Was soziale Ungleichheit mit unseren Gehirnen macht

Dass Armut krank macht, ist in der Medizin Konsens. Auch neurowissenschaftliche Studien zeigen zunehmend, dass sich soziale Ungleichheit auf die Hirnstruktur auswirkt und anfällig für diverse psychische Erkrankungen macht. Jetzt hat eine große US-Studie erstmals gezeigt, dass die Einkommensungleichheit einer Gesellschaft negative Effekte auf die Gehirne aller Kinder hat – egal, ob diese Kinder aus armen oder reichen Haushalten stammen.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass soziale Ungleichheit ein eigenständiger neurobiologischer Stressor ist, der alle Mitglieder einer Gesellschaft betrifft. Angesichts steigender Ungleichheit ist das ein alarmierender Befund.

Erfolg, Misserfolg, Reichtum und Armut – Henne oder Ei?

Sind reiche Menschen einfach intelligenter als arme Menschen? Oder ist es so, dass Reichtum erfolgreich macht und Armut Erfolg verhindert? In politischen Debatten werden diese zwei Positionen, die erste als rechte, die zweite als linke Position, meist dogmatisch diskutiert, als läge ein Henne-Ei-Problem vor. Dem ist jedoch nicht so. In den biologischen Wissenschaften dominiert seit Jahrzehnten die Auffassung, dass Umwelt und Genetik bei komplexen Merkmalen stets miteinander interagieren.

Karl Marx, Ikone vieler Linker, war der Auffassung, dass jedes Individuum allein ein Produkt seiner Umwelt sei. Heute wissen wir: das ist ebenso falsch, wie die rechte, meritokratische These, dass heute jeder an seinem natürlichen Platz sei, denn die Erfolgreichen hätten lediglich mehr geleistet oder verfügten im Zweifel einfach genetisch über mehr Intelligenz als unerfolgreiche Menschen (diese Spielart ist dann freilich nicht mehr meritokratisch).

Auch gute neuronale Anlagen erfordern als weiteren Faktor erst noch eine gute, stimulierende Umwelt. Die muss aber erst aktiv hergestellt werden – von jemandem, der die Mittel dazu hat. Bei einem statistisch normalverteilten IQ in der Bevölkerung ist es deshalb, ceteris paribus, sehr wahrscheinlich, dass unzählige gute Gehirne brach liegen gelassen werden. Das macht erfolgreiche Menschen keineswegs dumm, der Eigenanteil ihres Erfolgs aber dürfte deutlich überschätzt werden, während der Umweltanteil in großen Teilen der einkommensschwachen Bevölkerung aktuell stark unterschätzt wird.

Der lange Schatten der Eltern

Belegen lässt sich das anhand neurologischer Studien, welche die Gesundheit von Kindern untersuchen. Eine aktuelle Studie mit dem Titel Parental divorce’s long shadow konnte zeigen, dass Scheidungskinder später in ihrem Leben eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall haben (1). Das verwendete Wahrscheinlichkeitsmaß, die Odds Ratio, war 61% höher als bei Menschen, die eine Kindheit ohne Trennung der Eltern hatten. Die Studie (mit 13.000 Personen) ist von hoher Qualität, weil sie für viele andere Faktoren kontrolliert, sodass die höhere Schlaganfallrate recht sicher auf die Scheidungen zurückgeführt werden kann. Einer dieser Kontrollfaktoren war wiederum Armut.

Exzellente Daten aus Meta-Analysen hatten bereits zuvor erwiesen, dass Armut in der Kindheit ein Prädiktor für einen Schlaganfall im späteren Leben ist (2, 3). Weil dieser Zusammenhang also bereits klar ist und weil viele Scheidungen zu Armut führen, wurde das Einkommen herausgerechnet. Umso beachtlicher ist der Befund, dass die Scheidung der Eltern an sich bereits einen so langen Schatten im Leben von Menschen wirft. Diese Art des Zusammenhangs zwischen Sozioökonomie und neuronaler Gesundheit ist allerdings nicht ganz neu – in einem früheren Artikel beschrieb ich eine Assoziation zwischen Ehe und Demenzrisiko. Geschieden zu sein erhöht übrigens auch für die Geschiedenen selbst das Schlaganfallrisiko (4).

