Die Menschen werden immer dümmer

Vor Tausenden von Jahren, als unsere Vorfahren als Jäger und Sammler lebten, bot eine hohe Intelligenz einen klaren Selektionsvorteil. Das tägliche Überleben hing maßgeblich von der Werkzeugnutzung, der Jagdstrategie und der Anpassung an klimatische Veränderungen ab. Individuen mit niedrigem IQ überlebten häufig nicht lange genug, um Nachwuchs zu zeugen. Mit der stetig steigenden Intelligenz ging ein Wachstum des Gehirns einher. Dies führte wiederum zu Problemen bei der Entbindung. Frauen waren zur optimalen Fortbewegung auf ein schmales Becken angewiesen, demnach musste die Geburt fortan in früheren kindlichen Entwicklungsstadien erfolgen. Die zeitintensive Pflege der Säuglinge zwang die nomadischen Völker zur Sesshaftigkeit und zur Etablierung der Landwirtschaft. Mit dem Ackerbau verbesserten sich die Lebensbedingungen. Der hohe Selektionsdruck auf einzelne Individuen verschwand, weniger Intelligente hatten plötzlich ähnliche Fortpflanzungsmöglichkeiten. Genetische Mutationen, die einen niedrigeren IQ zur Folge hatten, konnten sich ungehindert ausbreiten. Die Menschen wurden immer dümmer.

So lautet die etwas irritierende Theorie des US- amerikanischen Zellbiologen Gerald Crabtree. Da er selbst keine Studien durchführte, sondern lediglich gängige Erkenntnisse der Genforschung interpretierte, sollte man seinen Thesen wohl keine allzu große Bedeutung beimessen. Der Ansatz hingegen ist faszinierend. Kann es wirklich sein, dass die Menschen immer dümmer werden, weil der Selektionsdruck fehlt?

Intelligenz

Über kaum eine Definition wird so kontrovers diskutiert. Grundsätzlich versteht man darunter die kognitive Leistungsfähigkeit. Doch was genau macht uns leistungsfähig? Kreativität? Logisches Denken? Sprachliche Versiertheit? Und wie lässt sich das Ganze quantifizieren?

Der Einfachheit halber orientiere ich mich im weiteren Verlauf am gängigsten Quantifizierungsansatz, dem Intelligenzquotienten. Bei diesem Test werden in verschiedenen Kategorien Fähigkeiten wie Sprachverständnis, Bearbeitungsgeschwindigkeit, räumliches Denken oder Merkfähigkeit geprüft. Den Ergebnissen wird anschließend eine Punktzahl zugeordnet, die die Abweichung der Intelligenz vom Mittelwert 100 repräsentiert. Die IQ Kurve ist normalverteilt und hat eine Standardabweichung von 15. Etwa 70 % der Bevölkerung hat einen IQ zwischen 85 und 115, Punkte unter 70 (geistige Behinderung) oder über 130 (Hochbegabung) kommen nur bei je 2% vor.

Der Flynn-Effekt

Entgegen Crabtrees konfusen Spekulationen konnte der Politologe James Flynn einen stetigen Anstieg des IQs seit Beginn der Aufzeichnung dokumentieren. Dieser Zuwachs war zwar weder linear noch in allen Regionen gleich stark ausgeprägt, allerdings betrug er in Industrienationen durchschnittlich immerhin 0,3 Punkte pro Jahr. Das entspricht 30 IQ Punkten pro Jahrhundert – der Differenz zwischen Durchschnittsintelligenz und Hochbegabung.

Die Ursachen hierfür sind weitestgehend ungeklärt. Mögliche Zusammenhänge reichen von besserer Ernährung und medizinischer Versorgung über höhere Bildung bis hin zu geringerer Schadstoffbelastung- etwa durch die Entfernung von Bleirohren aus der Trinkwasserversorgung. Doch der konstante Zuwachs der Intelligenz fand in den 1990ern ein unvermitteltes Ende.

Der Anti-Flynn-Effekt

Bernt Bratsberg und Ole Rogebert stellten 2018 einen deutlichen Abfall des durchschschnittlichen IQs der Norweger fest, Forscher anderer Nationalitäten gelangten in letzter Zeit zu ähnlichen Ergebnissen. Werden die Menschen jetzt wieder dümmer?

Um die Beantwortung dieser Frage ranken sich zahlreiche Mythen. Einige machen die dysgenetische Entwicklung, also die vermehrte Fortpflanzung dümmerer Individuen, verantwortlich, andere die gestiegene Anzahl ungebildeter Einwanderer. Dass diese Theorien zumindest für die Abnahme des IQs nicht verantwortlich sind, lässt sich damit beweisen, dass auch innerhalb von Familien die Intelligenz sinkt. Kinder sind dümmer als ihre Eltern.

Flynn selber begründet dieses Phänomen mit einer gesunkenen Konzentrationsfähigkeit: „Die moderne Welt stellt alle zehn Minuten ein Stimulans bereit, einen Mord im Videospiel etwa. Wie kann man von jungen Leuten noch erwarten, Charles Dickens zu lesen, wenn es manchmal über 400 Seiten

keine Verfolgungsjagd gibt?“ Nur wer sich konzentrieren kann, kann gut lernen. Andere Wissenschaftler kritisieren die Gleichsetzung schlechterer Testergebnisse mit geringerer Intelligenz und hinterfragen die Testmethoden.

Universalgenie oder Spezialist?

Zu behaupten, ein Rückgang der menschlichen Intelligenz läge, übertrieben formuliert, an einem zu geringen Literaturkonsum, kommt mir zu einfach vor. In den letzten Jahrzehnten durchlebte die Menschheit bahnbrechende Veränderungen, die sich maßgeblich auf den Alltag, die Entwicklung und die Arbeitswelt auswirken. Wie könnte dabei die Intelligenz gleichbleiben? Ein Jäger und Sammler würde an den gegenwärtigen Intelligenztests sicherlich auch scheitern. Viele Facetten der Intelligenz, die seit geraumer Zeit an Bedeutung gewinnen, etwa die kreative oder emotionale Intelligenz, sind ebenfalls kaum messbar, obwohl sich deren Werte entgegen dem aktuellen Trend verbessert haben könnten.

Zudem werden unsere kognitiven Fähigkeiten immer spezialisierter – Universalgenies gibt es schon lange nicht mehr. Aber benötigt man überhaupt interdisziplinäre Fertigkeiten, wie der IQ Test sie voraussetzt, um intelligent zu sein? Ein psychologischer Forscher verglich die Thematik mit dem Zehnkampf. Wenn man nur noch Laufen trainiert und in den Laufdisziplinen verhältnismäßig besser wird als die Leistung in weniger trainierten Disziplinen abnimmt, verbessert sich dennoch das Gesamtergebnis. Ab einem gewissen Punkt stagniert der Trainingsfortschritt im Laufen und das Gesamtergebnis wird wieder schlechter. Doch ob wir als Menschheit diesen Punkt der Stagnation erreicht haben oder ob wir einfach nur die Definition der Intelligenz und die Methodik unserer Intelligenztests aktualisieren müssen, wird sich wohl erst in der Zukunft zeigen.  

Literatur

Veröffentlicht von

Mein Name ist Louisa Sohmen und ich bin Medizinstudentin in Hamburg. Da ich erst am Anfang meines Studiums stehe, konnte ich noch keine eigenen Erfahrungen in der wissenschaftlichen Forschung sammeln, allerdings kann ich mir gut vorstellen, später in einem solchen Bereich tätig zu werden. Die Komplexität des menschlichen Gehirns faszinierte mich schon immer, weswegen ich mich sehr freue, mich hier regelmäßig mit spannenden Fakten auseinandersetzen zu können.

36 Kommentare

  1. Der Intelligenztest wurde erfunden um den zukünftigen, breiten Schulerfolg von Grundschülern/Primarschülern vorherzusagen. Mit andern Worten, wer im Intelligenztest gut abschneidet, hat vom Intellekt her die Voraussetzungen eine gute Schulkarriere zu absolvieren und das über die gesamte Breite des dargebotenen Schulwissens. Der Flynn-Effekt, also das zu Beginn von Generation zu Generation bessere Abschneiden des Durchschnitt in IQ-Tests verwundert mich deshalb nicht, denn von Generation zu Generation wurde die Schulbildung immer wichtiger und (unter anderem) die Eltern taten immer mehr für den Schulerfolg. Der Anti-Flynn Effekt hat ganz ähnliche Gründe: seit ein paar Jahrzehnten haben Jugendliche unendlich mehr Möglichkeiten als sich nur der Schule zu widmen, ihre schulische Orientierung geht zurück und auch der gemessene Schulerfolg/IQ geht etwas zurück. Intelligenz ist also nicht allein angeboren, sondern sie kann durch gute/schlechte Umweltbedingungen auch zu-, bezugsweise abnehmen, wobei hier vor allem die frühkindlichen Umweltbedingungen wichtig sind.

