Philae beim Sprung fotografiert

Das nennt man Citizen Science: Eamonn Kerins, Astrophysiker an der University of Manchester, hat zwar direkt nichts mit der Rosettamission zu tun, schnappte sich aber die frei verfügbaren Bilder der Rosetta NAVCAM von vor und nach dem ersten Aufsetzen des Landes, die hier bereits (22:45 MEZ…) als animiertes Bild gezeigt wurden. Und subtrahierte die beiden voneinander am Rechner. Das Ergebnis zeigt nicht nur die vermutliche Staubwolke besser, die beim Aufprall entstanden sein dürfte, sondern wenige Meter davon entfernt auch einen hellen Fleck, den man durchaus als Philae beim “hüpfen” interpretieren kann. Dazu passt der dunkle Fleck gleich unterhalb davon – vermutlich Philaes Schatten auf der Kometenoberfläche.

Update: Kaum habe ich meinen Blogpost online, bestätigt die ESA – es ist tatsächlich Philae und sein Schatten, die auf dem Bild zu sehen sind. Neben Kerins hatten noch eine Reihe anderer Leute die gleiche Idee.

Re-Analyse der NAVCAM-Bilder des ersten Aufpralls: Ist der helle Fleck Philae, wie er über die Kometenoberfläche springt?

Re-Analyse der NAVCAM-Bilder des ersten Aufpralls: Ist der helle Fleck Philae, wie er über die Kometenoberfläche springt?

Natürlich ist das momentan noch (gut begründete) Spekulation – ich kann nicht sagen, wie viele Pixel groß Philae auf den Bildern sein sollte. Aber zur Größe der Staubwolke passt die Interpretation meiner Meinung nach, und wenn der Lander das Sonnenlicht reflektiert, könnte die Reflexion auch etliche Pixel größer gewesen sein als der eigentliche Lander.

Schaut man sich die Animation genauer an, sieht man den hellen und den dunklen Fleck auch hier:

Philaes erste Touchdown, gesehen von der NavCam an Bord von Rosetta

Philaes erste Touchdown, gesehen von der NavCam an Bord von Rosetta

Aus der Position des Landers auf dem Bild, dem Zeitpunkt der Aufnahme und dem Wissen über die Dauer des Hüpfers müsste das doch auch beim Auffinden des Landers helfen.

 

 

 

 

 

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

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