Neben Schlaganfällen sind Scheidungskinder auch häufiger mit späteren Gesundheitsrisiken konfrontiert, wie zum Beispiel Übergewicht, Rauchen, Drogenmissbrauch, Suizidalität, psychische Erkrankungen, Diabetes, Depression und eine erhöhte Morbidität über die gesamte Lebenszeit (5-14). Andererseits ist ein niedriges Haushaltseinkommen der Eltern wiederum selbst ein Prädiktor für die meisten dieser Gesundheitsrisiken, inklusive Schlaganfall (15, 16). Und: Eltern zu haben, die psychisch krank, drogensüchtig oder im Gefängnis inhaftiert sind, erhöhen wiederum das Schlaganfallrisiko (17).

Die Datenlage ist also relativ eindeutig – und lässt große Zweifel an der These, dass gute Gene zum Lebenserfolg ausreichen. Ein Schlaganfall oder eine Depression macht auch vor einem überdurchschnittlichen IQ nicht halt.

Nobelpreise sind an das Einkommen der Väter gekoppelt

Empirisch lässt sich also recht gut zeigen, dass die Umwelt eines Kindes dessen Lebenserfolg stark beeinträchtigen kann. Andersherum ist es jedoch eher schwer zu widerlegen, dass erfolgreiche Menschen ihres Glückes eigener Schmied waren – außer diese Menschen räumen selbst ein, dass für ihren Erfolg mehr Glück als Leistung maßgeblich war. Allerdings gibt es hin und wieder extreme statistische Verzerrungen, die einen reinen self-made Erfolg zumindest tendenziell unplausibel erscheinen lassen.

So untersuchte eine noch unpublizierte ökonomische Studie die Biographien aller Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger von 1901 bis 2023 (18). Die Hälfte von ihnen hatte einen Vater, der zu den reichsten 5% der Bevölkerung gehörte – unabhängig von der Nationalität (Abbildung 1). Weitere knapp 20% aller Preisträgerinnen und Preisträger hatten einen Vater, der immer noch zu den reichsten 10% gehörte. Der häufigste Beruf, den die Väter im Mittel haben: Firmenchefs.

Abbildung 1: 50% aller Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger (y-Achse) hatten Väter, die zu den reichsten 5% ihrer Gesellschaft gehörten (x-Achse). Weitere knapp 20% hatten Väter, die zu den reichsten 10% gehörten. Aus der unteren Hälfte der Gesellschaft kommen praktisch keine Nobelpreise. Aus einem working paper von Novosad et al. 2024

Da die statistische Verteilung so schief ist, dürften Leistung und Gene für den Gewinn eines Nobelpreises höchstens ein Ko-Faktor sein. Ein Genie zu sein, ohne aus einer reichen Familie zu stammen, hat historisch gesehen selten zum Nobelpreis gereicht. Übrigens: der Anteil an Frauen beim Nobelpreis beträgt bis 2023 nur 4%. Wenn es tatsächlich nur auf Leistung und Gene ankäme, dann stünden Frauen damit, nicht nur in der Wissenschaft, in einem denkbar schlechten Licht. Plausibler ist es, dass die These falsch ist, dass Erfolg und Talent in der Praxis verkoppelt seien. Und so interpretieren auch die Ökonominnen und Ökonomen ihre Studienergebnisse: “Unter diesen Annahmen lassen unsere Schätzungen vermuten, dass über drei Viertel der Kinder, die mit einem hohen wissenschaftlichen Talent geboren wurden, nicht die ergänzenden elterlichen und sozialen Impulse erhielten, die notwendig sind, um ihr Talent maximal zu entfalten“ (S.9)

