Delirium – Mehr als nur ein bisschen verwirrt!

“Ich muss weg… Lassen Sie mich los!” ruft Frau M. verzweifelt, während sie versucht, aus dem Bett zu klettern. Gestern war die rüstige 83-Jährige noch weitgehend selbstständig und jetzt begreift sie nicht, dass sie im Krankenhaus ist. Frau M. war am Vorabend gestürzt und musste zur Behandlung ins Krankenhaus. In der Nacht wurde sie immer unruhiger und nestelte herum. In den frühen Morgenstunden zog sie sich dann den Venenzugang aus dem Arm und rief völlig verwirrt: “Ich muss weg… Lassen Sie mich los!”. Nun lässt sie sich kaum beruhigen und reagiert verängstigt auf jede Ansprache. Um schnell ihre neurologische Orientierung einzuschätzen, wird Frau M. nach ihrem Namen, dem Datum, ihrem aktuellen Aufenthaltsort und der Situation gefragt. Zwar kann sie ihren vollständigen Namen sagen, aber sie weiß nicht, was für ein Datum ist, oder dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste. Nach Ausschluss anderer Ursachen und weiteren Untersuchungen steht fest: Frau M. ist von einem Delirium (kurz: Delir) betroffen – einem häufigen, gefährlichen und oft unerkannten Syndrom.
Dringend nötig war daher die Veröffentlichung der S3-Leitlinie „Delir im höheren Alter“ im Januar 2026. Diese neue medizinische Behandlungsleitlinie bietet einen guten Anlass, Klarheit in die seit Langem bestehende Verwirrung rund um das Syndrom zu bringen.
Wozu eine S3 Leitlinie?
Um Betroffene von komplexen Erkrankungen, wie dem Delir, ideal und nach dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung behandeln zu können, werden Leitlinien von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) herausgegeben 1. Das “S3” zeigt an, dass die höchste Stufe der evidenzbasierten Medizin vorliegt, genauer, dass die Leitlinie durch ein Expertenkomitee basierend auf systematischer Literaturrecherche und -bewertung mit anschließenden Konsensustechniken klare Handlungsempfehlungen gibt 2. Besonders überzeugt die S3-Leitlinie “Delir im höheren Alter” durch ihre Interdisziplinarität und Interprofessionalität: Die Erstellung dieser Leitlinie erfolgte unter Federführung der Deutschen Gesellschaften für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie sowie für Geriatrie und unter Beteiligung von 36 weiteren Fachgesellschaften 3. Wie wichtig die Zusammenarbeit aller Berufsgruppen ist, zeigt die hohe Rate an unerkannten Delirien. Abhilfe schafft die Leitlinie mit sektorenübergreifenden Standards für die Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge.
Die Relevanz zeigt die hohe Inzidenz: Schätzungsweise entwickeln 30% der Über-65-Jährigen im Krankenhaus ein Delir, auf der Intensivstation sind es bis zu 60% der älteren Patienten, wenn diese künstlich beatmet werden müssen, sogar bis zu 80% 4,5. Es sind aber nicht nur sehr Viele akut betroffen, auch die Prognose ist schlecht. So führen Delirien zu doppelt so langen Krankenhausaufenthalten, bei einem Viertel der Betroffenen bleiben anhaltende kognitive Einschränkungen zurück, und das Delir ist mit einer deutlich höheren Sterblichkeit assoziiert 6,7.
Gerade weil es sich um so ein häufiges und gefährliches, aber oft verkanntes Syndrom handelt, ist eine klare Leitlinie für das gesamte medizinische Personal äußerst hilfreich, um eine evidenzbasierte Versorgung gewährleisten zu können 3. Denn mit frühzeitigen, nicht-medikamentösen Maßnahmen kann fast die Hälfte der Delirien verhindert werden 8,9.
