Spieltheorie und die Evolution des guten Menschen

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Laureates of mathematics and computer science meet the next generation
Heidelberg Laureate Forum

Zwei Menschen, nennen wir sie A und B, verabreden ein Geschäft, aber aus irgendwelchen Gründen kann der Tausch Ware gegen Geld nicht persönlich stattfinden. Stattdessen soll A die Ware an einem vereinbarten Ort deponieren und B das Geld an einem anderen Ort (beide Orte werden vor dem Rest der Welt sorgfältig geheimgehalten). Später holen beide ab, was ihnen zusteht; sie kennen sich nicht und werden nie wieder etwas miteinander zu tun haben.

Wenn die beiden Beteiligten so handeln und denken, wie die klassische Wirtschaftswissenschaft es sich vorstellt, kann aus dem Geschäft nichts werden. Der homo oeconomicus der Theorie ist ein „rationaler Nutzenmaximierer“: Ihn interessiert einzig sein eigener Vorteil (den er auch in jeder Situation zu berechnen weiß); menschliche Regungen wie Mitgefühl oder ein Sinn für Fairness sind ihm ebenso fremd wie Neid, Missgunst oder Rachsucht. Mit seinen Mitmenschen hat er ausschließlich im Rahmen eines Geschäfts zu tun, und darüber hinaus muss er sie nicht kennenlernen. Es ist sogar hilfreich, wenn die Geschäftspartner nicht wissen, wie es ihm geht. Dieses Unwissen hindert sie nämlich daran, ihn zu übervorteilen, wenn er in Not ist.

In dem geschilderten Szenario denkt sich A wie B: „Wenn wir beide unsere Verabredung einhalten, habe ich einen Nutzen davon. Aber wenn ich sie nicht einhalte, habe ich den größeren Nutzen: Ware, ohne etwas bezahlt zu haben, beziehungsweise Geld, ohne etwas geliefert zu haben. Wenn der andere sie nicht einhält, ist es für mich sowieso besser, nicht zu liefern. Also ist es in jedem Fall für mich vorteilhaft, die Vereinbarung nicht einzuhalten.“

Jetzt kommt eine typische Argumentationsfigur der Spieltheorie: A denkt nicht nur darüber nach, was er selbst tun will, sondern auch darüber, was B denkt, insbesondere, was B denkt, dass A denkt, dass B denkt … Theoretisch könnte das Nachdenken über das Nachdenken über das Nachdenken … in einen unendlichen Regress ausarten, aber hier endet die Gedankenfolge sehr schnell in einem unerfreulichen Zustand, der nach seinem Entdecker John Nash „Nash-Gleichgewicht“ heißt. Beide kommen zu dem Ergebnis, nicht zu kooperieren, weil jede einseitige Abweichung von dieser Strategie zum Nachteil des Abweichlers ausschlagen würde. Natürlich könnten beide einen großen Vorteil vom Kooperieren haben, aber dazu müssten sie sich aufeinander verlassen können – was nach Voraussetzung nicht möglich ist.

In der Literatur läuft dieses viel diskutierte Problem unter einem ziemlich irreführenden Namen: Gefangenendilemma. In der zugehörigen Geschichte geht es nicht um zwei Geschäftsleute, sondern um zwei Kriminelle, die verhaftet wurden und getrennt voneinander verhört werden. Da die Beweislage dünn ist, bietet der Kommissar jedem von ihnen einen Deal an: Verpfeifst du deinen Kumpel, kriegst du Strafmilderung als Kronzeuge, und der andere wandert für fünf Jahre in den Knast. Wenn allerdings beide gestehen, war’s das mit der Kronzeugenregelung.

„Kooperieren“ heißt also in diesem Szenario „schweigen“, „nicht kooperieren“ ist „gestehen“. Und wenn die Gauner nicht durch brüderliche oder ähnliche Bande miteinander verbunden sind, kommen sie zum selben Ergebnis wie oben die Geschäftsleute: Sie verpfeifen einander – gut für die Polizei, schlecht für die Verbrecher. Um also das Gefangenendilemma im Wortsinn zu würdigen, muss man die Gaunerperspektive einnehmen, was gelegentlich zu Verwirrung führt.

Einerlei – die Spieltheorie setzt beide Geschichten in dieselbe abstrakte Darstellung um: eine Auszahlungsmatrix. Darin ist für jede Kombination der möglichen Verhaltensweisen beider Spieler eine „Auszahlung“ verzeichnet, das ist der Nutzen, den jeder der beiden aus der jeweiligen Situation zieht, ausgedrückt durch gewisse Zahlen.

Die Auszahlungsmatrix, mit der üblicherweise das Gefangenendilemma diskutiert wird. Die erste Zahl in der Klammer bezeichnet die Auszahlung für A, die zweite für B. Beiderseitige Kooperation bringt beiden Beteiligten einen Nutzen von 3 (in irgendwelchen Einheiten), erfolgreiches Betrügen dem Betrüger 5 Einheiten, dem Betrogenen gar nichts, und wenn beide nicht kooperieren, kommen sie immerhin noch mit einer Auszahlung von 1 davon. Dabei kommt es auf die Zahlenwerte nicht besonders an. Damit das Gefangenendilemma seine Wirkung entfaltet, muss nur die Reihenfolge gewahrt bleiben: Erfolgreich betrügen ist günstiger als erfolgreich Kooperieren ist günstiger als erfolglos Betrügen ist günstiger als Betrogenwerden. Und zweimal erfolgreich Kooperieren bringt mehr ein als einmal erfolgreich Betrügen und einmal Betrogenwerden.

So weit, so schlecht. Aber wie kommt man aus der Falle des Nash-Gleichgewichts wieder heraus?

Überraschend einfach. Es genügt, wenn das seltsame Geschäft wiederholt stattfindet („iteriertes Gefangenendilemma“ oder IPD wie iterated prisoner’s dilemma). Dann nämlich lässt die Aussicht auf zukünftige profitable Geschäfte es sinnvoll erscheinen, zunächst zu kooperieren, selbst wenn man dabei einen herben Verlust riskiert. So denkt A und weiß, dass B genauso denkt; schließlich steckt der in derselben Situation. Und schon steht das bisher so feste Nash-Gleichgewicht auf der Kippe.

Nur: Ein klares Ergebnis, zum Beispiel dass es rational wäre, stets zu kooperieren, gibt die Theorie nicht her. Zu wild und unübersichtlich sind die Gedankenketten der Art „A denkt, dass B sich überlegt, A zunächst in Sicherheit zu wiegen, dann aber aufs Kreuz zu legen, woraufhin A sich vornimmt, rechtzeitig das Kooperieren einzustellen (aber wann ist rechtzeitig?) …“

An dieser Stelle kommt die Computersimulation ins Spiel. Was auch immer die Beteiligten sich denken mögen, am Ende läuft es auf eine schlichte Handlungsanweisung hinaus: Gegeben ein bisheriger Geschäftsverlauf – beim ersten Mal habe ich kooperiert, der andere aber nicht, beim zweiten Mal war’s umgekehrt, beim dritten Mal haben wir beide die Vereinbarung eingehalten …; dann sagt mir die Anweisung, ob ich diesmal kooperieren soll oder nicht. Das ist nichts weiter als eine mathematische Funktion, realisierbar durch ein Computerprogramm. Nun kann man viele verschiedene Programme gegeneinander antreten lassen und sehen, welches hinterher am besten dasteht, gemessen an der Summe der erreichten Auszahlungen.

Genau das hat der Politologe Robert Axelrod von der University of Michigan in Ann Arbor getan. Er lud 1979 etliche Fachleute ein, programmierte Strategien für das iterierte Gefangenendilemma einzureichen, und ließ sie alle gegeneinander antreten. Damit löste er eine Lawine von Forschungsaktivitäten aus, deren Ausläufer bis in die jüngste Zeit reichen.

Aus Axelrods erstem Turnier ging ein sehr einfaches Programm als klarer Sieger hervor: „Tit for Tat“, eingereicht von dem Mathematiker und Philosophen Anatol Rapoport (1911–2007), der insbesondere für seine Untersuchungen zum iterierten Gefangenendilemma berühmt geworden ist. „Tit for Tat“, zu übersetzen ungefähr mit „Wie du mir, so ich dir“, kooperiert im ersten Schritt und tut in jedem folgenden Schritt das, was der Partner unmittelbar zuvor getan hat. Auch in einem Folgeturnier, in das die Beteiligten die Erfahrungen des ersten einbringen konnten, errang „Tit for Tat“ mit deutlichem Abstand die höchste Punktzahl.

Das Ergebnis will einem zunächst nicht in den Kopf. „Tit for Tat“ kann nämlich nie eine höhere Punktzahl erzielen als sein Partner. Warum? Kooperieren beide, gewinnen auch beide je 3 Punkte. Gewinnt „Tit for Tat“ durch Betrügen, dann ist es im Zug vorher selbst betrogen worden. In der Gesamtbilanz beider Züge ist es zumindest nicht der Gewinner. Gesamtsieger wird es nur dadurch, dass es in seiner Umwelt, sprich der Gesamtheit der Turnierteilnehmer, ausreichend Gleichgesinnte findet, während die weniger gutartigen Konkurrenten zwar immer besser aussehen als ihre Partner – das ist der unmittelbare Effekt davon, dass man sich gegen das Kooperieren entscheidet –, aber es zu nichts bringen, weil auf die Dauer niemand mit ihnen kooperiert.

Eine genauere Analyse der Turnierergebnisse bringt vier Eigenschaften zu Tage, über die eine Strategie verfügen muss, um in zahlreichen Umwelten zu bestehen:

  1. „nett“: kooperiere im ersten Zug;
  2. „provozierbar“: lass dir nicht jeden Betrug gefallen;
  3. „nicht nachtragend“: kehre rasch wieder zur Kooperation zurück, wenn es dir angeboten wird;
  4. „durchschaubar“.

