Die Lügen der Verschwörungstheoretiker

Himmelslichter

Die albernen Ideen der Leute, die allen Ernstes behaupten, die Amerikaner hätten sechs(!) Mondlandungen im Fernsehstudio gefälscht (und eine gescheiterte dazu), haben mich nie sonderlich interessiert. Warum sollte man auch seine wertvolle Zeit mit den Spinnereien von Profilneurotikern und Lügnern verbringen? Andererseits – sind das nicht Vorurteile? Wäre es nicht richtig, sich zumindest ihre Argumente anzuhören?

Eine prima Gelegenheit dazu hatte ich am Freitagabend. Auf Einladung der Sternwarte Aachen war Rainer Kresken in der Stadt. Kresken ist kein Unbekannter in der Kaiserstadt. An der RWTH Aachen studierte er Luft- und Raumfahrttechnik, er war Mitarbeiter der Sternwarte und arbeitet heute als Raumfahrtingenieur bei der ESA. Als Amateurastronom ist er zudem Leiter der Starkenburg-Sternwarte in Heppenheim und mehrfacher Kleinplanetenentdecker. Eine Leidenschaft von ihm ist aber die Aufklärung der angeblichen Mondlandeverschwörungstheorien. Uns so hielt er in Aachen seinen mittlerweile berühmten (und bei unverbesserlichen Konspirationstheoretikern berüchtigten) Vortrag Waren Menschen auf dem Mond? Das Projekt Apollo zwischen Fakten und Verschwörungstheorien.

Das Dumme für jeden, der gerne an krude Thesen glaubt, ist, dass Kresken dem nachprüfbare Wissenschaft und den gesunden Menschenverstand entgegensetzt. Die Erzfeinde jedes Verschwörungstheoretikers! Dabei lässt er die Advokaten des Schwachsinns selbst zu Wort kommen. Letzteres tun zwar auch renommierte Medien wie ARD oder Spiegel, und Kresken zeigte etliche entsprechende Fernsehausschnitte. Was deren hauptberufliche Journalisten leider nicht hinbekommen haben – ein bisschen kritisches Hinterfragen und ein wenig Quellenrecherche – holt Kresken nach. Dazu benötigt er nicht viel mehr als ein rudimentäres naturwissenschaftlich-technisches Verständnis. Was dann übrig bleibt, ist, so Kresken, nicht mehr als "ein dampfender Haufen aus Lügen, Taschenspielertricks und intellektuellen Fehlleistungen."

Nur ein einziges Beispiel soll in diesem Blog genügen, um die Dreistigkeit der Lügen zu demonstrieren, mit denen Menschen gezielt hinters Licht geführt werden (um ihnen hinterher ihr Geld für wertlose Bücher und DVDs voller Verschwörungsschrott abzunehmen). Da verbreitete Ralph René, eine Art Übervater der Mondlandungslüge, über viele Jahre die These, in einem Buch des Apollo-Astronauten Michael Collins werde ein Foto eines Astronauten in einem Trainingsflugzeug gleich zweimal gezeigt: Einmal als Originalaufnahme mit dem Inneren de Flugzeugs im Hintergrund, und ein weiteres Mal mit dem wegretuschierten Hintergrund – eine Außenbordaktivität während einer Gemini-Mission zeigend. Selbstverständlich wurde das Bild extrem manipuliert (also gespiegelt und verkleinert), damit nur hochintelligente Verschwörungstheoretiker auf diese perfide Täuschung der NASA kommen! Klar – die Außenbordaktivität hat es nie gegeben, eine klare Lüge der NASA!

Gefälscht! Es waren gar keine Playmobil-Astronauten auf dem Mond! Rainer Kresken während seines Vortrages. 

René, Experte für Verschwörungen aller Art und selbsternannter "Wissenschaftler", ruht inzwischen in Frieden. Seine Theorien leider nicht. Das auch wegen der Aufmerksamkeit, die ihm zu Lebzeiten die Medien nur allzu gerne zuteil werden ließen. Natürlich hätten sich die Profis von der ARD das Buch mal anschauen können. Haben sie aber nicht. Kresken hat – und tatsächlich finden sich beide Fotos darin. Das angeblich gefälschte gleich zu Anfang des Buchs, als "grafische Illustration" einer Außenbordaktivität, denn bei der tatsächlichen Mission ging die Originalkamera verloren. Nirgendwo wird behauptet, das Bild sei im Weltraum aufgenommen.

Mal abgesehen davon muss man schon unwahrscheinlich dämlich sein, um als Fälscher das Originalbild im selben Buch abzudrucken. Ob René nicht den intellektuellen Weitblick besaß, die nun wirklich außerordentlich einfache Entlarvung seiner Lüge vorauszusehen, wird man nicht mehr erfahren. Wahrscheinlich konnte er sich der Einfallslosigkeit und Faulheit seiner Medienpartner nur allzu sicher sein.

Und so geht es weiter, jedem Scheinargument der Konspirationsfreunde setzt Kresken eine klare und plausible Erklärung entgegen. Manchmal ist die Lösung trivial, wie im Fall des Collins-Buchs. Manchmal auch etwas kniffliger, aber immer kommt man mit dem Wissen eines halbwegs naturwissenschaftlich aufgeklärten Menschen darauf. Man muss nicht studiert haben, als die Verschwörungstheorien als die heiße Luft zu entlarven, die sie sind!

Nach mehr als einer Stunde und einer lebhaften Diskussion mit dem Auditorium kam Kresken dann auch auf den Kernpunkt seines Vortrages, seiner Motivation, sich mit diesem Thema so intensiv auseinander zu setzen: Nur in einer Gesellschaft, in der Naturwissenschaft und Technik einigen Experten überlassen wird und naturwissenschaftliches Analphabetentum für den Rest akzeptiert wird, können Verschwörungstheoretiker Geld verdienen.

