unaufrichtig oder gar verlogen meinen. Politisch sind die Dinge der Gemeinschaft und die werden in der Politik verhandelt.
    Die Gegner unserer Demokratie versuchen „Politik“ zu einem Negativbegriff zu machen. So werden autoritäre Herrschaftsformen vorbereitet.
    Raimund Kamm, Augsburg

  47. An Jürgen Bucher, 13. Dezember 2018 @ 12:18
    „Die AKW abzuschalten war ein großer Fehler, dadurch wird z.B. aktuell ein notwendiger, schneller und auch symbolträchtiger Ausstieg aus der Braunkohle verhindert.“

    1. Eine Energietechnik zu betreiben, die auch 60 Jahre nach ihrer Einführung wegen nicht seriös kalkulierbarer Risiken keine risikogerechte Haftpflichtversicherung hat, ist unverantwortlich.
    2. Einen Atomreaktor zu betreiben, der an jedem Betriebstag etwa eineinhalb Mal so viel Atommüll neu erzeugt, wenn man die Radioaktivität als Maßstab nimmt, wie insgesamt in dem undichten Versuchsendlager Asse II deponiert ist, ist unverantwortlich. Und da dieser Müll zum Abklingen seiner tödlichen Strahlung über eine Million Jahre isoliert werden muss, ist diese Produktion ein Verbrechen an unseren Kindern, Enkeln und weiteren 30.000 Generationen.
    3. In Deutschland haben wir seit 2010 die Atomstromproduktion fast halbiert und auch die Kohlestromproduktion (Braunkohle + Steinkohle) um knapp 8 % verringert. Und selbst die Erdgasstromerzeugung etwas verringert. Quelle AG Energiebilanzen e.V.

    Wenn wir jährlich rund 10 GW Windkraft und 10 GW PV zubauten, könnten wir jährlich die fossile Stromerzeugung um 35 TWh oder 14 % der Kohlestromerzeugung in 2017 verringern. Übrigens hatten wir 2017 einen Exportüberschuss im Stromhandel von 55 TWh.

    Raimund Kamm, Augsburg

  48. Ich denke eher in Veränderungen! im Vergleich zum “vorindustriellen klimatischen Paradies” (-> “Relativbemaßung”…).
    Damals war der weitaus größte Teil des aktuellen CO2-Strahlungsdrucks auch schon da!

    Ist Frage was danach dazu kam.
    Und die Wirkungen der Treibhausgase haben “Sättigungskurven”.
    Die durch die Menschheit direkt abgegebene Wärme scheinbar leider nicht!

    • Der Sättigungseffekt ist seit jeher in allen Klimamodellen berücksichtigt. Die direkte Wärmeabgabe bleibt dennoch vernachlässigbar gegenüber der von uns verursachten Verstärkung des Treibhauseffekts.

  49. PS was denken Sie was eine Verdoppelung des CO2 potentiell bewirken kann?
    Aktuell haben wir ja erst +43%.

  50. @Werner Baumschlager vom 13. Dezember 2018: Ich habe das folgende youtube-Filmchen hier schon einmal gepostet, aber ich möchte, dass dieses Mal ganz besonders auf die letzten Minuten geachtet wird – genauer: auf das Statement ab 9 Minuten 20 Sekunden. Dort zeigt der große Verlierer der ganzen (grandiosen! epischen!) Auseinandersetzung eine Eigenschaft, die ich bei Klimaskeptikern noch nie feststellen konnte: Reflexions- und Einsichtsfähigkeit!

    https://www.youtube.com/watch?v=93BzQxYUMBw

    Ohne jeden Zweifel haben Schönau und seine Bürger mit ihrem erneuerbaren Energiekonzept einen erheblichen Wohlstandsgewinn realisiert: Arbeitsplätze, Gewerbesteuern, Bürgerstolz!