Delir: ein akutes Aufmerksamkeitssyndrom
❗ Definition
Ein Syndrom ist eine charakteristische Kombination von Symptomen, die gleichzeitig auftreten, jedoch unterschiedliche Ursachen haben und auf verschiedene Weisen entstehen können 10.
Bei dem Delir handelt es sich um ein akut auftretendes neurokognitives Syndrom, das sich durch sehr heterogene Symptome auszeichnet und durch das Vorliegen bestimmter Kriterien diagnostiziert wird 11. Zu diesen gehören nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11):
- Störung der Aufmerksamkeit, der Orientierung und des Bewusstseins
- Akutes Auftreten und Fluktuation der neuropsychiatrischen Symptome
- Verwirrtheit und eine globale Beeinträchtigung der Neurokognition
- Veränderung der Psychomotorik, von Hypo- bis Hyperaktivität und Agitation
- Affektstörung, insbesondere Angst und Gereiztheit
- Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, Schlaflosigkeit, stärkere Symptome in der Nacht.
Diese heterogenen Symptome erschweren zusammen mit verschiedenen Ursachen oder gar multifaktorieller Genese die Diagnose. Insbesondere das hypoaktive Delir, bei dem Betroffene ganz ruhig und still in ihrem Bett liegen, kann ohne Aussage von Angehörigen zum vorherigen Zustand sehr schwer zu erkennen sein.
Alkohol, Demenz, Infektionen – Wenn die Schwelle überschritten wird
Risikofaktoren müssen früh identifiziert und mögliche Ursachen schnell erkannt werden. Generell werden Risikofaktoren für das Delir in prädisponierende (vorbelastende) und auslösende Faktoren unterteilt. Zu den prädisponierenden Risikofaktoren werden Merkmale gezählt, die das Gehirn anfälliger für Delirien machen, wohingegen auslösende Faktoren akute Belastungen für die Patienten sind und das Delir unmittelbar hervorrufen.
| Prädisponierende Risikofaktoren | Auslösende Risikofaktoren |
|---|---|
| Hohes Alter | Operationen, medizinische Eingriffe, Narkose |
| Gebrechlichkeit, Multimorbidität, Schwere der Erkrankungen | Aufenthalte im Krankenhaus, der Notaufnahme, der Intensivstation |
| Erkrankungen des Gehirns | Infektionen, Schmerzen, Fieber |
| Kognitives Defizit, Demenz, neurodegenerative Erkrankungen | Dehydratation, Mangelernährung |
| Alkohol-/Drogenkonsum | Medikamente, insbesondere Psychopharmaka, Schmerzmittel und anticholinerg wirksame Mittel |
| Einschränkungen der Seh-/Hörfähigkeit | Einsatz von Fixierung |
| Vorangegangenen Delirien | Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus |
| Metabolische und Elektrolytstörungen |
Tab. 1: Übersicht zu prädisponierenden und auslösenden Risikofaktoren des Delirs 12,13
Basierend auf dem Schwellenkonzept könnte schon ein auslösender Risikofaktor ein Delir verursachen, wenn mehrere prädisponierende Faktoren bestehen. So kann bei einer alten, sehr kranken und schwerhörigen Person bereits der Ortswechsel ins Krankenhaus und nächtliche Störungen durch Geräusche ein Delir verursachen. Bei jungen Menschen hingegen müssten mehrere schwere auslösende Risikofaktoren auftreten, wie ein Alkoholentzug, große Operationen, lebensgefährliche Infektionen 4.
Neurotransmitter oder Neuroinflammation?
Was bei Delirien genau auf zellulärer und molekularer Ebene im Gehirn passiert, muss noch intensiver erforscht werden. Vermutlich handelt es sich um ein multifaktorielles Geschehen, bei dem sowohl Störungen des Neurotransmittergleichgewichts als auch Entzündungsprozesse zusammen mit einer alterungsbedingten Anfälligkeit des Gehirns auftreten 14. Zudem könnte auch Stress in Form von einem erhöhten Stesshormonspiegel (Cortisol) und oxidativem Stress (durch reaktive chemische Verbindungen) an der Entstehung des Delirs beteiligt sein 15–18.
