Was darf ein Unternehmen verraten?

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Wie Wirtschaft und Ethik zusammenpassen
Gute Geschäfte

Ich wollte gerade einen Artikel über die Frage schreiben, was Unternehmen wie Google oder Facebook eigentlich verraten dürfen und was nicht, als ich auf Michael Blumes Bericht über seine Erfahrungen mit dem deutschen Geheimdienst gestoßen bin. Das stimmt schon sehr nachdenklich. Ich versuche trotzdem mal, das Problem zu sezieren.

Vorausschicken muss ich: Ich wohne in der Nähe vom Times Square. Und überquere diesen Platz an manchen Tagen viermal auf dem Weg zur U-Bahn und zurück.  Dort hat es schon mehrfach versuchte Terroranschläge gegeben. Die Täter von Boston zum Beispiel wollten eigentlich dorthin fahren und den Rest ihrers Sprengstoffs abfackeln. Vorher ist mal eine Bombe nur deswegen nicht hochgegangen, weil der Täter ein Dilettant wäre.

Klar ist auch: Dieser Platz wäre das ideale Ziel für einen Terrorangriff. Er hat hohe symbolische Bedeutung und ist wegen der Unmassen von Leuten, die sich täglich und nächtlich darüber wälzen, auch nur sehr schwer zu überwachen. Wenn man sich den schlimmsten denkbaren Terroranschlag vorstellt, wäre das wahrscheinlich eine schmutzige, also mit strahlendem Material verseuchte Bombe. Anders als eine echte Atombombe wäre die wahrscheinlich mit überschaubarem Aufwand herzustellen. Und was wäre ein idealeres Ziel als wiederum Manhattan?

Eigentlich bin ich den Leuten, die versuchen, solche Terrorangriffe zu verhindern, also dankbar.

Natürlich gibt es die Gefahr, dass Informationen missbraucht werden. Natürlich gibt es auch, wie gerade ein Gastkommentator in der “Financial Times” geschrieben hat, irrationale Abwägungen: Bei der Terrorabwehr nehmen die Amerikaner große Einschränkungen der Privatsphäre in Kauf, bei den Waffengesetzen hingegen ignorieren sie (natürlich  längst nicht alle Amerikaner) die Unzahl von Toten, die es jedes Jahr durch die weite Verbreitung von Schusswaffen gibt. Richtig ist auch: Der Verdacht, dass die USA nebenbei Wirtschaftsspionage betreiben, ist zumindest bei Firmen, die Sicherheitstechnologie anbieten, ziemlich verbreitet.

Auf der anderen Seite: Ob die NSA Daten über mich speichert, ist mir ziemlich egal. Ich habe auch praktisch keine Geheimnisse. Mir wäre es zum Beispiel egal, wenn jemand meine Steuererklärung mitliest – da steht nichts interessantes drin.

Ich sehe aber auch ein, dass das nicht bei allen Leuten so ist. Es gibt Leute, die haben mehr Geld auf dem Konto, durchaus legal verdient, als sie bekanntmachen wollen, auch ihrer persönlichen Sicherheit wegen. Es gibt Leute, die sich – wie Michael Blume – in Bereichen wie dem interreligiösen Dialog engagieren, womit sie für Betonköpfe irgendwie schon verdächtig sind. Allerdings: Solche Fakten werden ja nicht unbedingt durch die NSA öffentlich gemacht. Wer sich politisch oder gesellschaftlich engagiert, der tut das ja ohnehin öffentlich.

Gefährlich kann die Datenüberwachung auch für Journalisten sein. Ich hatte bisher noch keine schlechten Erfahrungen mit dem Thema Überwachung, einige meiner Kollegen aber schon. Und die Regierung Obama ist im Umgang mit Journalisten alles andere als zimperlich.

Kurz gesagt: Persönlich habe ich Verständnis für die Leute, die Terrorismus verhindern wollen. Persönlich habe ich auch keine übertriebene Angst davor, sonst würde ich ja nicht am Times Square wohnen. Persönlich habe ich aber auch keine sonderliche Angst vor den US-Schlapphüten.