    Und Heinz-Rudolf Hagenacker, der lernfähig-Nachdenkliche? Ist jetzt selbst Bürgermeister und macht, was gescheite Leute in diesem Job vernünftigerweise machen, er fördert aus Gemeinde- und Klimaschutzgründen regenerative Energiekonzepte:

    https://kommunaltopinform.de/2018/01/16/waerme-fuer-die-zukunft-in-teningen/

    Ach ja, ich hatte ja damals noch auf einen weiteren Öko-Klassiker verwiesen: „Grün angehauchter Berufsschullehrer baut aus dem Nichts einen Global-Player auf“: https://www.wkv-ag.com/start.html

    Übrigens, Herr Baumschlager, wenn Sie demnächst wegen des „Zugewinns an nutzbarer Landfläche durch die Erwärmung“ nach Grönland oder in die Antarktis auswandern, dann – tun Sie dem Herrn Rahmstorf den Gefallen! – nehmen Sie doch bitte noch ein paar weitere Klimaskeptiker mit!

  51. Klimawandel ja oder nein, das sollte wohl kein Thema sein. Menschengemacht, wenn ja wieviel und so weiter, eigentlich belanglos. Der grosse weisse Elefant steht in Frankreich, die Kernenergie. Aktuell (heute) erzeugt Frankreich pro kWh Strom 75 g CO2 eq. Und Deutschland 490 g pro kWh – trotz Milliarden für Windstrom und Solar und alles bei doppelten Strompreisen für die Verbraucher.
    Eigentlich war der Kampf gegen den Klimawandel gescheitert, als sich die Klimawissenschaftler mit den Grünen ins Bett gelegt haben. Eine sofortige Wende in die Kernkraft hätte diese durch Skaleneffekte verbilligt, kurzfristig zu enormen CO2 Einsparungen geführt, die Sicherheit durch intensive Forschung weiter verbessert und durch Serienfertigung der dritten Welt nahezu emissionsfreien Stromzugang ermöglicht. Statt dessen hat man mit Milliarden Wind und Solar gefördert, die, wie der aktuelle Vergleich mit Frankreich zeigt, nichts gebracht haben ausser Geld in die Taschen einiger Profiteure. Jetzt will man also ein nicht funktionierendes System stärker fördern, weil man die Kernkraft als Lösung nicht akzeptieren will? Man will „Reiche“ stärker besteuern um „Klimaschutz“ zu bezahlen? Seltsamerweise geht das in Frankreich ganz ohne und man muss Reiche nicht besteuern, sondern kann Arme mit halben Strompreisen entlasten – oha, Hilfe statt Neid.
    Oben behauptete ein entgleister Schreiber er wolle neue „Nürnberger Tribunale“ für Klimaleugner – das könnte Frankreich ja auch für die renitenten Deutschen fordern, welche sogar nahezu CO2 freie Kernkraftwerke abschalten.
    Letztendlich wird beim „grünen Weg“ nichts passieren. Der eine isst weniger Fleisch, der andere macht weniger Urlaub, aber eine Milliarde Chinesen gehen gerade den umgekehrten Weg, die 180 Mio. Brasilianer sind schon dabei, die indische Kohlekraftwerkskapazität rüstet sich für die explodierende Anzahl an neuen Klimaanlagen und ein jammernder Claus Kleber berichtet live von jedem tropischen Paradies der Erde über die schrecklichen Klimafolgen, die er schon beim Flug aus der First Class entdeckt.
    Den CO2 Ausstoss der Welt reduziert nur ein gigantisches Atomprogramm mit einer am Ende stehenden lizensierten Serienfertigung. Damit ist es auch egal, ob Klimaerwärmung ja/nein. Als Ergebnis bekommt die Welt zuverlässig Strom für alle.

    P.S. Den Shitstorm bezüglich Lobby & Co., Abfall usw. könnt ihr euch sparen, so lange Atomlobbyländer wie Frankreich nur 15% CO2 Ausstoss einer „Energiewende“ vorweisen. Ihr seid die Klimaschädling mit den 500 g CO2 und die deutschen Klimawissenschaftler sind zu feige euch das ins Gesicht zu sagen.

  52. Das Wort “ominös” bezieht sich nicht auf irtgendwelche ominösen physikalischen Zusammenhänge, da reale physikalische Zusammenhänge eben real sind. Das Wort bezieht sich auf den Zusammenhang mit dem Strahlungsantrieb, der eine mathematische Vergleichsgröße ist, die real nicht gemessen werden kann. Das fängt schon mit den angenommenen unveränderten Bedingungen an, real ändert sich aber z.B. die Tropopausenhöhe.

