Enge Venus-Merkur Konjunktion am Abend des 11.1.

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Raumfahrt aus der Froschperspektive
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Der Syzygienkönig gibt bekannt: Am frühen Abend des 11.1.2015 stehen Venus und Merkur nur etwa 40 Bogenminuten voneinander getrennt im Südwesten. Während der Abendhimmel dunkler wird, treten die beiden stärker hervor, nähern sich dabei aber auch dem Horizont. Die Venus ist dabei noch fast 1.6 AE von der Erde entfernt, Merkur mehr als 1 AE.

Falls der Himmel am 11.1. zu sein sollte, gbt es Ausweichmöglichkeiten. Bereits am 9.1. (also heute Abend), am 10., aber auch noch in der darauffolgendenden Woche werden Venus und Merkur am frühen Abend auf einen Blick gemeinsam zu sehen sein. Angesichts der aktuellen Wetterbedingungen wird man aber wohl weder heute noch morgen den Himmel zu sehen bekommen.

Am 22.1. gibt’s dann schon das nächste Schmankerl: Vier Planeten und der Mond in derselben Region des Abendhimmels.

Enge Konjunktion zwischen Merkur und Venus am 11.1.2015, simuliert für Darmstadt um 16:38 GMT (=17:38 MEZ)
Credit: Michael Khan via Stellarium / Ende Konjunktion zwischen Merkur und Venus am 11.1.2015, simuliert für Darmstadt um 16:38 GMT (=17:38 MEZ)

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten Meinungen sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

2 Kommentare

  1. Hallo Herr Khan,

    herzlichen Dank für den tollen Tipp des “Syzygienkönigs”. Diese Begegnung hätte ich doch trotz meiner ständigen Vorplanung für Astro-Ereignisse glatt übersehen! Als ich mitten im Sturmgeheul und bei peitschendem Regen Ihren Hinweis las, wäre ich allerdings auch niemals auf die Idee gekommen, dass es mir möglich sein würde, auch nur einen Hauch dieses engen Zusammentreffens zwischen Venus und Merkur miterleben zu können. Die völlige Unberechenbarkeit unseres Wetters kann aber eben auch immer wieder von Vorteil sein. So sorgte die derzeitige Sturmlage hier in Neu-Ulm für ein postfrontales Aufklaren just zwischen 17 Uhr und 18.30 Uhr !! Da blieben keine Wünsche mehr offen. Äußerst bequem konnte ich vom Dachfenster aus fast das gesamte Ereignis in aller Ruhe beobachten ( minimale kleinere Wolkenunterbrechungen ausgenommen), abwechsenld mit dem Fernglas und dem bloßen Auge.
    Merkur war ab ca. 17.20 Uhr freiäugig wahrnehmbar. Bei der angegebenen Untergangszeit von Merkur (18.18 Uhr) konnte ich diesen immerhin bis 18.05 Uhr ohne optische Hilfsmittel erkennen und dessen Verschwinden in Horizontnähe per Fernglas um 18.10 Uhr erleben. Genau zwei Minuten später versank Venus im Dunst. Ein wirklich eindrückliches Erlebnis! Ähnlich günstig war trotz ansonsten extrem schlechter Bedingungen im August die Wettterlage in der Nacht vom 17. zum 18. August 2014 bis ca. 6 Uhr morgens. Bei Meteorbeobachtungen konnte ich gleich zwei Feuerkugeln erleben und anschließend zwischen 4.50 Uhr und 6.00 Uhr die gegenüber dem 11. Januar 2015 noch deutlich engere und faszinierendere Begegnung von Venus und Jupiter mitverfolgen. Wie gesagt, unser Wetter verschafft neben Frustrationen auch manche Glücksmomente.

    • Ich gratuliere allen Glücklichen, die freie Sicht auf das Ereignis hatten.

      Der Amateurastronomieverein, in dem ich Mitglied bin, hatte eine öffentliche Beobachtung für den Sonntagabend organisiert. Diese wurde auch in der Presse angekündigt.

      Unsere Beobachtungen finden immer auf einem Grasparkplatz des lokalen Freibads statt. Dort ist die Beleuchtungssituation – für eine so stadtnahe Lokation – außergewöhnlich günstig. Außerdem ist der Ort fußläufig, mit dem Fahrrad oder mit dem ÖPNV gut zu erreichen. Mit dem Auto sowieso: es ist ja ein Parkplatz.

      Jetzt ging ich da gestern Abend hin, und was sah ich? Die freiwillige Feuerwehr hatte ein Ereignis, dass sie am selben Ort am Samstag durchführen wollte, kurzerhand auf den Sonntag verschoben. Eine Verbrennung alter Weihnachtsbäume oder so. Die hatten auf einem Mast eine riesige Flutlichtanlage installiert. Es waren unglaublich viele Besucher da. Himmelsbeobachtung war natürlich vollkommen ausgeschlossen.

      Es ist auch nicht gerade die feine Art, einfach mal eben so die eigene Veranstaltung zu verschieben und damit die angekündigte Veranstaltung eines anderen Vereins abzuschießen.

      Im gegebenen Fall war es schlussendlich allerdings egal, denn der Himmel hatte sich gerade zugezogen und blieb den Abend über so. Keine Planetenkonjunktion, kein Komet.

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