Von müden Mitläufern, kreativen Köpfen und wirren Umherirrern

Im Grunde genommen ist Thomas Schmickl auf der Suche nach dem irdischen Paradies. Gefunden hat er es bisher nicht, aber er weiß immerhin, dass es mit Hilfe digitaler Algorithmen erreichbar sein könnte. Dem Traum vom Paradies ist er als Fünfzehnjähriger zum ersten Mal begegnet, als Josef Weizenbaum Mitte der Achtziger das österreichische Graz besuchte und dem gebannt lauschenden, faszinierten Jugendlichen seine prophetischen Ausführungen präsentierte: die schöne neue Welt der Algorithmen, in der Menschen nicht mehr arbeiten, sondern sich den schönen Dingen des Lebens zuwenden können. Seither ist Thomas Schmickl auf der Suche nach diesen Verheißungen der digitalen Welt, dem Paradies auf Erden eben, einem Zustand, dem wir eigentlich schon sehr nahe sein müssten, wie er meint. Denn viele jener Visionen, die Weizenbaum damals entwickelte, hätten sich inzwischen fast schon verwirklicht. Doch vom Paradies seien wir, so der Forscher mit deprimierten Blick, genauso weit entfernt wie damals. „Da ist wohl etwas ziemlich falsch gelaufen“, seine faktische Analyse in unserem Gespräch.

2007 ist der promovierte Zoologe nach einem Aufenthalt in den USA wieder nach Graz zurück gekommen und hat an der dortigen Universität das Artifical Life Lab gegründet – getrieben von der Idee, dass digitale Algorithmen und analoge biologische Wesen kein Gegensatz sind, sondern vielmehr zusammen gehören, dass Maschinen und Menschen nur eine gemeinsame Sprache finden müssten, um Eins zu werden für die nächste Stufe der Evolution.

Die Steuerung von Schwärmen, dabei auch gemeint: die menschliche Gesellschaft, ist für ihn grundsätzlich positiv besetzt – oder sagen wir: kann positiv besetzt sein. Doch dafür bräuchte es laut Schmickl Kenntnis der inneren Vorgänge bei der Steuerung des Schwarms von Menschen. Und das erfordere eben viele intelligente Geister, die die Grundlagen für das “Richtige” erforschen – die Wegweisung ins Paradies halt -, nicht aber am kommerziell Gewünschten oder geheimdienstlich Brauchbaren herum entwickelten. Algorithmen im Dienste der Gesellschaft also. Doch die Wirklichkeit scheitert derzeit kläglich. So kommentiert Schmickl frustriert, dass eine große Zahl an Studenten der Wissenschaft entzogen werde, weil sie den schnöden Verlockungen folgten und an partikulären Fragen der Wirtschaft oder des Militärs arbeiten, statt relevante Forschungen für die Gesellschaft insgesamt voranzubringen. Dabei bräuchte es diese Erkenntnisse in großem Stil, um die tatsächlichen Wirkungen und vor allem auch die unerwünschten Nebenwirkungen zu untersuchen, die die große Fusion von Mensch und Maschine auslöst. Seine Befürchtung: Der Mensch rennt blind in die zweite Evolution, in der Algorithmen schleichend um sich greifen und, bald überall präsent, steuernder Teil der menschlichen Gesellschaft werden. Das zeigt Wirkung beim Menschen – nur welche? Dass sich der „ohne jeden Laborversuch“ freiwillig in dieses Abenteuer gestürzt und die Algorithmik auf sich los gelassen hat, hält Schmickl für mehr als bedenklich.