    Wenn wir Intelligenz etwas breiter, allgemeiner formulieren, dann verschwindet auch die angeblich niedrigere Intelligenz unserer Vorfahren, denn unsere Vorfahren etwa vor 10‘000 Jahren mussten ja nicht in der Schule gut abschneiden, sondern sie mussten innerhalb ihrer Gemeinschaft/ihres Stammes gut abschneiden und ganz früher war das am ehesten der Fall für diejenigen, die über eine möglichst breite Fähigkeitspalette verfügten, eine Fähigkeitspalette, die von körperlicher Geschicklichkeit bis zu Überzeugungs-/Überredungskraft, Kooperationsbereitschaft in der Jagd und beim Siedlungs- und Hausbau und vielem mehr gehörten. Zudem war bei einer nomadischen Lebensweise die Anpassungsfähigkeit und -bereitschaft an ganz unterschiedliche Umweltbedingungen wichtig.

    Einige Forscher sagen ja, die nachgewiesene Schrumpfung des menschlichen Hirns im Vergleich zu unseren Vorfahren vor 10‘000 und mehr Jahren sei nichts anderes als ein Domestizierungseffekt, also ein Effekt, den man auch beim Übergang von der Wildform von Tieren zu Haustieren beobachtet, denn auch in diesen Fällen schrumpft das Hirn. In gewissem Sonne kann man sagen, dass bei der Domestizierung ein Teil der Individualintelligenz auf die kollektive Intelligenz übergeht. Ganz früher mussten Menschen oft auch ziemlich allein zurecht kommen, heute aber, ja vielleicht schon seit ein paar tausend Jahren, leben Menschen in nicht allzu kleinen Verbänden und es besteht die Möglichkeit der Arbeitsteilung. Nicht jeder muss jetzt alles können, es genügt, wenn er etwas bestimmtes besonders gut kann. Dazu genügt aber schon ein kleineres Hirn. Das würde dann die Gehirnschrumpfung erklären, die der Homo sapiens durchgemacht hat.

    Im Wesen ist aber menschliche Intelligenz immer allgemeine Intelligenz und nicht Spezialistentum. Die Fähigkeit, mit etwas noch nie gesehenem zurecht zu kommen, das zeichnet den Mensch über alle anderen Lebensformen aus.

    • Liest sich hier ganz gut, sicherlich ist die sogenannte Intelligenz nur partiell erblich, es könnte hier mit dem Wert 50 % versucht werden, es gibt hierzu auch spannende Zwillingsstudien (mit früh getrennten eineiigen Zwillingen), insofern ließe sich eine leichte Abnahme des durchschnittlichen sog. IQs leicht wegerklären, noch.

    • Ergänzung (Zitat): „ Kann es wirklich sein, dass die Menschen immer dümmer werden, weil der Selektionsdruck fehlt?
      Die Autorin erweckt nicht nur in diesem Zitat, sondern auch in weiteren Textstellen den Eindruck, die Intelligenz ändere sich innerhalb weniger Generationen. Doch in der Literatur sind sich eigentlich alle einig, dass das genetische Potential zur Intelligenz sich nur langsam, über viele Generationen ändert. Sowohl der Flynn, als auch der Anti-Flynn Effekt kann also gar nicht mit genetischen Faktoren und auch nicht mit geändertem Selektionsdruck erklärt werden. Er muss umweltbedingt sein.
      Etwas scheint auch sicher: Die durchschnittliche Intelligenz einer Bevölkerung korreliert mit der durchschnittlichen Gehirngrösse. Diese durchschnittliche Gehirngrösse hat in den letzten 3000 Jahren abgenommen. Im Artikel When and Why Did Human Brains Decrease in Size? A New Change-Point Analysis and Insights From Brain Evolution in Ants liest man dazu:

      Wir stellen fest, dass Hominin-Gehirne vor 2,1 und 1,5 Millionen Jahren positive Ratenänderungen erlebten, die mit der frühen Evolution des Homo und technologischen Innovationen zusammenfielen, die in den archäologischen Aufzeichnungen offensichtlich sind.
      Aber wir stellen auch fest, dass die Größenreduktion des menschlichen Gehirns überraschend neu war und in den letzten 3.000 Jahren stattfand.
      Unsere Datierung stützt keine Hypothesen über die Verringerung der Gehirngröße als Nebenprodukt der Verringerung der Körpergröße, als Ergebnis einer Umstellung auf eine landwirtschaftliche Ernährung oder als Folge der Selbstdomestikation. Wir schlagen vor, dass unsere Analyse die Hypothese unterstützt, dass die jüngste Abnahme der Gehirngröße stattdessen aus der Externalisierung von Wissen und den Vorteilen der Entscheidungsfindung auf Gruppenebene resultieren könnte, was teilweise auf das Aufkommen sozialer Systeme verteilter Kognition und der Speicherung und Weitergabe von Informationen zurückzuführen ist . . . Menschen leben in sozialen Gruppen, in denen mehrere Gehirne zur Entstehung kollektiver Intelligenz beitragen. Obwohl es in der tiefen Geschichte des Homo schwer zu untersuchen ist, können die Auswirkungen der Gruppengröße, der sozialen Organisation, der kollektiven Intelligenz und anderer potenzieller selektiver Kräfte auf die Gehirnentwicklung anhand von Ameisen als Modell aufgeklärt werden. Die bemerkenswerte ökologische Vielfalt der Ameisen und ihr Artenreichtum umfassen Formen, die in Aspekten der menschlichen Sozialität konvergent sind, einschließlich großer Gruppengröße, landwirtschaftlicher Lebensgeschichten, Arbeitsteilung und kollektiver Kognition. Ameisen bieten ein breites Spektrum sozialer Systeme, um Hypothesen zur Vergrößerung oder Verringerung der Gehirngröße zu generieren und zu testen und bei der Interpretation von beim Menschen identifizierten Mustern der Gehirnentwicklung zu helfen. Obwohl Menschen und Ameisen sehr unterschiedliche Wege in der sozialen und kognitiven Evolution darstellen, können uns die Erkenntnisse, die Ameisen bieten, weitgehend über die selektiven Kräfte informieren, die die Gehirngröße beeinflussen.

      Wir leben in einer Wissensgemeinschaft. Alles, was wir tun, hängt von Wissen ab, das sowohl in unserem Kopf als auch in der Welt und in den Köpfen anderer Menschen vorhanden ist.

      Vermutung: Der moderne Nacheiszeitmensch ist durch das Zusammenleben in hochkooperativen Verbänden gekennzeichnet. Dieser moderne Mensch hat sich auch genetisch hin auf kooperatives/kooperativeres Verhalten geändert. Das ermöglicht dem modernen Menschen mit einem kleineren Hirn auszukommen als unsere Vorfahren vor 10000 oder 30000 Jahren.

      • Wer will, kann i.p. sog. Intelligenz, den “IQ” meinend, mal hier ein wenig “Klickie” machen :

        -> https://ourworldindata.org/intelligence

        -> https://en.wikipedia.org/wiki/Our_World_in_Data

        Die Zuwächse sog. Intelligenz sind sozusagen atemberaubend und können nur so erklärt werden, dass die zugrunde liegenden Tests eine Art kulturellen Befähigungstest darstellen.

        Der Schreiber dieser Zeilen hat nichts gegen den “IQ”, hält ihn für sinnhaft konstruiert, denn nur er kann irgendwie Verständigkeit, Weisheit, Klugkeit, Schlauheit, auch sog. Bauernschläue messbar machen und ist auch i.p. Erblichkeit interessant.
        Denkbarerweise ist seine Skalierung nicht in Ordnung.
        (Und es gibt auch andere Kritikpunkte, neben dem Kulturellen und der Skalierung, bspw. sollten (die meisten oder alle?) dieser Tests nicht so geeicht sein, dass sich unabhängig vom biologischen Geschlecht der Durchschnittswert 100 ergibt.)

        Die im dankenswerterweise bereit gestellten WebLog-Eintrag gewählte Überschrift wird hier übrigens nicht für “Click-Bait” gehalten.

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. Webbaer (der in diesem Zusammenhang auch die aktuellen Einträge der bekannten Online-Enzyklopädie gescannt hat, sie sind, ein kleines lol an dieser Stelle, “politisch korrekter” geworden, ältere Einträge, beim sog. WebArchive verfügbar, sind ebenfalls interessant)

    • Ich glaube, dass der Informationsfluss durch das Internet uns überfordert. Wir graben und untergraben, werden beeinflusst, sortieren Gedanken aus und ein.

