“Ich vermute ich bin tot. Was meinen Sie Herr Doktor?“

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Fallbeschreibung

Ein 69- Jahre alter, gut gebildet, Firmeninhaber in Rente wurde im Jahr 2012 in ein Krankenhaus eingeliefert. Er zeigte die typischen Anzeichen für einen Schlaganfall in seiner rechten Gehirnhälfte wie eine linksseitige Bewegungsschwäche und geschwächte Wahrnehmung in seinem linken Blickfeld. Ein zusätzliches MRT bestätigte die Diagnose. Der Infarkt wurde in der Region des Temporallappens und im Thalamus festgestellt.

Nach etwa einem Monat kehrten seinen motorischen Fähigkeiten langsam zurück, jedoch fing er an, über ein Gefühl der Derealisierung zu Klagen, also dem Gefühl, dass sich die Außenwelt falsch und surreal anfühlt wie in einem Traum.

Kurz darauf fing er an zu behaupten, dass Kim Jong-il, zu dem Zeitpunkt das Staatsoberhaupt von Nordkorea im selben Krankenhaus behandelt werde. Er fragte seine Frau immer wieder, ob er überhaupt noch lebe. Schließlich wollte er die Meinung eines Arztes hören und fragte einen Doktor:“I guess I am dead. I’d like to ask for your opinion.”

Nicht der Patient: Foto von Pexcels von Tristan Lee


“Ich vermute ich bin tot. Was meinen Sie?“ Als der Arzt ihn dann fragte, ob Tote reden können verstand er, dass dies logischerweise nicht sein kann, jedoch war er überzeugt, dass er der Beweis dafür war, dass es eben doch möglich sei! Die Ärzte diagnostizierten bei ihm daraufhin ein Cotard’s Syndrom [1].

Begrifferklärung

Jules Cotard, ein französischer Mediziner, definierte den Begriff im Jahr 1880 als psychotisch‑depressive Erkrankung, die charakterisiert ist von ängstlicher Melancholie und der Illusion von Nicht-Existenz. Er beschreibt darin, dass die Betroffenen glauben, sie wären tot oder Teile ihres Körpers, wie die Organe oder Gliedmaßen würden fehlen. Das Cotard’s Syndrom tritt sehr selten auf mit nur etwa 200 bekannten Fällen weltweit [1].

Auslöser des Syndroms

Im Fall des japanischen Patienten gingen die Ärzte davon aus, dass hier alleinig der Schlaganfall der Grund für das Cotard´s Syndrom war und sahen es als eindeutiges Beispiel dafür, dass Schäden in der rechten Gehirnhälfte das Syndrom verursachen [1].

Allgemein kann gesagt werden, dass die meisten Patienten mit dem Cotard´s Syndrom Schäden im rechten Temporallappen zeigen. Der Temporallappen, welcher rechts unter der Schläfe liegt, ist vor allem für Erinnerung und Sprache zuständig. Schäden führen hier vermutlich zur Derealisation, also dem Traumgefühl.

Manche Forscher glauben, den Ursprung noch spezifischer identifizieren zu können. Die Gyrus fusiformis ist ein Bereich im Temporallappen, welche für das Erkennen von Gesichtern zuständig ist. Die Amygdala, die ebenfalls im Temporallappen liegt, ist bekannt dafür, Emotionen zu verarbeiten. Zwischen diesen beiden Regionen gibt es eine Verbindung.

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Wenn die Gyrus fusiformis ein Gesicht erkennt, wird diese Information zur Amygdala transportiert und die Amygdala senden dann wiederum eine emotionale Antwort zur dazugehörigen Person. Wenn wir zum Beispiel unseren besten Freund oder unsere beste Freundin sehen, wird vielleicht ein Gefühl von Freude, Spaß und Geborgenheit gesendet. Eben diese Mischung, die wir mit dieser Person verbinden. Das Gesicht unseres Chefs oder unsere Mutter ruft wiederum eine andere emotionale Antwort hervor. Den eigenen Körper oder das eigene Spiegelbild verbinden wir mit einem Gefühl von „Selbst“. Bei einer geschädigten Verbindung zwischen diesen beiden Bereichen könnte es sein, dass der eigene Körper nicht mehr mit diesem Gefühl von „Ich“ verknüpft wird und sich abgekoppelt anfühlt[2].

