Tesla und SpaceX sind nicht genug – Elon Musk will schon bald in unsere Köpfe

Die Implantation von Chips in den menschlichen Körper ist seit geraumer Zeit ein wiederkehrendes Gesprächs- und Streitthema der digital-technologisierten Welt. Die einen fiebern einem Meilenstein der Wissenschaft entgegen, andere wittern den Weltuntergang. Überraschenderweise und entgegen jeglicher Querdenkerlogik ist nicht Bill Gates, sondern sein Milliadärskollege Elon Musk der Protagonist dieses umstrittenen Unterfangens. Seit 2016 ist er mit seinem Unternehmen Neuralink in der Hirncomputerforschung aktiv und 2022 sollen die Hirnchips, die bei Affen vielversprechende Ergebnisse erzielten, erstmals in den Menschen implantiert werden.

Die Chips von Neuralink gehören zu den Brain-Computer Interfaces (BCI). Hierbei handelt es sich um eine Mensch-Maschine Schnittstelle, die eine Verbindung zwischen Gehirn und Computer ohne Aktivierung des peripheren Nervensystems erlaubt. Anwendung soll diese Technologie in der Unterstützung von Menschen mit körperlicher Behinderung finden. So könnten Betroffene des Locked-In Syndroms (völlige Bewegungsunfähigkeit bei erhaltenem Bewusstsein) trotz fehlender Sprechfähigkeit mit der Außenwelt kommunizieren oder Querschnittsgelähmte mit Hilfe von gehirngesteuerten Prothesen wieder laufen. Doch dazu später mehr.

Die Technologie

Das Neuralink System besteht aus zwei Elementen:

  1. Ca. 1000 kleinste Kunststofffäden, die Elektroden enthalten. Diese befinden sich nach Implantation im Inneren des Gehirns und können elektrische Impulse der Hirnnerven erkennen. Andersherum könnten sie elektrische Impulse abgeben, um Nervenzellen zu stimulieren und damit Vorgänge im Kopf beeinflussen. Davon ist bei Neuralink allerdings erstmal nicht die Rede.
  2. Ein Funkchip, der mit den Fäden verbunden ist und der in die Schädeldecke eingesetzt ist. Im Gegensatz zur herkömmlichen Elektronenenzephalographie müssen die Nervensignale hier nicht über Kabel oder riesige Funkeinheiten weitergeleitet werden. Stattdessen werden sie durch den münzgroßen Chip direkt ausgewertet, der dann wiederum nur die wichtigen Impulse per Bluetooth an ein Handy oder einen Computer überträgt.

Der Ablauf

Auf Grund der winzig kleinen Dimensionen der Elektrodenfäden würde eine herkömmliche Implantation die Fähigkeiten jedes Neurochirurgen übersteigen. Um das Problem der fehlenden Präzision zu lösen, wurde ein Roboter entwickelt. Dieser platziert die Kunststofffäden inklusive Elektroden zielgerichtet im Gehirn, ohne Blutgefäße zu verletzen. Die Operation dauert ca. 2 Stunden und kann unter Teilnarkose erfolgen.  

Die Funktion

Was haben wir nun davon, die Nervenimpulse bestimmter Hirnareale auf unser Handy übertragen zu können?

Bislang leider nicht so viel. BCIs liefern neutrale Signale, sie zeigen nur an, welches Neuronen-Areal wann aktiviert wird. Die Interpretation dieser Signale ist dem Menschen überlassen. Und genau hier steht die Forschung noch ganz am Anfang. Welche neuronalen Aktivitäten mit welchen Bewegungen oder Gedanken zusammenhängen, ist nämlich kaum bekannt.

Der Pingpong Affe

Quelle: Youtube

Obwohl unsere Kenntnis über das Gehirn noch nicht ausreicht, um komplexe Vorgänge oder Bewegungen wie das Laufen zu dekodieren, gelang im April 2021 ein kleiner Durchbruch. In einem Youtube Video, das viral ging, ist ein Affe zu sehen, der das Videospiel „Pong“ spielt. Das besondere daran: der Affe hat ein Neuralink-Implantat und spielt, ohne einen Controller zu bedienen, nur mit der Kraft seiner Gedanken. Den Forschern ist es gelungen, die Areale, die bei bestimmten Handbewegungen aktiviert werden, mit Elektroden zu vernetzten. Anhand derer Aktivität können nun die Bewegungen des Affen am Controller simuliert werden. Auch wenn es sich hierbei eher um eine Spielerei als um eine auf den Menschen übertragbare Funktion handelt, lässt sich durch dieses Experiment das Potenzial der Hirnchips erahnen.

