Zwischen Rausch und Realität: führt Cannabiskonsum zu Schizophrenie?

Dass der Konsum von Cannabis zu Schizophrenie und generell zu Psychosen führen kann, ist eine vieldiskutierte Hypothese in Psychiatrie und Neurobiologie. Eine finale Antwort blieb bislang aus, da belastbare Daten schwer zu erheben sind. Jetzt liefert eine kanadische Superstudie mit über 13 Millionen beobachteten Personen eine relativ klare Antwort.

Was sagt die bislang größte Studie zu den psychiatrischen Risiken von Cannabis?

Die Kohortenstudie erschien Anfang 2025 im renommierten Fachblatt Journal of the American Medical Association. (1) Sie hat den Zusammenhang zwischen Kiffen, Schizophrenien und anderen Psychosen bei 13 Millionen Krankenversicherten im Alter von 14 bis 65 Jahren vor und nach der Legalisierung vermessen. Ergebnis: von den Personen, die niemals wegen Cannabis ins Krankenhaus mussten, erkrankten nur 0,6% an einer Schizophrenie. Von den Personen, die aufgrund von Cannabiskonsum mindestens einmal in eine Notaufnahme eingeliefert wurden, erkrankten aber 8,9% an einer Schizophrenie. Und die Zahl dieser Menschen, die wegen Cannabis zum medizinischen Notfall wurden, stieg seit der Legalisierung eklatant um 270%.

Jetzt wird es interessant. Die jährliche Zahl an neu aufgetretenen Schizophrenien blieb trotzdem konstant. Das liegt einfach an der demographischen Altersverteilung und daran, dass die verschiedenen Altersgruppen anders auf die Legalisierung reagierten. Während zum Beispiel ältere Damen seit der Legalisierung seltener Schizophrenien entwickelten (28% weniger Schizophrenien pro 100.000 Einwohnerinnen im Alter von 45 bis 65) erkrankten junge Frauen seit der Legalisierung deutlich häufiger (22% mehr Schizophrenien pro 100.000 Einwohnerinnen im Alter 14 bis 18 und eine Zunahme um 31% an Schizophrenien bei jungen Frauen im Alter von 19 bis 24).

Junge Menschen sind eine Risikogruppe

Wie man sieht, ist der Cannabiskonsum bei jungen Frauen mit einem steilen Anstieg an Schizophrenie verbunden. Weil der Anteil älterer Frauen in der Gesamtbevölkerung aber viel höher ist, bleibt der Effekt auf die Gesamtbevölkerung aus. Die Demografie herausgerechnet, argumentiert das Studienteam, dass etwa jede zehnte neu aufgetretene Schizophrenie mit einem Stopp des Cannabiskonsums verhinderbar gewesen wäre. Eine andere Studie (2) schätzt auf der Basis von 7 Millionen untersuchten Dänen (1972 bis 2021), dass bei jungen Männern diese Rate an verhinderbaren, Cannabis-assoziierten Schizophrenien bei 25-30% läge.

Und auch gesundheitsökonomisch kann man hier einwenden: einen Effekt auf die Gesamtbevölkerung gibt es sehr wohl, da ältere Menschen nicht mehr lange arbeiten, während junge Menschen ihre Karriere noch vor sich haben. Zehn Prozent aller schizophrenen Patienten versterben an einem Suizid.

Ein massiver Anstieg an Psychosen

Düsterer sieht die Lage bei nicht-schizophrenen Psychosen aus. Vergleich man die Zeiträume vor und nach der Legalisierung von Cannabis, so haben Psychosen in der kanadischen Gesamtbevölkerung insgesamt um 60% zugenommen. An dieser Stelle sollte man darauf hinweisen, dass Psychosen arbeitsunfähig machen, sozial isolieren und auch für die Angehörigen eine schwere Belastung sind. Eine derart massive Zunahme birgt also, neben dem medizinischen Problem, auch Belastungen für das medizinische Personal, für die Krankenkassen, Familien und Volkswirtschaften.

Was sagen andere Studien?

Bei der Frage, wie gesundheitsschädlich Cannabis ist, sind Studien neueren Datums deutlich zuverlässiger als ältere Studien. Denn der THC-Gehalt, und damit die psychoaktive Hauptkomponente von Cannabis, hat sich in Nordamerika allein in der 17-jährigen Laufzeit der kanadischen Studie mehr als verdoppelt (3). Das Kiffen, wie es ältere Menschen in Erinnerung haben, hat sich also drastisch verändert. Junge Menschen sind heute mit einer weit stärkeren Substanz konfrontiert.

