Megatsunami im Tracy Arm Fjord

Topografische Karte des Tracy Arm Fjord, Alaska, Quelle: Michael Khan, erstellt mit Google Maps

Der Ort: Tracy Arm Fjord in Südost-Alaska, etwa 200 km von Lituya Bay entfernt.  Ein etwa 50 km langer, verwinkelter Fjord, umgeben von bis zu 1000 m hohen Klippen und steilen Berghängen. 
Das Ereignis: Ein über 100 m großer Megatsunami, ausgelöst durch einen massiven Felssturz am Ende des Fjords
Die Zeit: 05:26 Ortszeit, 10 August 2025 – Sie haben richtig gelesen, wir reden nicht von grauer Vorzeit – das Ereignis ist knapp ein Jahr her

Alles Wesentliche zu diesem Ereignis, soweit heute bekannt, ist in diesem Paper im Journal Science vom Mai 2026 zusammengefasst. Wer Science abonniert hat oder über ein universitäres Netzwerk verbunden ist, hat Zugriff auf das gesamte Paper, alle anderen auf die Zusammenfassung. Es wurde von den Autoren auch eine Seite mit ausführlichem Zusatzmaterial bereitgestellt (Link), zumeist Videos. 

Auch in der Presse gab es zahlreiche Artikel dazu, aber seltsamerweise bleibt das Thema fast völlig unbekannt. Ich habe es in unterschiedlichen Gruppen unter meinen Bekannten angesprochen und stieß damit ausschließlich auf Stirnrunzeln. Schon seltsam – ein Megatsunami rasiert bis in fast 500 m Höhe den Wald komplett ab und keiner kriegt es mit? 

Wie kam es zu dem Megatsunami?

Ein Fjord ist ein von Gletschern in den Fels gefrästes U-Tal, das nach dem Schmelzen des Eises vom Meer geflutet wurde und jetzt einen langen, schmalen und tiefen Meeresarm wurde, der weit ins Land hineinreicht und von Klippen oder steilen Bergen umschlossen ist. Oft münden immer noch Gletscher in einen Fjord. So ist es auch beim Tracy Arm – an seinem Südende der South Sawyer Glacier, in einen Nebenarm etwas weiter nördlich der North Sawyer Glacier. Beide Gletscher reichten noch vor Jahren viel weiter in den Fjord hinein, sie haben sich jetzt aber bereits weit zurückgezogen. Das hat durchaus eine Relevanz für das aktuelle Ereignis. 

Am 10. August um 05:26 lösten sich etwa 64 Millionen Kubikmeter Gestein von der Nordostwand der Klippe (rot markiert auf der Karte)  nahe am Fjordende und fielen aus einer Höhe von bis zu 1000  m in das Wasser und auf die Zunge des South Sawyer Glacier. Früher wäre der Felssturz komplett auf dem Gletscher zu liegen gekommen und es hätte keinen Tsunami gegeben, aber aufgrund des Zurückweichens des Gletschers trafen die Felsmassen auf Wasser, das mit großer Wucht verdrängt wurde, vorwiegend in der horizontalen Richtung der Felsbewegung, also zur gegenüberliegenden Felswand hin. Das runup dort erreichte eine Höhe von 481 m – Aller Bewuchs wurde abrasiert und der Oberboden bis auf den nackten Fels abgetragen. 

Das Wasser lief den Hang wieder herunter, reich beladen mit allem, was am Berghang losgerissen worden war und traf dort auf den Rückfluss des auf den Gletscher gespülten Wassers. Alles zusammen machte sich auf den Weg den Fjord hinunter, in Form einer anfangs 100 Meter hohen Welle.

Megatsunami, Mesotsunami, Mikrotsunami …

Der Fjord weist viele Winkel und Kanten auf. Er ändert mehrfach seine Richtung um mehr als 90 Grad. Der Tsunami rannte dort jedes Mal gegen eine Felswand, lief an ihr hoch, spülte Bewuchs ab und strömte dann wieder hinunter. Er teilte sich in zwei Wellen, von denen eine den Nebenarm zum North Sawyer Glacier hinauflief, bevor sie merkte, dass es dort nicht weiterging und kehrtmachte. Alle diese Irrungen und Wirrungen richteten zwar lokal großen Schaden an, kosteten die arme Welle aber auch viel Energie. 

