Video: Die Asteroidenentdeckungen 1980-2010

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Diese fantastisch gute Animation muss man gesehen haben: Sie zeigt die Entwicklung der Asteroidenentdeckungen seit 1980. Waren damals nicht einmal 10000 Brocken bekannt, so stieg diese Zahl bis 2010 auf mehr als eine halbe Million. Dementsprechend gut gefüllt präsentiert sich die animierte Grafik zum Ende. Da kann einem schon ein bisschen mulmig werden!

Die von Scott Manley erstellte Animation zeigt das innere Sonnensystem bis zur Jupiterbahn. Merkur, Venus, Erde, Mars und Jupiter kreisen als blaue Punkte. Neu entdeckte Asteroiden blitzen kurz weiß auf und ändern dann ihre Farbe: Grün für solche, die der Erde nie nahe kommen, gelb für Asteroiden auf erdnahen Bahnen und rot für die berüchtigten Erdbahnkreuzer. 

Das Video für die volle Ansicht auf 16:9 stellen! Auf Scott Manleys Seite gibt es das Ganze auch in höherer Auflösung, zusammen mit einer Reihe weiterer spannender Animationen.  

Es ist interessant zu sehen, wie einzelne Beobachtungskampagnen die Zahl der bekannten Asteroiden schubweise erhöhen. Ab Mitte der 1990er Jahre steigt die Entdeckungsrate deutlich an – nun übernehmen automatische Suchprogramme die Hauptarbeit. Meist erfolgen die Entdeckungen in der Sonnengegenrichtung, denn dort sind die Asteroiden von der Erde aus am besten sichtbar. Ein neues Entdeckungsmuster ist ganz am Ende der 2000er Jahre zu beobachten, wenn der Satellit WISE vom Orbit aus auch senkrecht zu dieser Oppositionsrichtung beobachtet. Mehrmals kann man erkennen, dass viele Asteroiden in Richtung auf Jupiter entdeckt werden: Nebenprodukte der Suche nach Jupitermonden.

Ein preisverdächtiges, äußerst lehrreiches Video, das zeigt, wie gut bevölkert unser Sonnensystem doch ist…

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

2 Kommentare

  1. Wirklich beeindruckend

    Hallo Jan,

    sehr gute Idee, das Video hier einem größeren Kreis bekannt zu machen!
    Einige deiner Erklärungen beantworten mir Fragen, die ich gestern noch hatte, z.B. das Entdeckungsmuster durch WISE.

    Viele Grüße

    Kai

  2. Klasse !

    Wirklich schönes Video! Bei der diesjährigen Woche der Wissenschaft in Spanien, konnte ich mir einige Vortr¨ge mit schönen Animationen ansehen. Mein Fovorit war dabei ein Video über die Enstehung von Sternen.

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