Die Vision

Elon Musks sehr ehrgeizige Ambitionen hinsichtlich der Anwendungsgebiete umfassen die Heilung von Blindheit, Alzheimer und Parkinson, die Verbesserung des Gedächtnisses, des Sehvermögens und die telepathische Kommunikation von Neurachipträger zu Neurachipträger. Basierend auf einem ähnlichen Prinzip sollen Patienten mit ALS oder dem Locked In Syndrom durch Computer mit der Außenwelt kommunizieren können. Durch die Entwicklung eines Exoskeletts, das via Bluetooth mit dem Neuralink Chip gekoppelt ist, könnten Querschnittsgelähmte oder anderweitig neuronal behinderte Menschen wieder ihren vollen Bewegungsumfang zurückerhalten. Und schließlich – sicherlich ein großes Verkaufsargument – sollen die Träger ihre Teslas telepathisch herbeirufen können.

Die Gefahren

Kommen wir nun zu dem Aspekt, auf den sicherlich jeder wartet, sobald die Wörter „Gehirn“ und „Chip“ fallen.

Bei der Ersteinführung von Neuralink nannte Elon Musk als Motivation nicht die Unterstützung behinderter Menschen, sondern den Schutz der Menschheit vor künstlicher Intelligenz. Er wollte dem Menschen mehr „Bandbreite“ verleihen, damit wir uns auch zukünftig mit Maschinen messen können. Zusätzlicher Speicherplatz, der Implantatträger wesentlich leistungsfähiger macht, würde einerseits eine weitere Beschleunigung des technischen Fortschritts, andererseits aber auch eine Spaltung in Menschen und Übermenschen nach sich ziehen. Für viele eine dystopische Vorstellung.

Ein weiterer kritischer Punkt ist der empfindliche Funkchip, der Hackerangriffen zum Opfer fallen könnte. Diese könnten den Träger ausschalten, ihn also bewegungs- und denkunfähig machen. Alternativ könnten die Hacker seine Bewegungen und Gedanken kontrollieren und steuern. Man will sich gar nicht ausmalen, welche gewaltige Gefahr der Menschheit droht, wenn diese Macht in die falschen Hände (Diktaturen, Terrorismus, Militär) gerät.

Abschließend wäre das noch das Problem mit dem Datenschutz. Sollte das Neuralink-Team es wirklich hinbekommen, Gedanken und Erinnerungen zu entschlüsseln und zu speichern, wer kann garantieren, dass diese Informationen nicht missbraucht werden? Dass unsere intimsten Gefühle und Empfindungen nicht von den Tech-Companies herumgereicht werden? Dass diktatorische Regierungen keinen Einblick in und Einfluss auf unsere Köpfe bekommen können?

Fazit

Noch sind wir weit entfernt von den düsteren Abgründen, in die uns der Gehirnchip stoßen könnte. Aber eben auch von der Heilung vieler Erkrankungen, unter denen unzählige Betroffene leiden. Wie auch immer man sich persönlich zu diesem technologischen Meilenstein positioniert, die Frage ist nicht ob, sondern wann der Chip auf den Markt kommt.

Die meisten Fortschritte haben sowohl Fluch als auch Segen gebracht. Ohne die Atombombe gäbe es keine Atomkraft, ohne schnelle und bequeme Fortbewegung per Auto, Flugzeug etc. weniger Umweltverschmutzung und Rohstoffknappheit. Wir können uns heute kein Leben ohne Google Maps, Social Media oder Bypass OPs am Herzen vorstellen – alles große Eingriffe in unsere psychische und physische Privatsphäre. Und eines Tages wird es sich mit Hirnchips vermutlich ähnlich verhalten.