Tatsächlich stehen wir noch ganz am Anfang der Verhaltensforschung über die Zusammenhänge von Algorithmen und Lebensgesellschaften. Schmickl selbst experimentiert mit Bienen-Völkern. Algorithmisch denkende Wesen infiltriert er in die Insekten-Community, zeigt, dass Algorithmen ein integraler Bestandteil werden können, die die vielfältig kommunizierenden Mitglieder des Schwarms in ihrem Verhalten tatsächlich beeinflussen – Forschung an Bienen als Blaupause für den Menschen? Bienen-Gesellschaften sind zwar irgendwie ziemlich anders, aber am Ende doch nicht so stark von der menschlichen Massengesellschaft unterschieden, wie das manch einer denken möge. Zum Beispiel deshalb: Die perfekte Lebensgemeinschaft der Honigproduzenten, die Schmickl nach eigener Aussage mit zahllosen Simulationen seiner Robo-Bienen ausgetestet hat, besteht nur aus sieben Prozent echt kreativen Problemlösern. Der Rest von 93 Prozent setzt sich aus einigen Faulenzern und wirren Geistern zusammen, die planlos umher irren, und – natürlich! – aus der großen Masse der müden Mitläufer. Die sieben Prozent aktive Geister sind nun, wen wundert’s, von Soziologen auch für die optimale menschliche Gesellschaft gefunden worden. Irgendwie im Untergrund schwingt dabei leise mit, dass dies auch ein Ziel der sanften Steuerung der menschlichen Gesellschaft durch die algorithmische Welt sein könnte. So ließe sie sich perfektionieren – auf dem Weg zum Paradies auf Erden …

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Ich habe viele Jahre journalistisch im Bereich Wissenschaft und Technologie gearbeitet, später dann mit meiner kleinen Beratungsfirma als Medienexpertin. 2010 erfüllte ich mir meinen großen Traum und gründete den Spartensender HYPERRAUM.TV, für den ich eine medienrechtliche Rundfunklizenz erteilt bekam. Seither mache ich als One-Woman-Show mit meinem „alternativen TV-Sender“ gewollt nicht massentaugliches Fernseh-Programm. Als gelernte Wissenschaftshistorikern habe ich mich gänzlich der Zukunft verschrieben: Denn die Vergangenheit können wir nur erkennen, die Zukunft aber ist für uns gestaltbar. Wir sollten versuchen, nicht blind in sie hinein zu stolpern!

18 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ohne ein konkretes Beispiel kann man dazu keine Aussage machen.
    Die Konzeption erscheint mir elitär und über die Köpfe der Menschen hinweggedacht. Der Volksmund nennt so etwas eine Kopfgeburt.
    Die Menschheit wird froh sein, die anstehenden Probleme und Folgen des Klimawandels heil zu überstehen.

  2. @Lennart: Es geht darum, dass Schmickl fordert, es müsse die Verhaltenssteuerung von Algorithmen auf die menschliche Gesellschaft dringend seriös wissenschaftlich untersucht werden. Meine Unterstützung hat er dabei. Ich glaube, dass es eine wichtige Aufgabe ist, die Steuerungsmechanismen der Gesellschaft durch Algorithmen zu untersuchen – einmal abgesehen davon, ob man Schmickls hier etwas pointiert dargestellten persönlichen Zielsetzung nun folgen mag oder auch nicht. Wenn gesellschaftliche Verhaltensmuster also tatsächlich durch Algorithmen gezielt manipuliert werden können – Schmickl sagt ganz klar: ja und hat es bei Bienen bereits nachgewiesen, wie in meinem letzten Blog bereits berichtet -, dann sollten wir wissenschaftlich erforschen, wie das funktioniert. Denn heute kennen wir diese Muster nicht und niemand kann sagen, wie Algorithmen die Gesellschaft tatsächlich verändern. Wir wissen aber über manche Auswirklungen längst Bescheid: Mit Internet-Algorithmen ist es etwa gelungen, die Wahl des US-Präsidenten zu beeinflussen. Für mich stellt sich schon die Frage, ob man den Einsatz von Algorithmen künftig sich selbst bzw. zuerst einmal privatwirtschaftlichen Interessen, dem Militär oder Staatslenkern überlassen will oder doch versucht, ihre gesellschaftlichen Wirkungsmechanismen zu verstehen, um auf der Grundlage dieser Erkenntnisse auch regulierend eingreifen zu können. Insofern halte ich das aus meiner persönlichen Sicht, anders als Sie, für ein gesellschaftlich echt relevantes Thema und keinesfalls für eine überflüssige Kopfgeburt. Keine Entgegnung allerdings in Sachen Klimawandel …

  3. Das Paradies auf Erden:
    Zusammenleben OHNE Wettbewerb, also 1. OHNE Profitdenken, 2. OHNE Steuern zahlen, 3. OHNE “Sozial”-Abgaben, 4. OHNE manipulativ-schwankende “Werte”, also OHNE Aktien-, Immobilien- und Geldmarkt, 5. OHNE irrationalen Zeit-/Leistungsdruck zu/in einer Karriere von Kindesbeinen, usw., auf der Basis eines UNKORRUMPIERBAREN Menschenrechts zu KOSTENLOSER Nahrung, MIETFREIEM Wohnen und KASSEN-/KLASSENLOSER Gesundheit.

