Hochbegabt und aufmerksamkeitsgestört

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Intelligenz, Sonntagskinder und Schulversager
Hochbegabung

Aufmerksam – was heißt das schon? Denken Sie nicht auch gerade an was anderes, während Sie diese Zeilen lesen? Pech gehabt, da müssen Sie wohl ein ADS haben … vielleicht sind Sie aber auch hochbegabt, dann geht vielleicht beides …

Ja, wer glaubt denn heute noch daran, dass der Begriff ADS (=Aufmerksamkeitsdefizitstörung), der aus den späten 70ern und frühen 80ern stammt, überhaupt wiedergibt, was ein ADS so ausmacht? Hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass Hyperaktivität gar nicht mit einer „Konzentrationsstörung“ einhergeht? Dass das Ergebnis eines D-2-Tests – meine Co-Bloggerin Frau Baudson erwähnt diesen – gar nicht trennscharf für eine ADHS verwendet werden kann? Und dass – wenn überhaupt – nur der mit einem so genannten Träumer-ADS eine wirkliche Beeinträchtigung seiner Aufmerksamkeit erlebt?

Kein Mensch hat ein Aufmerksamkeitsdefizit, nur im Vollrausch oder im spätem Stadium einer Demenz, aber schon gar nicht ein Hochbegabter oder jemand, der selbstbestimmten Tätigkeiten nachgeht: Wäre WoW-Spielen oder Harry-Potter-Lesen ein leitendes Kriterium, gäbe es keine ADS/ADHS. Der Kern einer ADS/ADHS ist eine Störung der Aufmerksamkeitslenkung, nicht der Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsfähigkeit an sich. Betroffene können ihre Aufmerksamkeit nicht adäquat lenken, wenden sich vermeintlich unwichtigen Reizen zu oder driften inneren Interferenzen folgend ab. Aufmerken und Konzentrieren können sie sich schon, leider nur nicht wie gewünscht.

Schauen wir uns die Kriterien für ADS/ADHS an und wenden uns daher dem DSM-IV zu (wer mag, darf auch die ICD-10 verwenden). Hier taucht neben der Hyperaktivität, die ohnehin ein wenig aus dem Begriff Aufmerksamkeitsdefizit herausfällt, die Impulsivität auf, die gut überschaubar ist. Aber nun kommt die Unaufmerksamkeit ins Spiel. Wer sagt, dass wer unaufmerksam ist? Die Lehrerin zum Schüler oder der Schüler zur Lehrerin? Die qualitative Betrachtung macht unaufmerksames Verhalten erst aus! Kinder lernen ja bekanntermaßen. Kinder lernen auch, in welchen Situationen man welches Verhalten an den Tag legen sollte. Hierfür sind kognitive Muster verantwortlich, die z.B. die situativen Unterschiede erkennen und eine Rückmeldung zum entsprechenden Gedanken- und Verhaltensmuster liefern. Auch sind daran Muster zur Kontrolle gekoppelt, dass Impulse gehemmt werden, oder auch Erwartungsmuster, die uns sagen, dass es sich lohnt, etwas zu tun. Gemäß dieser alters- und entwicklungsorientierten Maßstäbe kann betrachtet werden, ob ein Verhalten aus der Norm herausfällt oder nicht. Hierfür sind daher alltägliche und normorientierte Umstände zu betrachten, nicht aber selbstbestimmte und somit höchst individuelle.

ADHS-ler sind grundsätzlich gelangweilt. Alles ist langweilig, insbesondere schulische Tätigkeiten. Ist das nun wirkliche Langeweile? Eine Hypothese ist die, dass bereits ein erstes Erfahrungslernen ansetzt: Die implizite Erwartung, die Anforderungen nicht erfüllen zu können, ist infolge der ADS bereits wirksam. Das Konzentrationsniveau senkt sich infolge der abfallenden Motivation ab. Das ist die eine und ältere Seite. Alternativ findet zunehmend die Tatsache Zustimmung, dass Störungen im Belohnungs- und Motivationssystem für die Schwäche verantwortlich sind: Wenn ein Reiz keine Motivation auslöst bzw. Belohnung in Aussicht stellt, schaltet das Gehirn auch nicht auf Konzentration um. Warum sollte es auch – ist ja nichts, was erstrebenswert wäre…