Nun zu Google & Co. E-Mails sind, das sollte eigentlich jeder wissen, etwa so sicher wie Postkarten. Trotzdem schreibe ich manchmal auch sehr persönliche Dinge in E-Mails. Persönlich allerdings in dem Sinne, dass nicht alle meine Bekannten sie lesen sollten. Aber nicht persönlich in dem Sinne, dass es mich groß stören würde, wenn irgendein Schlapphut sie liest, der mich gar nicht kennt.

Interessant ist auch: Wer sich durchliest, was Google und Facebook selber zum Datenschutz schreiben, dem müsste klar sein, dass es dort so gut wie keinen Datenschutz gibt. Außer dass Google zum Beispiel verspricht, Daten nur anonymisiert zu verwerten. Das ist so ähnlich wie die NSA angeblich in der Regel auch keine Inhalte auswertet sondern nur Verbindungsdaten. Na ja.

Wenn ich etwas wirklich persönliches, geheimnisvolles zu sagen hätte (was eigentlich nicht vorkommt), würde ich es wahrscheinlich machen wie manche Mafia-Bosse: per Zettel und persönlichem Boten. Oder wenigstens per Brief und nicht per Mail, ich schreibe auch tatsächlich hin und wieder noch Briefe per Hand.

Ich bin auch immer wieder überrascht, was manche Leute so auf Facebook veröffentlichen. Da schreibe ich nicht einmal Dinge rein, die ich durchaus per Mail mitteile. Meine Facebook-Seite ist ohnehin nicht aktuell – auch, weil meine “Freunde” dort so unterschiedlich sind, dass ich kaum weiß, was ich eigentlich reinschreiben soll und wie.

Kann man den US-Konzernen vorwerfen, dass sie mit den Geheimdiensten zusammenarbeiten, nachdem jeder weiß, dass sie Daten ohnehin kommerziell verwerten? Ich tue mich da etwas schwer mit Vorwürfen. Obwohl: Richtig wäre natürlich, die Kunden wenigstens sauber darauf hinzuweisen. Vielleicht passiert ja wenigstens das etwas zuverlässiger als bisher.

Trotzdem glaube ich: Die Gefahr, dass Kinder auf Facebook irgendwelchen Unsinn oder Jugendliche irgendwelche unanständigen Bilder veröffentlichen, der dann nicht mehr wirklich zum Verschwinden zu bringen ist, ist nach meiner Einschätzung größer, als dass die Aktivitäten der NSA bleibenden Schaden hinterlassen. Die Illusion von Privatheit, die Facebook erzeugt, halte ich für das größte Problem in diesem Bereich, vor allem, weil eben auch Jugendliche damit angesprochen werden.

Frank Wiebe

Veröffentlicht von

Ich habe Betriebswirtschaft in München und Philosophie an der Fernuni Hagen studiert, früher bei einer großen Bank gearbeitet, und bin seit über 20 Jahren Journalist beim Handelsblatt mit Spezialisierung auf Finanzthemen, davon fünf Jahre in New York und seit November 2017 in Frankfurt. Im Jahr 2013 habe ich das Buch „Wie fair sind Apple & Co?“ veröffentlicht.

18 Kommentare

  1. denkfehler

    “Auf der anderen Seite: Ob die NSA Daten über mich speichert, ist mir ziemlich egal. Ich habe auch praktisch keine Geheimnisse. Mir wäre es zum Beispiel egal, wenn jemand meine Steuererklärung mitliest – da steht nichts interessantes drin.”

    und genau da liegt der denkfehler:

    wie man diesem podcast entnehmen kann:

    http://alternativlos.org/29/

    haben die amerikanischen geheimdienste garnicht vor diese ungeheuren datenmengen von menschen auswerten zu lassen. sie lassen einfach computerprogramme drüber laufen die mit algorhytmen verdächtige aussortieren. und wenn du dann pech hast bist du dabei. und diejenigen die die dann in gautanamo waterborden können dir garnicht sagen WARUM du dabei bist.
    aus ähnlichen gründen hat sich eine amerikanische prominente beide brüste amputieren lassen. niemand wusste ob sie wirklich ein höheres brustkrebsrisiko hat (und warum). aber computerprogramme haben ähnlichkeiten im muster mit krebspatienten gefunden.