Jedoch gibt es viele Menschen mit dieser Art von Hirnschaden, die kein Cotard´s Syndrom entwickeln. Die auslösenden Faktoren für das Cotard´s Syndrom sind noch nicht vollständig geklärt.

Ein zweiter Risikofaktor sind laut heutiger Forschung Depressionen. Eine stark depressive Person findet es vielleicht leichter zu glauben, dass sie tot ist[4].

Behandlung

Medikamenten wie Antidepressiva, angstlösende Arzneimittel und Antipsychotikum werden zu Behandlung der Krankheit eingesetzt. Auch Sprachtherapie und Elektrokonvulsionstherapie, bei der das Gehirn kurzen Stromstößen ausgesetzt wird, werden zur Therapie eingesetzt. Viele der Patienten können mit einer Kombination dieser Behandlungsmethoden geheilt werden. Auch der japanische Patient konnte sich von der Krankheit erholen. Als die Ärzte den Patienten nach einem Jahr wiedertraf, waren seine Cotard´s Symptome verschwunden.

Aber der alte Mann war immer noch überzeugt, dass er für eine gewisse Zeit „in seinem Leben“ tot gewesen sei. Er sagte: „Jetzt bin ich am Leben, aber damals war ich tot*“ ……….. und dass er Kim Jon-il gesehen hat, davon war er auch noch felsenfest überzeugt [1].

*„Now I am alive. But I was once dead at that time.”

Quellen

[1] Nishio Y, Mori E. Delusions of death in a patient with right hemisphere infarction. Cogn Behav Neurol. 2012 Dec;25(4):216-23. doi: 10.1097/WNN.0b013e31827504c7 . PMID: 23103861 .

[2] Debruyne H, Portzky M, Van den Eynde F, Audenaert K. Cotard’s syndrome: a review. Curr Psychiatry Rep. 2009 Jun;11(3):197-202. doi: 10.1007/s11920-009-0031-z . PMID: 19470281

[3] G.E Berrios, R Luque,Cotard’s delusion or syndrome?: A conceptual history,Comprehensive Psychiatry, 1995,Volume 36, Issue 3, Pages 218-223, doi:10.1016/0010-440X(95)90085-A .

[4] Carter, Rita, The brain in minutes, London Quercus (IN MINUTES), p 312, ISBN: 9781786485809

Veröffentlicht von

Ronja Völk ist Masterstudentin für Molekulare Biotechnologie an der Universität Heidelberg. Im Zuge Ihres Studiums hat sie vielerlei Praktika absolviert, unter anderem am Deutschen Krebsforschungszentrum und in Harvard im Bereich Neurologie. Sie ist begeisterte Leserin von Wissenschaftsmagazinen und liebt es, ihr Wissen mit anderen zu teilen. (Für Ihr näheres Umfeld ist sie auch gerne mal Umwelt-/Medizin-/ Impf-/Corona-Expertin.) Das zeigt, wie hoch der Bedarf an einfacher, verständlicher Wissenschaftskommunikation ist.

13 Kommentare

  1. Es gibt dutzende von exotischen psychischen Störungen mit häufig organischer Grundlage. Allerdings fast immer mit überschaubar vielen Fällen. Hier einige der Spannenderen:
    – Die Persistent genital arousal disorder bewirkt täglich dutzende Orgasmen, wurde 2001 erstmals beschrieben und betrifft vor allem Frauen
    – Bei der Body Integrity Identity Disorder (BIID, deutsch: Körperintegritäts-Identitätsstörung), besteht der Wunsch nach Amputation von Gliedmassen, die man als nicht zugehörig betrachtet oder auch der Wunsch nach Blindheit oder gar Querschnittlähmung
    – beim Alice-im-Wunderland-Syndrom nimmt man sich selbst oder die Umgebung halluzinatorisch verändert war und erlebt etwa alles als verkleinert oder vergrössert. Als Prodrom eines Migräne- oder Epilepsieanfalls möglich, aber auch im Rahmen einer Epstein-Barr Virusinfektion

    Oliver Sacks stellt in seinem Buch Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte 24 Fallgeschichten vor wo (Zitat) Eine winzige Hirnverletzung, ein kleiner Tumult in der cerebralen Chemie [genügt] , und Menschen geraten in eine andere Welt, in die Gesunde nicht vordringen.