Die Neurotransmitterhypothese geht von einer reduzierten Wirkung von Acetylcholin (einem wichtigen Botenstoff für Nervenzellen) im Gehirn aus. Dies könnte beispielsweise für die gestörte Aufmerksamkeit und den veränderten Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich sein. Veränderungen anderer Neurotransmittersysteme könnten die weiteren verschiedenen Symptome und Ausprägungen des Delirs verursachen. Dabei berufen sich Vertreter der Neurotransmitterhypothese auf die Tatsachen, dass verschiedene Delirrisikofaktoren gerade diese Neurotransmitter beeinflussen und Medikamente, die in die Neurotransmittersysteme eingreifen, Delirsymptome verstärken oder verbessern können 14,15.
In Experimenten zeigten andere Forschungsgruppen, dass Entzündungsmediatoren und Veränderungen der Blut-Hirn-Schranke eine zentrale Rolle in der Delirentstehung spielen könnten 19. Diese Neuroinflammationshypothese ist eng mit den anderen Konzepten verknüpft, da Entzündungsvorgänge im Gehirn das feinregulierte Neurotransmittergleichgewicht stören und gleichzeitig durch erhöhte Stresshormonspiegel moduliert werden 20,21.
Frau M., wo befinden Sie sich gerade?
Für das Screening auf Delir stehen unterschiedliche Tests zur Verfügung, die auf Interaktion mit den Betroffenen, durch Beobachtung und auf Fremdanamnese beruhen. Einfache und schnelle Tests, die häufig angewendet werden, sind beispielsweise der 3D-CAM (CAM: Confusion Assessment Method) und der 4-AT 22,23. Beide Tests fragen vier zentrale Merkmale des Delirs ab:
- Wachheit/Bewusstsein: Ist die Person wach, schläfrig, nicht erweckbar?
- Orientierung: Kann sie ihr Alter, das (Geburts-)Datum und den aktuellen Ort nennen?
- Aufmerksamkeit: Kann die Person beispielsweise die Monate rückwärts aufzählen?
- Akute Veränderung: Wurden Veränderungen oder Schwankungen der Symptome in den letzten Tagen festgestellt?
In der S3 Leitlinie wird allerdings betont, dass ein auffälliges Ergebnis im Delirscreening weiterer Diagnostik durch erfahrenes medizinisches Personal bedarf. Da das Delir gerade durch Symptomfluktuation gekennzeichnet ist und sich die Ausprägung im Laufe des Tages stark ändern kann, muss die Untersuchung zu besonders ausgeprägten Zeitpunkten erfolgen und regelmäßig wiederholt werden 24. Anschließend muss strukturiert nach den Delirursachen gesucht und die Patienten gründlich untersucht werden, da die Behandlung der grundlegenden, ätiologischen Faktoren die zentrale Strategie im Delirmanagement ist 24. Zur Diagnostik gehören eine umfassende körperliche Untersuchung, Labordiagnostik von Blut und Urin, Erfassung aller Medikamente, Fremdanamnese durch Angehörige und wenn nötig auch Bildgebung des Gehirns, eine EEG Messung oder eine Untersuchung des Hirnwassers 24.
Das Multikomponenten-Delirpräventionsprogramm
Prävention und Behandlung des Delirs gehen eng miteinander einher und sind durch verschiedene, überwiegend nicht-medikamentöse Maßnahmen bestimmt. Zentrales Ziel ist es, auslösende Risikofaktoren des Delirs zu vermeiden sowie prädisponierende Faktoren und Ursachen zu behandeln. So könnten schätzungsweise bis zu 45% der Delirien bei Patientinnen und Patienten im Krankenhaus verhindert werden 8,9.
