Partielle Sonnenfinsternis am 20.3.2015 in Darmstadt (2)

So, nach der Landschaftsaufnahme hier nun die Bilder der Sonne, allesamt im Weißlicht. Die orangene Tönung kommt vom verwendeten Filter, es wurden aber nicht, wie bei einem H-Alpha oder Kalzium-Filter nur einzelne Frequenzen durchgelassen.

Ich habe nur eine kleine Untermenge der Aufnahmen, die ich gemacht habe, für diese kurze Filmsequenz verwendet. Man erhält trotzdem hoffentlich einen Eindruck davon, wie die SoFi ablief. Wer also wegen Wolken, Krankheit oder Arbeit nicht die eigentliche Finsternis miterleben konnte, kann das Erlebnis nun nachvollziehen. Viel Spaß.

Und hier die einzelnen Bilder unbearbeitet in Originalgröße (nach Draufklicken) ohne die lästigen Kompressionsartefakte des Youtube-Videos. Ich habe parallel zu den Fotos auch noch mit stärkerer Vergrößerung durch ein mit H-Alpha-Filter ausgerüstetes Teleskop beobachtet. Interessant war dort auch der zu beobachtende Mondumriss, der keineswegs wie eine ganz glatte Kreisscheibe aussah, sondern Täler, Berge und Krater erahnen ließ.

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Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

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  1. Pingback:Sonnenfinsternis 2015 am Haus der Astronomie in Heidelberg › RELATIV EINFACH › SciLogs - Wissenschaftsblogs

  2. Sie haben sich wie immer viel Arbeit gemacht und das Ergebnis kann sich auch sehen lassen. Ich selbst war während der Sonnenfinsternis auf unserer Sternwarte und an einem der großen Teleskope hatte man einen ähnlichen Filter angebracht wie Sie ihn auf Ihren Aufnahmen verwenden. Damit ließen sich sogar Eruptionen auf der Sonnenoberfläche beobachten. Sie schreiben jedoch: “Die orangene Tönung kommt vom verwendeten Filter, es wurden aber nicht, wie bei einem H-Alpha oder Kalzium-Filter nur einzelne Frequenzen durchgelassen.” Um welchen Filter handelt es sich dann?

    • Es freut mich natürlich, wenn meine Arbeit Gefallen findet. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass sich der Aufwand in Grenzen hielt.

      Es gibt diverse Art von Filtern zur Sonnenbeobachtung. Weißlichtfilter lassen ein breites Frequenzspektrum passieren und dämpfen alle sichtbaren Frequenzen im selben Maße. Oder fast im selben Maße, denn die mir bekannten Filter, die aus einer dünnen aufgedampften Metallschicht auf einer Glasscheibe bestehen, erzeugen eine orangene Ansicht, die mit einer aufgedampften Metallschicht auf einer Folie eine bläulich weiße. Solche Filter lassen das Licht gar nicht erst ins Teleskop hinein und eignen sich somit für alle Teleskop-Bauarten.

      Ein Herschel-Keil ersetzt den Umlenkspiegel und lenkt nur etwa 5% des einfallenden Sonnenlichts ins Okular, was natürlich immer noch viel zu viel ist, sodass unten am Okular weitere Filter eingeschraubt werden. Die 95%, die woanders hin gelenkt werden, müssen zudem sicher entsorgt werden. Ich habe einen Herschelkeil, wo als Wärmefalle ein Silikatblock dient.
      Mit einem Herschelkeil kommt aber die Sonnenenergie ungefiltert durch das gesamte Teleskop. Das darf man den Sekundärspiegeln in einem Spiegelteleskop nicht zumuten. Ein Herschelkeil gehört an einen Refraktor. Auch diese Bauart ist ein Weißlichtfilter.

      Man kann mit einem Weißlichtfilter Sonnenflecken hervorragend beobachten, und wenn die Apertur ausreichend groß ist, auch die weitere Feinstruktur der Oberfläche.

      Will man aber Protuberanzen beobachten oder Filamente (das sind auch Protuberanzen, aber aus einem anderen Blickwinkel), sollte man einen H-Alpha-Filter verwenden- Dieser lässt nur ein enges Frequenzband um das Alpha-Emissionsband des Wasserstoffs herum passieren. Bei dieser Frequenz wird die Chromosphäre nicht wie bei der Weißlichtbeobachtung von der viel helleren Photospäre überstrahlt.

      Wenn Sie feinere Details im Weißlicht ausmachen konnten, muss das verwendete Teleskop wohl eine große Apertur gehabt haben. Bei meinem 65mm-Aprochromaten werden solche Details noch nicht aufgelöst.

      • Nun habe ich eine ganze Menge über Filter zur Sonnenbeobachtung gelernt. Auf die nächste partielle Sonnenfinsternis werden wir allerdings noch etliche Jahre warten müssen. Am 28. September wird es jedoch eine totale Mondfinsternis geben. Leider findet diese mitten in der Nacht statt. Zur Sichtung braucht man zwar keine Filter, dafür aber einen anständigen Wecker. Hier kann man sich vorab schon mal informieren.

          • Natürlich kann man astronomischen Ereignissen auch hinterher reisen und wenn man das Ganze noch mit einem schönen Urlaub in einer wildromantischen Landschaft verbinden kann, umso besser. Da lohnt es sich vielleicht sogar eine zusätzliche Kamera anzuschaffen. Im Mai kommt die Nikon D810A auf den Markt, die speziell für die Astrofotografie entwickelt wurde. Der neu überarbeitete Infrarot-Sperrfilters ist viermal empfindlicher für H-alpha-Licht und man kann 15 Minuten am Stück belichten. Für normale Fotos ist sie allerdings ungeeignet, diese würden einen Rotstich bekommen. Was halten sie davon?
            http://www.chip.de/news/Nikon-D810A-Modifizierter-Infrarotfilter-fuer-Astrofotografen_76400793.html

          • Ich habe mich bei DSLRs nie wirklich für die Vollfettstufe interessiert, weil da der Preis (und damit das Verlustrisiko) nach meinem Dafürhalten nicht den sicherlich vorhandenen Vorteil des geringeren Rauschens des größeren Chips ausgleicht.

            Mir reichen die um einen Faktor 5 bis 10 billigeren Einsteiger-DSLRs vollkommen aus. Auch habe ich eigentlich nie mit einer anderen Marke als Canon Astrofotografie betrieben, kann also auch kein qualifiziertes Urteil über Nikon-Produkte abgeben.

            Bei einigen APS-C-Modellen gibt es die Anbieter, die den serienmäßigen IR-Sperrfilter entweder ausbauen oder durch einen anderen, IR-durchlässigeren Filter austauschen. Zum Beispiel hier, aber auch woanders.

