Noch mehr über die Lüge

Vor einiger Zeit habe ich mich im Zusammenhang mit Facebook mit dem Thema “Lüge” beschäftigt. Hier noch ein Nachtrag.
Barack Obama hat vor kurzem irgendwo gesagt, dass Politiker schon immer gelogen haben, aber sich früher wenigstens geschämt haben, wenn sie dabei erwischt wurden. Aber lassen wir das bei Seite.
Als Journalist betrifft mich das Thema besonders. Kern unserer beruflichen Ethik ist, die Wahrheit zu sagen. Zugleich sind wir selbst ständig in Gefahr, Lügen aufzusitzen, Das gilt gerade auch im wirtschaftlichen Bereich.
Ich unterschiede hier mal, um das Problem etwas tiefer zu analysieren, Lügen erster Ordnung und Lügen zweiter Ordnung. Erster Ordnung bedeutet: Es werden bewusst falsche Fakten verbreitet. Das kommt vor, in den letzten Jahren gerade auch in der Politik. Aber PR-Leute in Firmen schrecken in der Regel davor zurück. Erstens, weil auch für sie die Wahrheit Bestandteil des Berufsethos ist – das gilt jedenfalls für die meisten, die ich kennengelernt habe. Zweitens aber auch, weil die Gefahr, erwischt zu werden, zu groß ist. Und Firmen haben große Sorgen, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren, weil sie damit meist auch Geschäft verlieren.
Kommt es trotzdem vor, dass PR-Leute geradewegs falsche Fakten, also Lügen erster Ordnung verbreiten? Ab und zu schon. Manchmal sind es Notlügen, zumindest aus Sicht des Unternehmens, zum Beispiel wenn behauptet wird, bestimmte Entscheidungen seien noch nicht getroffen, obwohl das längst passiert ist und man damit aber noch nicht an die Öffentlichkeit will. Hin und wieder verzeiht man als Journalist solche Notlügen, wenn die Motivation nachvollziehbar und nicht völlig verwerflich ist. Auf ganz wenig Verständnis können PR-Leute dagegen hoffen, wenn sie ohne Not lügen – und das wissen sie auch.

Dann gibt es noch die  Lüge zweiter Ordnung. Dabei stimmen die Fakten, aber daraus wird eine Geschichte abgeleitet, die falsch ist. Das mag auf den erste Blick überraschend klingen. Aber tatsächlich kann man aus richtigen Fakten falsche Geschichten ableiten, vielleicht im Extremfall aus falschen Fakten sogar richtige Geschichten. Wenn ein Automobil-Konzern Umsatzprobleme hat, kommen zum Beispiel häufig verschiedene Faktoren zusammen. Etwa: Die Treibstoffpreise sind gestiegen, internationaler Handelsstreit verunsichert, die grüne Lobby agitiert gegen Autos, das Management hat eine Menge Fehlentscheidungen getroffen. Aus diesen Wust von Fakten lassen sich, wie man sieht, sehr verschiedene Geschichten ableiten. Man wird selten eine Pressemitteilung finden, bei dem die Fehlentscheidungen des Managements im Vordergrund stehen.

Die Frage in dem Zusammenhang ist natürlich: Was ist DIE RICHTIGE Geschichte? Anders als bei den puren Fakten gibt es hier kein eindeutiges Kriterium, es ist die jeweilige Urteilskraft gefragt.  Mein Vorschlag: Wahrheit und entsprechend auch Lüge zweiter Ordnung sind davon abhängig, was der jeweilige Sprecher oder Informant NACH BESTEM GEWISSEN für die richtige Geschichte hält. Ein PR-Sprecher, der den Misserfolg in erster Linie auf die Benzinpreise und die grüne Lobby schiebt, verbreitet nach meiner Definition eine Lüge zweiter Ordnung, wenn er persönlich überzeugt ist, dass die Fehlentscheidungen des Managements ausschlaggebend sind.

Gibt es im PR-Bereich viele Lügen zweiter Ordnung? Meiner Erfahrung nach schon. Die meisten PR-Leute würden sie gar nicht als Lügen bezeichnen. Sie haben den Job, ihre Firma vorteilhaft darzustellen, und machen eben diesen Job. Die meisten Journalisten erwarten auch gar nichts anderes von ihnen.

