Die Klimakrise ist in deinem Kopf

Artensterben, Polschmelze und Flutkatastrophen reichen nicht als Argumente für den Klimaschutz? Es gibt noch ein wichtiges Weiteres: Dein Gehirn.

Problem I: Hitze

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Die Erde erwärmt sich. Ziel des Pariser Abkommens war eine Begrenzung der Erderwärmung auf 2°C gegenüber der vorindustriellen Zeit, der neueste Bericht des IPCC geht realistischer von einer Erwärmung um bis zu 4,5°C bis Ende des Jahrhunderts aus. Für uns Menschen ist besonders die sogenannte “Kühlgrenztemperatur” interessant. Hierbei wird die Luftfeuchtigkeit bei der Temperaturangabe mit einberechnet. Denn bei hoher Temperatur und gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit hilft uns Schwitzen nicht mehr beim Abkühlen, weil der Schweiß schlichtweg nicht mehr verdunsten kann. Konkret heißt das: Wenn die Kühlgrenztemperatur über längere Zeit nicht unter 35°C abkühlt, sterben wir innerhalb weniger Stunden. Bei einer Lufttemperatur von 46°C und gleichzeitig 50% Luftfeuchtigkeit wäre das zum Beispiel der Fall.  

Doch auch lange vor dem tödlichen Bereich macht uns Hitze zu schaffen. Seit Jahren ist bekannt, dass Hitze neue Schübe einer Multiplen Sklerose begünstigen kann, genannt “Uthoff-Phänomen“. Migräne-Anfälle häufen sich bei heißen Temperaturen. Und auch unsere geistigen Fähigkeiten nehmen ab, je weiter wir uns von unserer Komfort-Temperatur von etwa 20°C fortbewegen. Studien mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Call-Centern zeigen, dass jenseits von 25°C Umgebungstemperatur pro weiterem Grad Wärmezunahme die Produktivität um 2% abnimmt.

Problem II: Feinstaub

Atmen heißt für uns Überleben. Mit jedem Atemzug atmen wir Sauerstoff ein, der durch die Luftröhre und über verschieden große Bronchien bis in die kleinsten Lungenbläschen gelangt, von dort ins Blut übergeht, durch das Herz in den gesamten Körper gepumpt und in all den kleinen Körperzellen in einem aufwändigen Prozess zur Energieherstellung genutzt wird. Ohne Atmen kein Sauerstoff, ohne Sauerstoff keine Energie, ohne Energie kein Überleben.

Doch das, was wir einatmen, kann uns auf Dauer krank machen – das Stichwort lautet Luftverschmutzung. Unsere Luft ist verschmutzt mit Gasen wie Stickstoffdioxid oder Ozon und mit Metallen, etwa Mangan oder Nickel. Das größte Gesundheitsproblem stellt aber der Feinstaub dar. Feinstaub besteht zum einen aus größeren Stäuben, sie entstehen zum Beispiel durch Reifenabrieb, Häuserbau oder Kohleabbau. Daneben gelangen kleinere Partikel wie Carbone oder Nitrate vor allem aus Ölraffinerien und der Metallverarbeitung in die Luft. Ultrafeine Partikel, auch Nanopartikel genannt, entstehen schließlich aus Abgasen von Autos und Flugzeugen.

Alle diese Staubpartikel sind nur wenige Mikrometer groß, für unser Auge also nicht sichtbar. Die ultrafeinen Partikel sind sogar kleiner als 100 Nanometer! Um sich das einmal vorzustellen zu können: Neben einem Fußball wäre so ein Partikel so klein wie der Fußball im Vergleich zur gesamten Erdkugel – winzig also.

Viele Wege führen ins Hirn

Und genau diese winzige Größe erlaubt es den ultrafeinen Partikeln, nicht nur in die hintersten Ecken unserer Lunge zu gelangen, sondern von da ins Blut überzugehen und die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. So landen sie schließlich im Gehirn.

Alternativ können ultrafeine Partikel vermutlich auch direkt über unsere Nase entlang der Riechbahn ins Gehirn gelangen. Dieser Weg könnte sogar mit erklären, warum ein häufiges Frühsymptom von Parkinson- und Alzheimer-Erkrankungen ausgerechnet ein Geruchsverlust ist.

Ob über das Blut oder direkt über die Nase – einmal im Gehirn angekommen führen die Partikel zu einer Entzündungsreaktion im Gewebe. Eine Entzündung bedeutet dauerhaften Stress fürs Gehirn. Dadurch kommt es zu Gefäßschäden, Eiweiße und Fette werden verändert, schließlich gehen Zellen zugrunde.

Diesen Effekt können über Umwege auch größere Feinstaub-Teilchen oder Gase wie Ozon auslösen. Sie führen zunächst zu einer Entzündung in der Lunge. Dort werden daraufhin Botenzellen, sogenannte Zytokine, ausgeschüttet. Über das Blut gelangen sie Zellen auch ins Gehirn – und führen wiederum zu einer Entzündungsreaktion.




Die WHO-Empfehlungen für Ozon wurden 2020 deutschlandweit überschritten. Quelle: Umweltbundesamt

Nachweisbare Schäden

In Hirnproben von Menschen aus Gegenden mit hoher Luftverschmutzung konnten tatsächlich vermehrt Entzündungsmarker und eine Störung der Blut-Hirn-Schranke festgestellt werden. Außerdem lassen sich häufiger schon in jüngerem Alter Alzheimer-typische Eiweiß-Ablagerungen feststellen, sogenannte beta-Amyloid-Plaques.

Kurz gesagt: Atmen heißt für uns Überleben – aber es kann uns auch krank machen.

Problem III: CO2

Eine Schussfolgerung könnte jetzt sein, einfach dorthin zu ziehen, wo die Luft eben nicht verschmutzt ist. Irgendwohin, wo sich nicht jeden Tag Autos durch eh schon dreispurige Straßen schieben, eigentlich mehr stehen als fahren. Wo die Welt noch in Ordnung ist. Raus aufs Land zum Beispiel.

Doch ich muss schon wieder enttäuschen, denn auch hier wittert Gefahr in der Atemluft. Genauer gesagt ein alter Bekannter, wenn es um das Thema Klima geht: Kohlenstoffdioxid, kurz CO2. Wer schon einmal stundenlang ohne regelmäßiges Lüften in einem Raum mit vielen Menschen saß, weiß wie einschläfernd das sein kann. Denn ohne Lüften fehlt umgangssprachlich nun mal der Sauerstoff, wir werden müde, bekommen Kopfschmerzen.

Wie viel CO2 vertragen wir?

Den CO2-Gehalt in der Luft kann man objektiv messen. Angegeben wird er in Anteilen pro Million (ppm), also wie viele Teile CO2 auf eine Million Luftteile kommen. Aktuell liegt der Gehalt in der Außenluft bei etwa 400ppm, doch bis zum Ende des Jahrhunderts kann dieser Wert auf bis zu 1000ppm ansteigen.

