Die Macht der Mandel

Unter Stress ist alles anders: Gelerntes und 1000x Geübtes ist nicht abrufbar und wir versagen. Im Fußball kann man das gut beim Elfmeterschießen beobachten: die routiniertesten und besten Schützen scheitern und treffen nicht ins Tor. Warum ist das so? Was passiert im Gehirn? Unser kleines Video “Dr. Mondino: Die Macht der Mandel” erklärt den Prozess und die tragende Rolle des Mandelkerns, einem sehr alten Teil des Gehirns.

Letzte Woche haben Dr. Mondino und sein herumstrolchendes Gehirn gezeigt, wie sich Dauerstress im Gehirn auswirkt. Aber wie entsteht dieser Stress und welche Prozesse laufen bei jeder einzelnen Stresssituation? Im animierten Clip “Die Macht der Mandel” zeigt Dr. Mondino am Beispiel Elfmeter beim Fußball anschaulich, was los ist: Die Amygdala, auch Mandelkern genannt, übernimmt das Kommando und schaltet in den so genannten “Fight oder Flight”-Modus und es geht ums nackte Überleben. Dabei werden alle anderen Funktionen runtergefahren und ein tausendmal getroffener Torschuss klappt nicht mehr. Wie das genau passiert, und was man dagegen tun kann, seht Ihr hier.

Dr. Modino: Die Macht der Mandel – Angst vorm Elfmeter

Die wichtigen Fakten aus dem Film:

Angst und Stress im Gehirn

Durch Panik und Versagensängste entsteht Stress, denn das Gehirn gerät in Alarmbereitschaft und die Amygdala sorgt für die Ausschüttung von Stresshormonen. Alle Funktionen, die in diesem Moment nicht überlebenswichtig sind, werden heruntergefahren – man kann unter Umständen weder klar denken noch handeln. Darum versagen auch die geübtesten Torjäger beim Elfmeter. Man nennt das “choking under pressure”.

Angstbewältigung

Es gibt ein paar Tricks und Übungen, die dem Gehirn helfen aus diesem Modus wieder herauszukommen, sich zu entspannen und seine Fähigkeiten zu reaktivieren.

Am Beispiel Fußball, kann man Prozesse im Gehirn sehr anschaulich erklären. Schaut euch dazu auch unser Dr. Mondino-Video “Fußball ist Kopfsache” an, bei dem es um den Orientierungssinn geht.

Dies ist ein Gastbeitrag der Hertie-Stiftung.

Veröffentlicht von

Ab und zu gibt es auch Gastbeiträge im Blog, die aktuell neben dem Team der Hertie-Stiftung verfasst werden von Carolin Fischer, M.Sc. in Molekularbiologie, ist Doktorandin am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen und Lale Carstensen, M.Sc. in Chemie, promoviert am Institut für Wasserchemie der Technischen Universität Dresden. Beide lesen selbst gerne Blogs und möchten zu dieser kreativen Form der Wissenschaftskommunikation beitragen.

Schreibe einen Kommentar


E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
-- Auch möglich: Abo ohne Kommentar. +