    Wie das funktionieren kann: Wenn GRUNDSÄTZLICH alles Allen gehören darf, so dass imperialistisch-faschistische Symptomatik “Wer soll das bezahlen?” und “Arbeit macht frei” keine Macht mehr hat, kann PRINZIPIELL alles menschenwürdig und zweifelsfrei-eindeutig geregelt werden.

    Nichts gehört dem “Einzelnen” allein, sogar seine Gedanken nicht, weil auch diese IMMER abhängig vom Geist und der Gemeinschaft geprägt wachsen und …

    Mit der “Vertreibung aus dem Paradies” (unser erster und bisher einzige geistige Evolutionssprung), hat Mensch die Möglichkeit bekommen / erlangt (?) seinen Verstand in Vernunft und Verantwortungsbewusstsein zu fusionieren und …
    Somit sollte unsere bisher im geistigen Stillstand gepflegte Bewusstseinsschwäche von Angst, Gewalt und “Individualbewusstsein” zu Möglichkeiten von geistig-heilendem Selbst- und Massenbewusstsein werden!?

  4. URSACHE aller Probleme unseres ” Zusammenlebens” ist der nun “freiheitliche” WETTBEWERB und sein “gesundes” Konkurrenzdenken!!!

  5. Schmickl klingt wie einer, der was Vernünftiges meint, aber fragwürdige Begriffe und v.a. Voraussetzungen im Kopf hat. Der Vergleich mit dem Bienenvolk ist leicht sarkastisch, aber nicht von der Hand zu weisen.
    Der oft gebrauchte Begriff des “Schwarms” aber ist bedenklich, er suggeriert, daß ein Teilaspekt des menschlichen Lebens, der Herdentrieb, die ganze Gesellschaft erklärt. Klingt arg nach konformistischem Zeitgeist.
    Der Gedanke der Regulierung ist richtig, äußert sich aber an der falschen Stelle. Der vorhersehbare und schon laufende Versuch, Algorhitmen nur für private und kommerzielle Interessen zu nutzen, sollte nicht dadurch ersetzt werden, daß es “gute”, im Namen der Allgemeinheit umgesetzte Manipulationsversuche geben sollte.
    Vielmehr ist es Aufgabe des Staates, direkt regulierend auf kommerzielle Inetressen einzuwirken und damit die Freiheit des Einzelnen zu schützen.

  6. Was Mensch vor allem NOTWENDIG braucht, ist eine ganz andere / nicht systemrationale Kommunikation – Fusion einer dem Verstand zu konsequent-unkorrumpierbarer Vernunft geneigte Masse, wäre ein “Algorithmus” der bestehende Strukturen linksorientierter Menschen schnell-wirksam zum Umdenken und zur befriedenden “Kettenreaktion” bringen könnte!

  7. Mensch

    Lern-/denkfähig, vernunftbegabt und von einem Geist der unbegrenzten Möglichkeiten, zu einem manipulativ-spalterischen Dasein in kreislaufender Suppenkaspermentalität gebildet, in manischer Angst um seine Pfründe / materialistischen “Absicherungen”, stumpf-, blöd-, wahn- und schwachsinnig dem GeschäftsSinn des Lebens ergeben!?

  8. Susanne Päch
    ……Wahlbeeinflussung……
    wenn wir davon ausgehen, dass die Kommunikation in Zukunft in “technischen Bahnen” verlaufen wird, dann ist es schon sinnvoll die Möglichkeiten, Wege, Irrwege und Einflussnahmen zu untersuchen. Ist das mit “Algorithmen gemeint ?