  2. “Trotzdem glaube ich: Die Gefahr, dass Kinder auf Facebook irgendwelchen Unsinn oder Jugendliche irgendwelche unanständigen Bilder veröffentlichen, der dann nicht mehr wirklich zum Verschwinden zu bringen ist, ist nach meiner Einschätzung größer, als dass die Aktivitäten der NSA bleibenden Schaden hinterlassen. Die Illusion von Privatheit, die Facebook erzeugt, halte ich für das größte Problem in diesem Bereich, vor allem, weil eben auch Jugendliche damit angesprochen werden.”

    dir ist der unterschied zwischen einvernehmlichen sex und einer vergewaltigung klar? nun: genau so verhält es sich mit daten: nur weil ich einvernehmlichen sex habe will ich nicht vergewaltigt werden. und nur weil ich daten von mir im internet freiwillig preisgebe heißt das nicht, dass ich möchte das geheimdienste daten über mich sammeln.

  3. Ethisch != Mir geht es gut

    Nach Wiebe ist NSA insgesamt OK obwohl er schreibt:
    “Ich hatte bisher noch keine schlechten Erfahrungen mit dem Thema Überwachung, einige meiner Kollegen aber schon.”
    Doch das betrifft ja die Anderen, die Kollegen, nicht Herrn Wiebe selbst. Herr Wiebe weiss, dass er ruhig schlafen kann, denn er schreibt über so unproblematische Dinge wie Ethik und Buisness die die NSA garantiert nicht interessieren. Wenn Kollegen riskantes Verhalten an den Tag legen und beispielsweise über Amtsmissbrauch in der Obamaadministration schreiben, dann sind sie selber schuld und dürfen sich nicht wundern, wenn das Konsequenzen hat.
    Das scheint der Tenor dieses Artikels zu sein.

  4. NSA Überwachung

    Was in diesen Tagen passiert zeigt die Verlogenheit der Politik glasklar auf. Das einzige Gute was ich der Problematik abgewinnen kann, ist dass sie gerade während des deutschen Wahlkampfs zur Bundestagswahl passiert.

    Den meisten Bürgern ist hoffentlich inzwischen klar, dass die Bundesregierung von PRISM wusste und dass der BND mit der NSA kooperiert.

    Ein toller Beitag, danke für neue Denkanstöße.

  5. Really?

    Nur noch mal nachgefragt, ob ich den Kern Ihres in meinen Augen ziemlich naiven Kommentars richtig verstanden habe: Sie finden es schlimmer, dass Jugendliche peinlichen Blödsinn auf Facebook veröffentlichen, als die Entwicklung, dass jeder Nutzer des Internets sich mittlerweile bei jedem kommunikativen Akt fragen muss, welche Konsequenzen dieser Akt haben könnte?

    Sie leben im selbsterklärten Land der Freien, aber Ihr Freiheitsbegriff scheint nicht besonders gut ausgeprägt zu ssein.

  6. Vorauseilende Gehorsam

    Interessant ist auch der Vorauseilende Gehorsam der sich überall regt:

    Ob die NSA Daten über mich speichert, ist mir ziemlich egal. Ich habe auch praktisch keine Geheimnisse.

    Wenn ich etwas wirklich persönliches, geheimnisvolles zu sagen hätte (was eigentlich nicht vorkommt), würde ich es wahrscheinlich machen wie manche Mafia-Bosse: per Zettel und persönlichem Boten.

    Es wird momentan von so Vielen schriftlich versichert, sie hätten ja eh keine Geheimnisse. Aber in Wirklichkeit sind sich die Verfasser solcher Sätze nicht so sicher darüber – warum sonst würden Sie es schreiben?

    Kurz gesagt: Persönlich habe ich Verständnis für die Leute, die Terrorismus verhindern wollen.

    Ich würde sogar sagen, dass ich ein sehr starkes Interesse daran habe, dass es Leute gibt, die Terrorismus verhindern – die Mittel sind das Problem.

  7. “mir ist meine Privatsphäre egal”

    Ich musste ein Smartfone für einen 11 Jährigen einrichten und habe Ihm den Grund für Datenschutz und Privatsphäre wie folgt erklärt:

    “Vor 5 Jahren bist du bestimmt noch bei Mutti im Garten nackig rum gelaufen und die Oma hat Bilder gemacht, es war dir egal – heute würdest du so etwas nicht mehr mit machen – es wäre Dir peinlich und zu privat. Das ist in unserer Gesellschaft normal und geht fast Allen so. Das Gleiche gilt aber auch für Whatsapp und Facebook – heute läufts du dort “nackig” rum und in ein paar Jahren ärgerst du dich, weil Alle alles über dich wissen.”