Was hat es mit der letzten Eigenschaft auf sich? Selbst ein primitives Computerprogramm analysiert, wenn auch in einem sehr rudimentären Sinn, das Verhalten seines Partners. Ist dieses Verhalten einfach zu verstehen, dann ist es auch den beschränkten kognitiven Möglichkeiten eines Programms zugänglich. Ja, das ist alles sehr allegorisch zu verstehen – kommen Sie jetzt bloß nicht auf die Idee, eine Diskussion darüber zu eröffnen, ob ein Programm Bewusstsein haben kann. Drücken wir es weniger vermenschelnd aus: Ein einfach gestricktes Programm kann mit größeren Erfolgsaussichten auf die Aktionen seines Partnerprogramms reagieren, wenn dieses ebenfalls einfach gestrickt ist.

Jetzt kommen die Evolutionsbiologen ins Spiel und erweitern das Turnier auf ihre Weise. Wie zuvor spielt eine bunte Mischung von Programmen jeder gegen jeden. Dann hat jedes Programm Nachkommen (Klone, um genau zu sein), und zwar proportional zur erzielten Punktzahl. Das leuchtet ein: Je fetter das Tierchen geworden ist, desto mehr Eier kann es legen. In der nächsten Generation treten die Kinder der Urprogramme gegeneinander an, und so weiter.

Schon nach wenigen Generationen dominieren die Programme, die über die vier genannten Eigenschaften verfügen, das Geschehen. Bereits ein kleines Häuflein „Tit for Tats“ gedeiht in einer übermächtigen feindlichen Umwelt und vermehrt sich, bis es die bösartigen Typen an den Rand drängt.

Wie es sich für Evolutionsbiologen gehört, bereichert man das Modell um Mutationen: In jeder Generationen werden neue Programme eingemischt, die nicht von den bereits etablierten abstammen. Dazu gehören einerseits solche, die noch viel gutwilliger sind als „Tit for Tat“, bis hin zu bedingungslos Kooperierenden. In einer Gesellschaft, in der Kooperation ohnehin Standard ist, fallen diese Typen überhaupt nicht auf.

Andererseits kann sich ein bedingungsloser Betrüger, der in einem solchen Ökosystem neu auftaucht, an den zahlreichen Naivlingen dick und fett fressen und eine kopfstarke Dynastie gründen. Die treibt ein paar Generationen ihr Unwesen, rottet die allzu Gutwilligen aus – und stirbt dann selbst aus, weil sie eben mit ihresgleichen nicht auf einen grünen Zweig kommt.

Knapp zwanzig Jahre nach Axelrods erstem Turnier haben die französischen Informatiker Jean-Paul Delahaye und Philippe Mathieu eine erweiterte Version des Turniers veranstaltet und ausführlich analysiert: „Altruismus mit Kündigungsmöglichkeit“. Jeder spielt 1000 Mal gegen jeden. Außer zu kooperieren oder auch nicht, hat man die Option, die Geschäftsbeziehung unwiderruflich zu beenden, was beiden Beteiligten zwei Punkte einbringt – für jedes Spiel, das dann nicht mehr stattfindet.

In der Analyse konnten Delahaye und Mathieu Axelrods Ergebnisse im Großen und Ganzen bestätigen: Die vier genannten Eigenschaften sind wesentlich für den Erfolg. Die evolutionären Szenarien konvergieren in aller Regel gegen den idyllischen Zustand – alle kooperieren –, und der erholt sich auch von einem Einbruch bösartiger Strategien. „Tit for Tat“ landet irgendwo im Mittelfeld; dank der komplizierteren Umwelt haben kompliziertere Strategien bessere Chancen.

Da drängen sich Schlussfolgerungen für den Umgang der Menschen miteinander geradezu auf. Es ist gut und richtig, Vertrauensvorschuss zu geben, Übeltaten zu verzeihen und auf Hinterhältigkeiten zu verzichten. Das hat frappante Ähnlichkeiten mit dem, was einem die Bibel erzählt. Nur die Begründung ist eine völlig andere: Eigennutz! Liebe deinen Nächsten, auf dass du lange lebest und es dir wohlergehe auf Erden. Nein, diese beiden Halbsätze gehören in der Bibel nicht zusammen. Aber in einer Gesellschaft, die sich den Prinzipien der Bibel verpflichtet fühlt – und sei es aus religiösen Gründen –, ist die Konvergenz zur Idylle rascher und stabiler. Denn jeder kann mit gutem Grund vermuten, dass sein Partner kooperiert.

Die Biologen finden im iterierten Gefangenendilemma eine gute Begründung dafür, dass sich Altruismus auch im Tierreich entwickelt, womit die frühdarwinistische Vorstellung vom Kampf aller gegen alle an entscheidender Stelle relativiert wird. Das gilt selbst dann, wenn von bewussten Strategien nicht die Rede sein kann. Die Menschen haben zweifellos von ihren tierischen Vorfahren einen gewissen Hang zum Altruismus geerbt. Und die Idee, dass dieses Merkmal auch heutigen Gesellschaften einen Selektionsvorteil bietet, scheint nicht ganz abwegig – was wiederum das Modell vom homo oeconomicus in Frage stellt.

Als Douglas Hofstadter (ja, der von „Gödel, Escher, Bach“) Axelrods Turnier im Mai 1983 im „Scientific American“ (auf Deutsch im August 1983 im „Spektrum der Wissenschaft“) vorstellte, nahm er derartige Schlussfolgerungen zum Anlass, eine kooperative Grundhaltung den beiden Herren nahezulegen, die am Drücker für die Atomwaffen saßen; die hießen damals Reagan und Andropow. Vor einem Jahr hätte man wahrscheinlich mit derselben Begründung gegen Trump argumentieren können.

Ja, solche Schlüsse von einem Computerturnier auf menschliche Gesellschaften sind äußerst problematisch. Der Siegeszug der kooperativen Verhaltensweisen ist zwar eindrucksvoll, aber stets abhängig von der Umwelt, in der diese Verhaltensweisen sich behaupten müssen. Und offensichtlich ist eine menschliche Gesellschaft sehr verschieden von ihrer primitiven Karikatur, die durch diese einfachen Computerprogramme verkörpert wird.

Gleichwohl bin ich überzeugt, dass Mathematik die Welt verbessern kann, und zwar auf einem ungewöhnlichen Umweg: indem sie den Menschen am – brutal vereinfachten – Beispiel demonstriert, dass edel, hilfreich und gut zu sein dem eigenen Wohlergehen förderlich ist.

Quellen

Douglas R. Hofstadter: Metamagical Themas. Darin Kapitel 29 „The Prisoner’s Dilemma. Computer Tournaments and the Evolution of Cooperation“. Basic Books, New York 1985. Erweiterter Abdruck der gleichnamigen Rubrik aus Scientific American, Mai 1983.

Deutscher Erstabdruck: Douglas R. Hofstadter: Metamagikum. Spektrum der Wissenschaft, August 1983, S. 8. Neu übersetzt als Kapitel in dem Buch Douglas R. Hofstadter: Metamagicum. Fragen nach der Essenz von Geist und Struktur. Klett-Cotta, Stuttgart 1993.

Robert Axelrod: The Evolution of Cooperation. Revised Edition, Basic Books, New York 2006. Deutsch: Die Evolution der Kooperation. 7. Auflage. Oldenbourg, München 2009

Mathematische Spiele und Strategien. Mathematische Unterhaltungen V. Sonderheft Spektrum der Wissenschaft; enthält Artikel der Rubrik „Mathematische Unterhaltungen“ zum Thema Spieltheorie. Neu aufgelegt als „Highlights 1/2021“.

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Christoph Pöppe (Jahrgang 1953) hat Mathematik und Physik studiert und über allerlei partielle Differenzialgleichungen geforscht, bis er 1989 ziemlich plötzlich Redakteur bei „Spektrum der Wissenschaft“ wurde. Fast 30 Jahre lang hat er für diese Zeitschrift Texte bearbeitet und selbst geschrieben, vornehmlich über Mathematik und verwandte Gebiete. Nach wie vor schreibt er gelegentlich Beiträge für die Rubrik „Mathematische Unterhaltungen“. Seine Liebe zum Fach lebt er auch in allerlei geometrischen Objekten aus, die gelegentlich – in Großveranstaltungen mit vielen Beteiligten – ziemlich monumental geraten. Nebenher bietet er in einem Internet-Laden Bastelbögen für allerlei geometrische Körper an.

69 comments

  1. Ethisch handeln aus mathematischer Sicht.
    bei gefangenen Schimpansen hat man beobachtet, dass die sogar untereinander tauschen, wenn also einer dem anderen eine Banane gibt und dann der andere tatsächlich sich revanchiert mit einem Gegengeschenk.
    Bei einer Spieltheorie darf man den Zufall nicht vergessen wenn man die Verhaltensregeln z.B. auf ein Pokerspiel überträgt.

  2. Für mich zeigt das Gefangenendilemma (von der Idee her: Kooperation ist eine Art gemeinsame Gefangenschaft) noch etwas ganz anderes als dass Kooperation sich unter bestimmten Umständen lohnt. Nämlich dass man wesentlich besser dran sein könnte, wenn man gar nie in die Gefangenschaft einer nötigen Kooperation hineingerät. Das Beste ist doch, wenn alle andern kooperieren müssen, man selber aber darum herumkommt. Wenn man sich quasi die Position des lachenden Dritten erobert. In der Saga des Gefangenendilemmas, in dem jedem Gefangenen der Status eines Kronzeugen versprochen wird, wenn er den anderen verpfeift, ist der lachende Dritte der Kommissar, welcher sich schon mal ausrechnet, dass beide Gefangenen sich wohl gegenseitig verpfeifen, etwas was für ihn selber (für den Kommissar) das Beste ist und ihn selber überhaupt nichts kostet.

