Die Kunst des Hörens – Dr. Mondino ist ganz Ohr

Das Hören ist ein komplexer Prozess. Unser Gehirn organisiert ihn von der Geräuschwahrnehmung bis zum Verstehen meisterhaft. Wie das genau abläuft, erklärt Dr. Mondino im Video.

Viele Geräusche prasseln gleichzeitig auf uns ein und beanspruchen unsere Wahrnehmung: Verkehrslärm auf der Straße, laute Musik aus dem Nachbarzimmer, Gesprächsfetzen aus der Umgebung und dann vielleicht auch noch Handwerker in der Wohnung nebenan. Wie verarbeitet unser Gehirn all diese Reize, wie priorisiert es und schafft es dann sich beispielsweise auf ein Telefonat zu konzentrieren? Der Mondino-Video “Die Kunst des Hörens” erklärt anschaulich wie das funktioniert.

Die Kunst des Hörens – Dr. Mondino ist ganz Ohr

Die wichtigsten Fakten aus “Die Kunst des Hörens”:

  • Das Hören ist ein komplexer Prozess, bei dem viele Bereiche des Gehirns miteinander agieren.
  • Schallwellen gelangen über das äußere Ohr zum Mittelohr und schließlich zur Gehörschnecke (Cochlea) im Innenohr, wo sie in elektrische Signale umgewandelt werden.
  • Der Thalamus im Gehirn ist eine Art Schaltzentrale für Sinneseindrücke. Hier werden die gehörten Informationen zunächst gefiltert, sortiert und verstärkt.
  • Im auditiven Cortex werden nicht nur die Informationen mit Emotionen und Erinnerungen verknüpft, sondern er steuert auch die Feinabstimmung mit dem Innenohr, um Signale nach Wichtigkeit zu verstärken oder zu blockieren.
  • Das Sprachzentrum besteht im wesentlichen aus zwei Strukturen. Das Wernicke Zentrum ist insbesondere für das Sprachverständnis wichtig während das Broca Areal essentiell für das Sprechen ist. Übrigens liegen die Sprachzentren nur in der dominanten Gehirnhälfte.

Wenn Ihr mehr über das Gehör erfahren wollt , hier ein Hirn und weg Blog-Beitrag von Friedrich Schwarz: Hörverlust durch Hitze.

Neben “Die Kunst des Hörens” beschäftigen sich die Mondino-Erklärvideos dieses Jahr auch mit den anderen Sinnen und deren Verarbeitung im Gehirn: Sehen, Fühlen und Schmecken. Letztes Jahr thematisierten die Mondino-Filme die möglichen Folgen der Corona-Pandemie für das Gehirn wie beispielsweise den Verlust und das Wiedererlangen des Geruchssinns. Hier geht es zu den weiteren Filmen.

Ein Gastbeitrag der Hertie-Stiftung.

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Ab und zu gibt es auch Gastbeiträge im Blog, die aktuell neben dem Team der Hertie-Stiftung verfasst werden von Carolin Fischer, M.Sc. in Molekularbiologie, ist Doktorandin am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen und Lale Carstensen, M.Sc. in Chemie, promoviert am Institut für Wasserchemie der Technischen Universität Dresden. Beide lesen selbst gerne Blogs und möchten zu dieser kreativen Form der Wissenschaftskommunikation beitragen.

2 Kommentare

  1. Sehr nett, und informativ, genau so haben es sich einige gedacht, nun, fast genau so :

    Im auditiven Cortex werden nicht nur die Informationen mit Emotionen und Erinnerungen verknüpft, sondern er steuert auch die Feinabstimmung mit dem Innenohr, um Signale nach Wichtigkeit zu verstärken oder zu blockieren.

    (Es ist ja offenbar so, dass es nicht nur die Lautstärke von (Stör-)Geräuschen ist, die interessiert, sondern ihre Qualität.
    Straßenverkehr stört bspw. den Schreiber dieser Zeilen wenig, noch weniger Naturgeräusche, dagegen stört Hämmern von Bauarbeiten oder Bohren und was es da sonst noch gibt, deutlich mehr, auch wenn es eigentlich gar nicht lauter ist.)

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der sich auch das Fachwort ‘auditiver Cortex’ merken konnte)

  2. Bevor ein Ton ins Gehirn gelangt, muss er erst vom Innenohr verstärkt werden.
    Und das geschieht rein physikalisch, hohe Töne werden schwächer verstärkt als tiefe Töne.
    Ein Hörakustiker geht rein physikalisch vor und zeichnet für die Hörfähigkeit eines Kunden eine Kurve , die angibt wie das Ohr einen ton verstärkt.
    Dann korrigiert ein Höhrgerät diese Kurve und verbessert die Hörleistung.

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