    Der Bedarf für Privatheit scheint eine Frage der gesellschaftlichen Reife zu sein?

  8. Holzherr, Fischstäbchen

    Ich habe nicht geschrieben, dass Kollegen selber schuld sind, wenn sie über heikle Themen schreiben und damit Probleme bekommen – bitte nicht etwas in meinem Text hineinphantasieren, was nicht drin steht. Allerdings bleibt immer noch die Frage, ob hier wirklich die NSA das Problem ist. Bekannt ist ja zum Beispiel ein Fall, in dem die Deutsche Telekom ihre eigene Technik genutzt hat, um Journalisten zu überwachen. Und da ging es nicht darum, Terrorismus zu verhüten.
    Und bei der ap-Affäre von Obama war das Justizministerium die treibende Kraft. Das Problem in dem Bereich in den USA sind wahrscheinlich sogar eher die Gesetze, die es schwierig machen, eine Quelle zu schützen, als die Geheimdienste
    Zu Fischstäbchen: Der Vergleich “Vergewaltigung” ist schief, weil ich mich ausdrücklich auf Kinder und Jugendliche beziehe. Denken Sie mal drüber nach: Sie landen mit ihrem Vergleich am Ende bei “einvernehmlichem Sex mit Kindern” – keine gute Idee.

  9. “Zu Fischstäbchen: Der Vergleich “Vergewaltigung” ist schief, weil ich mich ausdrücklich auf Kinder und Jugendliche beziehe. Denken Sie mal drüber nach: Sie landen mit ihrem Vergleich am Ende bei “einvernehmlichem Sex mit Kindern” – keine gute Idee.”

    jetzt wirds aber WIRKLICH schief!
    es ging mir darum das es einen GEWALTIGEN unterschied macht ob irgendjemand seine daten FREIWILLIG preisgibt oder ob die Daten gestohlen werden.

  10. Präziser formulieren!

    @Frank Wiebe:
    Formulierungen wie
    “Gefährlich kann die Datenüberwachung auch für Journalisten sein. Ich hatte bisher noch keine schlechten Erfahrungen mit dem Thema Überwachung, einige meiner Kollegen aber schon.”
    laden doch zur Interpretation ein, die NSA-Überwachung richte sich auch gegen Journalisten.
    Wenn das so wäre, könnte ich der NSA und ihrem Programm PRISM nichts positives abgewinnen. Sie aber scheint das gar nicht gross zu kümmern, ist ihr Text doch eine Verteidigung der Totalerfassung aller Verbindungsdaten – und das obwohl sie in ihrem Text einen Zusammenhang zwischen Überwachung und Vorgehen gegen Journalisten herstellen.

    Erst in ihrem Antwortkommentar schreiben sie dann:
    “Allerdings bleibt immer noch die Frage, ob hier wirklich die NSA das Problem ist.”

    Das ist für mich eine ganz entscheidende Frage. Wenn die NSA die Arbeit von Journalisten behindert um die regierende Partei und den regierenden Präsidenten zu decken, dann ist das unverzeihbar und würde bedeuten, dass die USA in Bezug auf Pressefreiheit ähnlich zu beurteilen wäre wie Russland oder andere Länder in denen Journalisten gefährlich leben.

  11. fischstäbchen, Holzherr

    Fischstäbchen: Und mir ging es darum zu aufzuzeigen, dass die “Freiwilligkeit” bei Kindern eben manchmal auch sehr problematisch ist – klick?
    holzherr: Die Frage, ob die NSA Journalisten überwacht, kann ich nicht beantworten. Problematisch ist in den USA, dass der Quellenschutz sehr schwach ist. Anders gesagt: Sie können als Journalist in den Knast gehen, wenn Sie sich an ihre Berufsehre halten und ihre Quelle nicht verraten, wenn der Staat diese Quelle wegen Geheimnisverrat drankriegen will. Im Einzelfall hat es da ernsthafte Probleme für Journalisten gegeben. Trotzdem ist der Vergleich mit Russland und China natürlich völlig abwegig. In den USA werden keine missliebigen Journalisten erschossen und es gibt auch keine Zensur wie in China.