  53. Ich denke doch es gibt so was wie eine optimale Temperatur.

    Kriterien zB die Ausdehnung der Sahara, Breitengrad (zu weit zu den Polen hin sinkt ja der Sonnenstand etc) der fruchtbaren Zonen etc.

    Bei welcher Temperatur gibt’s global die meisten natürlichen fruchtbaren Zonen?
    Zufällig bei 13,6 (-> Fake 15°?)?
    😉

    Klar ist natürlich, wie Sie ja schrieben, daß die Geschwindigkeit! der Veränderung aktuell der entscheidende Punkt ist (das ist ja auch immer eines.. der Probleme mit dem Argument “Eiszeiten”).
    ZB treffen langsame Prozesse wie das globale Förderband auf die schnelle atmosphärische Erwärmung.
    Das kann nur CHAOS geben.
    Heißt Dürre, Überschwemmungen, Ernteausfälle , Kriege etc.

    Ok, es gibt inzwischen leider auch (geheime) diverse technische Beeinflussungsmöglichkeiten (Waffe Wetter).

    PS wenn Sie mal wissen wollen wie Wasser zB.. wirklich verdampft, aufsteigt und sich zu Wolken zusammentut, oder wie das Blut durch unsere Kapillaren kommt (bisher völlig unbekannt) etc etc etc einfach mal “Wasser: viel mehr als H2O” kaufen.
    Klassische Physik die irgendwann…? mal die gesamten Wissenschaften, die mit der Biosphäre zu tun haben, auf den Kopf stellen werden.
    Incl. der Möglichkeit von völlig neuer, regenerativer und völlig natürlicher Energie”erzeugung”!
    https://www.wasser-hilft.de/pdf/buecher/wasser_ist_mehr_als_h2o_inhalt_leseprobe.pdf

  54. Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,

    großen Dank + Bewunderung für Ihre Arbeit!

    Ich möchte die Sache noch von einer anderen Warte aus betrachten: Der Klimawandel soll nicht menschengemacht sein – was ist mit den Plastikabfällen im Meer, sind die auch nicht menschengemacht?

    Es ist doch so, dass wir durch die Art unserer Technikentwicklung und den dadurch geprägten Lebensstil den Planeten auf vielfältige Weise ramponieren. Die Klimaerwärmung ist die dramatischste und gefährlichste davon, aber doch keineswegs die einzige! Wie steht es mit dem Artenschwund, mit der Umweltzerstörung? Ist das alles nicht menschengemacht?

    Die AfD führt ja mitunter den “Umweltschutz” im Munde und hält hier menschliches Handeln für angebracht. Wenn wir aber fossile Stoffe, die über lange erdgeschichtliche Zeiträume der Atmosphäre Kohlenstoff entzogen und unterirdisch festgelegt haben und dadurch höheres Leben erst ermöglichten, in 200 Jahren an die Oberfläche befördern, verbrennen und somit den in ihnen festgelegten Kohlenstoff wieder in die Atmosphäre entlassen, dann soll das keinen Einfluss auf das Klima haben und nicht menschengemacht sein?? – Also Hallo!

    Die AfD und ihre Anhänger sind von Angst getrieben. Sie sehen die rapiden Veränderungen genauso wie jeder andere, getrauen sich aber nicht, sie anzuschauen. Denn dabei würde deutlich, dass wir ganz viel zu ändern haben. Das aber fürchten sie. Dafür sind sie in ihrer Charakterstruktur zu festgelegt, zu unflexibel. Neugierde auf Neues, Pioniergeist, das geht ihnen ab, das kennen sie gar nicht.

    Wenn es einem unheimlich wird, ist Pfeifen oder lautes Singen ein altbekanntes Mittel, um sich Mut einzuflößen. Diese Methode wendet die AfD an, wenn sie versucht, den Klimawandel wegzuschreien, oder zumindest, dass er nicht durch den Menschen beeinflussbar ist. Dann nämlich kann alles in den gewohnten Gleisen weiterlaufen, nur darum geht es.

    Geschehen wird dies aber in keinem Fall. Wenn wir die nötigen Änderungen nicht hinkriegen, dann kriegen sie uns. Die Köpfe der AfD-Freunde werden dann in dem Sand, in dem sie sich befinden, für immer stecken bleiben.