Zum Schluss aber noch ein schmutziges Geheimnis: Lügen zweiter Ordnung, nach meiner Definition, gibt es auch im Journalismus oft genug. Dabei spielt im Alltag weniger eine Rolle, dass man bestimmten Leuten einen Gefallen tun möchte, obwohl auch das vorkommt (zum Beispiel, um jemanden für vertrauliche Informationen zu “belohnen”). Weitaus im Vordergrund steht der Wunsch, Geschichten so zu erzählen, dass sie möglichst viel Aufmerksamkeit erregen. Je größer die Geschichte, je wichtiger für den Verkauf, desto größer die Versuchung, daran zu drehen. Es gibt auch Journalisten, die Lügen zweiter Ordnung nach meiner Definition gar nicht als Lügen bezeichnen würden, sondern der Meinung sind, dass sie einfach nur ihren Job machen. Nach meiner Überzeugung ist die Lüge zweiter Ordnung aber gerade das, was Journalisten von PR-Leuten unterscheiden sollte.

 

Veröffentlicht von

Ich habe Betriebswirtschaft in München und Philosophie an der Fernuni Hagen studiert, früher bei einer großen Bank gearbeitet, und bin seit über 20 Jahren Journalist beim Handelsblatt mit Spezialisierung auf Finanzthemen, davon fünf Jahre in New York und seit November 2017 in Frankfurt. Im Jahr 2013 habe ich das Buch „Wie fair sind Apple & Co?“ veröffentlicht.

25 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Begriffe wie ´Wahrheit/Lüge´ kann man als Journalist sehr sehr weit dehnen, wie ich aus eigener Erfahrung weiß:
    Ich habe seit 2006 das weltweit erste und einzige komplette Erklärungsmodell für das Phänomen ´Nahtod-Erfahrung´(NTE) entwickelt. Im letzten Jahrzehnt habe ich z.B. beim Bayerischen Rundfunk(BR) über 15x Leute kontaktiert und darauf hingewiesen. In allen Berichten des BR werden NTEs aber immer nur als unerklärbares Phänomen dargestellt. Nach meinem letzten Brief (24.5.2018) wurde ich mit Schreiben vom 25.6.2018 von einem Programmbereichsleiter höflich gebeten, keinen Kontakt zum BR mehr aufzunehmen: “Vorsorglich möchte ich Sie aber darauf aufmerksam machen, dass wir zukünftig keinen weiteren Bedarf zum Austausch in dieser Angelegenheit erkennen können.”

    Von Seiten des BR gab es im letzen Jahrzehnt an mich keine Nachfragen nach Details. Meine Hinweise wurden einfach ignoriert. Offenbar gab es auch keine Recherche, denn dann hätte man mein Erklärungsmodell finden müssen. (Per Google-suche [Kinseher NDERF denken_nte] können Sie eine frei lesbare PDF finden).

    Ihre Aussage, dass es Kern journalistischer Ethik ist, die Wahrheit zu sagen – mag vielleicht für Sie als Einzelperson zutreffen.
    Aus meiner persönlichen Erfahrung muss ich feststellen, dass es zum Bereich ´journalistischer Freiheit´ offenbar auch gehören kann – bestimmte Informationen absichtlich zu ignorieren.

    Oder um es mit einem anderen Beispiel zu verdeutlichen: Wenn ein Sender ausschließlich nur solche Experten für die Grundlage seiner Berichte heranzieht – die behaupten dass die Erde eine Scheibe ist. Dann sind Berichte mit der Aussage ´die Erde ist eine Scheibe´ journalistisch korrekt – und keine Lüge.

  2. “Lügen zweiter Ordnung” entsprechen dem, was der Schreiber dieser Zeilen als das sich passend Biegen von Datenlage nennt.
    Hier ist niemand gefeit – selbst die Notlüge zu umgehen, geziemt sich ja auch nicht, ansonsten darf sich selbst gemeldet werden, i.p. pers. Aufrichtigkeit.

    Hierzu noch kurz :

    Mein Vorschlag: Wahrheit und entsprechend auch Lüge zweiter Ordnung sind davon abhängig, was der jeweilige Sprecher oder Informant NACH BESTEM GEWISSEN für die richtige Geschichte hält.