  2. Ein spannender Beitrag über ein interessantes Krankheitsbild, vielen Dank dafür! Eine kleine sprachliche Anmerkung hätte ich jedoch: Die Schreibweise “Cotard´s Syndrom” scheint recht frei aus dem Englischen übersetzt worden zu sein. Auf Deutsch ist der Ausdruck “Cotard-Syndrom” üblicher.

  3. Yay, noch’ne Macke, die ich habe! Wie viele psychische Störungen muss ich zusammen kriegen, um eine Waschmaschine zu gewinnen? Von allem ein Bisschen, aber nichts richtig schlimm. Wenn ich raten müsste, fühlt sich mein Hirn irgendwie gefangen und probiert halt sein ganzes Spektrum an Möglichkeiten aus, die dann aber einander im Weg stehen, sodass keine dominant werden kann. Eine Art neurale Geisterbahn, die stetig von einer Attraktion zur nächsten fährt, ohne irgendwo länger zu verweilen, weil auch dort kein Ausgang ist.

    Depression und Gefühl, als ob man träumt, kann ich bestätigen. Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass sich meine Verfallssymptome und die Verfallssymptome der Welt zurzeit fast schon erschreckend ähneln – der Mensch altert, gesellschaftliche Systeme altern langsamer, irgendwann holt der Mensch die Welt ein. Vielleicht legt sich diese beunruhigende Ahnung im Hinterkopf, wenn ich sie überholt habe. Vielleicht reagiere ich einfach nur hypersensibel auf Umweltveränderungen, sodass sich mein Verfall mit dem der Umwelt synchronisiert. Jedenfalls habe ich recht plötzlich das Hobby Weltuntergangsprophet entdeckt und bis jetzt eine ganz gute Trefferquote, und weil wir für gewöhnlich unsere Selbstwahrnehmung auf Welt und Gesellschaft projizieren, deutet das einerseits auf eine gewisse Verschränkung hin, andererseits verwirrt es mein Unterbewusstsein durch Rückkopplung – wegen der vielen Parallelen zwischen der Welt und mir fällt es mir schwer, beides zu unterscheiden, sodass die Idee, ich würde im Sterben liegen und mein Hirn versuche nur, mit schwindender Kraft die Virtual Reality, in der das Bewusstsein lebt, zu erhalten, ein immer primitiver werdendes, degenerierendes Modell der Welt, unausweichlich und vom täglichen Erleben immer wieder angeregt wird.

    Kim liegt mit mir im selben Krankenhaus – klingt merkwürdig, doch ich erkenne Merkwürdigkeit durch Vergleich mit einem Sollzustand. Und mit dem, was meinem Hirn als Sollzustand eingebläut wurde, erscheint es auch nicht merkwürdiger, als dass alle plötzlich Masken tragen und bei Media Markt nur noch obszön schrottiger Schrott in den Regalen steht. Und ein Schlaganfall verändert zumindest den Ist-Zustand des Gehirns: Zum Vergleich wird Daten-Pampe geliefert, die nicht mehr als Soll-konform erkennbar ist. Also wird der Status dementsprechend upgedated. Anders gesagt – wir unterscheiden nicht unbedingt zwischen „ich bin tot“ und „die Welt, wie ich sie kenne, ist tot“. Wiederum Projektion: Jackie Chan findet China ja auch cool, seitdem er alt wird, sein Körper nicht mehr mitspielt und er ihn mit Gewalt disziplinieren und zu seinem Glück zwingen muss. Dass der Körper da durchaus andere Ansichten haben kann, zeigt das frühe Ableben von Bruce Lee.