Kiffen – Brain Rot 2.0?

Das ist deshalb so wichtig, weil die Studienlage dahin tendiert, dass sowohl eine stärkere Potenz an THC als auch eine häufigere Frequenz des Konsums die Entstehung von Psychosen begünstigen. Eine andere aktuelle Studie aus Dänemark beziffert die Zunahme Cannabis-assoziierter Schizophrenien von 4% im Jahr 2000 auf 8% in den Jahren 2010 bis 2016 (4). Neurobiologisch wurde Ende 2024 eine weitere Bestätigung für die Hypothese erbracht, dass der Konsum von Cannabis mit einer geringeren synaptischen Dichte assoziiert ist – Kiffen dünnt womöglich die Synapsen im Gehirn aus (5). Vor dem Hintergrund meines letzten Artikels zum Brain Rot der Jugend, erscheint dieser Befund als eine Art faule Kirsche auf einem schlechten Kuchen. Wenn junge Menschen ohnehin schlechtere kognitive Kapazitäten haben als früher, dann ist eine Droge, die diese Kapazitäten weiter angreift, das Letzte, was wir brauchen.

Fazit

Der THC-Gehalt in Cannabis nimmt stetig zu. Neue Studien zu den psychiatrischen Risiken von Cannabis sind deshalb wichtiger als ältere. Je aktueller die Studien, desto mehr tendiert die Fachliteratur dazu, Cannabis ein schädlicheres Potential als früher zu attestieren. Speziell für junge Menschen erhärtet sich der Verdacht, einem größeren Risiko ausgesetzt zu sein. In Deutschland liegt die Cannabis-Legalisierung jetzt ziemlich genau ein Jahr zurück. Vielleicht wäre das ein guter Zeitpunkt, um eine gesellschaftliche Debatte über Vor- und Nachteile der Legalisierung nochmal einmal zu eröffnen.

Mehr Wissenskommunikation von mir gibt es hier.

Quellen

(1) Myran, D. T., Pugliese, M., Harrison, L. D., Solmi, M., Anderson, K. K., Fiedorowicz, J. G., … & Tanuseputro, P. (2025). Changes in incident schizophrenia diagnoses associated with cannabis use disorder after cannabis legalization. JAMA Network Open8(2), e2457868-e2457868.

(2) Hjorthøj, C., Compton, W., Starzer, M., Nordholm, D., Einstein, E., Erlangsen, A., … & Han, B. (2023). Association between cannabis use disorder and schizophrenia stronger in young males than in females. Psychological medicine53(15), 7322-7328.

(3) Myran DT, Pugliese M, Roberts RL, et al. Association between non-medical cannabis legalization and emergency department visits for cannabis-induced psychosis. Mol Psychiatry. 2023;28(10):4251-4260. doi:10.1038/s41380-023-02185-x

(4) Hjorthøj C, Posselt CM, NordentoftM. Development over time of the population-attributable risk fraction for cannabis use disorder in schizophrenia in Denmark. JAMA Psychiatry. 2021;78(9):1013-1019. doi:10.1001/jamapsychiatry.2021.1471

(5) Blasco, M. B., Aji, K. N., Ramos-Jiménez, C., Leppert, I. R., Tardif, C. L., Cohen, J., … & Mizrahi, R. (2025). Synaptic Density in Early Stages of Psychosis and Clinical High Risk. JAMA psychiatry82(2), 171-180.

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Veröffentlicht von

Mein Name ist David Wurzer. Ich bin Medizinstudent und Philosophiedoktorand an der LMU München, davor habe ich Philosophie, Psychologie und Neurowissenschaften studiert. Besonders interessieren mich die aktuellen Forschungsergebnisse aus der Neurotechnologie, die als Schnittstelle für die zunehmende Verschmelzung von Mensch und Technik fungiert. Dabei werden spannende klinische und ethische Fragen aufgeworfen, die ich zusammen mit der interessierten Öffentlichkeit durchdenken möchte.

13 Kommentare

  1. Dann stellen Sie sich vor, wie eine Studie an 14jährigen Alkoholikern ausfallen wird. Oder eine Studie, die nur Menschen berücksichtigt, die wegen Alkoholkonsums medizinisch behandelt werden mussten. Oder eine Studie, wie viele Einbrecher, die von der Leiter gefallen sind, sich ins Krankenhaus fahren lassen, verglichen mit Menschen, die bei einer legalen Aktivität von der Leiter gefallen sind.

