Saturnbedeckung am 7./8. Juli

BLOG: Himmelslichter

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Himmelslichter

Im südlichen Südamerika fand gestern Abend eine seltene Saturnbedeckung durch den Mond statt. Bei fast klarem Himmel und gutem Seeing konnten wir das Ereignis in der chilenischen Hafenstadt La Serena sehen. Beobachtet haben wir vor allem visuell mit unserem 12″ Dobsonteleskop, kurz vor und nach der Bedeckung haben wir zusätzlich ein paar Fotos schießen können, teilweise einfach mit ans Okular gehaltener Kompaktkamera.

Mond und Saturn, etwa eine Viertelstunde vor der Bedeckung. Saturn ist der kleine Lichtpunkt rechts vom Mond. Aufnahme mit einem 200mm Teleobjektiv.
Mond und Saturn, etwa 75 Minuten vor der Bedeckung. Saturn ist der kleine Lichtpunkt rechts vom Mond. Aufnahme mit einem 200mm Teleobjektiv.
Saturn kurz vor der Bedeckung am dunklen Mondrand. Aufgenommen mit einer Canon Powershot A1200, freihand ans Okular gehalten.
Saturn kurz vor der Bedeckung am dunklen Mondrand. Aufgenommen mit einer Canon Powershot A1200, freihand ans Okular gehalten.
Knapp eine halbe Stunde später trat Saturn am hellen Mondrand aus. Wiederum mit der Powershot fotografiert.
Knapp eine halbe Stunde später trat Saturn am hellen Mondrand aus. Wiederum mit der Powershot fotografiert.
Als Bonus gab es vor Bedeckungsbeginn noch einen schönen 22°-Mondhalo zu sehen (8mm Fisheye)
Als Bonus gab es vor Bedeckungsbeginn noch einen schönen 22°-Mondhalo zu sehen (8mm Fisheye)

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Jan Hattenbach

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

3 Kommentare

  1. War ja wieder mal klar, dass sowas nicht in Sichtweite von Mitteleuropa passiert. Nicht, dass ich hier etwas gesehen hätte, bei dem Dauerregen. Das Bild vom Bedeckungseintritt ist beeindruckend. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass es freihand ins Okular hinein geknipst wurde.

  2. Das Bild vom Bedeckungseintritt finde ich auch sehr gut. Was mir auch gefällt ist, wie gut man darauf Details vom Mond erkennt. Da wäre der Krater Plato oben rechts, dann die Gebirge Montes Teneriffe und Montes Recti und das Promontorium Laplace, die ich nach etwas Grübeln dann doch erkannt habe. Die ungewohnte Seitenansicht hat die Sache etwas schwieriger gemacht. Und der Saturn in einer Grösse, von der ich bisher nur träumen kann…

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