      Früher in der Schule, ich bin Jahrgang 1963 ging alles langsamer, wir
      hatten Zeit darüber nachzudenken, zu strukturieren. Der natürliche
      Denkrhytmus war leiser, konzentrierter.

      Die Schnelllebigkeit in diesen Zeiten setzt unseree Konzentration nicht
      aus, sie fordert uns nur anders. Die junge Generation heute glaubt, davon
      zu profitieren, indem sie sich z.B. zu einem Thema zahlreiche Iformationen
      aus dem Internet holt, sie vergleicht, dadurch schnell kritisch und entscheidungsärmer wird.

      Das Heute hat mit dem damals nichts mehr gleich. Dennoch denke ich,
      das der IQ dennoch durch Fortschritt und Wissenschaft nicht verkümmert,
      weil der Austausch zu diesem Thema immens ist und wir dadurch
      auch wieder über grundsätzlich wichtige Dinge diskutieren und das
      ist sehr wichtig.

      • Das Web scheint überraschend wenig gebracht zu haben, eigentlich hatten sich diesbezüglich einige eine besondere allgemeine zivilisatorische Wirkung erhofft.
        Der Schreiber dieser Zeilen beforscht sozusagen (privat) auch Verschwörungstheorien und Verschwörungsmythen, auch ihre Exponenten, da wird von einigen sehr selektiv im Web gesucht und gefunden.
        Gesetze gegen die Verbreitung von Falschnachrichten, wie sie aktuell auf EU-Ebene vorgesehen sind, werden diese Problematik voraussichtlich noch verstärken, denn letztlich müsste ja Wahrheit staatlich verwaltet werden bzw. letztlich müsste der Staat sozusagen in jedem internetfähigen Gerät sitzen und auch Identitätskontrollen vornehmen, was die Leutz wohl sozusagen völlig verrückt machen würde.
        Besser die Schulung sogenannter Webkompetenz, die allerdings nicht parteiisch ausfallen darf.

  2. Wenn man diesen Artikel liest, fühlt man sich bestätigt.
    Zu bedenken:
    Die Menschen gibt es nicht. Ein bischen Differenzierung täte gut. Zwischen einem Aborigine und der Königin Elisabeth gibt es doch einige Unterschiede.
    Zwischen Bill Gates und DD gibt es auch einige Unterschiede.
    Vorallem wird nicht differenziert nach dem Geschlecht. Und wie steht es mit den Diversen ?

  3. Die zeitintensive Pflege der Säuglinge zwang die nomadischen Völker zur Sesshaftigkeit und zur Etablierung der Landwirtschaft.

    Unabhängig davon, dass wir definieren müssen, was wir genau unter “Intelligenz” verstehen wollen und wie man “sie” vorurteilsfrei messen könnte, um dann festzustellen, ob sie im Laufe der Zeit zu- oder abnimmt, so ist doch der oben zitierte Satz ein ziemlich schwungvoller Aufschlag.

    Die Neandertaler hatten im Durchschnitt einen größeren Hirnschädel als die Cromagnon ( also “wir” ), ich weiß nicht, wie es um Schädelgröße bei Geburt und Beckengröße bei den Neandertalerinnen bestellt war, aber über mehrere 100.000 Jahre haben die als Jäger/Sammler nomadisch gelebt und keine Landwirtschaft erfunden.
    Auch die Cromagnon haben mit einer Physiologie wie heute knapp 100.000 Jahre so gelebt und die Landwirtschaft und damit die Sesshaftigkeit erst vor etwa 8.000 Jahren erfunden, mit allen daraus resultierenden Nach- und Vorteilen.

    Die Frage nach der Veränderung der Hirngröße ist interessant, einerseits könnte sie tatsächlich auf die ausgelagerten ( technischen ) Fähigkeiten oder die über die Technik möglichen größeren Gruppen und ihre Arbeitsteilung zurückzuführen sein, andererseits zeigt uns die Existenz des Homo floresiensis, dass man/Mensch auch mit einem 450-cm³-Gehirn über lange Zeiträume und viele Generationen leben kann.

  4. > Der Anti-Flynn Effekt hat ganz ähnliche Gründe: seit ein paar Jahrzehnten haben Jugendliche unendlich mehr Möglichkeiten als sich nur der Schule zu widmen, ihre schulische Orientierung geht zurück und auch der gemessene Schulerfolg/IQ geht etwas zurück

    Dann müsste es einen deutlichen Flynn-Effekt der nicht stoppt dort geben, wo Kinder geradezu gedrillt werden. S.Korea, sozialschichtspezifisch in China, oft asiatische Einwanderer in westlichen Nationen… Gibt es Studien die Unterschiede zwischen lascher und rigoroser Lerndisziplin bzgl. IQ untersuchen?

    • @Zweifel(Zitat): „Gibt es Studien die Unterschiede zwischen lascher und rigoroser Lerndisziplin bzgl. IQ untersuchen?„
      Ja, solche Studien gibt es, sie sind allerdings teilweise umstritten.. Es gibt aber auch Studien, die Selbstdisziplin als besseren Prädiktor für den zukünftigen akademischen Erfolg erkennen als „rohe Intelligenz“.
      Siehe dazu: Self-Discipline Seen As More Important Than Raw Intelligence, wo man liest:

      Die Forschung zeigte, dass Selbstdisziplin der wichtigste Faktor bei der Vorhersage des akademischen Erfolgs der Schüler war, was darauf hindeutet, dass ein Versagen bei der Ausübung von Selbstdisziplin ein entscheidender Grund dafür sein könnte, dass Schüler ihr akademisches Potenzial verfehlen.

      Nun, zu Studien, die die frühkindliche Förderung (beispielsweise durch „gebildete Eltern“) als Untersuchungsgegenstand haben.
      In Causes of Intelligence liest man dazu:

      Betreuer in weißen und asiatischen Familien mit mittlerem Einkommen (und darüber) verbringen in der Regel ziemlich viel Zeit damit, Kindern spezifische wissensbasierte Fragen zu stellen, die eine einzige „richtige“ Antwort haben (z. B. Was ist das für ein Wort? Welche Form hat ein Stoppschild? ). Diese wissensbasierten Fragen ähneln eher den Fragen, die in traditionellen IQ-Tests verwendet werden. Daher fühlen sich diese Kinder möglicherweise wohler bei der Bewältigung dieser Art von Aufgaben und erzielen daher bei solchen Tests maximal gute Ergebnisse (im Verhältnis zu ihrer tatsächlichen Intelligenz).

      Persönliche Beurteilung: IQ-Tests können bis zu einem gewissen Grad trainiert werden. So berichtete der scilogs-Blogger Michel Khan, soweit ich mich erinnere, in einem früheren Blogeintrag (den ich jetzt nicht mehr finde), er selber habe IQ-Fragen mittels eines Büchleins trainiert und sei besser geworden.

      Damit gilt wohl: Wer in einem Elternhaus mit „gebildeten Eltern“ aufwächst, hat eine gute Chancen schon früh mit Fragen und Dialogen konfrontiert zu werden, die später auch im IQ-Test helfen.

  5. In den 1970er Jahren hat man in USA Intelligenztests durchgeführt und fand heraus, dass Weisse viel intelligenter sind als Schwarze.
    Dann wurde dieser Test sprachlich überarbeitet und dem kulturellen Sprachgebrauch von Schwarzen angepasst – als Ergebnis kam jetzt heraus, dass Schwarze viel intelligenter sind als Weisse.

    Wir lernen daraus – dass man mit geeigneten Intelligenztests genau das beweisen kann, was man gerne will.

  6. Kann es wirklich sein, dass die Menschen immer dümmer werden, weil der Selektionsdruck fehlt?

    Eine gewagte Frage, Dr. W hat jedenfalls in den letzten Jahrzehnten diesen Eindruck entwickelt, er muss nicht korrekt sein.
    Diese IQ-Geschichte ist ein “heißes Eisen”, insbesondere wenn Gruppen verglichen werden, hier muss nicht überbewertet werden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der den Film mit dem Namen ‘Idiocracy’ kennt)

  7. Was halte ich als Außenstehender von Intelligenz?

    Der spontane Geistesblitz war „Internet!“, könnte aber auch eine Fehlzündung gewesen sein. Vielleicht hatte es auch was damit zu tun, dass der Kalte Krieg zu Ende war und wir alle glaubten, wir müssten nie wieder denken – die Grundstimmung der Angst war futsch, das Konkurrenzdenken, sich gegen einen übermächtigen Gegner behaupten zu müssen. Kommt mir etwas weit hergeholt vor, doch wir sehen auch heute, dass wir das Resthirn erst hochfahren, wenn uns Bomben um die Ohren fliegen. Die Untersuchungen bestätigen jedenfalls meine Erfahrung – als Corona ausbrach, hatte ich erwartet, eine Million Tüftler würden im Hobbykeller zehntausend Maskenentwürfe produzieren, von denen Stiftung Warentest nur noch die zehn herausfinden müsste, die tatsächlich was taugen, die würden dann in die Massenfertigung gehen und ständig verbessert werden. Mit einer Mentalität wie vor 100 Jahren wäre das so gelaufen. Nach dem Sturz aus allen Wolken war ich froh, als endlich eine bezahlbare FFP2-Rotzwindel auf den Markt kam.

