Intelligent?! Ohne Gehirn

Hirn & Weg startet in einen Themenmonat rund um Künstliche Intelligenz (KI) und Neuronale Netzwerke. Dies ist der dritte Beitrag zum Thema.

Welches Organ ist in unserem Körper für Intelligenz zuständig? Ganz klar: das Gehirn. Doch in der Natur soll es einen Organismus geben der ohne Gehirn intelligent Probleme lösen kann? Kann das sein?

Intelligenz

Intelligenz wird auf verschiedenen Arten definiert:
Edward Boring definierte Intelligenz im Jahr 1923 so: “Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst.” Jedoch liefert schlichtes Verweisen auf einen Intelligenztest keine wirkliche Definition für Intelligenz. Der Intelligenztest wurde 1904 von Alfred Binet entwickelt, um in Paris Schulkinder mit Lernschwächen zu erkennen. Jedoch können Intelligenztests sehr unterschiedlich sein und erfassen nie alle Fähigkeiten einer Person, dazu kommen Schwankungen in der persönlichen Tagesform.

Howard Gardner spricht von “multiplen Intelligenzen”, also verschiedenen Arten von Intelligenz wie zum Beispiel die soziale Intelligenz. Soziale Kompetenzen sind sehr wichtig, werden aber rein wissenschaftlich nicht als Intelligenz definiert.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Intelligenz am häufigsten als Fähigkeit zu Problemlösung definiert, aber auch Merkfähigkeit, logisches Denken und Anpassungsfähigkeit werden häufig genannt[1].

Physarum polycephalum stellt sich vor

Der Organismus um den es geht, ist weder eine Pflanze noch Tier oder Pilz. Er gehört zu einer eigenen Unterart, den sogenannten „echten Schleimpilzen“. Er bewohnt seit über einer Milliarden Jahre die Erde, schon bevor es die ersten Pflanzen gab. Der Schleimpilz mit lateinischem Namen Physarum polycephalum besteht nur aus einer einzelnen Zelle.

Physarum polycephalum,
Quelle jhubley wikipedia commons

Jedoch kann diese bis zu mehreren Quadratmetern groß werden. Um den gesamten Organismus zu versorgen, besitz Physarum ein Netz aus Venen, die in einem bestimmten Rhythmus pulsieren und so Nährstoffe im Plasma transportieren. Wenn Physarum Aussicht auf Futter hat, kann er bis zu 4 cm pro Stunde wachsen. Wie bei einem Einzeller nicht anders zu erwarten, besitzt Physarum kein Gehirn, also kein Geflecht aus Nervenzellen, die miteinander kommunizieren. Trotzdem ist der Schleimpilz fähig, komplexe Probleme zu lösen. Doch wie genau diese Zelle dazu in der Lage ist, dafür gibt es bisher nur Theorien.

Fähigkeiten

Der Schleimpilz ist in der Lage, eine Nahrungsquelle zu finden. Dabei breitet er sich in Richtung der Quelle breitflächig aus. Ist die Quelle gefunden, werden ineffiziente Ausprägungen zurückgebildet. Interessanterweise kann Physarum auch in einem Labyrinth dabei den effizientesten Weg erkennen.

Quelle jhubley wikipedia commons

Der Schleimpilz hat zudem vielen Menschen etwas voraus, denn er kann sich ausgewogen ernähren. Wird er mit einer Auswahl an Nahrungsquellen konfrontiert, wählt er die Nahrungsquelle mit dem optimalen Zucker und Proteingehalt aus, die er für sein Wachstum benötigt. Ist keine optimale Quelle vorhanden, kombiniert er die beiden nahrhaftesten Energiequellen so miteinander, dass Sie den optimalen Ernähungs-mix für ihn kreieren.

Bei seiner Nahrungssuche passiert er nie dieselbe Stelle zweimal. Forscher haben herausgefunden, dass der Schleimpilz auf seinem Weg ein Geflecht hinterlässt. Damit markiert er die Stelle und vermeidet sie bei einer erneuten Suche.
Erstaunlich ist auch, dass der Schleimpilz zu einem gewissen Maße fähig ist zu lernen. Physarum vermeidet Salz. Wird hinter einer Salz bestreuten Brücke eine Nahrungsquelle platziert, überwindet er sich und wandert langsam über das Salz. Er kann sogar von dieser positiven Erfahrung lernen. Je öfter er sich schon über salzigen Untergrund gequält hat, desto schneller meistert er den Weg. Bis zu 4-mal schneller als üblich kann er dabei werden. Trifft Physarum auf einen anderen seiner Art, kann er mit ihm verschmelzen und dieses Wissen sogar weitergeben.

Roboter

Um die Bewegungen von Physarum sichtbarer zu machen, wurden Roboter gebaut, welche von Physarum gesteuert werden. Die Bewegungen des Schleimpilzes werden dabei in elektrische Impulse umgewandelt, welche die Richtung des Roboters bestimmen. Dabei hält sich der Roboter in seinen Bewegungen eher von Licht fern, da der Schleimpilz grelles Licht meidet.

Möglicherweise kann diese Technologie genutzt werden, um die Oberfläche von fremden Planeten zu erkunden. Der Vorteil von biologischen Komponenten ist hierbei, dass sie oft energieeffizienter sind als Maschinen und sich selbst regenerieren können[2].
 