    Die Wahrhaftigkeit ist gemeint.
    Sie ist wünschenswert, sollte aber nicht Einzelnen abgefordert werden, weil sich dies nicht gehört, weil ansonsten psychologisiert werden müsste.
    Der hiesige werte Inhaltegeber ist aus diesseitiger Sicht eine ehrliche Haut, die nach Wahrhaftigkeit zu streben scheint, auch so einen sozialen Touch hat, der nicht verkehrt sein muss; dies abär, wie immer, nur am Rande angemerkt.

    Von Journalisten erwartet Dr. Webbaer ein gewisses Maß an Wahrhaftigkeit, von Wirtschaftsvertretern, die Wirtschaft handelt amoralisch (vs. unmoralisch), quasi beständig die Lüge “erster oder zweiter Ordnung” und von Politikern wiederum “ein gewisses Maß an Wahrhaftigkeit”, weil es letztlich den Mandatsträgern um den Latz geht.

    MFG + danke für diese Reflexion,
    Dr. Webbaer

  3. Bonuskommentar hierzu :

    Die Frage in dem Zusammenhang ist natürlich: Was ist DIE RICHTIGE Geschichte?

    Die “richtige Geschichte” ist diejenige, bei der der Erzählende die Datenlage für ihn bestmöglich aufgenommen, sich auch die Zeit hierfür genommen hat, um in der Folge wahrhaftig und ihm bestmöglich Theorie an Hand dieser Datenlage bereit zu stellen.

    Die “richtige Geschichte” ist aber nicht die “wahre Geschichte”, weil diese es nicht gibt (und weil der Erzählende oft gar nicht in der Lage ist wie geschildert sehr weitgehend aufzunehmen und in der Folge sehr passend zu theoretisieren).

    Diese kleinen Einschätzungen sollen natürlich nicht in Richtung Relativismus, gar Nihilismus gehen, nicht den soz. nackten Narrativ (als “nacktes Konstrukt”) bewerben, sondern darauf hindeuten, dass so etwas wie Wahrheit im Sinne von Angemessenheit am ehesten dort herauskommt oder fast nur dort herauskommt, wo sich weitgehend frei geäußert werden kann.
    Im oft langanhaltenden Diskurs, im inter-personalen Ping-Pong sozusagen.

  4. “Mein Vorschlag: Wahrheit und entsprechend auch Lüge zweiter Ordnung sind davon abhängig, was der jeweilige Sprecher oder Informant NACH BESTEM GEWISSEN für die richtige Geschichte hält. ”
    Treffend. Allerdings können auch bei diesem Vorgehen Ansichten entstehen, die nicht frei von peergroup-Denken, z.T. auch von Herdendenken sind.
    Auch bei der Entscheidung, was als Fakt anerkannt ist und was nicht, können Schieflagen entstehen. Es wäre dringend wünschenswert, wenn der Journalismus insgesamt eine höhere Bereitschaft hätte, Kritik zuzulassen oder selber an der eigenen Zunft zu üben, leider reagiert man da oft überempfindlich, v.a. im Bereich der Printmedien, und neigt dazu, jede Kritik in die Ecke rechter Verschwörer zu schieben.
    Mit bedenklichen und sich selbst erfüllenden Folgen, Profiteure sind diejenigen, die von einer pauschalen “Lügenpresse” schwadronieren und denen es nicht um den Erhalt der Pressefreiheit geht, sondern darum, die Krise des Journalismus für dessen Abbau zu nutzen.

  5. Fakten, dies ist etymologisch klar, sind gemacht, Daten dagegen sind gegeben, sie werden allerdings in ihrer Feststellung zu Daten gemacht, dann wiederum Fakten genannt.
    Das Problem – Dr. W war lange Zeit als Entwickler von Datenhaltung soz. involviert, jeder derartige Entwickler ist sozusagen als Philosoph [1], unterwegs – besteht in den Individuen selbst, die sich bemühen und zu messen [2] suchen.

    Daten sind Gegebenes, Fakten Gemachtes.

    MFG
    Dr. Webbaer (der sich nun auszuklinken hat)

    [1]
    Es geht nicht anders.