    So Pi mal Daumen folgt auch Denken einem Grundgesetz: Glück bremst, Leid bewegt. Die Glücklichen perfektionieren immer die gleichen Bahnen, finden nur noch neue Wege, sich nicht ändern zu müssen. Die Leidenden forschen, entwickeln sich, probieren Neues aus. So werden die Glücklichen immer wieder von den Unglücklichen überholt und gefressen, die Evolution duldet keinen Stillstand. Blinder Zufall und Intelligent Design sind das Gleiche, weil blinder Zufall Gesetzen unterliegt, die viel schlauer sind als wir. Blinder Zufall hat alles Leben geschaffen, wir scheitern daran, einen Lappen, den wir uns vor die Visage binden, so tragbar zu machen, dass wir ihn uns nicht bei jeder Gelegenheit runterreißen.

    Schließlich bedeutet Intelligenz nicht mehr, als die Algorithmen des Universums erkennen, speichern und reproduzieren zu können. Sie macht uns zu Katalysatoren, die Vorgänge beschleunigen, Wahrscheinlichkeiten von Ereignissen von „praktisch 0“ auf „100 Prozent“ boosten – wenn die Natur ein Motorrad bauen will, schafft sie eine Umgebung, in der Motorräder einen Selektionsvorteil haben, und das sind wir. Im kosmischen Zusammenhängen sind wir nur etwas, das dem Leben hilft, den Planeten zu verlassen. Ob es ein Ziel ist – nun, war es je ein Ziel des Lebens, ans Land zu kriechen? Sauerstoff atmen zu lernen? Neue Lebensräume und Ressourcen zu erschließen? Ist halt das, was der Shit macht, weil das Universum exakt so beschaffen ist, dass es nichts Anderes machen kann.

    Intelligenz fängt bereits bei der Physik an und zeigt sich nur in Zusammenhängen. Ich kann das Corona-Virus als genialen Strategen beschreiben, der all unsere Schwächen zu nützen weiß, weil wir uns so doof anstellen – wir machen die ganze Arbeit für es, indem wir uns träge und hirnlos den gleichen Naturgesetzen unterwerfen wie es. Im Grunde ist es nur Wahrscheinlichkeitsrechnung plus Kopiermaschine, Erfolgsmodelle werden vermehrt und in alle möglichen Petri-Schalen geworfen, wo sie sich vom Neuen anpassen können, zwar mit viel Schwund, doch dank der fleißigen Zusammenarbeit der Menschheit gilt das Prinzip Lotto – wenn die ganze Menschheit oft genug Lotto spielt, wenn sie zwar immer höhere Hürden schafft, aber solche, die ein Virus dank der Masse überspringen kann, ist selbst etwas nahezu Unmögliches wie eine Killervariante oder ein Lottogewinn nur eine Frage der Zeit. Wenn der Damm rissig ist, hat sich das Wasser bereits verschworen, jeden Riss zu nützen, um ihn zu sprengen, einfach, indem es den Weg des geringsten Widerstands geht: Es lauert nur auf seine Chance, und wenn man genug Chancen schafft, dass alle nötigen Zufälle stattfinden können, kann alles, was physikalisch möglich ist, auch real werden. Und auch unter Menschen steigt die Zahl der Verschwörungstheorien und Hexenjagden proportional zum Versagertum. Intelligenz lässt sich als die Fähigkeit deuten, Gegendruck aufzubauen, gegen eine Umwelt, die zwar aus Idioten besteht, doch als Gesamtkonstrukt uns an Intelligenz weit überlegen ist.

    Intelligenz eines Systems hängt nicht von den Komponenten ab, sondern von der Vernetzung. Eine Milliarde Agrar-Experten, jeder mit eigenem Schrebergarten, sind, vom Orbit aus gesehen, Plankton, sie kriegen keine solche Landwirtschaft hin, wie ein Dorf voller spezialisierter Analphabeten. Auch die Evolution zeigt uns die Entwicklung des Menschen vom Schweizer Taschenmesser zum Spezialwerkzeug. Ich brauche keine Armee von Genies, die ständig debattieren, wie man die Pyramide am besten hochzieht, ich brauche einen, plus Horden hirnloser Roboter zum Steine schleppen. Ich brauche ja auch keine Kaffeemaschine, die plötzlich ihre Begeisterung für die Oper entdeckt. Gleichwertige Intelligenz hebt sich auf – Schachpartien zwischen Genies ergeben auf lange Sicht ein Dauer-Patt, weil keiner oft genug gewinnen kann. Und auch unsere Staaten, im Grunde eine eigenständige Spezies von Organismen, zeigen die Intelligenz geistig zurückgebliebener Amöben, einfach, weil alle darin höchst intelligent und kreativ gegeneinander arbeiten und die Zentralsteuerung weder Überblick noch Fähigkeiten hat, das Ganze in zielgerichtete Bahnen zu lenken. Wenn Sie sich internationale Gespräche angucken, sehen Sie meist sabbernde Idioten, die unglaublich dummes Zeugs grunzen und nicht mal so viel Sozialverhalten hinkriegen, wie ein Rudel Straßenköter, und Sie halten das für klug oder weise, weil Sie Macht mit Verstand verwechseln. Stellen Sie sich den Scholz vor, wie er einen toten Wal zu einem Tanzwettbewerb schleppt, dann haben Sie’s.

    Unser Riesenhirn ist vor allem ein Anpassungswerkzeug, wir können uns in jede Umwelt einfügen, zu jeder Spezies mutieren, die es gerade braucht – unser Körper verformt sich dank anderer Werkzeuge wie der T-1000, wir sind jeden Tag mehrere Spezies, der Autofahrer ist ein Teil vom Auto, denkt und handelt dementsprechend. Doch jede dieser Spezies bräuchte eigentlich weniger Hirn als ein Schimpanse und es ist uns allen sehr wichtig, auch nie mehr Hirnzellen auf einmal zu nützen. Wir wollen Strom sparen. In sozialen Netzwerken ist die knappe Ressource allerdings Zeit – weil jeder mit so viel Information bombardiert wird, kann er sie kaum mehr verarbeiten als ein Neuron, das analytische Denken wird rausgefiltert, das Internet spontane Emotionen. So wird es zu einem Neuaufguss des Gehirns, dem man allerdings deutlich anmerkt, dass seine Neuronenzahl deutlich unter der eines Individuums liegt.

    Wir haben viele Menschen, die alle als Komponenten in Systeme einmontiert sind, die hirnlos und vollautomatisch funktionieren, solange die Umweltbelastung konstant bleibt – weil wir keine Extremsituationen kennen, sind wir nicht auf sie eingestellt, der staatliche Organismus bricht bei jedem kühlen Lüftchen zusammen. Wir haben eine Wirtschaft, die auf Gebeten aufgebaut ist – der Markt wird’s schon richten, Planung und Organisation sind nicht, jeder stürzt sich auf den nächsten Fraß, was so lange gut ging, wie genug Fraß da war, doch der Markt ist nur ein anderes Wort für Evolution und macht einen Haufen Dinge, ohne seine Hohepriester zu fragen, was sie davon halten. Intelligenz, Denken, Vorausschauen galten stets als Systemstörungen, die es auszumerzen galt: Ob Klima, ob Kapitalismuskritik, ob Russland-Ängste, all das galt als Hirngespinste, die das gewohnte Wiederkäuen störten. Intelligenz wurde gettoisiert – in die Wissenschaft verbannt. Dort funktioniert sie gut genug, dass sie die Konsequenzen unserer Blödheit aufhebt. Doch alles, was sie schafft, steht auch der Blödheit zur Verfügung, noch mehr Mist zu bauen, mit noch schlimmeren Konsequenzen: Wir füllen emsig jeden Todes-Lottoschein aus in der Hoffnung, dass wir ewig verlieren, und in jedem Spiel geht’s um mehr. Wir haben ein System, in dem es ein Selektionsvorteil ist, dumm wie Brot zu sein, und die Schulbildung zielt darauf ab, Menschen aufs System anzupassen. Was vor allem die Frage aufwirft – was sind IQ-Tests wert, die von Idioten entwickelt wurden, nach dem Kriterium, wie gut man in einer Idiotenwelt zurechtkommt? Dummheit hat gegen Intelligenz nur dann eine Chance, wenn sie sie in der Masse erstickt, und das ist gegeben.