    Da müsste man sich fragen: Gibt es denn eine Theorie des lachenden Dritten, gibt es irgendwelche Weisheiten und Sprüche in diese Richtung? Ja, denke ich. Es ist der Spruch: Divide et Impera. Der lachende Dritte regiert indem er Streit und Streitschlichtung (Kooperation) unter den von ihm Beherrschten provoziert. Diese armen Gefangenen (die Beherrschten) sind dann mit sich selbst beschäftigt, während man selbst zuschauen und sich amüsieren kann.

    • Das Beste ist doch, wenn alle ander[e]n kooperieren müssen, man selber aber darum herumkommt.

      Die Kooperation ist dem Menschen eigen, der eine stellt bspw. eine Ware bereit und will dafür eine andere, auf beiden Seiten kann spezifisch günstig produziert werden, es kommt zum Tausch, weil nicht alle alles gleich günstig produzieren können.

      Das mit dem Gefangenen-Dilemma wird hier nicht benötigt, ist womöglich nur, wegen gewisser Parallelen, ergänzend aufgeführt worden.

      Sie versuchen da, Herr “Holzherr” (die doppelten Anführungszeichen nur deswegen, weil sie nicht so heißen, üblicherweise nicht so genannt werden, und ein als solches unerkennbares Pseudonym benutzen), ein paar Gags hinzuzubauen, aber die gibt es m.E. nicht, wenn die (per se unsichere) Kooperation zwischen Erkenntnissubjekten wie vorgenommen sinnhaft bearbeitet wird.

      Wichtig ist natürlich der skizzierte Rahmen, der nicht verlassen werden können darf von den Spiel- oder Kooperationsteilnehmern, auch das Zauberwort Kultur spielt hier hinein.
      Ich glaube nicht, dass Tiere wie besprochen kooperieren.
      Ausnahmen mag es geben.
      >:->

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer

      • @Dr. Webbaer (Zitat):

        das mit dem Gefangenen Dilemma wird hier nicht benötigt, ist womöglich nur, wegen gewisse Parallelen, ergänzend aufgeführt worden.

        Falsch. Vielmehr gilt: ein Gedankenexperiment zum Thema Kooperation, welches als Beispiel ein Gefängnis wählt, macht dies nicht aus Zufall, sondern es will damit sagen: Interaktionen sind oft unumgänglich, sind erzwungen und man hat nicht die Wahl nicht zu interagieren, sondern nur die Wahl zu kooperieren oder nicht zu kooperieren. Und beides hat Konsequenzen.

    • Bonuskommentar hierzu :

      Da müsste man sich fragen: Gibt es denn eine Theorie des lachenden Dritten, gibt es irgendwelche Weisheiten und Sprüche in diese Richtung? Ja, denke ich. Es ist der Spruch: Divide et Impera. Der lachende Dritte regiert indem er Streit und Streitschlichtung (Kooperation) unter den von ihm Beherrschten provoziert. Diese armen Gefangenen (die Beherrschten) sind dann mit sich selbst beschäftigt, während man selbst zuschauen und sich amüsieren kann. [Herr “Holzherr”]

      “Divide et impera!” ist ein Organisationsprinzip, das die Schichtentrennung meint, wenn Sacharbeit geleistet wird.
      Es gibt da, soweit Dr. Webbaer weiß, keine ursisch-zynische Komponente, denn Herrschaftsfragen werden so nicht gestellt (weil sie (idealerweise) längst beantwortet sind).

      Das Denken in Schichten ist zentral, könnte zentral sein, für den hier gemeinten Primaten.
      Abstraktionsebenen zu erkennen, wie zu pflegen, ist ihm eigen (sozusagen evolutionsbiologisch, haha, angeleitet, siehe Primärinhalt), sicherlich gibt es hier einige Gags.
      ‘Streitschlichtung’ meint im hier (“Primärinhalt”) bearbeiteten Text nicht “Sozialgehabe”, gar Meditation (kleiner Gag am Rande : Horst-Eberhard Richter hat Unternehmensseminare gegeben, kostenpflichtig, Dr. W saß mal in einem drin und hat sog,. Mediation (als Selbstzweck, wie Dr. W findet) beworben, es war “schön”), sondern Reaktion auf Aktion im Sinne der Sachbearbeitung, die auch mal konfrontativ ausfallen kann.
      Interessen der Kooperationsteilnehmer jeweils wahrend.
      ‘Streitschlichtung” also eher “Sozialgehabe”, das Ausspielen von Interessen eher “Business”.

      MFG + HTH (“hope this helps”)
      Wb

      • Korrektur :

        * sog[]. Mediation


        Es musste statt ‘Meditation’ vorher ‘Mediation’ heißen.


        Dr. W weiß bis heute nicht, wo genau die Unterschiede liegen, die sog. Mediation meinend.
        Denkbarerweise haben hier Spaßbolde, nicht selten aus schnödem monetären Interesse (Horst-Eberhard Richter) auch hier Unfug getrieben.

      • @Dr. Webbaer (Zitat): “Divide et impera!” ist ein Organisationsprinzip, das die Schichtentrennung meint, wenn Sacharbeit geleistet wird.
        Richtig für die Informatik und das Management, falsch für die römische Auffassung von Aussenpolitik (Zitat Wikipedia):

        Divide et impera (lateinisch für teile und herrsche) ist eine Redewendung (im lateinischen Imperativ); sie empfiehlt, eine zu besiegende oder zu beherrschende Gruppe (wie z. B. ein Volk) in Untergruppen mit einander widerstrebenden Interessen aufzuspalten. Dadurch soll erreicht werden, dass die Teilgruppen sich gegeneinander wenden, statt sich als Gruppe vereint gegen den gemeinsamen Feind zu stellen.

        In der Informationstechnologie ist diese Strategie auch als Teile-und-herrsche-Verfahren bekannt.

    • Von einer Theorie des lachenden Dritten habe ich noch nicht gehört. Aber im Falle des Gefangenendilemmas wäre das ja quasi der Spielleiter, den gibt es ja im realen Leben eigentlich nicht, sondern der konstruiert hier die Modellsituation.

      In der Realität würde ich sagen, dass das Gefangenendilemma sich eben nicht idealtypisch stellt. So kann es einen gegenseitigen Vorteil durch Kooperation geben. Wenn dieser Effekt groß wäre, dann wäre das Gefangenendilemma ein irreführendes Modell. Und grundsätzlich sind reale Situationen durch durch Unsicherheit auf höherer Ebene geprägt. Den Beteiligten ist garnicht klar, was genau die Folgen von den verschiedenen Handlungen sind. Dies gilt natürlich nicht immer, sodass Gefangenendilemmata und free-rider-Probleme entstehen können.

    • @Martin Holzherr

      Der lachende Dritte regiert indem er Streit und Streitschlichtung (Kooperation) unter den von ihm Beherrschten provoziert.

      Ich bin mir bei ihren Formulierungen nicht sicher, ob Sie bemerkt haben, dass im Gefangenendilemma Kooperation bedeutet, mit dem Kommissar nicht zu kooperieren. Lachender Dritter wird er nur dann, wenn es ihm gelingt, Kooperation “unter den von ihm Beherrschten” zu verhindern.

      • @Joker: In der Tat spielt der Kommissar das Spiel „Divide et Impera“ und machen damit die Kooperation unter den Gefangenen schwieriger, nervenaufreibender und teurer. Der Kommissar erzeugt so etwas wie ein Preisschild, das auf den gewählten Handlungen steht.

        • @Martin Holzherr

          Der Kommissar erzeugt so etwas wie ein Preisschild, das auf den gewählten Handlungen steht.

          Wenn es der Kommissar wäre, der das Preisschild erzeugen würde, dann sollte er das doch wohl so machen, dass die Gefangenen mit ihm kooperieren, oder? Wie sehe deren Verhalten z.B. aus, wenn sie bei Schweigen (untereinander kooperieren) nur (2, 2) ausgezahlt bekämen?

          Mir scheint, es muss noch ein wenig Arbeit investiert werden, um zu einer Theorie des lachenden Dritten zu kommen.

  3. Erfreulich, als Spieltheoretiker zur Abwechslung einmal eine fehlerfreie und verständliche populärwissenschaftliche Darstellung des Gefangenendilemmas und der Evolution von Kooperation zu lesen. Gratulation!

  4. Zitat:

    “ Eigennutz! Liebe deinen Nächsten, auf dass du lange lebest und es dir wohlergehe auf Erden.

    Ja, deshalb füttern Jäger ihre spätere Beute (z.B. Hirsche) gern durch den Winter: damit sie dann im nächsten Herbst lohnenswerte Zielobjekte abgeben.
    Selbst ein Löwe, der an sich und seinen Nachwuchs denkt, wird die junge Antilope, die gerade Wasser trinkt, verschonen, denn etwas später, wenn sie sich gut entwickelt hat, gibt sie mehr her.

    • Martin Holzherr
      15.03.2021, 16:02 o’clock
      Selbst ein Löwe, der an sich und seinen Nachwuchs denkt, wird die junge Antilope, die gerade Wasser trinkt, verschonen, denn etwas später, wenn sie sich gut entwickelt hat, gibt sie mehr her.

      Ich wage nicht zu vermuten, was ein Löwe angesichts einer Antilope denkt, aber ich halte diese Reichweite einer “Planung” für sehr anthropozentrisch gedacht.
      Einfacher wäre für mich die Annahme, dass er gerade satt ist, seine vorherige Mahlzeit noch verdaut und er daher am Aufwand einer Jagd im Moment nicht interessiert ist.

