In memoriam Professor Dr. Dietrich Rex

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Raumfahrt aus der Froschperspektive
Go for Launch

Heute erreichte mich die Nachricht, dass Dr. Dietrich Rex, emeritierter Professor am Institut für Flugmechanik und Raumfahrttechnik (heute: Institut für Raumfahrtsysteme, als ich studierte: Institut für Raumfahrt- und Reaktortechnik) der Technischen Universität Braunschweig, nach längerer Krankheit am 18. April 2016 im Alter von 82 Jahren verstorben ist.

Zum Werdegang und zur wissenschaftlichen Leistung dieses hochkarätigen und weltweit wegen seiner Kompetenz, aber auch wegen seiner Persönlichkeit geschätzten Experten verweise ich auf seinen Lebenslauf auf der Webseite seiner Universität.

Über die Qualität eines Wissenschaftlers geben seine Veröffentlichungen Auskunft, aber auch die Anerkennung, die ihm innerhalb seiner Zunft entgegen gebracht wird. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Ein guter Wissenschaftler muss aber nicht unbedingt auch ein guter Hochschullehrer sein. Das eine korreliert nach meiner Erfahrung nicht übermäßig stark mit dem anderen.

Um zu erfahren, wie gut ein Lehrer war, muss man die fragen, die bei und von ihm lernten. Beispielsweise mich.

Ich bin allerdings nicht besonders gut im Schreiben von Nachrufen. Ich weiß nicht wirklich, wo ich da anfangen soll. Vielleicht ist es das einfachste, einige Erinnerungen in anekdotischer Form aufzuschreiben.

Als ich studierte, war die Digitalisierung der Lehre noch Zukunftsmusik. Vorlesungsskripte wurden verbreitet auf der Schreibmaschine getippt, Formeln per Hand hinein gewurstelt, oder aber auch per Maschine geschrieben, was der Leserlichkeit nicht unbedingt zuträglich war. Weithin verbreitet war noch die Praxis, dass der Professor auf einem Overheadprojektor (auch eine heutzutage in Vergessenheit geratene Technik) Folien auflegte, in die er mit einem Stift Anmerkungen einfügte. Für die Studenten artete eine Vorlesung manchmal in Schnellschreibübungen aus. Das mag heute verwundern, damals war das üblich.

Ich habe meine Unterlagen aus allen Vorlesungen von Professor Rex heute noch und benutze sie auch, weil ich in diesen mittlerweile vergilbten, eselsohrigen Blättern einfach schneller die Antworten finde als in Büchern.

Bei unzähligen elementaren Dingen, die mir in der täglichen Arbeit über den Weg laufen, sei es aus dem Bereich der Lageregelung, der Bahnstörungen, der Energieversorgung oder der Sensorik. Fast immer denke ich dann “Ah ja, das hat doch damals der Professor Rex erklärt …”.

Ganz offensichtlich waren seine Vorlesung sehr gut. Sie sind mir noch mehr als drei Jahrzehnte später nützlich.

Ein größeres Kompliment kann man seinem Lehrer nicht machen.

Professor Rex betreute persönlich eine meiner Studienarbeiten und meine Diplomarbeit. Der erste Teil der Entwurfsarbeit war die Berechnung der Eigenfrequenzen einer Vorrichtung an einem Satelliten. Der zweite Teil war die eigentliche Konstruktion dieser Vorrichtung. Einmal hatte ich einen Termin bei ihm, hing aber mit meinen Berechnungen hinterher. Ich wusste, was zu tun ist, ich brauchte halt nur noch ein paar Tage, aber eigentlich war vereinbart, dass ich diesen Teil der Arbeit schon abgeschlossen haben sollte.

Ich hatte die Lücke in den Berechnungen ziemlich geschickt verborgen, wie ich heute noch denke. Aber ihm konnte ich mit der Tour nicht kommen. Professor Rex überflog in Windeseile die ersten drei Seiten meiner Berechnungen – wobei Differentialgleichungen vierter Ordnung jetzt nicht unbedingt die Art von Lesestoff sind, die bei bloßem “Überfliegen” unmittelbar einleuchtet.

Zudem hatte ich Wochen gebraucht, um auch nur bis hierhin zu kommen. Dabei war ich auch noch in eine Sackgasse geraten, aus der ich nur durch eine Beratungsstunde im weithin gefürchteten Institut für “Mathematische Methoden der Mechanik” heraus fand. MMM war Pflichtfach, also konnte man sich davor nicht ganz drücken. Aber geheuer oder gar anziehend erschien es den wenigsten. Die, die MMM mochten, waren mir schon mal gar nicht geheuer. Ich weiß, die Welt ist groß. Manche stehen halt auf MMM, andere (oder sind es doch eher dieselben?) auf SM. Aus meiner Sicht war der Übergang zwischen beiden Dingen fließend, und beides war eher nicht meins.

Aber ich schweife ab.

Nun sitze ich dort Professor Rex gegenüber, der gerade meine Berechnungen durchgeht und sie offenbar auf Anhieb nachvollzieht. Da fühlt man sich erst einmal klein. Wieso kann der das aus dem Stand ohne Anlauf? Gerade diese Sachen gehören ja eben nicht zum Rüstzeug des Raumfahrtingenieurs. Sonst hätte ich mich wahrscheinlich nicht für diese Fachrichtung entschieden.

Er vollzog meine Arbeit offenbar vollkommen mühelos nach. “Hm, ja, ja, richtig, (Blätter) OK, hm, ja, ja, na gut, (Blätter) hm, ja, ja, ja (Blätter … stutz)  …. hä? Was ist das?!?”.

“Äh … was denn?” tat ich unschuldig.

“Na, das hier”. Sein Zeigefinger deutete genau auf die Stelle, an der ich versucht hatte, mein Versäumnis zuzukleistern. Ich gab mich geschlagen. Wenn man seinen Meister gefunden hat, ist Widerstand zwecklos.

Später unterlief mir im konstruktiven Entwurf ein Fehler. Wir diskutierten das eine Zeit lang hin und her. Ich kapierte es nicht. Ich hatte einfach ein Brett vorm Kopf.  Am nächsten Tag diskutierten wir das nochmals, wieder ohne Einigung. Am folgenden Tag rief er mich in sein Büro. Er hatte daheim aus Lego ein vereinfachtes Modell der Vorrichtung gebastelt. Damit konnte er zweifelsfrei demonstrieren, dass es eindeutig ein Detailproblem in meinem Entwurf gab.