  9. @ Lennart: ja, so gemeint … Kommunikation, die heute beispielsweise auf einer Seite im Hintergrund von automatischen Algorithmen gesteuert werden kann. Und diese algorithmisch gesteuerte Kommunikation kann das Verhalten der Gesellschaft verändern. Wie aber solche Algorithmen Einfluss auf das Verhalten der Gesellschaft nehmen, ist derzeit unerfroscht.

  10. Susanne Päch
    Die Einflußnahme beginnt schon bei den Internetanbietern. wenn Sie heute eine Flugreise nach Mallorca buchen wollen, bekommen Sie ein günstiges Angebot. Buchen Sie noch nicht und klicken 5 Minuten später gleiche Reise an, ist sie schon 50 € teurer. Der Algorithmus sagt, dass bei steigendem Interesse auch ein steigender Preis die Folge ist.

    Ich könnte mir vorstellen, dass es bei Meldungen über Demonstrationen auch so gemacht werden kann. Je öfters die Meldung angeklickt wird, desto größer wird die Anzahl der Demonstranten. (nicht wirklich, aber in der Berichterstattung)
    Dazu gibt es passend die jeweiligen Kommentare. Kommentar A bei geringem Interesse, Kommentar B bei gesteigertem Interesse, Kommentar C, die heiße Variante, wo man glaubt, kurz vor einem Umsturz zu stehen.
    Ich finde es zum Beispiel unverantwortlch noch während die Wahllokale geöffnet sind, Meldungen über vermeintliche Hochrechnungen zu machen. Das gehört verboten.

  11. Mathematik und Algorithmen spielen in vielen Bereichen eine Rolle.
    Nur wer glaubt damit die Probleme der Menschheit lösen zu können ist ganz einfach Tagträumer.
    Kann auch ein sehr gebildeter Tagträumer sein.

  12. Zitat: Die Steuerung von Schwärmen, dabei auch gemeint: die menschliche Gesellschaft, ist für ihn grundsätzlich positiv besetzt – oder sagen wir: kann positiv besetzt sein.
    Einen Schritt vorher angesetzt, werden Schwärme von Menschen zuerst einmal beobachtet und es wird versucht das Verhalten von Einzelnen und das Verhalten des Schwarms ingesamt zu verstehen. Verschiedene technische Hochschulen untersuchen beispielsweise die Massenpaniken in Mekka (Hadsch) und bei Raverparties und haben Algorithmen entwickelt um das Risiko einzuschätzen und gar aus Videoaufnahmen den kritischen Punkt zu bestimmen, an dem die Gefahr eskaliert. Mit einer Beeinflussung des Bewegungsverhaltens in solchen Massenansammlungen könnte man möglicherweise eine Massenpanik von vornherein verhindern.

    Auch das Erkennen von Straftaten oder Vorbereitungen zu Straftaten oder das Erkennen von potenziellen Terroristen anhand des Verhaltens der observierten Personen gehört in den Bereich der Observierung von Schwärmen von Menschen. Ich kann mir gut vorstellen, dass solche Observierungen bald einmal zum Alltag gehören und zwar in allen Gesellschaftsformen, also sowohl in liberalen Demokratien als auch in Diktaturen und jetzt schon stark kontrollierten und gesteuerten Gesellschaften wie China. Der Unterschied zwischen liberalen Gesellschaftsformen und Diktaturen wird dann darin liegen, dass die einen die Daten nur für die Verhütung von Unfällen/Massenpaniken/Verbrechen verwenden, während die Diktaturen die Daten auch für eine eigentliche Überwachung von sehr vielen Privatpersonen benutzen. Wenn ein Land aber sogar manipulierend eingreifen will um die Leute in eine gewisse Richtung zu steuern, dann gehört ganz an die Spitze einer Liste solcher Länder wohl China.