  55. Welche potentielle Temperaturerhöhung bewirkt in ihren Modellen eine Verdopplung des CO2-Gehalts von 400 auf 800ppm?
    Oder, interessanter, von 280 auf 560ppm?

    Und wie wirkt sich der durch die Verbrennung fossiler Bennstoffe zusätzlich emittierte Wasserdampf aus?
    Die Stoffmengen liegen ja in einer ählichen Grössenordnug wie das emittierte CO2.

    Und die Atmosphäre hat ja eine ähnliche Wärmekapazität wie die obersten 3,5m Ozean?

    • Die Verdoppelung bringt eine Erwärmung von ca. 3 °C – egal ob von 400 auf 800 oder von 280 auf 560, weil der Effekt logarithmisch ist. Und nachdem Sie gewartet haben, bis die Ozeantemperatur ins Gleichgewicht gekommen ist. Das ist die sogenannte Klimasensitivität.

      Der Wasserdampgehalt der Atmosphäre wird nicht durch die Emissionen von Wasserdampf bestimmt (die sind aufgrund der Verdunstung von den offenen Wasserflächen der Erde ohnehin riesig) sondern durch den Sättigungsdampfdruck. Überall dort, wo der Überschritten wird, fällt das Wasser als Niederschlag wieder aus der Atmosphäre aus. In guter Näherung passiert das bei einer – im globalen Mittel – konstanten relativen Luftfeuchte, sodass der Wasserdampfgehalt einfach nach Clausius-Clapeyron-Gleichung mit der globalen Temperatur zunimmt (um 7% pro °C). Das ist eine verstärkende Rückkopplung bei allen Klimaänderungen, egal ob anthropgen oder Eiszeitzyklen.

  56. Sehr geehrter Herr Bucher,
    1) Die Erneuerbaren sind eine gigantische Erfolgsgeschichte. Sieht das irgendjemand anders?

    Inzwischen ist die installierte Kraftwerksleistung von Wind und Sonne größer als die der “Herkömmlichen”, trotzdem schaffen sie nur ein gutes Drittel der Versorgung und das nur auf Grund massivster Förderung durch das EEG. An vielen Tagen schaffen sie nicht einmal 10% des Verbrauchs. Wenn mein Kühlschank oder Auto so arbeien würden, hätte ich sie schon längst zurückgegeben. Wenn Unzuverlässigkeit ein Erfolg ist, bei mir in keinem Bereich. Solange nichts passiert, wenn wir die “Alternativen ” ausschalten, bin ich beruhigt. Schalten wir die “Herkömmlichen” aus, sehe ich im wahrsten Sinne des Wortes Schwarz.

  57. @Mark “…Ist die optimale Temperatur jene, auf die sich das 2Grad-Ziel bezieht? Wie hoch ist die denn, bei der Anhörung hat Prof. Levermann meines Wissens keine Zahl genannt….”
    Er hat eine Zahl genannt, 15°, doch das ist falsch. Es sind 13,71°C (GISS) für den Referenzzeitraum 1880-1909. Auf diesen RZ bezieht sich auch das 2° Ziel.
    NOAA bezieht sich beispielsweise auf den RZ “20te Jahrhundert” (1900-1999) mit 13,93° und GISS glaube ich mich zu erinnern auf den RZ 1961-1990 mit 14°. Das hat mitunter historische Gründe. Aber alle RZ lassen sich problemlos ineinander umrechnen. Man muss bei den Grafiken halt immer auf den RZ achten und dann die entsprechenden 10tel Grad abziehen oder addieren. Irgendwann kommen auch weltweite Vereinheitlichungen.

  58. Ok…

    Die Wärmekapazität der Meere ist entscheidend.
    Gibt es ein Diagramm für die Klimasensitivität für Wasserdampf über die Konzentration (und warum steht der nie bei den Treibhausgasen mit dabei, hat doch wohl die 25fache Klimawirkung von CO2?)?
    Warum ist CO2 so klimasensitiv wo es doch nur noch einen Fitzel im atmosphärischen Fenster hat der noch nicht vom H2O besetzt ist, und die Bandbreite eh so schmal ist?
    Wieviel Wasserdampf emittieren die Meere über die Temperatur real im Durchschnitt?
    Die üblichen Kurven mit der Maximal!kapazität über der Temperatur der Luft sind hier nicht hilfreich.

