“Was ist was” oder eher “Was war das denn”

Zunächst einmal der zunehmende Mond von heute Abend, fast am Ende des ersten Viertels. Sein Anblick wird gerade dominiert von der bekannten Dreiergruppe Theophilus, Cyrillus und Catharina, und südwestlich davon der langen, hell angestrahlten Linie der Rupes Altai.

Almost-half waxing moon on 21 October, 2012, around 22:00 CEST, Michael Khan, Darmstadt, Germany

Zunehmender Mond am 21.10.2012, 22:00 MESZ, ED-Apochromatischer Refraktor 70/420, Canon Eos 1000d (Michael Khan)

Und jetzt wird’s unfein, aber das muss ich einfach mal los werden. Kennen Sie die Jugendbuchreihe “Was ist Was”? Mittlerweile haben die sich auch in die elektronische Medienwelt diversifiziert, aber ich rede von der Buchreihe. Diese Bücher waren immer ein fester Bestandteil meiner Kindheit. Unzählige verregnete Nachmittage habe ich damit zugebracht, in einem der vielen großen, weißen Bände dieser Reihe zu schmökern. Vieles von dem, was ich damals las, ist mir heute noch gegenwärtig.

Manches von diesem Wissen ist natürlich mittlerweile überholt. Aber das ist nicht so wichtig – was zählt, ist, dass mich die Lektüre an das Thema heranführte. Weitergehende Informationen besorgte ich mir dann anderswo. Die jüngere Generation wird sich gar nicht vorstellen können, wie schwierig es sein konnte, an brauchbare Informationen zu kommen, bevor das World Wide Web den Zugang zu Wissen dramatisch vereinfachte und demokratisierte.

Ehrensache, dass ich auch jetzt zunächst nach “Was ist Was” griff, als ich ein Mitbringsel von bleibendem Wert für einen kleinen Jungen suchte. Aber was ich mir da griff, nämlich Band 21 der Serie mit dem Titel “Der Mond”, enttäuschte auf ganzer Linie. He Leute … was ist das denn? Das Sprichwort sagt “Der Erfolg hat viele Väter, aber der Mißerfolg ist ein Waisenkind”. Die Vaterschaft dieses Misserfolgs ist jedoch recht eindeutig zuzuordnen. Zunächst einmal hat der Grafiker dazu beigetragen, aber auch das Lektorat. Wurzel des Übels war aber wohl der Übervater Sparzwang.

Band 21, “Der Mond” wurde offensichtlich irgendwann nach 2005 überarbeitet, denn man findet darin Material von der Mission Cassini-Huygens, und sogar noch Aufnahmen von Phobos aus dem Jahr 2008, aber keinerlei neues Material der Serie von Mondmissionen aus der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts. Der Autor ist Professor Erich Übelacker, der langjährige Leiter des Planetariums Hamburg. Der Text auf der Rückseite des Einbands tauft ihn allerdings zu “Überlacker” um, und zwar an mehreren Stellen. Peinlich für das Lektorat, wenn es das noch nicht einmal mitkriegt.

Der Buchtext an sich ist akzeptabel, aber nicht gerade von umwerfender Aktualität.

Wirklich schlecht ist das Bildmaterial. Da dieses Buch aber Kinder und Jugendliche ansprechen und informieren soll, ist so ein Manko unverzeihlich.

Titelseite von Was ist Was Band 21: Der Mond, auf wasistwas.de

Titelseite von Was ist Was Band 21: Der Mond, auf wasistwas.de

Die vorherige Version hatte auf dem Einband eine Collage aus Apollo-Aufnahmen von der Oberfläche, mit einer Großaufnahme vom zunehmenden Mond nicht unähnlich meiner obigen Fotografie von heute. Man meinte aber offenbar, das Titelbild erneuern zu müssen und leistete sich damit einen klassischen Griff ins Klo. Offenbar hatte der damit beauftragte Grafiker keine Ahnung von Astronomie – so wenig, dass ihm noch nicht einmal bewusst wurde, wie wenig Ahnung er hat.

Da sieht man ein nicht besonders detailliertes oder gelungenes Gemälde vom abnehmenden Halbmond, und zwar die von der Erde aus sichtbare Mondhälfte, mit dem Terminator direkt über dem Nullmeridian. Dahinter (jawohl!) – in einiger Entfernung – die Erde, aber mit einer anderen Phase. Also gleich doppelt unmöglich. Wie peinlich ist das denn? Mann, Mann, Mann … lässt man wirklich jemanden ein Buch zu einem astronomischen Thema illustrieren, der nicht einmal weiß, dass der Mond die Erde in gebundener Rotation umläuft? Und selbst wenn der so ahnungslos ist, wieso lässt man dem das durchgehen? Hat man denn dem Autor nicht das Titelbild zu einem Buch gezeigt, dessen Text er geschrieben hat?

Die grafische Qualität des Buchs ist generell nicht beeindruckend. Meist werden – schlechte – Gemälde verwendet. Wo es nur darum geht, mag das ja noch angehen, aber wenn es darum geht, das Aussehen des Mondes zu illustrieren, dann wird man doch wohl im 21sten Jahrhundert auf fotografisches Material zurückgreifen können. Selbst wenn man noch nicht das Material  der japanischen Sonde Kaguya und des Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA zur Verfügung hatte, als das Buch in Druck ging (warum eigentlich nicht?) – besseres Material als die schlecht aufgelösten entweder kontrastarmen (Seiten 6, 14, 20, 21, 23, 31) oder übertrieben kontrastverstärkten Bilder dieses Buches (Seite 26 und 27) wird jedes Observatorium und sogar jeder High-End Amateurastronom beisteuern können. Da habe ja sogar ich schon bessere Mondfotos gemacht als Manches, was in diesem Buch zu sehen ist.