Literatur

  • [Online im Internet.] URL: https://neuralink.com/ [Stand 18.12.2021.]
  • Elon Musk (2019) An Integrated Brain-Machine Interface Platform With Thousands of Channels. [Online im Internet.] URL: https://www.jmir.org/2019/10/e16194/ [Stand 18.12.2021.]
  • Jane Wakefield (2021) Elon Musk’s Neuralink ‘shows monkey playing Pong with mind. [Online im Internet.] URL: https://www.bbc.com/news/technology-56688812 [Stand 20.12.2021.]
  • Tyler Sonnemaker (2020) „Wie Fitbit für den Schädel“ — Alles über Elon Musks Gehirnchip Neuralink, mit dem er Krankheiten heilen und Telepathie ermöglichen wil. [Online im Internet.] URL: https://www.businessinsider.de/tech/neuralink-informationen-elon-musks-gehirnchip-mit-dem-er-krankheiten-heilen-und-telepathie-ermoeglichen-will/ [Stand 20.12.2021.]
  • Rachel Metz (2020) Elon Musk shows off a working brain implant — in pigs. [Online im Internet.] URL: https://edition.cnn.com/2020/08/28/tech/elon-musk-neuralink/index.html [Stand 20.12.2021.]
  • Eike Kühl (2020) Ein Neuralink für deine Gedanken. [Online im Internet.] URL: https://www.spektrum.de/news/was-kann-das-gehirn-implantat-von-neuralink-das-andere-nicht-koennen/1765066 [Stand 23.12.2021.]

Veröffentlicht von

Mein Name ist Louisa Sohmen und ich bin Medizinstudentin in Hamburg. Da ich erst am Anfang meines Studiums stehe, konnte ich noch keine eigenen Erfahrungen in der wissenschaftlichen Forschung sammeln, allerdings kann ich mir gut vorstellen, später in einem solchen Bereich tätig zu werden. Die Komplexität des menschlichen Gehirns faszinierte mich schon immer, weswegen ich mich sehr freue, mich hier regelmäßig mit spannenden Fakten auseinandersetzen zu können.

15 Kommentare

  1. Liest sich (wieder einmal) sehr gut, werte Frau Louis Sohmen – viel Erfolg für Ihr Studium btw! -, es ist schon OK auch bei diesem Thema ausgewogen und sich Implikationen von gemeinten Maßnahmen annähernd zu denken, wie zu publizieren.

    Im dankenswerterweise bereit gestellten Text sogenannte Übermenschen sieht Dr. Webbaer abär nicht, ein im Gehirn als Rechner mit umfänglichem Web-Zugang implementierter Chip würde so nicht schaffen, sondern für die derart prägnierte Kraft eine unzumutbare psychische Belastung bedeuten; auch wird sie so nicht klüger.
    Dr. Webbaer rät (gesunden Personen) wie gemeint bestmöglich zum externen Gerät.

    Mit freundlichen Grüßen und einen guten Jahresanfang wünschend :
    Dr. Webbaer

  2. Den science fiction kenne ich auch: Wir brauchen eine Flüssigkeit, wo wir ein Gehirn oder einen abgetriebenen Fötus/Embryo einfach reinschmeissen können – Das Gehirn steuert Raumschiffe mit WAHNSINNSUNWAHRSCHEINLICHKEITSGESCHWINDIGKEITEN für Missionen durchs Universum, mit Möglichkeiten von denen wir in unserer jetzigen Form nur stumpf-/blödsinnig träumen können, und nicht nur die Abgetriebenen werden mittels dieser Technik schon im “Tank” ihr Abitur und eventuell Zukunftsentscheidungen als nur Gehirn machen. 🤗🤭👊😁

  3. Zitat:

    „Wie auch immer man sich persönlich zu diesem technologischen Meilenstein positioniert, die Frage ist nicht ob, sondern wann der Chip auf den Markt kommt.„

    Nein, solch ein Chip wird auf absehbare Zeit (mindestens die nächsten 20 Jahre) nicht bei Aldi zu kaufen sein.