    [2]
    Dr. Wappler sei an dieser Stelle gegrüßt, er ist halt kein Praktiker, seine messtheoretischen Überlegungen sind, sofern Dr. W dies beurteilen kann, durchaus nahrhaft.
    Ein Besserer des Seins sozusagen.

  6. “Gute Geschäfte” – Von leichtfertiger Kompromissbereitschaft über Heuchelei zur Lüge und Ablenkungsmanöver in systemrationaler Sündenbocksuche, so lebt der Gewohnheits-/Wohlstandsmensch als “Surfer auf dem Zeitgeist” nun, und “wundert” sich das Wahrheit und “Werte” auf der Strecke bleiben, bzw. zu KOMMUNIKATIONSMÜLL werden!?

  7. Dr. Webbaer
    “Kinder und Narren sagen die Wahrheit”, mit diesem Bonmot ordnet der Volksmund die Lüge richtig ein. Da Sie sich als ehrliche Haut sehen ist Ihre Meinung bedeutungsschwer.
    Wie steht es mit einer Kriegslist . Verwerflich oder sogar bewundernswert?
    Wie steht es mit Spielen, bei denen die Listigkeit zum gewinnen notwendig ist?

    Ich persönlich finde eine Einteilung in Lügen Erster und Zweiter Ordnung auch schon eine Lüge.Pikant ist dabei, dass man in der Wirtschaft eine geplante Täuschung nicht Lüge nennt, sondern eine Manipulation.
    Das Lügen beginnt also schon mit der Wortwahl.

  8. “Es werden bewusst falsche Fakten verbreitet. Das kommt vor, in den letzten Jahren gerade auch in der Politik.”

    Ist das jetzt nicht eine “Verschwörungstheorie”? Wer so etwas glaubt, der glaubt doch auch das die Erde flach ist und Elvis noch lebt. Das ist zumindest das vorherrschende Narrativ, wenn man offizielle Aussagen bezweifelt. Herr Blume hier auf dem Blog spricht dann immer von “Verschwörungsmythen” und “Superverschwörern”.

  9. es ist schon erstaunlich wie man die BEgriffe fakten, daten, lüge in kleine, grosse, Notlüge usw. “sprachwissenschaftlich” + vielleicht auch noch philosophisch aufdröseln
    kann. wer jetzt noch nicht begriffen hat, daß in unserer gesellschaft fast sämtliche
    tugenden oder moralische wertmasstäbe fast total ausradiert sind soll sich auch nicht
    beschweren oder für diesen umstand “pseudo wissenschaftliche” erklärungen suchen.
    eine gesellschaft in der das wort “korruption” jeden tag gelebt wird + das bewusst,
    braucht keine derartigen “BESSERWISSER” sondern menschen die lernen + menschlich
    leben!!! jesus (wenn es ihn dann gegeben hat) soll gesagt haben :”nur die wahrheit
    macht euch frei!!” leider hat er uns SEINE definition dieser beiden begriffe nicht nicht
    hinterlassen….könnte es sein, daß die die definiton des WORTES WAHRHEIT für uns
    menschen zu grauenvoll zu ertragen ist????
    t.barnickel

  10. Man könnte auch sagen, dass der Begriff “Lüge zweiter Ordnung” eine etwas relativieren- beschönigende Ausdrucksweise für etwas ist, was man ansonsten bisher mit dem Terminus “Nur die halbe Wahrheit sagen” bezeichnet.
    Nun sind die meisten Ethiker aber wohl der Meinung, dass das teilweise Verschweigen von Fakten moralisch mindestens ebenso zu verurteilen ist, wie die Glatte Lüge. Und zwar deswegen, weil es ein raffinierter psychologisch- rhetorischer Trick ist , Lügen unter Wahrheiten zu mischen. Das reduziert bei den meisten Lesern /Hörern irgndwie “automatisch” die kritische Distanz und führt dazu, dass (auch offensichtliche) Falschbehauptungen weniger gut erkannt werden.
    Übrigens: (Ich glaube ) in den neunziger Jahren gab es hierzulande mal ein Gerichtsurteil, das besagte, dass Falchbehauptungen in “der Werbung” dann keine “Lügen ” bzw kein Betrug seien, wenn ein “durchschnittlich intelligenter Konsument ” die Behauptung als Falschbehauptung(zu Werbezwecken) erkennen könne.