Es war genau so, wie er die ganze Zeit gesagt hatte, aber er hatte sich erhebliche Mühe gemacht,  damit auch ich vollkommen verstehe, was ich falsch gemacht hatte. Am Ende lernte ich aus diesem Fehler enorm viel – vor allem, dass es besser ist, einfach zuzugeben, dass man etwas nicht versteht. Damit ein Student auch so etwas lernt, muss eine Lehrkraft sehr geduldig sein und das Augenmerk eher auf das Vorankommen der Studenten als auf das Vorankommen des Projekts legen. Professor Rex’ Stärke lag genau hier.

Am 28. Januar 1986, weniger als ein halbes Jahr vor Ende meines Studiums, hielt ich meinen Seminarvortrag. Das Thema war “Die raumfahrttechnische Entsorgung nuklearer Abfälle“. Das wurde damals durchaus erwogen. Tenor meines Vortrags war, dass das vielleicht keine so gute Idee wäre. Ich nannte unter anderem Szenarien wie das Versagen eines Boosters des Space Shuttle kurz nach dem Start, gegen das keine Vorkehrungen möglich sind. Damit erntete ich massenhaft Hohn und Spott von der versammelten Professorenriege. Das Space Shuttle? Versagen? Unmöglich. Das Space Shuttle war doch sicher.

Auch Professor Rex tat dieses Szenario ab. “Ach Herr Khan, und wenn der Himmel einstürzt, schlägt er all die kleinen Spatzen tot.”

Das war am 28.1.1986. Sagt Ihnen das Datum etwas? Also, ich kam am Abend nach Haus, nachvollziehbarerweise ziemlich schlecht gelaunt. Auch wegen dieses Spruchs. Dann schaltete ich den Fernseher ein, um die Nachrichten zu sehen. Gleich bei der allerersten Nachricht in der Tagesschau klappte mir die Kinnlade herunter. Für den Tag war ich bedient.

Am nächsten Tag war Raumfahrttechnik-Vorlesung. Viel Vorlesung fand da allerdings nicht statt. Wir haben nur über die Geschehnisse in Cape Caneveral am Vortag geredet. Professor Rex sprach mich nach der Vorlesung an und gab zu, da hätten alle falsch gelegen, und er hätte das nicht so sagen sollen. Außer ihm hat mir das allerdings keiner der Profen gesagt. Das rechne ich ihm schon hoch an. Allerdings war die Sache mit dem Seminarvortrag bei mir vollkommen in den Hintergrund getreten. Das ging allen anderen ebenso. Jeder war einfach nur geschockt, der Professor genau so wie die Studenten. Danach war für keinen von uns die Welt mehr so wie vorher.

Ich gebe zu, manchmal war er mir unheimlich. Es gibt so Sachen, denen geht man lieber aus dem Weg. MMM natürlich, sowieso, unzweifelhaft, ganz ohne Frage. Aber auch Analogrechner. Ich bin eher ein Kind der digitalen Welt. Sogar noch viel mehr als die jungen Leute von heute, die mit sich in jedem Mausi-Klicki-Bunti-GUI heimisch fühlen, aber ohne User-Interface vollkommen verloren sind. Analogrechner waren bereits damals bereits halbe Museumsstücke. Dieses schrankwandgroße Trumm mit dem Kabelgewirr vorne, mit dem konnte ich so wenig anfangen wie mit einem Alien-Artefakt. Lieber nicht anfassen. Wer weiß, vielleicht verschlingt es mich.

Professor Rex konnte aber ganz gut mit diesem Ungetüm, und er hatte auch keine Scheu, daran herumzustöpseln. Und dann machte das Ding auch noch genau das, was er wollte. Wenn nun ein wissenschaftlicher Assistent, der einen beträchtlichen Teil seiner Arbeitszeit den Institutsgerätschaften widmen kann, sich gut auskennt, oder gar ein Hiwi, der defür bezahlt wird, sich an einem speziellen Gerät einzuarbeiten, das leuchtet mir ja noch ein. Aber ein Professor hat üblicherweise zu viel zu tun, um sich auch noch intensiv mit anspruchsvoller Technik von gestern zu befassen.

Wenn einer trotzdem einfach mal so eben Sachen hinkriegt, die er eigentlich gar nicht können müsste, dann weiß ein Student, dass er beim richtigen gelandet ist.

Und dann die Sache mit dem Dach. Das ist vielleicht nicht gar so wichtig, aber mich hat es doch umgehauen.

Auf dem Flachdach des mehrstöckigen Institutsgebäudes stand unsere Empfangsantenne für die Signale der ersten Generation des Meteosat-Satelliten. Dieser sendete seine Rohbilder nach Darmstadt. Die Bilder wurden dort aufbereitet und wieder hoch zum Satelliten geschickt, der sie unverschlüsselt über ganz Europa sendete, wo sie von jedermann empfangen werden konnten, der sich die nötige Hardware beschaffte.

Als unser Bildschirm schwarz blieb, ging eine Gruppe von Studenten (darunter ich) mit Professor Rex aufs Dach. Er charakteristischerweise vorneweg – er hatte auch keine Scheu, sich an der Antenne die Finger schmutzig zu machen. Mitten in der Reparatur (das Kabel war abgerutscht, eigentlich keine große Sache) sagte er über die Schulter “Herr Khan, fallen Sie mir bitte nicht vom Dach!”.

Also, da blieb mir nun wirklich der Mund offen stehen. Hatte der Mann ein zusätzliches Paar Augen hinten im Kopf?

Ich gebe zu, die letzte Anekdote mag eher irrelevant erscheinen. Das ist sie vielleicht auch – aber warum fällt mit dieses Ereignis dann immer wieder ein?

Michael Khan

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

41 Kommentare

  1. Ich glaube, an so einen Prof. würde ich mich auch erinnern.
    Dass Sie bei der Anekdote Ihrer Seminararbeit so viel Wert aufs Datum gelegt haben, hat mich ja nicht sofort stutzig gemacht, aber das Thema “Sicherheit der Booster vom Space Shuttle” machte es dann doch. “Januar ’86, da war doch was…”, kurze Recherche, ach ja, die Challanger-Katastrophe. – Und dann genau an dem Tag. Ich glaube, ich wäre auch bedient gewesen. Übrigens: Ich würde es dem Prof ebenfalls hoch anrechnen, wenn er mir als Studenten gegenüber einen Fehler zugibt.
    Und was das Thema: “Die raumfahrttechnische Entsorgung nuklearer Abfälle” angeht, haben Sie darüber auch schon mal einen Blogbeitrag geschrieben?