1000ppm ist auch der obere Grenzwert des Umweltbundesamtes für Innenräume in Gebäuden. Bedenken muss man an dieser Stelle, dass auch der CO2-Gehalt in Innenräumen steigen wird, wenn die Außenluft für ein Durchlüften zu belastet ist.

Welche Auswirkungen so ein steigender CO2-Gehalt hat, kann in Studien gut reproduziert werden. Mit steigendem CO2 in der Luft treten bei Versuchsteilnehmern Kopfschmerzen, Müdigkeit und Benommenheit auf. Ab 1000ppm können zunehmend auch psychomotorische Einschränkungen beobachtet werden: Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt ab, wir können uns schlechter entscheiden und schlechter Probleme lösen. Unsere kognitiven Fähigkeiten verlangsamen sich also, die Fehleranfälligkeit wird höher. Diese Symptome sind zwar alle gesundheitlich zunächst unbedenklich und verschwinden wieder, trotzdem wird ein steigendes CO2 Auswirkungen auf unser Lernen und Arbeiten haben.

Einfache Lösung für das Problem?

Zwar können Luftfilteranlagen zumindest in Gebäuden Abhilfe schaffen. Doch diese Lösung ist wieder mal eine sehr menschliche, damit meine ich sehr ignorante Weise, am Symptom anzusetzen. Die Ursache, der Klimawandel, würde durch den steigenden Strombedarf der Filteranlagen nur noch weiter angeheizt.

Problem IV: Infektionskrankheiten

„Tropische“ Infektionskrankheiten werden häufig über sogenannte Vektoren übertragen. Beispiele dafür sind Mücken oder Zecken. Sie tragen die eigentlichen Krankheitserreger in sich und helfen durch ihre Stiche, dass die Erreger von Mensch zu Mensch verbreitet werden. Ausbrüche solcher durch Vektoren übertragenen Erkrankungen nehmen seit einiger Zeit weltweit zu und es ist sehr wahrscheinlich, dass der Klimawandel seinen Anteil daran hat.

Die asiatischen und ägyptischen Tigermücken etwa vermehren sich bevorzugt in warmen Gegenden. Die Tigermücken können das Zika-Virus übertragen, Dengue- und Gelbfieber, auch das bei uns eher unbekannte Chikungunya. Allein Dengue zählt aktuell als die sich am schnellsten ausbreitende Tropenkrankheit – und kann in bis zu 20% der Fälle mit neurologischen Symptomen einhergehen. Das Zika-Virus machte vor einigen Jahren Schlagzeilen damit, dass bei Infektion in der Schwangerschaft Neugeborene mit fehlgebildeten Schädeln und Hirnschäden zur Welt kommen. Gelbfieber und Chikungunya können leichte neurologische Ausfälle bis hin zu dauerhaften Hirnschäden oder Hirnhautentzündungen auslösen.

Bislang zählten diese Erkrankungen zu den Reisekrankheiten und waren bei Rückkehrern aus Afrika, Südostasien, Mittel- und Südamerika zu finden. In den vergangenen Jahren jedoch kam es bereits zu Ausbrüchen von Dengue, Chikungunya und dem Westnilvirus in europäischen Mittelmeerstaaten – Griechenland, Italien, Spanien. Die Prognose für die nächsten Jahrzehnte sieht vor, dass selbst diese Länder kurz über lang zu heiß für die Mücken werden, sodass sie weiter nach Norden ziehen werden. Konkret heißt das: Zentraleuropa. Frankreich also, Belgien, Polen und ja, auch Deutschland.

Hauptproblem: Mensch      

Wir Menschen stellen uns gerne als die Krönung der Schöpfung dar. Wir unterscheiden zwischen Menschen auf der einen und “Tieren” auf der anderen Seite. Wir begründen das damit, dass unser Gehirn nun einmal deutlich höher entwickelt sei.

Ich frage mich: Wie intelligent ist eine Spezies, die ihre eigenen, hochgelobten Gehirne selbst in Gefahr bringt? Der aktuelle Klimagipfel in Glasgow ist vielleicht die letzte Chance, die Krise einzudämmen. Doch wie viele letzte Chancen haben wir noch? Und vor allem – wie oft wollen wir sie noch ungenutzt lassen?

Vielleicht sollten wir anfangen, auch die Klimakrise als Pandemie einzustufen und genauso (mehr oder weniger) konsequent zu handeln, wie bei der Covid-Pandemie.

Denn wenn wir von Klimaschutz reden, dann meinen wir eigentlich Menschenschutz. Der Planet Erde braucht uns nicht. Aber wir brauchen die Erde.

Literatur:

  • https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/uba_empfehlungspapier_lueftung_unterrichtsgebaeude_final_bf.pdf
  • Block ML, Calderón-Garcidueñas L. Air pollution: mechanisms of neuroinflammation and CNS disease. Trends Neurosci. 2009;32(9):506-516. doi:10.1016/j.tins.2009.05.009
  • P. A. Hancock & I. Vasmatzidis. Effects of heat stress on cognitive performance: the current state of knowledge, International Journal of Hyperthermia, 2003;19:3, 355-372, doi:10.1080/0265673021000054630
  • Ruszkiewicz JA, Tinkov AA, Skalny AV, et al. Brain diseases in changing climate. Environ Res. 2019;177:108637. doi:10.1016/j.envres.2019.108637
  • Semenza JC, Suk JE. Vector-borne diseases and climate change: a European perspective. FEMS Microbiol Lett. 2018;365(2):fnx244. doi:10.1093/femsle/fnx244

Veröffentlicht von

Martje Sältz studiert seit 2016 Humanmedizin am UKE in Hamburg und promoviert zum Einfluss der Ernährung auf die Halsgefäße. Medizin auf Italienisch lernte sie in ihrem Auslandssemester in Palermo kennen. Sie möchte wissenschaftliche Themen verständlich und spannend beschreiben und damit mehr Menschen für Gesundheit und ihren Körper begeistern.

37 Kommentare

  1. Sie, Martje Sältz, haben mich definitiv davon überzeugt, dass eine Raumstation oder der Mars ein besserer Aufenthaltsort für Menschen ist, denn die Luft dort ist aufs höchste kontrolliert (kein Feinstaub, keine tropischen Krankheitserreger, nicht zu viel CO2), die Temperatur auch (kein Hitzestau und damit erhöhte Affektivität, Kriminalität, etc). Nur gerade der Strahlungspegel (Gammastrahlung, kosmische Strahlung) ist etwas erhöht, doch das ist wohl nichts im Vergleich zu den Horrorszenarien, die sie da auftischen. Zudem: auf dem Mars oder in einem O’Neill-Zylinder könnte man wohl sogar einen Atomkrieg überleben.
    Auf der Erde, das ist ihnen wirklich gelungen dazulegen, ist es wirklich zu gefährlich. Und warum ist es zu gefährlich? Weil es zu viele Menschen, Firmen und Regierungen dort gibt, die dir direkt oder indirekt nach dem Leben trachten – auch wenn sie etwas ganz anderes erzählen.