Jetzt kommen wir zur eigentlichen Frage

Ist der Pilz intelligent? Gegenstimmen behaupten, der Pilz lasse sich hauptsächlich von chemischen Gradienten leiten und besitzt keine wirklichen Problemlösungs-Fähigkeiten. Ob der Schleimpilz als intelligent bezeichnet werden kann oder nicht, hängt natürlich davon ab, wie man Intelligenz definiert. Bisher gibt es, wie oben erwähnt keine allgemeingültige Definition.

Ein Großteil der Menschen vertritt die Meinung, das KIs noch nicht wirklich intelligent sind, aber es eines Tages werden könnten. Ob wir eine Technologie oder ein Lebewesen als intelligent beschreiben, hängt zum Beispiel davon ab, ob es viele verschiedene Aufgaben lösen kann. Ist dies der Fall, empfinden wir Dinge häufig als intelligenter. Auch empfinden wir oft Dinge, die menschenähnlich sind als intelligent wie zum Beispiel humanoide Roboter.

Dabei verschiebt sich die Grenze, welche Technologien wir als intelligent empfinden, immer weiter hin zu komplexeren Systemen. Oft empfinden wir Dinge als intelligent, die wir nicht verstehen. Wie der britische Science-Fiction Schriftsteller Arthur C. Clarke schon sagte:

“Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.”

„Jede ausreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“
– Arthur C. Clarke

Wenn wir die Technologie jedoch verstehen, verschwindet die Magie.

Schlusswort

Können unsere eigenen, komplexen Gedankengänge auch irgendwann verstanden werden und jede Entscheidung und jedes Gefühl als bloße Rechnung dargestellt werden[3]?

Nächste Woche betrachtet Louisa künstliche Intelligenz von der kritischen Seite.

Umfrage

Her noch eine kleine Umfrage. Schreibt mir eure Meinung gerne in die Kommentare. Die Auswertung wird nachträglich hinzugefügt. 

1. Können Computer irgendwann intelligent sein?
A) Ja                
B) Nein              
C) Sind Sie schon

2.Was ist intelligent? (Mehrauswahl)
A) Ein Mensch
B) Ein Baby
C) Einen Fisch
D) Sophia the Robot
             Ein menschlich aussehender Roboter der Konversationen führen und Witze machen kann.
C) Schachcomputer
D) DALL-E
             Ein Programm welches Kreativ anhand von Beschreibungen Bilder zeichnet.
             Zum Beispiel ein Sessel in der Form einer Avocado?!
E) GPT-3-Modell
             Eine KI die „unentdeckt“ Nachrichtenartikel und Magazine schreiben kann.

3.Kernkompetenz für Intelligenz?
[………………]

Quellen:


[1] Carter, Rita, The brain in minutes, London Quercus (IN MINUTES), ISBN: 9781786485809
[2] Jacques Mitsch, 2019, ARTE, Der Blob – Intelligenz ohne Gehirn?, https://www.arte.tv/de/
[3] Haenlein, Michael; Kaplan, Andreas (2019). A Brief History of Artificial Intelligence: On the Past, Present, and Future of Artificial Intelligence. California Management Review, (), 000812561986492–. doi:10.1177/0008125619864925


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Veröffentlicht von

Ronja Völk ist Masterstudentin für Molekulare Biotechnologie an der Universität Heidelberg. Im Zuge Ihres Studiums hat sie vielerlei Praktika absolviert, unter anderem am Deutschen Krebsforschungszentrum und in Harvard im Bereich Neurologie. Sie ist begeisterte Leserin von Wissenschaftsmagazinen und liebt es, ihr Wissen mit anderen zu teilen. (Für Ihr näheres Umfeld ist sie auch gerne mal Umwelt-/Medizin-/ Impf-/Corona-Expertin.) Das zeigt, wie hoch der Bedarf an einfacher, verständlicher Wissenschaftskommunikation ist.

40 Kommentare

  1. Selbstverständlich gibt es Intelligenz ohne Gehirn. Das Gehirn ist eine Erfindung des Menschen, in Wirklichkeit ist es nur ein Haufen von Atomen. Um die Welt, einschließlich des Menschen, verstehen zu können, müssen wir sie strukturieren. Wir müssen abstrahieren, approximieren, aggregieren, generalisieren. Das sind allgemeine Funktionen der Intelligenz, um die gigantische, unberechenbare Information in der Welt reduzieren und beherrschen zu können. In der Realität finden diese Funktionen auf der atomaren/molekularen Ebene statt.

    Neurotransmitter sind nur dann wirksam, wenn sie zu einem Rezeptor genau passen. Viren sind nur wirksam, wenn sie zu einem Rezeptor auf einer Zelloberfläche passen. Ein Enzym ist nur wirksam, wenn es zu einem Substrat passt. Das sind Vergleiche oder Filterfunktionen, Instrumente der Kybernetik. Solche Funktionen finden zwischen Zellen oder Neuronen, aber genauso innerhalb der Zellen statt, z.B. als second messenger oder als genetische Transkriptionsfaktoren.

    “Das Gehirn” ist wie jedes Organ ein hilfreiches Konstrukt zur Reduzierung der biologischen Information über den Menschen, letztlich zu seinem (natur)wissenschaftlichen Selbstverständnis oder seiner Selbsterkenntnis. Es hat aber keine eigenständige, fundamentale Funktion, die nicht von seinen Teilen realisiert würde. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Intelligenz ganz ohne Gehirn möglich ist! Selbstverständlich ist das Gehirn in seiner Komplexität einzigartig und ermöglicht dadurch höchst komplexe, intelligente Leistungen.