      • Der Löwe hat auch keine Sprache, die ihn zu intensiverer Kommunikation befähigt, als bspw. zu röhren, zu mampfen oder zu jagen oder zu vertreiben.
        Das hier vorgestellte (Kooperations-)Spiel sozusagen funktioniert nur in einem Rahmen und inter pares; evolutionsbiologisch gilt es so zu verstehen, aber auch, dass es ohne dem skizzierten Rahmen ganz anders laufen könnte.

  5. Sehr nett zusammengefasst, deckt sich auch mit meinem Kenntnisstand :

    Da drängen sich Schlussfolgerungen für den Umgang der Menschen miteinander geradezu auf. Es ist gut und richtig, Vertrauensvorschuss zu geben, Übeltaten zu verzeihen und auf Hinterhältigkeiten zu verzichten. Das hat frappante Ähnlichkeiten mit dem, was einem die Bibel erzählt.

    “Eigennutz” gibt es in gewissem Sinne auch biblisch, denn der nette und gottesfürchtige Mensch wird paradiesisch belohnt.
    (Ansonsten genügt auch reiner Eigennutz, korrekt.)

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (dem auch der letzte Satz des dankenswerterweise bereit gestellten Textes gefallen hat)

  6. Zu Karl Meier
    Der Löwe…als Metapher
    Ich meine mal der Herr Löwe wird von seinem Fresstrieb gesteuert. Ist er satt, wird er den Rest der Beute anderen Tieren freiwillig überlassen, wie die werten Geier, Schakale, etc…Letzteres unterscheidet ihn vom Menschen der -vom Eigennutz getrieben- eigentlich nie satt ist und sein Eigentum/Gewinn immer noch weiter mehren will, also keine Sättigungsgrenze kennt, sich also evolutionär gesehen überfrisst . Auch wird er anderen seiner Spezies wohl kaum den Rest seiner Beute überlassen, sprich er wird eher damit an Banken spekulieren um noch mehr zu bekommen . Dabei hat er solche Qualitäten entwickelt wie Betrug, Heuchelei, Lügen ,Doppelmoral, Gier … die er dann, da er ja lt. der Bibel Gottes Ebenbild sein soll, mit den rechten Anwälten entschuldigen kann. Auf diese Selbstmanipulationstechniken muss der arme Löwe, der nur von seinen Trieben gesteuert wird, erst mal kommen. Wird er nicht, denn er ist ja nicht die (selbsternannte) Krone der Schöpfung ,sprich – er ist nicht gierig genug

  7. Spieltheorie und die Evolution des guten Menschen

    So schön sich das Beispiel des Gefangenendilemmas für die Spieltheorie eignet, so wenig mag ich glauben, es könnte sich für die Erklärung des Zustandekommens ethischer Normen eignen, weder im Tierreich noch für die Evolution des guten Menschen.

    Die Umwelt hält keine (oder doch höchst selten) Situationen bereit, die der Auszahlungsmatrix des Dilemmas entsprechen. Deswegen bemüht man immer mühsam konstruierte Beispiele, wie ja auch hier. Zwei, die miteinander Geschäfte machen, aber nichts voneinander wissen, Übergabe an verschiedenen Orten? Klingt nach Internet, ist es aber nicht. Auch Geschäfte im Internet werden auf unterschiedlichste Arten abgesichert, durch entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen, die Betrug nicht möglich oder nicht lohnend machen sollen.

    Dass Gefangene, ertappte Straftäter, die Aussage verweigern, nicht mit der Polizei, Gericht und Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten, ergibt sich in der Regel wohl nicht durch deren sogfältige Analyse der Situation, in der sie sich befinden, und komplexe Überlegungen spieltheoretischer Art. Grund dürften auch kaum angeborene, durch die Evolution entwickelte Instinkte sein. Die folgen häufig einfach einem Kodex, dessen Missachtung selbst mit empfindlichen Strafen belegt ist.

    • Eine altruistische Handlung ist eine, bei welcher man geringe Kosten in Kauf nimmt um jemand anderem zu einem substantiellen Nutzen zu verhelfen (z.B. eine Hilfeleistung). Altruismus ist paradigmatisch für ethische Normen. Treffen zwei Individuen (ob Tier oder Mensch) aufeinander und eines der beiden – zufällig ausgewählt – benötigt Hilfe, die das andere leisten könnte, so hat das Spiel mit den beiden möglichen Handlungen “Hilfe leisten (falls der andere Hilfe braucht)” und “Hilfe verweigern” die Auszahlungsstruktur eines Gefangenendilemmas. In diesem Sinne ist das Gefangenendilemma also viel universeller als man denken mag.

    • Deswegen bemüht man immer mühsam konstruierte Beispiele [Waldbeispiel, Artikeltext, Ergänzung : Dr. Webbaer], wie ja auch hier. Zwei, die miteinander Geschäfte machen, aber nichts voneinander wissen, Übergabe an verschiedenen Orten?

      Ja, so ist das oft im Geschäftsleben, der Einkäufer will (nachvollziehbarerweise) nicht immer Vorkasse leisten und der Verkäufer hätte gerne Sicherheit dafür, dass die Rechnung irgendwann, am besten : zeitnah, auch bezahlt wird.
      Einkäufer und Verkäufer kennen sich nicht selten in persona nicht, Vertrauen, hier das Zauberwort, wird insofern “waldmäßig” (Artikeltext) sukzessive aufgebaut, sofern sich die Prozesse wiederholen, oder es werden Auskünfte eingeholt – oft wird aber auch “waldmäßig”, erst einmal mit geringen Vertragsvolumen Ausfall riskiert.
      In der Hoffnung, dass der andere seriös ist, letztlich rechnet sich so ein Vertrauensvorschuss oft.

      Mit dem Gefangendilemma als Beispiel bin ich auch nicht ganz happy.

  8. @Ulrich Berger

    geringe Kosten […] substantiellen Nutzen

    Schon das deutet darauf hin, dass es sich hier um einen Kosten-Nutzen-Analyse handelt, noch dazu um eine komplett assysmetrische, des einen Nutzen hat wenig mit den Kosten des anderen Beteiligten zu tun.

    Das Gefangenendilemma besagt aber, dass sich der Nutzen in einer symmetrischen Situation einstellt, beide sind jeweils “Hilfeleistende” und “Nutznießer” gleichermaßen.

    Wenn der Gesamtnutzen steigt, dann mag das ein Argument im Zusammenhang mit Gruppenselektion sein.

    Dass sich “Tit for Tat”, oder hilfst Du mir heute, helf ich dir morgen, auf lange Frist bewährt, dafür brauche ich nicht die spezielle Konstellation der Auszahlungsmatrix des Gefangenendilemmas für den Einzelfall. Das ist nur ein theoretischer (!) Fall, selten anzutreffen, wo sich das ebenso langfristig lohnt.

    • Dass sich “Tit for Tat”, oder hilfst Du mir heute, helf ich dir morgen, auf lange Frist bewährt […]

      “Tit for Tat” meint das Verhältnismäßigkeitsprinzip bei Defektion, die Reaktion soll verhältnismäßig ausfallen, indem genau einmal defektiert wird, nachdem der andere einmal defektiert hat, und nicht etwa eine Serie von unkooperativem Verhalten angestrebt wird.
      Dr. Webbaer ist sich nicht sicher, Kommentatorenfreund “Jolly”, dass Sie hier korrekt “Tit for Tat” verstehen wie übersetzen.
      Das Faustrecht unterliegt sozusagen dem Prinzip der verhältnismäßigen Vergeltung.
      Nowadays. (Rahmen sind immer wichtich (mittelniederdeutsch).)

      • @Dr. Webbaer

        dass Sie hier korrekt “Tit for Tat” verstehen wie übersetzen.

        Eventuell war da ein Komma zuviel, das mit der Hilfe sollte nicht die Übersetzung sein.

        Haben Sie sich schon mal überlegt, warum in der Fußballbundesliga Unentschieden so häufig sind? Eigentlich sollten doch beide Mannschaften profitieren, wenn, anstelle zweier Unentschieden, jede ihr Heimspiel gewinnt.

        • Haben Sie sich schon mal überlegt, warum in der Fußballbundesliga Unentschieden so häufig sind? Eigentlich sollten doch beide Mannschaften profitieren, wenn, anstelle zweier Unentschieden, jede ihr Heimspiel gewinnt. [Kommentatorenfreund ‘Joker’]

          Dr. W kennt Leutz wie Sie seit Jahrzehnten.
          Es ist zwar so, dass Sie – Dr. W ging an anderer Stelle diesbezüglich bereits ein wenig aus sich heraus, einer der Besten der Besten der Besten sind.

          Abär, Sie haben den Nullsummencharakter einiger Arten des (Sport-)Spiels (oder allgemeiner formuliert : der Kooperation) nicht verstanden und verfügen ganz anscheinend nicht über Erfahrung im Wirtschaftlichen (die Kneipe ist hier als Wirtschaftsbetrieb eingeschlossen), Sie haben ganz anscheinend nicht das Wesen des Mehrwertsgedanken verstanden.

          Hausaufgabe:
          Q:
          Was ist Mehrwert, wie wird der generiert?