Wenn die gemalten Grafikern wenigstens richtig wären, wäre es schon in Ordnung, dass man darauf zurückgreift. Leider ist genau das nicht der Fall. Auf Seite 6 oben soll gezeigt werden, dass der Mond aufgrund seiner Eigenbewegung auf seiner Bahn um die Erde jeden Tag deutlich später aufgeht als am vorhergehenden. Warum aber zeigt man ihn dann aber in der Darstellung vom nächsten Tag dann noch in genau derselben Phase wie am Vortag?! Und warum wird da eine dicke Mondsichel gewählt, die in dieser Form nie zu sehen sein kann? Das sieht eher aus wie eine Mondfinsternis.

Auf Seite 25 soll in der Grafik oben gezeigt werden, wie der (dort zunehmende) Mond jeden Tag an einer anderen Stelle des Sternenhimmels steht. Nur lässt der Grafiker ihn binnen 2 Tagen vom Mondalter von rund 3 Tagen bis auf einen Fast-Vollmond anschwellen. Hier hat der Grafiker wenigstens mal an die Änderung der Mondphase gedacht – allerdings ist er offensichtlich nicht ausreichend vertraut mit der Materie, um die Phasen auch richtig darzustellen. Ein fast voller Mond als fette Sichel mit kleiner Aussparung – Aua, das tut ja wirklich weh. Nie in den Nachthimmel geschaut?

Das hässliche Gemälde unten auf der selben Seite sieht so aus wie eine Filmdekoration für “Die Frau im Mond” aus dem Jahre 1929. Es soll den Schattenwurf bei niedrig stehender Sonne über Kratern illustrieren. Du liebe Zeit – dazu gibt es so viel echtes fotografisches Material tausend Mal besserer Qualität, dass man sich an den Kopf fasst, wenn man dieses Bild sieht. Was mag den Verlag geritten haben, solch lausiges Bildmaterial zu verwenden?

Also, lieber Tessloff-Verlag, so geht’s nicht. Dieses Buch wird unserem Trabanten nicht gerecht. Man kann es auch keinem jungen Menschen von heute mehr zumuten. Hier ist eine komplette, radikale Überarbeitung fällig, nicht irgendwelches halbherziges Herumgedoktore. Beim Bildmaterial muss drastisch aufgeräumt werden, denn im jetzigen Zustand ist das nachhaltig rufschädigend. Dieses Sparen kann schwer nach hinten losgehen.

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

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  1. Don’t worry

    Das “Problem” mit den Was-ist-Was-Büchern kenne ich auch. Schon seit den 70ern.

    Damals bekam ich ein Buch dieser Reihe über das Sonnensystem geschenkt. Darin abgebildet war eine Zeichnung (!) des Mars mit seinen beiden Monden vor dem Band der Milchstraße. Und die Bildunterschrift lautete: “Der Mars im Fernrohr”. Wow, dachte ich damals.

    Nun, ja, ich bin dennoch bis heute begeisterter Hobbyastronom 😉

  2. Halb-Ellipse

    Viele Zeichner wissen nicht, dass die, von einer weit entfernten Lichtquelle verursachte, Licht-Schatten-Grenze auf einer Kugel immer wie eine Halb-Ellipse aussehen muss, die den Umriss der Kugel an zwei Punkten tangiert, die um 180 Grad versetzt sind.

    Bild:

    http://members.chello.at/….bednarik/MONDSICH.PNG

    Noch schlimmer sind natürlich die Zeichner, die glauben, dass eine schlanke Ellipse zwei spitze Enden hat.

  3. @F. Specht, @The Karl Bednarik

    Ein Zeichner mag doch mal einen schlechten Tag haben. In den 70er Jahren wird es zusätzlich auch so gewesen sein, dass es einfach an gutem Material mangelte, bzw. dass man als Nicht-Astronom Schwierigkeiten haben würde, es zu finden oder zu bewerten.

    Aber das ist nicht das Thema und kann heute nicht auch nicht vom Verlag als Ausrede herangezogen werden.

    Es fängt doch schon bei der Titelseite an. Da kann sich nicht einmal mehr das Lektorat damit herausreden, dass ihnen der Patzer durch die Lappen gegangen sei.

  4. Was ist das?

    Tja, wirklich schade, muss ich sagen. Denn auch ich habe die Was-ist-Was Bücher verschlungen früher und sie haben sicherlich ihren Teil dazu beigetragen, mich für Wissenschaft/Natur/Technik zu begeistern. Ich denke, ich muss mir meine “Sammlung” mal wieder anschauen, wenn ich das nächste mal bei meinen Eltern bin, vor allem den “Der Mond” Band, den hatte ich – wenn ich mich richtig erinnere – auch. Mal schauen, ob der auch damals schon ähnliche “Vereinfachungen” und Fehler enthielt.

  5. Tesslaff-Verlag

    Hallo, Michael, hast Du denen das auch geschrieben? Das solltest Du!

    Gruß, Andreas

    [Antwort: Klar doch, sowohl auf Amazon als auch auf der wasistwas.de-Webseite. Wenn die dort extra eine Kommentarfunktion vorsehen, soll man die auch zu konstruktiver und begründeter Kritik nutzen, denke ich. MK]

  6. Über das Buch, den Mond und etwas Nebel

    Als mein Sohn noch klein war habe ich mich auch oft über schlechte Kinderbücher geärgert. Selbst in einem Lexikon fand ich mal unrichtige Angaben. Meistens hieß es dann: “Ist ja nur für Kinder”, dabei sollten gerade “Wissensbücher” für Kinder sachlich richtig sein.