Ungleiche Gesellschaften sind Gift für unsere Gehirne

Bis hierher haben wir uns nur Daten zu den individuellen Auswirkungen sozialer Ungleichheit angesehen. Der sozioökonomische und gesundheitliche Status der Eltern wirft einen langen Schatten auf eben diese Faktoren ihrer Kinder. Das liegt eigentlich nahe. Viel kontraintuitiver ist der Befund einer aktuellen Studie, die in Nature Mental Health veröffentlich wurde: je ungleicher eine Gesellschaft ist, desto schlechter entwickeln sich die Gehirne ihrer Kinder (19).

Untersucht wurden mehr als 8.000 Kinder in 17 US-Bundestaaten, alle im Alter von neun bis zehn Jahren. Gemessen wurde der Einfluss des Gini-Koeffizienten auf die kortikale Dicke, das totale Gehirnvolumen und die funktionale Konnektivität von 12 Hirnarealen (im fMRT). Außerdem wurden follow-up Termine gemacht, bei denen die psychische Gesundheit der Kinder per Fragebogen evaluiert wurde (6 Monate und 18 Monate nach dem Hirnscan).

Der Gini-Koeffizient ist ein ökonomisches Maß für ökonomische Ungleichheit, er kann für Einkommen und (seltener) Vermögen berechnet werden und reicht von 0 bis 100. Ein Gini-Koeffizient von 100 bedeutet, dass eine einzige Person alles besitzt oder an Einkommen generiert; 0 bedeutet dass alle Mitglieder der Gesellschaft genau gleich viel verdienen oder besitzen. Das Studiendesign, Bundesstaaten im selben Land zu vergleichen anstatt verschiedener Nationalstaaten ist sehr gut gewählt, da so kulturelle und nationale Besonderheiten herausgerechnet werden können.

Ergebnis der Studie: ein höherer Gini-Koeffizent im Bundesstaat, also eine höhere soziale Ungleichheit, sagte vorher, dass die Dicke der Hirnrinden, das totale Volumen der Gehirne und die funktionale Konnektivität der Kinder allesamt niedriger waren, als in sozial gleicheren Bundesstaaten (Abb. 2). Der Clue: wie auch bei der Scheidungsstudie wurde der individuelle sozioökonomische Status (hohes oder niedriges Einkommen der Eltern) der Kinder bereits herausgerechnet. Es war also egal, ob die Familien der Kinder individuell ökonomisch besser oder schlechter gestellt waren: ist ein Bundesstaat ungleich, dann wirkt sich das auf alle Kinder aus, die in ihm aufwachsen.

Abbildung 2: a) Kortikale Dichte, b) Totale Gehirnoberfläche, c) Totales kortikales Volumen. Alle gemessenen Gewebefaktoren sinken mit höherem Gini-Koeffizienten, also mit mehr Ungleichheit. Die senkrechten blauen Linien stellen die 17 untersuchten Bundesstaaten dar. Auch wenn die Trendlinie nur leicht gekippt erscheint, so ist zu bedenken, dass es sich hier um Gehirngewebe handelt, bei dem wenige Millimeter bereits Millionen von Neuronen und Synapsen bedeuten. Aus: Rakesh et al. 2025

Man muss es sich noch einmal bewusst machen: ist die Schere zwischen Arm und Reich in einem Bundesstaat groß, dann schrumpfen die Gehirne aller Kinder, auch wohlhabender Kinder. Soziale Ungleichheit, so das Studienteam, ist ein eigenständiger Stressor für eine Gesellschaft, der alle ihre Mitglieder betrifft. Dabei ist zu beachten, dass die untersuchten Bundesstaaten eher im Mittelfeld der USA lagen. Die ungleichsten Bundesstaaten wurden gar nicht in die Studie mit aufgenommen – die realen Effekte könnten also noch deutlich gravierender sein.