          • @Mona:
            Der Preis diese Kamera ist ja beachtlich! – Aber wenn die für normale Fotos ungeeignet ist, weil die einen Rotstich bekommen, dann frage ich mich wirklich, ob es nicht sinnvoller ist, sich für das Geld eine (evtl. sogar gekühlte) Astrokamera (etwa diese hier) zuzulegen. Die haben zwar nicht ganz so hohe Pixelauflösungen, aber dafür sicher andere Vorteile, die die Nikon oder die EOS 60Da nicht bieten. – Mit den Details hab ich mich noch nicht so sehr beschäftigt, aber ich denke dass sich ein Vergleich lohnt, da man in dieser Preisklasse ja schon im gehobenen Bereich agiert.

            P.S. Während ich das hier schreibe, geistert mir die ganze Zeit auch noch die Firma Lumenera durch den Kopf, deren Astrokameras ins Profisegment gehören, wie Herr Khan kürzlich auch meinte. Dabei ging es ursprünglich um ein Bild der Rupes Recta auf dem Mond.

          • “Schweine im Weltall”?! – Sehr witzig.
            Aber den Artikel in der SuW wollte ich jedenfalls auch noch lesen…

          • Gut, die Nikon D810A ist teuer und man kann mit ihr, wegen des modifizierten Infrarot-Sperrfilters, nicht mal normale Fotos machen. Keine sparsame Hausfrau würde sich je so eine Kamera zulegen. Trotzdem würde ich es schön finden mit dieser Kamera nachts zu fotografieren. Vermutlich auch, weil ich oft mit Kameras von Nikon fotografierte und damit gute Erfahrungen gemacht habe. Als es noch ausschließlich analoge Kameras gab hatte man seinen Fotoapparat oft ein Leben lang. Heutzutage geht die technische Entwicklung jedoch schneller vonstatten und die Nikon D810A wird vermutlich in einigen Jahren technisch nicht mehr auf dem neusten Stand sein. Von daher wäre es unklug sich eine dermaßen teure Kamera zu kaufen. Es ist halt wie bei allen Luxusgegenständen, man braucht sie nicht, aber man würde es schön finden sie zu besitzen. 🙂

          • Lässt sich der Rotstich nicht durch geschickten Weißabgleich kompensieren?

            Was das “Veralten“ angeht: Wenn diese Kamera heute alle Wünsche erfüllt, wird sie es in 6, 7 Jahren oder mehr immer noch tun. Klar gibt’s dann “was Besseres“, aber na und? Wenn das, was man dann hat, noch vollkommen ausreicht, kann einem das bessere Neue doch schnuppe sein.

            Meine 7 Jahre alte Canon EOS 1000d ist noch vollkommen ausreichend, trotz “nur“ 10 Megapixel.

            Die Veraltung wäre für mich kein Gegenargument. Ich bin aber mit den APS-C-Kameras zufrieden. Denn für den Preis allein des einen Vollfettstufengehäuses stelle ich mir da schon eine ganze Ausrüstung mit zwei Gehäusen, mehreren guten Objektiven und einem guten Stativ zusammen. Und wenn mir davon was herunterfällt, kann ich das verschmerzen.

          • Ein Weißabgleich bedeutet, dass die Kamera darauf programmiert wird, was sie als Weiß zu betrachten hat. Beim vollautomatischen Weißabgleich ermittelt die Kamera demnach die hellste Stelle im Bild und definiert sie als weiß. Ein manueller Weißabgleich lässt sich mithilfe einer Graukarte durchführen.
            Näheres siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fabgleich

            In herkömmlichen digitalen Spiegelreflexkameras werden in der Regel Infrarot-Sperrfilter eingebaut, um die Durchlässigkeit rötlichen Lichts im Bereich des sichtbaren Lichts zu drosseln. Bei der D810A wurde dieser Filter dahingehend verändert, die Durchlässigkeit rötlichen Lichts aus der H-alpha-Spektrallinie zu verstärken. Ich frage mich allerdings, ob diese Modifikation nicht auch durch abnehmbare Filter möglich gewesen wäre. Wie dem auch sei, bei der Nikon D810A wurden gewisse “Grundeinstellungen” bewusst verändert und man kann den Rotton höchstens durch ein Bildbearbeitungsprogramm herausbekommen. Inwieweit das in der Praxis funktioniert kann ich nicht sagen, da ich mit dieser Kamera keinerlei Erfahrung habe.

            Fall Sie befürchten Ihre teure Kameras könnte mal herunterfallen, dafür gibt es spezielle Kameraversicherungen. Ob sich eine solche im Einzelfall lohnt, muss jeder für sich entscheiden.
            http://zwei-fotografen.de/kameraversicherung-ja-oder-nein-stock-foto-blog/

          • Selbstverständlich kann man per “Custom White Balance”-Funktion, die sicher die Nikon auch hat, einen Farbstich korrigieren. Ich habe es hier eben gerade gemacht, allerdings mit einer Canon EOS 1200D, bei der der serienmäßige IR-Sperrfilter ausgebaut und gegen einen Baader Astro Conversion Filter ausgetauscht wurde. Es ist gar kein Problem – ich habe ein paar Bilder gemacht, die deutlich rotstichtig waren, dann ein weißes Blatt fotografiert, das auf dem Bild auch rosa aussah, dann dieses Bild des weißen Blatts für die Weiußabgleichskorrektur benutzt, dann die zuvor gemachten Bilder wiederholt – der Rotstich war weg. Mag sein, das bei genauem Hinschauen diese Korrektur noch nicht ganz perfekt ist. Ich sehe keinerlei Problem mehr – für mich wäre das gut genug. Und falls nicht, gibt es ja immer noch die Option der Nachbearbeitung.

            Wie gesagt, es geht hier nicht um Behauptungen, die ich irgendwo aus dem Internet zusammenklaube – ich selbst habe es eben gerade ausprobiert.

            Weiter oben haben Sie die Befürchtung geäußert:

            man kann mit ihr, wegen des modifizierten Infrarot-Sperrfilters, nicht mal normale Fotos machen.

            Also, ich denke, die Sorge müssen Sie nicht haben. Was eine Einsteigerkamera wie die Canon EOS1200 kann, wird eine High-End-Kamera wie die Nikon 810 sicher noch besser können.

            Die Kameraversicherungen, die Sie ansprechen, sind mir bekannt, aber das würde sich für mich nicht rechnen. Wie auch immer, ich will niemandem eine Vollformatkamera ausreden. Es gibt sicher viele gute Gründe, so ein Ding zu besitzen. Ich habe es nur in Anbetracht meiner Einsatzzwecke abgewogen und bin zu dem Entschluss gekommen, eine APS-C-Kamera reicht mir. Andere Leute kommen für sich selbst zu anderen Schlussfolgerungen, das ist auch gut.

          • Noch ein Nachtrag:

            Mit den von Ihnen angesprochenen “abnehmbaren Filtern” haben Sie eine sehr gute Idee, denke ich. Es gibt eine Firma, die auswechselbare Filtereinsätze für Canon-DSLRs anbietet (klick). Ob es solches auch für andere Hersteller findet, weiß ich nicht. Könnte man sicher herauskriegen.