          MFG
          Wb (der hier, bei Ihnen, Mathematicus, vielleicht doch ein Nebentraining bereit stellen könnte, wenn Sie nett bleiben)

  9. Warum “Gefangenendilemma” ?
    Sind das nicht auch wesentliche Strukturen der Gesellschaft ? Der Selektionsvorteil besteht darin, dass sich Firmen im Konkurenzkampf untereinander befinden und den Konkurenten ausschalten wollen da es um mehr Profite/Dividende geht. Da werden dann Lobbyisten bemüht, Werbestrategien, Intrigen, Autos manipuliert, Doktortitel erschlichen, Politiker gekauft -eben die ganze Bandbreite menschlicher Manipulationen und Betrügereien .Karl Marx: ” Bei 300 Prozent Gewinnaussicht kennt das Kapital keine Skrupel mehr selbst auf die Gefahr des eigenen Untergangs…” Die Spielregeln dieser Gesellschaften sind im Kleinen wie im Großen ähnlich . Die oben angeführten Ganoven TAKTIEREN auf der Basis ihrer anerzogenen Denkmuster, also nicht auf irgendwelche genetischen Muster. Diese Punkte(1-4)
    beherrscht eigentlich jede Marktfrau und jeder der seine Millionen verdoppeln oder verzehnfachen will…

  10. @Dr. Webbaer

    Sie haben den Nullsummencharakter einiger Arten des (Sport-)Spiels (oder allgemeiner formuliert : der Kooperation) nicht verstanden

    Das mag sein.

    Was ist Mehrwert, wie wird der generiert?

    Mehrwert könnte durch Kommentare generiert werden. Vielleicht finden Sie sich ja bereit, mit mir zu kooperieren. Sie könnten mir auf die Sprünge helfen, wie kann ich beim Gefangenendilemma (oder beim Fußball mit 0, 1 und 3 möglichen Punkten) einen Bezug zu Nullsummenspielen herstellen?

    Im Zusammenhang mit Zweipersonenspielen mit zwei Alternativen für die Spieler schreibt Lazlo Merö in ‘Optimal entschieden?’

    Wir müssen uns alle Matrizen noch einmal ansehen, in denen den Spielern in verschiedenen Kombinationen 1, 2 , 3 und 4 Punkte zugeschrieben werden. Es gibt 78 wesentlich verschiedene derartige Matrizen, von denen 12 die Bedingungen erfüllen, daß die Spieler in einer symmetrischen Situation sind, aber nur 4 davon können als Falle beschrieben werden.

    Welche der 78 Matrizen entsprechen einem Nullsummenspiel oder ließen sich durch eine geeignete Normierung, die den jeweiligen Charakter des Spiels erhält, zu einem solchen transformieren?

    Wie oft finden sich Menschen oder Tiere in ihrer Umwelt in einem solchen oder in einem der anderen Spiele wieder? In welchen so häufig, dass dies einen signifikanten Einfluss auf die Evolution ethischer Normen haben könnte?

    Dass häufiger über ‘Gefangenendilemma’, ‘Kampf der Geschlechter’, ‘Anführer’ und ‘Chicken’ (die 4 Fallen, von Merö so bezeichnet) gesprochen wird, könnte einfach daran liegen, dass sie mathematisch am interessantesten sind.

    • Ein Nullsummenspiel liegt vor, wenn der Nutzen des einen Spielers genau dem Schaden des anderen Spielers entspricht.
      Mehrwert bedeutet, dass ein Spiel oder “Spiel” für Spieler oder “Spieler” Gesamtnutzen generieren kann, der die Summe von Nutzen und Schaden übersteigt, also positiv ist.

      Beispiel :
      Sie verkaufen ein altes Buch aus Ihrer “Asservatenkammer” bzw. aus Ihrem Antiquariat und der Käufer freut sich, weil er endlich! dieses Buch gefunden hat, für das er gerne auch mehr (!) Geld bezahlt hätte, als er gezahlt hat, und Sie freuen sich, dass Sie für ein für Sie nutzloses Buch noch ein paar Silberlinge erhalten haben, vs. : gar nichts.
      Es entsteht (nicht nur) im wirtschaftswissenschaftlichen Sinne mehr Wert (der gar steuerlich abgeschöpft werden könnte).
      Logistik kann Mehrwert bedeuten und bedeutet es in der Regel auch.
      Luschdiek?

      Das sog. Gefangenendilemma, Dr. W hätte es in einer seiner Publikationen wohl nicht erwähnt, leitet (unter Druck und Strafandrohung) nicht zum “Win-Win” der beiden Strafgefangenen hin, sondern zum “Lose-Lose”; ein Gewinner könnte hier die (bedarfsweise) Gesellschaft sein, korrekt, allerdings macht das sog. Gefangenendilemma alles kompliziert, hilft nicht im Sinne des Initialbeitrags und wäre ex post womöglich auch von werten hiesigen Inhaltegeber am besten nicht angeführt worden.

      Sog. Nash-Gleichgewichte finden sich woanders besser darstellbar.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer

      PS und weil sich in diesem Kommentariat unser werter Herr Dr. Berger gemeldet hat, sei dieser seiner Gag als Beispiel für probablistisches Handeln webverwiesen :

      -> https://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2015/12/07/dezemberraetsel-tauschen-oder-nicht/ (pfiffig ausgedacht, Quelle?)

    • Dass häufiger über ‘Gefangenendilemma’, ‘Kampf der Geschlechter’, ‘Anführer’ und ‘Chicken’ (die 4 Fallen, von Merö so bezeichnet) gesprochen wird, könnte einfach daran liegen, dass sie mathematisch am interessantesten sind. [Kommentatorenfreund “Joker : Jolly”]

      Kann nicht sein, Sie bleiben eingeladen sich als irgendwie (bundesdoitsch) bezahlt erkenntlich zu zeigen, Sie sind sehr nett, fähig – Dr. W ist genau der Bär, der so feststellen können werden dürfte, Dr. W kennt Sie seit ca. einem Jahrzehnt.
      Sie leiden generell, wenn Sie unter erkennbar Ihrem Niveau verluatbaren.

      Die an sich notwendigen Disclaimer, Ihre Person meinend, fehlen. [1]

      MFG
      Wb (der Ihnen noch frickin übel nimmt die Anfrage seinerzeit i.p. der frequentistischen Variante des sog. Ziegenproblems nicht nach bestem Wissen und Gewissen angemessen bearbeitet zu haben; ja, Dr. Webbaer hat mittlerweile, als Nicht-Mathematiker, die stochastische Problemlösung herausgefunden)

      [1]
      Dr. W ist Idiot, im Wortsinne, wie es sich auch womöglich für einen Philosophen gehört.
      “Mathematikeräffchen” könnte an dieser Stelle schlicht über finanzielles Input in Größe und Herkunft aufklären.

  11. Spieltheorie und die Evolution des guten Menschen.

    Hier wird bislang nur der Selektionsprozess betrachtet: Ist der wehrhafte Gute schon  einmal da, setzt er sich gegen Übeltäter durch. Das zeigt bereits Axelrods Computerturnier.

    Zwei Gesichtspunkte kommen mir zu kurz:
    1. Die Entstehung des Neuen und auch des Guten, kurz: der schöpferische Prozess.
    2. Die Resilienz des Guten bei Irrtümern, denn Tit for Tat schneidet nicht besser ab als der konsequente Betrüger, wenn er einmal ein gute Tat nicht als solche erkennt. Er schlägt zu früh zurück.

    Ich habe das Evolutionsmodell um Fehlermöglichkeiten bei Vererbung und Interaktion erweitertert und Paarungen auf die Nachbarschaft beschränkt.

    In den Simulationsläufen habe ich etwas unerwartetes Neues entdeckt. Völlig ungeplant tauchte der “neutestamentarische Tit for Tat” auf. Er schlägt nicht sofort zurück, sondern erst beim zweiten Mal. Gegen ihn hat auch Tit for Tat keine Chance.

    Modellannahmen und Ergebnisse meines Java-Programms habe ich in “Klüger irren – Denkfallen vermeiden mit System” (Springer, Berlin 2016, 2020) zusammengefasst.

    • Ganz so unerwartet ist das aber nicht. Die Strategie “Tit for Two Tats” war Axelrod schon 1979 bekannt, und hätte sein erstes Turnier gewonnen, wenn sie mitgespielt hätte. Das vewandte “Generous Tit for Tat” war typisches Ergebnis der evolutionären Simulationen des Gefangenendilemmas mit Fehlermöglichkeiten in Nowak & Sigmunds Arbeit in Nature von 1992.

    • Howdy, Herr Dr. Grams,
      Dr. Webbaer hat, dies sei verraten, diese “Tit for Tat”-Geschichte vor vielen Jahren umfänglich verstanden, es gilt, Sie heben hier ja auch im Religiösen a bisserl ab, Kooperationsverhalten, wenn es frequentistisch (das Fachwort, dies fehlte einigen gelegentlich) betrachtet wird, am besten so zu veranlagen, dass es in Spielen oder “Spielen”, die es erlauben Mehrwert (ein weiteres Fachwort, es kam im dankenswerterweise bereit gestellten Initialbeitrag womöglich nicht vor) zu generieren, ihn entstehen zu lassen, sozusagen, haha, aus dem Nichts sozusagen, allgemein verständlich wird.
      Hier :

      Die Resilienz des Guten bei Irrtümern, denn Tit for Tat schneidet nicht besser ab als der konsequente Betrüger, wenn er einmal ein gute Tat nicht als solche erkennt. Er schlägt zu früh zurück. [Ihre Nachricht]

      Müsste es so sein, dass “Tit for Tat” besser abschneidet als ein permanenter Defektierer (“Betrüger”).
      Womöglich ist Ihnen, Herr Dr. Grams, diese Sache mit dem möglich entstehenden Mehrwert (!) a bisserl entgangen, es liegt kein Nullsummenspiel vor.

      In den Simulationsläufen habe ich etwas unerwartetes Neues entdeckt. Völlig ungeplant tauchte der “neutestamentarische Tit for Tat” auf. Er schlägt nicht sofort zurück, sondern erst beim zweiten Mal. Gegen ihn hat auch Tit for Tat keine Chance.