Das mag bei der Mondlandung noch harmlos erscheinen. Ebenso kann die Welt auch gut mit ein paar selbsternannten Einsteinwiderlegern leben. Problematischer wird es jedoch bei Themen, die unser Leben stark beeinflussen. Gentechnik, Kernkraft, Klimawandel oder die moderne Medizin – hier wäre es gefährlich, die Diskussion Verschwörungstheoretikern, Esoterikern oder inkompetenten, aber mediengewaltigen Politikern zu überlassen. Für eine funktionierende Demokratie ist es überlebenswichtig, dass mündige Bürger in der Lage sind, billige Taschenspielertricks und glatte Lügen als solche zu erkennen.

In diesem Sinne kann die Beschäftigung mit den Mondlandeverschwörungstheorien ein gutes Training für den gesunden Menschenverstand sein.

Jan Hattenbach

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

33 Kommentare

  1. Geld verdienen mit Verschwörungstheorien

    Schöner Beitrag! Ich habe immer geahnt, dass Playmobil-Astronauten auf dem Mond gelandet sind!

    Aber mal im Ernst: Es klingt hier an, dass “Geld verdienen” eine Motivation für Verschwörungstheoretiker ist. Ist das wirklich so? Ich vermute, dass mehr ordentlich recherchierte Bücher über Apollo verkauft wurden (und werden), als Bücher mit Mondlandeverschwörungen – so wie es auch mehr Astronomen gibt, die von der Astronomie leben können, als Astrologen, die von der Astrologie leben.

    Mich stört immer so ein bisschen das naheliegende Argument, Esoteriker und Verschörungstheoretiker wollen den Leuten nur an den Geldbeutel. Richtig daran verdienen tun ja eher Verlage und Fernsehsender. Für die Spinner und Esoteriker müssen andere Gründe wichtiger sein, warum sie an so einen Käse wie die Mondlandeverschwörung glauben und das propagieren. Geltungssucht? Verfolgungswahn? Narzistische Kränkung? Ein Fall für die BrainLogs?

  2. Ralph Rene und Konsorten

    @Jan, der Link zu Ralph René in deinem Artikel funktioniert nicht. Hier ist einer, der auf Renés andere absonderlichen Ideen Bezug nimmt. Ich glaube, da erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

    http://en.wikipedia.org/…Ren%C3%A9#Other_beliefs

    @Stefan Taube: Was die Finanzen anderer US-Verschwörungstheoretiker angeht, habe ich keine Informationen, aber ich habe neulich ein Interview mit Bill Kaysing gesehen, das kurz vor seinem Tod auf genommen wurde. Es sah da so aus, als lebe der Mann in einem Trailer Camp, was ich nicht gerade als ein Zeichen finanziellen Erfolgs werte. Nicht, dass ich ihm den nun sonderlich wünschen würde.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Bill_Kaysing

  3. @Stefan Taube: Geld wurde jedenfalls im Vortrag als zentrales Motiv genannt, wobei ich durchaus glaube, dass es vielen Verschwörungstheoretikern einfach um die Pflege ihrer Profilneurose geht.

    @Karl Bednarik: Leonid Breschnew wurde von Kresken auch als “Kronzeuge” der Mondlandungen genannt: Unabhängig von den USA, durch Drohungen nicht einzuschüchtern, technisch in der Lage und politisch willens eine vermeindliche Verschwörung aufzudecken!

    @Michael: Danke, den Link zu Wikipedia wollte ich ursprünglich auch einbauen – ist repariert!

  4. @Karl Bednarik

    Oder hat vielleicht der KGB mit der CIA gemeinsame Sache gemacht?

    Wie, die Theorie, nach der dser kalte Krieg eine zwischen den Supermächten abgekartete Sache war, um die Welt zwischen sich aufzuteilen und permanent in Friedenszeiten eine Kriegsrüstung unterhalten zu können, kennen Sie noch gar nicht?

    Jetzt bin ich aber enttäuscht von Ihnen.

  5. Beweis aus Deutschland genügt

    da die Mondlandung live mit der 20m Antenne der Sternwarte Bochum übertragen wurde (die Geräte stammten von der bayr. Firma Rhode&Schwarz) und man vielleicht weiß, wie schmal die Empfangskeule einer so großen Antenne ist (muss mit dem Mond sehr genau nachgeführt werden), braucht man nicht die NASA oder den KGB oder die Verschwörer um die Theorien zu beweisen oder zu wiederlegen. Für mich ist das der beste Beweis für die Mondlandung. Ganz frei von NASA oder sonstigen Behörden und Geheimdiensten.

  6. Alles als Verschwörungstheorie abzutun zeugt schon von typischer journalistischer Hybris und fatalem Glauben an alles technische Machbare,was einem so als Story vorgesetzt wird. Über das Buch von diesem Rene kann man streiten, ich kenne es nicht. Allerdings habe ich die Mondlandungen damals live miterlebt und schon als junger Student meine tiefen Zweifel geäußert. Bin ich selber seit jahrzehnten Ingenieur und technisch absolut Up-to-date und doch kommen in mir sehr starke Zweifel auf, wie es den Amerikanern Ende der 60.Jahre gelingen sonnte, mit einer Mondfähre auf dem Mond sicher zu landen, die auf der Erde nur Bruchlandungen hingelegt hatte. Und dann durch den van-Allen Gürtel zu manövrieren, ohne dass die Crew irgendwelche Strahlungsschäden abbekommen hätte, wobei es heute noch höchst riskant ist, in tieferen Schichten über der Erde zu manövrieren. Von Strahlungsausbrüchen auf der Sonne ganz zu schweigen und dies 14mal? So viel Glück haben die amerikanischen Missionen 40 Jahre später mit verbesserter Technik jedenfalls nicht. Erst wenn die Russen oder Chinesen als unvoreingenomme Nation die Landungsstellen besuchen und und der Welt die Hinterlassenschaften auf der Mondoberfläche objektiv nachweisen, kann ich daran glauben. Amerikanische Beweise halte ich aufgrund ihrer fortwährenden Lügen in Politik und Wirtschaft für absolut unglaubwürdig, die NASA wird sich hüten, die Büchse der Pandora zu öffnen und die europäische ESA ist ohnehin nicht unabhängig.

  7. @Winfried Daumann

    “Alles als Verschwörungstheorie abzutun”

    Mehr noch, ich tue es als Lüge ab, was es auch ist.