          • Wie ich oben bereits ausführte ist der Weißabgleich dazu da Farbverschiebungen zu korrigieren. Von daher wundert es mich nicht, dass Ihnen das gelungen ist. Die Nikon D810A ist jedoch ausschließlich auf die Astrofotografie zugeschnitten. Wie ich dem technischen Datenblatt entnehmen konnte besitzt sie auch einen Weißabgleich. Laut Hersteller kann man mit dieser Kamera Astroaufnahmen machen ohne das der Fotograf zusätzliche Einstellungen daran vornimmt. Will man gute normale Aufnahmen machen muss nachgeholfen werden, was bei einer herkömmlichen Kamera in der Regel nicht nötig ist. Angeblich warnt Nikon sogar davor die D810A für normale Fotos einzusetzen, obwohl der dann auftretende Farbstich mit einem Bildbearbeitungsprogram leicht korrigiert werden kann. Letzteres ist natürlich etwas unkomfortabel. Wer keine Astrofotos macht wird sich demnach kaum mit einer derartigen Kamera beschäftigen. Vielleicht gibt es in nächster Zeit mal Bilder, die mit der neuen Nikon aufgenommen wurden, dann lässt sich beurteilen, ob sie auch hält was sie verspricht.

            Sie schreiben, dass bei Ihrer Canon EOS 1200D der serienmäßige IR-Sperrfilter ausgebaut und gegen einen Baader Astro Conversion Filter ausgetauscht wurde. Haben Sie damit schon Fotos gemacht? Theoretisch könnten Sie jetzt sogar Infrarotaufnahmen machen. Ich habe mich vor längerer Zeit mal damit beschäftigt mit meiner Nikon D50 welche zu machen, da ich las, dass bei diesem Modell sowie bei der D70 noch eine geringe Infrarot-Empfindlichkeit vorhanden ist, da der Sperrfilter nicht so stark ausgeprägt ist wie bei anderen Modellen. Mit Ihrer umgebauten Kamera dürften Sie sowieso keine Probleme haben, vorausgesetzt das Objektiv hat ein Filtergewinde.
            Hier gibt es eine Liste von angeblich IR- geeigneten und ungeeigneten Canon-Objektiven: http://www.dpreview.com/forums/post/5460597

          • Einen fundamentalen Unterschied zwischen der technischen Lösung, die die Astrokamera Nikon D810A von ihrer Standardschwester unterscheidet und der technischen Lösung, die meine modifizierte Canon EOS1200D von der unmodifizierten Variante unterscheidet, sehe ich nicht. In beiden Fällen wurde der Standard-IR-Sperrfilter durch einen anderen Filter ausgetauscht, der im H-Alpha-Bereich durchlässiger ist.

            Bei der Nikon wurden noch ein paar Firmware-Änderungen gemacht, die ich aber nicht wesentlich (und eigentlich auch nicht sinnvoll) finde. Belichtungszeit von 15 Minuten? Wenn ich Langzeitbelichtungen von mehr als 30 Sekunden mit der Canon machen will, schalte ich die Belichtungszeit auf “Bulb” und programmiere einfach die Fernbedienung so, dass der Verschluss so lange offen bleibt, wie ich es brauche.

            Ich verwende die modifizierte 1200D nur für Sonnenaufnahmen mit H-Alpha-Filter und werde sie vielleicht auch für Deep-Sky-Aufnahmen verwenden – also beides mit Teleskop, nicht mit Kameraobjektiven.

          • @Mona

            Gut, die Nikon D810A ist teuer und man kann mit ihr, wegen des modifizierten Infrarot-Sperrfilters, nicht mal normale Fotos machen.

            Bezüglich des Preises wollte ich nur zu bedenken geben, dass es sich dabei auch lohnen kann, diese Kamera mit speziellen Astrokameras zu vergleichen. Ansonsten müssen wir abwarten, bis die Kamera auf dem Markt ist, bzw. erste Testberichte in den einschlägigen Magazinen erscheinen. Dann wird man auch sehen, inwieweit diese Kamera für nichtastronomische Aufnamen taugt. Wenn sie für gewöhnliche Aufnahmen nicht zu gebrauchen ist, gibt es ja noch die D810 – ohne den Zusatz A. Die hat dann das gewöhnliche IR-Sperrfilter drin und ist damit für den weniger Astronomischen Einsatz gerüstet.

            Keine sparsame Hausfrau würde sich je so eine Kamera zulegen.

            Die “sparsame Hausfrau” taugt in diesem Fall wohl auch nicht als Vergleich, da die sich sehr wahrscheinlich auch nicht für den Sternenhimmel oder sonstige astronomische Phänomene interessiert… – unterstelle ich ihr jedenfalls gemäss meiner Klischevorstellungen.

            Trotzdem würde ich es schön finden mit dieser Kamera nachts zu fotografieren.

            Dann hoffe ich doch, dass Sie mal die Gelegenheit dazu bekommen. 🙂

            Heutzutage geht die technische Entwicklung jedoch schneller vonstatten und die Nikon D810A wird vermutlich in einigen Jahren technisch nicht mehr auf dem neusten Stand sein. Von daher wäre es unklug sich eine dermaßen teure Kamera zu kaufen. Es ist halt wie bei allen Luxusgegenständen, man braucht sie nicht, aber man würde es schön finden sie zu besitzen. 🙂

            Ob man diese Kamera zu den Luxusgegenständen zählt, ist mMn Anichtssache. Das sie irgendwann technisch veraltet sein wird, ist auch klar. Aber gerade was die “Pixelitis” angeht, also das streben nach immer mehr Megapixeln, denke ich, dass wir da bald an die Grenzen des Sinnvollen kommen werden, auch wenn technisch noch mehr möglich sein sollte. Denn die vielen Pixel wollen ja auch verwaltet werden und belegen trotz Komprimierung immer noch jede Menge Speicherplatz auf Festplatten und/oder anderen Datenträgern.

            Dann schreibt Herr Khan:

            ich will niemandem eine Vollformatkamera ausreden. Es gibt sicher viele gute Gründe, so ein Ding zu besitzen. Ich habe es nur in Anbetracht meiner Einsatzzwecke abgewogen und bin zu dem Entschluss gekommen, eine APS-C-Kamera reicht mir. Andere Leute kommen für sich selbst zu anderen Schlussfolgerungen, das ist auch gut.

            So eine Vollformatkamera reizt mich ja auch, speziell für Landschaftsaufnahmen, die ich häufig mache. Aber die Frage, ob ich sie wirklich brauche, oder ob mir nicht auch ein kleinerer Sensor genügen würde, kann ich mangels praktischer Erfahrungen leider noch nicht beantworten. 🙁
            Ich bilde mir allerdings ein, dass eine Vollformatkamera für solche Motive à la TWAN besser geeignet ist, weil sie mehr Details vom Himmel einfängt. – Aber das hängt natürlich auch von weiteren Faktoren ab, die nicht unbedingt was mit der Technik zu tun haben müssen.