    Ganz anders sieht es bei Anwendungen in der Medizin aus. Die tiefe Hirnstimulation mit implantierten Elektroden kommt schon heute immer häufiger zum Einsatz. Allerdings nur in Fällen wo es keine Alternative mehr gibt, wo alle anderen Mittel versagt haben. Dazu verweise ich auf den Artikel Schlaue Implantate, wo über den Einsatz bei schwerer Depression berichtet wird. Klar, solch ein „Hirnschrittmacher“ ist kein eigentliches Brain-Computer-Interface. Doch auch Brain-Computer-Interfaces, also Hirnschnittstellen mit der der Patient über Gedanken elektronisch mit der Aussenwelt Kontakt aufnehmen kann, haben medizinische Anwendungen. Der Artikel Mann mit ALS sendet den allerersten Tweet mit Gedanken und Gehirn-Computer-Schnittstelle berichtet darüber.

    Ja, es werden/sind Patienten mit ALS oder Querschnittgelähmte, die zum Teil heute schon Brain-Computer-Interfaces implantiert haben. Personen wie Louisa Sohmen aber kommen noch lange nicht in den Genuss solcher Möglichkeiten. Ganz einfach darum, weil es sich um einen medizinischen Eingriff handelt und heute sogar die meisten Medikamente von Ärzten verschrieben werden müssen und nicht einfach auf persönlichen Wunsch besorgt werden können.

    Eine Demokratisierung der Medizin wird es nicht so schnell geben. Und das ist gut so.

  4. Es gibt auch rein medizinische Gefahren bei Implantation eines Hirnchips
    Im obigen Artikel werden im Abschnitt Die Gefahren als Gefahren eines Hirnimplantats Hacking, Datenschutz und die Schaffung einer neuen Klassengesellschaft genannt. Doch es gibt auch rein medizinische Gefahren durch den Eingriff ins lebende Gehirn. Selbst wenn das von einem Roboter ausgeführt wird. Das Risiko einer Infektion ist jedenfalls nicht Null. Ferner weiss man, dass sich um die Elektroden eine Art Narbengewebe entwickelt. Damit wird die Hirnschnittstelle immer schlechter mit der Zeit und am Schluss sitzen dann nur noch ein paar verrostete Drähte im Hirn.

    Was die neu geschaffene Klassengesellschaft angeht in der es verdrahtete und nicht verdrahtete Menschen gibt: das wird es natürlich nur geben, wenn die Verdrahtung des Hirns tatsächlich massive Vorteile bringt. Doch warum sollte das so sein. Durch ein paar Drähte im Hirn wird man um keinen Deut gescheiter und es ist nicht einmal sicher, dass man dadurch schneller kommunizieren kann. Bis jetzt haben Hirn-Computerschnittstellen Patienten ermöglicht überhaupt wieder zu kommunizieren. Aber kein einziger diese Patienten konnte bisher mehr gedachte Worte pro Zeiteinheit über die Hirnschnittstelle übermitteln als wenn er gesprochen hätte. Diese Patienten erhalten die Hirn-Computerschnittstelle ja gerade darum, weil sie nicht mehr sprechen können.

    Im Buch Klara und die Sonne wird über eine durch Genomengineering geschaffene Klassengesellschaft berichtet. Menschen, die ihre Genome „richten“ liessen, gehören zur Klasse der „lifted people“ und alle anderen können nur zweitklassige Schulen besuchen, denn ihnen fehlte das nötige Ingredienz um zur gehobenen Klasse zu gehören. Doch die „lifted people“ sind innerlich sehr einsam. Sie erhalten darum Artificial Friends, künstliche Freunde in der Form von Kindrobotern.
    Eingriffe ziehen also Eingriffe nach sich. Und Menschen, die keine Eingriffe an sich vornehmen liessen gehören zu den Wilden, zu den Barbaren mit denen niemand mehr verkehren will – ausser natürlich andere Barbaren.