Ein zweiter Befund war, dass die Kinder in sozioökonomisch ungleicheren Bundesstaaten 18 Monate nach der Studie eine schlechtere psychische Gesundheit aufwiesen. Und: interessanterweise sagte der Grad der neuronalen Verarmung für 18 wie auch für 6 Monate nach der Studie schlechtere mentale Gesundheit vorher.

Wie kann das sein? Soziale Wahrnehmung und chronischer Stress

Auf Basis psychologischer und medizinischer Vorarbeiten spekuliert das Studienteam, dass Mechanismen des sozialen Vergleichens, der wahrgenommenen sozialen Kohäsion und der sozialen Mobilität verantwortlich für die Befunde sind. Status anxiety beschreibt die Angst vor sozialem Abstieg, welche vor allem wohlhabende Menschen haben. Je stärker die Gräben zwischen sozioökonomischen Schichten zu Tage treten, desto ausgeprägter könnte diese status anxiety werden. Bei ärmeren Menschen wiederum führt ein offensichtlicherer Kontrast zur Oberschicht womöglich vermehrt zu Gefühlen, unzureichend zu sein – und das womöglich noch mehr in dem Maße, in dem das neoliberale Narrativ dominiert, selbst für diese Lage verantwortlich sein,

Kurz: Die Wahrnehmung einer sozial ungleichen Gesellschaft, in der Mitmenschen also materiell voneinander getrennt sind, könnte chronischen Stress auslösen, der das Gehirn beeinträchtigt. Die Hirnareale, deren funktionale Konnektivität gemessen wurde, waren unter anderem relevant für soziale und emotionale Regulation, aber auch Aufmerksamkeit. Medizinische Studien, die den Gini-Koeffizienten verschiedener Länder verglichen, fanden außerdem heraus, dass das C-reaktive Protein (CRP), ein grundlegender Marker für Entzündungen im Körper, mit höherem Gini ansteigt (20). Zwar lässt sich hier einwenden, dass verschiedene Länder sich unterschiedlich ernähren oder verschiedene Gesundheitspolitiken/-kulturen praktizieren. Die pathophysiologische Theorie passt jedoch grundsätzlich gut zu den Daten, und auch experimentelle Forschung unter Laborbedingungen zeigt, dass wahrgenommene Ungleichheit körperliche Stressreaktionen hervorrufen kann (21). Weitere Forschung wird zeigen müssen, ob sich der Zusammenhang empirisch weiter erhärten lässt. Doch was, wenn die Hypothese der Forscherinnen und Forscher stimmt?

Social media könnten Kinder kränker machen, als uns bewusst ist

Sollte die Erklärung der Ergebnisse stimmen, dann haben einige gegenwärtige Gesellschaftsentwicklungen das Potential, diese Effekte noch zu verstärken. Der Druck, sich sozial mit anderen zu vergleichen, ist gerade für Kinder und Jugendliche durch social media massiv befeuert worden. Bei wohlhabenden jungen Menschen könnte das, dem Erklärungsmodell der Studie nach, eine regelrechte status anxiety Epidemie generieren. Bei Jugendlichen aus einkommens- oder vermögensschwachen Haushalten wiederum muss der permanente Vergleich nach oben unweigerlich Minderwertigkeitsgefühle produzieren.

Die soziale Mobilität sinkt – und mit ihr vielleicht das Hirnvolumen unserer Kinder

Auch die ohnehin traurigen statistischen Daten, die zeigen, dass die soziale Mobilität in Deutschland seit Jahrzehnten immer weiter sinkt, bekommen in diesem Licht eine alarmierende Aktualität. Eine Studie des ifo-Instituts (22) hat ermittelt, dass der Einfluss des elterlichen Einkommens auf das Einkommen und den Bildungsgrad ihrer Kinder sich innerhalb einer Generation verdoppelt hat (seit den 80er Jahren, um genau zu sein). Der Bildungsgrad ist übrigens der stärkste Prädiktor dafür, später eine Demenz zu bekommen – von bestimmten genetischen Mutationen einmal abgesehen. Umso drastischer wirkt der schlechte Platz, den Deutschland bei staatlichen Bildungsausgaben hat: Von den 27 EU-Ländern liegt Deutschland auf Platz 23 (23).