          • Tja, da erfülle ich wohl die Kriterien der sparsamen Hausfrau, denn ich habe mich auch gegen das Vollformat entschieden. 🙂

            Wobei ich sagen muss, dass ich den Wunsch nach einer Vollformatkamera absolut nachvollziehen kann. Kommt halt darauf an, wie groß man hinterher seine Bilder ausdruckt.

            Was mich überzeugen würde, ist eine Vollformatkamera, bei der bewusst die Auflösung nicht auf Werte getrieben wird, die eh in der Praxis sinnlos sind und nur dazu dienen, die anderen Hersteller zu übertrumpfen. Als Gegenwert dann aber ein Rauschen, das weit unter dem Niveau der hochpixeligen Chips liegt. Da würde ich vielleicht schwach werden. Das ist doch im Endeffekt das, was den Astrofotografen interessiert.

            Seien wir doch mal realistisch: Moderne Einsteiger-DSLRs, egal ob Nikon oder Canon, sind schon fantastische Kameras. Unglaublich, was die für Gestaltungsmöglichkeiten bieten, wenn der Bediener damit umgehen kann. Die, die eine DSLR wirklich nutzen können, sind nach meinem Eindruck vorwiegend Leute, die das Fotografieren noch auf analogen Kameras ohne elektronische Helferlein gelernt haben.

            Vollformatkameras bieten neben der generell überlegenen Fertigungsqualität als Hauptvorteil ein deutlich reduziertes Rauschen durch ihren großen Chip. Nicht so sehr bei der Funktionlität; die ist schon bei den APS-C-Kameras sehr gut.

            Die Frage ist halt, was einem dieser Vorteil wert ist und wie weit man ihn in der Praxis umsetzen kann.

  3. @Hans:
    Da tun einem ja schier die Augen weh, wenn Sie schreiben: “Die “sparsame Hausfrau” taugt in diesem Fall wohl auch nicht als Vergleich, da die sich sehr wahrscheinlich auch nicht für den Sternenhimmel oder sonstige astronomische Phänomene interessiert… – unterstelle ich ihr jedenfalls gemäss meiner Klischevorstellungen.”
    Wenigsten scheint Herr Khan das Thema einigermaßen entspannt zu sehen, wenn er schreibt: “Tja, da erfülle ich wohl die Kriterien der sparsamen Hausfrau, denn ich habe mich auch gegen das Vollformat entschieden.” Vernünftig zu wirtschaften ist demnach nicht allein Frauensache. 🙂

    Ich finde der Blick in die Sterne sollte jedermann und jeder Frau offenstehen ohne das man irgendwelche verstaubten Rollenklischees auffährt. Wenn ich nachts am Ortsrand Sterne beobachte oder fotografiere, dann werde ich nicht selten von einem Jäger mehr oder weniger grenzwertig angemacht. Meistens mit dem Hinweis, ich sollte mich da nicht aufhalten, weil es nachts für eine Frau allein zu gefährlich sei und außerdem würde ich das Wild verscheuchen. In Bayern gibt es ca. 40000 Jäger und die Jagd wird in Art. 2 Abs. 1 des Bayerischen Jagdgesetzes (BayJG) als Kulturgut gesetzlich geschützt. Die Astronomie leider nicht!

    Zur Kamera: Momentan möchte ich mir keine neue Kamera kaufen. Wie ich weiter oben schrieb, hat meine Nikon D50 einen recht schwachen IR-Sperrfilter mit dem Astro-Aufnahmen gerade noch möglich sind. Deep-Sky-Aufnahmen kann ich aber eh nicht machen, weil mir dazu das Equipment fehlt. Mit möglichst “werkgetreuen” Aufnahmen kann und will ich sowieso nicht konkurrieren. Ich stelle auch fest, dass ich lieber Astroaufnahmen mache, die in einen Kontext eingebunden sind. Beispielweise den Mond in der Landschaft oder eine Spiegelung während der Sonnenfinsternis.

    • @Mona:
      Da haben Sie mich jetzt aber falsch verstanden. Eben weil die “sparsame Hausfrau” mit dem Klischee behaftet ist, finde ich sie als Vergleich untauglich. Denn nach meiner Vorstellung beinhaltet dieses Klischee, dass sich die “sparsame Hausfrau” ausschliesslich für ihren Haushalt interessiert und für sonst gar nichts. Und das trifft weder auf Sie zu, noch auf Herrn Khan oder sonst jemanden, der/die die SciLogs liesst oder sich sonstwie für die Dinge in der Welt interessiert, die nichts mit dem eigenen Haushalt zu tun haben. Also kurz: Weil dieses Klischee veraltet ist, finde ich es als Vergleichsmodell untauglich. – Was auch der Grund dafür ist, dass ich die immer in Anführungszeichen gesetzt habe.
      Das heisst aber nicht, dass man (oder Frau) das Geld sinnlos ausgeben soll. – Natürlich sollte man sich gut überlegen, wofür man sein Geld ausgibt. – Vor allem dann, wenn man nicht so viel davon hat.

      Deshalb bin ich auch der Meinung, dass der Blick zu den Sternen allen offen stehen sollte. Und wenn Sie mit Ihrer Kamera zufrieden sind, dann ist doch alles in Ordnung. – Ich bin mit meiner analogen Minolta ja auch noch zufrieden, denn sie macht nach wie vor gute Bilder. Und solange es dafür noch Filme gibt, werde ich sie auch weiter nutzen.

      • @Hans:
        “Denn nach meiner Vorstellung beinhaltet dieses Klischee, dass sich die “sparsame Hausfrau” ausschliesslich für ihren Haushalt interessiert und für sonst gar nichts.”

        Man sollte Tätigkeiten im Haushalt und die Menschen die sie machen nicht pauschal herabwürdigen. Die Hauswirtschaft überschneidet sich mit vielen anderen Disziplinen und für richtiges Haushalten braucht es sehr wohl Sachverstand und wirtschaftliches Denken. Als unbezahlte Frauenarbeit ist sie allerdings nicht viel wert.
        http://www.bpb.de/themen/NZTUQ6,0,Unbezahlte_Arbeit.html

        Der Ausdruck “sparsame Hausfrau” ist meist leicht ironisch angehaucht, meint jedoch lediglich, dass jemand umsichtig wirtschaften kann. Er ist an keine bestimmte Person oder Tätigkeit gebunden.

        • @Mona:

          Man sollte Tätigkeiten im Haushalt und die Menschen die sie machen nicht pauschal herabwürdigen. Die Hauswirtschaft überschneidet sich mit vielen anderen Disziplinen und für richtiges Haushalten braucht es sehr wohl Sachverstand und wirtschaftliches Denken.

          Das weis ich doch alles. – Bin schliesslich selber Single und muss sämtliche Hausarbeiten folglich selbst machen, weil sonst niemand da ist, der sie machen könnte.