Wie sieht denn Langeweile bei Hochbegabten aus? Sozusagen ganz im Sinne reaktiven ADS/ADHS bei Hochbegabung und Fehldiagnose, wobei – das sei angemerkt – eine ADS (die ohne H) da schon auszuschließen wäre. Hierzu hätte ich gern Rückmeldung! Allerdings mit einer kurzen Definition, was Langeweile eigentlich ist. Und dann sehen wir weiter…

Veröffentlicht von

Götz Müller ist Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut und Leiter des Instituts für Kognitive Verhaltenstherapie (IKVT). Er arbeitet beratend und diagnostisch mit Familien hoch begabter Kinder und Jugendlicher. In der psychotherapeutischen Arbeit beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit dem Underachievement bei Hochbegabten, hier insbesondere bei Jugendlichen.

13 Kommentare

  1. @Götz Müller: Phänomene

    “Wie sieht denn Langeweile bei Hochbegabten aus?”

    Das weiß ich leider auch nicht. Aber Langeweile kann auch etwas zusätzlich Lähmendes haben: Man kann so gelangweilt sein, daß man sich zu nichts mehr aufraffen kann.

    Hilft das irgendwie weiter?

  2. @ Elmar Diederichs

    Lähmung durch Langeweile –

    ein Ansatz, der den Anteil von Unaufmerksamkeit vielleicht erklären könnte. Doch woher kommt die Langeweile?
    Nichts Reizvolles zugegen? Dann könnte man ja schon einen Gang runterschalten …

  3. Definition von Langeweile

    Langeweile wird meiner Meinung nach von dem Umfeld und sogar in den Schulen von den Lehrpersonen geradezu produziert. Produziert in vielen Schritten wie bei der Produktion ienr Jeans. Schritt für Schritt aber zielgerichtet. Unterrichte schon 15 Jahre, auch ADHS und ADS Kinder und Jugendliche und merke schon ewige Zeiten, dass nicht sie oder ihr Verhalten unter KOntrolle gebracht werden muss, so wie es viele handhaben, sondern, sondern dass das Umfeld endlcih mal verstehen muss das Reize, meiner Meinung nach auch unzählige Reize für jedes Gehirn in der heutigen strukturierten Welt von Kindern und Jugendlichen sehr wertvoll sind.Geht man davon aus, dass C. Rogers den Menschen als ein Individuum sieht welches aktiv nach Selbstverwircklichung und Selbstaktualisierung strebt, sind die ADHS und ADS Betroffenen dem Gedanken wohl am nächsten.

  4. verdammt. das ist ein wirklich grässlich langer kommentar geworden!
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    die welt ist komplex, sie stellt einen ständig vor neue herrausforderungen. wenn man denn hinsieht!

    und was passiert in unserer gesellschaft? wir sperren alle, aber eben auch unsere klügsten köpfe, in eine institution, die sie unterfordert/chronischer langeweile aussetzt.
    und das alles passiert in der zeit in der das gehirn phasen druchläuft, in denen es so plastisch und damit lernfähig ist, wie das ganze restliche leben nicht mehr.
    und was für aufgaben bekommt man vorgesetzt? zum 500sten mal soll man eine blöde quadratische gleichung nach deren x stellen auflösen(du hast es schon beim ersten mal begriffen! – nicht falsch verstehen, ich liebe mathe!), und schon wieder eine stupide kurzgeschichte lesen und darüber den immer gleichen enheitsbrei, balblabla, auspucken(und dann wollen die dir auch noch sagen was du darüber zu denken hast!). wieder und wieder und wieder und wieder…..13 verdammte scheiß jahre lang!!!!
    ich habe nach 7 jahren dicht gemacht. und heute weiß ich, dass diese 7 jahre zu viel waren.