Es würde vielleicht lohnen, sich solchen ökonomischen Sachverhalten auch neurowissenschaftlich zu nähern. Klafft die soziale Mobilität wirklich zwischen den Generationen auseinander, dann ist zu befürchten, dass man dies vielleicht auch im fMRT sehen kann.

Einkommensungleichheit ist nicht gleich Vermögensungleichheit

Ein letztes Problem ist, dass in allen genannten Studien nur die Einkommensungleichheit untersucht wurde. Das kann die Ergebnisse verzerren, und zwar eher in Richtung stärkerer realer Effekte. Denn die Vermögensungleichheit ist meist noch viel drastischer als die Einkommensungleichheit. Der Gini-Koeffizient, der von 0 (maximal gleiche Verteilung) bis 100 reicht (Konzentration aller Werte auf eine einzige Person), wird bei Einkommen nach der Besteuerung errechnet. Einkommenssteuern gibt es in jedem Land, doch Vermögenssteuern gibt es selten, wodurch die Datengrundlage zur Berechnung des Gini-Scores meist fehlt und er grob geschätzt werden muss.

Zum Vergleich: der Gini-Koeffizient für Einkommen reicht in der EU von 21.7 (Slowakei, am gleichsten) bis 38.4 (Bulgarien, am ungleichsten). Deutschland liegt hier mit 29.5 im Mittelfeld (24). Der geschätzte Gini-Koeffizient für Vermögen beträgt für Deutschland aber 73 – ein extremer Wert (25). Die Spannbreite der Studie in den 17 US-Bundesstaaten betrug nur 40 bis 50. Die Gini’s für Einkommen und Vermögen lassen sich jedoch, wie gesagt, nicht direkt vergleichen.

Da wir in einem Land leben, in dem die Köpfe unserer Menschen die einzig wertvollen Ressourcen sind, und da immer weniger junge Menschen nachkommen, sollte uns an ihren Köpfen umso mehr gelegen sein.

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Quellen:

(1) Schilke, M. K., Baiden, P., & Fuller-Thomson, E. (2025). Parental divorce’s long shadow: Elevated stroke risk among older Americans. PloS one20(1), e0316580.

(2) Bardugo A, Bendor CD, Libruder C, Lutski M, Zucker I, Tsur AM, et al. Cognitive function in adolescence and the risk of early-onset stroke. J Epidemiol Community Health 2024

(3) Marshall IJ, Wang Y, Crichton S, McKevitt C, Rudd AG, Wolfe CDA. The effects of socioeconomic status on stroke risk and outcomes. The Lancet Neurology. 2015 Dec; 14(12):1206–18. 1. https://doi.org/10.1016/S1474-4422(15)00200-8 PMID: 26581971

(4) Wong CW, Kwok CS, Narain A, Gulati M, Mihalidou AS, Wu P, et al. Marital status and risk of cardiovascular diseases: a systematic review and meta-analysis. Heart. 2018 Dec 1; 104(23):1937–48. https://doi.org/10.1136/heartjnl-2018-313005 PMID: 29921571

(5) Aksu GG, Kılıc¸aslan F, Kütük MÖ , Tufan AE, Kayar O, Toros F. Parental attitudes, child mental health problems and gender factor in the divorce process. Cukurova Med J. 2024 Mar 29; 49(1):181–91. 1.