Topografische Karte des Tracy Arm Fjord, Alaska, Quelle: Michael Khan, erstellt mit Google Maps
Topografische Karte des Tracy Arm Fjord, Alaska, Quelle: Michael Khan, erstellt mit Google Maps

Als der Tsunami schließlich, 50 km weiter, an der Mündung des Fjords angekommen war, war er nur noch ein Schatten seines früheren selbst … zum Glück, denn da traf er zum ersten Mal auf Menschen. Auf Harbor Island, genau in der Verlängerung der Fließrichtung des Fjords, wurde eine Gruppe dort zeltender Kayakfahrer um 05:45 (19 Minuten nach dem Felssturz) rüde durch eine große Welle geweckt, die einige ihrer Boote und den Großteil ihrer Ausrüstung fortspülte. Die Besatzung eines Schiffs, das bereits etwas innerhalb der Fjordmündung in einer kleinen Bucht lag, meldete bis zu 2.5 m hohe Brandung und 1 m hohe Wellen im tiefen Wasser. Ein weiteres Schiff mit 150 Menschen an Bord lag deutlich weiter im Fjord, die Zeugen beschreiben jedoch auch nur Uferbrandung und moderat hohe Tiefwasserwellen. Niemand wurde verletzt oder getötet.

Das wäre anders gewesen, wenn die Morphologie des Tracy Arm Fjords eher der der Lituya-Bucht, geähnelt hätte, also ein weitgehend gerade verlaufender Meeresarm, durch den der Tsunami weitgehend ungebremst hätte rauschen können. Ohne die vielfältigen Bremsklötze, die der Fjord der Welle in den Weg legte, hätte sie nicht 19 Minuten bis zum Ausgang des Fjords gebraucht, und sie wäre hätten dort noch einen viel größeren Anteil ihrer Energie besessen. 

Auf die Welle folgen die Seiches: Wie schon in der Lituya-Bucht gesehen, und noch deutlicher im September 2023 im Dickson-Fjord in Grönland, Die von den oft steilen, glatten Wänden reflektierten Wellen finden im tiefen Wasser eines Fjords zu Wellenmustern mit Frequenzen, bei denen die Dämpfung nur schwach ist, sodass die Wasseroberfläche stunden- oder gar tagelang vom Echo des Tsunamis durchkreuzt wird . Beim Tracy Arm Fjord immerhin 36 Stunden lang. Sollten Menschen auf einem Schiff den Tsunami überlebt haben, würden die Seiches ihre Rettung wahrscheinlich sehr erschweren. 

Der wirkliche Glücksfall bestand darin, dass der Felsrutsch am frühen Morgen passierte. Dieser Fjord wird üblicherweise von vielen Kreuzfahrtschiffen angelaufen, manchmal sechs pro Tag. Die größten dieser Schiffe haben Tausende Menschen an Bord. In der Nacht sind sie eher nicht da, denn dann sieht man ja nichts, und um 05:26 ist auch noch kein Kreuzfahrtpassagier so richtig wach. Aber der Felsrutsch hätte zu jeder Tageszeit auftreten können, und man mag sich nicht vorstellen, was passiert, wenn selbst ein großes Schiff auf eine 100 Meter hohe Welle trifft.

Eben weil hier einfach nur viel Glück im Spiel war, sollten wir uns alle sehr für das Thema interessieren. Es ist nämlich nicht so, dass man da gar nichts tun kann. Dazu gleich mehr. 

Filmaufnahmen des Fjords und der Schäden

Der folgende Film zeigt Hubschrauberaufnahmen der noch frischen Narben an den Wänden des Fjords. Die Luftaufnahmen veranschaulichen die Dimensionen des Geschehens. 

Dieser Film enthält Material von einer Expedition in den Fjord, inklusive einiger Landgänge, sowie Computersimulationen des Verlaufs des Tsunamis und eine wahrscheinlich nicht ganz ernst gemeinte, aber doch beklemmende Simulation des Versuchs, der Welle auf einem Jetski zu entkommen. Ist das zu schaffen? Nun ja (Spoiler alert): die anfängliche Ausbreitungsgeschwindigkeit des Tsunami wird auf 70 m/s berechnet. Das sind 250 km/h. Schauen sie selbst. 

Haben wir ein Problem?