          • Im Grunde haben wir doch alle einen Haushalt zu führen, egal ob verheiratet oder nicht, egal ob berufstätig oder nicht. Ein Ehepaar kann sich zwar die Arbeit teilen, dafür fällt bei denen aber auch mehr an als bei einem Single-Haushalt.

          • @Michael Khan:
            Wenn ich @Hans richtig verstanden habe, dann ging es ihm um das Bild der Nur-Hausfrau, wie wir es aus den sog. Wirtschaftswunderjahren nach dem zweiten Weltkrieg kennen. Damals durfte eine Ehefrau ohne Einverständnis ihres Ehemannes noch nicht mal berufstätig sein. Heutzutage hat beinahe jede Frau einen Beruf. Trotzdem ist der Anteil von Frauen, die sich für Astronomie interessieren, recht gering. Zwar gibt es für die Amateurastronomie diesbezüglich keine offiziellen Zahlen, der Frauenanteil dürfte jedoch ähnlich gering sein wie bei Berufs-Astronominnen.
            http://www.deutschlandfunk.de/astronomie-zu-wenige-frauen-blicken-in-die-sterne.732.de.html?dram:article_id=313137

          • Ich kann natürlich nicht für andere sprechen, aber meine Eindruck ist, Sie interpretieren etwas viel in eine nicht unbedingt Ernst gemeinte Bemerkung hinein. Weiter will ich gar nichts dazu sagen – es kommt natürlich vor, dass Dikussionen technischer Natur auf soziale Themen umgelenkt werden und ich will auch nichts dagegen sagen, aber ich fühle dann meist nicht so den Drang, mich zu beteiligen.

          • Wenn ich @Hans richtig verstanden habe, dann ging es ihm um das Bild der Nur-Hausfrau, wie wir es aus den sog. Wirtschaftswunderjahren nach dem zweiten Weltkrieg kennen.

            Richtig. Und weil dieses Bild überholt ist, hielt ich auch den Vergleich für ungeeignet. – Aber letztlich müssen wir natürlich alle darauf achten, dass wir unseren Haushalt so führen, das wir im Rahmen unserer Möglichkeiten bleiben. Insofern hab ich da wohl das falsche Bild vor Augen gehabt, bzw. den Vergleich etwas überzogen interpretiert. Wird hoffentlich nicht wieder vorkommen.

            Trotzdem ist der Anteil von Frauen, die sich für Astronomie interessieren, recht gering.

            Das stimmt sehr wahrscheinlich…

            Zwar gibt es für die Amateurastronomie diesbezüglich keine offiziellen Zahlen, der Frauenanteil dürfte jedoch ähnlich gering sein wie bei Berufs-Astronominnen.

            Nun gibt es hier auf den SciLogs ja mindestens 2 hauptberufliche Astronominnen…

      • @Hans

        Ich bin mit meiner analogen Minolta ja auch noch zufrieden, denn sie macht nach wie vor gute Bilder. Und solange es dafür noch Filme gibt, werde ich sie auch weiter nutzen.

        Aus reiner Neugier nachgefragt (ich will Sie keineswegs zu irgendwas überreden): Haben Sie mal nachgerechnet, was Sie die analoge Fotografie so übers Jahr kostet und das mal mit den Einstiegskosten in die digitale Welt (selbst wenn Sie keine kompakte Kamera, sondern eine DSLR möchten) verglichen?

          • Einerseits ist bei einem Hobby die Kosteneffizienz nicht wirklich das zentrale Thema.

            Andererseits war es aber eben doch genau dieser Punkt, weswegen ich die analoge Fotografie ein für alle Mal hinter mir gelassen habe und nicht mehr zurückblicke.

            Mit einer Digitalkamera kostet die Einzelaufnahme gar nichts mehr, wenn man einmal die Kamera angeschafft hat. Da macht man von einer Szene eben fünf Bilder oder mehr, mit verschiedenen Einstellungen. Eine Aufnahme der Serie wird schon gelungen sein.

            Diese Denke ging natürlich in der analogen Welt nicht. Einerseits wegen der Kosten, andererseits weil man da den lieben, langen Tag nur am Film-Wechseln gewesen wäre.

            Meine analogen Kameras haben auch gute Bilder gemacht und mir treu gedient. Ich habe ein richtig schlechtes Gewissen, wenn ich sie da ab und zu im Keller verstaut liegen sehe. Sie haben es nicht verdient, so schnöde beiseite gelegt zu werden. Aber genau wie ihnen geht es in der Welt wohl Zig Millionen analoger Kameras, in die ihre Besitzer Milliarden investiert haben.

          • Wissen Sie, auch wenn Sie es vielleicht wirklich nicht wollen, so wirkt es auf mich langfristig doch wie eine subtile Form der Überredung zur digitalen Fotografie.

            Und zu den analogen Kameras fällt mir gerade ein, dass man die ja auch verkaufen könnte… – es sei denn, man will sie als historische Technik für Kinder und Enkel aufbewahren, damit die später mal darüber staunen können. Das dürfte dann in etwa so aussehen, wie in dieser Episode von Kids react…

          • Na gut, wenn das nach Überredung klingt, dann sage ich gar nichts mehr zu diesem Thema. 🙂

            Was das Verkaufen angeht, das habe ich auch ins Auge gefasst, sehe aber, dass man für die Gehäuse analoger Kameras, selbst im High-End-Bereich und im guten Zustand, kaum noch etwas bekommt.

            Is’ halt so. Gut, was soll’s. In meinem Keller liegen die Dinger eh nur noch rum. Bei guten Objektiven sieht es anders aus, auf jeden Fall bei solchen, die sich an digitalen Kameras verwenden lassen.

          • Nun gut, dann bleibt halt die zweite Option. 🙂

            Übrigens: Ich hatte mal eine “Sofortbild-Kamera” von Kodak, die in Konkurenz zur damals weit verbreiteten Polaroid stand. Noch völlig neu und unbenutzt. Da diese Kamera nie einen Film belichtet hat, und ich nichts damit anfangen konnte, hab ich sie beim lokalen Hackerspace, also dem (Technik- bzw. Elektronik) Bastelerverein abgegeben. Da liegt sie nun bei jemandem in der Materialkiste und harrt einer weiteren Verwendung, die auch zweckentfremdet sein kann…

          • *gg* 😀 …und wenn sie nicht irgendwann zerlegt wird, dann harrt sie weiter… 😀

          • Es ist ja wirklich ein Jammer. Da liegen in Form von analogen Kameragehäusen Milliardenwerte (das heißt, es wurden Milliarden hineingesteckt) herum, teilweise edelste Feinmechanik, und eigentlich weiß keiner mehr so recht etwas damit anzufangen. Mir fällt auch kein Einsatzzweck ein.

