Mond und Saturn am 10.6.2014

BLOG: Go for Launch

Raumfahrt aus der Froschperspektive
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Wider Erwarten plötzlich ein Loch in der Wolkendecke. Was tun? Der Zweizöller ist im Dachzimmer aufgebaut. Alle anderen Teleskope sind im Keller. Bis ich was größeres aufgebaut hätte, wäre das Wolkenloch wieder zu. Also muss es der kleine sein.
Schnell die Kamera dran und eine Serie geschossen. Und dann noch eine. Eine dünne Restwolkendecke macht sich als unerwünschter Weichzeichner bemerkbar. Das ist nicht zu ändern. Und schon ist der Himmel wieder zu. Das nennt man effiziente Chancenverwertung. Daran kann sich selbst unsere Nationalmannschaft ein Beispiel nehmen.

Kompositaufnahme mit zunehmendem Mond und Saturn am 10.6.2014 gegen 22:30 MESZ, Teleskop: TSED503 50/330 ED-Doublet, Kamera Canon EOS 600D, ISO 800, Belichtungszeiten: Mondaufnahme 1/800 s, Saturnaufnahme 1/80 s
Credit: Michael Khan, Darmstadt / Kompositaufnahme mit zunehmendem Mond und Saturn am 10.6.2014 gegen 22:30 MESZ, Teleskop: TSED503 50/330 ED-Doublet, Kamera Canon EOS 600D, ISO 800, Belichtungszeiten: Mondaufnahme 1/800 s, Saturnaufnahme 1/80 s

(Originalaufnahme mit 2455×3696 Pixeln) Nicht gerade tolle Bildqualität, aber doch das beste, was unter den gegebenen Umständen herauszuholen war. Hier zum Vergleich eine Aufnahme, die unter in jeder Hinsicht besseren Bedingungen entstand: Besserer Himmel, mehr Zeit, besseres Teleskop, größere Apertur, etwas mehr Brennweite.

Somit konnte ich alle drei angekündigten Ereignisse fotografisch erfassen: Den Mond bei Mars am 7.6, bei Spica am 8.6. und jetzt am Saturn. Angesichts der Wetterentwicklung war das nicht unbedingt zu erwarten.

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten Meinungen sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

4 Kommentare

  1. Hallo Herr Khan, Ihre Blog-Beiträge “Mond und …” haben mich dazu gebracht, nicht nur auf die ISS bei ihrem Vorbeiflug zu achten sondern auch auf die “Perlenschnur” am Südhimmel. Gestern abend (11.09.2014 ca. 23:15) waren der fast volle Mond, Saturn, Spica und Mars in einer Reihe mit (na ja – ungefähr) gleichem Abstand zu sehen. Darüber flog dann die ISS sehr eng am Arcturus vorbei – schön anzusehen, diesmal aus Hamburg. Vielen Dank für die Anregung.

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