Eins ist klar: seismische Ereignisse kann man nicht exakt vorhersagen und man kann sie auch nicht verhindern. Aber es ist auch nicht so, dass die Welt wie im Fall des Tracy Arm Megatsunamis vollkommen ohne Vorwarnung bleiben muss. Auch beim Tracy Arm-Felssturz zeichneten zwei Seismometer in Alaska, allerdings beide in über 100 km Entfernung vom Ort des Felssturzes, mindestens 24 Stunden vor dem Ereignis eine Zunahme der mikroseismischen Aktivität auf, mit einem exponentiellen Anstieg an sechs Stunden vorher. 

Das weiß man allerdings nicht, weil man damals schon genau hingeschaut hat. Es war im Vorfeld niemandem bewusst, dass sich etwas anbahnt, und es gab auch keine Warnung. Erst nach dem Ereignis wurden die seismische Daten auf verräterische Spuren untersucht, und man wurde gleich fündig. 

Allerdings ist auch hier eher der Zufall im Spiel. Der Tracy Arm Fjord ist nicht der einzige Fjord, wo eine Menge Gestein aus großer Höhe in tiefes Wasser fallen und eine Riesenwelle auslösen kann. In der Hinsicht ähneln sich fast alle Fjords. Nun kann man sagen, dass die Zahl der Opfer bis jetzt eher überschaubar gewesen ist. Aber schon beim Tracy Arm Fjord wird gerade das Argument schon etwas wackelig. Früher mag das so gewesen sein, aber bei wachsender Infrastruktur und zunehmendem Tourismus in Gegenden mit wildem Naturpanorama ändert sich auch die Gefährdungssituation massiv. 

Auf bloßes Glück sollte man sich bei der Risikominimierung nicht verlassen. Wir reden hier auch  nicht über ganz seltene Ereignisse. Immerhin sind in den vergangenen 100 Jahren 27 Tsunamis mit einem runup von 50 Metern oder mehr bekannt. Wie hoch mag die Dunkelziffer sein? Hinzu kommen die Auswirkungen des Klimawandels. Schmelzende Gletscher und auftauendes Permafrost können das Problem verschärfen. 

Was kann man konkret tun?

Es geht nicht nur um Alaska. Wie reden auch über Grönland, Norwegen, die Südspitze des amerikanischen Kontinents und Neuseeland. Es geht einfach um etwas, was man gemeinhin mit dem Stichwort „Situational Awareness“ bezeichnet. In der Weltraumforschung kennen wir „Space Situational Awareness“, wo es um Asteroideneinschläge, Sonnenaktivität und das Erdmagnetfeld geht. Hier ist es im Prinzip nicht viel anderes, nur die Art der Daten ist anders. 

Was wir brauchen, ist ein Netzwerk von automatischen seismischen Messgeräten, die eine permanente Überwachung der gefährdeten Gebiete gewährleistet. Die Daten sollten zeitnah an eine Zentralstelle übermittelt werden, wo Verarbeitung, Abgleich und Speicherung erfolgt. Was herauskommt, wird niemals eine konkrete, genau terminierte Warnung sein: „In 30 Minuten kracht es am Ort X“.

Das wird wahrscheinlich nie möglich sein, und man sollte es nicht erwarten. Die Generierung von Warnungen der Art wie „Mit einer Wahrscheinlichkeit von X% kann es in den kommenden 48 Stunden zu einem Ereignis in der Region Y kommen“  liegt jedoch im Bereich des Möglichen. 

Wir sind in einer viel komfortableren Situation als noch vor wenigen Jahren. Mittlerweile ist die Erde dank Radar- und optischer Satelliten von Arktis bis Antarktis hochgenau kartiert. Auch die Datenübertragung wäre heute eigentlich kein Problem mehr, in Zukunft schon gar nicht. 

Ich sehe ein Netzwerk von Seismometern, von denen jedes, sagen wir, in 15-Minuten-Abständen die Messdaten der vergangenen 15 Minuten übermittelt (wohlgemerkt, wir reden von Telemetrie, nicht von Bildmaterial, was Breitband-Datenübermittlung erfordern würde), eigentlich nur als eine weitere IoT (Internet of Things)-Anwendung. Wenn es in der Gegend gute terrestrische Netzabdeckung gebt, umso besser, aber darauf kann man sich in Alaska oder Grönland nicht verlassen. 

Satellitennetzwerke schaffen aber da Abhilfe, wo es kein terrestrisches Netz gibt. Momentan bietet meines Wissens zumindest Iridium IoT-Dienste an. aber die vielen aktuellen oder zukünftigen LEO-Konstellationen werden diesen Markt nicht vernachlässigen können. Wichtig ist ein standardisiertes und einfaches Interface. Die Seismometer sollen sich einfach automatisch einwählen und ihre Datenpakete loswerden, ohne irgendwelche Komplikationen wie ausgerichtete Antennen oder proprietäre Sendeprotokolle.  