(6) Jabbour N, Abi Rached V, Haddad C, Salameh P, Sacre H, Hallit R, et al. Association between parental separation and addictions in adolescents: results of a National Lebanese Study. BMC Public Health. 2020 Jun 19; 20(1):965. 1.

(7) Bayaz-Öztürk G. Parental breakup and children’s outcomes in the United States. Family Relations. 2022; 71(4):1802–16. 1.

(8) Bohman H, Låftman SB, Päären A, Jonsson U. Parental separation in childhood as a risk factor for depression in adulthood: a community-based study of adolescents screened for depression and followed up after 15 years. BMC Psychiatry [Internet]. 2017 Mar 29 [cited 2024 Jul 18]; 17.

(9) Fuller-Thomson E, Dalton AD. Suicidal ideation among individuals whose parents have divorced: findings from a representative Canadian community survey. Psychiatry Research. 2011 May 15; 187 (1):150–5. 1.

(10) Palmtag EL. Like ripples on a pond: the long-term consequences of parental separation and conflicts in childhood on adult children’s self-rated health. SSM Popul Health. 2022 Jun; 18:101100. 1.

(11) Varis H, Hagnas M, Mikkola I, Nordstrom T, Puukka K, Taanila A, et al. Parental separation and offspring morbidity in adulthood: a descriptive study of the Northern Finland Birth Cohort 1966. Scand J Public Health. 2022 Jul 1; 50(5):601–12.

(12) Amiri S, Fathi-Ashtiani M, Sedghijalal A, Fathi-Ashtiani A. Parental divorce and offspring smoking and alcohol use: a systematic review and meta-analysis of observational studies. Journal of addictive diseases. 2021 Mar 2; 39.

(13) Fuller-Thomson E, Filippelli J, Lue-Crisostomo CA. Gender-specific association between childhood adversities and smoking in adulthood: findings from a population-based study. Public Health. 2013 May; 127(5):449–60.

(14) Goisis A,O¨ zcan B, Van Kerm P. Do children carry the weight of divorce? Demography. 2019 Jun; 56 (3):785–811.

(15) Marshall IJ, Wang Y, Crichton S, McKevitt C, Rudd AG, Wolfe CDA. The effects of socioeconomic status on stroke risk and outcomes. The Lancet Neurology. 2015 Dec; 14(12):1206–18. 1. https://doi.org/10.1016/S1474-4422(15)00200-8 PMID: 26581971

(16) McHutchison CA, Backhouse EV, Cvoro V, Shenkin SD, Wardlaw JM. Education, socioeconomic status, and intelligence in childhood and stroke risk in later life: a meta-analysis. Epidemiology. 2017 Jul; 28(4):608–18.

(17) Godoy LC, Frankfurter C, Cooper M, Lay C, Maunder R, Farkouh ME. Association of adverse childhood experiences with cardiovascular disease later in life: a review. JAMA Cardiol. 2021 Feb 1; 6(2):228–35.

(18) Novosad, P., Asher, S., Farquharson, C., & Iljazi, E. (2024). Access to opportunity in the sciences: Evidence from the nobel laureates. Unpublished working paper.

(19) Rakesh, D., Tsomokos, D. I., Vargas, T., Pickett, K. E., & Patel, V. (2025). Macroeconomic income inequality, brain structure and function, and mental health. Nature Mental Health, 1-13. Macroeconomic income inequality, brain structure and function, and mental health | Nature Mental Health

(20) Layte, R. et al. A comparative analysis of the status anxiety hypothesis of socio-economic inequalities in health based on 18,349 individuals in four countries and five cohort studies. Sci. Rep. 9, 796 (2019).

(21) Shapiro, M. S., Rylant, R., de Lima, A., Vidaurri, A. & van de Werfhorst, H. Playing a rigged game: inequality’s effect on physiological stress responses. Physiol. Behav. 180, 60–69 (2017).

(22) Baarck, J., Bode, M., & Peichl, A. (2025). Rising Inequality, Declining Mobility: The Evolution of Intergenerational Mobility in Germany (No. 12058). CESifo Working Paper.