    “Über das Buch von diesem Rene…”

    Das Buch ist von Michael Collins, nicht von René. Sie müssen schon richtig lesen.

    “…kann man streiten, ich kenne es nicht.”

    Sie kennen es nicht, zweifeln aber erst mal alles an? Machen Sie sich erst mal mit den Fakten vertraut, bevor Sie eine Meinung bilden!

    “…”

    Hören Sie sich den Vortrag mal an. Machen Sie sich mit den Fakten vertraut. Wenden Sie ihr Ingenieurswissen an. Und seinen Sie vorsichtig, wem Sie Hybris unterstellen oder vorwerfen, die Unwahrheit zu sagen.

    “Erst wenn die Russen oder Chinesen als unvoreingenomme Nation die Landungsstellen besuchen und und der Welt die Hinterlassenschaften auf der Mondoberfläche objektiv nachweisen, kann ich daran glauben.”

    Ach was – die stecken doch mit den Amis auch unter einer Decke, meinen Sie nicht?

    Bezgl. des Van-Allen-Gürtels: Auch dieser Aspekt wurde im Vortrag genannt. Die Strahlung steigt während des Durchflugs tatsächlich an, aber nur für wenige Minuten. Diese Dosis ist daher nicht gefährlich. Aber woher wissen Sie überhaupt, dass es diesen Gürtel gibt? Ich habe ihn nie gesehen. Für mich alles eine Verschwörungstheorie!

  8. Technisch up to date …

    “Technisch up to date” ist ein beliebig schwammiger Begriff mit stark subjektiver Komponente. Mit der Kompetenz verhält es sich wohl wie mit der Intelligenz – sie ist so gerecht verteilt wie sonst nichts anderes, den jeder ist der Meinung, er sei damit ausreichend ausgestattet.

    Um die Machbarkeit der Mondlandungen und die Plausibilität der Verschwoerungstheorien zu beurteilen, kommt es allerdings weniger auf den Grad der Ausstattung mit dieser Eigenschaft an. Da ist es weitaus wichtiger, wie intensiv man sich mit der betreffenden Materie befasst hat.

    Ob sich jemand ausreichend tiefgreifend damit befasst hat, merkt man unter Anderem auch daran, ob das, was er behauptet, Hand und Fuß hat, beispielsweise zu “Landeversuchen mit der Mondfähre auf der Erde” (gemeint ist wohl das LM =Lunar Module).

    Ein weiteres Indiz für mangelnde Bereitschaft zur Recherche ist das sofortige Vorbringen der üblichen Vorurteile über angebliche Unglaubwürdigkeit “der Amerikaner”. Wer im technischen Material Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gefunden findet, sollte doch einfach diese vorbringen. Das politische Stammtischgeschwafel bräuchte er dann gar nicht.

  9. Erkenntnisgewinnung

    War der Mensch auf dem Mond?
    Wenn ich mich in die Rolle eines sogenannten Verschwörungstheoretikers begebe, dann könnte ich auch behaupten, dass die Amerikaner mit den Außerirdischen unter einer Decke stecken. Die haben für die Amerikaner die Gerätschaften auf den Mond gebracht und die Spuren angelegt.
    In der Hochschule Mittweida gab es vor einigen Jahren eine Veranstaltung mit dem Thema „War der Mensch auf dem Mond?“. Interessant war für mich als Funktionalistiker ob in dem Zusammenhang die Frage nach der Authentizität der der Menschheit über die Mondlandung gezeigten Bilder und Filme gestellt würde. Das erfolgte leider nicht. Ich glaube, da hat auch mal ein russischer Kosmonaut gesagt, dass nicht alle Bilder und Filme die der Menschheit über die Mondlandung gezeigt wurden, Aufnahmen sind, die vom Mond stammen. Das deckt sich mit meiner Auffassung.
    Die Frage, ob der Mensch auf dem Mond war, lässt sich heute anhand der auf dem Mond hinterlassenen Geräte und Spuren eindeutig beantworten.
    Was Einstein anbelangt, so können wir ihn leider nicht mehr fragen. Aber es bringt die Erkenntnisgewinnung durch die Wissenschaftler nicht voran, ausschließlich Verfechter oder Gegner von etwas zu sein. Als Funktionalistiker betätige ich mich weder als Verfechter noch als Gegner sondern ich unterscheide Brauchbares und Unbrauchbares, je nachdem, ob und wie ich es über das Fernrohr von Galileo Galilei bestätigt finde.
    Ich selbst konnte für mich aus der Relativitätstheorie (und weiteren Erkenntnissen) funktional ableiten, wie die Gravitation quantenphysikalisch funktioniert. Die etablierte Wissenschaft kann zu dieser Erkenntnis über die Gravitation nicht gelangen, weil es die Relativitätstheorie gibt. Das ist die logische Konsequenz daraus, nur Verfechter oder Gegner zu sein.
    Joachim Blechle

  10. Noch eine Verschwörungstheorie:

    1.) Von allen offiziellen Stellen wird dementiert, dass am 14. Juni 1947 über Roswell (New Mexico) ein unbekanntes Flugobjekt abgestürzt sein soll.

    2.) Am 9. Februar 1951 entdeckte man die ersten völlig unsterblichen menschlichen Zellen, die HeLa-Zellen.

    3.) Als Kulturmedium (Züchtungsflüssigkeit) wird für solche und ähnliche Zellen sehr oft RPMI 1640 verwendet.

    4.) RPMI bedeutet Roswell Park Memorial Institute (echt kein Scherz).

    Na, sind Sie jetzt überzeugt?

    Literatur:

    http://de.wikipedia.org/…er_Roswell-Zwischenfall

    http://de.wikipedia.org/wiki/HeLa-Zellen

    http://de.wikipedia.org/wiki/RPMI

    Anmerkung:

    Bei Krebszellen ist oft die Kontakt-Inhibition abgeschaltet und/oder die Telomerase eingeschaltet.

    Man schätzt, dass es weltweit rund 50000 kg HeLa-Zellen gibt.