    Sehr viele Fachidioten, die ihren Job können, aber sonst nix. Sehr viele Jobs, die hauptsächlich daraus bestehen, sich selbst zu verwalten und auf Andere abgewälzt zu werden, die sie auch nicht machen, was auch die entsprechenden Fähigkeiten fördert. Eine Umwelt, die sich standhaft weigert, einen Sinn zu ergeben, und Leute bestraft, die tatsächlich genug Hirntätigkeit aufwenden, um darüber nachzudenken und aus Verzweiflung zu schreien. Intelligenz ist zurzeit ein Mega-Evolutionsnachteil. Dummheit wird erlernt, in Schule, Gesellschaft, Medien. Man braucht sehr viel Intelligenz, um so vielseitig dumm sein zu können wie wir.

    Glücklich, wer es schafft, die Blinddarmentzündung zwischen den Ohren zu vermeiden. Naja, bis die Dummen sich selbst entsorgt haben. Doch vorher dürften wir alle Intelligenz auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Die Evolution duldet keine Versager und hat uns ein paar echt krasse Selbsttestmechanismen eingeschraubt.

    Ich brauche keine Evolution, Asi bin ich selber. Und Intelligenz kann ich mir sparen, macht nur heiser.

  8. @Anti-Flynn-Effekt

    Womöglich haben wir auch noch einen Effekt, der in der Gleichberechtigung der Frau liegt. Seit den 70ern können Frauen vermehrt Karriere machen, dass konkurriert oft mit Kinderkriegen. Intelligentere Frauen können mehr Karriere machen, und bekommen in der Folge dann weniger Kinder. Für weniger intelligente Frauen ist die Karriere weniger verlockend, und die bekommen dann entsprechend mehr Kinder.

    So könnte ein Teil der Intelligenzabnahme zustande kommen, das wäre dann erblich bedingt. So würde die Leistungsgesellschaft nicht nur tendenziell zum Aussterben neigen, sondern dabei auch noch dümmer werden.

    Während der Flynn-Effekt auf einer bessere Anpassung an die Anforderungen der schulischen Leistungen beruht, der dann auch weiterhin zu besseren Testergebnissen führt, kommt dann immer mehr der Karriere-Effekt dazu, der schlechtere Testergebnisse mit sich bringt, und der ist dabei, zu überwiegen.

  9. Zu Bildungsideal versus Erfolgsmenschideal,

    Zur Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts erwarben deutsche Firmen die meisten Patente.
    Ein Dr. Dr. war eine angesehene Persönlichkeit und solche Personen waren gesellschaftlich hoch angesehen und waren damit auch finanziell gut abgesichert. Schulbildung war wichtig.

    Heute, 100 Jahre später, spielt die Schulbildung eine geringere Rolle. Die Medien huldigen einem Erfolgsmenschideal, das sich durchsetzt, egal wie.
    IQ, ist das was der IQ-Test misst. Wissen ist zweitrangig, dafür gibt es Wikipedia.

    Frage nebenbei, hat man die Hirngröße auch mal bei den Inuit überprüft ?

  10. Extraspezifische Selektion:
    Die Menschen müssen schlauer sein als Raubtiere, Beutetiere, und Coronaviren.
    Intraspezifische Selektion:
    Die Menschen müssen schlauer sein als die grausamen Krieger des Nachbarstammes, 100000 Jahre lang, mindestens bis Odysseus.
    Anthropodizee und Antinatalismus:
    Intelligente Menschen fragen sich öfter, ob das Bekommen von Kindern sinnvoll ist, und sie kennen bessere Verhütungsmethoden.
    Dadurch begrenzt die Evolution selbst das menschliche Kritikvermögen an der Evolution.

  11. Bewusstsein / Weisheit (die Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und “Individualbewusstsein” zu geistig-heilendem Selbst- und Massenbewusstsein betreffend) hat nur wenig, wenn überhaupt bis zu einem gewissen Grad, etwas mit (egozentrierter) Intelligenz zu tun.

    In einer Gemeinschaft des “gesunden” Konkurrenzdenkens, wo die wettbewerbsbedingte Symptomatik von einer zunehmend künstlichen Intelligenz gesteuert wird und die natürliche sich zunehmend der Bewusstseinsbetäubung zuwendet, da ist Bewusstsein und Weisheit gemeisam mit der Intelligenz auf dem Rückzug, ergo “schrumpft” auch das Gehirn.

  12. Joker, die letzten , die Köpfe vermessen haben und daraus eine rassische Überlegenheit abgeleitet haben, waren die Nazis.
    Ist sich Frau Sohmen überhaupt bewusst, welchen Gaul sie da reitet ?

    • Ich weiß beim besten Willlen nicht, worauf Sie hinaus wollen. Dass die Hirnmasse der Menschen schrumpft, ist wissenschaftlich nicht umstritten.

  13. Beim Flynn-Effekt fällt auf, daß er durch die beiden Weltkriege nicht gebremst wurde, im Gegenteil.
    Je länger der letzte Krieg her ist, desto stärker wird der gegenteilige Effekt, die Intelligenz nimmt ab.
    Dahinter dürfte die düstere Wahrheit stecken, daß der Mensch eben von Zeit zu Zeit die große Katastrophe braucht, um sich danach wieder eine Zeitlang zusammenzureißen, denn die Effekte können nur kulturelle Gründe haben, in so kurzer Zeit gibt es keine entscheidenen Evolutionseffekte.
    Ist die Verblödung zu weit fortgeschritten, gibt es erkennbar eine regelrechte Sehnsucht nach der nächsten Katastrophe- bisher war es meistens ein großer Krieg- um wieder “fitter” zu werden, ein Teil der heutigen Kriegsrhetorik dürfte sich dadurch erklären lassen.
    Die Herausforderung für die Zukunft wird sein, diesen unausweichlichen Prozeß zu zivilisieren und auf eine friedlichere Ebene zu bringen, auch weil die Atombombe dafür sorgt, daß jene Sorte Kriege nicht mehr führbar ist, die für jene hohe Dosis an Schrecken sorgt, der nötig ist für die danach folgende Selbstdisziplinierung.
    “Endlich Krieg!”
    “Ein reinigendes Stahlgewitter”
    (Parolen aus der Frühzeit des ersten Weltkriegs)
    “If its not love, than its the bomb that will bring us together”
    (The Smiths)

  14. L. Sohmen,
    Wissenschaft ist neutral , war es aber früher nicht.
    Es gerät langsam in Vergessenheit, aber in Deutschland glaubte man einmal an die Rassenlehre. Da wurden die Körpergröße, die Hautfarbe, die Kopfform, die Intelligenz in der Form des IQ festgelegt, getestet und in Menschenversuchen überprüft.
    Hatte ein Kind einen IQ unter 70 (als Beispiel) dann kam es in eine Pflegeeinrichtung, wo es anschließend vergast wurde. Einem Verwandten unseres Nachbarn ist das passiert. Das andere Kind konnte nur gerettet werden, weil der Kinderarzt eine “Hirnhautentzündung ” diagnostiziert hatte.

    Mit der “Dummheit” zu forschen hat also in Deutschland einen ganz negativen Hintergrund.

  15. Ich wollte mich ja nicht beteiligen aber der Herr mit dem Zungenbrechernamen mit seinem Nazivergleich liegt mir ja doch sehr schief, denn hier geht es um die Hirnmasse und nicht um arischen Köpfe. “Dumm” ist ja so ein Begriff der seitens des Aussprechenden meiner Ansicht nach mit viel Arroganz oder Überheblichkeit gebraucht wird da er andere damit automatisch diskriminiert, siehe auch Trottel ,Troll, Blödmann etc. Meiner Ansicht nach werden Menschen nicht per se “dumm” oder als Verbrecher geboren -vielleicht mit Genen die ihnen eine mehr oder weniger verminderte Auffassungsgabe geben- sondern sie werden von ihrer Umwelt/Familie/Gesellschaft so “erzogen” dass sie so reagieren wie sie dann reagieren. Wenn also ein Mensch der zum Bsp.
    10 Sprachen beherrscht und einen Porsche fachgerecht auseinanderbauen kann von jemand bei seinem Hausbau mit 300 000 EUR über den Tisch gezogen wird, ist der dann dumm oder intelligent ?
    Zeigt sich also Intelligenz in der geistig /ethischen Entwicklung oder in der
    Form wie man sein eigenes Ego auf Kosten anderer ausleben kann bzw. sich bereichern kann ? Menschen waren bei letzterem schon immer sehr kreativ (intelligent) und heutzutage besonders .Wenn Jugendliche also, wie oben bereits erwähnt, täglich im TV unzählige Morde, Vergewaltigungen und Betrügereien sehen ,das sich dann in anderen Medien fortsetzt, dann werden sie diese verrohte Welt für die reale Welt halten und entsprechend leben. Das SEIN bestimmt also das Bewusstsein bzw. die Intelligenz bzw. die jeweilige Definition des Intelligenzbegriffes. A. Einstein bzw. Friedrich Schiller hatten übrigens kleinere Gehirnmassen als der Durchschnitt , was zeigt dass es nicht um die Masse geht sondern um den Inhalt. Wenn man also täglich der Gehirnwäsche dieser Werbeindustrie bzw. anderer Manipulatoren ausgesetzt ist kann man also schnell von anderen Formen der “Dummheit” -die man für intelligent hält- fremdgesteuert werden.