  12. Geheim?

    Der Hinweis auf die private Netzwirtschaft ist berechtigt , mir scheint die Gefahr von dieser Seite auch größer zu sein , gerade weil viele Menschen dort freiwillig sehr viel preisgeben.
    Die Freiwilligkeit ist viel effektiver als der Zwang , die “Schöne Neue Welt” war schon immer viel realistischer als der “Große Bruder” .

    Außerdem werden facebook und Co. erst seit kurzem kritischer gesehen , und das bisher auch nur von einer Minderheit , während es eine jahrhundertelange und immer stärkere Tradition der Skepsis gegenüber den Übergriffen des Staates gibt.

    Die effektivste Taktik ist die Überraschung , die Machterweiterung durch die Hintertür , das ist gefährlicher als diese doch sehr amerikanische , polternde und im Prinzip sehr plumpe Art , wie sich der NSA mit sinnlosen Datenmengen selber zumüllt.

  13. “Fischstäbchen: Und mir ging es darum zu aufzuzeigen, dass die “Freiwilligkeit” bei Kindern eben manchmal auch sehr problematisch ist – klick?”

    ja, wenns um kinder (und eingeschränkt auch jugendliche) geht hast du natülich recht.

  14. In einer multikulturellen

    Gesellschaft mit Leuten, die sich nicht mehr kennen oder mögen, die zueinander die Wertemengen betreffend diametral stehen, in einer solchen Gesellschaft muss dann auch viel kontrolliert und i.p. Meinungsäußerung verboten werden.

    Man spricht in D denn auch heutzutage von einer Inkludierung oder Inklusion, die die Integration zu ersetzen habe.

    Da muss ganz verstärkt überwacht werden.

    MFG
    Dr. W

  15. @DH

    Die effektivste Taktik ist die Überraschung , die Machterweiterung durch die Hintertür , das ist gefährlicher als diese doch sehr amerikanische , polternde und im Prinzip sehr plumpe Art , wie sich der NSA mit sinnlosen Datenmengen selber zumüllt.

    Das dürfte kein sinnloses Zumüllen sein, sondern Vorarbeit für Überraschung und Machterweiterung durch die Hintertür. Zumal was jetzt bekannt wird, sicher nur eine kleine Spitze des Eisberges ist. Aber umso mehr Daten vorliegen umso besser kann im großen Stile manipuliert werden, weil man umso besser auf die individuellen Facetten jedes Einzelnen eingehen kann. Gunter Dueck hat das schon von gut 10 Jahren in einem seiner Bücher dargelegt, Wild Duck: Empirische Philosophie der Mensch-Computer-Vernetzung.

    Insofern sehe ich die Datensammelei bei den Geheimdiensten und sonstigen Staatsorganisationen tragischer als bei Unternehmen, letztere verfolgen jedenfalls hauptsächlich nur wirtschaftliche Interessen – Geheimdienste aber keineswegs…

  16. Was Herr Wiebe

    nicht zu verstehen scheint oder zumindest anmängelt, ist dass sich extremistische Träger von Meinung oder Aktion…

    Sie können als Journalist in den Knast gehen, wenn Sie sich an ihre Berufsehre halten und ihre Quelle nicht verraten, wenn der Staat diese Quelle wegen Geheimnisverrat drankriegen will.

    …eben in besonders geschützten Biotopen anlagern oder anzulagern haben, wenn sie ihre Destruktivität voll und rechtlich geschützt entfalten wollen.

    Im Zeitalter des Terrorismus umgeht man dann diesen Schutz indem Dienste Kontrollaufgaben in anderen Ländern übernehmen ohne eigene länderspezifische gesetzliche Vorgaben zu brechen, so Snowden. Klingt auch plausibel.

    Bei Bedarf sucht der Schreiber dieser Zeilen gerne besondere Schutzrechte für bundesdeutsche Berufsgruppen heraus.

    Es ist auch oft nicht direkt einsehbar, warum bestimmte Berufsträger Extra-Rechte haben sollen, bspw. Klerikale.

    MFG
    Dr. W

  17. Richtig wäre natürlich,die [Menschen]…

    Richtig wäre natürlich, die [Menschen] wenigstens sauber darauf hinzuweisen.