    Das wäre doch ein schöner Titel für einen neuen Kult:

    “Unsterblichkeit von den Sternen”

    —–

    Ein guter Film über eine Marslandeverschwörung:

    Unternehmen Capricorn (Capricorn One)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmen_Capricorn

    Trailer:

    http://www.youtube.com/watch?v=RhLHAKoK35w

  11. Verschwörung all überall

    Das Phänomen der Verschwörungstheorien kann kaum mit Gewinn- und Geldstreben allein erklärt werden. Vielmehr sind Verschwörungstheorien nur die auffälligste Form eines ganzen Formenkreises, wo Beziehungen zwischen Menschen und Ereignissen konstruiert werden oder Beziehungen zwischen Menschen und Ereignissen mit einer Bedeutung aufgeladen werden, die ihnen nicht zukommt. Ein Teil dieses Verschwörungsformenkreises geht auch eindeutig ins psychopathologische. So ist bei Schizophrenen das Gefühl der Gedankenkontrolle weitverbreitet.

    Verschwörungstheorien sind auch zentral für ganze politische Bewegungen. In der Tea Party Bewegung, die jeder zentralen Machtausübung misstraut, keimen viele Verschwörungstheorien und Verdächtigungen gegenüber den Machthabern und diese Verdächtigungen haben eine Verwandtschaft mit Verschwörungstheorien. So glauben gemäss Welt Online (siehe http://www.welt.de/…t-Obama-fuer-Auslaender.html) nur 23 Prozent der republikanischen Wähler, dass Obama legal im Amt ist (sie zweifeln an seiner Staatsangehörigkeit als US-Amerikaner). Die Tea Party Bewegung sieht in der Regierung Obama eine politische Agenda am Werk, die auf die Versklavung der Massen abzielt und zieht Vergleiche von Obama zu den Massenverführeren Hitler und Stalin.

    Letztlich sind die meisten Menschen anfällig für Verschwörungstheorien. Auch Ian Hattenbach als Astronom wird sich hinterfragen, wenn eines seiner Projekte nicht finanziert wird, wer wohl dahintersteckt und ob sich etwa die halbe Welt gegen ihn verschworen habe.

  12. Nachtrag:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Dr._Roswell_Park

    http://en.wikipedia.org/…l_Park_Cancer_Institute

    “Founded in 1898” ich habe es gleich geahnt:

    Die Aliens sind unter uns.

    Ruft sofort Admiral Graf Frederik von Hombug, der Fall “Pearl Harbor” ist eingetreten.

    —–

    Abgesehen davon, sollte man vielleicht noch erwähnen, dass Henrietta Lacks bedauerlicherweise an ihren eigenen unsterblichen HeLa-Zellen gestorben ist.

    Die Unsterblichkeit ist eben relativ.

  13. Glauben oder nicht glauben…

    US-Mondlandung – von Seiten der UdSSR habe ich keine offizielle Verlautbarung dazu gehört. Sie hatten ja ausreichend Technik, um ihr eigenes vorgesehenes und gescheitertes Mondprogramm technisch zu betreuen…
    Verschwörungstheorien – die Probleme begannen ja schon bei Apollo 1. In
    http://mythos.zdf.de/…,1872,5590735,00.html?dr=1 wird festgestellt, dass die USA viel gelogen haben, u.a. wurden genannt: U2 = Wetterflugzeug, der Beginn des Vietnamkrieges, Watergate, Area 51 – nicht zu vergessen die „Auslöser“ der Irakkriege… Bei Roswell wurde gelogen http://www.astronomie-heute.de/…83&_z=798889 …
    Die „Mondbänder“ waren/sind(?) verschwunden, schlecht gewartet… – Kein Vertrauensbeweis!
    Ich erinnere mich, 1985 an einem Nachmittag einen FS-Bericht gesehen zu haben, wo die große Halle vorgestellt wurde, in der die Mondastronauten geübt hatten. Ich fand das ganz natürlich, dass man die Bedingungen auf der Erde zur Übung nachgestaltet und auch darüber berichtet.
    Es gab auch über 30 Berichte im FS im Laufe der Jahre, wo die Verschwörungstheorien – auch mit Gegenargumenten – vorgestellt wurden. Der Kern kam aus den USA selbst – war mein Eindruck.

    Karl Bednarik – Unsterblichkeit – ein gutes Stichwort
    König Gilgamesch (ein 2/3-Gott, Mutter Ninsun, eine Anunnaki-Göttin und der Vater der Halbgott Lugalbanda, Sohn der Inanna/Ischtar) strebte nach „Unsterblichkeit“. Natürlich ist sie relativ. Die meisten Anunnaki-Götter konnten 100.000 Jahre und mehr leben – aber sterben mussten sie auch.
    Sir L. Woolley hat 1928 in Ur u.a. ein Grab der Göttin Nin Puabi ausgegraben – eine Schwester Gilgameschs. Er hatte sie als Königin bezeichnet – obwohl Nin Göttin, nicht Königin oder Herrin bedeutet http://en.wikipedia.org/wiki/Leonard_Woolley Das Grab war unangetastet – und so könnte auch eine Gen-Analyse möglich und recht aufschlussreich sein.

    Dr. Alexis Carrel
    (1873—1944), ein französischer Physiologe erhielt für seine wichtigste Arbeit zur Untersuchung der Zellen 1912 den ungeteilten Nobelpreis für Medizin und Physiologie: „Die Zelle ist unsterblich. Es ist bloß die Flüssigkeit, in der sie schwimmt, die degeneriert. Wenn man diese Flüssigkeit in Abständen erneuert und den Zellen die nötige Nahrung gibt, so wird der Puls des Lebens nach allem, was uns bisher bekannt ist, ewig schlagen.” Dr. Carrel gelang es, Zellen eines jungen Hühnerherzens 34 Jahre lang in einer Nährflüssigkeit am Leben zu erhalten – und hat es dann selbst beendet.
    So haben wohl die Anunnaki vor mehr als 500.000 Jahren das Prinzip erkannt und umgesetzt – sie hatten ein „Wasser und Brot des Lebens“.