    Kinder lieben Bücher, weil sie sich bestimmte Sachen häufig sehr lange und ausführlich ansehen möchten. Ansonsten gibt es heutzutage auch viele gute Kinderseiten im Internet. Mit der Suchmaschine “Blinde Kuh” kann man auch viel über den Mond finden. Da können Bücher oft gar nicht mehr mithalten. Zumindest sollte man das Internet als Ergänzung zu Büchern sehen, weil sich das Thema dort noch vertiefen lässt.

    http://www.blinde-kuh.de/…archbox&query=Mond

    Zum Mond: Ihr neues Foto ist ja buchstäblich echt scharf. Wie haben Sie das so hinbekommen?
    Bei uns ist das Wetter leider gleichbleibend nass und nebelig, dabei wollte ich den Mond selbst fotografieren. Zum Ausprobieren habe ich mir ein 300 mm Objektiv ausgeliehen, das passt allerdings nicht auf meine Kamera, deshalb bekam ich eine Sony-Kamera mit dazu. Jetzt warte ich, bis das Wetter endlich aufklart.

  7. @Mona

    In der Tat, die Antwort “Ist ja nur für Kinder” ist nicht hinnehmbar. Gerade Kinder können falsche Aussagen in einem Buch nicht einordnen. Als Erwachsener weiß man mittlerweile, dass auch in Büchern viel Falsches steht. Als Kind ist man noch viel eher geneigt, anzunehmen, dass etwas stimmen muss, wenn es irgendwo gedruckt steht. Tja, denkste.

    Prima, dass Sie sich jetzt auch an die Mondfotografie machen. Es interessiert mich immer, zu sehen, wie andere ihn aufnehmen. Insbesondere, weil Sie ein Kameraobjektiv verwenden. Wenn ich mich recht erinnere, haben Sie eine Nikon D50. Es ist natürlich, auch wenn Sie sicher eine erfahrene Fotografin sind, schade, dass Sie nicht mit Ihrem eigenen Apparat fotografieren können.Mit dem sind Sie sicher am vetrautesten.

    Hat man Ihnen auch ein solides Stativ ausgeliehen? Diese großen Teles sind ja meist sehr schwer und bedürfen eines professionellen Stativs, sonst wackelt’s.

    Ansonsten gibt es gar nicht so viel zu beachten. Autofokus aus, Liveview an und LCD-Bildschirm zur Scharfstellung verwenden, Spiegelvorauslösung einschalten und mindestens 2 Sekunden Zeitverzögerung beim Selbstauslöser vorwählen, damit die Schwingungen durch das Hochklappen des Spiegels abklingen. Einen festen ISO-Wert einstellen – der Mond ist ja jetzt schon im letzten Viertel, also m”üsste ISO 100 klargehen, und auf manuelle Belichtung gehen, dabei dann eine Belichtungsreihe fahren. Aber das wissen Sie ja sicher schon von Ihren Erfahrungen auf der Sternwarte.

    Ich hatte übrigens neulich dieses kleine Schmuckstück in der Hand. Es ist nicht gerade preiswert, keine Frage, aber bei kleinen Edelrefraktoren kann man ohne weiteres auch das Dreifache loswerden, wie ich feststellen musste. Ob die wirklich besser sind als der TS, kann ich nicht beurteilen, ich habe da aber Zweifel. Für ein Quadruplet mit eingebautem Flattener relativiert sich der Preis auch wieder etwas. Ich kann dem Haben-Wollen-Anfall recht gut widerstehen. Immerhin habe ich einen, wenn auch deutlich weniger aufgemotzten Apo gleicher Brennweite, mit dem ich zufrieden bin.

  8. @Michael Khan

    Ich habe mir das 300 mm Objektiv mit Kamera ausgeliehen, weil ich sehen möchte welche Qualität Bilder haben, die mit so einer Optik aufgenommen werden. Momentan verheißt der Blick durchs Fenster jedoch nichts Gutes, da immer noch Nebel herrscht. Auf unserer Sternwarte kann ich leider keine Fotos machen und es war auch noch nie jemand da, der eine Kamera dabeihatte. Ich bin, was die Mondfotografie betrifft, eine blutige Anfängerin und Ihre Anleitung kann ich gut gebrauchen. Die Wetterprognose für die nächsten Tagen ist auch schlecht. Vielleicht klappt es nächste Woche. Den Vollmond kann ich wenigstens nicht verfehlen. 🙂

    Ihr kleines Schmuckstück “mit eingebautem Flattener” sieht toll aus. Es erinnert mich allerdings an eine Frau, die ich kürzlich auf der Sternwarte traf und die sich ein teures Teleskop gekauft hatte, aber mit dem Zusammenbau und der Einstellung nicht zurechtkam. Sie möchte sich jetzt ein anderes kaufen, das man in Kürze aufstellen kann, weiß aber nicht welches geeignet wäre. Ich habe in der Beziehung auch keine Erfahrung. Vielleicht hätten Sie einen Tipp für sie.

  9. @Mona; Empfehlung

    Ich weiß ja nicht, was Ihre Bekannte vorhat. Wenn es ihr nur ums Gucken geht, dann bräuchte sie eigentlich gar keine Montierung und schon gar nichts mit Motor. An Einfachheit mit gleichzeitig hoher Lichtausbeute ist ein Dobson schwer zu überbieten.

