MenschMaschine-Visionen – Technik, die unter die Haut geht

Ich bin morgen auf dem 18. Berliner Kolloquium der Daimler und Benz Stiftung.

Laut eigener Darstellung auf der Website treffen sich dort „Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik […] einmal pro Jahr in der Hauptstadt für einen ganzen Tag […]. Die Themenkomplexe werden von der Stiftung vorgegeben. Sie reichen von aktuellen Fragestellungen der Mensch-Maschine-Schnittstelle, der Molekularmedizin, der Neuro- und Kulturwissenschaften über die Psychologie, Ökologie, Urbanistik und Informatik bis hin zu Kommunikations- und Managemententwicklungen.“

menschMaschine-Visionen

Das Kolloquium morgen steh unter dem Motto: „MenschMaschine-Visionen – Technik, die unter die Haut geht”. Ich werde hier im Blog noch meine Gedanken dazu äußern, sofern es mein Blogthema und meine Forschung direkt berührt.

Markus Dahlem forscht seit über 20 Jahren über Migräne, hat Gastpositionen an der HU Berlin und am Massachusetts General Hospital. Außerdem ist er Geschäftsführer und Mitgründer des Berliner eHealth-Startup Newsenselab, das die Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense entwickelt.

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  1. Ein Milliardär, der an Depression, Schizophrenie, beginnendem Alzheimer oder Migräne erkrankt, ist oft nicht besser dran als irgend ein anderer Patient. Und irgend ein anderer Patient muss sich auf Arzneien und Therapien verlassen, deren Wikrung selbst die Mediziner, die sie verabreichen, gelegentlich in Frage stellen. Selbst fortgeschrittene Technik hat wenig geändert, nur schon weil die Grundlagen nicht verstanden werden. Existierende Neuroimplantate wie sie das Thema des hier vorgestellten Berliner Kolloquiums “Mensch-Maschinen-Visionen” sind, bieten heute nur einer kleinen Patientgruppe, nämlich den Innenohrschwerhörigen und eventuell denjenigen, die an einer Retinaerkrankung leiden, Abhilfe. Es bleiben die Visionen. Und mit solches Visionen wie Neuro-Enhancement, Human Enhancement, Cyborgs etc kann man sich prächtig unterhalten, nur sind es eben Visionen.
    Und doch wird auf diesem Gebiet viel passieren. Unter anderem weil ein gesundes, langes Leben ohne Beeinträchtigungen ein zentrales Thema in unserer Gesellschaft geworden ist. Zwar setzen die meisten Menschen Gesundheit einfach als Selbstverständlichkeit voraus und zählen sie nicht zum erreichten Wohlstand, doch andererseits wird in Deutschland und selbst den USA 10 Mal mehr für Medizin und Pflege ausgegeben als für die Verteidigung (das Militär). Doch in den Alltag der Normalbevölkerung hat die Medizin noch keinen grossen Eingang gefunden. Das beginnt erst langsam mit der Überwachung von Körperfunktionen durch Messgeräte während des Sports. Doch es gibt einen Trend zu mehr Gesundheitsmonitoring. Apple’s iWatch soll vor allem vitale Funktionen überwachen und es gebe eine Kooperation mit der Mayo-Klinik. Irgendwann wird es wohl auch ein “neurales und psychisches” Monitoring geben, welches Anzeichen von Depression oder beginnende geistige Leistungsschwächen und Defizite erkennt und welches die Leute im Alltag begleitet. Ich kann mir gut vorstellen dass der Migräniker von morgen schon lange vor dem Migräneanfall weiss, wie es um ihn steht.

    • Zu der “kleinen Patientgruppe” gehören einige 100,000 Menschen mit Parkinsons Krankheit, Tourette Syndrome, chronische Schmerzpatienten und weitere, die mit der tiefen Hirnstimulation Hilfe bekommen.

      Was auch noch diese Veranstaltung mit Beeindruckender Tiefe gezeigt hat: Cyborgs sind Realität nicht (mehr nur) Visionen.

      • Interessant. Scheinbar kommt die Cyborgs-Technik durch die Hintertür. Zuerst als einfache Hirnstimulation mit fest eingestellten Stromfrequenzen , dann wohl mit immer besserer und differenzierterer Steuerung.
        Beim Suchen mit Google stosse ich auf weitere Krankheitsbilder, bei denen man erste Erfolge mit tiefer Hirnstimulation meldet. Unter anderem: Depression, beginnenden Alzheimer, Epilepsie. Das ist also ein Fall von Ausweitung der Indikation.

        Dann gibt es noch Meldungen über chipbasierte Memory-Implants.

        Solche therapeutischen Fortschritte werden vor allem von den Betroffenen und ihrem Umfeld wahrgenommen. Mir fällt aber immer wieder auf, dass die meisten diese Fortschritte gar nicht wahrnehmen – jedenfalls nicht auf gleiche Art wie das Erscheinen von elektrischen oder selbstfahrenden Fahrzeugen oder von neuen Smartphones. Wahrscheinlich weil medizinische Fortschritte einen intimen Bereich betreffen, an den man erst denkt, wenn man betroffen ist.

  2. “Die Erchaffung Adams 2.0″…?

    Michelangelo erblasst vor Neid.