  14. @Deistung, lassen Sie es einfach…

    Ach Herr Deistung, warum enden eigentlich alle Ihre Beiträge, egal zu welchem Thema, bei irgendwelchen Göttern von vor 100000 Jahren. Sie tun mir leid. Tun Sie sich und mir einen Gefallen: Unterlassen Sie zukünftig das Kommentieren in diesem Blog. Danke!

    Ich lasse Ihren Kommentar ausnahmsweise mal stehen, er hat zwar, wie so oft, nichts mit dem Thema direkt zu tun, aber stellt ein abschreckendendes Beispiel dar. (Würde ich ihn löschen, würde ich am Ende selbst der Verschwörung verdächtigt!)

  15. @Karl Bednarik: Entschuldingung!!

    Ich bitte Sie um Entschuldigung, ich hatte Sie mit Herrn Deistung verwechselt und Ihren Kommentar versehentlich gelöscht. Das passiert, wenn man zwischen Tür und Angel bloggt…

    Es tut mit leid. Sie dürfen natürlich weiterhin kommentieren!

    Besserung gelobend,

    Jan Hattenbach

  16. Kein Problem

    Hallo Herr Hattenbach, kein Problem.

    Wo die Götter-Astronauten wirklich herkamen:

    Die Idee, dass man auf dem Mond die Hinterlassenschaft einer
    technisch weit entwickelten Zivilisation finden könnte, wurde
    meines Wissens zuerst von Professor Dr. Friedrich Hecht, einem
    Geochemiker aus Wien, unter dem Pseudonym “Manfred Langrenus”
    in seinem Science-Fiction-Roman “Reich im Mond” bereits im Jahre
    1951 beschrieben.

    Diese Idee wurde etwas später (1957) von dem deutschen Science-Fiction-
    Schriftsteller Karl-Herbert Scheer zuerst in dessen ZbV-Serie (zur
    besonderen Verwendung) übernommen, und dann später (1961) auch in die
    Perry-Rhodan-Serie.

    Professor Dr. Friedrich Hecht beschrieb in seinem Science-Fiction-Roman
    “Reich im Mond” auch die Themen “die Götter waren Astronauten” oder
    “Atlantis”, die dann viel später (1968) auch von Erich von Däniken
    aufgegriffen wurden, der aber meiner Meinung nach den Fehler machte,
    nicht “Science-Fiction” darüber zu schreiben.

    Es gehört natürlich ein wenig Mut dazu, einen 17 Jahre alten Science-
    Fiction-Roman abzuschreiben, und ihn dann als eigene wissenschaftliche
    Erkenntnisse auszugeben.

    Professor Dr. Friedrich Hecht erwies sich nach seinem Roman “Reich im
    Mond” als durchaus noch steigerungsfähig, als er im Jahre 1955 dessen
    Fortsetzung “Im Banne des Alpha Centauri” schrieb.

    In diesem Roman bewies er unter anderem, dass man auch einen viele
    Jahrtausende andauernden Weltraumkrieg spannend beschreiben kann,
    ohne gegen die spezielle Relativitätstheorie zu verstoßen, oder
    Energiemengen herbei zu fantasieren, die Raumschiffe schneller als
    die halbe Lichtgeschwindigkeit machen können.

    Der Handlungsrahmen von “Im Banne des Alpha Centauri” wurde in vielen
    späteren Science-Fiction-Romanen mehr oder weniger gut kopiert.

  17. @ Jan Hattenbach

    Den Fernsehbericht über die Flugvorbereitung der US-Mondastronauten in einer Halle – gibt es dazu weitere Informationen? Immerhin gehört sie und die Aktivitäten in ihr zur „Verschwörungs-Theorie“.
    Der Film über Apollo 1 ließ wenig Gutes über die Vorbereitung und Durchführung sehen und hören. Der Versuch wurde auch in die Länge gezogen, um 2 Themen auf einmal abzuarbeiten – es war Zeitdruck. (So verloren auch die USA ihren ersten Shuttle beim Start.)
    Der Rest der ausgebrannten Kapsel ging später als Apollo 1 in die Geschichte ein. In http://de.wikipedia.org/wiki/Apollo_1 werden Fakten des Versuches zusammengefasst.
    Die von mir angegebene ZDF-Sendung trägt nicht zum Vertrauen der früheren amerikanischen Medieninformation bei.
    Und was ist mit der Geschichte der „Mondbänder“? Auch hier fanden die „Verschwörungstheoretiker“ Futter für Ihre Aussagen. Gibt es dazu zusammenfassende Informationen, hat man sie nach dem Mond-Sieg über die UdSSR einfach vergessen, weil sie ihre Mission erfüllt hatten?

    Das Thema Unsterblichkeit habe ich übernommen und weiter verfolgt. Dass es hierzu Dr. Carrel gab mit weitreichenden Ideen und Praktiken – ist so wenig bekannt.

  18. Bücher über Verschwörungstheorien werden produziert, weil die Leute so was kaufen. Leute kaufen so was, weil sie sich gerne Vorurteile über Regierungen, Autoritäten und Besserverdienende bestätigen, dann man besser am Stammtisch die Verlogenheit der Welt beklagen.

  19. @adenosine Verschwörung ist geplant

    Leute kaufen so was, weil sie sich gerne Vorurteile über Regierungen, Autoritäten und Besserverdienende bestätigen, dann man besser am Stammtisch die Verlogenheit der Welt beklagen.

    Ein weiterer wichtiger Grund für die Popularität von Verschwörungstheorien sind
    – die simplen Erklärungen die sie für schwer akzeptierbare Ereignisse abgeben
    – das Wegerklären von Zufall. Eine Verschwörung ist geplant und ersetzt damit zufällige, unerklärbare Katastrophen oder Ereignisse durch ein Kalkül
    – der Glaube an die Allmacht von Regierungen, Geheimdiensten und finsteren Vereinigungen entspringt dem Gefühl, dass auch das eigene Leben fremdbestimmt ist und von anderen -z.B. dem Staat – kontrolliert wird.

  20. Problem: Wissenschaftliche Analphabeten

    Nach meiner Erfahrung lassen sich latent Verschwörungsgläubige in meherer Gruppen einteilen:

    1.) Paranoide, die ohnehin hinter allem Absicht und meist in irgendeiner Form gegen sie gerichtete böse Absicht vermuten.

