Cinque Lune

BLOG: Go for Launch

Raumfahrt aus der Froschperspektive
Go for Launch

Gestern Nacht hatte ich einen kleinen Durchhänger. Ich habe zwar noch die allnächtliche Serie geschossen, aber zum Herunterladen und Sichten konnte ich mich nicht mehr bringen. Nach einer ordentlichen Nachtruhe ist aber hier nun Teil Fünf.

 Waxing moon in daily intervals from 31 January to 04 Feburay 2012, source: Michael Khan

An interessanten Details neu hinzugekommen ist am 4. Februar vor allem die Kratergruppe Aristarchus und Herodotus westlich vom Kopernikus. Aus einem kleinen, unscheinbaren Krater gleich nördlich von Herodotus “fließt” das Schrötertal, ein bis zu 1000 m tiefer, über 150 km langer alter Lavakanal. Aristarchus ist auffallend hell und hebt sich auf Vollmondaufnahmen deutlich hervor. Oceanus Procellarum (das Meer der Stürme) ist fast komplett zu sehen. Des Mare Humorum (Meer der Feuchtigkeit) war gestern noch terminatornah, ist heute aber deutlich im Morgenlicht. Dafür schiebt sich weiter südlich gerade die über 200 km große Wallebene Schickard ins Licht. (Klicken auf die Aufnahme führt zu großen Originalversion)

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

3 Kommentare

  1. Krater

    Der Krater Aristarchus ist gut zu sehen. Er hat einen Durchmesser von 40 km und seine Ringwälle sind 3000 m hoch. Noch größer ist aber der Krater Kopernikus, der einen Durchmesser von 93 km hat und eine Höhe von 3760 m. Er ist bereits auf der Aufnahme von Gestern zu sehen. Natürlich gibt es auf der Erde höhere Gebirge, wie den Himalaya, dessen Gipfel über 8000m hoch sind. Aber man muss sich einmal vorstellen, dass der Mond ja nur eine Fläche von 37.932.330 km² hat, die Erde hingegen über 510.072.000 km² verfügt. Insofern müssen die Kraterwälle auf dem Mond doch riesig erscheinen. Schade, dass man die nicht mal aus der Nähe sehen kann. Mich würde auch interessieren, wie hoch Berge auf einem Planeten überhaupt sein dürfen, bevor er “kippt”.

  2. Extraterrestrische Berge mit Rekordhöhen

    Berge entstehen durch Vulkanismus, Kontinentalplattenkollissionen und als Ränder von Eischlagskratern.
    Berge werden aber auch wieder abgetragen – durch Erosion. Gäbe es keine Erosion wären Berge auf der Erde viel höher, so hoch vielleicht wie auf dem Mars, der auch den höchsten Berg unseres Sonnensystems, den Olympus Mons beherbergt.

  3. @Mona

    Wie Martin Holzherr schon sagte, gibt es verschiedene Enstehungsmechanismen für Berge. Die Auffaltung am Rande von kollidierenden Platten ist der langsamste Prozess. Vulkanismus ist deutlich schneller, und die Bildung eines Kraters als Folge eines Impakts ist ein Prozess, der in wenigen Minuten abgeschlossen ist.

    Deswegen kann man Ihre Frage auch nicht eindeutig beantworten. Zusätzlich zur Erosion, die Berge wieder abträgt, ist der wesentliche Faktor, der die Größe begrenzt, die schiere Masse eines Berges. Ich bezweifele, dass die Erdkruste einen Berg von der Größe des Olympus Mond würde tragen können. Beim Mars ist einerseits die Schwerkraft geringer und andererseits die Kruste viel dicker, deswegen ist dort so ein Berg möglich.

    Ein Kraterrand ist gleich nach seiner Bildung enorm steil und schroff, kann aber schon innerhalb weniger Stunden bis Tage einstürzen und damit wirklich deutlich kleiner werden. Das legen zumindest Modellrechnungen nahe, den tatsächlichen Vorgang eines großen Impakts hat man noch nicht direkt beobachtet.

    Auf der Erde ist Erosion ein relativ schneller Prozess, auf dem Mond dauert es alles etwas länger. Lunare Erosion wird bewirkt durch Mondbeben (vor allem, wenn in der Nähe ein weiterer Impakt stattfindet), durch Verwitterung infolge des konstanten Beschusses mit kosmischer Strahlung, vor allem aber durch den kontinuierlichen Effekt der Meteoriten aller Größe bis hin zu kleinsten Staubteilchen, die ungebremst die Oberfläche erreichen.

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