    Wir reden hier nicht über Kinder. Wir reden über Erwachsene, die jeden Tag selbst entscheiden, wie viele Risiken sie im Leben eingehen werden. Dazu gehören auch Auto fahren, sich verlieben, sich für einen Job entscheiden, eine Bergwanderung machen oder am Wochenende in einen Club voller Fremder gehen, um dort alle Vorsicht fallen zu lassen. Dass man etwas legal macht, heißt ja nicht gleich, dass man es im Kindergarten gratis verteilt – der Staat kann immer noch entscheiden, welche Aktivitäten leicht und welche schwerer auszuüben sind. Irgendwo ist aber ein Kipppunkt erreicht, wo er es so sehr übertreibt, dass Al Capone und das Sonora-Kartell die Bespaßung übernehmen müssen.

    Der THC-Gehalt im Cannabis steigt aus dem gleichen Grund, warum die Autos von Mad Max nicht durch den TÜV kämen, oder der Wettbewerb auf den Weltmärkten in Krieg ausartet – es ist keine Partei da, die die Kontrolle hätte, oder auch nur ein Interesse daran, das gesamte System zu regulieren, statt bloß einen Vorteil daraus zu schlagen. Wenn Gesetze zur Machtausübung diverser Gruppen missbraucht werden, fallen sie unter Gesetzlosigkeit – die Anarchie und ihre Folgen nehmen zu, nicht ab.

    Im Allgemeinen ist mir jede Argumentation suspekt, die der Logik folgt: Ich darf dir was verbieten, was dir Spaß macht, du mir aber nichts, was mir Spaß macht. Wenn Kiffen verboten wird, dann führen wir auch gleich die Prohibition ein, sonst ist die Sache vom Tisch.

    Anderen Dinge verbieten ist einfach viel zu einfach und macht viel zu viel Spaß, um nicht zur Epidemie auszuarten, die mit Woke und Trump und Religionskriegen allwissender Kontrollfreaks endet. Masochismus ist gesellschaftlich leichter zu managen als Sadismus.

    Wenn sich eine Gesellschaft mit einem Gift vergiftet, muss sie nicht auch noch ein anderes dazu nehmen. Aber wenn sie schon so ein Scheißesein-Junkie ist, dass sie ein Gift braucht, warum das alte Gift nehmen, und nicht gegen ein neues eintauschen, das gesundheitlich harmloser ist, oder leichter zu überwachen? Wir sehen hier einfach eine Schnorrer-Mentalität: Ich darf der Welt so viele Probleme machen, wie ich will, es ist die Aufgabe der Welt, sie auszubaden. Und da ist es die heiligste Pflicht der Welt, einem so viele Probleme zu machen, wie sie nur kann – bis man entweder von ihnen zermalmt wird, oder seine Einstellung ändert.

    Denn nur, wenn er ganz unten angekommen ist, wird ein Hardcore-Junkie sich ändern.

    Er muss nicht gleich zum Engel werden. Nur – sich selbst so weit zurücknehmen, dass die Welt ihn verträgt. Kann ja nicht jeder gleich leistungsfähig als Gesellschafts-Nutzvieh sein, manche dümpeln nur durch ihr Dasein, ohne je auf eine Welt zu treffen, für die sie gemacht wurden. Kann ja nicht jede Welt alle Lego-Steine gebrauchen, die serienmäßig vom Fließband kommen.

    Menschen sterben ungefähr 200 Jahre, bevor sie genug Lebenserfahrung haben, um erwachsen zu werden. Trotzdem muss die ganze Rasselbande von Kamikaze-Versuchskaninchen und willenlosen Lemmingen im Sandkasten voller Tretminen und Skorpione irgendwie miteinander auskommen und Verantwortungsbewusstsein simulieren lernen. Richtig oder gut läuft hier gar nix, es bleibt nur Schadensbegrenzung. Und dazu gehören sowohl Drogen, wie Drogenregulierung.