          • Man könnte jetzt ja sagen, dass sei der Gang der Entwicklungen, bzw. der Geschichte. Aber das halte ich für zu kurz gegriffen, also nur zum Teil für richtig. Ich denke, es müsste sich eine Kultur der Wiederverwertbarkeit entwickeln, die nicht nur auf Matrialtrennung zum einschmelzen aus ist, wie es bisher der Fall ist. Sondern die Menschen müssten (wieder?) die Fähigkeit entwickeln, die Geräte so zu modifizieren, dass sie noch einen Zweck erfüllen, auch wenn es nicht mehr ganz der ist, für den sie mal entwickelt wurden. Oder man nimmt die Sache mit dem modularen Aufbau der Geräte ernster, so das man die Bestandteile noch anderweitig verwenden kann.

            Natürlich weis ich auch, dass das nicht immer funktioniert. Ich habe erst gestern einen alten, kaputten LCD-Monitor aufgeschraubt und mir die einzelnen Komponenten angesehen. Die Teile, die an dem Gerät kaputt sind, lassen sich nicht “mal eben” austauschen. Wenn, dann müsste man eine komplette Komponente austauschen, in diesem Fall das LCD-Äquivalent zur Mattscheibe eines Röhrenmonitors. Das würde sogar gehen, denn ich hatte das Teil, also die Scheibe in der Hand gehabt. Aber darauf ist die Industrie nicht eingestellt, d.h. solche Ersatzteile gibt es nicht. An dieser Scheibe hängt auch noch ein Teil der Steuerelektronik, die für die Darstellung des Bildes zuständig ist. Diese beiden Komponenten sind so miteinander verbunden, dass sie nicht ohne grösseren Aufwand und speziellen Werkzeugen getrennt und wieder zusammen gesetzt werden können.
            Und damit komme ich jetzt wieder zu den analogen Kameras: Darin dürfte es ähnlich zugehen, d.h. in den Gehäusen sind einige Komponenten ähnlich dicht miteinander verbunden, dass man sie nur schwerlich alle ausbauen kann um sie anderweitig wieder zu verwenden, wenn man für die Kamera selbst keinen Verwendungszweck mehr hat.
            Und natürlich bedarf es für solche Umwidmungen der Funktion auch einiger Sachkenntnis, von der man nicht annehmen darf, dass sie allgemein vorhanden ist. (Es wäre meiner Meinung nach eine Aufgabe des Bildungswesens, das zu ändern.) Im Falle des Monitors sind es Elektronik-kenntnisse, bei den Kameragehäusen dürfte die Feinmechanik den schwierigeren Teil ausmachen, d.h. Elektronikkenntnisse braucht man soweit, dass man die entsprechenden Komponenten erkennt und beim ausbauen aus dem Gehäuse nicht versehentlich kaputt macht.

            Und speziell zu den Kameras stellt sich mir die Frage, ob es mittlerweile nicht günstiger geworden ist, zumindest in den Mittel- und Oberklassegehäusen, die Filmtransportmechanik heraus zu nehmen und einen digitalen Sensor inklusive Speichertechnik einzubauen. Evtl. müsste man dann zwar auf das eine oder andere verzichten, aber grundsätzlich vermute ich, dass so ein Umbau inzwischen günstiger sein müsste, als zu Anfang der digitalen Fotografie. D.h. zu den Zeiten, als sich Bildauflösung noch im Bereich von 2 Megapixeln (2172×965) bewegt hat.

          • Leica hat für ihre letzten Kameras aus der R-Serie, die R8 und R9, einen “digital back” angeboten, der gegen die Rückwand mit dem Filmtransportmechanismus ausgetauscht werden konnte. Interessant daran war, wenn ich mich recht erinnere,deass der Austausch nicht permanent war, man konnte jederzeit wieder die digitale Rückwand durch die alte analoge ersetzen.

            Wahrscheinlich wurde das Ganze im speziellen Fall dadurch vereinfacht, dass die Leica R-8/9 ja generell keinen Autofokus vorsah. Auch als digitale Kamera blieb es bei der manuellen Fokussierung. Problematisch war natürlich der höhere Stromverbrauch der digitalen Rückwand, sodass noch ein Batteriefach beigefügt werden musste. Schon die analoge R8/9 war nicht gerade zierlich, mit der digitalen Rückwand war sie eindeutig klobig.

            Die Frage ist natürlich, ob sich die Sache rechnet. Leica-Kunden schauen nicht so auf den Euro, aber die Hersteller von Massenware haben diesen Vorteil nicht.

            Die Alternative zu der Nachrüstbarkeit wäre die einfache Rezyklierbarkeit. Selbst wenn eine Kamera nicht mehr die Ansprüche des Kunden erfüllt und wenn eine Nachrüstung sich finanziell nicht lohnt, könnten für die Hersteller Komponenten oder zumindest verbaute Rohstoffe von Wert sein. Wenn es eine Rücknahmepflicht für Kameras gäbe, dann hätten die Hersteller ein Interesse daran, die Rezyklierbarkeit zu erhöhen, also von vorneherein so zu entwerfen, dass der Auseinanderbau und die Sortentrennung der Bauteile erleichtert wird.

          • Nachtrag: Am Sonntag habe ich nach vielen Jahren meine alte Minolta X-300 hervorgekramt. Ich habe sie Mitte der 80er Jahre mal gekauft, es war meine erste Spiegelreflex. Damals war ich noch Student und ich habe mir extra einen Job gesucht, um nmir diese Einsteigerkamera leisten zu können. Das Gehäuse allein kostete mehr als 300 DM, das war viel Geld. Ein Objektiv brauchte ich ja auch noch.

            Obwohl ich diese Kamera im Laufe der folgenden Jahre überallhin mitnahm, sieht sie immer noch neuwertig aus und vor allem funktioniert immer noch alles. Gut, viel hatte sie nicht an Ausstattung, nur eine Zeitautomatik. Aber man kann nicht in Abrede stellen, dass sie solide entworfen und gebaut war.

            Auch ergonomisch ist sie fast schon perfekt. Sie ist klein, aber nicht zu klein. Mit der großen, hellen Schnittbild-Einstellscheibe, umgeben von einem Ring aus Mikroprismen, ist das Scharfstellen im Bruchteil einer Sekunde erledigt, jedes Mal absolut präzise. Die linke Hand rutscht dann fast automatisch auf den Blendenring und die rechte auf den Auslöseknopf, der genau das rechte Maß an Widerstand bietet. Ein leises, aber sattes Klicken, udn das Foto ist im Kasten. Dieser dreißig Jahre alte Veteran funktioniert auch heute noch perfekt.

            Es ist Fotografie in Reinkultur, mit konsequentem Verzicht auf alles, was nicht essenziel ist. Eine wirklich schöne Kamera.

            Aber nun die Preisfrage: Würde ich heute Geld investieren, um diese Kamera zu einer digitalen umzurüsten. Hm, vielleicht als Gag. Aber wahrscheinlich nicht.