    2.) Querulanten, Besserwisser, Profilneurotiker und Biertischstrategen.

    3.) Naturwissenschaftliche Nichtschwimmer, die einfach nicht in der Lage sind, einen Schwall unsinnigen, unplausiblen und mit fundamentalen Prinzipien der Naturwissenschaft nicht in Einklang zu bringende Unfugs als solchen zu erkennen, wenn er nur eloquent genug vorgebracht wird. Einfach, weil diesen Leuten das Wissen fehlt, und weil sie einfach auch keine Praxis darin haben, wissenschaftlich anmutende Behauptungen einfachsten Plausibilitäts-Stresstests zu unterziehen.

    Ich bin mir gar nicht sicher, ob nicht vielleicht die Gruppe 3 sogar am zahlreichsten ist. Was sie von 1. und 2. unterscheidet, ist, dass die Leute aus der Gruppe 3 in aller Regel sehr wohl bereit sind, zuzuhören und durchaus offen sind, eine Erklärung nachzuvollziehen und darüber nachzudenken.

    Bedingung A: Die Erklärung muss in Form und Geschwindigkeit eben auch der Tatsache Rechnung tragen, dass der betreffende Zuhörer abgehängt werden kann. Da muss sich der erklärende Experte eben mal von seinem hohen Ross schwingen und ein paar von seinen Fachbegriffen und doppeltlogarithmischen Skalen in der Aktentasche lassen. Wenn er das nicht kann, dann liegt der Verdacht nahe, dass er es selbst nicht komplett kapiert hat. Dann ist er gar kein Experte, sondern ein Fachidiot.

    Bedingung B: Der Experte darf auch nicht auftreten wie ein arroganter Besserwisser, der sich herablässt, einem Blödmann was zu erläutern. Der, der es nicht weiß, sondern meint, was er da im Fernsehen gehört hat, sei gleich von vorneherein richtig, weiß es einfach nicht besser, und das ist vielleicht gar nicht mal seine Schuld.

    Die Schwierigkeit in der Praxis ist natürlich, 1., 2. und 3. zu unterscheiden. Man merkt es relativ schnell, ob der Gegenüber faktenresistent ist und sollte sich dann schnell abseilen, wenn einem seine Zeit nicht zu schade ist. Ich fände es aber nicht gut, wenn Leute aus der Gruppe 3 vorschnell abqualifiziert werden.

  21. 4) Verschwörungsth. als Zweckkonstrukt

    @Michael Khan
    Ahmadinedschad (9/11 hat USA als Urheber) offenbart einen weiteren Grund für Verschwörungstheorien: Sie dienen als Bausteine innerhalb eines (meist paranoiden) Welterklärungsgebäudes.

    Die meisten Menschen – und gerade auch Naturwissenschaftler – haben ein Bedürfniss die Schnipsel an Erklärungen und Wissen über die sie verfügen zu einem festgefügten Gebäude ihrer Welt zusammenzufügen – und wenn ein Puzzleteil nicht passt, dann muss man vielleicht etwas nachhelfen, wobei Verschwörungstheorien sehr hilfreich sind. Ahmadinedschad baut die angebliche US-Urheberschaft für die 9/11 Anschläge auf die Twin-Towers (siehe http://www.spiegel.de/…and/0,1518,719248,00.html) zu einer Erklärung für die Kriege in Irak und Afghanistan aus. Zitat Spiegel: Für Empörung sorgte auch, dass der iranische Präsident die etwa 3000 Toten der Terrorangriffe gegen “Hunderttausende Tote im Irak und in Afghanistan” aufrechnete. Die USA hätten die 9/11-Anschläge als Vorwand für die Invasionen im Irak und in Afghanistan benutzt. Er warf dem Westen “unglaubliche Verbrechen” vor. Über Jahrhunderte seien andere Länder besetzt, ihre Völker unterdrückt und ermordet und Millionen Menschen versklavt worden.

    Wenn man etwas Glauben will müssen sich Fakten oft fügen und nicht selten auch der Verstand.

  22. Ahmedinejad etc.

    @Martin Holzherr:

    Ahmedinejad hat mit seiner Provokation kalkuliert gehandelt und es kam genau das heraus, was er sich erhofft hat. Die Vertreter der westlichen Länder entrüsteten sich und zog hochroten Kopfs aus dem Sitzungssaal, und Klein-Mahmud hatte seine Show, wie erhofft. Da muss er sich doch wieder mal gedacht haben: “Danke für’s Mitspielen, Leute!”

    Jetzt frage ich mich mal: Was würde denn passieren, wenn einmal, nachdem er sich eine seiner Provokationen leistet, schallendes Gelächter durch den Sitzungssal branden würde? Einfach nur Wellen des Gelächters, das gar nicht aufhören will. Ich glaube kaum, dass er seine Stunts dann auf diese plumpe Weise abziehen würde.

    Was nun die konkreten Aussagen des Herrn angeht:

    Er warf dem Westen “unglaubliche Verbrechen” vor. Über Jahrhunderte seien andere Länder besetzt, ihre Völker unterdrückt und ermordet und Millionen Menschen versklavt worden.

    Ja und? Was stimmt daran nicht? Welche Fakten sind denn da verbogen?

    Das ist doch eben das Problem. Ahmedinejads Vorstellungen sind dumm und krude, keine Frage. Aber die westlichen Nationen, nicht zuletzt die USA, aber genauso auch Deutschland, haben sich auch eine ganze Menge geleistet, was ihm nun als Steilvorlage dient. Dagegen lässt sich schlecht etwas sagen.

    Deswegen würde ich vorschlagen, dass gerade die westlichen Nationen sich einmal vom hohen Ross herunterschwingen und mit etwas mehr Demut und Verständnis mit den weniger entwickelten Ländern umgehen.

    Das heißt noch lange nicht, dass wir Diktatoren schöntun sollen. Aber es heißt schon, dass wir uns überlegen sollten, ob das internationale Auftreten des Westens nicht eher dazu angetan ist, Diktatoren Argumente frei Haus zu liefern, mit denen sie sich legitimieren können.