    • @anton reutlinger: Vorschlag: Anstatt zu fragen ob es Intelligenz ohne Gehirn gibt könnte man fragen,
      – ob ein Einzeller Intelligenz besitzen kann, denn der im obigen Artikel vorgestellte Organismus
      Physarum polycephalum ist ein Einzeller
      – ob ein Ding wie ein Stern (beispielsweise ein Neutronenstern) Intelligenz besitzen kann. Im SF-Roman Solaris von Stanisław Lem hat der von Astronauten besuchte Stern eine Art Wille/Absicht und somit eine Intelligenz.

  2. Intelligenz ist die für den Wettbewerb systemrational-pflegende Seuche der Konfusion instinktiver Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und egozentriertem “Individualbewusstsein”, seit Mensch erstem und bisher einzigen geistigen Evolutionssprung (“Vertreibung aus dem Paradies”), wo Mensch Eigenverantwortung als Mensch (Gott/Vernunft) entwickeln sollte/hätte können.

    Aber anstatt nun Möglichkeiten von/zu geistig-heilendes Selbst- und Massenbewusstsein OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik, beherrscht/blockiert nun der vom Stumpf-, Blöd- und/oder Wahnsinn gebildete geistige Stillstand die zu fusionierende Energie/Kraft des Geistes/Zentralbewusstseins der Schöpfung / des Universums ziemlich offensichtlich direkt im Gehirn (und erzeugt eine absurde und/oder verkommene Wichtigkeit des Individuums) – Es ist mir seit meiner Kindheit zunehmend ein Rätsel, was die Prägung des Gehirns für trennende Konsequenzen nach aussen zwischen die Menschen manifestiert, wo es doch ganz einfach wäre … 🥴

  3. Schleimpilze überwuchern zuerst planlos die Nachbarschaft. Wenn aber Nahrung gefunden wurde, bildet sich zwischen den Nahrungsquellen ein Netzwerk von dickeren Adern aus wobei sich der Schleimpilz aus der Restfläche dazwischen zurückzieht (Dabei bleibt eine Schleimschicht zurück, die nicht nochmals besiedelt wird).

    Dass dabei im Netzwerk kürzere, dickere Adern-Verbindungen für die Nahrungsverteilung bevorzugt werden, hat sehr simple mechanische/biochemische Gründe:

    Der Transport flüssiger Nahrung erfolgt durch rhythmische Kontraktion der Adern. Weil aber der Strömungswiderstand (= innere Reibung) auch von der Länge abhängt, wird durch kürzere Röhren die Nahrung schneller transportiert. Bei Kontakt mit der Nahrung wird in den Adern eine Chemikalie freigesetzt, womit die Adernwände weicher werden und sich ausdehnen können – wodurch der Strömungswiderstand (bei größerem Querschnitt) deutlich geringer wird.
    (Der Radius einer Ader wirkt sich in 4. Potenz auf den Stömungswiderstand aus – z.B. eine Halbierung des Radius führt zu einem 16-fach höheren Strömungswiderstand)

    Dieser einfache Mechanismus führt dazu, dass kurze und effektive Adern-Netzwerke vom Schleimpilz ausgebildet werden.
    Intelligenz ist dazu nicht notwendig!

    http://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/36459

    Strömungswiderstand = (8 * Länge * Viskosität) / (3,1416 * Radius_hoch_4)

    • KRichard am 13.06.2022, 05:08 Uhr:
      “Dieser einfache Mechanismus führt dazu, dass kurze und effektive Adern-Netzwerke vom Schleimpilz ausgebildet werden.
      Intelligenz ist dazu nicht notwendig!”

      Und was macht den Menschen intelligent? Wenn Menschen Probleme lösen, sind es dann im Endeffekt nicht auch irgendwelche chemische / physikalische / biologische Prozesse? Nur, dass wir sie halt nicht genau kennen? Ist es also nur die “Komplexität der Formel” die den Menschen intelligent macht und den Pilz nicht? Wo ist dann die Schwelle?

      Oder gibt es Ihrer Meinung nach beim Menschen einen anderen, nicht naturwissenschaftlichen Prozess, der Intelligenz von Nicht-Intelligenz trennt?

    • KRichard
      13.06.2022, 05:08 Uhr

      Damit sind wir im Grunde bei der Eingangsfeststellung “Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst.”, weil wir häufig nicht intelligent genug sind, “Schein” und “Sein” auseinander zu halten, weil wir ( zumindest ansatzweise ) davon ausgehen, dass etwas, was aussieht wie eine intelligente Handlung, als Ursache dann doch Intelligenz haben müsste.

      Überspitzt gesagt hatte ja auch schon der Apfel eine gewisse Intelligenz, weil er das Gravitationsgesetz schon vor dem Herrn Newton kannte 😉

      • @Holzhobel @Maier
        Das Verhalten des Schleimpilzes lässt sich als Ergebnis einfacher physikalischer und biochemischer Prozesse beschreiben – wozu keine Intelligenz notwendig ist.

        Menschen unterscheiden sich z.B. von einem Schleimpilz, weil wir ein Gehirn/Gedächtnis auf neuronaler Basis haben.

        • KRichard
          13.06.2022, 17:51 Uhr

          Ich habe darauf hingewiesen, dass äußerlich vergleichbare Erscheinungen nicht unbedingt innerlich gleiche Ursachen haben müssen.