  2. Die URSACHE aller Probleme unseres symptomatisch-bewusstseinsbetäubten “Zusammenlebens”, ist der im zeitgeistlich-reformistischen Kreislauf des imperialistisch-faschistischen Erbensystems nun “freiheitliche” WETTBEWERB – Mehr und/oder weniger hierarchisch-gebildet zu systemrationaler Suppenkaspermentalität in Konfusion und egozentriertem “Individualbewusstsein”, SAGT DAS HIRN der Gewohnheits- und Wohlstandsmenschen: NEIN, NEIN, NEIN, ein Zusammenleben OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik in Steuern zahlen, manipulativ-schwankende “Werte”, irrationalem Zeit-/Leistungsdruck zu/in einer Karriere von Kindesbeinen, usw., kann nicht funktionieren, deshalb wollen WIR das Gemeinschaftseigentum und wirklich-wahrhaftige Vernunft nicht.

    Und das Ende der bewusstseinsschwachen Geschicht: Wenn die stete Schuld- und Sündenbocksuche nicht den gewohnten “Anderen” findet, dann hat das Hirn und SEIN “ÜBER-ICH” Schuld!? 👊😃👍

    • Ich frage mich, was Sie hier eigentlich sagen wollen? Anthropologie und Zoologie (siehe Jane Goodalls Schimpansenforschung) zeigen, dass soziale Wesen in Wettbewerbs- oder Kampfsystemen organisiert sind, ganz ohne

      “zeitgeistlich-reformistischen Kreislauf des imperialistisch-faschistischen Erbensystems”

      Der Kapitalismus hat dass alles zivilisiert – ich schlag doch niemandem den Schädel ein, wenn ich was verkaufen will.

  3. Der größte Einflussfaktor für die Klimaveränderung ist die Anzahl der Menschen auf der Erde.
    Aber sowohl bei Klimademonstrationen wir auch bei internationalen Treffen (Glasgow) ist die dringende Notwendigkeit von Geburtenkontrolle kein Thema für Diskussionen.

    Solange die wichtigste Größe für Umweltveränderungen ignoriert wird, machen andere Maßnahmen wenig Sinn – denn ihre Wirksamkeit wird durch eine steigende Bevölkerungsszahl innerhalb weniger Jahre wieder aufgehoben.

  4. Boltzmann-Gehirn (Hypothese, nach der die Realität lediglich der Gedanke eines Gehirns sein könnte)

    Und unsere Gehirne, die immernoch MULTISCHIZOPHRENEN Arbeitsspeicher einer Festplatte für die programmierte Realität eines “holographischen Universums” (wie wissenschaftliche Berechnungen bis an die Ränder Schwarzer Löcher ergeben haben) – es mangelt einzig an Inspiration zu wirklich-wahrhaftiger Vernunft, damit die Menschen ihr KONFUSIONIERTES “Individualbewusstsein” (der geistige Stillstand seit dem ersten und bisher einzigen geistigen Evolutionssprung) aufgeben und die ganze Kraft des Geistes in Möglichkeiten von geistig-heilendem Selbst- und Massenbewusstsein als ganzheitliches Wesen Mensch FUSIONIERT gestalten.

    Der reinigende Filter für alle Probleme unseres “Zusammenlebens” existiert, wir müssen nur aus unserem Wettbewerb um Bewusstseinsbetäubung/Kommunikationsmüll erwachen, dann können wir auch nochmal soviele Menschen werden 👋😎

  5. Hier werden die Auswirkungen für uns Menschen aufgezählt. Hat denn keiner Mitleid mit den Tieren.
    Das Hitzeproblem ist das größte. Tiere können nicht in klimatisierte Räume flüchten. Oder , um es mal ganz sarkastisch zu sagen, den eingesperrten Schlachttieren wird es besser ergehen als die Wildtieren.

    Wie sieht die Zukunft aus. Wir haben uns ja schon an die Masken gewöhnt. Als nächstes kommen die Sauerstoffmasken, die wir brauchen werden, wenn wir uns im Freien bewegen. In den Räumen wird dann längst die Klimaanlage mit Sauerstoffanreicherung bereitstehen und die Atemluft wird in Filteranlagen von CO2 befreit.
    Was wir essen, das wird synthetisch hergestellt, mit synthetischen Aromastoffen. Vegan ist in, Tiere gibt es kaum noch.
    Ich esse gerade einen Apfelkuchen, der ist auch vegan.

  6. Gut geschrieben!

    Beim Thema Gehirn und Klima muss ich an die psychologische Seite denken:

    Viele Menschen können sich die Vorgänge über viele Jahre und Jahrzehnte nicht vorstellen. Dazu kommt, dass uns durch Werbung, Medien und Politiker jahrelang eingebläut wurde, dass wir für Wohlstand Wirtschaftswachstum brauchen und dass dafür Konsum wichtig ist.

    Von solchen Gewohnheiten und Statussymbolen kommen wir nicht von heute auf morgen wieder ab. Ungerecht ist, dass diejenigen, die am meisten zum Problem beitragen, kaum noch von den Folgen betroffen sein werden.

    Aber wenn die Menschheit nun die Bedingungen ihrer eigenen Abschaffung vorbereitet, tja… Vom Standpunkt des Universums ist das herzlich egal.

    Jemand schrieb einmal in einem Gedicht vor langer, langer Zeit:

    Es wäre schade um die Schmetterlinge.

    So ist’s.

    • @Stephan Schleim (Zitat):

      dass wir für Wohlstand Wirtschaftswachstum brauchen und dass dafür Konsum wichtig ist.

      Von solchen Gewohnheiten und Statussymbolen kommen wir nicht von heute auf morgen wieder ab.

      Ja, das wäre dann ein psychologische Erklärung für das Streben nach mehr Wohlstand und Wirtschaftswachstum. Die nämlich, dass uns eingeredet wird, wir bräuchten das. Sicher werden wir zu mehr Konsum verführt, aber letztlich spielt das gar nicht die entscheidende Rolle. Denn die Treibhausgasemissionen müssen ja auf 0 sinken und niemand will 0 Konsum.
      Das bedeutet: Die Treibhausgasemissionen sind tatsächlich vor allem ein technisches Problem und weniger ein Konsumproblem. Wenn wirklich alle zu Konsum verführbar sind und ständig dazu verführt werden, dann wäre es wohl die beste Strategie, die Menschen zu noch mehr Konsum zu bewegen. Nur diesmal zum Konsum von treibhausneutralen Produkten. Mit Fördersätzen bis zu 9000 Euro für den Kauf eines Elektroautos erleben wir genau das: Noch mehr Konsum, nur eben nun grüner Konsum.