      Quellen? – Dr. W geht davon aus, dass es ganz unterschiedliche Modifikationen von “Tit for Tat” gibt und diese alle dem ursprünglichen Gedanken der angemessen, gar biblischen, unsere jüdischen Freunde seien an dieser Stelle gegrüßt, Bearbeitung unterliegen, der Schlichtheit sozuagen des “Tit for Tat”.
      Weil es aber derartiges Zusammentreffen von Algorithmen meinend auch Wettbewerbe gibt, die im Resultat webverwiesen werden könnten, wären Quellen nett.

      “Verbessertes Tit for Tat” ist dem Schreiber dieser Zeilen unbekannt, wie ihm auch besondere Vorteile des Altruismus unbekannt sind, wenn sie den zu entwickelnden, wie idF anzulegenden Präferenzmodellen (ein weiteres Fachwort) der Spiel- oder “Spiel-“Teilnehmer widersprechen.

      Korrekt ist, dass der hier gemeinte “Spielteilnehmer”, der insgesamt hier gemeinte Primat ist Hominide, fortpflanzungsfähig und so, Interessen entwickeln könnte, auf diese Idee kommen könnte, was “Tit for Tat” natürlich verkomplizieren würde, wenn bspw. Paarungsbereitschaft mit dem anderen “Spieler” bereit steht, zumindest angedacht werden könnte, jeder Gentleman kennt dieses Problem.
      (Soll an dieser Stelle aus diesseitiger Sicht bestmöglich ausgeklammert werden, dennoch bestimmt natürlich das Sein das Bewusstsein, wir wollen diesbezüglich (erst einmal) die Schichten trennen.)

      MFG
      Dr. Webbaer

      • @Dr. Webbaer 24.03.2021, 12:55 o’clock

        Sie schreiben:

        Müsste es so sein, dass “Tit for Tat” besser abschneidet als ein permanenter Defektierer (“Betrüger”).
        Womöglich ist Ihnen, Herr Dr. Grams, diese Sache mit dem möglich entstehenden Mehrwert (!) a bisserl entgangen, es liegt kein Nullsummenspiel vor.

        Die Belehrung, dass es sich nicht um ein Nullsummenspiel handelt, war unnötig. TfT schneidet nicht besser ab, weil diese Typen auf Dauer in den gegenseitigen Betrugsmodus verfallen und dadurch genso dumm dastehen wie die reinen Betrüger.

        Quellen? – Dr. W geht davon aus, dass es ganz unterschiedliche Modifikationen von “Tit for Tat” gibt und diese alle dem ursprünglichen Gedanken der angemessen, gar biblischen, unsere jüdischen Freunde seien an dieser Stelle gegrüßt, Bearbeitung unterliegen, der Schlichtheit sozuagen des “Tit for Tat”.
        Weil es aber derartiges Zusammentreffen von Algorithmen meinend auch Wettbewerbe gibt, die im Resultat webverwiesen werden könnten, wären Quellen nett.

        In meinem Programm sind die Strategien in Wörtern à 16 bit gespeichert. Sie entstehen zufällig und unterliegen der Selektion. Die letztendlich dominierenden Muster lassen sich charakterisieren. Überaus erfolgreich waren verschiedene Varianten des resilienten TfT.

        Quellen finden Sie in der Programmdokumentation.

  12. @Ulrich Berger 24.03.2021, 01:40 o’clock

    Danke für die Bestätigung, dass mich meine Programmierstudie nicht irregeführt hat. (Damals haben viele die Anregung durch Axelrods Werk aufgegriffen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Evolutionsprozesse modelliert. Mein Ansatz beinhaltet ortsgebundene Agenten.)

  13. @Timm Grams

    1. Die Entstehung des Neuen und auch des Guten, kurz: der schöpferische Prozess.
    2. Die Resilienz des Guten bei Irrtümern

    Haben Sie (oder jemand anders, von dem Sie wissen) mal geschaut was passiert, wenn man das Ganze mit einer anderen Auszahlungsmatrix spielen würde? Zum Beispiel wenn die Kooperation beider Spieler mit (2, 2) ausbezahlt würde (der Rest wie im Beispiel des Blogtextes).

    Entsteht dann das Böse mit entsprechender Resilienz?

    • @Joker 24.03.2021, 10:44 o’clock

      Wenn ich das Programm reaktiviere, schaue ich nach. (Es sieht schlecht aus, da einige Programmteile überholt werden müssten, die auf aktuellen Betriebssystemen nicht mehr lauffähig sind.)

    • @Joker 24.03.2021, 10:44 o’clock

      Sie setzen (in der von mir bevorzugten Terminologie) KK=3, KD=0, DK=5, DD=2.

      Auch diese Werte erfüllen die Bedingungen des Gefangenendilemmas: KD<DD<(KD+DK)/2<KK<DK.

      Es sind keine wesentlichen Änderungen der Simulationsverläufe zu erwarten.

  14. Dr. Webbaer kann i.p. Kooperation (und im Sinne des dankenswerterweise bereit gestellten, und wie einige finden : hochwertigen, Initialbeitrags) noch dieses kleine Problem ergänzen, das irgendwo aufgeschnappt worden ist vor mehr als 30 Jahren (eine Urheberschaft wird also nicht beansprucht) :

    Wenn zehn verständige und soziale Personen einen Brief erhalten, in dem per Bankbürgschaft zugesichert wird, dass ein (!) Briefempfänger eine Million Euro erhält, wenn genau ein (!) Brief innerhalb von einer Woche zurückgeschickt wird, nämlich derjenige Briefempfänger, der als einziger den Brief zurückschickt – was würden die zehn verständigen und sozialen Personen dann machen, wenn sie Geld verdienen wollen (wichtige Nebenbedingung, haha)?

    Und erst einmal die zynische Antwort beibringen, die lautet :
    ‘Alle schicken die Rückantwort und niemand gewinnt die eine Million Euro.’

    Wird diese Fragestellung aber frequentistisch bearbeitet, könnte es anders [1] aussehen, soll heißen : Das Leben ist sozusagen eine (!) Sitzung, Moral ergibt sich im Rahmen der Wiederholung und im Rahmen von Veranstaltungen und es ist gut, wenn am Ende noch welche da sind, die ein und dieselbe Moral vertreten haben, die dann nicht selten günstig ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    [1]
    Wie genau? – Vorschläge?

  15. Bonuskommentar hierzu :

    Außer zu kooperieren oder auch nicht, hat man die Option, die Geschäftsbeziehung unwiderruflich zu beenden, was beiden Beteiligten zwei Punkte einbringt – für jedes Spiel, das dann nicht mehr stattfindet. [Artikeltext]

    Von solchen Setzungen rät Dr. Webbaer an Abstand zu nehmen, mangels Sinnhaftigkeit und Modellierung meinend; zudem ist ihm unklar, was an dieser Stelle “Belohnungspunkte” (sein) sollen, wenn doch sog. Mehrwert im Rahmen sich derart ergebender Kooperationsverhältnisse gemeint sein könnte bis müsste.

    Sicherlich darf die Parametrisierung derartiger Kooperationsprozesse denkmöglich offen sein, Dr. W rät abär an sich hier nicht zu “verzetteln” und sich nicht absonderlich zu bemühen, sondern (bestmöglich theoretisierende) Klarheit zu suchen.

    Sicherlich hat Dr. Webbaer, defektorisch sozusagen, hier Herrn Dr. Grams wie auch dem hier vorkommenden Mathematikäffchen (Nomen nudum) a bisserl gegenzureden.
    Es ist eigentlich – das mit der n-lateralen, insbesondere bilateralen Kooperation, Herr Dr. Berger sei an dieser Stelle gegrüßt – vglw. einfach.

    MFG
    Dr. Webbaer

  16. Dr. W.
    Ihr Beispiel mit dem Gewinnbrief ist gut für eine Analyse der heutigen Praxis, dass man am Telefon angerufen wird mit dem Satz: „Gratulation, Sie haben 30 000 € gewonnen.“

    Wie soll man reagieren ? Wenn der Anrufer ein Automat war, sollte man auflegen. Denn wer sich keine Sekretärin leisten kann, die anruft, der hat auch keine 30 000 €.

    Also, wie sollte man reagieren, wenn es eine reale Frauenstimme ist , ohne asiatischen Akzent?
    a) ihr freundlich erklären, dass man keine 30000€ benötigt, und sie jemanden anrufen soll, der die 30 000€ benötigt.
    b) sie in ein Gespräch verwickeln, denn nichts ist wirksamer als ein langes Gespräch, das am Ende nutzlos war.
    c) die Kontonummer angeben und sich für den Anruf bedanken.

  17. Ist so etwas schon einmal ausprobiert worden – dies scheint Dr. Webbaer (deutlich) passender für wirtschaftliche Kooperationen als jenes Gefangendilemma ? :

    -> Spieler A und Spieler B kooperieren : jeweils +1 (auf der Scorecard)
    -> Spieler A defektiert und Spieler B kooperiert : Spieler A +2, Spieler B -1 (auf der Scorecard)
    -> Spieler B defektiert und Spieler A kooperiert : Spieler A -1, Spieler B +2 (auf der Scorecard)
    -> Beide Spieler defektieren : jeweils -1 (auf der Scorecard)

    MFG
    Wb

    • Blöde halt, lieber Herr Dr. Grams, dass Ihnen Ihr Kommentatorenkollege nicht fachspezifisch folgen kann, er ist (auch hier) Dilettant, in etwa so, wie fast jeder überall Ausländer ist, der Dilettantismus muss nicht negativ konnotiert sein, er öffnet stattdessen, Fachgebiete überschreitend.