    Seitdem die Welt gestorben ist, bringen Akte X und V – die Außerirdischen in Amerika Präsidenten an die Macht. Wenn das Feedback der Umwelt dem Soll-Zustand widerspricht, erscheinen selbst alte, gewohnte Fernsehserien realistischer als die Realität. Das Hirn beginnt zu puzzeln und verbaut Daten nach Wahrscheinlichkeit, während es einen neuen Soll-Zustand sucht – in der VR des Internets findet es immer Irre, mit denen es Feedback austauschen und sich auf einen Wahn einigen kann. Gleichzeitig sehen wir immer verzweifeltere, gewalttätigere Versuche, den Leichnam wieder zum Leben zu erwecken, aber auch Verteilungskämpfe um die letzten Ressourcen in einem dysfunktionalen Stoffwechsel – normale Verwesung also. Der Organismus ist tot, die Zellen merken’s noch lange nicht. An der Ukraine knabbert schon eine fleischfressende Bazille. Ist irgendwie schwer, sich nicht für tot zu halten, wenn man es ist. Zumindest der Teil von uns, der uns zu einer Welt zusammenschweißte. Was übrig bleibt, sind Gespenster auf einer Suche nach einem wärmenden Körper, vielleicht einer Made, oder einem coolen Geier. Bis dahin gibt’s etablierte Leichenstarre und Populisten-Leichengift.

    Immerhin beweisen solche Ideen die Beteiligung eines schwindenden Gehirns. Was ich wiederum als Anlass betrachte, sie nicht allzu ernst zu nehmen. Ist nur lustig, sich anzugucken, was das Ding manchmal für Unsinn veranstaltet.

    Einerseits lenkt mein Fallbeispiel die Aufmerksamkeit auf begünstigende Umweltfaktoren. Andererseits fällt auf, dass, wenn eine solche Störung bei vielen Leuten unabhängig voneinander auftritt, sie vermutlich genetisch bedingt, also im Bauplan des Gehirns bereits als Option vorhanden ist. Dass wir Träume als Träume erkennen, ist ja nichts Neues, dieses Gefühl, durch eine Geisterwelt zu reisen, in der uns auch oft Tote begegnen, und die Fantasie einer Geister- und Totenwelt ist auch weit verbreitet. Schwäche, vermindertes Bewusstsein, werden auch oft vom Gefühl begleitet, „ich bin tot“, wohl weil sich der Körper da wie eine Leiche verhält. Ist wohl eine Verwechslung, ich war bis zu meiner Geburt tot, und ich kann ganz bestimmt sagen, ich hatte da keine Gefühle, auch nicht, dass ich tot wäre. Welten hingegen sind schon oft gestorben, ohne die Menschen mit ins Grab zu nehmen, sodass sie sich oft im Leben nach dem Tode wiederfanden – manchmal im Paradies, manchmal in der Hölle, was auch immer sich spontan basteln lässt.

    Umgekehrt fallen all die Erweckungs-Erfahrungen auf: Von religiösen Bewegungen, persönlichen Geschichten („Es war, als wäre ich nach langer Zeit aus einem Traum aufgewacht“), über Saulus zu Paulus und „Deutschland erwache!“ bis zum „aufgewachten“ QAnonenfutter. Das heißt, der Sollzustand, den wir in unserer Naivität „Realität“ schimpfen, kann auch rückwirkend zum Traum degradiert werden, wenn er durch einen anderen verdrängt wird. Subjektiv wird’s als Erleuchtung wahrgenommen, man spürt regelrecht den Energieschub in sich aufsteigen, ähnlich wie beim morgendlichen Erwachen im Bett, wenn das Bewusstsein nach und nach online geht. Dass bei einer ideologischen Erweckung alles Mögliche herauskommen kann, ist wohl der Grund, warum in der christlichen Mythologie die beiden Lichtbringer Jesus und Luzifer fast wie Zwillinge wirken. Dennoch sind sie beide leicht zu unterscheiden: Jesus ist der, der dem Papst die Kasse füllt.

    Und wenn wir bedenken, dass das Bewusstsein in einer virtuellen Realität lebt, dass das Hirn durchaus genug Neuronen übrig hat, um viele eigenständige, voneinander getrennte Persönlichkeiten zu erschaffen, dass der Zerfall einer Identität in mehrere zu jedem Sterben gehört, das was auf sich hält: Bevor Sie mir beweisen wollen, dass Sie keine Fantasie meines sterbenden Hirns sind, beweisen Sie es sich selbst.