    ich bin der meinung, dass das gehirn benutzt werden muss um nicht zu degenerieren. es verhält sich da wie mit muskelzellen. wenn du dich nicht bewegst werden sie abgebaut.
    das gleiche passiert mit dem gehirn, wenn es sich zu lange langweilt und das ist nun ein mal eine gefahr, mit der sich hochbegabte und im besonderen besonders hochbegabte menschen mit einer größeren wahrscheinlichkeit konfrontiert sehen.
    der körper hält keine gewebestruktur aufrecht die nicht benötigt wird, die aber eine unmenge an energie verschwendet! schluss. punkt. ende. aus!
    das gehirn/der körper weiß aber auch, dass die intelligenz etwas schützenswertes ist, denn der jetzige, zwar langweilige zustand, könnte sich ganz schnell ändern(und dann braucht man ein gut funktionierendes gehirn). (hier arbeiten gleichzeitig zwei triebe entgegengesetzt zueinander. und am ende gewinnt einer. wie in der physik. zwei kräfte wirken, am ende heben sie sich entweder auf, dann bewegt sich nichts, oder die stärkere kraft gibt die richtung an. sie wird aber von der anderen kraft in ihrer wirkung beschränkt) und das bedeutet, dass es versucht mit allen mitteln gegen die voranschreitende degeneration anzukämpfen. das kann durch träumereien, und einem drang zur bewegung passieren.(das sieht man auch bei dementen menschen. ab einem gewissen punkt entsteht ein unstillbarer drang zu laufen. das ist ein letzter mechanismus des gehirns gegen die immer weiter fortschreitende degeneration anzugehen. leider vergeblich. und wenn man demente leute davon abhält, sterben sie früher.)

    das endresultat dieses prozesses sind deprtessionen(, bipolarität), vllt sogar schizophrenie.

    aber die meisten psychologen wollen hochbegabung nicht in der nähe dieser beiden “krankheitsbilder” sehen.

    für die gibt es wenn überhaupt menschen, die neben ihrer hochbegabung eben AUCH NOCH eine veranlagung zur depression/schizophrenie/blalala haben, bzw meinen sie, irgendeine im leben eingetretende körperliche schädigung allein sei der grund. ich sage, das ist möglich – ja! aber in den meisten fällen totaler blödsinn!
    die wollen die unbequeme wahrheit nur nicht wahr haben.

    das tragische an der ganzen sache. eigentlich ist das leben, wie zu anfang schon geschrieben, garnicht langweilig. nur diese blöde schule ist es. naja, und die meisten menschen. zumindest vom standpunkt eines hochbegabten menschen aus gesehen.

    eine weitere sache die mich nervt! und die ich noch hier loswerden möchte.
    “erfolgreiche” hochbegabte: also jene, die obgleich sie sich natürlich auch oft in der schule gelangweilt haben, es trotzdem dadurch schafften, studierten und erfolgreich im berufsleben wurden/werden. einerseits ist das natürlich gut, für sie und für die gesellschaft(in einigen fällen auch weniger ^^), andererseits aber ist es auch sehr fatal, dass hochbegabung hauptsächlich mit diesen individuen assoziiert wird.
    ich bin der meinung, dass dadurch eben unbequeme hochintelligente menschen aus dem blickfeld geraten und häufig nur als defekte hochbegabte verstanden werden.
    ich bin der meinung das das eine absolut falsche(ja, falsche, hier lässt sich nichts relativieren)sichtweise ist.
    ich bin der meinung, dass all die hochbegabten, auf ihren verschiednen niveaustufen, wie auch charakterausprägungen ihren wert haben(vielfalt).
    der angepasste hochbegabte zb hält die hochkomplexen systeme einer gesellschaft am laufen(er bewahrt sozusagen das wissen und vermittelt es weiter). die hochbegabten, die weder “erfolgreich” wurden, aber sich auch nicht im kampf mit der gesellschaft befinden(der eigentlich hochbegabte schreiner, der mit seinem leben so zufrieden ist und sich in seiner freizeit, wenn er das möchte, mit hochkomplexen fragen befasst), sind potenziale, die überall in der gemeinschaft verteil(wenn auch rar) anzutreffen sind und bei gefahren aktiviert werden können. und der rebellische, bzw existentialistische hochbegabte, stellt unter anderem dinge in frage und nunmal auch die gesellschaft, was dann zum scheitern in dieser führen kann.
    hier, allerdings, sehe ich ein problem. da nur sehr wenige querdenkerische hochbegabte es heutzutage bis zur hochschule schaffen und auch da oft genug scheitern(an den strukturen, nicht an den intellektuellen anforderungen), hat die heutige wissenschaft und somit die gesellschaft ein inzuchtproblem! es sind nunmal oft nicht die normalen, gut angepassten hochbegabten die veränderungen und neuerungen bringen, da muss man nur einen blick in die wissenschaftsgeschichte werfen. es waren oft die freaks und viele von denen waren sehr unbequem.