          • Hm… das mit der Rezyklierbarkeit, wenn die Hersteller alte Geräte zurücknehmen müssten, halte ich auch noch für eine gute Idee. Das würde möglicherweise auch einiges an Elektronikschrott vermeiden und die Hersteller haben sicher auch bessere Möglichkeiten, die Einzelteile zu trennen.

            Und was Ihre Analoge angeht: Das ist ja interessant, denn ich habe eine Minolta x-300s, die dann wohl eine Weiterentwicklung (oder abgespeckte Version) Ihrer x-300 ist. Die hab ich irgendwann in den 90er Jahren bekommen – Weihnachtsgeschenk, glaube ich, deshalb hab ich keine Ahnung, was die mal gekostet hat. Sie hat jedenfalls “nur” einen automatischen Belichtungsmesser, der dann auch die Belichtungszeit selbstständig wählt. Man kann aber auch diverse Zeiten manuell wählen.
            Und ja, diese Einrichtung zum (manuellen) Scharfstellen, kein Autofokus und ein manueller Filmtransport. – Damit hab ich auf einer 36er-Rolle auch schon 38 Bilder geschafft, aber dabei spielten die EntwicklerLabors nicht immer mit, die mir das erste (meisst zu frühe) Bild dann immer zerlegt, d.h. einen Teil abgeschnitten haben, weil die Motive dort eigentlich noch nicht anfangen sollten. Darauf hin hab ich es dann auch gelassen, oder unwichtige Bilder gemacht.
            (Weiteres Zubehör: Standardobjektiv: 35-70mm, Ø 52mm; 24mm Makroobjektiv (Festbrennweite), Ø 52mm, beide von Exakta und ein 70-210mm Tele mit Ø 55mm, NoName von Quelle. Und weil ich ein Freund der spielerischen Effekte bin, ein paar Vorsatzscheiben, die man vorne auf’s Objektiv schraubt, um die Stimmung zu manipulieren, bzw. punktförmige Lichtquellen in Strahlen (bzw. Sterne) aufzufächern.) – Letztere sind natürlich nicht für Astrofotografie geeignet 😉 .

          • Ich glaube nicht, dass die X-300s eine abgespeckte Version der X-300 ist, denn ich wüsste gar nicht, was es da noch abzuspecken gibt. Das, was Sie an Funktionen beschreiben, trifft genau auf die X-300 zu. Im Prinzip war das schon eine Kamera für’s Leben. Sieht man ja daran, dass meine immer noch geht.

            Ich habe meine übrigens deswegen rausgeholt, weil ich sie von allen Seiten fotografiert habe und sie jetzt bald auf ebay einstelle. Ich trenne mich jetzt von meinem ganzen analogen Zeugs. Was zehn Jahre ungenutzt herumlag, kommt raus, so ist das bei mir.

            Aber bei mir ist es auch so, dass optische Geräte mit besonderem Respekt behandelt werden. Deswegen ist auch das alte DDR-Teleobjektivmonster immer noch da.

            PS: Wenn Sie die X-300 samt 135 mm/1:2.8 Tele mit Makrofunktion haben möchten, überlasse ich sie Ihnen gegen Übernahme der Versandkosten.

          • Soweit ich mich erinnere ist die Minolta X-300s das Nachfolgemodel der Minolta X-300. Die X-300s wurde etwas moderner im schwarzen “Profilook” gestaltet und es gibt in der Rückwand des Bodys ein Filmfenster sowie eine Blendenanzeige im Sucher. Normalerweise sind jedoch die Objektive wichtiger als der Body. Minolta wurde von Sony übernommen und soweit ich weiß auch der Objektivanschluss, aber mit der Einführung des Autofokus änderte sich manches. Die alten Objektive kann man daher höchstens noch mit einem Adapter an einer modernen Kamera verwenden.

          • @MK:

            PS: Wenn Sie die X-300 samt 135 mm/1:2.8 Tele mit Makrofunktion haben möchten, überlasse ich sie Ihnen gegen Übernahme der Versandkosten.

            Ohh, danke für das Angebot. Das muss ich mir jetzt doch schwer überlegen.

            @Mona:

            Soweit ich mich erinnere ist die Minolta X-300s das Nachfolgemodel der Minolta X-300. Die X-300s wurde etwas moderner im schwarzen “Profilook” gestaltet und es gibt in der Rückwand des Bodys ein Filmfenster sowie eine Blendenanzeige im Sucher.

            Sie kennen sich ja gut aus. 🙂 Also: In der Rückwand gibt es ein Fenster in dem man sehen kann, ob ein Film eingelegt ist oder nicht. Wenn man das als “Filmfenster” bezeichnet, okay. Was die Blendenanzeige angeht, ist wahrscheinlich die Frage, wie man den Sucher definiert. Da ist zunächst einmal der Blick durchs Objektiv. Unter dem “Sichtfenster” dessen, was man durchs Objektiv sieht, ist ein weiteres kleines Fensterchen, durch das man den Blendenring des Objektivs sieht, also welche Blende gerade eingestellt ist. Dann gibt es rechts von dem Objektiv-Fenster noch eine Anzeige des Belichtungsmessers. Da kann man dann auch sehen, ob die Kamera auf automatische bestimmung der Belichtungszeit eingestellt ist, auf B steht oder eine vorgegebene Zeit eingestellt ist. Falls letzteres der Fall ist, blinkt ein Strich neben der Zeitangabe und weitere, dauerhaft leuchtende Striche zeigen die optimale Zeit an, die der Belichtungsmesser ermittelt hat. Wenn der ermittelte Wert zwischen zwei der vorgegebenen Belichtungszeiten liegt, werden beide angezeigt.

            mit der Einführung des Autofokus änderte sich manches.

            Das kann ich mir gut vorstellen. Aber ich weis nichteinmal, wie kompatibel
            die Objektivanschlüsse der Autofokuskameras von Minolta selbst zu denen ohne Autofokus sind, da ich davon keine habe. 100%ige kompatibilität geht natürlich nicht, da ja irgendwie die Steuerung der Optik durch die Kamera realisiert werden muss. Soweit ich weis, befinden sich die entsprechenden Motoren (Servos?) in den Objektiven selbst, weshalb sie grösser und schwerer sind. Dafür muss dann irgendwie ein Stromanschluss zwischen Objektiv und Kamera hergestellt werden, und zwar am besten im/am Objektivanschluss. Dann sind sicher auch noch ein oder mehrere Steuerleitungen nötig, über die das Objektiv der Kamera mitteilt, wie es gerade eingestellt ist, damit die Kamera weis, ob sie es in eine Richtung weiter drehen kann oder am Anschlag angekommen ist.

          • @Hans:
            Ja, da werden Erinnerungen wach. Ich besaß zwar selbst nie eine Minolta kenne jedoch die meisten Modelle. Falls Sie vorhaben weiterhin mit Ihrer analogen X-300s zu fotografieren, dann würde ich das großzügige Angebot von Herrn Khan annehmen. Zum einen bekommen Sie ein gutes gebrauchtes Objektiv und zum anderen eine Ersatzkamera, denn falls Ihre mal kaputt geht können Sie die Objektive auch nicht mehr verwenden.