  5. Was für ein Affentheater. Dieser Affe wurde, so meine Erkenntnis aus diesem Video, vorher wahrscheinlich auf diese Handgriffe konditioniert- nicht von Affen sondern von Menschen …Nun, wenn die künstliche Intelligenz uns vor den Manipulationsabsichten , Fakes und Betrügereien von Menschen schützen kann, sehe ich das als Fortschritt an in der Wissenschaft an. Man würde hinter das freundliche Lächeln von Herrn Musk sehen können bzw. seinen Geschäftssinn erkennen können. Im Prinzip bin ich hier aber- satirisch gesehen- mehr bei dem Affen den man so gut konditioniert hat, was ihm vom Menschen nicht unterscheidet. Künstliche Intelligenz müsste, wenn sie denn wirklich gefährlich sein könnte, Menschen manipulieren können, was nur über die Konditionierung (Glauben) passieren kann und nicht über irgendwelche Elektronen. Künstliche Intelligenz müsste also ein Motiv haben um diese Spezies zu verändern bzw. um mit ihr nichts mehr zu tun zu haben. Wahrscheinlich wird Künstliche Intelligenz hierbei nie so ausgebufft sein wie ein Affe oder Mensch da es kein Ego hat, also kein Interesse an irgendeiner Befriedigung materieller oder triebhafter Werte.

  6. Die Verwendung von Implantaten im Gehirn wird bereits jetzt genutzt um Menschen gegen die Auswirkungen von Epilepsie bzw. Parkinson zu helfen.

    Vereinzelt gibt es auch schon Versuche, dass man Geräte durch bestimmte Gehirnaktivitäten beeinflusst – wie z.B. der Ping-Pong-Affe. Solche Versuche sind nette Spielereien – denn das Ganze funktioniert nur kurzzeitig, solange sich Mensch/Tier auf die Ausführung konzentrieren. Eine längere Anwendung ist aber nicht möglich, da die Konzentrationsfähigkeit rasch nachlässt.

    Dass man Gedanken und Gehirninhalte auslesen könnte, ist nicht mehr als ein nettes Märchen, mit dem man Leute beeindrucken kann, die von der Funktion des Gehirns keine Ahnung haben.
    z.B. haben Gedanken keine dauerhafte Beständigkeit.
    z.B. bestimmt der Zustand einzelner Neuronen vor der Verarbeitung eines neuen Reizes, wie dieser dann verarbeitet wird (= Priming). D.h. ein Reiz kann zu völlig verschiedenen Ergebnissen führen. > Dies bedeutet, um Gedanken lesen zu können, müsste man die Arbeitsweise jedes Neurons kennen.
    z.B. arbeitet unser Gehirn extrem fehlerhaft – ohne dass uns dies stört. D.h. selbst wenn man Gedanken lesen könnte, würde dies nichts nützen, da man mit fehlerhaften Informationen nichts sinnvolles anfangen kann

    Ich habe hier bei SciLogs schon oft darauf hingewiesen, DASS/WIE man bei einer Nahtod-Erfahrung bewusst erleben kann, wie das Gehirn einen einzelnen Reiz systematisch und strukturiert verarbeitet. Dieser direkte Zugang zur Arbeitsweise des Gehirns wird von der Gehirnforschung bisher ignoriert und nicht erforscht. Den direkten Zugang zur Arbeitsweise des Gehirns nicht für die Forschung zu nutzen, bedeutet dass die Ergebnisse dieser ´Forschung´ nicht ausreichen werden, das Gehirn zu verstehen

    @all: meine besten Wünsche für 2022

  7. Der Pingpong-Spieler.
    Was wir sehen, ein Affe, der die “Maus” , hier in diesem Fall einen Punkt steuern kann, der ein rotes Quadrat trifft. Das Programm ist so geschrieben, dass beim Treffen des Quadrates, das Quadrat sich weiter bewegt.

    Das soll jetzt zeigen wie der implantierte Chip das rote Quadrat bewegt. Die Schnittstelle Mensch Computer ist der Chip.

    Daraus jetzt zu schließen, dass wir die Verbindung von Chip zum Gehirn schon geschafft haben , das ist ein Werbeversprechen. Mehr nicht.
    Elon Musk ist ein Meister der PR.

    • @hwied (Zitat):

      „ Daraus jetzt zu schließen, dass wir die Verbindung von Chip zum Gehirn schon geschafft haben , das ist ein Werbeversprechen. Mehr nicht.“

      Nein, das ist kein Werbeversprechen. Welche Muskeln ein Säugetier bewegen will kann man heute aus dem Hirn herauslesen. Viel mehr aber nicht (oder nicht eindeutig).
      Die Signale, die das Hirn an die Muskeln übermittelt oder übermitteln will sind so etwas wie die Signale, die ein Auto an die Räder oder Bremsen sendet. Also etwas eindeutiges und einfach identifizierbares. Wie es aber dazu kommt, dass das Auto bremsen will oder dass der Mensch sich dafür entscheidet, einen Muskel zu aktivieren, das ist schon viel schwieriger herauszufinden.