    Nun schwingt sich Gott durch den Menschen wohl erneut empor, um den “neuen” Menschen (vor allem “Mann”) zu erstellen…
    Diesmal aber volldigital und maximal konserviert in Chips und Stahl. Damit auch nichts mehr schiefgehen kann…!?

    Auf gehts…

    • Ehrlich gesagt: Ein ziemliche phantasielose und sogar falsche Michelangelo-Kolportage der “Erschaffung der Welt”. Es weckt nämlich falsche Assoziationen und lässt an eine zukünftige Robot-Welt denken. An eine Welt wo Roboter Menschen ersetzt haben. Dabei geht es auf dem MenschMaschine-Visionen Kongress – unter anderem – um den verbesserten Menschen, um den transhumanen, gottgleichen Menschen.
      Mein Bildvorschlag – anglehnt a das gleiche Motiv: Beide Hände, die Hand Gottes und Adams sind spiegelbildlich gleich. Mit der Bedeutung: Der Mensch ist nun auf der gleichen Stufe wie Gott.
      Oder noch besser: Der Mensch – also Adam – stösst die Hand Gottes zurück. Aber die Daimler-Benz-Stiftung wollte wohl niemanden provozieren und hat darum ein Blid gewählt, das die Provokation nur noch vortäuscht und ein längst bekanntes Versatzstück ist.

  3. Für die tiefe Hirnstimulation scheint es immer mehr Indikationen zu geben. Das Massachusetts General Hospital startet nun eine Forschungsinitiative, die die tiefe Hirnstimulation bei post-traumatic stress disorder (PTSD), traumatic brain injury (TBI), und anderen neurologischen und psychiatrischen Störungen studieren will. Im Rahmen dieses Projekts soll ein Implantat entwickelt werden welches die Hirnaktivität an verschiedenen Stellen überwacht und gegenfalls das Hirn stimuliert.

    to design and build a first-of-its-kind implantable deep brain stimulation (DBS) device which will monitor signals across multiple brain structures in real time. Based on the monitored activity, it will then deliver stimulation to key areas to alleviate symptoms related to neuropsychiatric disorders such as PTSD, severe depression, drug addiction, and TBI.

  4. Der Cyborg ist natürlich auch für das Miltiär von hohem Interesse. SPON berichtet unter Militärtechnologie: Stromspulen im Helm sollen Soldaten aufputschen über dieses Einsatzgebiet und die beiden Methoden, der Hirnbeeinflussung, die wohl noch am ehesten zum Einsatz kommen werden: Die Transcranielle Magnetstimulation (TMS) und die Transcranielle Gleichstromstimulation (tDCS).
    Die Idee ist es den Soldaten damit in die “richtige” Stimmung zu bringen, damit er seinen Einsatz optimal erfüllen kann.

  5. Interssant – also gehöre ich auch zu der Gruppe von Cyborgs – un das nun schon seit 10 Jahren.

    Ich habe eine Tiefe Hirnstimulation – wegen einer Zwangsstörung – erfolgreich.

    Es gibt sogar noch wietere Indikationen als die genanten :

    Suchtabhängigleit bei Heroin, Alkoholabhängigkeit ( sehr erfolgreich im Übrigen ), ein Alzheimer – Projekt, eine geplante Vsersuchsreihe bei Autismus – alle im Übrigen in Deutschland, darüber hinaus noch Magersucht, Adipositas in Kanada.

    Und was das ” Auslesen von Daten angeht ” – das wurde im letzten November erstmailg in Form des Medtronic Activa PC + S auch in Deutschland implantiert, bei einem Dystonie – Patienten.

    Es ist aber Ziel Kranken zu helfen und durch das neue Vrefahren die Batterien zu schonen und zu forschen.

    Es wäre sogar sehr einfach Menschen damit zu manipulieren:

    Als ich nahc dre Operation teststimuliert wurde, hatr man das kurzfristig auchmal in die Ggegenrichtung – als negative Stimulation ausprobiert – mit dem Ergebnis, das ich der Ansicht bin:

    DAS Ganze bei einem Soldaten ausprobiert wird er spätestens nach 10 Minuten soweit sein, das er alles und jedes tut um die auf ihn zufliegende emotionale Angstwand zu durchbrechen.

    Leute es ist auch nicht unbedingt erstzerbenswert das Ganze als Verbesserung am gesunden Menschen ausprobieren zu wollen.

    Denn das ganze Neuroenhancement – Gerede gefährdet in der Ethikdiskussion eher die Weiterentwicklung fast genau so wie der HInweis auf die Lobotomien der 70er.

    Und da jedes Medium natürlich einen Sensationsaufhänger braucht, seht mindetsens eins von den beiden Argumenten meistens mit dabei.

    Es erschwert ungemein die Zusammenarbeit oder besser Dískussion mit den Psychiatern, die in all diesen Indikationen gehört werden und genehmigen müssen – das sind nämlich nicht die Neurochirurgen.

    E serschwert insbesondre die Pressearbeit, wenn Du irgendwo zitieren willst um die Betroffenen zu informieren und oben drübr sthet dre ” Neue Mensch “.- und das ume iene Zahl zu nennen, bei bisher 150 Operierten und einem Bedarf von geschätzt 60.000 – 100.000 nur bei der Zwangsstörung.

    Darum bißchen vorsichtig mit der ganzen Sache.

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