    Die Sache mit dem Lego-modell finde ich ebenfalls gut. – Ich kann mich ja auch noch daran erinnern, dass es von Lego zu der Zeit nicht so sonderlich viel extravagantes Zeugs gab, wie heutzutage. Aber manchmal ist es vielleicht auch besser, wenn man sich mit einer Basisausstattung begnügen muss.

    Dann noch ‘ne Frage zu MMM: Wurden da so Sachen wie Finite Elemente Methode vermittelt?

      • Ähh, was soll denn “kommod.” bedeuten? – Nun ja, jedenfalls war da noch ein Unterschied.
        Und wie war das jetzt mit dem Atommüll, bzw. dessen “raumfahrttechnischer Entsorgung”?

        • NMM konnte man im Gegensatz zu MMM auf einer Backe absitzen, soll das heißen.

          Und nein, zu dem spezifischen Thema habe ich noch nichts gebloggt und ich habe mich in den vergangenen 30 Jahren auch nicht weiter damit befasst.

          • Und nein, zu dem spezifischen Thema habe ich noch nichts gebloggt und ich habe mich in den vergangenen 30 Jahren auch nicht weiter damit befasst.

            Schade. Ein sachlicher Beitrag von Ihnen wäre sicher sehr aufschlussreich, aber wenn Sie dazu derzeit nichts beitragen können oder wollen, dann ist das halt so und man muss damit leben.

        • @Hans:

          “Ähh, was soll denn “kommod.” bedeuten?”

          Das Wort geht auf die lateinische Bezeichnung “commodus” zurück und stammt aus dem bairisch-österreichischen Sprachraum, es bedeutet so viel wie “angenehm, bequem”. Das Gegenteil davon ist “unkommod”. Beide Wörter sind etwas veraltet und werden von der jüngeren Generation kaum mehr verwendet.

          “Und wie war das jetzt mit dem Atommüll, bzw. dessen “raumfahrttechnischer Entsorgung”?”

          Wäre natürlich interessant gewesen zu erfahren, wie die Befürworter das damals kommunizierten.

          Prof. Dietrich Rex sagte bei seiner Eröffnungsrede 1996 als Vorsitzender des Wissenschaftlich-Technischen Unterausschusses des UN-Weltraumausschusses: “Die Menschheit wird sich in unserer Zeit bewusst, dass wir alle auf einer relativ kleinen Kugel, der Erde, zusammenleben und dass es unsere Aufgabe ist, diese wunderbare Kugel zu bewahren. Ich kann nicht glauben, dass die Weltraumnationen es zulassen werden, dass all dies bedroht wird durch eine zunehmende Überfüllung des erdnahen Weltraums mit Abfall-Objekten aus der Raumfahrt.”

          Sollten da zusätzlich noch nukleare Abfälle hochgeschossen werden, die jederzeit von “Abfall-Objekten” aus der Raumfahrt getroffen werden konnten? Welche Reaktionen hätte das verursacht? Oder sollte der Mond als atomares Endlager herhalten? Letztendlich hätte eine Entsorgung im All doch in der Erdumlaufbahn stattfinden müssen, eine andere technische Möglichkeit kam wohl nicht infrage. Außerdem hätte das Transportshuttle besonders abgeschirmt werden müssen, falls es aus irgendwelchen Gründen nicht vom Boden hochkommt oder abstürzt. Und für wie lange würde sich so eine Atommüll-Deponie auf ihrer Umlaufbahn halten ohne langsam wieder abzusinken? Müsste sie dann eventuell durch spätere Generationen wieder angehoben werden? Kein Wunder, dass man das Ganze nicht länger verfolgt hat.

          • Das Wort geht auf die lateinische Bezeichnung “commodus” zurück und stammt aus dem bairisch-österreichischen Sprachraum, es bedeutet so viel wie “angenehm, bequem”.

            Ah danke.

            Wäre natürlich interessant gewesen zu erfahren, wie die Befürworter das damals kommunizierten.

            Eben. Ich fand die Idee ja auch so gut, dass ich mich lange Zeit gefragt habe, warum man das nicht macht. Inzwischen hab ich zwar einen ungefähren Einblick darin, aber mehr auch nicht.

            Mein Vater meinte einmal, man sollte den Atommüll in die Sonne schiessen, weil die als einzige in der Lage wäre, ihn zu recyclen. Das halte ich auch prizipiell für die richtige Idee. Das Problem ist blos, dass da noch so viele Haken und Ösen dran sind, das sie derzeit nicht sinnvoll umsetzbar ist.

            Dann finde ich es immer wieder erstaunlich, wie Sie des öftern mit weiteren Informationen beitragen, wie jetzt z.B. mit der Rede von Herrn Rex bei dem Ausschuss der UNO. Dummerweise hat sich seitdem leider nicht so sehr viel getan, was die Abfall-Objekte der Raumfahrt angeht. Sie werden zwar beobachtet und es wird ein bisschen dazu geforscht, wie man sie beseitigen könnte, aber so wirklich viel passiert da ja nicht. Das Thema hatten wir hier ja schon mal.

          • @Hans:

            “Mein Vater meinte einmal, man sollte den Atommüll in die Sonne schiessen, weil die als einzige in der Lage wäre, ihn zu recyclen. Das halte ich auch prizipiell für die richtige Idee. Das Problem ist blos, dass da noch so viele Haken und Ösen dran sind, das sie derzeit nicht sinnvoll umsetzbar ist.”

            Bei den “Haken und Ösen” handelt es sich vermutlich um die gleichen Probleme, die prinzipiell bei einer Entsorgung von Atommüll in den Weltraum auftreten würden. Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre soll die NASA sogar Studien angestellt haben, wie man mit der Space-Shuttle-Technologie radioaktiven Müll in den Weltraum bringen könnte. Letztendlich stellte sich der technische und finanzielle Aufwand sowie die Unfallgefahren als zu hoch heraus. Außerdem wäre laut Weltraumvertrag eine Verbringung radioaktiver Materialien ins All sowieso unerwünscht.

          • Bei den “Haken und Ösen” handelt es sich vermutlich um die gleichen Probleme, die prinzipiell bei einer Entsorgung von Atommüll in den Weltraum auftreten würden.