  13. Zitat: 2007 ist der promovierte Zoologe nach einem Aufenthalt in den USA wieder nach Graz zurück gekommen und hat an der dortigen Universität das Artifical Life Lab gegründet
    Artificial Life (künstliches Leben) umfasst viele recht verschiedenartige Gebiete. Ursprünglich meinte man mit Artificial Life Simulationen von lebenden Organismen im Computer, wobei es nicht um eine realistische Simulation ging, sondern darum, dass sich im Computer eine Art Zoo von selbstständig agierenden Einheiten entwickelt und evolviert. Gemäss der MIT-Zeitschrift Artificial Life gilt heute folgende Definition (übersetzt von DeepL): Das Artificial Life Journal, das im Herbst 1993 ins Leben gerufen wurde, hat sich durch den Einsatz von Simulationen mit Computermodellen (Software), Robotik (Hardware) und Biochemie (Wetware) zum vereinheitlichenden Forum für den Austausch von wissenschaftlichen Informationen über die Erforschung künstlicher Systeme entwickelt, die die Verhaltensmerkmale natürlicher lebender Systeme aufweisen. Jede Ausgabe enthält internationale Forschungen über künstliche Systeme, die Verhalten wie den Ursprung des Lebens, Selbstorganisation, Wachstum und Entwicklung, evolutionäre und ökologische Dynamik, Verhalten von Tieren und Robotern, soziale Organisation und kulturelle Evolution zeigen.
    Die Zeitschrift prägt und dokumentiert die Entwicklung des künstlichen Lebens und erweitert die Horizonte der empirischen Forschung über das Leben-wie-wir-es-kennen hinaus in den Bereich des Lebens-wie-es-sein-könnte.

    Artifical Life beschäftigt sich also gemäss dem letzten Satz nicht nur mit real existierendem biologischen Leben, sondern auch mit Lebensprozessen an und für sich, die auch in Organismen wirken könnten, welche sich stark von den heutigen biologischen Systemen unterscheiden.

    Tatsächlich glaube ich dass unsere technischen Systeme immer mehr Eigenschaften und Fähigkeiten von lebenden Systemen annehmen werden – allein schon aus Kosten- und Nachhaltigkeitsgründen. Beispiel: In Zukunft könnten Strassen sich selbst unterhalten, selbst reparieren oder irgendwann sogar selbst bauen. Das würde den Strassenbau und -unterhalt nicht nur verbilligen, sondern auch nachhaltiger machen, vor allem wenn die sich selbstbauende und unterhaltende Strasse lokale Materialen verwendet oder gar eine biologische Grundlage hat.
    Die Web-Site Self Repairing Roads berichtet über einen selbstreparierenden Asphalt, der nebenbei noch elekrische Autos (EVs) laden kann, wenn sie stillstehen (übersetzt von DeepL): Der Asphalt besteht aus Stahlfasern und Bakterien, die Strom zu den oben genannten EVs leiten. Dadurch wird Ihr Elektroauto aufgeladen, während Sie an Kreuzungen angehalten werden, um dem Fahrer ein wenig mehr Reichweite zu geben. Mit genügend EV-Ladegeräten könnte der Bedarf an speziellen Ladestationen für Elektroautos reduziert werden.
    Die heilenden Bakterien benötigen eine Induktionsmaschine, die sowohl im Asphalt als auch in den Fasern genügend Wärme erzeugt, um den Reparaturprozess auszulösen. Die im Asphalt verwendeten Stahlstäbe sollen den Strom für die drahtlosen Ladesysteme leiten.

    Das ist allerdings nur einer von vielen Ansätzen für selbstreparierende Strassen.

  14. Zitat: So kommentiert Schmickl frustriert, dass eine große Zahl an Studenten der Wissenschaft entzogen werde, weil sie den schnöden Verlockungen folgten und an partikulären Fragen der Wirtschaft oder des Militärs arbeiten, statt relevante Forschungen für die Gesellschaft insgesamt voranzubringen.
    Das stimmt natürlich. Heute sogar mehr als je, denn nur Fortschritte in Robotik, MaschinenLernen/Künstlicher Intelligenz und in der Medizin ermöglichen den wohlhabenden Gesellschaften ihren Weg ohne katastrophlen Einbruch weiterzuführen. Denn
    Im Jahr 2050 werden 37% aller Japaner älter als 65 und 37% aller Deutschen älter als 60 sein, was folgendes bedeutet:
    1) 20% der 85-90-jährigen leiden an Alzheimer und brauchen tägliche Hilfe und viele weitere Alte sind chronisch krank und brauchen Pflege. Nur ein medizinischer Durchbruch in der Alzheimerbehandlung und zusätzlich (robotische?) Pflege- und Hilfskräfte verhindern ein entweder finanzielles oder pflegerisches Disaster.
    2) Die Zahl der Arbeitsfähigen (älter 20, jünger 65) wird auf unter 50% sinken. Renten und das Gesundheitssystme sind nicht mehr finanzierbar – ausser Automation und Robotik (Service- und humanoide Roboter) ersetzen Arbeiter, Pfleger und Haushaltshilfen.

