Mond und Jupiter am 14. April

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Raumfahrt aus der Froschperspektive
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Endlich mal wieder eine laue Nacht mit klarem Himmel. Zudem noch in einer Nacht, in der eine relativ nahe Begegnung zwischen dem (zunehmenden) Mond und Jupiter stattfand. Der Abstand war mit über zwei Grad allerdings etwas zu groß, um die Szene durch das Teleskop zu erfassen. Das war am 5.10.2012 anders.

Egal, was soll’s, es gibt immer noch die Lösung, die ganze Szene mit dem Teleobjektiv einzufangen und dann jeweils die Mondsichel und Jupiter einzeln durchs Teleskop abzulichten und das Ganze nachher zu einer Kompositaufnahme zusammen zu setzen. Allerdings habe ich meinen Maksutov verkauft und der neue ist noch nicht da, sodass ich lediglich mit dem Apochromaten mit nur 420 mm Brennweite ausgerüstet war. Besser das als gar nichts.

Composite image of waxing Moon and Jupiter with (from upper left to lower right) Io, Europa, Ganymede and Callisto on 14 April 2013, ca. 22:00 CEDT, Darmstadt, Germany, source: Michael Khan

Mond und Jupiter am Abend des 14. April 2013, aufgenommen in Darmstadt, ca. 22:00 MESZ (Klick auf die Aufnahme führt zur Version in Originalgröße). Diesmal sind alle vier galileischen Monde sichtbar, und zwar von oben nach unten Io, Europa, Ganymed und Callisto. Auf dem Mond gut sichtbare Formationen (im Uhrzeigersinn von Norden nach Süden): Atlas, Cepheus, Franklin, das Mare Crisium mit Cleomedes im Norden und Macrobius im Westen, südlich davon das Mare Fecunditatis mit Cauchy im Norden, Langrenus im Osten und Gutenberg, Goclenius und Colombo im Westen, dann ein ganzes Stück weiter südlich Vallis Rheita. 

Ich habe wieder einmal gemerkt, wie schwierig die manuelle Fokussierung durch Drehung des Rings an einem Teleobjektiv ist, selbst unter Nutzung der Liveview-Fuktion der digitalen Spiegelreflexkamera (Den Autofokus muss man von vorneherein abschalten). Dies gilt besonders dann, wenn man sich an den Komfort des Crayford-Auszugs mit einer 10:1-Untersetzung am Teleskop gewöhnt hat. Ich werde auch bei dem neuen Maksutov, der jetzt hoffentlich bald kommt, einen zusätzlichen Crayford-Auszug anbauen. Es war gar nicht so einfach, einen kleinen, leichten Mak zu finden, der dennoch schon einen 2″-Anschluss hat, auf den ein handelsüblicher Crayford angepasst werden kann. Das war für mich aber Vorbedingung – die Fummelei mit dem Drehknöpfchen, mit dem der Hauptspiegel hin und her bewegt mit, tue ich mir nicht mehr an.

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten Meinungen sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

2 Kommentare

  1. Ich habe mir den Mond mal etwas vergrößert betrachtet und festgestellt, dass Sie ihn gehörig bearbeitet haben. Verwenden Sie immer noch “GIMP” dazu? Und wenn ich schon am Fragen bin: Welchen “neuen Maksutov” haben Sie Sich denn auserkoren?

  2. @Mona

    So stark habe ich nicht nachbearbeitet, nur ein wenig Kontrast und Schärfe erhöht. Es waren allerdings schon von der Kamera selbst JPEG-Artefakte drin und das Ausschneiden und Einfügen sowie Drehen und Strecken und ann nochmalige Abspeichern der fertigen Kompositaufnahme als JPEG hat weitere Spuren hinterlassen.

    Ich habe mich beim neuen Mak für ein russisches Fabrikat entschieden: Intes Micro Alter M500, und zwar nach langer, sehr reiflicher Überlegung und umfassender Beratung.

    Gestern, kurz nach Erscheinen dieses Artikels, erhielt ich die Nachricht, dass Mütterchen Russland geliefert hat. Ich kann das Ding jetzt abholen – sobald das Wetter mal mitspielt, werde ich ihm ein First Light gönnen.

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