Sterne auf der Roten Liste

Vom 16. bis zum 28. März soll an vielen Orten weltweit die Anzahl der sichtbaren Sterne im Sternbild Orion bestimmt werden, um den Grad der Lichtverschmutzung, der Aufhellung des Sternhimmels zu dokumentieren. Im Internationalen Jahr der Astronomie kommt dieser Aktion im Rahmen des Schwerpunktprojektes "Dunkler Nachthimmel" besondere Bedeutung bei.

Bei der unter dem Namen "Globe at night" bekannten Aktion handelt es sich um ein "Cornerstone"-Projekt im Rahmen des internationalen Astronomiejahrs. Mit dieser Sternzählung soll das schleichende Verschwinden des Sternhimmels dokumentiert und ein Bewusstsein für den Verlust geschaffen werden, den sich die Menschheit selbst zufügt. Daher mein Aufruf an alle Sternfreunde: Macht mit bei der Aktion und sendet eure Ergebnisse an die zentrale Homepage des Projekts!

Der ein oder andere mag sich darüber hinaus fragen, ob neben der Sternzählaktion, deren Ergebnis wohl niemanden überraschen wird, nicht auch weitergehende Initiativen für einen wirksamen Schutz des Nachthimmels im Rahmen des Astronomiejahres sinnvoll sind. Sollte man nicht auch versuchen, in einer gemeinsamen, internationalen Aktion mehr zu erreichen als eine reine Dokumentation des "Ergrauens" unseres Nachthimmels? Dieser Meinung ist zumindest dieser Blogger. Die Ergebnisse des Globe-at-Night Projekts werden dadurch nicht weniger wertvoll, sie können als wichtige Argumentationsgrundlage dienen. 

Eine Anleitung auf deutsch kann übrigens hier heruntergeladen werden (Dank an Dr. Andreas Hänel): Globe at Night_D.pdf

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

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