    und genau dieser typus wird heute als grundlegend defekt definiert! und oft schon im kindesalter abgegrast und der therapie zugeführt.

    und wie soll ein mensch sich auch nur ansatzweise seinen potenzialen nach entwickeln, wenn er sich ständig als krank, defekt wahrnehmen muss. wenn er seinen eigenen wahrnehmungen nicht trauen darf, eben weil er ja so gestört ist! das ist es, was ihm sein gesamtes umfeld vermittelt, und alle können sich ja nicht irren. bzw ist dies sehr unwahrscheinlich. das ist eine grundlegende logische operation(die natürlich durch komplexere außer kraft gesetzt werden kann), der jeder mensch zu bestimmten zeiten in seinem leben folgt. auch hochbegabte, besonders wenn sie noch jung sind. noch nicht genügend erfahrungen sammeln konnten, auf deren auswertung sie höhere logische operationen für sich entdecken, oder entwickeln konnten.

    also, hochbegabte, die sich langweilen sind meistens die, die besonders unangenehm auffallen!

    so, das war es jetzt aber auch. es folgt nur noch eine kleine info:
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    ich muss dazu sagen, dass ich nicht offiziell getestet wurde. aber ich sehr stark vermute(oder wunschträume), dass ich es bin.
    aber mein bruder wurde als jugendlicher, zwangsweise “diagnostiziert”. das hat er aber erst viele jahre später herausgefunden. er hat dann vor ein paar jahren, weil er es wissen wollte, noch einen offiziellen test gemacht. das ergebnis 132. und wenn man den studien über hochbegabung glaubt, dann bin ich mit großer wahrscheinlichkeit irgendwo im bereich +-10iq-punkte.
    mein bruder ist ja der meinung ich sei intelligenter als er. ich weiß nicht. eine solche vorstellung ist natürlich schmeichelhaft, aber ich sage dazu mal nichts. ohne einen “professionell” ermittelten iq-wert würde ich mich niemals als tatsächlich hochbegat bezeichnen….obwohl ich auch nicht jedem testergebnis vertrauen würde. ganz egal wie gut ich abschneiden würde. wenn ich zu hoch abschneiden würde, dann würde ich höchstwahrscheinlich die validität des testes anzweifeln. lol
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    und sorry, dass das hier jetzt alles etwas konfus formuliert ist. ich bin zu faul es klarer auszudrücken. dafür müsste ich das alles nochmal durchgehen und bla.

  5. Langeweile

    Möglicherweise lässt es sich auf die Variable p r o f i t reduzieren. Diese allerdings unterliegt individuellen und situativen Schwankungen. Sicher gibt es so etwas wie ein “erhöhtes Kognitionsbedürfnis”, aber selbst nur h a l b w e g s konsistente Frustrationserlebnisse verstärken tendenziell eher negativ (zumindest wenn man zur Faulheit tendiert – was übrigens schon als fMRI-Korrelat zu ü b e r d u r c h s c h n i t t l i c h e n i n t e l l e k t u e l l e n F ä h i g k e i t e n [auf die konkrete Formulierung nagele man mich bitte hier nicht fest] gefunden worden sein soll).