    Gut, Damit entfällt der Aufwand des Aufbauens, aber manche denken, sie finden sich damit am Himmel nicht zurecht. Diese bedenken soll man schon Ernst nehmen, denn man kann ja grundsätzlich maximal nur das, was man sich auch zutraut (manchmal traut man sich auch zu viel zu, das ist aber wieder ein anderes Thema).

    Wenn man einen Dobson nicht will, und wirklich auf Handlichkeit bedacht ist, dann kommt ein kleiner Refraktor oder Maksutov mit einem soliden Kamerastativ (Manfrotto, Cullmann o.ä.) und einem mechanischer Dreh-Neigekopf infrage.

    Für Leute, die schon gern ein GoTo und einen Motorantrieb hätten, aber auf den ganzen Stress mit dem Einnorden auch ganz gut verzichten können (was ich gut nachvollziehen kann), für die haben die Hersteller Geräte parat, die sich selbstständig initialisieren. Beispiel Celestron NexStar-Serie.

  10. Astronomie für alle @Michael Khan

    Danke für Ihre guten Ratschläge. Und ja, die meisten Leute wollen am Anfang eigentlich nur gucken. Leider fehlt es da oft an Beratung, weil viele Amateurastronomen ein Teleskop übers Internet kaufen, das sie vorher noch nicht mal gesehen haben. Auf unserer Sternwarte war man deshalb der Meinung, dass viele Geräte, die Kinder zu Weihnachten bekommen, auf Nimmerwiedersehen am Dachboden verschwinden, da sie sich im Nachhinein als Fehlkäufe herausstellen. Leider schwindet damit dann meistens auch das Interesse an der Astronomie. So wie es Fotokurse gibt, so sollte es auch Kurse über Astronomie geben. Nachbarbloggerin Susanne Hoffmann stellte kürzlich mal die Frage, ob man nicht Astronomie in Arbeitsgruppen und an Volkshochschulen unterrichten sollte, m.E. wäre das eine gute Idee. Es gibt nur ganz wenige Volkshochschulen, die solche Kurse im Programm haben. Meine Bekannte wies mich deshalb auf verschiedene Internetseiten hin, die Astronomiegrundkurse anbieten. Ich suchte nun selbst und stieß auf eine Seite mit dem Titel “Kann man im “Internet” Astronomie und Physik erlernen?”, die recht viele Informationen bereit hält. Wer viel Zeit hat, der kann eine richtiggehende Astronomieausbildung absolvieren. Leider nur eine theoretische. 🙁
    http://wincontact32naturwunder.blogspot.co.at/…l

  11. @Mona: Teleskop kaufen … wie?

    Wer als kompletter Laie ein Teleskop einfach so im Internet kauft, schadet sich gleich zwei Mal: Erstens geht man ein erhebliches Risiko ein, sein Geld in einen fehlkauf zu versenken. Zweitens sorgt man so dafür, dass die kleinen Astronomieläden mangels Kundschaft vom Markt verschwinden, die von einem Enthusiasten geführt werden, für den Beratung hohen Stellenwert hat.

    Irgendwann sind die alle weg vom Fenster und es bleiben nur noch die großen, anonymen Vertreiber im Internet. ist der Kunde dann besser dran? Glaube ich irgendwie nicht so recht.

    Man soll die Schwierigkeiten beim Kauf nicht aufbauschen, aber man soll sie auch nicht kleinreden. Der Markt ist groß und vielfältig. Damit wird er etwa unübersichtlicher, aber es wächst auch die Chance, genau das zu finden, was zu einem selbst passt.

    Kurse schaden nichts, aber am Ende lernt man es durch die eigene Anwendung. Ich habe viele Tipps von Experten bekommen, die mir sehr weiter geholfen haben (Beispiel: “Das Fokussierungsproblem löst du, indem du nicht auf den Mond, sondern auf einen Stern scharf stellst.”, “Für die Sonnenfotografie nimm am besten die Folie vom Hersteller …..” usw.)

  12. Astronomische Tante-Emma-Läden

    @Michael Khan

    “Zweitens sorgt man so dafür, dass die kleinen Astronomieläden mangels Kundschaft vom Markt verschwinden, die von einem Enthusiasten geführt werden, für den Beratung hohen Stellenwert hat.”

    Solche Läden gab es bei uns noch nie. Astronomie ist hier ein absolut seltenes Hobby. Geschäfte, die eine größere Auswahl an Teleskopen haben, gibt es in der Regel nur in der nächsten Großstadt. Oft haben Fotohändler zwar zwei bis drei Kinderteleskope im Laden stehen, ansonsten heißt es: “Das müssten wir bestellen”, und bestellen können die Leute übers Internet auch selbst. Genauso dürftig sieht es mit praktischen Hilfen aus. Auf der Sternwarte werden die Teleskope für die Besucher in der Regel voreingestellt und man kann nur durchschauen, den Umgang damit lernt man nicht. Die Sternwarte ist Teil einer Jugendherberge und es sind häufig Schulklassen dort, die dann im Akkord abgefertigt werden müssen, da bleibt kaum Zeit für was anderes. Soweit ich mich erinnere erzählte ich Ihnen bereits, dass wir hier leider auch keinen Verein haben, wo man beitreten kann. Aber ich will mich nicht beklagen, das würde auch nichts helfen, da sage ich lieber auf gut bairisch: “Des pack ma scho!” und “I gib net auf!” 🙂