  4. Anmerkungen zum Schlusswort:

    A) Im Rahmen der sogenannten ´Nahtod-Erfahrung´(NTE) kann bewusst erleben, wie das Gehirn einen Reiz systematisch und strukturiert verarbeitet. Aber dieser direkte Zugang zur Arbeitsweise dea Gehirns wird von der Gehirnforschung konsequent ignoriert – d.h. MAN WILL NICHT verstehen wie das Gehirn arbeitet.
    Soviel zu ´können´ und ´wollen´ in der Forschung.

    B) Eine wichtige Grundlage von Intelligenz ist Kreativität. Deren Entstehung kann man erklären:

    Wenn wir eine Situation ABCD wahrnehmen, dann vesucht das Gehirn sofort, möglichst vergleichbares Wissen zu reaktivieren – damit wir sofort reagieren können (= predictive coding).
    Werden dazu z.B. die beiden Muster ´ABef´ und ´CDfg´ reaktiviert – dann ist dies in der Summe ´ABCDeffg´ = eine kreative Neukombination!
    Gibt man jedem Bestandteil davon den Wert 1, dann ergibt sich für die Komponente ´f´ der Wert 2 – weil ´f´ doppelt vorhanden ist. Diese Betonung wäre dann ein kreativer ´Aha-/Heureka-Moment´.

    Dieses Beispiel zeigt, dass man Intelligenz/Kreativität nicht per KI-Rechung darstellen kann.

    (Quelle: per Google-suche [Kinseher NDERF denken_nte] = eine kostenfreie PDF.
    Buch ´Kinseher Richard: Pfusch, Betrug, Nahtod-Erfahrung´- im Handel)

  5. Ja, so ist es: Tierisches und menschliches Verhalten sind der Massstab für Intelligenz. Beide, Tier und Mensch verfügen über eine gewisse Autonomie und müssen sich in einer vorgegebenen Umwelt zurecht finden. Je geschickter, angepasster und überlegter sie das tun, umso intelligenter sind sie. Der Mensch zeigt seine überlegene Intelligenz unter anderem dadurch, dass er seine eigene Umwelt schafft und anders als bei Ameisen oder bei Termiten ist die selbstgebaute Umwelt des Menschen sehr vielfältig, je nach seinen lokalen Bedürfnissen und durch das neu erfinden von Werkzeugen und die Instrumentalisierung von Dingen für eigene Zwecke gekennzeichnet. Aus Tierfellen und Häuten werden Kleider, Wölfe machte er zu Haustieren und mit der Erfindung von Waffen wurde der Mensch zum Raubtier ohne Krallen und scharfe Zähne. Dazu kommt planmässiges Vorgehen und kooperatives Verhalten, was dem Menschen nicht nur die Grosswildjagd, sondern auch den Bau von monumentalen Bauten wie Stonehenge ermöglichte.

    Intelligenz bedeutet aber nicht unbedingt, dass alles verstanden wird oder auch verstanden werden muss. Ich zähle auch Pragmatismus zu einem Resultat von erworbener Intelligenz und das kann dann etwa bedeuten, das die oben gestellte Frage (Zitat): Können unsere eigenen, komplexen Gedankengänge auch irgendwann verstanden werden und jede Entscheidung und jedes Gefühl als bloße Rechnung dargestellt werden? sich zu beantworten wahrscheinlich gar nicht lohnt, genau so wie es sich nicht lohnt, jedes Haus in einer Stadt mit hunderttausenden von Häusern zu kennen.

    Kann auch KI irgendwann autonom die Welt erkunden, verstehen und umgestalten? Nichts spricht dagegen, auch nicht die Tatsache, dass sie es im Moment nicht kann. Denn grundsätzlich ist es möglich und solange es Fortschritte in der KI gibt, kann man eine Höherentwicklung nicht ausschliessen. Allerdings sollten wir nicht morgen, sondern eher übermorgen damit rechnen.

    Die oben gestellten Fragen beantworten sich also folgendermassen:
    1) Können Computer irgendwann intelligent sein? Antwort: Ja
    2) Was ist intelligent? Antwort: ein Mensch mehr als ein Baby oder ein Fisch und KIs sind nur bedingt intelligent, weil zu wenig autonom.
    3) Kernkompetenz von Intelligenz ist das Problemlösen und die Fähigkeit zu planen und Schlüsse zu ziehen.

  6. Ein Begriff wird erst sinnvoll, wenn er von anderen Begriffen abgegrenzt werden kann.
    Also Intelligenz ist die Fähigkeit etwas “Neues” zu schaffen, für das es kein Vorbild gab. Intelligenz und Schöpferkraft gehören zusammen.
    Ein Schachcomputer hat zwar logische Fähigkeiten aber nur im Rahmen seiner Software. Wenn man also geneigt ist einer KI Intelligenz zuzusprechen, dann hat die Intelligenz der Erbauer der KI gehabt . Vielleicht passt das Wort “automatisierte Intelligenz” besser als künstliche Intelligenz.

    Per Definition wird eine Maschine niemals intelligent sein.

    • @fauv (Zitat): “Per Definition wird eine Maschine niemals intelligent sein.“
      Oder anders formuliert: Eine Maschine, die intelligent ist, ist keine Maschine mehr.