  7. Problem I
    Ich möchte zum Thema Hitze den ICCP Report zitieren:

    Extrem heiße Tage werden in den mittleren Breiten bei 1,5 °C globaler Erwärmung um bis zu etwa 3 °C wärmer und bei 2 °C bis zu etwa 4 °C wärmer, während extrem kalte Nächte in den hohen Breiten bei 1,5 °C bis zu etwa 4,5 °C und bei 2 °C bis zu etwa 6 °C wärmer werden (hohes Vertrauen).

    D.h. die hier angesprochenen 4,5°C werden nicht in Süd- oder Mitteleuropa auftreten, sondern in “hohen Breiten” – was auch eine nicht gerade eine präzise definierte Region ist. Es wird also dort, wo es sehr kalt ist, wärmer und dann bei Nacht und nicht wie hier kolportiert “bei uns”.

    Problem II
    Menschen aus Gegenden mit hoher Luftverschmutzung … bitte in Zeitzonen UTC+3 und weiter im Osten klären. Dazu auch noch das Bundesumweltamt:

    Auswertungen der Bundesländer zeigen denn auch keine oder nur geringfügige positive Auswirkungen des Lockdowns auf die Feinstaubkonzentrationen, was bestätigt, dass der Straßenverkehr mittlerweile nicht mehr der Hauptverursacher ist.

    Problem III
    CO2 Luftfilter für Innenräume? Das sind großtechnische Anlagen (und in einem Planungs-/Pilotstadium) und wenn die mit Nuklearenergie angetrieben werden, ist eine negative C02 Bilanz sicher. Hier fehlt es eindeutig an Recherche.

    Hauptproblem: Mensch wie KRichard bereits angemerkt hat: das Bevölkerungswachsum ist der “Elefant im Raum” …

  8. Also wer so was schreibt wie »Hauptproblem: Mensch« dem ist ja eigentlich nicht mehr zu helfen.

    Ich würde ja mal gerne wissen, wie die Zukunft in Ihren Augen aussehen soll? Zurück zur Natur? So etwas gibt es für uns Menschen nicht nicht. Von Erle C. Ellis aus der New York Times vom 13.9.2013:

    »Many scientists believe that by transforming the earth’s natural landscapes, we are undermining the very life support systems that sustain us. Like bacteria in a petri dish, our exploding numbers are reaching the limits of a finite planet, with dire consequences. Disaster looms as humans exceed the earth’s natural carrying capacity. Clearly, this could not be sustainable.

    This is nonsense. Even today, I hear some of my scientific colleagues repeat these and similar claims — often unchallenged. And once, I too believed them. Yet these claims demonstrate a profound misunderstanding of the ecology of human systems. The conditions that sustain humanity are not natural and never have been. Since prehistory, human populations have used technologies and engineered ecosystems to sustain populations well beyond the capabilities of unaltered “natural” ecosystems.

    The evidence from archaeology is clear. Our predecessors in the genus Homo used social hunting strategies and tools of stone and fire to extract more sustenance from landscapes than would otherwise be possible. And, of course, Homo sapiens went much further, learning over generations, once their preferred big game became rare or extinct, to make use of a far broader spectrum of species. They did this by extracting more nutrients from these species by cooking and grinding them, by propagating the most useful species and by burning woodlands to enhance hunting and foraging success.
    Even before the last ice age had ended, thousands of years before agriculture, hunter-gatherer societies were well established across the earth and depended increasingly on sophisticated technological strategies to sustain growing populations in landscapes long ago transformed by their ancestors.

    The planet’s carrying capacity for prehistoric human hunter- gatherers was probably no more than 100 million. But without their Paleolithic technologies and ways of life, the number would be far less — perhaps a few tens of millions. The rise of agriculture enabled even greater population growth requiring ever more intensive land-use practices to gain more sustenance from the same old land. At their peak, those agricultural systems might have sustained as many as three billion people in poverty on near- vegetarian diets.«

    etc.

    Wenn also »Zurück zur Natur« nicht funktioniert, was dann? Nun, das hier ist ein Hinweis von David Deutsch, 2011:

    »So there is no resource-management strategy that can prevent disasters, just as there is no political system that provides only good leaders and good policies, nor a scientific method that provides only true theories. But there are ideas that reliably cause disasters, and one of them is, notoriously, the idea that the future can be scientifically planned. The only rational policy, in all three cases, is to judge institutions, plans and ways of life according to how good they are at correcting mistakes: removing bad policies and leaders, superseding bad explanations, and recovering from disasters.

    For example, one of the triumphs of twentieth-century progress was the discovery of antibiotics, which ended many of the plagues and endemic illnesses that had caused suffering and death since time immemorial. However, it has been pointed out almost from the outset by critics of ‘so-called progress’ that this triumph may only be temporary, because of the evolution of antibiotic-resistant pathogens. This is often held up as an indictment of – to give it its broad context – Enlightenment hubris. We need lose only one battle in this war of science against bacteria and their weapon, evolution (so the argument goes), to be doomed, because our other ‘so-called progress’ – such as cheap world- wide air travel, global trade, enormous cities – makes us more vulnerable than ever before to a global pandemic that could exceed the Black Death in destructiveness and even cause our extinction.

    But all triumphs are temporary. So to use this fact to reinterpret progress as ‘so-called progress’ is bad philosophy. The fact that reliance on specific antibiotics is unsustainable is only an indictment from the point of view of someone who expects a sustainable lifestyle. But in reality there is no such thing. Only progress is sustainable.«

    Wir Menschen schaffen (uns) tatsächlich viele Probleme aber wir sind eben auch diejenigen, welche sie lösen können. Garantiert ist das natürlich nicht. Das Potential dazu haben wir allerdings.

    Darum: Wer helfen will, er studiert am besten Physik, Engineering, oder Chemie und vergisst nicht, sich mal ein bisschen mit Geschichte, Anthropologie und Erkenntnistheorie (Stichwort: Popper) auseinanderzusetzen.

    Die Haltung »Hauptproblem: Mensch« hingegen wird und garantiert *nicht* weiterbringen.

    • Mensch bedeutet ALLE, denn wir sind alle im SELBEN Maße “durchströmt” vom Geist der Gott/Vernunft, Seele/Sinn, Zentralbewusstsein, Schöpfung, Universum ist.
      NICHTS gehört dem “Einzelnen/Individualbewussten” Mensch allein, sogar/besonders unsere Gedanken nicht, weil diese auch immer abhängig von Geist und sonstwie konfusionierter Gemeinschaft geprägt “wachsen”.