  23. Ahmedinejad ein rationaler Verschwörer?

    @Michael Khan

    Ahmedinejads Vorstellungen sind dumm und krude, keine Frage. Aber die westlichen Nationen, nicht zuletzt die USA, aber genauso auch Deutschland, haben sich auch eine ganze Menge geleistet, was ihm nun als Steilvorlage dient.

    Der Westen wird angegriffen von Ahmedinedjads und die meisten Europäer sehen in Ahmedinejad vor allem eine Gefahr für Europa und eventuell Israel.

    Doch Ahmedinedjad spricht in Wirklichkeit zu denen, die den Saal bei seinen Provokationen nicht verlassen, sondern ihm aufmerksam zuhören. Das sind die Nachbarn Irans, die Araber, und die “entrechteten” Entwicklungsländer. Und die Botschaft ist zweideutig:
    – Irans arabische Nachbarn wissen (aus historischer Erfahrung), dass da eine Hegemonialmacht spricht, die jetzt schon Teile des Südirans kontrolliert und die den Ton setzt in der Golfregion. Nicht umsonst rüsten Saudi-Arabien, Kuwait, Oman und VAR militärisch auf, denn ein schiitischer 70 Millionenstaat, der eine regionale Vormachtstellung anstrebt, kann diese winzigen Golfstaaten gefährden.
    – Nichtarabische Entwicklungsländer dagegen hegen eine gewisse Bewunderung für die “unbeugsame Haltung” Irans und islamistische Bewegungen wie Hamas und Hisbollah fühlen sich unterstützt.

    Die Verschwörungstheorie, die Ahmedinejad auftischt, soll die Weststaaten moralisch disqualifizieren und zugleich die islamischen Staaten, repräsentiert durch die angegriffenen Länder Irak und Afghanistan, als moralisch reine Opfer darstellen. Damit stellt sich der Iran an die Spitze der Überfallenen und Wehrlosen und rechtfertigt damit auch die iranischen Geld- und Waffenlieferungen an Hamas und Hisbollah.

    Das Beispiel Ahmedinejad zeigt also besonders deutlich, wie eine Verschwörungstheorie eingesetzt werden kann, um angebliche Verschwörer als moralisch verworfen zu disqualifizieren.

    Aber es heißt schon, dass wir uns überlegen sollten, ob das internationale Auftreten des Westens nicht eher dazu angetan ist, Diktatoren Argumente frei Haus zu liefern, mit denen sie sich legitimieren können.

    Dieser Selbstvorwurf geht implizit davon aus, dass die USA und Europa immer noch die tonangebenden Ländern sind und in naher Zukunft auch bleiben. Meiner Ansicht nach eine Illusion. Europa ist in Wirklichkeit schon viel bedeutungsloser als es das wahrhaben will und die USA sind auf dem besten Weg dazu, Europa zu folgen. Ich erwarte sogar, dass Europa später von China dominiert wird oder zum neuen Lebensmittelpunkt der islamischen Kultur wird, wobei ich das erste vorziehen würde.

  24. @ Michael Khan: Wiss. Analphabeten

    Manche (technischen) Berichte im FS und der Presse enthalten Fehler, wo durch schlechte Recherchen Fakten übersehen wurden – ich kenne auch Berichte in den Medien, wo so etwas dazu gehört. Bei der „Einschätzung“ der Mondmissionen werden prinzipiell „Fehler“ gesucht. In einer für mich ersten Sendung bei Vox am 27.07.01 war zur Kommentierung der Astronaut Dr. U. Walter mit im Studio.
    Ein Humorist sagte in einer Sendung 2009: Wir glauben nur, was wir sehen. Seit es Fernsehen gibt – glauben wir alles! Und so „wundern“ wir uns, dass eine im Laufe der Jahre um 30 mal gesendete Meinung zum Thema „Waren die Amerikaner auf dem Mond?“ auch Fuß gefasst hat. Der Wortführer der einen Sendung sagte sinngemäß: wenn nachgewiesen wird, dass die USA auf dem Mond waren, dann nimmt er alles zurück. Da frage ich mich auch, warum wurde so ein Bericht so oft wiederholt?
    Die Glaubwürdigkeit der Amerikaner wurde nicht gerade gelobt:
    http://mythos.zdf.de/…,1872,5590735,00.html?dr=1
    Der (zeitweilige? – wie ist der Stand?) Verlust der originalen Mondbänder hat auch nicht zum guten Image beigetragen.
    Ich erinnere mich, 1985 am späten Nachmittag eine Sendung gesehen zu haben, wo eine große Halle zum Training der Mondmannschaften vorgestellt wurde. Eigentlich fand ich das ganz normal und wunderte mich, dass sie dann nach Jahren in der Verschwörungstheorie wieder auftauchte – mit Fotos aus ihr – vgl. auch Kosmonaut Leonow zum Problem.

  25. @Martin Holzherr

    Die Verschwörungstheorie, die Ahmedinejad auftischt, soll die Weststaaten moralisch disqualifizieren und zugleich die islamischen Staaten, repräsentiert durch die angegriffenen Länder Irak und Afghanistan, als moralisch reine Opfer darstellen.

    Ich traue den Nachbarn Irans durchaus zu, das sie diese Taktik durchschauen, zumal historisch wenig gegenseitige Sympathien zwischen Iranern und Arabern
    bestehen.

    Auf keinen Fall sehe ich die vorhersehbaren und von Ahmedinejad wahrscheinlich sogar erwünschte Reaktion der westlichen Länder auf seine Ausfälle als in irgendeiner Formn hilfreich. Hier sollten wir mal unsere Strategie überdenken.

    Ich nehme nicht an, dass die USA und andere westliche Nationen noch besonders viele Sympathien in den Bevölkerungen des nahen Ostens genießen. Das liegt allerdings weniger an vermeintlichen Verleumdungen seitens Ahmedinejads oder anderer Leute, vermute ich. Wenn Ahmedinejad beispielsweise dem Westen unterstellt, dort würde man im Interesse der Ölindustrie Kriege und Umstürze ölreichen Ländern anzetteln, dann gibt es viele, die ihm das glauben. Aber nicht, weil der gute Mann so überzeugend und sympathisch ist, sondern beispielsweise deswegen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Ajax

    Sind nicht doch die westlichen Nationen selbst an ihrem Imageschaden Schuld?