  7. Nachtrag, Tiere sind prinzipiell intelligent, weil sie sich anpassen können. Auch Pflanzen sind intelligent, weil sie sich anpassen können.
    Alles was lebt ist intelligent. Die Evolution als Ganzes kann als zeitlich gestreckter Organismus aufgefasst werden, der einem Höhepunkt (im Augenblick der Mensch) zustrebt.
    Wenn die Menschheit mal ausgestorben sein wird kann diese Rolle ein anderes Tier einnehmen.

    • @fauv (Zitat): “ Die Evolution als Ganzes kann als Organismus aufgefasst werden, der einem Höhepunkt (im Augenblick der Mensch) zustrebt.“

      Nein, die Evolution hat keine Absicht und will nicht höher hinaus und sie wirkt quasi immer nur lokal, also dort wo ein konkreter Organismus gerade lebt.
      Schon Darwin hat das Wesen der Evolution erkannt indem er einen Baum von Abstammungen/Herkünften/Vererbungen mit der Evolution identifizierte. Letztlich bedeutet das, dass die Evolution dafür sorgt, dass neu geborene und überlebende Lebewesen Varianten vergangener Lebewesen sind und dass sie angepasst sind an ihre Umwelt, auch wenn sich die Umwelt verändert.

      Der Lebensbaum wird aber mit der Zeit immer grösser, verzweigter und vielfältiger und er realisiert damit insgesamt immer mehr Lebensmöglichkeiten. Irgendwann sind dann auch Lebensexemplare wie wir Menschen darunter. Nur sind Menschen nur eine von Milliarden verschiedener Organismenarten, die seit Beginn des Lebens auf der Erde entstanden sind. Aus evolutiver Sicht sind Menschen eine der vielen Realisationsmöglichkeiten von Organismen, die auf diesem Planeten existieren können.

  8. Die Zeichen der Programmierung des holographischen Universums sind wahrscheinlich ziemlich deutlich:

    Wir/Mensch sollte(n) Herrscher der Intelligenz unseres Körpers / unserer materialistischen Umwelt sein, doch unser Bewusstsein reicht nur zum (erbärmlich-armseligen) abhängigen Sklave. ✊🥴🤗👋😎

    • Der Mensch ist eine Maschine mit KI der Energie des Geistes der Zentralbewusstsein, die Schöpfung, das holographische Universum ist.

      Wir haben diesen bewusstseinsschwachen Zustand in “göttlicher (vernünftiger) Sicherung” trotz Vernunftbegabung und geistigen Evolutionssprung noch nicht überwunden – “Individualbewusstsein” in geistigem Stillstand und zeitgeistlich-reformistischer Bewusstseinsbetäubung von wettbewerbsbedingt-konfusionierter Symptomatik, anstatt … 👋🥴

      • Intelligenz in wettbewerbsbedingt-bewusstseinsschwacher Symptomatik, ist noch nicht das Ebenbild von Gott/Vernunft, es ist in keinster Art menschenwürdig und schon garnicht annähernd Weise daraufhin eine Hierarchie Mensch zu bilden/gestalten – Nichts gehört dem “einzelnen” Menschen wirklich-wahrhaftig allein, sogar/besonders unsere Gedanken nicht, weil diese auch immer abhängig von Geist und Gemeinschaft geprägt “wachsen” / wachsen können.

  9. hto
    Der Mensch ist erst am Anfang seiner Evolution. Das tierische Erbe ist noch übermächtig , warten wir noch weitere 2000 Jahre, dann wird sich soziales Denken durchgesetzt haben. Dann werden die Güter der Natur als Gemeineigentum gesehen.
    Den Menschen, die diese Natur hegen und pflegen wird ein größerer Anteil an der Ernte zugestanden werden, als die, die nur Nutzen daraus ziehen.

    • fauv
      13.06.2022, 13:34 Uhr

      …warten wir noch weitere 2000 Jahre…

      Sie haben die Evolution unterschätzt, da fehlen zwei Nullen in Ihrer Zeitangabe = 200.000 Jahre …

  10. Konkretes Beispiel zum Thema ´Intelligenztest´

    Ich mache hier bei SciLogs seit mehreren Jahren darauf aufmerksam, dass/wie man im Rahmen von Nahtod-Erfahrungen bewusst erleben kann, wie das Gehirn einen einzelnen Reiz verarbeitet – und dass dabei Erlebnisse ab dem 5. Schwangerschaftsmonat dem bewussten Erinnern zugänglich werden.

    Dieser Hinweis ist ein öffentlicher Intelligenztest – denn ich erwarte, dass schlaue Leute darauf so reagieren werden, wie man es von intelligenten Menschen erwarten kann. (Wissenschaftler wären durch ihren Ehrenkodex und Qualitätsstandards ´Gute wissenschaftliche Praxis´ sogar von Berufs wegen zu einer passenden Reaktion verpflichtet.)

    • Intelligenz ist, im “Zusammenleben” des “gesunden” Konkurrenzdenkens für den nun “freiheitlichen” Wettbewerb, das Betriebssystem für Heuchelei, Verlogenheit, Betrug.

      Intelligenz sollte, im Zusammenleben OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik, das Betriebssystem für zweifelfreie Eindeutigkeit, wirkliche Wahrhaftigkeit, fusionierte Vernunft und Verantwortungsbewusstsein im Freien Willen sein.

      Selbst- und Massenbewusstsein, anstatt egozentriertes “Individualbewusstsein” – Unsere Festplatten und Arbeitsspeicher aus grauer Masse, sollten EIN Gehirn wie das holographische Universum und darüber hinaus bilden, deshalb …!