    Ist halt so: Der Soll-Zustand, die VR, das Modell der Realität, das als geistig gesund gilt, der Maßstab, an dem wir uns messen, ist recht naiv und weltfremd. Je mehr Sie über die Welt nachdenken, je mehr Sie die Zusammenhänge erkennen, desto mehr bekommen Sie das Gefühl, den Verstand zu verlieren. Ohne Feedback anderer Leute, die das auch so sehen, können Sie aber nie sicher sein, ob Sie die Zusammenhänge erkannt oder nur konstruiert haben – ist ja, rein von der Neurologie her, beides dasselbe. In einem instabilen Chaoten-Hirn wie meinem muss ich mich an Logik halten, sonst stürze ich in einen der vielen Abgründe darin, tut aber sonst keiner, also weiß ich nicht, ob das, was ich für Logik halte, auch Logik ist. Ich hab einfach keinen Maßstab für die Realität – ich bin irre, alle anderen sind irre, so viel weiß ich. Also verharre ich im Limbus, in dem alles möglich, doch nichts gewiss ist: Es ist das Vernünftigste, Rationalste, Logischste, was ich tun kann. Und das Hirn hat halt schon Gefühle parat für einen solchen Zustand: Traum, Totenreich, Geisterwelt. Passt zwar nicht, doch was Besseres hat es nicht auf Lager.

  4. – In der illusionären Realität der holographischen Konfusion – “Wer weiss denn, ob das Leben nicht das Totsein ist und Totsein Leben?” (Euripides)

  5. Was die Psychologen sich da alles an Syndromen wieder mal zurechtstricken… In einer Leipziger Grünanlage habe ich mal einen Alkoholiker gesehen der auf einer Parkbank schlief und nachdem er wach wurde mich fragte ob er noch leben wäre. Als er seine Frau neben sich sah stellte er betrübt fest: Ja, ich lebe noch.
    Wie dieser Alkoholiker hat der von ihnen erwähnte Herr eine Bewertung vollzogen, was heißt das er seinen merkwürdigen Gedanken gefolgt ist -die er selbst manipuliert hat. Wenn er glaubt das er tot ist/war, dann sollte man seine ” skurile ” Gedankenwelt (Geist) hinterfragen. Aber stattdessen schlägt man wieder mit der chemischen Keule zu.

    • Die Abbildung zeigt ein komplettes Gehirn. Die Amygdala und Gyrus fusiformis befindet sich spiegelnd in beiden Gehirnhälften.

  6. Warum denn gleich so endgültig, besser wäre “träume ich noch oder bin ich wach”.
    Manchmal bedaure ich es, wenn es ein schöner Traum war. Manchmal bin ich richtig froh, dass ich wach bin.
    Ganz kompliziert wird es, wenn man beim Träumen aufwacht aber immer noch träumt.
    Herr Golzower, das hatte wohl der Alkoholiker im Park gemeint.

  7. Zu h Wied:
    Sie haben mich falsch verstanden. Dieser von mir beschriebene Mann hat mit der Kenntnisnahme seiner Frau erkannt dass seine kaputte Welt noch existiert, dass er wieder in die ihn langsam vernichtende Realität angekommen ist. Das Prinzip : Alkohol (Droge) als Ausweg hatte also wieder mal nicht funktioniert. Man kann jetzt spekulieren warum Alkohol /Drogen genommen wurden, warum ein Mensch bereit ist sich selbst zu vernichten. Paul S beschreibt einen Zustand der Dissoziation der multiplen Persönlichkeit. Das Wesen scheint sich aufzuspalten in verschiedene Realitäten. Vielleicht hatte dieser Japaner auch eine posttraumatische Störung ? Vielleicht vermutet der eine Teil in ihm etwas was der andere Teil nicht begreift ?
    Die Amygdala bewertet die Erkenntnis aller Teile gleichzeitig als Realität was wiederum stark divergierende Emotionen auslöst die den Bezug zur Realität einschränken können. Auch wirre psychotische Gedanken sind für die Amygdala real.

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