      Fragen :

      1.) Warum wird das effing Gefangendilemma [1] in diesem Zusammenhang bemüht, wenn es doch in praxi ganz anders ausschaut, womöglich so, wie Dr. Webbaer weiter oben in einer anderen Matrix angeregt hat die Bearbeitung zu suchen?

      2.) Warum wird nicht mehr die Sprache gesucht, wenn die Menge überzeugt, beraten werden soll?
      Müsste schon gehen.

      3.) Warum wird der Mehrwertgedanke, der Kooperation eigen ist, eher verkappt berichtet (und auch so theoretisiert)?

      Leider kann in diesem Zusammenhang :

      -> https://www2.hs-fulda.de/~grams/OekoSimSpiele/Egoisten.html

      von Dr. Webbaer “nicht direkt viel” angefangen werden.

      MFG + vielen Dank für Ihre Reaktion
      Dr. Webbaer

        • @Dr. Webbaer 27.03.2021, 13:08 o’clock

          Douglas Hofstadter hat im SdW 8/1983, S. 8-14 klar gemacht, dass das Gefangenendilemma  ziemlich treffend Handelsbeziehungen erfasst. Meine Fassung: Zwei Händler besitzen jeder ein Gut, das dem Besitzer zwei Geldeinheiten wert ist, dem jeweils anderen aber drei – eine Win-win-Situation zugunsten des Tausches. Kooperieren beide, hat jeder das Gut, das ihm drei Geldeinheiten wert ist. Betrügen sie sich wechselseitig, bleibt jeder auf seinem Gut sitzen. Betrügt nur einer, hat der Betrüger schließlich fünf Einheiten und der Betrogene nichts. Also: KD=0, DD=2, KK=3, DK=5. Die Bedingungen des Gefangenendilemmas sind erfüllt.

  18. @Grams
    Und damit waeren wir bei der Frage, wie und wann das Bewusstsein zwischen beiden Axiomen Konkurrenz vs Kooperation unterscheidet und entscheidet,Handlung macht.
    Ich vermute, es ist die Wechaelwirkung und der darin enthaltene Phasenwechsel.
    Ist es der Phasenwechsel,dann stehen wir vor einem nicht loesbaren Raetsel.

  19. Dies hier könnte Kooperation im Wirtschaftlichen vielleicht am besten abbilden :

    -> Spieler A und Spieler B kooperieren : jeweils +1 (auf der Scorecard)
    -> Spieler A defektiert und Spieler B kooperiert : Spieler A +2, Spieler B -2 [Hier eine kleine Korrektur, vergleiche mit obigem Kommentar] (auf der Scorecard)
    -> Spieler B defektiert und Spieler A kooperiert : Spieler A -2 [Hier eine kleine Korrektur, vergleiche mit obigem Kommentar], Spieler B +2 (auf der Scorecard)
    -> Beide Spieler defektieren : jeweils -2 [Hier eine kleine Korrektur, vergleiche mit obigem Kommentar] (auf der Scorecard)

    Dies müsste der Realität entsprechen, ihr nahe kommen, um präziser zu sein, Begründung :
    Partner verabreden realiter ein Geschäft, tätigen eine Investition (2 “Gummipunkte”) um jeweils einen Gewinn (1 “Gummipunkt”, “Rendite”) zu realisieren.
    Defektiert ein Partner, kann er nicht selten (sondern regelmäßig sozusagen) die Investition des anderen mopsen.
    Defektieren beide Partner, sind beide Investitionen verloren.

    Das Gefangenendilemma leistet so nicht, macht so nicht i.p. Mehrwert anschaulich.
    Nun kann es natürlich sein, dass das Gefangenendilemma in der spieltheoretisch angegangenen Simulation für die gemeinten Zwecke ebenfalls funktioniert, es ist aber weniger anschaulich.

    Dann noch zu den möglichen Strategien, davon gibt es unendlich viele, Dr. W sieht im Moment keine Möglichkeit diese zusammenzufassen (oder ein der Realität entsprechendes Teilnehmerfeld zusammenzustellen).

    Dann noch zur Austragung von Turnieren mit unterschiedlich strategisch aufgestellten Spielern, praktischerweise : Computerprogramme :

    Die Turnierergebnisse müssen nicht aussagekräftig sein, “Tit for Tat” kann hier möglicherweise nicht an der Spitze des Teilnehmerfelds landen, nämlich genau dann, wenn viele “dulle” Programme im Teilnehmerfeld sind, die sich ausnutzen lassen (bspw. weil sie immer kooperieren) und “Tit for Tat” derartiges Verhalten nicht ausnutzt.

    An sich ist “Tit for Tat” unschlagbar, darauf will womöglich auch der hiesige werte Inhaltegeber hinaus, denn “Tit for Tat” kann in jeder denkmöglichen Kooperation nur wenig (nur einige “Gummipunkte”, nämlich genau 2) an den Gegner verlieren, wenn der zur Defektion neigt, nimmt aber kooperierende Gegner immer optimal mit.

    Dann wäre noch die Intelligenz der teilnehmenden Programme von Interesse, sie haben offensichtlich ein Gedächtnis (sonst sieht es ganz mau aus), können Gegner (“Partner”) mit ihrem bisherigen Spielverhalten identifizieren wie einordnen, reaktiv.
    Nur, können die Programme untereinander kommunizieren, Daten über Kooperationsverläufe austauschen? Ist das implementiert? (Es sollte implementiert sein.)

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der es mag, wenn Problematik erst einmal diskutiert wird, zudem ist er, haha, ohnehin geschwätzig)

  20. @Dr. Webbaer 28.03.2021, 11:52 o’clock

    Sie:

    Das Gefangenendilemma leistet so nicht, macht so nicht i.p. Mehrwert anschaulich.

    Ich: Muss es auch nicht. Das Modell muss nur den Effekt des Mehrwertes erfassen. Die Veranschaulichung habe ich mit zwei Beispielen versucht.

    An sich ist “Tit for Tat” unschlagbar, darauf will womöglich auch der hiesige werte Inhaltegeber hinaus, denn “Tit for Tat” kann in jeder denkmöglichen Kooperation nur wenig (nur einige “Gummipunkte”, nämlich genau 2) an den Gegner verlieren, wenn der zur Defektion neigt, nimmt aber kooperierende Gegner immer optimal mit.

    Das stimmt meist, setzt aber perfekt fehlerfreie Interaktionen voraus. Sonst eben nicht.

    • Wenn Sie mal hier schauen, Herr Dr. Grams :

      -> https://de.wikipedia.org/wiki/Gefangenendilemma#Beschreibung_der_Situation

      …dann geht es im sog. Gefangenendilemma nicht um Mehrwert, sondern um die Abwehr von Schaden, Mehrwert kann in diesem Beispielfall eines Kooperationsproblems nicht entstehen

      Was meinen Sie mit ‘perfekt fehlerfreie Interaktionen’?

      Ist dies bei Ihnen angekommen? :

      A :
      Dann noch zu den möglichen Strategien, davon gibt es unendlich viele, Dr. W sieht im Moment keine Möglichkeit diese zusammenzufassen (oder ein der Realität entsprechendes Teilnehmerfeld zusammenzustellen).
      B:
      Nur, können die Programme untereinander kommunizieren, Daten über Kooperationsverläufe austauschen? Ist das implementiert? (Es sollte implementiert sein.)

      Gerne mal auf diese beiden Punkte eingehen, Herr Dr. Grams, ja, es könnte sein, dass so nicht in Ihrer Arbeit berücksichtigt worden ist, dann vielleicht gerne nachholen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer (der erst dann rechnet, wenn eine Problematik klar mathematisierbar wird)

      • PS:
        Es könnte hier mit AI versucht werden, die unter der unendlich großen Anzahl von Strategien (“Wie lassen die sich fassen?) sät und erntet sozusagen, vi-iel CPU-Zeit benötigt, im Sinne des hiesigen werten Inhaltegebers womöglich, der witzigerweise Gedanken des Schreibers dieser Zeilen zusammengefasst hat, wie dieser es nicht könnte, aber schon seit vielleicht fünf Jahrzehnten hatte.
        Sie waren auch dran, Herr Dr. Grams, besser dran als viele andere sicherlich.
        Dr. W will nur vorab bestimmte Rahmenbedingungen geklärt wissen.
        Das mit dem per se unbestimmbaren Teilnehmerfeld, Strategien meinend, bei solchen Turnieren ist ihm ein wichtiger Punkt.
        Welche “Grundmischung” kann sinnhafterweise beigebracht werden?

    • @ Herr Dr. Grams :

      Gerne, freundlicherweise auf die gestellten Fragen eingehen.
      Das mit den “16 Minuten” hat Dr. Webbaer nicht genau verstanden, Sie meinen die Nachfragen weiter oben um ca. 12:51 Uhr ?
      KA, was los ist, gerne antworten, Antworten sind cool, Sie können doch auf diese Fragen antworten.