  4. @Michael Khan:
    Sie schreiben: “Einen fundamentalen Unterschied zwischen der technischen Lösung, die die Astrokamera Nikon D810A von ihrer Standardschwester unterscheidet und der technischen Lösung, die meine modifizierte Canon EOS1200D von der unmodifizierten Variante unterscheidet, sehe ich nicht. In beiden Fällen wurde der Standard IR-Sperrfilter durch einen anderen Filter ausgetauscht, der im H-Alpha-Bereich durchlässiger ist.”

    Das sehe ich auch so. Früher gab es sogar einige Kameramodelle von Sony, wo der eingebaute Infrarot-Sperrfilter weggeklappt werden konnte. Interessant auch, die von Ihnen verlinkten Filtersysteme für Canon-Kameras. Ich frage mich, warum ähnliches nicht bei der Nikon D810A gemacht wurde.

    Weiter schreiben Sie: “Ich verwende die modifizierte 1200D nur für Sonnenaufnahmen mit H-Alpha-Filter und werde sie vielleicht auch für Deep-Sky-Aufnahmen verwenden – also beides mit Teleskop, nicht mit Kameraobjektiven.”

    Schon klar! Mit dem Hinweis auf Infrarotaufnahmen meinte ich jedoch die “normale” Infrarotfotografie mit Kameraobjektiven, bei der ein IR-Sperrfilter ebenfalls stören würde. Um IR- Aufnahmen machen zu können, muss ein spezieller Infrarotfilter einsetzt werden, der das sichtbare Licht weitgehend unterdrückt.
    http://www.fotolinsen24.de/know-how/infrarotfilter—know-how/index.php

  5. @Herr Khan:

    Was mich überzeugen würde, ist eine Vollformatkamera, bei der bewusst die Auflösung nicht auf Werte getrieben wird, die eh in der Praxis sinnlos sind und nur dazu dienen, die anderen Hersteller zu übertrumpfen. Als Gegenwert dann aber ein Rauschen, das weit unter dem Niveau der hochpixeligen Chips liegt.

    Dem stimme ich zu. Die Frage, die sich mir dabei stellt ist, wo Sie die Grenze der sinnvollen Auflösung sehen? – Ich hab da mal was von einem Bereich bei etwa 12 Megapixeln gelesen. – Wie sehen Sie das?
    Und was die Funktionalität der modernen Kameras angeht, so denke ich, dass es sich dabei so ähnlich verhält wie bei moderner Office-Software: Die bieten so viele Möglichkeiten, die kann man kaum alle ausnutzen, bzw. kaum jemand wird die alle brauchen. Kann es aber nicht wirklich beurteilen, da ich so eine Kamera (leider) nicht habe.

    • Man kann ja grob überschlagen, was man jemals maximal an Pixelauflösung brauchen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich jemals ein Teleskop besitzen werde, das eine Winkelauflösung von 1 Bogensekunden oder besser unter realistischen Bedingungen erlaubt. Wenn ich mal ein horizontales Sichtfeld von 0.75 Grad annehme – da muss die Brennweite schon ganz ordentlich sein – reichen 5000 Pixel horizontale Auflösung also vollkommen aus. Das bedeutet bei einem 3:2-Bild etwas mehr als 15 Megapixel.

      • Ausgehend von der Überlegung, dass 20 Megapixel eigentlich schon mehr als genug sein dürften, stellt sich die hier unlängst angesprochene EOS6D schon als ziemlich interessant dar. Die ist als “Einstieg in die Vollformatwelt bei Canon” aufgestellt und kostet – wohlgemerkt mit immer noch mehr als 1400 Euro Listenpreis – ungefähr 1000 Euro weniger (!) als die EOS 5D Mark III. Natürlich unter Weglassung einiger Funktionen, wobei die 6D mit WLAN und GPS aber wieder andere Funktionen hat.

        Das sieht mir aus wie eine Kamera von Ingenieuren für Praktiker. Jetzt warte ich nur darauf, dass die Erbsenzähler bei Canon aufschreien, dass die 6D sowohl im High-End APS-C-Segment wie auch bei den höherpreisigen Vollformatkameras die Kunden stiehlt, sodass das Ding bei der nächsten Bereinigung der Modellpalette ganz schnell aus dem Sortiment verschwindet.

        Wo kämen wir denn hin, wenn man dem Kunden genau das gibt, was er braucht und dafür das weglässt, was er nicht braucht, das ganze zudem auch noch zu einem fairen Preis? Nein, das darf nicht sein. Der Kunde hat gefälligst für jede Menge überflüssiges Tralala ordentlich Geld hinzulegen und sich dafür auch noch zu bedanken.

        • Mit etwa 2000 € inkl. Astro-Umbau ist die EOS 6D ideal für Astrofotografie mit DSLR. Die Ergebnisse in diesem Vergleichstest kann ich nur bestätigen. Gegenüber meiner alten 500D ist das Rauschen minimal. Auch auf das wesentlich grössere Sichtfeld möchte ich nicht mehr verzichten.
          Es ist halt immer die Frage, was zur bestehenden oder geplanten Ausrüstung passt und wieweit das Ganze gehen soll.
          Ihr APO hätte aber auf jedenfall etwas besseres als die 600D verdient ;- )

          • Ich gebe zu: Ich bin bereits seit einiger Zeit heftig am Schwanken. Früher habe ich immer gesagt: Vollfettstufe nie. Um die 3000 Ocken oder mehr, und dann so einen Ziegelstein am Teleskop, auf keinen Fall. Mit der 6D werden beide Punkte etwas entschärft.

            Eins steht aber fest (diesmal wirklich): Sollte ich doch noch schwach werden, dann aber nicht für die Version mit dem Astro-Umbau. Deep-Sky mache ich nicht und habe ich auch nicht vor, weder in naher noch in weiterer Zukunft, und bei der Sonne ist das Rauschverhalten nicht das Thema – da reicht meine 1200D mit Astro-Umbau.

          • Nachtrag: Ein absolutes Muss aus meiner Sicht wäre die Ausrüstung der Kamera mit einer Einstellscheibe, die das manuelle Fokussieren unterstützt. Entweder durch Mikroprismen (ideal beim Scharfstellen auf punktförmige Lichtquellen) oder durch ein Schnittbild. Leider sehe ich auf der Canon-Webseite, dass im Zubehör zwar alternative Einstellscheiben angeboten werden, aber keine der oben genannten Arten. Es wird auch davon abgeraten, nicht von Canon angebotene Einstellscheiben zu benutzen, weil diese bei der Belichtungsmessung zu Fehlern führen können (sagt Canon).

            Der Punkt ist, wenn sich da keine Lösung findet, für mich schon ein Show-Stopper in Bezug auf die EOS 6D.

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