In der Versorgung von vulnerablen Personen muss auf die Vermeidung von psychischem und physischem Stress geachtet und Hilfe zur Orientierung angeboten werden. Nach der aktuellen S3 Leitlinie “Delir im höheren Alter” bedeutet das, Schmerzen und Infektionen frühzeitig zu behandeln, Kombinationen an Delir-auslösenden Medikamenten zu vermeiden und Störungen körperlicher Funktionen zu reduzieren. Das medizinische Personal sollte Gefährdete und Betroffene durch frühe Krankengymnastik unterstützen und Fixierung so weit wie möglich komplett vermeiden.
Die Umgebungsgestaltung spielt eine weitere wichtige Rolle: So helfen Lärmreduktion, Orientierungshilfen wie Uhren, Kalender, Namensschilder und tageszeitentsprechende Beleuchtung des Raums der zeitlichen und örtlichen Orientierung. Psychosoziale Unterstützung erfolgt durch Förderung von körperlichen und sozialen Aktivitäten und sollte kognitiv anregend sein. Es sollten keine Medikamente zur Delirprävention gegeben werden. Die Delirbehandlung mit Medikamenten sollte nur bei sehr belastenden Symptomen erfolgen, wenn keine ausreichende Wirkung durch nicht-medikamentöse Maßnahmen erzielt wurde.
Nicht eine Maßnahme allein, sondern alle zusammen sind in einem großen, umfassenden, auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmten Multikomponenten-Delirpräventionsprogramm erfolgreich 24,25.

Aber auch die Betroffenen und Angehörigen selbst können aktiv werden. Angehörige können ihre betroffenen Familienmitglieder oder Freunde regelmäßig besuchen, zur Behandlung im Krankenhaus begleiten und vertraute Gegenstände und Fotos mitbringen 9. Betroffene sollten unbedingt ihre passende Brille, Hörgeräte und Zahnprothesen verwenden und von ihrem Umfeld in der Benutzung unterstützt werden. Geistige Anregung durch Gespräche, gemeinsames Spielen oder Lesen leistet emotionale Entlastung. Zusätzlich empfiehlt die “Patient:innenleitlinie für Betroffene und Angehörige” den Schlaf-Wach-Rhythmus mit festen Tagesstrukturen, regelmäßigen Mahlzeiten und angemessener Raumbeleuchtung am Tag und ruhiger Dunkelheit in der Nacht zu unterstützen 24.
Warum betrifft uns das alle?
Jetzt könntest du vielleicht denken: “Was geht mich das an? Ich bin doch noch keine 70 Jahre alt! Das betrifft doch alte, kranke Menschen!”. Vielleicht kennst du aber eine Frau M. in deinem Umfeld, in deiner Familie, unter deinen Freunden?
Viele Risikofaktoren für ein Delir sammeln sich im Laufe des Lebens an, einige unvermeidlich, andere vermeidbar. Umso wichtiger ist es, aufeinander und auch auf uns selbst zu achten. Und zum Schluss: Auch als Angehörige können wir Menschen helfen, im Alter lange geistig fit und selbstständig zu bleiben, oft schon durch ganz einfache Maßnahmen.
Bildquellen:
Coverbild: ChatGPT generiert
Bild 1: https://de.freepik.com/ und ChatGPT modifiziert
Bild 2: https://de.freepik.com/
Quellen:
3. 109-001l_S3_Delir-im-hoeheren-Lebensalter_2026-01-1.pdf.

Was meiner Meinung nach im Artikel und wohl auch in der Leitlinie fehlt ist das Thema Sauerstoff-Unterversorgung des Gehirns, die ebenfalls zu Angst, Panik, Wahn und Delir führen kann. Diese Unterversorgung entsteht durch beschleunigte Atmung, durch Hyperventilation. Wenn diese Hyperventilation nicht extrem ist fällt sie nicht wirklich als Atemfehler auf, aber sie kann jederzeit mit dem Kapnometer gemessen und im Blut festgestellt werden.