    Andererseits gilt es natürlich unterschiedliche Reifungsstadien zu berücksichtigen, auch und gerade bei außerdurschnittlicher Entwicklung und auch im Hinblick auf klinisch-pathologische Perspektiven. (Die Entwicklungspotentiale und Interventionsmöglichkeiten unterscheiden sich mit einigen Jahren Alters-Unterschied bisweilen beträchtlich. Das wiederum nicht ausschließlich aus subjektiven, sondern auch aus gesellschaftlichen Gründen – doch ich mag nicht unnötig abschweifen.)

    Letztlich gilt in jedem Lebensabschnitt und mit welchen Voraussetzungen auch immer: das worauf man L U S T verspürt, wird man z u s e l t e n tun dürfen. Vieles von dem was man S O L L um systemisch integriert zu sein (wer will schon wirklich “lonesome rider” s e i n ?) ist nur mühsam und häufig nur über den Umweg der Instrumentalität als verhaltenswirksames Motiv zu internalisieren.

    Übrigens: Langeweile ist m. E. die wahrenommene Unfähigkeit, sich ein Lusterlebnis zu verschaffen (hierfür mehrere mögliche Ebenen – letztlich entscheidend: die psychisch-mentale), mithin also ein Frustrationserlebnis.

    Vorteil dieser Def.: Selbst nicht als belohnend erfahrene Tätigkeiten wirken hier der Langeweile entgegen. (Bspw. Autofahren wenn man schon mehr als 10 Jahre fährt, die juvenile Aufregung also nicht mehr greift, die Aufgabe aber trotzdem i n t e r e s s a n t bleibt.
    Auch Tätigkeiten unter hohem Druck/Stress (Akkordarbeit etwa) lassen wenig Raum für Langeweile.
    F l o w-Erlebnisse (etwa auch: Akkordarbeit) wiederum geben ein Effizienzempfinden, das positiv getönt ist und ebenfalls “kurzweilig wirkt”.

    Guten Abend.

  6. Ganz Kurz:Chapeau!

    Sie sprechen genau die Gegebenheiten und Schlussfolgerungen aus,die ich seit langer Zeit in meiner Praxis bezüglich “ADS” den Eltern bzw.Lehren versuche zu vermitteln.

    Wie stehen Sie zu meiner Erfahrung, dass sehr viele”Hochbegabte” ,die Störung der Aufmerksamkeitslenkung erworben haben?

    LG
    Marion Nölle

  7. Langeweile

    “seitdem ich tun kann, was ich will, langweile ich mich nicht mehr…”
    dieser Satz trifft auf mich selber zu, aber auch auf andere Menschen, mit denen ich schon ueber Langeweile gesprochen habe. Zum Beispiel meine Mutter.

  8. ADHS/HB

    Es gibt uns!
    In den USA gibt es sogar einen hilfreichen Namen: twice exceptional. Der gilt fuer die klugen hibbeligen, wie auch fuer die klugen Legastheniker etc. etc.
    Kurz also: Eine HB Diagnose muss nicht eine ADHS Diagnose ausschliessen.
    Wie sieht die Langeweile aus:
    Eine Langeweile von der man sich nicht befreien kann, weil einem die Handlungsimpulse fehlen.
    Endlich (mit 40)habe ich die Doppeldiagnose und ordentlich Ritalin um meine HB zu nutzen.
    Ich wuerde gern mehr ueber dieses Thema wissen hoeren.