            Nein, noch viel grundsätzlicher: Die Probleme, die man hat, und der Aufwand, der nötig ist, um überhaupt eine Nutzlast in den Weltraum zu bringen.
            Da ist zunächst einmal die Sache, das so eine Rakete zu 95-97% aus Treibstoff besteht. Dazu ein wenig Trägermaterial (also die Rakete selbst) und am Ende bleiben so 3 bis 5 Prozent für die Nutzlast übrig. Darin muss dann der Atommüll und der Sicherheitsbehälter untergebracht werden, in dem der Müll gelagert ist. Nun wiegt dieser Müll ansich schon einiges und die Sicherheitsbehälter ebenfalls. Da stellt sich schon die Frage, wieviele Starts man braucht, um überhaupt eine nennenswerte Menge Atommüll in den Orbit bringen zu können.
            Dann die besonderen Sicherheitsvorkehrungen, die für Unfallszenarien getroffen werden müssen. Der Aufwand ist riesig und bezahlen will das heutzutage wahrscheinlich niemand.
            Das nächste Problem, (was dann meiner Ansicht nach aber wieder ein kleineres ist) hat man, wenn man den Müll in der Umlaufbahn hat. Die muss hoch genug sein, damit der Müll auch ein paar Jahrhunderte oder Jahrtausende dort bleibt, wenn man ihn nur in eine Umlaufbahn bringt. Aus meiner Sicht sollte er aber, wenn dort in einem “Parkorbit” eine ausreichende Menge angekommen ist, dieser mit einem Triebwerk versehen und wirklich in die Sonne geschickt werden. Nur hab ich dazu mal gelesen, dass es da ein paar bahnmechanische Gründe gibt, die mir gerade nicht so wirklich klar sind, die es aber schwierig machen, die Sonne anzusteuern. – Jedenfalls auf direktem Wege.

            Wenn der Müll dann jedoch in die Nähe der Sonne ankommt, werden sich die Sicherheitsbehälter irgendwann zerlegen und den Müll wieder frei gegeben. Ausserdem wird er selbst auch irgendwie reagieren, chemisch wie physikalisch. Damit der Sonnenwind, der einen Teil des Atommülls wieder ins All hinaus befördern wird, diesen nicht zur Erde zurück bringt, schwebt mir bei so einer Operation vor, das der Müll die Sonne auf einem Breitengrad erreicht, der jenseits irgendwelcher Planetenbahnen ist. – Das erfordert dann wieder eine kompliziertere Flugbahn für die “Anreise”.

            Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre soll die NASA sogar Studien angestellt haben, wie man mit der Space-Shuttle-Technologie radioaktiven Müll in den Weltraum bringen könnte.

            Das kann ich mir gut vorstellen. – Es gab in den späten 1970er Jahren ja auch eine SF-Serie, in der man ein Lager für Atommüll auf dem Mond installiert hatte, was allerdings nur einen Aufhänger für weitere phantastische Geschichten darstellte. Also die Idee war durchaus weiter verbreitet.

            Letztendlich stellte sich der technische und finanzielle Aufwand sowie die Unfallgefahren als zu hoch heraus.

            Das meine ich ja mit den Haken und Ösen, die die Sache derzeit noch unmöglich machen.

            Außerdem wäre laut Weltraumvertrag eine Verbringung radioaktiver Materialien ins All sowieso unerwünscht.

            Interessant. Das wusste ich noch nicht.

          • Ich wusste auch nicht, dass der Weltraumvertrag die Verbringung radioaktiver Materialien ins Weltall untersagt. Welcher Teil des Vertrags sollte denn diesen Passus enthalten? Oder falls er es nicht untersagt, was bedeutet denn “unerwünscht” in einer vertraglichen Regelung und wo kann man das nachlesen?

            Hier ist die Übersetzung des Vertrags in Deutsche.

            Mir ist nur bekannt, dass der Vetrag die ihn ratifizierenden Nationen verpflichtet, keine Kernwaffen im Weltall zu stationieren oder zu erproben. Die friedliche Nutzung radioaktiver Materialien im Weltall ist dort ebenso wenig verboten wie ihre Verbringung ins Weltall. Sonst hätten zahlreiche Forschungssonden und auch die Apollo-Missionen ein solches Verbot verletzt, falls es existierte.

            Mein Seminarvortrag von damals fasste die technischen Voraussetzungen und den damaligen Forschungsstand zusammen. Ich bin davon ausgegangen, dass nur Spaltprodukte im Weltraum entsorgt werden sollen, nicht Aktinide wie Uran oder Plutonium. Das heißt, es hätte eine Wiederaufarbeitung geben müssen, wovon man in den 80ern ausging.

            Die Spaltprodukte hätten feinverteilt in eine gläserne oder metallisch-keramische Matrix eingelagert werden sollen. Dieser keramische Zylinder wäre von mehreren Schichten hochwarmfesten und dann ablativer Schutzmaterialen umgeben gewesen. Die thermischen Belastungen selbst bei einer Explosion der Rakete sind nicht so dramatisch, auch nicht die strukturellen Belastungen bei einem Absturz während des Starts. Damit wäre die Ummantelung gut fertig geworden, wobei ja zudem noch die Spaltprodukte selbst in eine selbst noch einmal soliden Matrix eingebettet gewesen wären.

            Die Kostenrechnung habe ich etwas vereinfacht gemacht: Ich habe ausgerechnet, wie viel elektrische Leistung in den Fissionskraftwerken, aus denen die Spaltprodukten kamen, pro Kilogramm anfallender Spaltproduktmasse ins Netz eingespeist werden konnte. Dann konnte man ausrechnen, welche Kosten für den Raketenstart pro Kilogramm entsorgter Spaltproduktmasse anfielen. Die Startkosten mussten den Strompreisen hinzugeschlagen werden. Natürlich hingen die Zusatzkosten sehr stark von den Annahmen ab. Wie viel Umhüllung wird gebraucht, wie weit sollen die Behälter geschickt werden.

            Heutzutage sieht man leider oft in ausgemalten Versagensszenarien maßlose Übertreibungen. Offenbar ist die Wortkombination “nuklearer Abfall” ein solches Reizthema, dass gar nichts mehr hinterfragt wird. Jedes Katastrophenszenario erscheint plausibel.