      Seit Mensch erstem und bisher einzigen geistigen Evolutionssprung (“Sündenfall” und “Vertreibung aus dem Paradies”) steht dieser Geist still / herrscht geistiger Stillstand, weil Mensch seinem Instinkt entsprechend einer wettbewerbsbedingten Symptomatik im “Recht des Stärkeren” folgt und trotz bewussterem Hirn nicht erkennt / nicht anerkennt was … – “HIRN UND WEG” ist wahrhaftig ein passender Titel für die (konsum- und profitautistische) Selbst-Begrenzung in bewusstseinsbetäubenden Illusionen die Mensch offenbar nicht überwinden kann/will.

    • @NK (Zitat): Only progress is sustainable.

      Ja. Und das ist auch ein faustischer Pakt: wir haben unsere Seele, oder besser gesagt, unser Schicksal, in die Hände des Fortschritts, vor allem des technischen Fortschritts gelegt. Und wir wissen nicht wohin uns das führt. Aber es stimmt. Es gibt keine echte Alternative. Der Motor dahinter, das sind die Bedürfnisse, oft auch nur die vermeintlichen Bedürfnisse der Menschen: sie wollen es ständig besser haben und haben es trotzdem nie wirklich gut. Wir leben in ständiger Unerfülltheit.
      We can‘t get no satisfaction.

      • Danke für Ihre Antwort Herr Holzherr

        Ja. Und das ist auch ein faustischer Pakt: wir haben unsere Seele, oder besser gesagt, unser Schicksal, in die Hände des Fortschritts, vor allem des technischen Fortschritts gelegt.

        Genau das ist es eben nicht und da liegt der Hund begraben: So lange Sie nicht aus dem Bauch heraus irgendwo nach Tagesstimmung eine Demarkationslinie durch die menschliche Geschichte ziehen, hinter der es keine Technologie gab und davor schon, können Sie auch nicht davon reden, dass wir unser Schicksal – ganz bewusst – in die Hände des technischen Fortschritts gelegt hätten. Alles was über nackt im Wald hinausgeht – alleine schon mit einem Stein zu werfen – ist gleichbedeutend damit Technologie zu (be)nutzen.

        Mit anderen Worten: Technologie – beziehungsweise deren Erfindung und Nutzen – ist was uns als Spezies definiert.

        Das muss man jetzt zwar nicht als unveränderbares Schicksal ansehen aber was sind die Optionen? Wie oben gesagt funktioniert ein »Zurück zur Natur« für uns nicht. Stillstand auch nicht. Das haben die Dinosaurier probiert. Irgendwann kommt dann eben der Asteroid oder Supervulkan oder die stark erhöhte Aktivität der Sonne…

        Zu dem was Sie über »ständige Unerfülltheit» sagen kann ich nochmal David Deutsch zitieren:

        »And most people are not satisfied merely to be confident in the survival of the species: they want to survive personally. Also, like our earliest human ancestors, they want to be free from physical danger and suffering. In future, as various causes of suffering and death such as disease and ageing are successively addressed and eliminated, and human life spans increase, people will care about ever longer-term risks.
        In fact people will always want still more than that: they will want to make progress. For, in addition to threats, there will always be problems in the benign sense of the word: errors, gaps, inconsistencies and inadequacies in our knowledge that we wish to solve – including, not least, moral knowledge: knowledge about what to want, what to strive for. The human mind seeks explanations; and now that we know how to find them, we are not going to stop voluntarily. Here is another misconception in the Garden of Eden myth: that the supposed unproblematic state would be a good state to be in. Some theologians have denied this, and I agree with them: an unproblematic state is a state without creative thought. Its other name is death.«

        Man kann also durchaus von »ständiger Unerfülltheit« reden oder man kann sich dazu entscheiden, die ganze Sache – unsere ganzen Probleme und wie wir damit umgehen wollen – als unendliches Potential anzusehen. Ich entscheide mich für Letzteres.

        • Was uns gegenüber anderen Spezies vor allem abgrenzt, ist nicht Technologie, sondern die Möglichkeit des Vernunftgebrauchs.

          Die Lösung von Problemen kann mitunter technisch sein, muss es aber nicht. Genausogut kann es soziale, organisatorische Lösungen geben. Oder eine Kombination aus technischer und sozialer Lösung. Auch wenn es sicher immer etwas geben wird, was – ob technisch oder sozial – zu lösen ist: Wir haben als menschliche Gesellschaft grundsätzlich die Chance zu definieren, was wir wie lösen wollen, wo “Stillstand” oder sogar ein “Zurück” besser ist, wo das gewissermaßen der wahre “Fortschritt” ist. Nicht jedes empfundene Bedürfnis kann überhaupt technisch befriedigt werden, bei Positionsgütern und vielen sozialen Bedürfnissen etwa – die vielleicht für viele Menschen eine der stärksten Antriebe sind – ist das prinzipiell nicht möglich. Andere Bedürfnisse kann eine Gesellschaft oder ein Individuum sich verkneifen, als unerwünscht zurückdrängen – etwa, weil sie mit Grundrechten unvereinbar sind.

          Möglicherweise ist es sogar besser zu akzeptieren, dass irgendwann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einmal Asteroid kommen könnte, statt jetzt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit unermessliches Leid durch blinden technischen Fortschritt auszulösen. Auch das ist etwas, auf das sich eine Gesellschaft einigen könnte. Anders als die Dinosaurier.

    • Ich möchte präzisieren: »Hauptproblem: Mensch« bezieht sich auf das Bevölkerungswachsum. Schauen sie sich einfach Länder nach Bevölkerungswachstum 1950–2020 auf Wikipedia an

  9. Mir fällt vor allem ein, dass Afrika besser durch die Pandemie kommt, als Europa, trotz geringerer Impfraten – ich nehme mal an, dass die typischen Covid-Intensivpatienten dort bereits ihr Leben für eine andere Statistik hergegeben haben, Gelbfieber, Karies, Blinddarm, Armut, Politik. Die Natur heilt sich von selbst, das Allheilmittel heißt Tod: Entweder wir töten unsere Probleme durch Lösungen, oder wir sind selbst das Problem und unsere Probleme werden zur Lösung, indem sie uns töten. Für die Biomasse der Erde sind wir nur Körperzellen, die leben und sterben müssen, damit sie unsterblich sein kann, temporäre Vehikel, die nach Gebrauch zerlegt und recycelt werden. Weil wir erfolgreich sind, werden veraltete Modelle derzeit entsorgt und durch Menschen ersetzt, der Körper mutiert und modernisiert sich. Wenn die Mutation scheitert, sind wir bloß krankes Gewebe, ein Pickel am Hintern, der ausgedrückt wird, sobald er nervt. Solange irgendwo unter einem Stein genug Schimmel übrig bleibt, um von vorn anzufangen, ist es der Biomasse egal, dass der Rest von ihr vorübergehend als tote Materie übernachten muss, bis er wieder gefressen und zu Körpern verarbeitet wird.

