Mare Nectaris in topographischer Ansicht

BLOG: Go for Launch

Raumfahrt aus der Froschperspektive
Go for Launch

Mehrfach schon habe ich hier zusätzlich zu fotografischen Ansichten der Mondoberfläche die topographische Draufsicht bemüht, weil diese einfach manchmal  ein klareres Bild der Situation vermittelt.

Ein Beispiel ist das unlängst in diesem Artikel gezeigte Mare Orientale auf der erdabgewandten Seite. Ein Paradebeispiel eines Multiring-Einschlagbeckens. Weniger bekannt ist, dass auch das im Vergleich zum Mare Orientale eher unscheinbar wirkende Mare Nectaris auf der sichtbaren Seite ein Multiring-Becken ist. Die topografische Ansicht zeigt das sehr deutlich, wenn auch der äußere Ring nur noch zur Hälfte erhalten ist. Dort sieht man auf den ersten Blick, dass die auffällige Formation Rupes Altai, bei zunehmendem Fast-Halbmond gut zu sehen (siehe hier) ein Bestandteil dieses äußeren Rings ist.

Topographic map of Mare Nectaris and surroundings, source: Michael Khan using data from the LOLA instrunt on the NASA LRO spacecraft

  • Veröffentlicht in: Mond

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten Meinungen sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

4 Kommentare

  1. Mondaufnahme

    Ihr verlinkter Mond sieht recht gut aus. Leider hatte ich mit meiner Aufnahme weniger Glück. Ich habe heute den Mond bearbeitet, den ich vor einiger Zeit mit einer Leihkamera, der Sony Alpha 230, und einem Zoom 70-300 mm F 1:4-5.6 von Sigma aufgenommen habe. Das Wetter war an dem Tag nicht besonders gut, es war sehr windig und auch etwas bewölkt. Ein anderes Problem war die Kamera, die nur sehr wenige Einstellmöglichkeiten bietet, da sie als reine Amateurkamera verkauft wird und alles automatisch macht, dadurch kann man kaum Individuelle Einstellungen vornehmen. Schließlich habe ich den Mond mit Blende 5.6 und einem 1/250 s aufgenommen, etwas anderes erlaubte mir die Automatik nicht. Nach meinem Dafürhalten hätte es etwas mehr Licht gebraucht. Ich werde es aber trotzdem noch einmal versuchen, wenn das Wetter es erlaubt. Hier ist meine Aufnahme. 🙁
    http://www.pic-upload.de/…484/MondGimp2.png.html

  2. @Mona: Zirren?

    Ich habe Ihre Aufnahme heruntergeladen und versucht, per Bildbearbeitung etwas herauszuholen, aber da war nicht mehr viel zu machen, es fehlt an Schárfe und an Kontrast.

    Zwei Vermutungen: 1.) Kann es sein, dass es an dem Abend hohe Zirren am Himmel gab? Die Dinger wirken wie ein Weichzeichner und versauen ab einer bestimmten Dichte jede Aufnahme

    Oder 2.) Lässt sich der Autofokus bei der Kamera deaktivieren und falls ja, wie haben Sie die manuelle Fokussierung vorgenommen? Die Sony Alpha 230 kenne ich zwar nicht aus eigener Anschauung, laut technischer Beschreibung im Internet hat sie aber kein LiveView. Wenn Sie einfach auf Unendlich stellen, ist das Bild unscharf. Autofokus wird auch nicht gehen. Scharfstellen durch den Sucher ist bei astronomischen Aufnahmen nicht exakt genug. Es geht eigentlich nicht anders als Spiegel hoch, Liveview an, elektronische Lupe auf 5x oder besser 10x, ein konstrastreiches Objekt auf der Oberfläche oder auch einen Stern im Hintergrund anvisieren, dann manuell fokussieren, bis es im LiveView scharf ist.

    Diese ganze automatische Elektronik (oder elektronische Automatik, wie auch immer) sehe ich sehr kritisch. Den Gelegenheitsknipser mag sie vor Fehlern bewahren, aber den erfahrenen Fotografen entmündigt sie bloß. Weil sie immer nur mit Durchschnittswerten operiert, funktioniert sie auch nur bei Durchschnittssituationen. Die Astrofotografie ist aber keine Durchschnittssituation, sondern eine reine Spezialanwendung.

  3. @Michael Khan

    Sie haben wahrscheinlich recht, mit so einer Kamera kann man keine richtige Astrofotografie betreiben. LiveView ist nicht vorhanden und eine Spiegelvorauslösung auch nicht
    Mit Autofokus habe ich selbstverständlich nicht fotografiert. Ich verwendete einmal die Einstellung Unendlich, diese Aufnahme wurde aber krass unscharf und einmal hatte ich den Mond manuell scharfgestellt, das ist die verlinkte Aufnahme. Die Sterne waren wegen der leichten Bewölkung kaum zu sehen, also konnte ich keinen Stern in der Nähe anvisieren, um ihn zu fokussieren. Bearbeitet wurde die Aufnahme mit GIMP und wie Sie ganz richtig feststellten habe ich sowieso schon alles rausgeholt. Er freut mich trotzdem, dass Sie sich die Aufnahme runtergeladen und näher angeschaut haben. Die Kontrastarmut hängt m.E. nicht nur mit den zum Aufnahmezeitpunkt vorhandenen “Zirren” zusammen, sondern auch mit der zu knappen Belichtungszeit. Unterbelichtete Aufnahmen sind von Hause aus zu flau. Deshalb werde ich, rein aus Interesse, nochmal eine Aufnahme bei klarem Himmel und mit längerer Belichtungszeit versuchen. Das Schöne bei der digitalen Fotografie ist ja, dass bei Fehlversuchen nicht immer gleich ein Haufen teures Fotomaterial draufgeht. Außerdem wollte ich demnächst ein bisschen kreativ sein und mich mit GIMP an einer Fotomontage versuchen, natürlich mit Mond. Aber dazu muss ich noch ein wenig üben. 🙂

  4. @Mona

    Ich freue mich, dass Sie jetzt eigene Experimente mit der Astrofotografie vornehmen und dass Sie sich nicht entmutigen lassen. Wenigstens haben Sie ja gegenüber vielen anderen Einsteigern in die Astrofotografie den beedeeutenden Vorteil, dass Sie mit einer Kamera umgehen können und mit den wichtigen physikalischen Zusammenhänge rund um Blende, Belichtungszeit, Filmempfindlichkeit, Rauschen usw. vetraut sind.

    Was die Belichtungszeit angeht – ich mache immer ganze Serien von “deutlich überbelichtet” bis hin zu “deutlich unterbelichtet”. Danach wird refokussiert, vielleicht der ISO-Wert verstellt und noch eine Serie geschossen. Bei 40 Aufnahmen ist dann meist (aber nicht immer) ein akzeptables dabei.

Schreibe einen Kommentar