Mond, Mars und Spica im Dreieck

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Raumfahrt aus der Froschperspektive
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Der Himmel war letzte Nacht gegen Mitternacht klar, sodass ich die angekündigte Begegnung von Mond, Mars und Spica beobachten konnte, allerdings nur aus dem geöffneten Dachfenster – ich hatte keine Lust, etwa auch noch in der Gegend herumzufahren.

Geht es Ihnen auch so wie mir, wenn der Sternenhimmel richtig schön ist? Da fühle ich mich einfach nur noch gut. So auch gestern. Der Mond stieg schnell auf, erschien aber so horizontnah noch recht rötlich. Die Färbung von Mars und Spica trat auch sehr deutlich hervor. Hier zunächst einmal nur eine Übersichtsaufnahme mit der Kamera auf dem Stativ. Das Teleobjektiv hatte ich zwar leider nicht dabei, aber eigentlich macht gerade die Panoramaansicht den Anblick am ehesten deutlich.

Der Mond, Mars und Spica über Darmstadt am 19.2.2014, 23:58 MEZ, Canon EOS 600D, 55 mm Brennweite, ISO 800, f/5.7, 6 Sekunden
Credit: Michael Khan, Darmstadt / Der Mond, Mars und Spica über Darmstadt am 19.2.2014, 23:58 MEZ, Canon EOS 600D, 55 mm Brennweite, ISO 800, f/5.7, 6 Sekunden

Im folgenden Komposit (wer so etwas nicht mag, möge bitte wegschauen) habe ich versucht, den visuellen Eindruck wiederzugeben, den man bei der Beobachtung mit dem Feldstecher hatte. Es erschien mir ziemlich genau so – sowohl in Bezug auf die Farben wie auch auf die Größenverhältnisse.

Der Mond, Mars und Spica am 19.2.2014, gegen Mitternacht, Kompositaufnahme aus drei Einzelaufnahmen mit unterschiedlicher Belichtungszeit, Teleskop: 50/330 ED-Doublet, Kamera Canon 600D
Credit: Michael Khan, Darmstadt / Der Mond, Mars und Spica am 19.2.2014, gegen Mitternacht, Kompositaufnahme aus drei Einzelaufnahmen mit unterschiedlicher Belichtungszeit, Teleskop: 50/330 ED-Doublet, Kamera Canon 600D

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten Meinungen sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

7 Kommentare

  1. Geht es Ihnen auch so wie mir, wenn der Sternenhimmel richtig schön ist? Da fühle ich mich einfach nur noch gut.

    Ja, das kommt mir bekannt vor. 🙂
    Aber ich hatte gestern leider Pech gehabt, da mal wieder alles voller Wolken war. Als kleiner Junge hab ich oft von grossen Zahlen phantasiert, – da hatte ich z.B. einen Swimmingpool mit einem 10.000 (in Worten: zehn tausend)) meter hohen Sprungbrett gehabt… – Wenn man klein ist und einem die Verhältnisse noch nicht bewusst sind. Aber eine Aussichtsplattform in dieser Höhe wäre manchmal nicht schlecht. Zumal, da es bei uns im vergangenen Jahr nur gefühlte 2 Monate klaren Himmel gab. Aber lassen wir das.

    Ansonsten gratuliere ich zur erfolgreichen Beobachtung. Die Bilder gefallen mir. Auch der rötliche Mond hat was für sich.

    • Das Beste war: Als ich fertig war, musste ich einfach nur das Fenster zumachen und fünf Minuten später war ich im warmen Bett. Die ganze Hardware konnte da bis zum Morgen stehen bleiben, es war ja in meinem Dachzimmer, da stand sie warm und sicher.

  2. Da hat sich das Warten ja gelohnt! Besonders schön finde ich, dass Sie versuchten, “den visuellen Eindruck wiederzugeben, den man bei der Beobachtung mit dem Feldstecher hatte” oder sagen wir mal gehabt hätte. *schnief*

    • Tja, dann macht es ja nichts, wenn bei Ihnen das Wetter schlecht ist oder wenn es Ihnen draußen zu kalt ist – Sie schauen einfach in meinen Blog. Allerdings nur, wenn das Wetter bei mir nicht auch schlecht war.

      So eine Konjunktion ist übrigens auch ein schöner Aufhänger für eine Himmelswanderung bei einer nächtlichen Exkursion wie der, die Sie im Sommer anbieten werden. Wenn sich an dem Abend zwei helle Himmelskörper nahe kommen und einer von denen ist der Mond, dann kann man sogar im Verlauf der Wanderung die Leute mehrfach in den Himmel schauen lassen, damit sie sehen, wie sich der Abstand zwischen Mond und anderem Körper verändert.

      Der Mond bewegt sich pro Stunde ein halbes Grad weiter, das macht schon etwas aus. Den meisten Leuten wissen gerade mal, dass das Himmelsgewölbe wegen der Erdrotation eine scheinbare Drehung im Uhrzeigersinn, also von Osten über Süden nach Westen vollführt. Den wenigsten ist aber bewusst, dass der Mond auch eine deutliche Eigenbewegung Richtung Osten hat, die seine Position relativ zu den Fixsternen sichtbar verändert.

      • Den wenigsten ist aber bewusst, dass der Mond auch eine deutliche Eigenbewegung Richtung Osten hat, die seine Position relativ zu den Fixsternen sichtbar verändert.

        Stimmt. Aber dass ist mir neulich klar geworden, als ich das Spektiv auf den Mond gerichtet hatte um ihn bei 60-facher Vergrösserung zu betrachten. Da ich das nämlich nur auf einem Fotostativ montiert hatte, war der Mond nach einiger Zeit nicht mehr genau in der Mitte, so dass ich nachführen musste. Und dass ist bei der Vergrösserung und diesem dafür eigentlich gar nicht vorgesehenem Stativ eine ziemlich wackelige Angelegenheit.

        • Was Sie da festgestellt haben, lag aber nicht an der Eigenbewegung des Mondes, sondern es ist die übliche Auswanderung infolge der Erdrotation. Die hat eine Rotationsrate von 15 Grad pro Stunde, der Mond von 13 Grad am Tag. Den Effekt der Erdrotation werden Sie bei jedem beobachteten Himmelsobjekt haben.

          • Okay, danke für die Korrektur. Aber bei diesen Zahlenwerten leuchtet das auch ein. – Und dieser Rotationseffekt ist ja einer der Gründe, warum man verschiedene Montierungen und Möglichkeiten zur Nachführung entwickelt hat, denke ich.

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