    In letzter Zeit traf ich auf der Sternwarte auch öfters Frauen, die z.T. bis nach München fahren (ca. 200 km entfernt) um die dortige Sternwarte zu besuchen oder um sich mit Teleskopen und Zubehör einzudecken. Man empfahl mir, dass ich doch Teleskoptreffen besuchen sollte, was ich nächstes Jahr auch machen werde. Waren Sie schon mal bei so einem Treffen dabei? Meine Einwände, dass ich bisher lediglich mit einem Fernglas die Sterne beobachte ließen sie nicht gelten, weil es beim letzten Teleskoptreffen angeblich so windig war, dass man eh nur mit dem Fernglas schauen konnte, alles andere hätte der Wind umgeblasen. Wie ich sie so sprechen hörte hatte ich fast den Eindruck, dass wir Mondsüchtigen von einem schlimmen Virus befallen sind, der all unsere Gedanken in Beschlag nimmt. Ich ertappe mich selbst dabei, wie ich abends vor dem Zubettgehen noch nach dem Mond Ausschau halte. So schön kann ich ihn allerdings nicht sehen, zwischen all den Häusern und Bäumen:

    http://img.webme.com/…altkisser/mondsuechtig.jpg

  13. Himmelsbetrachtungen

    Also Mondsüchtig haben Sie mich bisher noch nicht gemacht, was vielleicht auch daran liegt, das der (Voll)Mond i.d.R. nur mitten in der Nacht mein Schlafzimmer erhellt, sich ansonsten aber meisst meinem Blickfeld durchs Fenster entzieht. Vor allem vor dem Schlafen gehen. Dafür sind zur die Sternbilder Andromeda und Pegasus gut sichtbar, weil sie am Himmel recht hoch stehen. Da würde ich dann gern einen Blick auf die Andromeda-Galaxie werfen, aber ohne fest stehendes Fernglas ist das wahrscheinlich auch nicht zu empfehlen. Leider stand in der SuW vor einiger Zeit auch nichts dazu, obwohl es in der SuW vor einiger Zeit ein paar Tips dazu gab.
    Oder kann man die Galaxie in einer einigermassen dunklen Gegend auch mit blossem Auge finden? – Irgendwo stand glaube ich mal, dass das geht…

    Was das Buch angeht. Das ist ja wirklich traurig. Ich hab zwar kein einziges Was-ist-Was Buch, und auch als Kind nie gehabt, aber da auch meine (Grundschul-)Lehrerin sehr viel von den Büchern gehalten hat, bin ich als Kind davon ausgegangen, das sie gut sein müssen. Aber das war in den 70er Jahren…

  14. Andromeda-Galaxie @Hans

    Bei klarem Himmel und wenig Lichtverschmutzung kann man die Andromeda-Galaxie mit bloßem Auge sehen, allerdings nur als länglichen Nebelfleck. Aus diesem Grund sagt man auch Andromedanebel dazu. Hier eine Auffindkarte:
    http://www.astronews.com/…ntworten/frage293.html

    Unsere Milchstraße ist übrigens auf Crashkurs mit der benachbarten Andromeda-Galaxie. Der Zusammenstoß soll in etwa vier Milliarden Jahren erfolgen.
    http://www.youtube.com/…BJkKk&feature=fvwrel

  15. High-End-Amateuraufnahmen von M31

    Auf der Webseite von Mario Weigand sind viele Bilder von ihm zu finden, unmter anderem auch solche von M31. Außerdem steht da auch etwas dazu, wie diese Bilder entstanden. Auch auf meiner Liste stehen M31, M42 und M45 weit oben. An Deep-Sky-Langzeitbelichtungen habe ich mich bis jetzt nicht so ganz herangetraut.

  16. @Mona: Galaxien Crash
    Ja, davon hab ich auch schon gehört. Interessant ist, das der Zeitraum sich mit dem deckt, wo unserer Sonne der Brennstoff ausgehen und sie sich in einen Roten Riesen verwandeln wird, der dann auch die inneren Planeten verschluckt. Aber bis dahin vergeht ja noch viel Zeit. Wahrscheinlich werden wir uns das Schauspiel aus dem Jenseits ansehn, was nach meinen Vorstellungen auch eher Vorteile für die Betrachtung bietet: Man kann näher heran, als es mit technischen Geräten heute möglich ist. Ob diese Nahperspektive zu irgendwas nützlich ist, ist eine andere Frage, die ich nicht beantworten kann.

    @Michael Khan:
    Mir hat man mal geraten, einfach mal machen und sehen, was dabei heraus kommt. Diesen Tip gebe ich hiermit an Sie weiter. 🙂
    Ich denke, bei der Digicam ist es kein Drama, wenn die Bilder nix werden. Und ein Stativ mit einer ordentlichen Montierung und automatischer Nachführung haben Sie ja, also sind die Voraussetzungen doch schon mal da. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen und Orion und Schütze weiter über den Horizont steigen. Aber das wird ja in den nächsten 3 Monaten passieren…
    Übrigens: Das sind wirklich gute Bilder, die Sie da verlinkt haben.

  17. Deep-Sky-Fotografie @Michael Khan

    “An Deep-Sky-Langzeitbelichtungen habe ich mich bis jetzt nicht so ganz herangetraut.”