Und wer soll das bezahlen?

Als erstes mal die Stakeholder, also die, die ein originäres Interesse an einem Warndienst haben.  Reedereien, Betreiber von Infrastruktur in arktischen Regionen, das Militär, die Fischerei-Industrie, lokale Verwaltungen. Die gehören alle an einen Tisch. So teuer wird das auch nicht sein. Die Bodeneinheiten können in größerer Stückzahl gebaut werden, mit standardisierten Interfaces. Die Kapazität zur Datenübertragung ist jetzt schon da und das zentrale Rechenzentrum wäre auch nichts unerhört neues. 

Die Gewinner wären aber keinesfalls nur die Stakeholder und ihre Kunden, inklusive der Kreuzfahrtpassagiere. Ein solches Netzwerk würde eine Masse an aussagekräftigen Daten mit hoher zeitlicher und (lokal) räumlicher Auflösung generieren. Wenn man sicherstellt, dass diese Daten auch der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden, würde dabei auf jeden Fall etwas herauskommen, was allen nützt, nämlich Wissen.

Wir würden aus diesen Daten lernen. Wir würden besser verstehen, wie sich Regionen seismisch verhalten, wir würden diese Information besser mit geografischen, geologischen und klimatischen Daten verbinden, wir würden einfach unsere gute, alte Erde ein Stückchen besser verstehen. Das ist wünschenswert und nützlich für alle Menschen. 

Aber was die Lituya-Bucht angeht: Da sollte man sich wirklich mit der Tatsache abfinden, dass der Ort zu gefährlich für Menschen ist. Man sollte einfach nicht dorthin fahren und dort auch nichts aufbauen. Auch nicht, wenn es ein funktionierendes Frühwarnsystem geben sollte. 

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Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur mit 40 Jahren Erfahrung in der Raumfahrt, zumeist in der Missionsanalyse bei einer Raumfahrtagentur. Aktuell wende ich mich einer anderen Wissenschaft zu.

8 Kommentare

  1. Bei vielen Felsstürzen sieht man es vorher aus dem Gestein herausbröckeln. Wenn man an einem Hang steht und man sieht unvermittelt kleine Steine dort herunterkollern, ohne dass oben irgendein Mensch oder Tier herumläuft und die lostritt? Beine in die Hand nehmen und zusehen, dass man Land gewinnt!

    OK, bei einem Felssturz dieser Größenordnung würde es einen vermutlich nicht mehr gerettet haben.

    • Wenn’s bröckelt, ist es in der Tat schon ein bisschen spät. Mir schwebt ein Warnsystem vor, mit dem man den Reedern sagen kann: „Leute, das sieht nicht gut aus, fahrt da mal die nächsten Wochen nicht mehr rein“ und den Industrieunternehmen: „wir schlagen vor, dass ihr eure Mitarbeiter und Maschinen vorübergehend anderswohin verlegt“.

      • Im Grunde gehören dazu ja zwei verschiedene Faktoren, die man überwachen bzw. erst einmal identifizieren muss. Der eine besteht darin zu erkennen, welche Wände grundsätzlich gefährdet durch Bergsturz sind. Und der zweite zu erkennen, dass ein Bergsturz unmittelbar bevorsteht.

        Übrigens ist der Gipfel des Hochvogel in den Allgäuer Alpen akut bergsturzgefährdet. Den überwacht man tatsächlich mit Sensoren und hat auch schon die Gefahrenzone mit entsprechenden Warnschildern versehen, mit dem dringenden Rat, diese nicht zu betreten. Hält natürlich nicht jeden ab.

        Was ich mir ebenfalls vorstellen könnte, gefährdete Berge nicht nur mit Seismiksensoren zu überwachen, sondern auch mit Kameras mit 3D-Vermessung.

        • Dein erster Absatz fasst das Problem gut zusammen. Man muss bei einem Fjord auch noch im Hinterkopf behalten, dass er durchaus 50 km oder mehr lang sein kann und einige Nebentäler umfasst. Da kommt ganz schön viel Klippen- und Bergfläche zusammen.