    Europa ist in Wirklichkeit schon viel bedeutungsloser als es das wahrhaben will und die USA sind auf dem besten Weg dazu, Europa zu folgen.

    Ja, das ist wohl sicher eine richtige Einschätzung.

    Auch wenn ich mit meiner Erwartung an die Zukunft eher optimistisch bin als Sie. Ich hoffe, die Zukunft wird multipolar sein, und so gesehen ist ein starker wirtschaftlicher und auch kultureller Einfluss verschiedener Nationen untereinander zu erwarten. Den sehe ich aber eher als Chance denn als Bedrohung.

  26. Die betreffende Sendung auf arte

    @Jan:

    Es handelt sich um die bereits mehrfach ausgestrahlte Satire “Kubrik und der mann im Mond”. Bis zum 14.10. kann man sich die komplette Sendung hier anschauen:

    http://videos.arte.tv/…mann_im_mond-3457490.html

    Allerdings ist das Anschauen für Humor- und satireunempfindliche Zeitgenossen nicht zu empfehlen. Gerade in Deutschland, aber auch in den USA mit seinem großen deutschstämmigen Bevölkerungsanteil soll dieses Problem ja verbreitet sein.

    So brauchen wir eine Kapelle, die Dödö! Dödö! Dödö! spelit, damit wir wissen, wann mir bei einer Büttenrede zu lachen haben, und die Amerikaner brauchen eingespieltes Gelächter, damit sie wissen, wann in einer Sitcom die Pointe kam, obwohl das in beiden Fällen in aller Regel bereits mehrere Minuten vorhersehbar ist.

    Solche Leute merken im Zweifelsfall eher nicht, dass es vollkommen absurd ist, dass ein “Eingeweihter” in einer angeblichen “filmischen Inszenierung der Mondlandung” auf der Fluch vor der auf ihn angesetzten CIA jahrelang ausgerechnet in einer Jeschiwa in Brooklyn untertaucht. Aber natürlich! Für die ist so eine Behauptung vollkommen plausibel, und dann wahrscheinlich ebenso auch der ganze Rest, der bei einer Moon-Hoax-Theorie unweigerlich dazugehört.

  27. Man sollte nicht alles Glauben was uns der Onkel, hier die NASA (EU-Ableger ESA) aus Amerika so auftischt. Denken sie wirklich das Rainer Kresken oder Harald Lesch als Mondlandeskeptiker einen wissenschaftlichen Job bekommen würden, die singen das Lied „wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe“! Mir reicht um mehr als nur Skeptiker (Es gibt keine Verschwörungstheorien -nur Skeptiker oder Kritiker- es gibt nur Verschwörungen) zu sein die Lächerlichkeit zu sehen wie die Mondlandefähre abhebt (oder besser „Schwebt“) als ob auf dem Mond keine Anziehungskräfte herrschen. Immerhin 1/6 der Erde! Keine adäquaten Antriebsraketen wie beim Start von der Erde. Was für ein physikalischer Unsinn der hier geglaubt wird. Das können sie nicht wissenschaftlich kommunizieren. Übrigens hatte die UDSSR und schon gar nicht die China zu dieser Zeit die Möglichkeit die Flüge zu beobachten.
    Der ganze Artikel von Jan Hattenbach ist das was er versucht den Skeptikern (Er bezeichnet sie natürlich als Verschwörungstheoretiker um sie zu stigmatisieren) zu unterstellen. Er besteht aus, heißer Luft, esoterischem Unsinn, Scheinargumente, dampfender Haufen aus Lügen… Jan Hattenbach zeichnet sich aus als Advokat des Schwachsinns (nur tote Fische schwimmen mit dem Strom-der NASA)! Beste Grüße vom kritischen Demokraten!

  28. Ich halte die simple Einordnung von Erklärungsversuchen (also von “Theorien”) als “Verschwörungstheorie” für bedenklich. Jede Theorie muß sich Widerlegungsversuchen stellen, wobei ich mich an naturwissenschaftlichem Wissen und Logik orientiere. So ist die Behauptung in einem Folgevideo, die Nr. 1 der Verschwörungstheorien sei der 11. September und damit jedes Nachdenken über die Widersprüche der offiziellen Verschwörungstheorie dazu (der 11. Sept. war ja zweifelsfrei eine Verschwörung!) sei unnütz, doch sehr angreifbar. Dazu sind zuviele Widersprüche in den offiziellen Erklärungen erkennbar, stärkster Widerspruch ist die abstruse Erklärung des WTC7-Einsturzes. Auch wurden viele Verschwörungstheorien nachträglich durch offizilelle USA-Dokumente bestätigt (z.B. Kriegsgrund Vietnam, Irak).
    Bei der Mondlandung würde mich die Meinung von Fachleuten, ob der Staub auf der Mondoberfläche nicht vom Bremsstrahl des Landers weggeblasen würde und dann der berühmte Fußabdruck fraglich wäre, interessieren. Aber selbst der Nachweis, dieser Fußabdruck wäre woanders entstanden, wäre keine Widerlegung der Mondlandung, sondern nur, daß PR-mäßig geschummelt worden wäre.
    Der Empfang von Signalen vom Mond beweist, daß diese von dort gekommen sind, aber nicht, daß dort auch Menschen waren. Das Verschwinden der Videobänder und auch angeblich der Konstruktionsunterlagen der Saturn reicht für einen “harten” Beweis eines Fakes nicht aus, stärkt aber auch nicht das Vertrauen in die offiziellen Informationen.
    Die Schublade “Verschwörungstheorie” ist selber eine starke Vereinfachung , da damit eine kritische Auseinandersetzung mit der Realität verhindert wird.

    Ergänzung:
    Schon mal überlegt, ob der Ahmedinejad recht haben könnte mit den Kriegsgründen Afghanistan und Irak? Aber beim Label Verschwörungstheorie braucht man ja nicht mehr nachdenken?

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