  16. “Menschen werden dümmer….”

    Das konnte ich auch aus einem Beitrag eines Vortrages einer Paleanthoprologischen Instituts antipizieren. Es wurde davon gesprochen, das alle stereotypen Gerüchte über Neandertaler wohl korrekt seien (dumpfe archiaische Halbaffen, die alles mit der Keule lössten und Inzucht betrieben und sich gegenseitig auslöschten usw…), aber später im Beirtag kam man noch darauf zu sprechen, wie Neandertaler wohl lebten und welche Werkzeuge sie benutzten. Dabei wurde erwähnt, das die Neandertaler wohl eher auf alles vorbereitet waren, was ihnen so im Alltag geschehen konnte, während der Sapiens in Afrika damals nach einem verheerenden Vulkanausbruch wohl erstmals deutliche Anzeichen von deutlicher überregionaler Kooperation (mitTransport- und Tauschhandel über weite Strecken) wohl eher immer hochspezialisierter wurde, was eben durch die überregionale Kooperation erst möglich wurde.
    Der Vulkanausbruch wurde als Initial-Ereignis gesehen, weil auch genetisch zu dieser Zeit eine Art “bottleneck” existieren soll, der also eine Populationsdruck ausübte, der deutlich in den archäologischen Funden und Genetik zu sehen ist. Das wurde dann zu einem Auslöser der überregionalen Kooperation gedeutet, wie er heute als Erfolgskonzept des modernen Menschen erklärt wird. Folge war dann unter anderem, das die Hochspezialisierung stattfinden konnte. Was Hochspezialisierung und Arbeitsteilung hinsichtlich der “Intelligenz” im evolutionärem Sinne bedeutet, sollte jedem klar sein. Es ist eine Erweiterung der Fähigkeiten und Fertigkeiten, aber gleichzeitig das nur im Kollektiv. Das mag wünschenswert sein, aber evolutionär war es wohl eher eine schlechte Entwicklung. Denn wie wir wissen, hatte der Neandertaler, exemplarisch wenigstens, das größere Gehirn, als der Sapiens. Und wenn auch alle der Auffassung sind, das Intelligenz nicht von der Gehirngröße abhängt, so ist doch diese eine Bedingung für die Aneignung von Fähigkeiten und die Entwicklung von Intelligenz. Es braucht im Kollektiv nur eine “Mindestgröße”, aber alleine braucht es auch Quantität, um daraus erst die Qualität generieren zu können. Die robustere Statur des Neandertalers hat auch seinen Teil dazu gegeben. Wer lernen, aneignen will, muß physisch durchaus in der Lage sein, seine Umwelt weitgehenst beherrschen zu können. Wozu eben Kraft und Beweglichkeit notwendig ist. Die Herstellung von “intelligenten “Werkzeugen ist zwar beachtlich, aber wer den Alltag mit simplen Mitteln auch so hinbekommt, damit 400 Tausend Jahre in wenig konstanter Umwelt/Witterung überlebt (Jahreszeiten im Norden der Hemisphäre), der hat durchaus einiges an Intelligenz…notwendigerweise. “Jäger und Sammler” ist hier der Punkt. Afrikaner waren zwar auch Jäger, aber eher im Sammlermodus, während Neandertaler eher Jäger waren, die durchaus am Wegesrand gesammelt haben, was im Sommer etwa an den Sträuchern hing. Es ist auch der Grund (wahrscheinlich), warum in Afrika heute noch Großwild existiert und in der Nordhemisphäre nicht mehr. Und es muß beachtet werden, das der Afrikaner nicht so, wie er in Afrika war, nach Norden kam, sondern das er über Generationen hinweg nach Norden kam, und sich zwischendurch immer mal wieder mit dem Neandertaler paarte, was eine neue Unterart (mit eben den Neandertaler-Genen) hervorbrachte, die dann so erfolgreich dabei half, die Megafauna auszurotten und den indigenen Neandertaler zu verdrängen. Nordafrika und der nahe Osten (bis Indien) sind dabei der Schmelztigel gewesen. So jedenfalls die grobe Linie, die man so erkennen kann. Und was die Asiaten angeht, ist das noch nicht so klar. Immerhin soll ja die Haplogruppe D (y-DNA) 20 tausend Jahre älter sein, als alle anderen.
    Und unklar ist, wenn die Australier vor 50 tausend Jahren dort ankamen, ob die Zeitspanne ausreicht, um wegen des Vulkanausbruchs die Wanderung beschleunigt zu haben (der wohl etwa 70 tausend Jahre her war).

    Wenn Überlebensfähigkeit von der Intelligenz abhängt, dann ist anzunehmen, das der archaische Mensch im Norden wohl intelligenter war. Das hat nur eben nicht zur größeren sozialen Kooperation geführt, weil die Intelligenz zum Überleben in Kleinstgruppen ausreichte. Und das sogar in widrigen Witterungen mit deutlichen Jahreszeiten.
    Heute geht man ja davon aus, das der Mensch ein “soziales Tier” sei und in Einsamkeit psychisch instabil wird. Ob das eine grundsätzliche Komplikation ist oder ob das auch nur wegen der heute üblichen Enge in modernen Gesellschaften der Fall ist, bedeutet erstmal wenig. Wenn das Problem nicht grundsätzlich ist, so wird es das wohl in tausend Jahren doch typisch werden. Evolution ist eben von den Umwelten und Bedingungen darin abhängig.

    Eine Umwelt zu schaffen, in der echte Überlebensfähigkeit in jeder Generation konditioniert wird, ist allerdings heute wohl unmöglich, wo die Arbeitsteilung zusammen mit dem Produktivitätsimperativ zur Norm wurde. Ausserdem ist heute keine Natgur mehr existent, wie sie zum Überleben nötig wäre.
    Das ist heute mehr Druck, als es in der Natur je gewesen war. Vor allem auch dann, wenn die gesellschaftlichen Imperative inzwischen ebenso evolvieren und Folgeentwicklungen dazu führen, das der “Mindeststandard” immer höher wird und dieser Imperativ dazu führt, das Gesellschaften keine (nicht genug) Nachkommen zur Selbsterhaltung bekommen, weil ein Teil der Gesellschaft (die Frauen etwa) zu hohe Anforderungen an ihren “Begatter “haben. An der Stelle werden die Ideale zum Problem für die Wirklichkeit.

    Und bei einem Ausnahmefall, der autonome Überlebensfähigkeit vorraussetzt, ist davon auszugehen, das die moderne Zivilisation mit ihrer Technologie wohl nicht zur Verfügung steht. Die Folge wird ein Massensterben sein, das auch die große Eigenschaft des modernen Menschen (die soziale Kooperation) bald nicht mehr viel bringen wird. Immerhin sind die Vielen ja auch die industrielle Zivilisation konditioniert und müssten die existentielle Überlebensweise erst wieder lernen.
    Das war der Vortrag:
    https://www.youtube.com/watch?v=Nj1ds5JsyGE
    Volcanic Winter, Population Bottlenecks, and Human Evolution
    06.04.2015
    Peabody Museum of Archaeology & Ethnology

    • “Als Mensch anfing seine Toten zu bestatten, wurde Mensch zum Mensch.” (unbekannter Anthropologe)

      Als Mensch aber anfing auch daraus ein GESCHÄFT zu machen, war alles für’n Arsch, bzw. war der geistige Stillstand seit Mensch erstem und bisher einzigen geistigen Evolutionssprung (“Vertreibung aus dem Paradies”) für den nun “freiheitlichen” Wettbewerb MANIFESTIERT. 🖖😎

  17. Golzower,
    …..schief…..
    natürlich ist das überzogen, die reißerische Aufmache mit “die Menschen werden immer dümmer”, die stammt nicht von mir.
    Zur Sache. Die Festellung, dass die Gehirnmasse immer kleiner wird, woher stammt die ?
    Von Verstorbenen aus den USA ? Schreibt da mal wieder jeder von jedem ab. ?
    Vor allem ist das eine unwissenschaftliche Verallgemeinerung.
    Und jetzt kommt der clou, was schreibst du :” A. Einstein bzw. Friedrich Schiller hatten übrigens kleinere Gehirnmassen als der Durchschnitt , was zeigt dass es nicht um die Masse geht sondern um den Inhalt.
    Also , was jetzt, werden wir immer dümmer und wie wird das begründet ?