  11. Wie immer man auch (mehr oder weniger willkürlich) „Intelligenz“ definiert, grundlegend ist „Informationsverarbeitung“. Am erfolgreichsten scheinen elektrische Systeme, weil „winzige und sehr schnelle“ Ladungsträger genutzt werden können.

    Es verhält sich einerseits so, dass auf „Prozesse“ so Einfluss genommen wird, dass sie „Informationsverarbeitung realisieren“, andererseits kann man sozusagen aus einem „natürlichen Prozessgeschehen“ auf eine dahinter stehende „informelle Systematik“ schließen, das Geschehen analysieren, womöglich auf abstrakter (Mathematischer Ebene) simulieren und womöglich auf andere Prozesse übertragen.

    Man könnte unterteilen in Analog- und Digitaltechnik. Praktisch Strömungen in Leitungsnetzen mit Pump- und Ventil- (Schalt-) Mechanismen, oder mit Tröpfchen- oder Impulsmechanismen in der Digitaltechnik.

    Selbst in Schleimpilzen „strömen“ systematisch aufgenommene und umgesetzte Ressourcen durch das „Netzwerk“, alle Prozesse sichern insgesamt seine Existenz.

    In Russland wurde kürzlich eine Art „Wasserleitungscomputer“ in ein Museum verfrachtet, den sich ehemals Wissenschaftler selber gebastelt haben um Differentialgleichungen zu lösen. Wasser, Röhrchen, Pumpen, Ventile, … reichen offensichtlich zur Informationsverarbeitung.

    Naheliegend ist, dass es auch „chemische Computer“, beruhend auf chemische Mechanismen gibt.

    Vermutlich sind, abstrakt formuliert, mindestens einige der „Logischen Funktionen“ der Boolschen Algebra und eine „Plattform“ diese Funktionen zu realisieren nötig. Information wird systematisch auf „irgendwelchen Entitäten“ (z.B. el. Spannung, oder Nukleinsäuren,…) abgebildet. Auch „Kodierungs-“ und „Quantifizierungsmechanismen“, z.B. Tröpfchen, Impulse,…. sind nötig.

    Die Evolution ist offenbar auf extrem viele Mechanismen der Informationsverarbeitung gestoßen. Das fällt einem besonders auf, auch wenn man früher hauptsächlich nur mit Methoden der elektronischen Informationsverarbeitung, nach technischen Problemlösungen suchen musste.

    Es lief praktisch immer auf die Nutzung der Boolschen Algebra und deren Realisierung mittels Relais, Radioröhren, Transistoren, Integrierte Schaltungen, Mikroprozessoren, … hinaus.

    • Elektroniker
      13.06.2022, 17:49 Uhr

      Naheliegend ist, dass es auch „chemische Computer“, beruhend auf chemische Mechanismen gibt.

      Die gibt es, wir nennen sie “RNA” und “DNA”, eine Logik auf ternärer Rechenbasis, mit den Basentripletts, die Aminosäuren codieren.

  12. Martin Holzherr,
    korrekt, eine Maschine, die intelligent ist, ist keine Maschine mehr. Sie ist mehr als das. Damit hätten wir wenigstens begrifflich schon mal was geklärt.

  13. Das menschliche Bewusstsein entpuppt sich zunehmend als Irrweg der Evolution. Die Fähigkeit, infolge von Erinnerungen als Funktion des Gehirns in die Zukunft schauen zu können, bzw. darüber Vermutungen anzustellen und Ziele zu setzen, verändert das menschliche Verhalten massiv. Die zusätzliche Fähigkeit, durch Kommunikation komplexe Organisationen zu bilden, hat dem Menschen die Möglichkeit gegeben, komplizierte Maschinen zu erfinden mit gigantischen Auswirkungen, die wir jetzt zunehmend als zerstörerisch erkennen müssen. Offenbar ist der Mensch nicht intelligent genug, um die Auswirkungen seines Tuns zu ermessen!

    Ziele zu erkennen und zu setzen, sowie Wege zu den Zielen zu finden, das ist der Kern der Intelligenz. Das primäre Ziel ist selbstverständlich die Erhaltung des Lebens. Aber schon hier versagt manchen Menschen die Intelligenz! Von der Erhaltung der Spezies Mensch, das Wesentliche der Evolution, erst gar nicht zu reden.

    • “Ziele zu erkennen und zu setzen, sowie Wege zu den Zielen zu finden, das ist der Kern der Intelligenz.”
      Zielstrebigkeit ist nicht synonym für Intelligenz.
      Intelligenz ist eine geistige Fähigkeit, so wie Kraft eine körperliche Fähigkeit ist.
      Und die sind von Mensch zu Mensch verschieden stark ausgeprägt.
      “Ein Irrweg der Evolution”, damit beschäftigen sich die Religionen, die haben das als erste bemerkt und versuchen das Schlimmste zu verhindern.
      Im gleichen Maße wie hier die Entwicklung negativ gesehen wir, entwickelt sich die Technik fort, die Medizin, die das Leben erleichtern.
      Es gibt keinen Grund zu verzagen-

    • @anton reutlinger (Zitat): „ Offenbar ist der Mensch nicht intelligent genug, um die Auswirkungen seines Tuns zu ermessen!“
      Kein Tier ist intelligent genug um zu verstehen was seine Existenz insgesamt bewirkt. Evolution wirkt lokal, es entsteht aber insgesamt etwas Globales, das niemand, nicht einmal ein einzelner Mensch, wirklich versteht und kontrollieren kann.