  2. Es gibt im Artikel keine Aussage zu Kausalität und/oder Korrelation. Die letzten Jahre waren für die meisten Menschen eher belastend, die Einkommen und Jobmöglichkeiten haben abgenommen, die Armut zugenommen, Familien und Freundschaften gingen mit Corona zu Bruch, Kriege und vieles mehr. Wie hat man ausgeschlossen, dass dies Einfluss auf die Studien hatte? Sicher ist der erhöhte THC Gehalt nicht unproblematisch, aber für die aufgetretene Häufung bestimmter psychologischer Zustände kann es mehr als eine Erklärung geben.

    Dies wurde aus meiner Sicht zu wenig thematisiert.

    • Das alles stimmt und hat mit Sicherheit auch Auswirkungen auf den Drogenkonsum. Kausalität ist ohnehin keine Kategorie solcher epidemiologischen Studien, es handelt sich hier nur um Häufungen, die auf einen (starken) Zusammenhang hindeuten. Monokausal wird dieser Zusammenhang sicher nicht sein.

      Allerdings ist der lange Beobachtungszeitraum (17 Jahre in Kanada, noch länger für andere Länder) schon ein Indiz dafür, dass die Zunahme der Psychosen an der Legalisierung liegt. Die Studienautoren haben den Zeitraum ja in drei Zeiträume unterteilt: vor der Legalisierung von medizinischem Cannabis, während der Legalisierung medizinischen Cannabis und der Liberalisierung nicht-medizinischen Cannabis und drittens seit der Legalisierung nicht-medizinischen Cannabis. Man sieht zwar einen relativ linearen Anstieg über die Jahrzehnte, aber mit den Legalisierungsmaßnahmen bekommt die Kurve einen leichten Knick nach oben, der Trend zu mehr Psychosen wurde also durch die Legalisierung höchstwahrscheinlich beschleunigt.

      • Diskussionswürdig ist allerdings die höhere Bereitschaft von Konsumenten, bei einer Überdosierung einen Arzt aufzusuchen, der dann möglicherweise Diagnosen stellt, die mehr mit der akuten Intoxikation als mit der allgemeinen psychischen Verfassung in Verbindung stehen.

  3. Die entscheidende Frage ist doch, wie man am Besten auf die Risikogruppe einwirken kann. Die Teil-Legalisierung ist das Resultat sozialer Bewegungen. Und die Gesetzgebung hat keinen messbaren Einfluss auf die Prävalenz von Cannabiskonsum in der Bevölkerung, wie der Gesundheitsausschuss 2018 auf Grundlage von Berichten der EMCDDA feststellte.

    Dafür gibt es starke Hinweise, dass genetische Dispositionen sehr zur Gefährdung beitragen. Unumstritten sind negative Folgen durch Prohibition, die oft kaum erfasst werden können, z.B. soziobiographischer Art, neben deutlichen Folgen wie die Gefahr durch Streckmittel in einem Schwarzmarkt.

    Aufklärung und Prävention scheinen wieder zu kurz zu kommen.

    • Richtig, die genetische Ausstattung erhöht das Risiko für Psychosen sehr stark. Das DRD2 Gen und das AKT1 Gen können das Risiko z.B. um das drei bis siebenfache erhöhen.
      Auch richtig ist, dass Streckungen am Schwarzmarkt das Gesundheitsrisiko drastisch erhöhen. Nur, in einem Editorial zu der kanadischen Studie wurde Evidenz diskutiert, dass der Schwarzmarkt in Kanada seit der Legalisierung nicht eingebrochen ist, sondern teilweise noch gewachsen ist. Ein Austrocknen des Schwarzmarkts wäre mE das stärkste Argument für eine Legalisierung, aber wenn das bisher nicht erreicht wird, muss man sich überlegen, welche Varianten der Legalisierung/Kriminalisierung dieses Ziel besser erreichen.

      • Auch scheinen genetisch vorbelastete Menschen im Gegensatz zu Personen ohne Prädisposition mit der Ausschüttung von Dopamin auf THC zu reagieren, wie zwei kleinere Studien mit PET-Scans zeigten (vgl. “Can recreational doses of THC produce significant dopamine release in the human striatum?, Stokes et al., 2009” und vgl. “Delta-9-Tetrahydrocannabinol-Induced Dopamine Release as a Function of Psychosis Risk: 18F-Fallypride Positron Emission Tomography Study, Kueper et al., 2013”).

        Es gibt noch einige weitere Hinweise auf komplexe Zusammenhänge (neben früherem Onset die Induzierung psychoseähnlicher dopaminerger Bedingungen, teils widersprüchliche Hinweise in Bezug auf Leistungsfähigkeit).