    Der toten Materie hingegen ist die Biomasse egal, wenn die Sonne explodiert, werden die Teilchen woanders wiederverwendet, wenn’s auf der Erde nicht mit dem Leben klappt, gibt’s noch andere Planeten. Irgendwo bauen sich die Viecher schon Raumschiffe, werden zu Cyborgs und dann Biomaschinen-Lebewesen, die so robust sind, dass für sie Vakuum, Mars und Pluto genauso kuschelig sind, wie für uns der Strand von Malle. Die Sterne vernetzen sich, Galaxien vernetzen sich, das übliche Fraktalmuster. Vielleicht finden wir auch Zivilisationen, wenn wir in die eigenen Gene oder in einen Embryo reingucken können, nur dass sie dort so winzig wären, dass dortige Jahrmilliarden unsere Sekundenbruchteile wären. Wenn Wesen, die aus Sternen gebaut wären, auf die Menschen schauen würden, würden sie auch wirre, sinnlose Quantenphysik sehen, weil sie ihre Schaltkreise über so gewaltige Entfernungen schließen müssten, dass sie all unser Weltgeschehen in einer einzigen geschnetzelten Momentaufnahme sehen würden, die längst passiert ist, bevor sie auch nur anfangen könnten, sie mit aus Planeten gebauten Instrumenten zu messen, irgendwo zwischen den Augenblicken, aus denen für sie die Zeit besteht.

    So viel zur „Krone der Schöpfung“. Wir sind Teilchen, wie alle anderen auch, und tun auch nichts Anderes, als Luft oder Suppe, es sieht für uns nur anders aus. Wir erhalten das Fraktalmuster des Universums, indem wir in unserem kleinen Rahmen für thermodynamisches Gleichgewicht sorgen – ökologisches Gleichgewicht ist nur eine Variante davon. Halte dich im Gleichgewicht mit deiner Umgebung, gibst du mehr, als du nimmst, explodierst du, gibst du weniger, wirst du zerquetscht – haben Sie im Leben je mehr getan? Indem alle Teilchen das tun, bleibt der Druck im großen Ballon konstant, der ist für einen größeren Ballon auch nur ein Teilchen, das sich mit anderen in Gleichgewicht halten muss, und so schachteln sich Ballons aus Ballons aus Ballons übereinander und sorgen dafür, dass das Universum nicht platzt. Die Besten dürfen einen Tag weiterleben und, wenn sie richtig gut sind, größere Ballons bauen, die Versager werden entsorgt. Das nennt sich dann Evolution und Leben.

    Wir haben sehr viele Ballons angepikst, sie sind geplatzt, die kleineren Ballons, aus denen sie bestehen, laufen panisch herum und trampeln einander nieder bei dem Versuch, sich irgendwo in ein neues Gleichgewicht einzufügen, das nennt man dann Energie oder Hitze. Davon wurde so viel frei, dass der große Ballon, den für uns die Welt darstellt, auch platzt, noch mehr Energie wird frei und zerstört ihn weiter. Andere Ballons schnappen sich die Flüchtlinge und nützen sie, zum Beispiel als Glühbirnenlicht, um Krankenhäuser zu betreiben oder Körperfett anzusetzen, so erhält Energie das Leben, indem sie davon zielgerichtet gelenkt oder wieder in Masse umgewandelt wird. Andere Ballons werden nicht mit ihr fertig, fliehen und werden zerstört, wodurch wieder Energie frei wird. Eine große, wunderbare Kettenreaktion, ein Hexenkessel voller Ursuppe. Wer sie auslöffeln darf und wer sie auslöffeln muss, wird sich herausstellen. Irgendwas wird diese Krise als Chance nutzen, doch ob dieses Etwas Mensch, Klima, Virus oder Friedhofsmade heißt, ist dem Universum egal. Möge der Beste gewinnen.

    Tja. Der Mensch tickt langsamer als die Explosion von Dynamit, die Menschheit langsamer als die Explosion der Welt. Ob unsere kollektive Reaktionszeit ausreicht, um eine Bombe zu entschärfen, die bereits explodiert, werden wir herausfinden. Im Moment schreckt uns der Knall auf, in extremer Slow Motion, von wegen lange Leitung und Schaltkreise, siehe oben, die Ballons sind in 4D Wellen aus Wellen aus Wellen, die durch die Zeit rasen, und die Amplitude geht auf die Frequenz. Es kommt wohl darauf an, worauf es immer ankommt: Schnell zu schalten und den Kopf zu bewahren. Auch wenn nicht viel Nützliches in der Murmel drin sein mag – mehr haben wir nicht.

  10. Vielleicht könnte man die Evolution anders definieren und gewisse Gesetzmäßigkeiten darin erkennen: Der Mensch hat mit dem Stadium des Kapitalismus die höchste Stufe seiner Gier erreicht und zerstört um des Profites willen die Natur und sich selbst mit den modernsten Methoden seiner egoistischen Denkweisen. Er ist somit nicht die Krönung der Evolution sondern nur ein kleines Zwischenstück was bei der Entwicklung der Primaten oft der Fall war.

    • @Golzower: “Der Mensch hat mit dem Stadium des Kapitalismus die höchste Stufe seiner Gier erreicht und zerstört um des Profites willen …”

      Oder es ist die höchste Stufe der egozentrierten Angst!?

      • @Golzower

        Materialistische “Absicherung” – Der Stand in der konfusionierten Hierarchie des imperialistisch-faschistischen Erbensystems, bestimmt den Grad der Unterdrückungsmöglichkeiten/Bewusstseinsbetäubung.

  11. “Wir Menschen stellen uns gerne als die Krönung der Schöpfung dar.”

    Richtig und das mit Recht. Denn wir sind es, die die Welt so oder so sehen. Ohne uns gäbe es niemanden, der überhaupt eine Aussage über die Welt treffen könnte. Und wenn wir einmal nicht mehr sind, gibt es auch keinen mehr, der darüber urteilen kann, was wir waren und wie wir dahin kommen konnten, den Ast abzusägen auf dem wir saßen. Wir werden alle sterben, egal, ob im Kollektiv oder einzeln. Wir sollten uns nicht so wichtig nehmen, die Dinos sind auch ausgestorben. Ob Asteroid, CO2 oder das Pupsen der Rindviecher -tot ist tot.
    Es hat immer so etwas Moralisches, den Menschen zu verurteilen. Es liegt in der Natur des Menschen, sich wie ein Virus zu benehmen. Das ist eben seine Natur. Sind wir denn außerhalb der Natur? Wir könnten doch sagen, die Natur will nicht mehr, sie will sich über den Menschen vernichten. Immer dieses romantisierte, apokalyptische Gejammer der Menschen -es ist nicht zum Aushalten.