      MFG
      Wb (der natürlich nur deshalb ‘längere Erwiderung’ verfassen konnte, weil er sich Jahrzehnte derart bemüht hat, Sie ebenfalls, also gerne antworten)

  21. Hier musste Dr. Webbaer ein wenig schmunzeln :

    Schon nach wenigen Generationen dominieren die Programme, die über die vier genannten Eigenschaften verfügen, das Geschehen. Bereits ein kleines Häuflein „Tit for Tats“ gedeiht in einer übermächtigen feindlichen Umwelt und vermehrt sich, bis es die bösartigen Typen an den Rand drängt. [Artikeltext]

    Vergleiche :

    -> https://en.wikipedia.org/wiki/Tit_for_tat#Tit_for_two_tats (‘This strategy was put forward by Robert Axelrod during his second round of computer simulations at RAND. After analyzing the results of the first experiment, he determined that had a participant entered the tit for two tats strategy it would have emerged with a higher cumulative score than any other program’)

    Die Idee ist auch anti-intuitiv,
    Verbesserung im Bösen kann es sozusagen nicht geben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    • @ Herr Dr. Grams und hierzu vielleicht ein wenig erklären :

      -> ‘In den Simulationsläufen habe ich etwas unerwartetes Neues entdeckt. Völlig ungeplant tauchte der “neutestamentarische Tit for Tat” auf. Er schlägt nicht sofort zurück, sondern erst beim zweiten Mal. Gegen ihn hat auch Tit for Tat keine Chance.’ [Quelle]

      Robert Axelrod scheint so (siehe oben, “Tit for two Tat”) ja nicht ganz happy geworden zu sein :
      -> ‘As a result, he himself entered it with high expectations in the second tournament. Unfortunately, owing to the more aggressive nature of the programs entered in the second round, which were able to take advantage of its highly forgiving nature, tit for two tats did significantly worse (in the game-theory sense) than tit for tat.’ [Quelle : Wikipedia – deckte sich so auch mit dem Kenntnisstand des Schreibers dieser Zeilen]

      Dr. Webbaer wird sich mit Ihrer Arbeit näher beschäftigen nachdem er einige Fragen beantwortet bekommen hat, nicht gemeint war bisher besondere Kritik an Ihrer Arbeit.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer

  22. @Dr. Webbaer 28.03.2021, 12:51 o’clock

    Zu Ihrer Frage:

    Was meinen Sie mit ‘perfekt fehlerfreie Interaktionen’?

    hatte ich mich in einem anderen Gesprächsfaden geäußert. Ich hole es hier nach:

    Es kann Interaktionsfehler geben: Jemand wollte eigentlich kooperieren, aber es kommt  unabsichtlich ein Betrug heraus. Und auch das Umgekehrte ist möglich: ein Betrug erscheint unabsichtlich als Kooperation. Jetzt sehen der konsequente Vergelter und sogar Tit for Tat  ziemlich schlecht aus:  Sie verheddern sich in Betrug und Vergeltung.

    So steht es im Vortragsmanuskript zu meinem Bericht “Ist das Gute göttlich oder Ergebnis der Evolution? Kooperatives Verhalten in einer Welt voller Egoisten.” Erschienen im skeptiker 22 (2009) 2, S. 60-67.

  23. Ist Ethik mathematisch erklärbar ? Wenn ja, dann wäre Ethik ein Produkt der Evolution.

    Hier im blog wird mit Spieletheorie argumentiert, mit tit and tat.
    Sicherlich spielen rationale Überlegungen bei der Firmenpolitik eine Rolle, sicherlich spielen rationale Überlegungen bei Kaufentscheidungen eine Rolle, aber nicht nur.

    Der Mensch ist ein soziales Wesen und er entscheidet auch emotional.
    Und erst dann, kann man von sozialem Verhalten sprechen. Wer seine Entscheidungen nur rational abwägt, der ist „berechnend“. Der Volksmund stuft nicht ohne Grund solche Menschen negativ ein.
    Ethisch wird es erst, wenn man nicht den eigenen Vorteil als alleiniges Entscheidungsmerkmal nimmt.

    Ausblick: Eine Gesellschaft, die nur nach tit and tat handelt, die läuft in eine Sackgasse.
    Beispiel : USA

  24. Dr. Webbaer fasst insofern, anthropologisch orientiert, nicht im Abstrakten, rein Mathematischen (tätschel, tätschel) verbleibend, gerne wie folgt zusammen :

    Es ist gut, anderen Entitäten gut, wohlwollend, entgegenzutreten, sofern nicht eigene wie auch kolportierte (! – könnte so in Simulationen eingearbeitet werden) Beschau direkt dagegen spricht.
    Sicherlich geht es hier auch a bisserl um Bestandserhalt, Fortpflanzung und im Speziellen, im speziell Philosophischen [1] um Erhalt und Ausbau.

    Es kann, womöglich ein wenig böse formuliert, Andersmeinenden, äh, meinend, am besten entgegengetreten werden, wenn der “Tit for Tat”-, keiner anderen -Bereitschaft gefolgt wird.

    Sozialdarwinismus ist so nicht gemeint, weil viel zu simpel, sondern die Vorkommenheit im Jetzt, weil so vorgekommen wird, und auf dieser Basis sehr vorsichtig nach theoretischer Ergänzung gesucht wird.
    Dem einen gelingt dies besser als dem anderen, Mathematik (“Fähigkeitslehre im Abstrakten”) ist wie Naturwissenschaft, die keine Formalwissenschaft meint, zentral, nun, hüstel, hilfreich, bleibt ein Instrument (“Tätschel., tätschel!”).

    Die Sittlichkeit steht nicht direkt weder Naturwissenschaft, wie Formalwissenschaft offen.

    Insgesamt muss i.p. Sozialität, das Fachwort an dieser Stelle, beides beachtet
    bleiben.

    MFG
    Wb

    [1]
    Philosophisch darf zumindest verlangt werden, dass sich die sozusagen andere Seite ebendies bedient, ansonsten ist abzulehnen.

  25. @Dr. Webbaer 29.03.2021, 12:13 o’clock

    Sie schreiben:

    Robert Axelrod scheint so (siehe oben, “Tit for two Tat”) ja nicht ganz happy geworden zu sein.]

    Axelrod stellt in seinem bahnbrechenden Buch “Die Evolution der Kooperation” von 1995 fest, dass die Großzügigkeit des neutestamentarischen TfT durch geeignet entworfene Programme (Strategien) übel ausgenutzt werden kann (S. 40). Unter den Bedingungen der ökologischen Simulation mag das ausschlaggebend für Erfolg und Misserfolg sein: Dem Siegreichen erwachsen keine neuen Feinde, da alle beteiligten Strategien unwandelbar sind.

    Mein Programm modelliert einen Evolutionsprozess und nutzt  “die schöpferische Kraft des Fehlers”, wie ich in Klüger irren ‐ Denkfallen vermeiden mit System ausführe. Die Strategien müssen sich in einer sich fortwährend wandelnden Umgebung bewähren: Neue Strategien entstehen, andere vergehen. Das neutestamentarische TfT und Gleichgesinnte entstehen zügig und halten sich bestens.

    • Jaja, es gilt schon das (frühe) Scheitern von “Tit for two Tat” (Axelrod, siehe oben) zK zu nehmen, es kann, es könnte schon so sein, dass nicht irgendwie gescheitert worden ist, Dr. W verlangt insofern nur um sprachliche Erklärung.
      Ihre Arbeit meinend, bevor ganz genau hingeschaut wird.

      Dr. W will insofern nicht ausschließen wollen, dass es i.p. Theoretisierung nicht ganz geklappt hat, will noch einmal nachfragen :

      -> A :
      Dann noch zu den möglichen Strategien, davon gibt es unendlich viele, Dr. W sieht im Moment keine Möglichkeit diese zusammenzufassen (oder ein der Realität entsprechendes Teilnehmerfeld zusammenzustellen).
      B:
      Nur, können die Programme untereinander kommunizieren, Daten über Kooperationsverläufe austauschen? Ist das implementiert? (Es sollte implementiert sein.)

      Dr. W hat im Moment den Eindruck, ohne en detail auf Ihre Arbeit eingegangen zu sein, dass Sie es versaubeutelt haben.

      Sie müssen in diesem Sinnzusammenhang zu konkreter Gegen-Gegenrede bereit oder fähig sein, ansonsten hat sich Dr. W anhaltend das sozusagen schlichte “Tit for Tat” als im (auch) hier gemeinten Zusammenhang als sinnstiftend, wie dbzgl. auch beschreibend, zu notieren.

      MFG
      Wb

  26. @hwied29.03.2021, 12:17 o’clock

    Dem kann ich nur zustimmen:

    Der Mensch ist ein soziales Wesen und er entscheidet auch emotional.
    Und erst dann, kann man von sozialem Verhalten sprechen. Wer seine Entscheidungen nur rational abwägt, der ist „berechnend“. Der Volksmund stuft nicht ohne Grund solche Menschen negativ ein.
    Ethisch wird es erst, wenn man nicht den eigenen Vorteil als alleiniges Entscheidungsmerkmal nimmt.

    Ausblick: Eine Gesellschaft, die nur nach tit and tat handelt, die läuft in eine Sackgasse.
    Beispiel : USA

    In meinem bereits mehrfach zitierten skeptiker-Artikel “Ist das Gute göttlich oder Ergebnis der Evolution” stehen weitere “Haftungsausschlüsse”. Erste Warnung:

    Die Tatsache, dass Moral auf evolutionärem Weg entsteht, heißt nicht, dass der Mensch die gebotene Moral im Buch der Natur lesen, sozusagen das Sollen aus dem Sein ableiten kann.

    Zweite Warnung:

    Die Erforschung dieser psychosozialen Evolutionsprozesse […] und ihre Simulation liefern ebenfalls keine Antwort auf die Frage nach den heute und in Zukunft gültigen Moralvorstellungen. Es geht einzig darum, im Nachhinein die Bedingungen [zu] klären, unter denen sich ein Wertesystem auf natürliche Art und Weise herauskristallisiert haben könnte

  27. @Dr. Webbaer 29.03.2021, 16:08 o’clock

    Nur, können die Programme untereinander kommunizieren, Daten über Kooperationsverläufe austauschen? Ist das implementiert? (Es sollte implementiert sein.)

    Wenn Sie meinen, tun Sie’s. Und “versaubeuteln” Sie’s nicht. (Sonderbarer Umgang miteinander: Nicht zuhören, aber sagen, was der andere zu tun hat. Da muss ich mich erst dran gewöhnen.)

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