        Möglich wären Warnhinweise in einem weißen Markt wie in Kanada oder Aufklärung durch Präventionsberater in CSCs auch in Deutschland.

        Eindeutig als negativ bewertet werden sollte die Werbung für Cannabis in Kanada und den USA, was in Deutschland ausdrücklich verhindert werden soll.
        In diesem und in einigen anderen Punkten ist die Situation nicht direkt vergleichbar.

        • Hinsichtlich der Vergleichbarkeit der Märkte erschien jüngst eine randomisierte Studie zu einem Modellprojekt in Basel, äquivalent zu den deutschen Gegebenheiten, die mögliche positive Effekte in Bezug auf Folgeschäden und der Konsummenge in Aussicht stellt:

          “Our results showed no evidence that public health-oriented RCL increased the severity of self-reported cannabis misuse and related mental health outcomes at 6 months compared to the illegal market. Instead, there was some evidence that cannabis misuse was reduced. Moreover, there was evidence that cannabis users in the legal cannabis intervention group with other drug use had reduced cannabis misuse compared to those without other drug use. This differential effect was not present in the illegal market control group. Taken together, our results suggest that public health oriented RCL might differ in its benefits on cannabis misuse across different populations.”
          (siehe “Effects of legal access versus illegal market cannabis on use and mental health: A randomized controlled trial, Baltes-Flueckiger et al., 2025”)

  4. Ich weiß nicht. Wenn ich mir mein näheres Umfeld so anschaue (und damit meine ich auch den Arneitsplatz. So 200 Menschen als Firma ist jetzt keine ganz kleine Stichprobe) hat sich das Konsumverhalten mit der Legalisierung nicht verändert. Da hat sowieso schon gefühlt jeder gekifft vorher und das hat sich mit der Änderung der Gesetzeslage nicht verändert.
    Man tut das jetzt nicht mehr so heimlich und ist auf Nachfrage auch viel eher geneigt den Konsum zuzugeben.
    Dafür ist ziemlich sicher das die persönlichen Belastungen zugenommen haben und weiter zunehmen.
    Bei der Häufigkeit des Konsums sehe ich da eher eine Zunahme.
    Da man mit dem Konsum ziemlich sicher die Auswirkungen von Streß in den Griff bekommt würde ich mir vieleicht auch ein paar Gedanken dazu machen wie man das Grundübel in den Griff bekommt.
    Einfach nur wieder mehr Repression wird das in meinen Augen nicht ändern. Dann wird halt wieder mehr gesoffen.

  5. Wenn man eine Überschrift mit einem Fragezeichen versieht, kann man alles behaupten. Das mach die BILD auch gerne. Glückwunsch!. Der Artikel ist hochspekulativ, knapp die Hälfte steht im Konjunktiv. Die Entwicklung der Kortikalrinde wird nicht ursächlich erwähnt, dafür wird unendlich viel spekuliert.
    Auch hat der Status Quo von Cannabis wenig mit dem Gefahrenpotential einer Substanz zu tun. Und last but not least: Von welcher Legalisierung redet der Autor? Die meisten Bezugsquellen sind nach wie vor illegal die Grundlage für Forschung und Datenerfassung hat sich also nicht bzw. kaum geändert. Schade, besonders das Fragezeichen im Header macht den Beitrag auch aus journalistischer Sicht sehr fragwürdig.

    • Die Kritik des Titels nehme ich gerne an. Gerade bei einem polarisierenden Thema wie diesem geht es mir darum, beide Seiten anzusprechen. Formuliert man den Titel als klares Statement für die eine Seite, wird die andere den Beitrag nicht mehr lesen – so kommt kein Gedankenaustausch zustande, Echokammern zementieren sich.
      Konjunktiv deshalb, weil das Gegenteil “journalistisch fragwürdig” wäre. Kausalität kann man auf Basis epidemiologischer Studien nicht einfach mal postulieren, der beschriebene Zusammenhang von Cannabis und Psychosen ist nur statistisch sehr zuverlässig beobachtbar. Die Evidenz reicht mir, wie vielen anderen, für einen Artikel, den ich dann aber nicht in apodiktischer Sprache verfassen muss (das wäre dann spekulativ). Da Sie den Artikel sicher vollständig gelesen haben, wundert mich die Frage nach der Legalisierung – die Einzelheiten zur kanadischen Cannabis-Legalisierung finden sie online oder im Paper der Studienautoren.

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