Partielle Sonnenfinsternis am 20.3.2015 in Darmstadt (1)

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Klasse Wetter heute früh. Besser hätte man es sich kaum wünschen können. Ich war mit zwei Teleskopen draußen. Eines mit H-Alpha-Filter, zum Schauen für mich und andere Interessierte. Das andere mit Weißlichtfilter und Kamera. Die Bilder muss ich noch bearbeiten. Dazu später mehr.

Aber dann hatte ich noch eine zweite DSLR auf ein Tischstativ montiert und auf mein Autodach gestellt. Ich wollte mit einem Weitwinkelobjektiv einfach den Verlauf der Helligkeit und die Atmosphäre der Landschaft festhalten. Dazu habe ich die Kamera pro Minute ein Bild machen lassen. Der ISO-Wert war durchgängig bei 100, die Blende bei f/18 und die Belichtungszeit bei 1/200 s.

Man sieht, was man während des Ereignisses nicht in dieser Deutlichkeit wahrnahm – es wird wirklich dunkel.

Und hier noch etwas, das illustriert, wie gefährlich der Blick in die Sonne mit einem optischen Instrument ohne ausreichende Schutzvorkehrungen sein kann. Im Trubel des Vormittags steckte ich aus Unachtsamkeit den H-Alpha-Filter in die Okularhalterung des Refraktors, ohne die Plastikkappe am Ende abzunehmen. Als ich es wenige Minuten darauf merkte, war die Kappe bereits angeschmolzen.

Noch Fragen?

Plastik-Abdeckkappe am Daystar-Quark-H-Alpha-Filter, die versehentlich dran blieb, als das Gerät in das Teleskop gesteckt wurde. Sie wurde glatt angeschmolzen. Dies unterstreicht noch einmal, wie gefährlich es ist, mit einem optischen Instrument ohne Schutzvorkehrungen in die Sonne zu schauen.
Credit: Michael Khan, Darmstadt / Plastik-Abdeckkappe am Daystar-Quark-H-Alpha-Filter, die versehentlich dran blieb, als das Gerät in das Teleskop gesteckt wurde. Sie wurde glatt angeschmolzen. Dies unterstreicht noch einmal, wie gefährlich es ist, mit einem optischen Instrument ohne Schutzvorkehrungen in die Sonne zu schauen.
Michael Khan

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

6 Kommentare

  1. Ich gratuliere zur gelungenen Beobachtung. 🙂 Hier im Ruhrgebiet war es, soweit ich das mitbekommen habe, leider komplett bewölkt…

  2. Da fällt mir ein: In der Bilderserie sind gegen Ende auch noch ein paar Sternschnuppen zu sehen… Ich hab 2 gezählt, die mir direkt auffielen. Hab aber nicht weiter gesucht, ob es noch weitere zufällig mit auf den Bildern gelandet sind.

  3. Pingback:Sonnenfinsternis 2015 am Haus der Astronomie in Heidelberg › RELATIV EINFACH › SciLogs - Wissenschaftsblogs

  4. ich war in Paris, wo es leider komplett bedeckt war.

    Gegen 10:30 hatte ich den Eindruck, es würde gleich regnen. Später wurde dann klar, dass es einfach wegen der Bedeckung dunkler geworden war.

    Man merkt das also durchaus auch durch Wolken hindurch.

    Schon super.

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