    Warum werden nicht massenweise “Energiewälder”/Kurzumtriebsplantagen gepflanzt?
    Warum gibt es immer noch keine Zeolithspeicher?
    Warum gibt es zB keine überall baubaren Druckluftspeicher in deren Ansaugluft flüssiges Wasser hinzugegeben wird dass beim komprimieren verdampft (doppelte Kapazität, bessere technische Beherrschbarkeit, geringe Kosten mangels Wärmetauschern etc).
    Warum wird der “Loremo” immer noch nicht gebaut?
    Mann kann Strom auch in der Elektrolyse von Reinzink speichern der dann gelagert oder transportiert werden kann. Das “Wiederverstromen” ist ja simpel.
    Etc etc etc.

    Macht ja keinen Sinn wenn man später nur noch exakt weiß warum die Menschheit untergegangen ist, oder?

  59. Sehr geehrter Herr Rahmstorf,
    wenn Sie ehrlich sind müssen Sie zugeben, dass die jetzigen Temperaturen nicht die höchsten seit 120 000 Jahren sind, zumindest nicht in Mitteleuropa. Die Baumgrenze lag seit der letzten Eiszeit mehrfach deutlich über der heutigen. Wer´s nicht glaubt, muss nur mal schauen, was da aus den Gletschern an Bäumen zum Vorschein kommt. Auch Siedlungsspuren belegen dies.
    Noch eine Frage, werden eigentlich “missliebige” Beiträge unterdrückt? Ich habe einmal Gedanken zur Erfogsgeschichte der Alternativen Energien gesendet.

    • Richtig, die Aussage “höchsten seit 120 000 Jahren” gilt ausdrücklich für den globalen Mittelwert. Regional gibt es viel größere Schwankungen – auf dieser Zeitskala (Wechsel Eiszeiten-Warmzeiten) übrigens durch die Milankovic-Zyklen, die höchst regional unterschiedlich die Sonneneinstrahlung verändern, im globalen Mittel aber kaum. Unsere Moderationsregeln finden Sie hier – die seien auch nochmals allen Diskussionsteilnehmern ans Herz gelegt.

  60. Sehr geehrter Herr Hesse,

    sachlicher als Herr Rahmstorf kann man nicht mehr argumentieren. Im Gegenzug argumentieren Sie vollständig auf einer persönlichen Ebene, in dem Sie unterstellen (ob berechtigt oder nicht tut in diesem Fall nichts zur Sache), dass er einen persönlichen Feldzug führt und gerne Klagen würde. Dies ist eine Argumentation, mit der Sie versuchen, die Person von Herrn Rahmstorf zu diskreditieren und hat nichts, aber auch gar nichts mit der von Ihnen geforderten Sachlichkeit zu tun. Also fangen Sie doch bitte selbst einmal an sachlich zu argumentieren, bevor Sie das von anderen Verlangen.
    Uli Spindler

  61. Ich war Klimaskeptiker. Heute nicht mehr. Mir ist es fast gleichgültig, was richtig sein könnte. Aber wenn die Meere immer saurer werden, die Meeresspiegel ansteigen, die Pole abschmelzen, die Überschwemmungen und Starkregen sowie die Trockenzeiten zunehmen, wenn Tiere und Pflanzen sich der sich verschiebenen Klimazonen anpassen müssen – sofern sie es können -, wenn damit tropische Krankheiten sich ausbreiten, dann bin ich dafür, dass alles gemacht wird, um diese Entwicklungen zu hemmen, selbst wenn sich alle Wissenschaftler geirrt haben. Was schadet es, eine bessere, saubere Umwelt, Regenwälder, weniger, schadstofffreie Autos usw. zu erhalten? Was schadet es, unsere Nachkommen nicht mit unserem Plastik, unserem Dreck, unserer Ausbeutung aller Recourssen zu belasten? Wir können dann leider unserem Egoismus nicht mehr fröhnen. Lasst uns endlich damit anfangen, wir, die Bürger, die Industrie, die Politiker, die UNO, die Welt. Es ist allerhöchste Zeit!