    Dies gilt grundsätzlich für den Datenschutz, weswegen bereits 2007 die “heimliche Online-Durchsuchungen” unzulässig durch den BGH erklärt wurde:
    http://www.heise.de/…ind-unzulaessig-142370.html

    Dieses ist jedoch nicht geschehen und wird aktuell immer noch verhindert. Lasse ich mal Geheimdienstaktivitäten außen vor, muss ich mich jedoch schwer wundern, warum Firmen in Europa und Deutschland Datenschutz derartig missachten dürfen ohne Folgen. Viele Firmen sind Wiederholungstäter und nutzen ein Bruchteil ihrer Portokassen für Strafen.

    Jugendliche müssen geschützt werden – alleine indem Datenschutz und -sicherheit bereits im frühen Bildungssystem den heutigen technologischen Anpassungen entsprechend gelehrt werden müsste. #Neuland entwickelt sich nicht erst seit dem Echelon Complex bzw. der Aufklärung in 2013 – Kinder wachsen mit Technik auf.

    Den U$-Firmen müsste man genauso wie europäischen und anderen Firmen vorwerfen, Kinder in Gefahr gebracht zu haben aufgrund mangelhafter Datenschutz-Einstellungen und Verstoßes gegen Datenschutzbestimmungen – die Strafen müssten so hoch sein, dass Skandale nicht jährlich steigen (vgl. Hyperlinks in dritt-letzem Link).

    Zudem brauchen wir mehr Kontrolle, auch unabhängiger Natur. Google verspricht,…., schreiben Sie. Google verprach viel, schnüffelte WLAN-Inhalte und ist nun erneut im WLAN-Skandal auffällig geworden (Passwörter). Glaube ist gut – Kontrolle bei Wiederholungstätgern ist längst hinfällig.

    Die Gefahr bei automatischen Suchkriterien und Speicherungen ist nicht zu unterschätzen: http://www.zeit.de/…g-algorithmen-terror/seite-1

    Auch Werbung sollte zukünftig aufgrund des Skandals eingeschränkt werden – so hoffe ich es jedenfalls (befürchte jedoch, dass ein Datenschutz-Protokoll analog Kyoto-Protokoll viel Luft ist).

    Mindestens die Wahrheit ist wichtig, aber auch der Schutz der Bürger (u.a. der Nachwuchs) sowie der Firmen ( vgl. Hackerangriff und Wirtschaftsspionage-Links unter: http://www.piratenpartei.de/…ge-1/#comment-50920).

    Wir müssen wieder zu einer Welt zurückkehren, die eine Zukunft hat, die nicht aus Angst heraus regiert wird. Ich verstehe, dass die U.S.A. 10 Jahre parallelisiert sind – aber half die Hyperaktivität oder war sie eher hinderlich. Guantanamo ist jedenfalls noch immer nicht geschlossen – das erzeugt Terror, weil Demokratien stark sind nicht durch nicht-demokratische Handlungen.

    So äußerte sich auch Obama nach dem Anschlag in Bosten, die Läufer werden wieder und noch mehr angefeuert werden. “Keine Bombe kann uns besiegen” – eine tolle Rede, eine grandiose Botschaft,…

    http://www.spiegel.de/…e-in-boston-a-895261.html bzw. http://www.spiegel.de/…dienst-video-1266948.html (Video)

    … wenn der Beigeschmack nicht wäre, dass sie sich selbst besiegen können. Dies tun sie, indem sie so handeln (unverhältnismäßige Totalüberwachung von Freunden, auch G20 + UN; immer noch Gefängnisse mit Leuten ohne Anklage ).

    Amerika wünsche ich, dass sie aufstehen, Herrn Snowden würdigen und sich ihrer Freiheit, um die sie jeder so beneidet hat, wieder gerehcht werden. Das sind riesige Aufgaben von Obama, der bedauerlicherweise umgeben ist von vielen merkwürdigen Beratern sowie einer Opposition die lieber zu Bush gehen sollte, der schlechteste Präsident aller Zeiten – mit illegalem Irak-Einmarsch.

    “The way of Life” – sie leben es und sollten es leben, ohne Angst in den Augen und in ihrem politischen Handeln.

    Sorry,.. ausgeufert….

    … Datenschutz und USA: Hier in Europa. Bezüglich der Firmen müssen wir es einfordern – das kostet denen nicht viel an Gewinn, aber das Vertrauen der EU-Bürger ist beschädigt und hierein darf investiert werden.

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