            Ich habe natürlich auch auf die Versagensszenarien Bezug genommen. Der Start ist dabei nicht so kritisch. Viel schlimmer wäre ein Wiedereintritt aus einem heliozentrischen Orbit. Beispielsweise, wenn man so einen Behälter auf den Weg zur Sonne schickt, was realistischerweise sowieso nicht geht, weil das Geschwindigkeitsinkrement einfach zu hoch ist. Aber selbst wenn, kann man nicht einfach annehmen, dass die Oberstufe perfekt funktioniert. Wenn sie auch nur ein kleines bisschen weniger als das erforderliche delta-v liefert, würde der Behälter nicht in die Sonne eintreten. Dann aber würde er auf seiner elliptischen Bahn auf jedem Umlauf zurück zur Erde klettern. Die Erde wäre zwar wahrscheinlich nicht da, wenn er das erste Mal wieder die Erdbahn kreuzt, und das zweite und dritte Mal vielleicht auch nicht, aber irgendwann eben schon.

            Wichtig wäre, dass das Verfahren “fail-safe” gemacht werden kann. So ein Transfer zur Sonne ist nicht fail-safe. Da käme der Behälter mit einer so hohen Relativgeschwindigkeit zurück, dass er wie ein Komet der Jupiter-Familie in die Atmosphäre eintreten würde. Das wiederum würde kein Hitzeschild verkraften. Außerdem wäre dieser Wiedereintritt, falls er dann stattfindet, vollkommen unkontrolliert, irgendwo und irgendwann.

            Also sollte man die Erdbahn gar nicht verlassen. Eine genügend hohe Bahn um die Erde reicht bereits aus. Das ist auch viel sicherer, weil man dort überwachen könnte, wo die Behälter sind. Die Radiotoxizität von Spaltprodukten fällt innerhalb weniger Jahrhunderte, spätestens nach 1000 Jahren um mehr als fünf Größenordnungen (d.h., auf weniger als ein Hunderttausendstel) des Wertes nach der Entladung aus dem Reaktor). Danach sind die meisten der Spaltprodukte, die Halbwertszeiten von einigen Jahrzehnten haben, weitgehend weg. Übrig bleiben die weniger aktiven, aber langlebigen Spaltprodukte.

            Da stellt sich ohnehin die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Entsorgung von Spaltprodukten im Weltraum. Wenn sich die Gefährlichkeit der Spaltprodukte in nur 1000 Jahren auf weniger als 1/100000stel des Anfangswertes reduziert haben wird, wozu dann diese aufwändige Form der Entsorgung? Im Endeffekt halte ich die Wiederaufarbeitung in Verbindung mit der Transmutation für erfolgversprechender, preiswerte und sicherer.

            Nebenbei bemerkt: Wir entsorgen auch heute schon hochtoxische Abfälle in Lagerstätten unter der Erdoberfläche. Anders als beispielsweise Spaltprodukte siind die aber nach 1000 Jahren immer noch genau so gefährlich wie am ersten Tag. Scheint aber keinen zu stören. Jedenfalls höre ich da keine lautstarken Proteste. Und schon gar nicht höre ich Vorschläge, wie man es denn besser machen sollte.

          • @Hans:

            “Da stellt sich schon die Frage, wieviele Starts man braucht, um überhaupt eine nennenswerte Menge Atommüll in den Orbit bringen zu können.
            Dann die besonderen Sicherheitsvorkehrungen, die für Unfallszenarien getroffen werden müssen. Der Aufwand ist riesig und bezahlen will das heutzutage wahrscheinlich niemand.”

            Aus der Wikipedia: “Dem stehen allerdings die beim gegenwärtigen Stand der Technik immensen Kosten der raketenbasierten Raumfahrt entgegen, die schon allein für das Erreichen der Erdumlaufbahn anfallen würden. Beispielsweise betragen mit einer Proton-Rakete die Kosten etwa 4000 Euro für ein Kilogramm Nutzlast. Um die jährlich anfallende Menge von 12.000 Tonnen hochradioaktiven Abfalls ins Weltall zu befördern, müssten jedes Jahr 2.000 Raketen starten, etwa sechs pro Tag. Die etwa 300.000 Tonnen, die bis heute schon weltweit angefallen sind, müssten zusätzlich entsorgt werden.”

            https://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktiver_Abfall#Entsorgung_im_Weltraum

            Wie es scheint, ist man von einer Entsorgung im Weltall nicht nur wegen der technischen Probleme und der hohen Kosten abgekommen. Nach der Explosion der Callenger im Januar 1986 war wohl allen Beteiligten klar, dass sich ein solches Szenario jederzeit wiederholen könnte, und das dann ganze Landstriche radioaktiv verseucht würden. Ein solches Risiko will niemand eingehen. Leider hat sich bis heute keine geeignete Lösung für die Entsorgung radioaktiven Abfalls gefunden. Damit werden sich noch viele der nachfolgenden Generationen befassen müssen. Zudem wird befürchtet, dass das Wissen darüber irgendwann verloren gehen könnte. “Vor allem der Umgang mit dem langlebigen Atommüll bereitet grundsätzliche ethische Probleme, denn seine Lagerdauer überschreitet das menschliche Vorstellungsvermögen. Niemand kann wissen, wie Welt in einigen hundert, tausend, geschweige denn in Hunderttausenden von Jahren aussehen wird und in welcher Zahl und auf welchem technologischen Zivilisationsstand dann Menschen leben werden.”

            Quelle: http://www.spektrum.de/wissen/6-fakten-ueber-unseren-atommuell-und-dessen-entsorgung/1342930

          • Zum Weltraumvertrag: “wo kann man das nachlesen?”

            Ich habe in meinem Kommentar vom sechsten Mai zum Thema “Entsorgung im Weltraum” Wikipedia verlinkt, wo im sechsten Absatz auch die Passage aus dem Weltraumvertag vorkommt, der im Übrigen seit 1967 mehrmals modifiziert wurde. Es ist natürlich eine Sache der Interpretation, ob jemand das Ausbringen von radioaktiven Stoffen als gefährliche Verunreinigung ansieht oder nicht!

            Und was die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Entsorgung von Spaltprodukten im Weltraum angeht, so wurden die Pläne, wie bereits erwähnt, schon vor Jahren zu den Akten gelegt. Es ging lediglich darum, wie das seinerzeit kommuniziert wurde.

          • Der im Wikipedia-Artikel zitierte Auszug aus dem Weltraumvertrag bezieht sich auf die Kontamination anderer Himmelskörper. Das aber schließt keineswegs eine Verbringung radioaktiver Stoffe in den Weltraum aus und bezieht sich auch nicht auf alle Himmelskörper.

            Beispielsweise wurden die amerikanisch-deutsche Raumsonde Galileo, die mit Radionuklidbatterien ausgestattet war, die mit Plutonium 238 betrieben wurden, in einen kontrollierten Absturz auf den Jupiter gelenkt – um die Kontamination der galileischen Monde auszuschließen.