    Mein Einwand ist berechtigt , in unserer nächsten Verwandtschaft starben zwei in einer psychatrischen Klinik an “Lungenentzündung. Einer starb im KZ.
    Und alle mit “wissenschaftlicher Begründung.”

  18. @DH: “Die Herausforderung für die Zukunft wird sein, diesen unausweichlichen Prozeß zu zivilisieren und auf eine friedlichere Ebene zu bringen, auch weil die Atombombe dafür sorgt, daß jene Sorte Kriege nicht mehr führbar ist, die für jene hohe Dosis an Schrecken sorgt, der nötig ist für die danach folgende Selbstdisziplinierung.”

    Um der Phrase die einzig richtige Substanz zu geben:
    Wir sind derzeit mal wieder an dem Punkt der Kommunikation, wo die Wahrheit des Zusammenlebens nur im globalen Gemeinschaftseigentum OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik zu finden/fusionieren ist (Möglichkeiten eines geistig-heilenden Selbst- und Massenbewusstseins) – vielleicht haben wir den Punkt auch schon überschritten, denn wir befinden uns faktisch im Dritten Weltkrieg, es fehlt nur noch die atomare Eskalation.

    Die Verblödung des “survival of the fittest” von gleichermaßen unverarbeiteter Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und “Individualbewusstsein” ist schon zivilisiert, durch die zeitgeistlich-reformistische “Aufklärung” in wettbewerbsbedingt-konfusionierter Bildung zu systemrationaler Suppenkaspermentalität, für Bewusstseinsbetäubung von/zu materialistischer “Absicherung”.

  19. Aha, die Intelligenz steht gar nicht auf dem Prüfstand, sondern der IQ-Test.
    Frau Sohmen, da habe ich ihren Beitrag falsch verstanden.

    Das ist doch auch ganz klar, die Kleinen werden ja von Anfang an an diese Art von Fragen geschult, das war bei Pisa Test so, das ist bei den Einstellungstests der Firmen so.

    Liege ich jetzt richtig ?

  20. “Der Selektionsdruck verschwand…”
    Evolutionär gesehen war es ja so dass in der Urzeit -wer bei einem Angriff eines Säbelzahntigers nicht rechtzeitig auf den Baum war- zur Mahlzeit dieses Raubtieres wurde. Es konnten sich also nur die fortpflanzen ,also ihre Gene weitergeben, die schnell genug waren, die sofort reagieren und agieren konnten, die kreativ waren. Aus heutiger Sicht wären solche Charaktere wie Phlegmatiker oder Melancholiker damals in der fernen Urzeit sicher ausgestorben bzw. Beute von Raubtieren geworden. Heute haben Phlegmatiker gegenüber diesen hyperaktiven “Kampftypen” den Vorteil dass sie resilenter gegen Stress und andere Belastungen sind was sich wiederum als eine Art “Auslese” zeigt da sie mit dieser Einstellung in der Genweitergabe erfolgreicher sind bzw. dadurch scheinbar auch wesentlich älter werden als die unruhigen und kreativen Geister. Selektionsdruck verheizt die Menschen wesentlich schneller da dieser “Überlebens-Existenzkampf”(Stress) täglich in den roten Bereich geht , während “Resilente”-wie oben beschrieben-sich vielleicht an den Kopf kratzen wenn neben ihnen eine Bombe explodiert ,frei nach dem Motto: War da etwas ?
    Ansonsten glaube ich nicht dass die Frauen-evolutionär gesehen- auf ein schmales Becken angewiesen waren um schneller zu sein. Schauen sie sich mal die Venus von Willendorf an, eine über zwanzigtausendjahre alte Steinzeitfigur. Breite Becken scheinen hier wohl evolutionär sinnvoller bzw. und waren immer eine Art Fruchtbarkeitsideal.

  21. Hallo demolog.
    Die Prepper und die Survivalisten versuchen
    dieser Entwicklung entgegen zu wirken.
    Es gibt auch Literatur dazu:
    Das grosse Buch der Überlebenstechniken (Gerhard Buzek) und
    Das Handbuch für den Neustart der Welt:
    Alles, was man wissen muss, wenn nichts mehr geht (Lewis Dartnell).

  22. Hallo demolog.
    Zu der Hilflosigkeit des Menschen außerhalb der Zivilisation.
    Die Prepper und die Survivalisten versuchen dieser Entwicklung entgegen zu wirken.
    —–
    Es gibt auch Literatur dazu:
    Das große Buch der Überlebenstechniken (Gerhard Buzek) und
    Das Handbuch für den Neustart der Welt:
    Alles, was man wissen muss, wenn nichts mehr geht (Lewis Dartnell).

  23. Bonuskommentar :

    Universalgenie oder Spezialist?
    […]
    Aber benötigt man überhaupt interdisziplinäre Fertigkeiten, wie der IQ Test sie voraussetzt, um intelligent zu sein? [Artikeltext]

    Ja, denn derartige Tests fragen nicht punktuell Talent ab.
    Wer bei derartigen Tests nicht schlecht abschneidet, Dr. W will an dieser Stelle nicht uneitel sein, ist nie dem Verbund mit dem Namen “Mensa” gefolgt, hat auch nur einmal bei derartiger Prüfung teilgenommen (und wird nicht wiederholen); die Ergebnisse waren extrem gut.
    Es fiel Dr. W einiges immer sehr leicht und anderes dagegen (für andere leicht) dagegen nicht so leicht, weil es nicht so leicht ist, wie Dr. Webbaer findet.
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  24. In dem Beitrag:
    Volcanic Winter, Population Bottlenecks, and Human Evolution
    06.04.2015
    Peabody Museum of Archaeology & Ethnology

    … war wohl nicht von Inzucht die Rede, sondern von Kanibalismus. Ich hab das wohl in einem versuchsweisen Modus von tendenziellem Denken verwechselt. Zu Begreifen, was humanoiden vor 50 oder 100 tausend Jahren wohl dachten, warum sie was taten, muß durch unübliche Denkmoden erschlossen werden. Was nämlich verloren ist, muß man mit simmuliert Evolutionärem Denken neu erschliessen. Und Inzucht und Kanibalismus war da wohl irgendwie ähnlich genug, das ich das miteinander verwechseln konnte.

    Und Kanibalismus ist eine interessante Verhaltensweise, die gewisse Besonderheit im Selbstverständnis erfordert. Oder ein Selbstverständnis, das man auch als pathologisch deuten könnte. Was nun der Fall war, bleibt wohl unklar. Und interessanterweise soll es ja noch Stämme in dieser Welt geben, die Kanibalismus praktizieren.
    Das Besondere daran ist, das es nahezu kein exemplarisches Beispiel im Tierreich gibt, in dem das Tier ein Mitglied seiner Art fressen würde. Ja nicht einmal ist das Umbringen, … also bekämpfen bis in den Tod ein primäres Ziel und Gewohnheit im gesamten Tierreich (oder sagen wir wenigstens bei den Wirbel- oder Säugetieren). All das gibt es – soweit wir das wissen, nur bei Schimpansen und dem Menschen.

    Für Inzucht allerdings gibt es in der Tierwelt gar keine besondere Einschränkung. Es sei denn, da wäre eine instinktive Barriere, die beiden Paarungsparteien irgendwie die Paarung unmöglich machen würde, weshalb es in der Dynamik in der Paarungszeit nie dazu käme. Ansonsten wäre es unwahrscheinlich, das sich Vater und Nachkommen als so nahe verwandt erkennen würden, sodass es nicht zu Paarungen zwischen ihnen käme.

    Jedenfalls möchte man annehmen, das es für den Platzhirsch in der Paarungszeit keine Rolle spielt, ob er das Weibchen, das er begattet, einst auch selbst gezeugt habe.

    Insofern ist Kannibalismus viel Besonderer, als Inzucht.

  25. Hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=SOgKwAJdeUc
    Why did our brains shrink?
    170.641 Aufrufe
    27.04.2022
    Stefan Milo

    wird kurz aufgerissen, wie die Entwicklung der Schädelgröße gewesen war.

    Die beginnende “Schrumpfung” fand vor etwa 3000 Jahren statt. Und scheinbar 50 x schneller, als jede Vergößerung in der Zeit davor.
    Man muß also annehmen, das da ein pathologischer Effekt eine Rolle spielt. Die zivilisatorischen Lebensbedingungen dürften bei einer solch schlagartigen und schnellen Schrumpfung eher keine Rolle spielen.