    Es ist ein Irrtum, eine fortgeschrittene Gesellschaft könnte stehenbleiben. Es gibt auch kein Zurück zu früherer Grösse wie Trump das glaubt. Der tiefere Grund dafür liegt darin, dass Wohlstand, Fortschritt und ein längeres Leben selbst wieder Probleme mit sich bringen und nur aufrechterhalten und weiterentwickelt werden kann, wenn die Gesellschaft sich anpasst – und das nicht nur soziologisch, sondern auch technologisch.

    All die Jobs, die nur erhalten, was schon ist, die tragen vielleicht etwas zum Einkommen des Jobinhabers bei, aber nichts zur Lösung von Zukunftsproblemen.

  15. Jetzt habe ich mir auch das Video angeschaut und was höre ich über den erwähnten Systemwechsel zu den Zielen der Schwarmforschung: NICHTS, bzw. nur das übliche der leichtfertige Delegierung von Verantwortung gewohnten Wohlstandsmenschen.
    Kann man wirklich glauben die Experten und “Treuhänder” dieses Systems würden die nötige Vernunft zum Umdenken aufbringen???
    Schade das man die Gesellschaft der DDR nicht mehr auf Schwarmintelligenz erforschen kann!?

  16. hto:
    “Schade, dass man die Gesellschaft der DDR nicht mehr auf Schwarmintelligenz erforschen kann ?!”
    Die SchwarmIntelligenz besteht darin, dass sie die hohe Kunst der Massenmanipulation beherrschen müssen. Menschen müssen dahingehend “codiert” werden, dass sie – mehr oder weniger bedingungslos- einer Ideologie oder gewünschten Anschauung folgen. (Die Meinung der Herrschenden ist die herrschende Meinung).Die herrschende Ideologie in der DDR war zum Teil realitätsfern, da der Schwarm(das Volk) sein Schwarmverhalten noch aus alten Zeiten verinnerlicht hatte und somit ziemlich resistent gegenüber der permanenten Medienbeeinflussung war. Die Schwarm-Intelligenz in der DDR war also das tiefe Mißtrauen gegenüber den renitenten und besserwissenden “Wahrheiten” der Medien bzw. die Erkenntnis das diese eigentlich nur Helfershelfer(Hofberichterstatter) der Mächtigen waren. Das Schwarmverhalten wird also von den Herrschenden bestimmt, damals wie heute. Manchmal ist jedoch der Schwanz klüger als der Hund, wenn der Schwarm – siehe DDR- dieses System der Manipulation durchschaute, also reale Intelligenz zeigte…Die Intelligenz beginnt für mich also damit, dass der Schwarm erkennen kann was für Wahrheiten und Gesetzmäßigkeiten diese Gesellschaft beherrschen (Künstliche Intelligenz wird nicht erkennen können, dass sie ausgenutzt und manipuliert wird.)

  17. @Golzower

    Es wäre herrlich wenn der Schwanz der westlichen Wohlstandsgesellschaft endlich Klugheit zeigen würde, dann hätten wir die dringend benötigte Schwarmintelligenz, um die GEBILDETE Suppenkaspermentalität und somit all die leicht manipulierbare Verkommenheit zu überwinden – es kommt nicht von ungefähr, das die Mächtigen, mit Hilfe ihrer Fachidioten, nach dem Fall der Mauer jeden sozialistischen Neuanfang schnell im Keim erstickt haben!?

  18. Intelligenz sollte in Bewusstsein münden, nicht in “Individualbewusstsein”, nicht in Funktionalität und mehr oder weniger egoisierender Bewusstseinsbetäubung, sondern gemäß von ursprünglicher Herkunft und daraus resultierenden “Schwarm”: in Selbst- und Massenbewusstsein, bei unserer fatalen “Entwicklungs”-Geschichte: geistig-heilend!

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