  9. Vllt können Sie mir weiter helfen.kann das sein das mein Kind AD(H)S hat???

    Hallo ich habe mich heute hier angemeldet weil ich einfach nicht mehr weiter weiss..
    Ich habe einen 2 jährigen Sohn..Der mir ganz große probleme macht.. ich habe seit über ein jahr nur noch stress mit ihm.. es find vor über ein jahr an das er anzeichen machte das er nicht hört und nur noch agressiv zu allen ist.. mein sohn er beißt,haut und schmeißt deine spielsachen nach uns.. wenn wir nein sagen… wenn er was nicht darf oder nicht machen soll.. wenn er nur das wort nein hört rastet er völlig aus.. an starke anfälle von wutausbrüchen..er tu sich dabei selbst verletzten und weint noch nicht mal wenn er das macht.. er schreit nur noch… ich habe auch schon mit vielen ärtzen gesprochen aber die glauben uns nicht wenn wir denen das erzählen..uns haben die gesagt wir sollen zur einer Erziehungsberatungsstelle gehn habe ich dann auch gemacht und was hab ich zu hören bekommen ich solle mein kind in watte einpacken oder meine mödel in watte einpacken.. weil er sich selber verletzen tut.. die sind garnicht auf meine probleme eingegangen..die haben nur gesagt das sei normal das er vieles ausprobieren will.. aber ich muss auch sagen das ich seit fast 2 jahren eine familienhelferin habe und selbst sie weiss einfach nicht mehr weiter mit meinen sohn.. ich war dies jahr im SPZ in Göttingen da wart die härte die kinderärtzin hat mich als mama ganicht ernst genommen und meinete das die eltern schuld haben an der erziehung und dann fing sie auch meine familienhelferin an schlecht zu machen.. und dabei kam auch nichts raus.. wie das gleiche halt.. dann waren wir ja auch bei den kinder psyologe und der hat gemeint das er nur leicht auffällig ist.. aber mehr auch nicht nur uns infoblätter gegeben wie was wir machen können aber das wusste ich schon alles..und dann war ich auch so schlau wie vorher.ach was der kinderpsyologe noch meinte ich solle ein tagebuch führenwie oft diese wutanfälle kommen..wenn ich das mache dann bin ich nur noch am schreiben.ich weiss einfach nicht mehr weiter mit meinen kind ich habe keine kraft mehr und meine nerven sind völlig kaputt.. ich habe im juli dieses jahr noch ein kind bekommen.. aber es wurde dadurch auch nicht besser..ich bin völlig ratlos mir will einfach keiner helfen..seine anfälle werden von tag zu tag schlimmer er schreit oder bekommt den wutanfall einfach so..er kann ja auch noch nicht mal ruhig am tisch sitzen und essen.. mach alles kaputt sein spielzeug.. und er knibbelt die farbe von seinen wänden ab im kinderzimmer..das kann doch nicht alles war sein.. vllt könnt ihr uns ja helfen.. weil ich und mein mann wir streiten uns jeden tag.. ich möchte nicht das meine ehe daran kaputt geht.. und mein anderer sohn muss das auch nicht alles mit bhekommen das wir uns nur noch streiten oder wir am schreien sind weil mein 2 jähriger sohn nicht hört normal können wir nicht mit ihm reden nur noch in so einen befehlsston.. aber hören tut er kaum..ich hoffe das ich vllt hilfe hier von euch bekomme..
    danke schon mal im voraus..
    liebe grüße michaela…

  10. Hier meine Rückmeldung bezüglich Langeweile:
    Für mich ist es die ständige Suche nach Herausforderung, Aufgaben, eine innere Unruhe. Freude kann ich meist durch das zeitweilige völlige Aufgehen in einer (möglichst zielgerichteten) Tätigkeit empfinden. Interessant in Bezug auf Ihren Artikel ist, daß ich bei Selbsttests stark erhöhte Werte für ADHS und Asperger aufweise, ohne diese Störungen zu haben. Als Kind war ich hochbegabt, konnte aber schlecht zuhören und hatte extrem hohe Ansprüche an mich selbst. Ich glaube allgemein, daß durch schlampige Analyse recht schnell falsche Diagnosen gestellt werden, insbesondere wenn nur Fragebögen abgearbeitet werden. Der Sohn einer Freundin soll beispielsweise angeblich ADHS haben, was ich stark bezweifele.
    Der obige Text ist sehr interessant gewesen, danke fürs Hochladen.

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