Wie Hunde denken

Ein “Must-See” für alle Liebhaber von Hunden, Gehirnen und Hundehirnen (7 Min.):

https://aeon.co/videos/what-is-your-dog-really-thinking-mri-brain-scans-might-soon-provide-the-answer

Veröffentlicht von

Geboren 1967 in Emsdetten/Westfalen. Diplom kath. Theologie 1993, Psychologie 1997, beides an der Universität in Bonn. Nach einem Jahr am Leipziger Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung (1997-98) bin ich seit Oktober 1998 klinischer Neuropsychologe an der Universitätsklinik für Epileptologie in Bonn. Ich wurde an der Universität Bielefeld promoviert (2004) und habe mich 2015 an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn habilitiert (Venia legendi für das Fach Neuropsychologie). Klinisch bin ich seit vielen Jahren für den kinderneuropsychologischen Bereich unserer Klinik zuständig; mit erwachsenen Patientinnen und Patienten, die von einer schwerbehandelbaren Epilepsie oder von psychogenen nichtepileptischen Anfällen betroffen sind, führe ich häufig Gespräche zur Krankheitsbewältigung. Meine Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen in den Bereichen klinische Neuropsychologie (z.B. postoperativer kognitiver Outcome nach Epilepsiechirurgie im Kindesalter) und Verhaltensmedizin (z.B. Depression bei Epilepsie, Anfallsdokumentation). Ich habe mich immer wieder intensiv mit den philosophischen und theologischen Implikationen der modernen Hirnforschung beschäftigt (vgl. mein früheres Blog WIRKLICHKEIT Theologie & Hirnforschung), eine Thematik, die auch heute noch stark in meine Lehrveranstaltungen sowie meine öffentliche Vortragstätigkeit einfließt.

16 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das ist ein sehr gutes Thema. Hunde gehören zu den wenigen Tieren, die die menschliche Körpersprache verstehen.
    Ich habe meine Grundregeln im Verhalten gegenüber Jugendlichen aus der Hundedressur abgeleitet. Und…..it works.
    Man kann also sagen, der Hund denkt ähnlich wie ein Mensch , in kurzer abstrahierter Form jedenfalls.

  2. Als Radfahrer werde ich beinahe täglich von freilaufenden Hunden verfolgt. Die Aggressivität und Bissigkeit dieser Tiere verstehe ich dann erst richtig, wenn ich die dazugehörigen Halter der Hunde sehe und höre.
    Hier zeigt sich für mich, dass der Hund im Denken eigentlich seinen Herren kopiert , was dem Hund als Rudeltier nicht negativ anzurechnen ist. Er setzt nur das um, was die Evolution ihm genetisch eingegeben hat, womit wir dann wieder beim Denken der Menschen wären…

  3. Golzower,
    der Jagdtrieb ist den Hunden angeboren. Unser Hund, ein DD, der hat Radfahrer auch gejagt, dann in die Pedale gebissen, bis der Radfahrer abgestiegen ist. Dann war der Fall für den Hund erledigt, er ist wieder zurückgelaufen.
    Das ist nicht mit Bissigkeit zu verwechseln. Ein bissiger Hund, der Kinder beißt, gehört erschossen.
    Übrigens: Hunde träumen auch. Nach der Jagd hat unser DD im Schlafe laut gebellt und gehächelt, als ob er immer noch dem Hasen nachläuft.

  4. @Lennart
    “der Jagdtrieb ist den Hunden angeboren. Unser Hund, ein DD, der hat Radfahrer auch gejagt, dann in die Pedale gebissen, bis der Radfahrer abgestiegen ist. Dann war der Fall für den Hund erledigt, er ist wieder zurückgelaufen.”

    Ergreifen Sie Sicherheitsmaßnahmen, um zu verhindern, dass Ihr Hund seinen Jagdtrieb anwenden kann?
    Haben Sie einen Vorschlag, wie man Hunde halten könnte, sodass dieser Trieb nicht angewandt wird. In Ihrem Beispiel hätte Ihr Hund ja auch in die Wade beißen können. Wenn das nicht an der Erziehung liegt, bleibt ja nur der allgemeine Leinenzwang an allen Orten, wo Jogger oder Radfahrer unterwegs sein können. Oder fällt Ihnen eine andere Lösung ein? An Orten ohne Leine bliebe ja sonst nur der eigene adäquat umzäunte Garten.

  5. libertador,
    den genannte Hund haben wir wieder verkauft, weil uns das Risiko zu groß wurde.
    Der Hund wurde als Jagdhund verwendet und wir haben ihm deshalb das “Jagen”nicht aberzogen.
    Eine einfache Lösung ist eine scharfe Dressur mit Stachelhalsband . Der Hund hört dann auf Zuruf oder auf Pfiff , auch wenn ein Hase neben ihm wegläuft.
    Als Streicheltier war er ja auch nicht gedacht.

    • @Lennart: In Österreich sind Stachelhalsband verboten und nicht nur das, auch das das In-Verkehr-Bringen, der Erwerb und der Besitz von Stachel- und Korallenhalsbändern verboten. Und laut Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auch in Deutschland teilweise.

      Und das zu Recht. Und kommen sie mir nicht damit, dass sie von Hundedressur Ahnung hätten. Stachelhalsband ist schon lange nicht mehr state of the art.