      Der Mensch ist aber meiner Ansicht nach aus der Natur und Evolution herausgetreten, denn er ist nun oft der entscheidende Umweltfaktor. Doch der Mensch bleibt so wie er ist – ausser er greift in seine eigene DNA und Evolution ein.

      Was aber bedeutet es, wenn der Mensch so bleibt wie er ist? Wohl das, dass letztlich die Art des Zusammenlebens von Menschen mit kooperierenden und verfeindeten Gruppen für immer fortbestehen wird und dass es immer auch um Macht und Ressourcen geht und gehen wird. Heute schon bedeutet das, dass die Erde für die Menschheit insgesamt zu klein geworden ist. Doch nicht die Menschheit entscheidet über ihre Zukunft, sondern das tun jeweils Gruppen von Menschen, die sich zusammenschliessen. Einige dieser Gruppen werden bald schon fernab der Erde leben womit sie ihr Schicksal vom Schicksal der Erde entkoppeln.

  14. Dr. Webbaer wagt i.p. Intelligenz eine Definition :

    Intelligenz meint Verständigkeit, Klugheit, Weisheit, auch Abfeimtheit des hier gemeinten Hominiden, lässt sich durch geeignete Tests in einem (vglw. plumpen, vs. Vektor oder höher komplexer Strukturbildung) Skalar festhalten und ist i.p. Erblichkeit von Biologen und eben IQ-Forschern sinnhaft zu bearbeiten, gar mit dem Ziel zwischen Erblichkeit von Verständigkeit und der Erziehung (teilweise) unterscheiden zu können.

    Sog. Intelligenz ist besser als das, was empirisch angelegte Hochbegabten-Forschung je hatte, es gibt hier auch soz. nette Zwillingsstudien, also wenn Zwillinge kurz nach ihrer Geburt getrennt worden sind, kann dann wissenschaftlich vglw. gut “genuckelt” werden, wie einige meinen.

    Im Hinterköpfchen sozusagen darf behalten werden, dass “Intelligenz” immer eine Art Kulturtest meinen muss und nicht sozusagen wirkliche, letztliche sozusagen Verständigkeit meinen kann.

    HTH (“Hope this helps”)
    Dr. Webbaer

    • Nicht ohne Grund sagt man scherzhaft: Intelligenz ist das , was der Intelligenztest misst. Und das lässt schon erahnen, dass Intelligenz mehr bedeutet. Das Mehr zeigt sich in der Kunst, Musibegabung ist angeboren, kann nur in Grenzen erworben werden.
      Die Fingerfertigkeit von Zauberkünstlern kann auch nur teilweise erlernt werden.
      Von der Begabung eines Heiratsschwindlers wollen wir jetzt gar nicht reden.

      • Vergleiche :

        -> https://en.wikipedia.org/wiki/Edwin_Boring (‘ When questions followed in later years about the definition of intelligence, Boring adopted the phrase “Intelligence is what the tests test”‘ ‘

        Allerdings gilt dies, im konstruktivistischen Sinne, für jeden Belang.

        Sinn kann sich so ergeben bzw. gemacht werden.
        Konstrukte stehen nicht ohne Grund da, meist.

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. Webbaer

  15. KRichard, verstehe ich Sie richtig, dass Sie meinen, Nahtoderfahrungen speisen sich aus Erfahrungen ab dem 5. Schwangerschaftsmonat? Wie sollen denn die Szenarien von NTEs fetalen Ursprung haben? Ein Fetus kennt die Figuren nicht, die in NTEs auftauchen. Und wie wird bei NTEs ein Reiz denn genau verarbeitet? Ich kenne Ihre früheren Beiträge leider nicht.

    • @Manfred
      Normalerweise reaktiviert unser Gehirn bei der Wahrnehmung eines neuen Reizes, einer neuen Situation, immer sofort eine vergleichbare Erfahrung aus dem Gedächtnis. (Das ist ungefähr so, als wie wenn man im Internet einen LINK anclickt: die gesamte Information ist sofort verfügbar)
      Dies ist unsere wichtigste Überlebensstrategie – Fachbegriff: predictive coding.

      Wenn aber keine vergleichbare Erfahrung im Gedächtnis gefunden wird – dann kann es sein, dass sich das Gehirn so intensiv darauf konzentriert, eine vergleichbare Erfahrung im Gedächtnis zu suchen; dass dadurch seine Arbeitweise der bewussten Wahrnehmung zugänglich wird. Dann können wir bewusst erleben, wie das Gehirn arbeitet – Schritt-für-Schritt: z.B. in Form einer ´Nahtod-Erfahrung´(NTE). Das ist ein direkt erlebbarer Zugang zur Arbeitsweise des Gehirns!

