Komet Lovejoy hat überlebt!

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Himmelslichter

Der am 2. Dezember 2011 entdeckte Kreutz-Komet C/2011 W3 Lovejoy (weitere Informationen hierzu hier und hier) hat seine Sonnenpassage zumindest teilweise überlebt. Das zeigen Aufnahmen des weltraumgestützen Sonnenobservatoriums SOHO. Der Komet war am 16. Dezember gegen 01:00 MEZ in einem Abstand von nur 140000 Kilometer an der Sonne vorbeigeflogen.

Bild: SOHO, NASA/ESA, GIF-Animation, zum Abspielen anklicken!

Das SOHO-Video zeigt, wie sich der abgetrennte Schweif noch auf die Sonne hinzubewegt (links), während sich der restliche Komet (rechts) bereits wieder von dem Tagesgestirn entfernt. Seltsamerweise scheint er nach dem Perihel seinen Schweif verloren zu haben. Möglicherweise hat er all sein flüchtiges Material bei der Annäherung an die Sonne verloren, es könnte aber auch sein, dass der Schweif gerade genau in Gegenrichtung weist und daher von der Position der SOHO-Sonde (die der der Erde recht ähnlich ist) nicht sichtbar ist. UPDATE: Der Schweif ist wieder da. UPDATE2: Und hier ist der Komet

SOHO blickt direkt auf die Sonne, die aber von einer Blende abgedeckt ist (runde blaue Fläche im Bild). Die Größe der Sonnenscheibe ist durch den weißen Kreis angegeben. Der nächste Annäherung des Kometen ist so dicht an der Sonnenoberfläche, dass sie von der Blende verdeckt wird. Die “Strahlen”, die von der Sonne ausgehen, gehören zur Sonnenkorona, der äußersten Atmosphärenschicht unseres Sterns.  

Was aus Komet Lovejoy und seinem Schweif wird, ob er sich vielleicht doch noch auflöst – die nächsten Tage werden es zeigen!

(via Spaceweather)

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

3 Kommentare

  1. Wahnsinn …

    Das muss man sich mal klar machen … 140,000 km Minimalabstand. 20% des Sonnenradius! Bei der Erde wären das umgerechnet gerade mal 1300 km. Wie mag ein Stern aus einer solchen Entfernung wohl aussehen? Kaum vorstellbar.

    In diesem Zusammenhang möchte ich an die geplante NASA-Mission Solar Probe Plus erinnern, die sich der Sonne bis auf weniger als 6 Millionen km nähern soll.

  2. Nachklapp …

    … und wurde von verschiedenen Amateurastronomen zwischenzeitlich auch fotografisch wieder dokumentiert, wie Berichte in den Foren ausweisen.

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