            Mit der Saturnsonde Cassini wird ähnlich verfahren werden. Am Ende ihrer Mission lässt man sie auf den Saturn stürzen, um die Kontamination der Saturnmonde auszuschließen.

            Die Sonnensonde Ulysses, die auch über einen RTG verfügt, wurde einfach in ihrer hochexzentrischen, stark geneigten bahn um die Sonde belassen. Ein Impakt auf der Erde ist wegen des hohen Perigäums ausgeschlossen, ein Impakt auf dem Jupiter nicht, aber er wird nicht in absehbarer Zukunft eintreten.

            238Pu hat eine Halbwertszeit von unter 90 Jahren. In einigen 1000 Jahren wird der RTG im Wesentlichen nur noch einige Kilogramm Blei enthalten. Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen, was die Risiken der “Kontamination” oder “Gefährdung” angeht.

            Das ferner zitierte Kapitel des Weltraumvertrags (hier ab Seite 48) bezieht sich überhaupt nicht auf die Entsorgung nuklearer Abfälle aus terrestrischen Kraftwerken, sondern, wie die Überschrift des Kapitels schhon aussagt, geht es um die Nutzung nuklearer Energieversorgung bei Weltraumprojekten.

            Der- oder diejenige, der den betreffenden Absatz des deutrsxchen Wikipedia-Artikels geschrieben hat, dürfte Schwierigkeiten haben, aus dem Weltraumvertrag abzuleiten, die verbringung radioaktiver Stoffe in den Weltraum sei unerwünscht. Im Gegenteil, das zitierte Kapitel des Weltraumvertrags erkennt ausdrücklich die Notwendigkeit zur Nutzung nuklearer Energiequellen an. Allerdings werden diese gewissen Regeln unterworfen, was ja in Ordnung ist.

            Man muss mit Wikipedia generell etwas vorsichtig sein, wenn es um Reizthemen geht. Autor kann dort ja jede/r Beliebige sein, und manche unterscheiden nicht sauber zwischen Wunschdenken und Fakten.

            Die Behauptung, laut Weltraumvertrag sei die Verbringung radioaktiver Materialien generell “unerwünscht” (wobei ein Gummibegriff wie “unerwünscht” in einem Vertrag sowieso nicht bindend wäre und deswegen wohl kaum verwendet werden würde) harrt des Belegs. Die Entsorgung nuklearer Abfälle wird durch den Weltraumvertrag nicht untersagt.

            Ob eine solche Form der Entsorgung sinnvoll ist oder nicht, ist eine andere Frage. Auch die Wikipedia-Beitragenden sollten dabei einfach mal bei den Fakten bleiben, das würde doch schon ausreichen.

          • @Michael Khan

            Wie bereits erwähnt, hätte es mich lediglich interessiert, wie man eine Entsorgung radioaktiven Mülls im Weltraum während Ihrer Studienzeit kommunizierte. Damals schien man ja noch recht optimistisch zu sein, was die technischen Möglichkeiten angeht. Inzwischen sind jedoch einige Jährchen vergangen und das Ganze wurde als undurchführbar betrachtet.

            Die von Ihnen erwähnten Sonden mit Radionuklidbatterien kamen erst später auf und wurden offensichtlich in dem verlinkten Schriftstück von 2002 berücksichtigt. Die Autoren des Wikipedia-Artikels hätten demnach mehrere Verträge heranziehen müssen, weil sich durch den technischen Fortschritt Unterschiede ergaben.

            Das Weltraumrecht ist eine hochkomplizierte Angelegenheit, wo versucht wurde die Interessen von verschiedenen Nationen unter einem Hut zu bekommen. Inzwischen rückt die wirtschaftliche Ausbeutung des Weltraums näher, was natürlich zu Begehrlichkeiten führt und neue Fragen aufwirft.

            http://www.radioeins.de/programm/sendungen/die_profis/archivierte_sendungen/beitraege/usa-annektiert-weltraum.html

          • Es ist mir nicht bekannt, dass von irgendeiner befugten Stelle konkrete Planungen zur Entsorgung nuklearer Abfälle im Weltraum angestellt wurden. Dass irgendwelche Forschungsinstitute wie Oak Ridge National Laboratory (von denen hatte ich damals eine Menge wissenschaftlicher Veröffentlichungen vorliegen) eigene Studien anstellen und die Ergebnisse in der Fachpresse veröffentlichen, sagt erst einmal noch gar nichts. Gleiches gilt für die TU München, wo damals ein Professor Harry O. Ruppe sein Institut und seine Studenten eine Menge Untersuchungen in dieser Richtung unternehmen ließ. Diese Forschungseinrichtungen oder manchmal auch Industrieunternehmen sind aber nicht entscheidungsbefugt – sie hoffen natürlich auf Aufträge, falls eines Tages die politische Entscheidung fallen sollte. Das war aber nie der Fall.

          • @Michael Khan,10. Mai 2016 11:31. Nukleare Abfälle im Weltraum entsorgen ist vor allem eine Preisfrage. Wenn SpaceX mit seinen wiederverwendbaren Raketen den Preis/Tonne auf einen Zehntel des heutigen reduziert, dann wäre die Entsorgung in Bahnen, die auf dem Mond abstürzen oder die gar zur Sonne führen eine Option. Entsorgung via Rakete ist allerdings grundsätzlich teuer, denn der Container mit dem radioaktiven Abfall müsste auch einen Absturz der Rakete überstehen. Der Container müsste also ein Sicherheitsbehälter sein und dieser würde wohl mehr Gewicht auf die Waage bringen als der Abfall selbst.

          • Nein, es ist nicht nur eine Frage der Kosten, sondern rechtliche und Sicherheitsaspekte spielen eine mindestens ebenso große Rolle. Und ja, die Behälter würden besonderen Anforderungen unterliegen, angefangen bei der Matrix in die die Abfälle eingebettet werden. Wie ich bereits ausgeführt habe.

        • @Michael Khan10. Mai 2016 12:12. Eben. Die Sicherheits- und die rechtlichen Fragen verursachen eben auch Kosten. Selbst wenn es kein absolutes Verbot oder No-Go gibt. Und die Kosten für Sicherheit und Einhaltung des Rechts könnten viel grösser sein als die reinen Transportkosten.

