E-ELT-Blast am 19. Juni

Das European Extremely Large Telescope (E-ELT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) ist das nächste große Ding der bodengebundenen Astronomie. Sein 39 Meter großer Hauptspiegel (zusammengesetzt aus 798 Einzelsegmenten) wird nicht nur heutige, sondern auch alle derzeit geplanten Großteleskope an Lichtsammelkraft weit übertreffen.

Computersimulation des E-ELT, das zukünftige größte optische Teleskop der Welt (Bild: ESO/L. Calçada)

Computersimulation des E-ELT, das zukünftige größte optische Teleskop der Welt (Bild: ESO/L. Calçada)

Der kommende Donnerstag markiert einen wichtigen Meilenstein der Konstruktion des E-ELT: Der Gipfel des Bergs Cerro Armazones wird gesprengt, um Platz zu schaffen für die gewaltige Kuppel des zukünftigen Riesenteleskops.

Der Cerro Armazones (links oberhalb der Bildmitte) hinter den Kuppelbauten der vier großen 8,2-Meter-Hauptteleskope des Very Large Telescope auf dem Cerro Paranal. Am Horizont ist der schneebedeckte 6720 Meter hohen Vulkan Llullaillaco zu erkennen, der sich ganze 190 km östlich an der Grenze zu Argentinien befindet. (Bild: ESO/M. Tarenghi)

Der Cerro Armazones (links oberhalb der Bildmitte) hinter den Kuppelbauten der vier großen 8,2-Meter-Hauptteleskope des Very Large Telescope auf dem Cerro Paranal. Am Horizont ist der schneebedeckte 6720 Meter hohen Vulkan Llullaillaco zu erkennen, der sich ganze 190 km östlich an der Grenze zu Argentinien befindet. (Bild: ESO/M. Tarenghi)

Das Ereignis im Norden Chiles wird im Internet am 19. Juni von 18:30 bis etwa 20:30 MESZ live übertragen. Dieser Blogger wird vor Ort sein und seine Erlebnisse später hier aufschreiben. Auf Twitter lässt sich das Ereignis ebenfalls verfolgen, die @ESO wird live twittern und Fragen unter dem Hashtag #EELTblast beantworten. Natürlich werde ich auch meinen eigenen Twitteraccount mit Eindrücken aus der Atacamawüste füttern!

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

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  1. Pingback:Cerro Armazones – ein letzes Mal in voller Größe › Himmelslichter › SciLogs - Wissenschaftsblogs

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