  62. @Thomas Rolle vom 15.12.2018: Mich interessiert primär, was in 20 bis 50 Jahren sein wird, ein so grundlegender Energieträger-Umstieg ist nicht in ein paar Jahren zu machen, eine BDI-Studie zu diesem Thema habe ich weiter oben verlinkt. Wind onshore wird derzeit mit 4,28 Cent pro kWh vergütet, von 1990 bis heute ist der Solarmodulpreis/Watt um ca. 97 % gefallen – und das „Surfen auf der Erfahrungskurve“ geht munter weiter, bei Batteriespeichern wird es ähnlich laufen. Neue Atommeiler sind aus sich selbst heraus nicht wirtschaftlich tragfähig, von der Kohle müssen wir schnellstmöglich weg (darüber sollte man eigentlich nicht mehr diskutieren müssen).

    Wenn ich diverse externe Kosten über die gesamte Wertschöpfungskette mit berücksichtige, dann gibt es vermutlich nichts Katastrophaleres und Ineffizienteres als Ihr Auto (das von mir übrigens indirekt ganz erheblich mitfinanziert wird!) bzw. fossile Energieträger ganz generell, insbesondere Kohle.

    Haben Sie sich weiter oben nicht das youtube-Filmchen „Das Schönauer Gefühl“ und meinen Kommentar angesehen? Der Energiejournalist Bernward Janzing hat die dramatische Geschichte in seinem Buch „Störfall mit Charme“ detailliert ausgeleuchtet:
    http://www.bernward-janzing.de/4579/17501.html
    Sein neues Buch über die Atomenergie hat den bezeichnenden Titel „Vision für die Tonne“: http://www.bernward-janzing.de/4579/27901.html

    Die erneuerbaren Energieträger haben ein hohes Dezentralisierungspotential. In meinem Wohnort findet dadurch viel energetische Wertschöpfung regional statt, über ein städtisches Tochterunternehmen. Die Anlagen werden von einheimischen Handwerkern installiert und gewartet, viele Landwirte hier überleben nur, weil sie auch Energiewirte sind. Mein Nachbar, der Ingenieur und Tüftler, ist ganz stolz, weil er sich völlig autark mit Strom versorgen kann. Viele Bürger engagieren sich und arbeiten bei diversen Klimaschutz- und Energiewende-Projekten mit.

    Von Dirk Freyling und libertador wurde die globale Bevölkerungsentwicklung angesprochen, insbesondere für viele afrikanische Länder sind die Prognosen beängstigend. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Bildung, vor allem auch für Frauen, sind entscheidende Faktoren, um die Fruchtbarkeitsraten (die bereits fallen) entscheidend weiter nach unten zu bringen.

    Im westlichen Äthiopien lebt die 60-Jährige Bayise Diba. Über einen Mikrokredit von 160 Euro hat sie sich einen Ochsen gekauft und gemästet und einige Monate später mit Gewinn wieder verkauft. Dieses Geld hat sie ins Schulgeld für ihre Kinder und – jetzt kommt der Clou! – in eine Solarlichtanlage investiert: http://www.badische-zeitung.de/liebe-familie/auf-dem-sprung-xsbzzavqx–161584339.html

    Muss ich Ihnen jetzt detailliert erklären, worauf ich hinaus will? Über das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz ist eine großartige technologische Entwicklung angestoßen worden, die Millionen von Menschen auf der ganzen Welt zugute kommt. Man nennt derartige Phänomene auch: positive externe Effekte!

  63. Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,
    Ihre Antwort auf den Kommentar von Dirk Freyling habe ich entweder irrtümlich nicht gesehen, oder sie fehlt tatsächlich. Freyling’s Schreiben aber berührt den Kern der Energiewende. Ich bin also gespannt.

  64. Hallo Herr Rahmstorf,
    Vielen Dank für Ihre Arbeit und für die kurzen und präzisen Antworten in den Kommentaren.

    Das Fragespiel nach der absoluten Temperatur ist ja gerade wieder sehr beliebt. Muss ich mir eigentlich sorgen machen, dass außer in der AFD noch einige andere Poliker darauf reinfallen? Was ist ihre Erfahrung?