      Danke Herr Gustav für diesen Kommentar. Leider haben viele Hundehalter keine Ahnung von Hunden. Weder von ihren Bedürfnissen noch über die gesetzlich vorgeschriebenen Mindeststandards betreffend Haltung und Pflege.
      Leider sind daran diverse Medien nicht ganz unschuldig, wenn sie selbsternannten Hundeflüsterern,die mit gewaltbetonten Methoden versuchen Hunde zu erziehen, auch noch eine Plattform bieten. Dabei sind Hunde sehr kooperativ und verzeihen uns unsere Fehler. Jedenfalls mehr als wir ihnen. Wenn Hunde sich mal wehren folgt die Todesstrafe ohne Aussicht auf eine faire Verhandlung. Oft werden sie zu Komplizen ihrer Halter, ausbaden müssen es die Hunde ohne daß die wahren Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden.
      Erschreckend, dass Stachelhalsbänder, Elektroschock und diverse andere Folterinstrumente noch immer als Erziehungsmittel in den Köpfen herumgeistern und auch gnadenlos angewendet werden.
      Solche Methoden erfordern halt wenig Hirn vom Anwender.

  6. @Lennart: “Hunde gehören zu den wenigen Tieren, die die menschliche Körpersprache verstehen.”

    Katzen können das, Frettchen können das, sogar bei Ratten hab ich das schon erlebt. Wohl macht das jedes Tier, wohl selbst Zootiere, wenn sie vom aktuellem Verhalten auf Fütterungszeit schließen. Jedes Tier passt sich natürlich an Menschen an (wenn es bei Menschen lebt) und bildet quasi eine “Theorie” wie das Gesehene mit dem Erlebten zusammen zu bringen ist. Nicht nur Hunde.

  7. @Lennart: In Österreich sind Stachelhalsband verboten und nicht nur das, auch das das In-Verkehr-Bringen, der Erwerb und der Besitz von Stachel- und Korallenhalsbändern verboten. Und laut Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auch in Deutschland teilweise.

    Und das zu Recht. Und kommen sie mir nicht damit, dass sie von Hundedressur Ahnung hätten. Stachelhalsband ist schon lange nicht mehr state of the art.

  8. Mexxin, Gustav,
    übertreibt ihr nicht ein wenig mit Eurer Tierliebe. In China werden Hunde gezüchtet zum Schlachten.
    Davon abgesehen ist ein Stachelhalsband die letzte Möglichkeit einen Alpha-Rüden zu bändigen. Bei unserem Nachbarbauern hat der Wachhund das Kind in die Brust gebissen.
    Wir haben den Hund erschossen. Das Kind ist wichtiger als der Hund.
    In einem türkischen Buch habe ich eine Karrikatur über deztsche Familien gesehen. Da schiebt eine Frau einen Kinderwagen und darin liegt ein Hund. Ziemlich treffend finde ich.
    Mit der Plattform übertreibt Ihr auch.
    In der Regel kommt man bei Hunden mit einfacheren Mitteln aus. Wenn der Hund aber aufs Wort gehorchen muss , z.B. bei einer Treibjagd, dann braucht es manchmal auch außergewöhliche Maßnahmen.

  9. US,
    deine Aussprüche und Einsichten haben auch schon Bibelstatus.
    Wenn du nicht bereit bist, den Hund zu erziehen, dann bist du zur Hundehaltung ungeeignet.
    Uli, ich jogge jeden Morgen und da begegnen mir mehr Hunde als mir lieb ist. Und für die gibt es nur zwei Sichtweisen: Freund oder Beute.
    Und wenn mir ein Kampfhund mit 60 Kg ohne Herrchen entgegenkommt, dann bleibe ich lieber stehen.

  10. Christian Hoppe
    schade, dass das Video in English ist. Ich habe nur bruchstückhaft verstanden, worum es geht.
    Davon abgesehen sind die intellektuellen Fähigkeiten eines Hundes enorm.
    Man beobachte mal einen Hütehund, wie der eine Schafherde zusammenhält. Das kann kein Mensch besser.
    Ein Hund unserer Vewandten war darauf abgerichtet, die Kinder zu bewachen und wenn ein Kind zu nah an den Bach kam, dann holte der Hund es zurück.

  11. Ja Lennart, es ist wirklich eine Schande wie Mensch sich und seine Umwelt erzieht.

    Bei den Indianern war es aus gutem Grund verboten Menschen mit geistigen Behinderungen ein Leid / Zwang anzutun, weil man wusste dieser hat einen “direkten Draht” zur Geistwelt – Wir müssen diese ja möglichst nach unserem “aufgeklärt-zivilisierten” Gusto bilden / funktionalisieren und reißen sie daraus, im festen Glauben (und absolutem Unverständnis!) ihnen die bestmögliche Erziehung angedeihen zu lassen!?

    • Es gibt Esoteriker die behaupten der Hund ist mindestens zur Hälfte ein Geistwesen, welches sowohl heilerische Kräfte alsauch die Fähigkeit zur geistigen Begleitung für Sterbende haben soll. Ich weiß nicht woher diese “Erkenntnisse” kommen, kann es mir aus spezieller Erfahrung gut vorstellen, besonders wenn ich an so manchen mir bekannten und nicht / sich selbst erzogenen Hund denke.

  12. hto
    in Canada hat man einem Husky ein Denkmal gesetzt. (Ich hoffe ich bekomme die Geschichte wieder zusammen.)
    Der Besitzer ist auf dem Marktplatz dieser Stadt gestorben. Nach dem
    Ttode kam der Hund jeden Tag zur gleichen Zeit wieder an die gleiche Stelle und hat 2 Stunden Wache gehalten. Das ging jahrelang so, bis der Hund auch an der Stelle gestorben ist.
    Für diese Treue haben ihm die Bewohner der Stadt ein Denkmal errichtet.

    Überhaupt erinnern uns die Tiere daran, dass wir nicht allmächtig auf sie herabschauen sollen. Die therapeutische Wirkung von Hunden auf Menschen ist ja bekannt, gerade bei Depression.

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