          Jedenfalls ist die Idee, Atommüll in den Weltraum zu schiessen eine Form des Offshoring, wie es heute viele reichte Industrienationen betreiben. Sie offshoren alles was Unangenehm ist. Offshoring bedeutet: Man zahlt einen gesalzenen Preis. Dafür nimmt einem eine externe Partei alles Unangenehme ab. Eine solche externe Partei beim Atommüllproblem könnten Australien sein.

          • Die rechtliche Situation schließt gewisse Optionen gleich von vorneherein aus. Beispielsweise die von Ihnen erwähnte Entsorgung durch Impakt auf dem Mond. Das sagt zumindest der Weltraumvertrag.

            Der sagt allerdings nicht aus, dass die Verbringung radioaktiver Materialien in den Weltraum generell “unerwünscht” oder gar verboten sei, und auch kein anderes verbindliches Regelwerk sagt so etwas aus. Egal, was Wikipedia meint. Das nur nebenbei.

            Der Weltraumvertrag sagt aber definitiv etwas zu den Verantwortlichkeiten bei Aktivitäten im Weltraum, die andere Nationen beeinträchtigen können. Anders als beim Offshoring, wo man gegen Geld seinen Müll an einen anderen Staat los wird, ihn also im Prinzip verkauft, danit ein anderer Staat den Müll auf seinem eigenen Territorium aufnimmt, verbleibt bei Weltraumaktivitäten die Verantwortung beim Verursacher. Das ist ein ganz wesentlicher Unterschied, der auch allen Beteiligten bewusst sein wird.

            Es wird immer so getan, als sei es gerade die Politik, von der die Idee zu der Entsorgung nuklearer Abfälle im Weltraum ausgeht. Ist das wirklich so?

          • Zitat: “Der Weltraumvertrag sagt aber auch etwas über die Verantwortlichkeiten bei Aktivitäten im Weltraum”. Schon, aber Deutschland könnte seinen Atommüll den Russen übergeben und die schiessen ihn dann in den Weltraum. Die Russen müssten dann die Verantwortung übernehmen.

            Noch zum anderen Punkt. Zitat: “Es wird immer so getan, als sei es gerade die Politik, von der die Idee zu der Entsorgung nuklearer Abfälle im Weltraum ausgeht. Ist das wirklich so?”
            Nein, es ist nicht von vornherein so. Nur ist es absehbar, dass es in gewissen Staaten (ich zähle Deutschland dazu) immer einen massiven Widerstand gegen ein Endlager im eigenen Land geben wird. Am Schluss bleibt nur das Offshoring als Lösung.

          • Na, mit der Interpretation wäre ich aber vorsichtig.

            Zitat aus den UNITED NATIONS TREATIES AND PRINCIPLES ON OUTER SPACE:

            In accordance with article VII of the Treaty on Principles Governing the Activities of States in the Exploration and Use of Outer Space, including the Moon and Other Celestial Bodies, and the provisions of the Convention on International Liability for Damage Caused by Space Objects, each State which launches or procures the launching of a space object and each State from whose territory or facility a space object is launched shall be internationally liable for damage caused by such space objects or their component parts. This fully applies to the case of such a space object carrying a nuclear power source on board. Whenever two or more States jointly launch such a space object, they shall be jointly and severally liable for any damage caused, in accordance with article V of the above-mentioned Convention.

            Ich denke, die Formulierung “which … procures the launching” macht es ziemlich schwierig, sich da herauszuwieseln (“Was? Wir? Wieso? das waren doch die Russen!”), wenn etwas übel schief geht.

  2. “… aber warum fällt mir dieses Ereignis dann immer wieder ein?”

    Weil es u. a. zeigt, dass diesem Herrn die Studenten auch als Menschen wichtig waren? Sowas berührt einen doch immer noch mal eine Ecke mehr als reine intellektuelle Brillianz. Ein “Herr Khan, reichen Sie mir doch bitte mal die Gegenmutter!” hätte vermutlich nicht dieselbe Wirkung erzielt, nehme ich an?

    • Doch, auch das wäre mir im Gedächtnis geblieben, denn schon das wäre ungewöhnlich gewesen, weil sich der Herr Professor selbst die Finger schmutzig macht. Schon damals hätte übliches professorales Verhalten darin bestanden, die Arbeit an den Assi zu delegieren und dann das Weitere aus dem Hintergrund zu überwachen, die Hände in den Manteltaschen, dabei leicht auf den Fußballen auf und ab wippend.

      Die Aufforderung, bitte nicht vom Dach zu fallen, zeichnet Professor Rex für sich genommen noch nicht aus. Alle anderen Professoren hätten auch nicht gewollt, dass ich da runter falle. Allein schon, weil es dann jede Menge Papierkram und Scherereien mit der Versicherung gegeben hätte.

      Ich unterstelle Professor Rex hier zwar eine andere Motiviation, aber die eigentliche Frage, die mich bewegt, ist: Woher wusste er, wo ich stehe? Er guckte eigentlich in die entgegengesetzte Richtung und Männer neigen nicht dazu, Details ihrer Umgebung noch wahrzunehmen, wenn sie sich gerade auf ein technisches Problem konzentrieren.

      • Hatte er vielleicht Kinder? 😉 Aber wie dem auch sei, er muss ein bemerkenswerter Mann gewesen sein. Danke für diesen Text.

        • Hatte er vielleicht Kinder?

          Soll heißen: Er hatte mich vielleicht gar nicht gesehen, sondern er kannte seine Pappenheimer und gab die Anweisung einfach vorbeugend? So wie wenn Eltern, wenn aus dem Kinderzimmer eine verdächtige, lange und tiefe Stille dringt, schon mal vorsichtshalber rufen: “Was auch immer ihr da macht, hört sofort auf damit!”

          Das wäre nicht sehr schmeichelhaft für mich, aber natürlich immer möglich.

      • Hatte die Antenne eine spiegelnde Oberfläche, evtl. auch nur diffus/grob/stumpf, aber genug um Schemen erkennen zu lassen? Schrittgeräusche, besonders auf Kies, können auch verräterisch sein.

        Tja, und so einen Lehrer hätte ich auch gerne gehabt.

        Mögen viele seiner Sorte nachwachsen!