Vielen Dank für den spannenden Hinweis!
Tatsächlich kann eine Sauerstoffunterversorgung über mehrere Mechanismen die Entstehung von Delirien fördern: direkt durch Panikgefühl und Atemnot, wie Sie schreiben, sowie durch eine kompensatorisch gesteigerte Atmung. Diese kann durch eine verstärkte Abatmung zu verringerten CO₂-Werten (Hypokapnie) und dadurch zu einer Verengung der Blutgefäße im Gehirn führen. Zusätzlich schädigt eine Sauerstoffunterversorgung die Nervenzellen direkt und kann Entzündungsreaktionen auslösen. All diese Faktoren können zur Entstehung von Delirien beitragen.
In der Leitlinie wird daher empfohlen, bei Betroffenen unter anderem die Atemfrequenz und die Sauerstoffsättigung zu erfassen sowie nach Anzeichen von Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen zu suchen, die eine Störung der Sauerstoffversorgung verursachen könnten. Ergänzend kann eine Blutgasanalyse durchgeführt werden, bei der die Gasanteile (Sauerstoff, Kohlenstoffdioxid) sowie weitere Parameter (z. B. Blut-pH-Wert, Blutsalze) bestimmt werden, um entsprechende Störungen frühzeitig zu erkennen.
Das verdeutlicht, wie komplex die Entstehung von Delirien ist und wie viele unterschiedliche Faktoren zu ihrem Auftreten beitragen können!
@Corinna Kuhn:
Noch eine Ergänzung zu meinem Kommentar:
Hyperventilation erkennt man in der Regel am offenstehenden Mund und bei stärkerer Hyperventilation an den angewinkelten Armen, der Pfötchenstellung, da bei schlechter mit Sauerstoff versorgten Muskeln die Beuger anziehen.
Außerdem kann man ganz schnell und leicht die Hyperventilation mit einem Kapnometer / Capnograph messen, der die Anzahl der Atemzüge pro Minute und den CO2-Gehalt der ausgeatmeten Luft anzeigt.
Das freut mich sehr, dass so reges Interesse an dem Thema besteht!
Sie haben vollkommen Recht: Atemstörungen, insbesondere Hyperventilation, erkennen zu können, ist auch im Alltag eine sehr nützliche Fähigkeit.
Selbst völlig gesunde Menschen können unter starker psychischer Belastung, etwa bei Panik oder großer emotionaler Aufregung (zum Beispiel beim Konzert des Lieblingsstars 😃), hyperventilieren und dabei kurzzeitig das Bewusstsein verlieren. Beim Hyperventilieren wird vermehrt CO₂ (Kohlenstoffdioxid) abgeatmet. Da CO₂ das Blut leicht ansäuert (wie im Sprudel), führt ein verringerter CO₂-Gehalt zu einer respiratorischen Alkalose (der Blut-pH wird höher, das Blut wird also basischer). Diese geht mit komplexen Veränderungen der Blutsalze (Elektrolyte) einher, unter anderem mit einer Abnahme des ionisierten Calciums. Da Calcium für die elektrische Erregbarkeit von Muskelzellen wichtig ist, kann dies zu einer erhöhten neuromuskulären Erregbarkeit und zu typischen Muskelkrämpfen wie der von Ihnen beschriebenen Pfötchenstellung führen. Dies tritt allerdings nur bei ausgeprägter Hyperventilation auf und muss – ebenso wie eine verstärkte Mundatmung – nicht zwingend vorliegen.
Als Auffrischung des letzten Erste-Hilfe-Kurses: Bei akuter Hyperventilation hilft es, die Betroffenen zu beruhigen und zu einer langsamen, kontrollierten Atmung anzuleiten. Das Atmen in eine Tüte wird heute nicht mehr empfohlen, da dabei das Risiko besteht, eine andere Ursache der Beschwerden zu übersehen!