(23) Government expenditure on education – Statistics Explained – Eurostat

(24) Europäische Union – Ranking der Einkommensungleichheit in den Mitgliedstaaten nach dem GINI-Index 2024| Statista

(25) Vermögensungleichheit | Sozialbericht 2024 | bpb.de

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Mein Name ist David Wurzer. Ich bin Medizinstudent und Philosophiedoktorand an der LMU München, davor habe ich Philosophie, Psychologie und Neurowissenschaften studiert. Besonders interessieren mich die aktuellen Forschungsergebnisse aus der Neurotechnologie, die als Schnittstelle für die zunehmende Verschmelzung von Mensch und Technik fungiert. Dabei werden spannende klinische und ethische Fragen aufgeworfen, die ich zusammen mit der interessierten Öffentlichkeit durchdenken möchte.

1 Kommentar

  1. Vielen Dank für diesen mehrere soziale Aspekte (Scheidung, Einkommen, Vermögen) von „Intelligenz“ und Erfolg ausleuchtenden Beitrags. Vor allem eines scheint mir ein wichtiger neuer Aspekt: es sind nicht nur unsere Anlagen und unsere Bildung/Erziehung, die über Erfolg in der Gesellschaft entscheiden, sondern wichtige Erfolgsfaktoren sind auch das Vertrauen in sich selbst, das Vertrauen der eigenen Umwelt zu einem ihrer Mitglieder und der Mut etwas zu wagen und sich voll zu engagieren. Dass Nobelpreisträger – per Definitionem absolute Ausnahmeerscheinungen – sehr häufig Eltern mit hohem Einkommen haben, verwundert nicht, denn es ist naheliegend anzunehmen, dass bei Nobelpreisträgern vieles stimmen muss: der IQ, die Bildung, der Glaube an sich selbst, die Energie und Ausdauer, das Fehlen von Ablenkung und gute Vorbilder gehören wohl dazu. Wer aus materiell gutem Hause kommt, der ist gewissermassen ein freierer Mensch, einer, der mehr in seine eigenen Projekte investieren kann, einer, der nicht nur materiell, sondern auch geistig mehr unterstützt wird. Und es ist nun mal so: Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es. Ohne Tatkraft entsteht nichts, selbst bei besten Voraussetzungen. Wer sich selbst mehr zutraut und einen besseren Hintergrund hat, hat auch mehr Chancen, Schwierigkeiten zu überwinden und seine Tatkraft trotz Rückschlägen zu bewahren.

    Wer sich besser fühlt, entwickelt sich besser
    Zitat: Auf Basis psychologischer und medizinischer Vorarbeiten spekuliert das Studienteam, dass Mechanismen des sozialen Vergleichens, der wahrgenommenen sozialen Kohäsion und der sozialen Mobilität verantwortlich für die Befunde sind.
    Ich tendiere in die gleiche Richtung: wer im sozialen Vergleich gut abschneidet, der muss sich über viele Dinge weniger Gedanken machen. Eine Person mit komfortablem Hintergrund etwa, muss nicht mehr aufsteigen, sie muss weniger den Ellbogen einsetzen, sie kann sich auch leichter über Konventionen und Erwartungen hinwegsetzen (wie etwa Marcel Proust, der Sohn eines erfolgreichen Arztes, der nicht Arzt, sondern Schriftsteller werden wollte), sie ist zu einem wichtigen Grad freier in ihrem Denken und kann mehr Energie in eigene Projekte investieren.

    Persönliche Einschätzung: Viele der Sorgen, die uns beschäftigen und umtreiben sind kontraproduktiv für das eigene Fortkommen. Eine gewisse Unbekümmertheit ist im Leben von Vorteil. Wer sich sozial nicht vergleichen muss, weil es ihm gut geht, dem hilft es, unbekümmert voran zu schreiten.

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