    Und Evolution funktioniert so auch nicht. Was einmal errungen wurde, geht nicht einfach so wieder weg, nur, weil die Lebensbedingungen sich von Steinzeit auf urban und Sesshaft verändern. Das heisst, eigendlich müsste der Mensch heute noch Rekordschädel haben.
    Das ist also kein Evolutionärer Effekt, der die Schädel schrumpfen hat lassen. Freilich ist er evolutionär wirksam.

    https://www.youtube.com/watch?v=BAifu7lu8TU&t=2505s
    Primatologist Explains The 1% Difference Between Humans & Apes | Richard Wrangham & Jordan Peterson
    Jordan B Peterson

    Hier besprechen die beiden irgendwo in der Mittel, wie die Zivilisation gemeinschaftlich Alpha-Gene aus der Gruppe auslöschen, weil die ja immer so böse wären und Nahrung stehlen und Frauen vergewaltigen.

    Der Sinn dieser kollektiv geplanten Gewalttat mag sich erschliessen. Aber dem widerspricht dann das ebenso angemerkte Ungleichgewicht zwischen proaktiver und reaktiver Gealttaten in der modernen Gesellschaft. Es gibt offenbar mehr reaktive Gewalt in modernen Gesellschaften. Und die wird in der Regel auch nach Kräften unterdrückt. Dagegen ist in den Statistiken wohl eher wenig proaktive gewalttaten zu verzeichnen.

    Das alles ergibt nicht den Sinn, den man vieleicht hineinlesen wollte, denn reaktiv ist die Antwort. Aber wenn weniger proaktive Ereignisse geschehen, dann ist eigendlich auch keine Reaktion zu erwarten.

    Ich sehe das so, das, wie Peterson erklärt, nachdem die Alpha-Gene aus den Gemeinschaften rausgemordet waren, dann die Gesellschaft Recht und Gesetz selbst bestimmt, woraufhin aufgrund dieser Recht/Unrechtfrage mehr Gewalttaten als “reaktiv” erklärt werden.
    Was man dann wiederum als Herrschaftssymptom deuten muß. Es wird negativ gewürdigt, woraufhin die Reaktion/Abwehr der Würdigung dann als Gewalt erklärt wird.

    Sozusagen also eine Gesellschaftsdiktatur. Und was Menschen in der Masse sich so alles herbeispinnen, können wir vor allem heute im Internet gut sehen, oder?

    Man könnte also sagen, das der Normalmensch leider der größte Henker der Geschichte war. Denn er hat nicht nur einige hunderttausende “Alphas” auf dem gewissen, sondern eben auch seine eigene Schädelgröße.
    Denn mit dem gewalttätigen “Aussmendeln” der Alpha-Gene hat er eben die Substanz der ganzen Population auf dem Gewissen.

    Und dann gibt es ja noch parallele Einflüsse: Urbanisierung und Metallverarbeitung. Vor rund 3000 Jahren wurde Metallverarbeitung immer mehr vom besonderen Produkt zum Alltagsprodukt.
    Und wir alle wissen, das Metalle Genschädigend sind. Was eine verschlüselte Aussage über die Wirkung von Metallen im Gehirn ist, wo sie unter bestimmten Umständen eben zu Neurodegeneration führen. Und mit derart schrumpfendem Gehirn schrumpft auch die Biofittnes und das funktionierende Genom zusammen. Das geschieht vor allem dann, wenn zu viele Menschen auf zu engem Lebensraum zusammenleben (Urbanisierung).

    Abgesehen davon, das sie womöglich vor etwa 3000 Jahren feststellten, das es eben diesen Vorteil hat, das derjenige, der viel Metalle im Hirn schadlos aufnehmen/integrieren kann, dann geradezu “gottgleich” gegenüber seinen Mitmenschen ist. Pharaonen lassen grüßen.
    Und es gibt die vermutung, das im Zuge der Christianisierung das “Abendmal” Jesu als Verschränkung zwischen Jesus und seinen Jüngern im späteren Christentum bis in die Hostie bei der Messe Einzug erhielt, und darin war war Metallsalz eingebacken. Der “Leib Christi” in Form von Metallen in kleinen Oblaten.

    Das war ganz sicher auch nicht gerade günstig für die durchschnittliche Gehirngrößé der Menschen. Unbd interessant ist, wie wieder einmal allerhand über die lang vergangenen Zeiten statistisch aufgeführt wird (Grafik mit Schädelgrößen der gesamten himanoiden Entwicklung), aber dann, ab 300 vor heute, hört die Statistik auf. Obwohl mit Sicherheit Daten dazu existieren.

    Wahrscheinlich geht die Kurvein der Grafik sogar weiter nach Unten, als man den heutigen Menschen zumuten könnte. Man weiß ja, das man die Menschen nicht “verunsichern” sollte….Da lügen wir lieber oder lassen einfach den entsprechenden Datensatz immer weg.

    Denn mir scheint, das die Schädel sogar noch kleiner wurden, als sie zu Zeiten vom Erectus vor 1 millionen Jahren üblich waren (~1000 cccm). In den 1980´gern habe ich irgendwann mal aufgeschnappt, das die Menschen immer größer würden. Später viel mir diese Aussage immer wieder ein, weil das so gar nicht mit realen Beobachtungen im Alltag zusammenpasste. Sie wurden faktisch immer kleiner. Absolut und durchscnittlich. Es mag absolute Größenrekorde geben. Oder erstaunlich große Exemplare, aber der Durchschnitt ist gefühlt kleiner geworden.

    Das die Menschen heute eine längere Bildungsphase haben, erklärt man ja gerne mit den Segnungen der modernen Zivilisation und Bildungsideale, (und Aufwand). Aber was, wenn das schlicht dem geschuldet ist, das die Menschen sich heute viel langsamer entwickeln? Also langsamer “auswachsen” oder manche eben gar nicht auswachsen? Dann ist eine längere Bildungsphase deswegen nötig, weil lamngsamer wachsende Lebewesen auch löänger brauchen, um lernen zu können. Denn wer nicht hinreichend entwickelt ist, der kann nicht lernen, was weiterentwickelte lernen könnten.
    Gleichzeitig ist eine längere Bildungsphase allerdings trotzdem produktiv – idealerweise. Nur, wenn die Menschen sich nicht mehr weit genug entwickeln, dann wird der Erfolg wohl ausbleiben. Und wie oben erwähnt: ein zu kleines Gehirn kann auch nur geringere Komplexität verarbeiten. Das heisst weniger lernen, als ideal oder üblich.

    Unterschiede kann man eigendlich überdeutlich zwischen den Ethnien sehen. der übliche Nordafrikaner oder Nahostler wird in der Regel schneller auswachsen, als der Europäer. Ausserdem entwickelt jener mehr deutliche Anzeichen von (Aus)Entwicklung, als der Europäer. Der Bildungserfolg wird bei diesen Menschen im Süd-osten allerdings nicht nur durch das zu schnelle Wachstum/Entwicklung eingeschränkt, sondern auch durch die an die Situation angepasste Beschulungsstrategie (viel kürzer, weil zu schnelle Entwicklung).

    Die moderne Industrie liebt ja Quantität Und gegen die Komplikationen der Unterentwicklung hat sie inzwischen ja auch Hilfswerkzeuge oder Roboter für überfordernde Arbeitsschritte. Hauptsache Quantität.

    Interessant, wie deutlich der Vergleich im Tiereich zwischen den wilden Artgenossen und den domestizierten ohne Stutzen auf den Menschen übertragen wurde: Der “domestizierte Mensch” hat eben ein kleineres Gehirn, wie alle vom Menschen domestizierte Tiere auch.

    ich frage mich dann auch, ob de “Auswahl” der Tiere zur Viehhaltung wirklich anhand deren Eigenschaften stattfand, und daraus abzuleiten wäre, das sie eben Tiere mit kleinerem Gehirn bevorzugten, weil die dann ja auch weniger Agressivität aufwiesen, oder ob der “Domestizierungsprozess” auch mit Metallen zu tun hatte und dann eben ein Nutztier mit kleinem Hirn herrauskam. Ich kann mir kaum vorstellen, das derart minderentwickelte Tiere gute Nutztiere abgaben. Denn Gehirngröße ist eben eng verknüpft mit Genpotential und biofitnes und die ist auch beim Nutzier nötig. Was meint, das man gerade nicht das “kleinste Tier” aussuchte, um es zum Nutzier zu machen. Die Gehirngröße ist sehr wahrscheinlich kein Selektionsergebnis.

    Und warum schwirrt mir gleich das Pferdemärchen “Black Beauty” im Sinn, wo das Pferd erstmal heftig misshandelt werden musste, bis es ein “glückliches” Reittier-Leben leben konnte? Domestizierung ist eben nichts für kleine Mädchen. Das war göttliche Macht, die das erschuf. Was hier womöglich alle falsch verstehen. Aber wie gesagt: Metalle wirken Wunder.

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