    • Sie schreiben anfangs, der Mensch sehe sich zu recht als Krönung der Schöpfung – auch weil er über sich urteilen kann. (Das ist tatsächlich etwas, dass den Menschen gegenüber anderen Spezies zu etwas Besonderem macht.)

      Dann aber lehnen sie es ab, den Menschen zu verurteilen. Der Mensch sei wie andere Spezies (wie ein Virus) quasi naturgesetzlich zu bestimmter, sogar zerstörerischer Aktivität gezwungen.

      Was denn nun? Wenn der Mensch an sich einen Maßstab anlegen und über sich urteilen kann, wie kann er sich dann nicht veurteilen? Was ist das Besondere am Menschen, wenn er nicht anders kann als ein Virus?

      Vernunftgebrauch, Urteilsfähigkeit, Moral zeichnet den Menschen aus. Natürlich kann er Handlungen, gesellschaftliche Entwicklungen, politische Entscheidungen verurteilen, etwa Umweltzerstörung, die Leid verursacht, und Änderungen anstreben. Auch das macht den Menschen aus.

  12. “Wir Menschen stellen uns gerne als die Krönung der Schöpfung dar.”

    @Hilsebein

    Gibt es in der “Vorstellung Hilsebein” denn eine Schöpfung, oder ist es die wissenschaftliche in Sinnhaftigkeit von zufälliger Einmaligkeit???

  13. Für die, denen es aus einigen Gründen nicht gelingt an eine Schöpfung zu glauben, versuche ich es besonders so zu erklären: Wenn das Leben nur die Sinnhaftigkeit von/zu zufälliger Einmaligkeit ist, dann haben die Selbstmörder (bewusste und unbewusste Entscheidung) die höchste Moral und das größte Verantwortungsbewusstsein, angesichts einer “Vernunft” / eines “Zusammenlebens” wie ein wachstumwahnsinniges Krebsgeschwür.

  14. Schluss mit dem Gejammer, schauen wir der Realität ins Auge.
    Solange die Veränderungen langsamer von statten gehen als ein Menschenleben, fallen die Veränderungen nicht auf.
    Wenn die Veränderungen aber apokalyptisch über den Menschen auftreten werden, dann findet ein Umdenken statt.
    Die Bewohner von einigen Südseeinseln haben ja schon ihre Inseln verlassen.

    Die Chinesen kaufen schon Landgebiete in Afrika, weil ihre Böden mittlerweile so belastet sind, dass sie krank machen. Die Japaner gefrieren Thunfische ein, weil es in absehbarer Zeit keine mehr geben wird. Die deutschen Rückversicherer klagen über sinkende Aktienkurse.
    Aber wir klagen nicht, wir tanzen dazu wie auf der Titanic.
    Welche Alternative gibt es ?
    Der Menschheit ergeht es wie einem Alkoholiker, der um sein Schicksal weiß , aber es mit Schnaps ersäuft. Prost.

    • @hwied
      Das müssen Sie nun aber schon genauer erläutern, dass angeblich Bewohner von Südseeinseln diese verlassen, sicher -so interpretiere ich das- aufgrund des Klimawandels bzw. des dadurch steigenden Meeresspiegels der die Inseln unbewohnbar macht. Bitte zeigen Sie hier genau auf, wo das stattfindet und wo man das aus sicherer oder guter Quelle nachlesen kann.

      Ich kenne das Thema genau andersrum, und zwar von den Malediven. Diese hätten laut vormaligem Präsident Nasheed und Berufung auf die Klimawissenschaft spätestens 2019 für immer vom Meer überspült und damit untergegangen sein sollen. Um auf diese Gefahr und die Not der Einwohner aufmerksam zu machen lies er sogar mal eine Kabinettsseitzung unter Wasser abhalten, über die auch unsere Medien berichteten.
      Doch da dann auf einmal Messungen feststellten,
      https://is.gd/uVB7WV
      “Reef island dynamics and mechanisms of change in Huvadhoo Atoll, Republic of Maldives, Indian Ocean”
      dass es gerade andersrum läuft, die Malediven nicht durch den ansteigenden Meeresspiegel gefährdet sind und an Größe gewinnen, in 40 Jahren um 59 ha gewachsen sind, hat man dort nun statt der angedachten Flucht aufs Festland den Spieß umgedreht und eine ganze Reihe von Resorts und ein paar neue Flughäfen gebaut, damit noch mehr Touristen kommen können:
      https://www.dreamingofmaldives.com/maldives-blog/maldives-new-and-upcoming-resorts-in-2021/
      https://maldives.net.mv/35056/maldives-to-open-four-new-airports-in-2020/

      Bitte also genau Angaben, wo in der Südsee gehen Inseln unter und flüchten die Einwohner?

  15. @ Ernst W.

    Ich habe natürlich einen provokanten Stil gewählt, um eine Reaktion -bspw. Ihre- hervorzurufen. Der erste Abschnitt, den ich schrieb, ist natürlich eine Hommage an Kants Erkenntnistheorie. Der zweite Abschnitt ist eine Hommage an Nietzsche. Der moralinsaure Mensch mit seinem erhobenen Zeigefinger, zeigt auf Jene, die das Leben leben, welches er sich selbst versagt. Das wird natürlich als solches erkannt und mit dem Stinkefinger zurück gezeigt.
    Das Verurteilen des Menschen oder auch das Verurteilen seiner Handlungsweise bringt also nichts. Besser ist es, hier eine Umdeutung vorzunehmen, wie wir es ja bei der alkoholbedingten oder depressiven Erkrankung vorgenommen haben. Hier wird nicht mehr verurteilt, sondern nach therapeutischen Ansätzen gesucht. Das war, neben einer Erinnerung an den Film Matrix, der Vergleich zum Virus. Eine Provokation meinerseits, den Menschen in die Nähe des Krankseins zu rücken, um einem therapeutischen Ansatz Raum zu geben.

  16. @Ernst W.: “Möglicherweise ist es sogar besser zu akzeptieren, dass irgendwann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einmal Asteroid kommen könnte, statt jetzt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit unermessliches Leid durch blinden technischen Fortschritt auszulösen. Auch das ist etwas, auf das sich eine Gesellschaft einigen könnte. Anders als die Dinosaurier.”

    Tatsächlich aber ist es so, dass die KONFUSIONIERTE Gesellschaft sich lieber auf ihren Weg mit technischen Fortschritt im geistigen Stillstand seit Mensch erstem und bisher einzigen geistigen Evolutionssprung verlässt, anstatt die volle Kraft des Geistes in FUSIONIERTER Gemeinschaft anzustreben und dann den Asteroid ohne technisch-materialistische Krücken abzuwehren, und somit den Verlauf der materialischen wie geistigen Evolution gottgefällig / wirklich-wahrhaftig vernünftig gerecht zu werden – die Dinosaurier waren wohl nie mehr als instinktiver Teil der Evolution!? 👋😎 Mensch könnte soviel mehr als ein Junkie der endlichen Ressourcen sein.