    Nur Mut, mehr als schiefgehen kann es ja nicht! Außerdem lernt man auch aus Fehlversuchen. Die Belichtungszeit wird allerdings einiges an Zeit erfordern, weil Sie ja wahrscheinlich mehrere Bilder überlagern, sprich stacken, möchten. Von M31 gibt es sogar Bilder, die mit einem Kameraobjektiv aufgenommen wurden:

    http://fotowelt.chip.de/…/astronomie/m31/583957/

    Ich habe es am letzten Tag im Oktober noch geschafft den Mond zu fotografieren. Es war zwar leicht bewölkt und recht windig, aber ich habe ihn zumindest schon mal auf dem Chip. Jetzt muss ich mich nur noch aufraffen ihn mit dem Bildbearbeitungsprogramm zu bearbeiten, dann kann ich ihn herzeigen.

  18. Blick auf den Weltuntergang @Hans

    Die Sonne wird sich erst in fünf Milliarden Jahren zu einem roten Riesen aufblähen, also erst eine Milliarde Jahre später. Allerdings weiß man nicht, ob die Erde noch von der Sonne beschienen wird, wenn der bevorstehende Crash mit der Andromeda-Galaxie alles durcheinanderwirbelt. Falls man sich das Schauspiel vom Jenseits aus ansehen kann, dann bin ich dabei. Als Treffpunkt würde ich Wolke sieben vorschlagen, die kennt jeder. Ein kleiner Planet ginge natürlich auch. Die Idee sich einen schönen Platz mit Blick auf den Weltuntergang zu suchen scheint recht beliebt zu sein. Hier wurde sie mit Photoshop-Tutorials wirklich genial umgesetzt:

    http://design.creativefan.com/…otoshop-tutorial/

  19. Ob vier oder fünf …

    Wie lange es nun dauert, bis die Sonne endgültig den Löffel abgibt, ist egal, weil das Leben auf der Erde schon sehr viel früher verschwunden sein wird. Es wird ja nicht erst schlagartig dann zu warm, wenn, wie Arthur C Clarke es in seiner unnachahmlich treffenden Art schrieb, die Sonne die Gesichter ihrer Kinder sauber geleckt haben wird.

    Schon lange, lange vorher findet eine graduelle Steigerung der Einstrahlleistung statt, in deren Folge es auf der Erde immer wärmer wird, bis schließlich das empfindliche Gleichgewicht, nach dem Wasser in allen drei Aggregatzuständen auf der Erdoberfläche existieren kann, und in der verdunstetes Wasser in der kalten Tropopause wieder auskondensiert, umkippt. Dann wird die Erde ihres nicht chemisch gebundenen Wassers nach und nach verlustig gehen, bis es schlißlich ganz weg ist.

    Das aber dürfte schon in etwa einer Milliarde Jahren der Fall sein. Die Erde wird dann so etwas wie ein warmer Mars. Vielleicht hält sich ja eine Zeit lang irgendwo noch unterirdisches Wasser. Aber für Leben als verbreitetes, sich energisch ausbreitendes Phänomen ist spätestens dann Schicht im Schacht. Für höheres Leben vielleicht schon deutlich früher, also in einigen Hundert Millionen Jahren. Eine traurige Vorstellung, aber das ist nun einmal der Lauf der Welt.

    Der Begriff der “Kollision” der Galaxien ist vielleicht etwas irreführend. Es ist eher eine massive Durchmischung, an deren Ende durchaus wieder zwei Galaxien stehen können, die sich voneinander entfernen, in denen aber nichts mehr so sein wird wie vorher. Numerische Simulation hier

    @Mona: Ich bin wirklich gespannt auf ihre Bilder. Wenn Sie das Tele-Objektiv noch nicht zurück gegeben haben, können Sie vielleicht noch den Besitzer bis nächste Woche hinhalten? Wenn dem aktuellen Hoch nicht die Puste ausgeht, sollten sich da nochmals Chancen bieten.

  20. @Mona:
    sehr interessant, diese Umsetzung. Da muss ich doch glatt mal sehen, ob ich sowas nicht auch hin kriege, aber das könnte etwas dauern… Ich finde es sowieso immer erstaunlich, was Sie so an Bildquellen parat haben, die Sie immer wieder mal hier verlinken. 🙂
    Was die Wolke 7 angeht, da könnte es ziemlich voll sein, eben weil sie jeder kennt. 😉

    @Michael Khan:
    Mit diesem Einwand bezüglich des Lebens auf der Erde haben Sie natürlich auch recht. Und da bei diesem Galaxiecrash, (da haben Sie übrigens sehr interesste Filmchen verlinkt), wirklich alles durcheinander gewirbelt wird, wenngleich sich die Vorgänge, die in den Filmen auf knapp eine halbe Minute zusammengerafft sind, tatsächlich eher in geologischen, bzw. in diesem Fall astronomischen Zeiträumen abspielen werden. Und, wie Sie schon richtig bemerkt haben, wird danach wahrscheinlich nicht mehr viel so sein, wie es mal war. Zumindest was Sonnensysteme angeht. Aber da wir hier ja von Zeiträumen in “Mega-” bzw. “Gigajahren” reden, können wir dem sehr gelassen entgegen blicken. Selbst wenn die Theologien recht haben, die Reinkarnation beinhalten und wir alle noch 10 oder 20 mal wieder geboren werden…

  21. Die Macht der Bilder

    @Michael Khan

    Ich hoffe auch auf besseres Wetter. Den Mond hätte ich doch noch gerne bei klarem Himmel fotografiert. Am Wochenende werde ich auf jeden Fall eines von den Bildern bearbeiten, die ich schon gemacht habe.
    Ihre verlinkten Filmchen finde ich auch recht interessant. Es ist wirklich unvorstellbar welche Varianten sich da auftun. Wirklich schade, dass man nicht weiß wie das Endergebnis einmal aussehen wird.