  65. @Kohl
    Lieber Herr Kohl, Sie produzieren einen Strohmann nach dem anderen. Die Rekonstruktion von Marcott beinhaltet meines Wissens nach auch Proxies, die kürzere Zeitabstände haben. Wundersame riesige Temperaturänderungen innerhalb weniger Jahre können diese natürlich nicht abbilden, das Sampling-Theorem ist ja gut bekannt.

    Die _mittlere_(!) Zeitauflösung der Proxies war meines Wissens 120 Jahre, bevor diese in die Rekonstruktion eingingen und mittels Permutationen (1000fach, begrenzt durch die Unsicherheiten) und folgender Mittelung eine mittlere Auflösung von 300 Jahren lieferten. Klar ist damit, dass auch Proxies mit weniger als 120 Jahren genutzt wurden (damals las ich auf Fosters Blog dass einige eine Auflösung von 20 Jahren besaßen, müsste das aber noch einmal recherchieren, bin mir nicht mehr sicher) .
    Wären Spikes ähnlicher Auswirkung wie die der Erhöhung der letzten 100 Jahre aufgetaucht, wären Effekte dieser in den oben genannten höherauflösenden Proxies zu sehen gewesen, sollte es sich nicht um ein regionales Phänomen gehandelt haben, meinen Sie nicht? Glauben Sie Marcott hätte solche Phänomene nicht in den besser aufgelösten Proxies erkannt bzw. andere Daten zum Vergleich herangezogen?

    Hierzu Koautor Jeremy Shakun:
    “…It is worth considering though that we do have several high resolution proxy climate records from various regions around the world (think ice cores), and if abrupt global warming events happened in the past, then we might expect these local records to show them…..but my sense is they don’t. So, this isn’t hard and fast proof that there weren’t any abrupt global events like today during the rest of the Holocene….but if I had to lay down a bet, it might make me place my wager on that side of the argument.”

    Ich sehe das ähnlich. Denn, nehmen wir an, es hätte einen Spike gegeben, über 3-5 Grad global, der innerhalb eines 200 Jahre Intervalls oder kürzer aufgetaucht wäre. Welcher physikalische Prozess hätte Ihrer Meinung nach denn zu einem solchen geführt? Und das führt mich zum Strohmann. Wir haben neben Marcotts Daten noch andere Paleo Proxies zur Verfügung. Und wir haben die Physik auf unserer Seite, welche den menschengemachten Klimawandel erklären kann. Nicht aber Ihre hypothetischen Spikes, außer Sie erklären plausibel wie und was diese denn verursacht haben soll.

  66. Ich verfolge als Leihe diese Diskussion. Mein Schulwissen reicht hier leider nicht aus, um kompetent mitzureden, liegt auch schon 40 Jahre zurück. Für mich ist CO2 farblos, ein schweres Gas, man kann es nicht riechen oder schmecken. Die Pflanzen benötigen es und machen daraus Sauerstoff. Das Waldsterben habe ich so verstanden, dass sich CO2 durch Turbulenzen mit H2O sich zu H2CO3 verbindet und als saurer Regen unsere Wälder zerstört. Zur Zeit reflektiert CO2 die Erdwärme und führt so zum Treibhauseffekt. Vorschlag: wie wäre es denn, indem wir aufhören CO2 bindende Wälder für Palmöl Plantagen abzuholzen und stattdessen die Natur aufbauen, bzw. helfen sie wieder aufzubauen. Ich als Leihe bin auf die wissenschaftlichen Aussagen angewiesen und muss ihr vertrauen. Sie ist jedoch mittlerweile zum Spielball von Politikern und Kompetenzgerangel der Wissenschaft selbst geworden.

  67. Der am 12. Dezember 2018 @ 18:52 unter meinem Namen verfasste Kommentar ist nicht von mir. Ich distanziere mich inhaltlich davon. Offenbar handelt es sich um einen unter meinem Namen fingierten Beitrag aus einschlägig bekannten klimaskeptischen Kreisen… Lieber Autor dieses Kommentares: Vielen Dank für die Demonstration mit welch unsachlichen Mitteln manche Klimaskeptiker gegen Andersdenkende zu Felde ziehen nur um ihren eigenen Irrglauben nicht aufgeben zu müssen!