    Das ist meines Erachtens nicht nur “unmoralisch” sondern widerspricht zudem in eklatanter Weise dem marktwirtschaftlichen Gebot, das der Marktteilnehmer jederzeit in der Lage sei (bzw. sein müsse), sich ein objektives/wahres Bild über eine Ware zu machen.
    Ja, ja, nicht der Einzige Widerspruch inenrhalb der Ideologie vom automatisch regulierenden und alles zum Guten wendenden (völlig) freien Markt.

  11. little Louis
    …..unmoralisch…..
    willst du die Welt verbessern ? Das wird dir nicht gelingen. Die gesellschaftlichen Widersprüche erlauben nur einen Status Quo zwischen dem was ethisch vertretbar ist und was staatlicherseits kontrolliert werden kann. Alles andere ist ein Rückfall ins Mittelalter, wo man mit drakonischen Strafen die Leute bessern wollte. Anmerkung: Hat nicht funktioniert.
    Die Begründung des Richters ist zwar “unmoralisch” aber realitätsnah.

  12. @ Lennart und :

    Frage:
    “….willst du die Welt verbessern ?…” (Zitatende)

    Antwort und Gegenfrage:
    Ja.
    Warum eigentlich nicht? (-:

  13. Bei allem moralisieren über die Verwerflichkeiten der Lügerei sollte man berücksichtigen, dass das Lügen schon immer ein fester Bestandteil der menschlichen Identität gewesen ist. Menschen haben sich immer mehr oder weniger erfolgreich gegenseitig belogen,zumeist wegen eigener Vorteilsnahme bzw. zur Befriedigung des eigenen Egos.Menschen sind also keine frommen Klosterbrüder sondern auch praktische Wesen, die nur ihre persönlichen Bedürnisse befriedigen wollen,egal wie. Wenn sie erkennen,dass man in dieser Gesellschaft mit Lügen auch Macht und Reichtum erreichen kann,dann werden sie dieses Angebot selbstverständlich gern annehmen…
    Schon die Bibelschreiber schien die Verlogenheit der menschlichen Spezies in die Verzweiflung getrieben zu haben.Du sollst nicht falsch Zeugnis reden(lügen) wider deinen Nächsten, schrieben sie damals in die Zehn Gebote. Ein frommer Wunsch, damals wie heute – und morgen…

  14. @Lennart

    – Lügen bis sich die Balken biegen!?

    “bessern” ist für dich also das alte gefügig machen – klar, heute braucht der Imperialismus die drakonischen Strafen des Mittelalters MOMENTAN nicht!? 😵

  15. @Lennart
    ” Die Begründung des Richters ist zwar “unmoralisch” aber realitätsnah.”

    Die Begründung ist nicht unmoralisch, im Gegenteil. Der Einzelne ist auch angehalten, selber zu denken und nicht alles von sich abzuschieben. Heute haben wir das Problem, daß der Einzelne für alles verantwortlich gemacht wird. Das genaue Gegenteil ist aber auch nicht die Lösung.
    Wie jede schlechte Propaganda wirkt auch schlechte Werbung letztlich fortschrittlich, weil sie die Menschen auch zwingt und trainiert, sich ihr eigenes Bild zu machen.

  16. Little Louis
    Klare Ansage, meine Unterstützung hast du.

    hto
    Kennst du die Politik der kleinen Schritte ?
    So ähnlich machen es die Mütter mit ihren Kindern. Sie bringen ihnen nicht alles auf einmal bei, sondern peu à peu, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Aufrechte Gesinnung muss man dabei vorleben. Wenn du im Zustand der “Unschuld” verharren willst, darfst du keine Kinder bekommen. Mit denen musst du nämlich auch Kompromisse eingehen. Kinder handeln nicht nach Einsicht, die sind stur und wissen oft was sie wollen. Edle , einsichtige und wahrhafte Gesinnung kannst du nicht erzwingen. Das haben nur die Hexenverbrenner geglaubt, aber aus den entgegengesetzten Motiven heraus.

    DH
    “Die Welt ist schlecht”, sagt der Volksmund. Wer sich mit ihr arrangiert (hto jetzt weghören !) der findet sie sogar wunderbar.
    Don’t worry be happy.