    @Hans

    Falls Sie so ein Bild, wie das von mir verlinkte, auch hinbekommen, dürfen wir es dann sehen? Und was die Bildquellen betrifft, da ist das Internet natürlich eine fantastische Sache. Man kann sich mit jeder beliebigen Kunstrichtung befassen und braucht nicht mal das Haus zu verlassen. Ich finde es total faszinierend wie sich Künstler fremde Planeten vorstellen. Hier, als Beispiel, die Bilder der “Space Art” von Ludek Pesek:
    http://www.ludekpesek.ch/…Die_Illustrationen.php

    Und für schlaflose Weltraumfans gibt es noch die “Space Night” auf BR-alpha. Das Programm läuft jede Nacht. “Gesättigt von den wunderschönen Bildern fallen die Augen irgendwann ganz von alleine zu. Sie schweben zurück ins Bett und träumen von einem Planeten, den Sie am liebsten erobern würden. Gleich morgen!” So schwärmt die “Süddeutsche Zeitung” von der Space Night – dem Nachtprogramm von BR-alpha und dem Bayerischen Fernsehen.” Kann man das Programm auch bei Ihnen empfangen?
    http://www.br.de/…ndungen/space-night/index.html

  22. @Mona: Mondchance nach Sonnenuntergang

    Heute so um 17:30 sind Mars und die schmale Mondsichel im Südwesten relativ niedrig über dem Horizont zu sehen, und zwar in einem Winkelabstand von rund 5 Grad zueinander – sodass beide zusammen sehr bequem in das Sichtfeld eines nicht allzu langbrennweitigen Skops oder Teleobjektivs passen. Bei 300 mm – 400 mm geht das problemlos. Voraussetzung ist – neben klarem Himmel – auch die unverbaute Sicht nach Südwesten. Mein Büro ist im 4. OG und in Richtung SW ist nur niedriger Baumbestand, da könnte das also klappen.

  23. @Michael Khan

    Danke für den Hinweis! Leider herrscht bei uns schon wieder Nebel. Langsam komme ich dahinter, warum es hier so wenige Astronomen gibt. Vielleicht sollte ich mich auf Nebelfotos spezialisieren. Ich hoffe, Sie haben mehr Glück.

  24. @Mona
    wenn ich so ein Bild hin bekomme, werde ich es Ihnen nicht vorenthalten, aber bisher hab ich noch nichts in der ToDo-Pipeline, sondern eher auf der “man könnte mal…”-Liste.
    Ich bin dagegen aber beispielsweise immer wieder mal daran, bei diesem Bild die Frage zu klären: “Wie hoch fliegt dieses Raumschiff?” bzw. “In welcher Höhe würde es fliegen, wenn es denn wirklich existieren würde?” Analog dazu die Frage: “In welcher Höhe würde sich dieser Weltraum-komplex befinden, wenn es ihn denn geben würde, sofern der Planet im Hintergrund die Grösse der Erde hätte?”. (Die Grösse des Raumschiffs findet man hier, die Grösse des Raumkomplexes lässt sich damit nur ungefähr abschätzen, was mir aber auch ausreicht.)

    Was Fotos angeht, so kann ich da derzeit nicht mithalten, weil zum einen das Wetter nicht mitspielt, und ich zum anderen keine Ahnung habe, wie lange ich einen 400ASA Film ungefähr belichten muss, um überhaupt etwas zu sehen. Meine bisherigen Versuche mit Belichtungszeiten so um 20 bis 30 Sekunden waren jedenfalls nicht sonderlich erfolgreich. Obwohl, da der Mond ja sehr hell ist könnte das was werden. Ich hatte es zuvor bei Sternen versucht und das wurde nix.

  25. Kleine Fotoschule @Hans

    Die Belichtungszeiten die Sie angeben sind für die Sterne wahrscheinlich zu kurz und für den Mond zu lang. Bei letzterem würde ich würde ich die Khan`sche Belichtungsreihe empfehlen. 🙂 Ich weiß nicht welche Brennweite die Optik hat, die Sie verwenden und kenne auch die Kamera nicht (vielleicht könnten Sie das mal angeben), aber den hellen Vollmond kann man fast so kurz wie einen Schnappschuss belichten. Ich hatte bei meiner letzten Mondaufnahme einen Wert von 100 ISO eingestellt und ihn mit Blende 5.6 und 1/250 s aufgenommen, das war jedoch zu wenig, er war etwas unterbelichtet. Besser wäre vielleicht 1/30 s bei Blende 5.6 oder 4. gewesen. Auch mit der richtigen Belichtung kann man den Mond mit einer Kamera natürlich nie so gut hinkriegen wie mit einem Teleskop, weil das Ganze auch eine Sache der Vergrößerung ist.
    Um noch mal auf Ihre Belichtungszeiten zurückzukommen, ich verlinke dazu eine Seite auf der Sie ablesen können in welchem Verhältnis Blende, Belichtungszeit und ISO-Zahl zueinander stehen.
    http://www.kleine-fotoschule.de/…d-iso-zahl.html

  26. @Mona
    Danke für den Link; die Seite ist sehr aufschlussreich.
    Was die Kamera angeht, so handelt es sich dabei um eine Minolta x-300s, eine analoge, halbautomatische Spiegelreflexkamera. Bei der Optik hab ich ein 210mm Teleobjektiv (f=70-210mm) mit 55mm Öffung verwendet. Zumindest steht auf dem Objektiv was von 55mm Durchmesser, aber das bezieht sich wahrscheinlich auf die Grösse von Zubehör, das man vorne drauf schrauben kann. Die Blende reicht von 4 bis 32.
    Die Khan’sche Belichtungsreihe ist mit der analogen Kamera ein ziemlich teures Vergnügen, weshalb ich das damit lieber sein lasse, obwohl ich eigentlich auch ein “vielknipser” bin.
    Für die Ablichtung von Sternen oder auch nur der hellen Planeten liegen die Belichtungszeiten wahrscheinlich schon in Bereichen, wo man ohne Teleskop mit Nachführeinrichtung auf einer anständigen (parallaktischen) Montierung nicht sehr weit kommt.

