Meteoritenkrater wird Touristenattraktion

Was ist eigentlich mit dem Meteoritenkrater in Peru? Mehr als zwei Monate sind nun vergangen, seit ein Meteorit am 15. September 2007 im Süden des Landes einen Krater mit einem Durchmesser von 14 Metern schlug. Mehrere Kilogramm des als H4/5-Chondriten identifizierten Meteoriten wurden an der Einschlagsstelle gefunden, mitten im Dorf Carancas in der Nähe des Titicacasees. Der Wunsch vieler Wissenschaftler, den Krater für die Suche nach einer möglicherweise tonnenschweren Restmasse aufzugraben, scheiterte jedoch zunächst an den technischen Gegebenheiten und nicht zuletzt auch an unterschiedlichen Meinungen der Verantwortlichen vor Ort. Schließlich wurde noch bekannt, dass der Krater als touristische Attraktion genutzt werden sollte. Dann wurde es ziemlich ruhig um Carancas.  

Die schlechte Nachricht vorweg: Die Restmasse wurde bisher immer noch nicht gefunden, man hat nicht einmal nach ihr gesucht. Der schlammige Untergrund dürfte sie, sofern es sie denn überhaupt gab, mittlerweile zersetzt haben. Chondriten wie der von Carancas verwittern schnell, im Gegensatz zu den viel beständigeren Eisenmeteoriten. 

Der Meteoritenkrater von Carancas am 26.09.2007

Der Meteoritenkrater am 26. September 2007, 11 Tage nach dem Fall. 

Nun aber gab die Regionverwaltung in Puno Details bekannt, wie mit dem Krater weiter verfahren werden soll. In mehreren Stufen soll er konserviert und zu einer Sehenswürdigkeit ausgebaut werden. Damit er auch nach Jahren noch sichtbar ist, muss man ihn vor der natürlichen Erosion schützen. Dazu ist geplant, in einem ersten Schritt einen unterirdischen Flusslauf umzuleiten und die Absturzstelle zu überdachen. Diese Arbeiten sollen bis Mitte Dezember abgeschlossen sein, möglichst noch vor dem Beginn der jährlichen Regenzeit. Rund 5000 Euro werden hierfür zur Verfügung gestellt, das Geophysikalischen Institut Perus (IGP), das Institut für Bergbau und Mineralogie (INGEMMET) sowie ausländische Wissenschaftler sollen sich die Planung und Überwachung der Arbeiten teilen. Von der zweiten Stufe des Ausbaus ist bisher nur bekannt, dass zu ihr der Bau einer Straße zum Krater gehören soll. 

In wie weit die Maßnahmen zur Erhaltung des Kraters erfolgreich sein werden, bleibt abzuwarten. Bereits Ende September waren die Spuren der Erosion durch den Regen deutlich festzustellen. Und ob sich tatsächlich viele Touristen an ein schlammiges Loch locken lassen? Da bin ich doch eher skeptisch. Aus wissenschaftlicher Sicht wäre die Suche nach der Restmasse sinnvoller gewesen. Ob es überhaupt einen großen Meteoriten unter dem Krater gegeben hat ist nach wie vor umstritten und eine Antwort darauf wäre sehr aufschlussreich gewesen. Doch diese Frage wird wohl für immer ungeklärt bleiben. 

 

 

 

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

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