          Seismische Sensoren sind deswegen ein guter Anfang, weil sie ein ziemlich weites Gebiet mit-überwachen und der exakte Aufstellungsort nicht unbedingt so wichtig ist. Allein mit den zwei Sensoren, die im August 2025 100 km entfernt in Alaska standen, hätte man ja vielleicht schon bemerken können, dass da was im Busch ist, obwohl das nicht ganz sicher ist. Im Nachhinein ein Signal für ein Ereignis zu finden, von dem man wusste, dass es stattgefunden hat, ist etwas ganz anderes als ein bevorstehendes Ereignis in verrauschten Daten zu erkennen.

          Mehr und näher gelegene Sensoren sind immer gut, weil sie das Signal deutlich aus dem Rauschen hervorheben und sehr viel exaktere Triangulation des Ausgangsorts gestatten. Darum geht es ja, Schaffung von „situational awareness“, also ein immer besser werdendes Verständnis der geologischen Gegebenheiten durch praktisch kontinuierliche Beobachtung.

          Seismische Sensoren haben gegenüber optischen neben dem viel weiteren Überwachungsbereich auch den Vorteil, dass sie bei jedem Wetter und bei allen Lichtverhältnissen funktionieren.

          Wenn ich noch etwas zu den Stakeholders zusammenspinnen darf: Neben Reedereien, Hafenbetreibern, Ölbohrern, Fischern usw. könnte ich mir vorstellen, dass es auch für Medienkonzerne nicht ganz uninteressant sein könnte, erstmalig Filmaufnahmen eines solchen Megatsunamis zu bekommen. Die könnten also in einigen Fjorden Weitwinkelkameras aufstellen, die normalerweise nur als bessere webcams fungieren, irgendwann aber den Jackpot knacken. Die wären dann natürlich sehr interessiert an der jeweiligen Gefährdungssituation.

          Wenn ich Geld wie Heu hätte, würde ich wirklich mal so etwas in Auftrag geben. Falls hier jemand mitliest, der Geld wie Heu hat und jetzt inspiriert ist: ich melde mich freiwillig für die Teilnahme an den Sondierungsexpeditionen.

          Eine Anmerkung noch, insbesondere bezogen auf Gebiete mit hoher tektonischer Aktivität wie Alaska: Es kann natürlich sein, dass ein Felssturz mit Megatsunami sich nicht durch langsam nachlasende strukturelle Festigkeit der Felswand ausgelöst wird, sondern durch den Kollaps einer eigentlich noch stabilen Wand infolge eines starken Bebens. Das war 1958 in der Lituya-Bucht der Fall. Auslöser war da ein starkes Beben der Fairweather Fault, einer Transformstörung, die quer durch den oberen Teil der Bucht verläuft. Die Lituya-Bucht sollte man eigentlich komplett meiden, der Ort ist eigentlich nur „a disaster waiting for a time to happen“. Allerdings würde ich schon überlegen, da eine Weitwinkelkamera aufzustellen, wenn ich die Kohle hätte. Vielleicht zwei Kameras, eine auf Cenotaph Island, eine am Ende der Bucht.

          • Für die 3D-Kameras aus meinem Vorschlag sind die Wetter- und Lichtverhältnisse nicht so maßgebend, weil ich sie nicht so sehr dazu gedacht hatte, einen Bergsturz als solchen zu verfolgen, sondern eher, um festzustellen, ob es langsame Bewegungen im Berg gibt, die auf Instabilitäten hindeuten.

          • Für die 3D-Kameras aus meinem Vorschlag sind die Wetter- und Lichtverhältnisse nicht so maßgebend, weil ich sie nicht so sehr dazu gedacht hatte, einen Bergsturz als solchen zu verfolgen, sondern eher, um festzustellen, ob es langsame Bewegungen im Berg gibt, die auf Instabilitäten hindeuten.

            Das habe ich schon verstanden. Mein kleiner Ausschweifer auf ein mögliches Interesse von Medienunternehmen bezog sich auuch auf etwas anderes, nämlich die Möglichkeit der Finanzierung.

            Ich denke allerdings: eine Überwachungskamera kann nur einen limitierten Bereich überblicken, sonst wird die Auflösung zu gering. Kann man machen, aber man muss dann schon einigermaßen guten Überblick haben, wo die gefährdeten Zonen sind. Das kriegt man mit Seismometern raus.

  2. Zählt ein runup von 100 Metern, aber ohne Wasser, nur Geröll und Gestein, so wie beim Bergsturz von Elm in der Schweiz, eigentlich auch zu den Tsunamis?

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