      Eine beobachtbare Strategie wäre z.B. das episodische Gedächtnis systematisch zu durchsuchen. Wenn das Gehirn dabei in aufsteigender Reihenfolge sucht – dann werden Erlebnisse ab dem 5. Schwangerschaftsmonat dem bewussten Erinnern zugänglich. Dabei ist deutlich die Reihenfolge gut erkennbar, in der sich die physikalischen Sinne entwickeln: Tastsinn > Gehör > Sehsinn > Geburt(indirekt) > …

      Diese reaktivierten Erlebnisse werden dabei gleichzeitig mit dem aktuellen Verstand neu bewertet (Fachbegriff: state dependent retrieval / zustandsabhängiges Erinnern). So wird z.B. aus den wiedererinnerten Erlebnissen zur Entwicklung des Sehsinnes beim Fötus – bei einer NTE der Erindruck, sich in einem dunklen Tunnel zu befinden und sich rasch auf ein größer werdendes Licht hin zu bewegen (das sogenannte Tunnelerlebnis)

      WICHTIG: NTEs haben gar nichts mit Sterben/Tod zu tun, auch wenn dieser absolut falsche Zusammenhang subjektiv so empfunden werden kann.
      Ich muss aber den fragwürdigen Begriff ´Nahtod-Erfahrung´ verwenden, weil er durch die bisherige Literatur vorgegeben ist.
      Per Google-suche [Kinseher NDERF denken_nte] finden Sie eine kostenfrei lesbare PDF mit meinem NTE-Erklärungsmodell.

      Erlebnisse, die man heute als NTEs bezeichnet, wurden in der buddhistischen Literatur schon vor 800-1200 Jahren auch nur als aus dem Gedächtnis aufsteigende Erinnerungen betrachtet.

      • KRichard, Ihr letzter Satz stimmt wohl. Allerdings dürften die Erinnerungen nicht bis in die Fetalphase zurückreichen, Stichwort Infantile Amnesie.
        Ihre Ausführungen klingen etwas zusammengewürfelt. Sie müssten da schon belastbare Argumente anführen. Predictive coding ist ein mathematisches Modell und hat nichts mit der Physiologie des Denkens zu tun.

        • @Manfred
          Bei NTEs ist deutlich die Reihenfolge erkennbar/erinnerbar, wie sich die physikalischen Sinne beim Föetus entwickeln: Tastsinn > Hörsinn > Sehsinn > Geburt(indirekt) >…

          Diese Eindeutigkeit der Abfolge sollte man zur Kenntnis nehmen (Sie ist vielfach dokumentiert), wenn man daran interessiert ist zu wissen, wie unser Gehirn/Gedächtnis arbeitet. Denn damit muss die Lehrmeinung ´infantile Amnesie´ diskutiert werden.

          Für mich macht es aber keinen Sinn, zu diskutieren, wenn eindeutig erkennbare Fakten absichtlich nicht zur Kenntnis genommen werden.
          Ich bin nicht für Glaubensangelegenheiten zuständig: Wer unbedingt glauben will, dass NTEs nicht erklärbar sind, wird keinem Sachargument zugänglich sein – so ist meine Erfahrung.

  16. Herr Reutlinger, es gibt keinen Irrweg der Evolution oder sind Sie der liebe Gott, der beurteilt, ob etwas aus dem Ruder läuft oder nicht? Evolution ist Evolution, basta.
    Intelligenz ist übrigens ein Begriff, um menschliche Fähigkeiten zu testen, und nicht die von Schleimpilzen. Das sollte man schon unterscheiden.

  17. Zu Manfred
    Da muss ich Herrn Reutlinger Recht geben. Das scheint mir sehr anmaßend von ihnen zu sein denn die Evolution wird nicht vom Menschen geschrieben sondern hat ihre eigenen Gesetze. Es ist die Anpassung bzw. Auslese- Letzteres können sie aus meiner Sicht auch als die wahre Intelligenz nehmen. Arten ,Gruppen, Individuen die sich der Umwelt nicht anpassen können, sterben aus. Wenn der Mensch zu “blöd” ist, sich selbst in Kriegen vernichtet, andere Menschen als Feinde bzw. Konkurrenz bekämpft, sich selbst in Gier verherrlicht, die Natur als seine Existenzgrundlage zerstört dann können sie das aus menschlicher Sicht vielleicht als Intelligenz bezeichnen, für das Überleben ,also für das Fortbestehen der Art also für die Evolution ist das kein Kriterium da diese Spezies irgendwann unter den neuen Umwelt Bedingungen aussterben wird/muss. “Intelligenz” hat für mich auch etwas mit Reizbewertungen zu tun. Pilze/Bäume bewerten Reize um zu wachsen. Bäume verlieren ihre Blätter im Herbst wegen der Kältereize und bekommen Blätter im Frühjahr wegen der Wärmereize, ohne jedes Gehirn. Ist ein Mensch der zehn Sprachen spricht , einen PKW selbst auseinander bauen kann aber von einem Betrüger um sein Geld gebracht wird intelligent oder dumm ? Ist der Betrüger intelligenter ? Ist das System intelligent das solche Widersprüche produziert bzw. schafft ?

  18. @Manfred
    Streng genommen haben Sie natürlich recht mit dem Irrweg. Aber keine Tierart zerstört ihren eigenen Lebensraum so zielstrebig wie der Mensch. Ich bezweifle, dass der Mensch daran grundsätzlich etwas ändern kann, denn er kann die künftigen Folgen seines Tuns ahnen, aber nicht beherrschen. Hier ist seine Intelligenz nicht besser als die des Schleimpilzes.

  19. Eines muss man anhand der brutalen und ignorant-arroganten Realität von Bewusstsein im “Recht des Stärkeren” und wettbewerbsbedingter Symptomatik deutlich feststellen: Intelligenz ist nicht das zweifelsfrei-eindeutige Verständnis für wirklich-wahrhaftige Vernunft.

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