      Hirn-Computer-Schnittstellen gibt es schon. Auch im praktischen Einsatz. Bis jetzt ist aber kein Mensch, der sie benutzt dadurch zum Supermenschen geworden.

      Wenn Elon Musk hier etwas unrealistisches verspricht, dann das, dass wir besser dran wären mit einer solchen Verbindung Hirn-Computer. Das ist letztlich ein Glaube, der durch Daten/Erfahrungen wenig belegt ist. Es hat aber schon seine Logik. Die Werkzeuge, die wir benutzen, werden ja immer direkter. Früher tippte man einen Brief mit der Schreibmaschine oder per Hand, heute diktiert man ihn oder tippt ihn ein tragbares Gerät und morgen (gemäss Musks Idee) denkt man ihn nur noch und verschickt ihn nicht mehr per Knopfdruck, sondern per Gedankenbefehl. Das heisst. Musks Idee ist es einen bereits existierenden Trend ins Extreme zu beschleunigen.

  8. Wann wird KI oder Neuralink so unersetzlich wie ein Smartphone?
    Produkte, die tiefe Bedürfnisse abdecken haben das Zeug zum Dauerbrenner. Das Smartphone wurde zu solch einem unverzichtbaren Gerät, weil es mehrere essentielle Bedürfnisse erfüllen hilft.

    Tiefe menschliche Bedürfnisse gibt es aber gar nicht so viele. Die wichtigsten sind: Essen, Trinken, Reisen (von A nach B), Kommunikation, Information (News), Freundschaft/Lebensgemeinschaft, Liebe&Sex, Gemeinschaft/Support, Lernen, Agieren und Erholen.

    Haustiere wie Hunde decken beispielsweise (teilweise) das Bedürfnis nach Freundschaft/Gemeinschaft ab.

    Neuralink, künstliche Intelligenz und eine Kombination davon haben langfristig das Potential mehrere der oben genannten Bedürfnisse besser abzudecken als das bis jetzt gelang, indem Neuralink und künstliche Intelligenz irgendwann folgendes ermöglichen :
    – unmittelbare telepathische Kommunikation
    – unmittelbare Befriedigung von Neugierde und Informationsbedürfnis
    – Freundschaft/Lebensgemeinschaft indem Neuralink mich mit einem künstlichen Freund/Partner verbindet oder mich mit ihm verschmilzt und dieser Partner, diese Erweiterung meiner selbst, liest jeden meiner Wünsche/Gedanken und denkt (für mich) weiter.
    – Agieren, indem es mir dabei hilft, meine Pläne umzusetzen und zu realisieren.

    Beispiel für einen möglichen zukünftigen Einsatz von Neuralink durch einen Architekten namens Bertrand:

    Bertrand steht am Ort des zukünftigen Turms in dem vertikal startende/landende Flugbusse die Stadt an die Umgebung anbinden . Er stellt sich die Form des Turms im Geiste vor und Neuralink und die dazugehörige künstliche Intelligenz visualisieren sie direkt in seinem Hirn. Nach einigen Anpassungen (im Geiste durchgeführt), die sich über mehrere Minuten hinziehen ist er mit dem Resultat zufrieden und übermittelt den Turm telepathisch an einen Kollegen, dessen Urteil er sehr schätzt. Die künstliche Intelligenz hinter seiner Neuralinkverbindung erstellt parallel dazu einen CAD-Datensatz, der den von Bertrand imaginierten Turm niet- und nagelfest in einen Strom von Einsen und Nullen niederschreibt.