  68. Sehr geehrter Herr Rahmstorf,
    nach lesen vieler Einträge hier in diesem Blog stelle ich mir eigentlich 2 Fragen:
    1. Was ist eigentlich ein Klimafolgenforscher und zu welcher Wissenschaft gehört er eigentlich?
    Welchem Klima folgt er?
    2. Was macht eigentlich ein Klimafolgenforscher oder ein Klimafolgenforschungsinstitut, wenn das Klima einfach weiterhin das macht, was es will?
    Beispiele (z.B. den Golfstrom oder die drohende “Heisszeit” ) gibt es dafür ja zu hauf.

    Vielen Dank für eine sachliche Antwort.

  69. Wenn man die ganzen Diskussionsbeiträge und die darauf folgenden Antworten bis zum Ende verfolgt,
    sieht man wie sich ein Wissenschaftler in diesem Falle Herr Rahmstorf schon so festgelegt, oder man könnte auch sagen verrannt hat, daß ein zurück für Ihn und seine Anhänger auf keinen Fall in Frage kommen kann. Der Gesichtsverlust wissenschaftlich wäre zu groß und sein bisheriges Weltbild würde Risse bekommen.
    Ich sehe diesen, ja meiner Ansicht nach schon verbissen geführten und fast als religiös anmutenden Diskurs eher als abschreckend und der Wissenschaft nicht würdig. Kein Mensch hat die Wahrheit gepachtet.
    Ich plädiere für mehr Gelassenheit und Unaufgeregtheit. Die Gegenreaktionen haben ja gezeigt, dass die Leute vorsichtig geworden sind bei allen Aussagen die ihnen als alternativlose Wahrheiten (auch wissenschaftliche) angepriesen werden. All zu oft haben sie sich später als komplett falsch erwiesen.
    Aus meiner archäologischen Sicht ist die derzeitige Klimaveränderung völlig normal und wir können solche in allen Jahrhunderten, Jahrtausenden und noch größeren Zeiträumen beobachten und nachweisen.(Bodenproben aus diversen Tiefenschichten, Baumgrenzen, dendrochronolgische Erkenntnisse, ausgestorbene Kulturen usw. usw.)
    Zeiten, in denen die Industrialisierung weder existierte noch die geringe Anzahl der Erdbewohner eine Rolle gespielt haben können. Eine ideale Temperatur gab es nicht, gibt es nicht und wird es nie geben. Die Evolution ist e i n e Antwort darauf gewesen. Pflanzen,Tiere und Menschen haben sich den gegebenen Klimatas und damit auch den Temperaturen anpassen müssen sind migriert oder ausgestorben. Zu behaupten, dieser Klimawandel sei menschengemacht, halte ich für einen Homo sapiens, sei er auch Wissenschaftler, für den Vogelschiss- Zeitraum in dem wir existieren doch für allzu vermessen und man läuft Gefahr, dass dies dann für politische Zwecke mißbraucht wird.

    • Lieber Herr Uhl, ich bin ja Paläoklimatologe, habe in führenden Fachzeitschriften wie Nature zu natürlichen Klimaveränderungen in der Erdgeschichte publiziert und bin regelmäßig auf paläoklimatologischen Fachkonferenzen – habe dort aber noch nie einen Kollegen getroffen, der die derzeitige Klimaveränderung “völlig normal” findet (siehe meinen Blogartikel Das Klima hat sich schon immer geändert. Was folgern Sie?. Nennen Sie doch bitte ein früheres Beispiel, wann die globale Temperatur innert nur hundert Jahren um volle 1°C angestiegen ist, und die Belege in der Fachliteratur dafür. Ich bin gespannt!

  70. Der Absolutwert der globalen Temperatur ist nur auf ca. ein Grad genau bekannt – im Gegensatz zu Veränderungen der globalen Temperatur, die viel genauer bestimmt werden können.

    Können Sie mir dies an folgendem Beispiel erkären:

    Die Gistemp-Anomalien für 2016 und 2017 sind: 0,97 und 1,24. Definionsgemäß sind dann die Absoluttemperaturen: 0,97+14=14,97 und 1,24+14=15,24. Was ist an den Anomalien genauer als an den absoluten Temperaturen?