  17. hto,
    klar und deutlich
    “Tatsächlich aber ist es so, dass die KONFUSIONIERTE Gesellschaft sich lieber auf ihren Weg mit technischen Fortschritt im geistigen Stillstand seit Mensch erstem und bisher einzigen geistigen Evolutionssprung verlässt, anstatt die volle Kraft des Geistes in FUSIONIERTER Gemeinschaft anzustreben”

    Bis dahin bist du als Arzt geeignet, der stellt zuerst eine Diagnose.
    Jetzt kommt die Therapie . Wie sieht die aus ?

  18. @hwied

    Ich wiederhole mich ja gerne: 🙂Beginnen wir mit Kommunikation, also Psychoanalyse, genauer globale Partner-Psychoanalyse, damit das Loslassen leichter wird, für die Psychotherapie in Organisation eines globalen Gemeinschaftseigentums OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik!? 🙃😉✊😎

  19. hto
    …..für die Psychotherapie in Organisation eines……
    hallo ! Die Organisation muss erst noch geschaffen werden . Wenn du aber mit Organisation die Form meinst, dann muss zuerst das globale Gemeinschaftseigentum geschaffen werden. Und die Querdenker in diesem System die sich nicht von ihrem Eigentum trennen wollen, was machst du mit ihnen ?

  20. @hwied

    Ihrem Eigentum???
    Querdenker???

    Ein Beispiel: Wenn den Bauern das Land genommen wird (was wegen der Wirtschaft des “freiheitlichen” Wettbewerb sowieso zunehmend zweckentfremdet genutzt oder verpachtet wird), dann ist es nicht nötig das ihnen auch ihr Hof (der nicht mehr vererbt werden kann!) genommen wird, selbst wenn sie nicht als Organisator (“Geschäftsführer”) eines kollektivierten Betriebs fungieren!?

  21. @hwied 11.11. 17:09

    „Und die Querdenker in diesem System die sich nicht von ihrem Eigentum trennen wollen, was machst du mit ihnen ?“

    Einfach mit demokratischen Mehrheiten überstimmen?

    Wenn denn das überhaupt jetzt schon Sinn machen würde. Man kann ja auch das Projekt langfristiger anlegen. Der Kapitalismus funktioniert ja recht gut, wenn die Wirtschaft ordentlich wachsen kann. Wenn jetzt etwa im Zuge der Energiewende Solarpaneele, Windräder und Fahrzeugbatterien zum Umsatzschlager werden, dann werden hier entsprechende Kapitalisten viel Gewinn damit machen, den sie gleich wieder in noch mehr grüne Technik investieren werden.

    Das ist dann zwar Privateigentum, aber nutzt eben doch Mensch und Natur. Zugleich sind wir in einem Prozess, dass auch immer mehr arme Länder auch zu Wohlstand kommen, was zusätzlich zum weltweitem Wirtschaftswachstum beiträgt.

    Ein scheinbar gegenläufiger Faktor könnte die KI mit weiter steigender Produktivität sein, allerdings kann dieses gerade noch mal zu einer Beschleunigung der Energiewende und der Entwicklung von armen Ländern führen, wenn hier die Dynamik des Wachstums groß genug ist.

    Also da sind tatsächlich Chancen auf Bewegung. Die Wand, vor die der Kapitalismus irgendwann fährt, kommt eventuell erst nach der Energiewende in Sicht.

    Und dann ist es eigentlich auch einfach, diesen Crash sinnvoll aufzufangen: Einfach anfangen, langsam immer höhere Vermögens- und Erbschaftssteuern zu erheben. Wenn man das in weltweiter Absprache durchzieht, können die Kapitalisten nicht ausweichen. Und bei dann fehlendem Wachstum kann man so das überschüssige Vermögen einfach dem aktuellem Wirtschaftskreislauf hinzufügen, indem man die übrigen Steuern entsprechend senken kann.

    Hierfür braucht man dann einfach demokratische Mehrheiten, diese sind wohl möglich. Und da man so den Crash des ganzen Systems verhindern kann, würde ich mich nicht wundern, wenn man sogar die meisten Kapitalisten davon überzeugen kann, dass dies auch für sie selber besser ist. Ein Endcrash, der aus einem nachhaltigem Wachstumsende resultiert, wird womöglich noch viel mehr Vermögen in Gefahr bringen, als ein kontrolliertes Management einer wachstumsfreien Weltwirtschaft.

    Ich denke, es sieht derzeit tatsächlich so aus, dass der Kapitalismus noch ein paar Jahrzehnte hat, und derweil auch sinnvoll mit der Energiewende harmonieren kann. Aber klar dürfte sein, dass sein Ende unvermeidlich ist, auch wenn das erst nach der Energiewende aktuell wird.

    Die internationale Zusammenarbeit, die wir bis dahin durch den Kampf gegen den Klimawandel gelernt haben, könnte uns dann zugute kommen, das Kapitalproblem dann auch noch zu lösen.

  22. Tobias Jeckenburger,
    da haben Sie sich ja viel vorgenommen.

    Erstens zu : “dass auch immer mehr arme Länder auch zu Wohlstand kommen”
    Arm oder reich, das wird nach $ pro Kopf der Bevölkerung angegeben. Die Verteilung der $ wird vernachlässigt.
    Nur mal zum Überlegen. Würden Sie Afrika in der Vorkolonialzeit als arm bezeichnen ?
    Oder ein aktuelles Beispiel : Deutschland hat zwar das höchste Bruttosozialprodukt in Europa, aber den niedrigsten Prozentsatz an privaten Hauseigentümern. Sind jetzt die Deutschen arm oder reich. Allein in Berlin schätzt man 6000 Wohnsitzlose.

    Was jetzt den Kapitalismus betrifft. Der bietet in der Aufbauphase , als Beispiel die Nachkriegszeit, den Vorteil, dass er schnell Fremdkapital in Form von Devisen ins Land bringt und somit der Wirtschaft die notwendigen Kredite beschafft.
    In der Sättigungsphase, wie gerade jetzt, verursacht der Kapitalismus ein Übermaß an Kapital, das keine Verwendung mehr findet. Deshalb haben wir gerade 0 % Kapitalverzinsung.
    In der Abschwungphase, die uns noch bevorsteht, da wird das Privateigentum der Garant gegen die Verelendung der Massen werden.

    Ein Privateigentümer kann verantwortlicher mit Eigentum umgehen als jede staatliche Institution. Denken Sie nur an die Treuhand, wie die Firmen zerstört und dann verramscht hat.

    Zum Klimawandel sage ich nichts mehr, China, USA, Australien und Rußland haben ja gegen schnelle Maßnahmen gestimmt oder waren gar nicht anwesend. Erwarten Sie da keine Vernunft.
    Nicht zufällig sind das die größten Länder der Erde.

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