    Wie weit sind wir heute davon entfernt? Nun, 30 Jahre mindestens. Wenn es überhaupt je klappt. Vielleicht genügt ja schon iGlass, also eine Brille, die mir virtuelle Dinge ins Gesichtsfeld einblenden kann. Kommuniziert wird dann nicht über Gedanken, sondern per Sprache, was zudem den Vorteil hat, weniger missverständlich zu sein. Gedanken zu lesen ist wohl sowieso nur über ein sehr personalisiertes Neuralink möglich, über einen Neuralink-Freund, der mich sehr gut kennt.

  9. Ich hoffe das sofort eine Implantierungspflicht beschlossen wird, sobald die Chips marktreif sind. Proteste dagegen sind mit aller Härte niederzuschlagen.

  10. Neuralink: Vision und Realität
    Einige der Science-Fiction Visionen Elon Musks sind schon heute realisierbar. Sie werden durch das SF-Framing nur verheissungsvoller und als Ziel lohnender. Und warum auch sollte die erste Rakete Musk‘s, die zum Mars unterwegs sein wird nicht Heart of Gold heissen, also gleich wie ein Raumschiff, das in Hitchhikers’ Guide to the Galaxy vorkommt. Solch ein Namen ist doch verdient für eine Crew, die unsere Spezies multiplanetar machen und und das Licht des Bewusstseins bis zu den Sternen ausdehnen will. (ipse dictum).

    Berge versetzen kann Musk aber nicht. Und damit auch nicht Zulassungsbehörden für Medikamente und medizinische Geräte übergehen. Und ja, Neuralink ist ein solches Gerät. Allerdings kann man nach Studium der Arbeiten und Ziele bei Neuralink schon sagen: mag Musk‘s Vision für Neuralink noch so otherworldly sein, die konkrete Hirn-Computer-Schnittstelle, die Neuralink anstrebt, die hat es in sich (Zitat Series C funding round announcement):

    Unser erstes Produkt, der N1 Link, ist ein Gerät mit 1024 Kanälen, das nach der Implantation völlig unsichtbar ist und Daten über eine drahtlose Verbindung überträgt.
    Ist dieses per Roboter ins Hirn implantierte Gerät, nun dafür da (Zitat Louisa Sohmen) damit schließlich – sicherlich ein großes Verkaufsargument – die Träger ihre Teslas telepathisch herbeirufen können
    Nein. Gemäss dem eben zitierten Dokument ist vielmehr folgendes vorgesehen:

    Die erste Indikation, für die dieses Gerät gedacht ist, besteht darin, Tetraplegikern zu helfen, ihre digitale Freiheit wiederzuerlangen, indem es Benutzern ermöglicht, mit ihren Computern oder Telefonen auf natürliche Weise mit hoher Bandbreite zu interagieren. Die Mittel aus der Runde werden verwendet, um das erste Produkt von Neuralink auf den Markt zu bringen und die Forschung und Entwicklung zukünftiger Produkte zu beschleunigen.

    Allerdings wird im Text auch die längerfristige Vision Elon Musk‘s wiedergegeben:

    Neuralink wurde von Elon Musk gegründet, um Menschen mit Hirnverletzungen kurzfristig zu helfen und das KI-Risiko für die Menschheit langfristig zu reduzieren. Die Mission des Unternehmens besteht darin, Gehirn-Maschine-Schnittstellen zu entwickeln, die verschiedene Erkrankungen des Gehirns behandeln, mit dem letztendlichen Ziel, eine gesamte Gehirnschnittstelle zu schaffen, die biologische und künstliche Intelligenz enger miteinander verbinden kann.

    Nun, in meinen Augen gehört diese Vision in die gleiche Kategorie wie die Vision Musk’s von den Marssiedlern als Gründerväter/Mütter einer multiplanetaren Spezies. Es ist eine Vision, die weit über dieses Jahrhundert hinausgeht, eine Vision, die nur diejenigen unter uns erleben werden, die ihr Leben weit über die natürliche Lebensspanne hinaus verlängern.

  11. Neuralink: Vision und Realität
    Einige der Science-Fiction Visionen Elon Musks sind schon heute realisierbar. Sie werden durch das SF-Framing nur verheissungsvoller und als Ziel lohnender. Und warum auch sollte die erste Rakete Musk‘s, die zum Mars unterwegs sein wird nicht Heart of Gold heissen, also gleich wie ein Raumschiff, das in Hitchhikers’ Guide to the Galaxy vorkommt. Solch ein Namen ist doch verdient für eine Crew, die unsere Spezies multiplanetar machen und und das Licht des Bewusstseins bis zu den Sternen ausdehnen will. (ipse dictum).