  17. @Lennart

    “Edle, einsichtige und wahrhafte Gesinnung kannst du nicht erzwingen.”

    Ach, dann fühlst du dich also angstvoll bedrängt, weil ich immer wieder auf die eine Wahrheit zum gottgefälligen und menschenwürdigen Systemwechsel mit allen daraus / darin resultierenden Konsequenzen hinweise – mannoman, du gebärdest wie die Margarine-Werbung “Du darfst: Ich will so bleiben wie ich bin”, was ja auch ganz und gar der Mentalität des Gewohnheits- und Wohlstandsmenschen entspricht, mit allen Kompromissen zum Zynismus und der Heuchelei!

  18. hto
    Ich stelle dir noch einmal die Gretchenfrage: “Hast du Kinder ?”
    Wenn ja , dann erkläre mir , wie du es schaffst, gegen den Strom zu schwimmen.
    Wenn nein, dann bleiben deine Forderungen berechtigt aber sie sind nur Sück für Stück realisierbar. Sie sind eine Aufgabe, die der Menschheit für die nächsten 10 000 Jahre auferlegt ist.

  19. “Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom”

    Von Religion, über Das Geschäft, bis zur Unwahrheit / zum Kommunikationsmüll heutiger “Zwischenmenschlichkeit”, die Lüge / das Lügen wird den Untergang unserer Absurdität von Glauben, Denken und Wissen bringen, wenn nicht bald …!

  20. hto
    das ist ja alles richtig, was du schreibst.
    Wer A sagt, muss auch B sagen.
    Also verrate uns, wie man den richtigen Weg finden kann.

  21. “Wer A sagt, muss auch B sagen.”

    In der systemrationalen Welt- und “Werteordnung” des Gewohnheits- und Wohlstandsmenschen ist es ja so, dass A und B sagen IMMER im Rahmen der wettbewerbsbedingten Funktionalität bleibt, also befreie dich / befreit euch von der Unwahrheit / dem Kommunikationsmüll und lasse B eine Wahrheit im Sinne von Zusammenleben OHNE … wird!
    So oft wie ich diese “neue” Welt- und Werteordnung OHNE … hier beschrieben habe, wäre es ja wohl Unwahrheit zu behaupten den Weg noch nicht gesehen zu haben!? 😎

  22. hto
    Du hast die neue Welt und Werteordnung nicht konkret beschrieben. Eine Gesellschaft ist doch kein Holzbaukasten, indem man einfach die Holzklötzchen an die richtige Stelle setzt. Die Holzklötzchen haben alle einen eigenen Willen und streben auseinander. Wie willst du da ein ge meinsames Ziel erreichen? Im Augenblick sind Selbstverwirklichung und Vergnügen, die vorherrschenden Ziele.
    Was machst du, wenn sich die Menschen nicht einig werden ?
    Du musst schon ein Programm entwickeln und aufzeigen, wie du das erreichen willst.

    Was du wettbewerbsbedingte Funktionalität nennst, ist meiner Meinung nach ein Teil der Evolution. Der stärkste setzt sich durch und der stärkste pflanzt sich fort. Das gilt auch für die Ideologien.
    Wie willst du deine Vorstellungen durchsetzen ?
    Oder willst du das gar nicht und bist der Rufer in der Wüste?

  23. “… ist meiner Meinung nach ein Teil der Evolution.”

    Nee, ganz und garnicht, das ist ein Teil des geistigen Stillstandes nach unserem ersten und bisher einzigen GEISTIGEN Evolutionssprung (die “Vertreibung aus dem Paradies”). Und der geistige Stillstand ist des der instinktiven Bewusstseinsschwäche folgenden Bewusstseinsbetäubung, die nun im “freiheitlichen” Wettbewerb um … kulminiert und in Dummheit verkommt!

    Die stärkste Ideologie ist die Wahrheit, doch wenn der Verstand von Vernunft in Angst, Gewalt und “Individualbewusstsein” spalterisch vegetiert, dann …!? 😭

  24. hto
    “Die stärkste Ideologie ist die Wahrheit, ” . Diese Einsicht rechtfertigt alle Deine Bemühungen. Und ich setze noch eins drauf “die stärkste Droge ist ein klarer Kopf”, da sind wir uns jetzt mal einig.

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