    Wäre noch anzumerken, das ich gestern und heute jeweils mal den Mond fotografiert habe; – eigentlich nur, um den Film voll zu machen, aber auch, um zu sehen, was dabei heraus kommt. Das erste Bild wird wahrscheinlich restlos überbelichtet sein, weil ich es manuell etwa eine Minute lang belichtet habe. Beim Rest lass ich mich überraschen, weil mir auch gar nichts anderes übrig bleibt. Aufgenommen hab ich die Bilder mit dem genannten Teleobektiv bei Blende 4 und maximaler Vergrösserung auf einem 400er Film.

  27. @Hans

    Eine Minute Belichtungszeit ist für den Mond um etwa drei Größenordnungen zu lang. Abgesehen davon, dass Sie schon bei weniger als einer Sekunde Belichtung anfangen, Verwischen durch die Erdrotation zu sehen, reicht, allemal bei ISO 400, eine Belichtungszeit irgendwo um 1/125 bis 1/320 s.

  28. Nochmal Fotografie @Hans

    Auf Ihre Fotos bin ich schon gespannt. Wie Herr Khan bereits schrieb, ist der Mond mit einer Minute zu lang belichtet, wobei man den Halbmond natürlich etwas länger belichten muss, weil er nicht so hell ist wie der Vollmond. Außerdem spielt auch die Lichtempfindlichkeit des verwendeten Objektivs eine Rolle. Die Angaben finden Sie vorne im Objektiv. Ihre Kamera hat demnach eine Brennweite von 70-210mm. Die Zahl 55 bezieht sich auf den Durchmesser von Filtern und Sonnenblenden, die man verwenden möchte. Und die Zahlen 1:4-5.6 beziehen sich auf die Lichtempfindlichkeit. Je kleiner der angegebene Wert, desto lichtempfindlicher ist ein Objektiv. Bei einem Zoom variiert das selbstverständlich, denn je stärker Sie ein Zoom ausfahren, desto lichtschwächer wird es. Welche Rolle Blende, Belichtungszeit und ISO-Zahl bei einer Aufnahme spielen, darauf bin ich weiter oben schon eingegangen.

    Bei der analogen Fotografie sind Fehlversuche natürlich eine teure Angelegenheit. Ich habe früher mal mit Großbildkameras gearbeitet, da konnte man nur Planfilme verwenden, das sind einzelne Blattfilme, die nicht gerollt sind und die in eine Kassette eingelegt werden. Bei hochwertigen Architekturaufnahmen sind “Stürzenden Linien” unerwünscht, so werden auf Fotos Linien und Kanten genannt, die aufeinander zustreben, obwohl sie in Wirklichkeit parallel verlaufen. Dieser Effekt tritt dann auf, wenn die Kanten des Abbildungsgegenstands nicht parallel zur Projektionsfläche liegen. Um das zu vermeiden muss eine parallele Ausrichtung von Filmebene und Objektivebene gegeben sein, Großformatkameras bieten dazu verschiedene Verstellmöglichkeiten. Ab einem bestimmten Format kann man für diese Kameras nur mehr Planfilme verwenden, die sehr teuer sind. Sie werden auch heute noch verkauft und eine Packung mit 25 Blatt kostet zwischen 50 und 140 Euro, da hat man bei einer einzigen unbrauchbaren Aufnahme schnell ein paar Euro versenkt. Von daher plane ich meine Aufnahmen auch heute noch sehr sorgfältig, obwohl das bei der digitalen Fotografie nicht mehr in dem Ausmaß erforderlich ist. Außerdem hat man die Möglichkeit die Aufnahmen am Computer nachzubearbeiten. Nachdem ich mich langsam mit der digitalen Fotografie immer mehr anfreunde sehe ich auch die vielen Möglichkeiten, die sie bietet.

  29. Mondbilder

    Nun, dass die eine Minute Belichtungszeit beim Halbmond viel zuviel war, ist mir inzwischen klar. Gestern hatte ich die Belichtungszeit deshalb auf Automatik stehen und selbige entscheiden lassen, wie lange belichtet werden soll.
    Wäre noch anzumerken, dass es heute nichts gewesen wäre, weil der Himmel hier vollständig mit Zirruswolken dekoriert ist.

    Grossbildkameras, @Mona
    Was diese Geräte angeht, so wären die nichts für mich, wie ich Ihrer Beschreibung der Handhabung entnehme. Da ist mir zuviel drum herum zu beachten und die ganze Angelegenheit zu teuer. Ich unterstelle jetzt einfach mal, das professionelle Fotografen diese Grossformatbilder auch selber entwickeln (oder zumindest mal selber entwickelt haben) und für das dafür nötige Labor hätte ich gar nicht den Platz, zumal für’s entwickeln ja weiteres Know How nötig ist…

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