    ⛰️ Berge versetzen kann Musk aber nicht. Und damit auch nicht Zulassungsbehörden für Medikamente und medizinische Geräte übergehen. Und ja, Neuralink ist ein solches Gerät. Allerdings kann man nach Studium der Arbeiten und Ziele bei Neuralink schon sagen: mag Musk‘s Vision für Neuralink noch so otherworldly ⚜️ sein, die konkrete 🧠 Hirn-Computer-Schnittstelle, die Neuralink anstrebt, die hat es in sich (Zitat Series C funding round announcement):

    Unser erstes Produkt, der N1 Link, ist ein Gerät mit 1024 Kanälen, das nach der Implantation völlig unsichtbar ist und Daten über eine drahtlose Verbindung überträgt.
    Ist dieses per Roboter 🤖 ins Hirn 🧠 implantierte Gerät, nun dafür da (Zitat Louisa Sohmen) damit “schließlich – sicherlich ein großes Verkaufsargument – die Träger ihre Teslas telepathisch herbeirufen können“
    Nein. Gemäss dem eben zitierten Dokument ist vielmehr folgendes vorgesehen:

    Die erste Indikation, für die dieses Gerät gedacht ist, besteht darin, Tetraplegikern zu helfen, ihre digitale Freiheit wiederzuerlangen, indem es Benutzern ermöglicht, mit ihren Computern oder Telefonen auf natürliche Weise mit hoher Bandbreite zu interagieren. Die Mittel aus der Runde werden verwendet, um das erste Produkt von Neuralink auf den Markt zu bringen und die Forschung und Entwicklung zukünftiger Produkte zu beschleunigen.

    Allerdings wird im Text auch die längerfristige Vision Elon Musk‘s wiedergegeben:

    Neuralink wurde von Elon Musk gegründet, um Menschen mit Hirnverletzungen kurzfristig zu helfen und das KI-Risiko für die Menschheit langfristig zu reduzieren. Die Mission des Unternehmens besteht darin, Gehirn-Maschine-Schnittstellen zu entwickeln, die verschiedene Erkrankungen des Gehirns behandeln, mit dem letztendlichen Ziel, eine gesamte Gehirnschnittstelle zu schaffen, die biologische und künstliche Intelligenz enger miteinander verbinden kann.

    Nun, in meinen Augen gehört diese Vision in die gleiche Kategorie wie die Vision Musk’s von den Marssiedlern als Gründerväter/Mütter einer multiplanetaren Spezies. Es ist eine Vision, die weit über dieses Jahrhundert hinausgeht, eine Vision, die nur diejenigen unter uns erleben werden, die ihr Leben weit über die natürliche Lebensspanne hinaus verlängern.

  12. Martin Holzherr,
    Für Querschnittsgelähmte wäre es schon mal gut, wenn man die Nervenverbindungen wieder herstellen könnte.
    Aus der Elektrotechnik kennen wir ja die galvanische Verbindung, Optokoppler und Funkverbindungen.
    Peter Müller,
    überlegen Sie doch mal, wie oft werden Sie am Flughafen untersucht, gescannt, gefilzt.
    Da wäre ein Bauchnabelpiercing inklusive Chip doch praktisch.

  13. Es gibt bereits Anwendungen zur Gehirnstimulation – z.B. gegen Epilepsie bzw. Parkinson-Zittern. Dafür können relativ grobe Elektroden verwendet werden.

    Sehr feine Elektroden werden innerhalb weniger Wochen oder Monate von Gehirnflüssigkeit zersetzt und sind damit unbrauchbar. Dass man Menschen feine Elektroden einsetzt, damit man einige Wochen lang wie ein Affe PingPong spielen kann, ist daher nicht sinnvoll – da Operationen am offenen Gehirn eine große Belastung darstellen.

    Zudem ist das Gehirn relativ weich, d.h. Elektroden können leicht ihre Position verändern und beabsichtigte Anwendungen werden damit nicht mehr ausführbar.

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