    • Danke für Ihren verlinkten Seminarvortrag, den ich mit Interesse gelesen habe. Erstaunlicherweise hat er bis heute nichts von seiner Aktualität verloren, weil es auch 30 Jahre später noch keine zufriedenstellende Entsorgung des Atommülls gibt. Umso mehr überraschte mich die Ankündigung, dass die EU die Atomkraft nun offenbar stark fördern will.

      http://www.tagesschau.de/wirtschaft/atomkraft-109.html

      • Mona,

        eine zufriedenstellende Entsorgung gibt es nur deshalb nicht, weil die von Herrn Khan 1986 noch selbstverständlich vorausgesetzte Wiederaufarbeitung des Plutoniums heute politisch nicht mehr gewollt ist. In dem Jahr ist nicht nur die Challanger kaputtgegangen, sondern auch der RBMK Tschernobyl (was Ländern, die keinen RBMK verwenden egal sein könnte, aber so pragmatisch sind nur die Franzosen)

        @Michael Khan,
        in Ihrer Arbeit von damals haben Sie explizit nur die Spaltprodukte als entsorgungswürdig betrachtet, weil Sie völlig korrekt davon ausgingen, daß erbrütete Aktinide wie insbesondere Plutonium sinnvollerweise nicht endgelagert, sondern recycled und dem Brennstoffkreislauf wieder zugeführt werden sollten. Nun haben die meisten Spaltprodukte Halbwertzeiten von 30 Jahren und kürzer (das “Problem für viele Jahrtausende” bezieht sich immer darauf, Plutonium nicht unbeaufsichtigt herumliegen zu lassen) – ist es unter diesem Gesichtspunkt überhaupt sinnvoll, nach einer “Endlagerung” zu verlangen?

        • Ich denke schon, dass man aus dem Tschernobyl-Unglück lernen soll, auch wenn man keine RBMKs oder überhaupt keine graphitmoderierten Reaktoren betreibt.

          Die Havarie in Tschernobyl folgte aus einem fehlgeschlagenen, kriminell leichtsinnigen Experiment, das den Reaktor in einen Betriebsmodus brachte, in dem er auf gar keinen Fall hätte betrieben werden dürfen: Mit extrem niedriger Leistung und fast komplett herausgefahrenen Steuerstäben und reduziertem Kühlwasserstrom.

          Wie aus allen industriellen Unglücken muss man auch aus diesem lernen, und das Gelernte dazu einsetzen, die Technik sicherer zu machen. Es handelt sich ja nicht um Zauberei, sondern um nachvollziehbare technische Abläufe in weitestgehend verstandener Technik.

          Die Schlussfolgerung sollte meines Erachtens lauten, dass man von Reaktorbauarten mit positivem Void-Koeffizienten Abstand nimmt (d.h., bei Kühlmittelverlust kann eine Leistungsexkursion auftreten). Nicht nur die RBMKs. Wenn man Bauarten mit positivem Void-Koeffizienten zulässt, gibt man ein großes Stück inhärenter Sicherheit auf. Sollte man nicht tun.

          Ob es sinnvoll ist, nun gerade Spaltprodukte aufwändig permanent zu entsorgen, wenn doch gerade die schon nach nur 1000 Jahren nur noch weniger als 1/100000stel der anfänglichen Leistung emittieren (siehe Abb. 8 auf Seite 31 in meinem Seminarvortrag), und dann auch noch in stabilen Isotopen eingepackt sein werden, zu denen die bereits zerfallenen Spaktprodukte großenteils geworden sind, sollte man in der Tat kritisch hinterfragen.

          Mir scheint, dass die Diskussion nicht immer rational verläuft, allemal vor dem Hintergrund, dass wir ja massenhaft hochgiftige Abfälle erzeugen und offenbar keine Probleme mit deren unterirdischer Lagerung sehen, beispielsweise in der Sondermülldeponie Herfa-Neurode. Offenbar ist “zufriedenstellende Endlagerung” genau dann gegeben, wenn keiner meckert.

      • Ich finde nicht, dass mein Vortrag von vor mehr als 30 Jahren heute noch besonders aktuell ist. Klar, die Berechnungen und physikalischen Daten sind und bleiben korrekt. Aber keine der anderen Annahmen trifft heute noch zu.

        Was Ihren Kommentar angeht, muss ich anmerken, dass es einen Unterschied macht, ob die Diskussion technisch/naturwissenschaftlich oder politisch ist.

        “Atommüll” ist kein technischer Begriff, sondern ein politischer. Damit ist immer genau das gemeint, was der Sprecher damit meinen will. Es kann um Spaltprodukte gehen oder um abgebrannte Brennelemente, was einen großen Unterschied macht. Es geht aber gern auch um mittelaktive oder gar schwachaktive Abfälle, insbesondere dann, wenn der, der das Wort benutzt, die Masse und das Volumen des Abfalls möglichst hoch ansetzen will.

        “Zufriedenstellend” ist ein offensichtlich politischer Begriff. Wann man mit einer Lösung zufrieden ist, entscheidet jeder selbst. Wenn man es darauf anlegt, ist man halt nie “zufrieden gestellt”, dann kann die Lösung beliebig lange aufgeschoben werden, und der Betreffende kann darauf hinweisen, dass es nach wie vor keine Lösung gibt. Eine bei Politikern sehr beliebte Methode.

        Eigentlich ist “Endlagerung” auch ein politischer Terminus. Wie definiert man denn, was “Endlagerung” genau bedeutet?

        Die Pläne der EU zur Förderung nuklearer Techniken sehe ich positiv, wenn auch reichlich verspätet. Die Kernspaltungstechnik als wichtige Brückentechnologie auf dem Weg zum großtechnischen Einsatz der Fusionstechnik sollten wir nicht leichtfertig aufgeben, weil es keine glaubwürdige Alternative gibt. Fissionskraftwerke sind noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung.

        Wir stehen gerade am Anfang der dritten Generation, und die vierte Generation, die wesentliche Kritikpunkte an der älteren Technik ausräumt, ist noch in der Erforschungsphase. Diese wichtige Schlüsseltechnologie sollte man nicht einfach dem außereuropäischen Ausland überlassen.

        Und auch in der Behandlung des Abfalls ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen, Stichwort “Transmutation”.

        • @Michael Khan

          Ich wünschte, Sie würden bei Ihren eigenen Äußerungen ebenso genau differenzieren, wie Sie es von anderen verlangen. Selbst wenn ich einen “politischen Begriff” verwende, so bleibt noch immer die Tatsache, dass es kein sicheres Endlager für die Spaltprodukte gibt. Und wenn sich die EU neuerdings für die Atomenergie starkmacht, dann doch wohl aus politischen Gründen (oder weil die Lobbyisten der großen Energiekonzerne wieder mal am Rad gedreht haben) und nicht weil es plötzlich Lagerstätten gibt, in der radioaktive Abfälle endgültig und gut abgesichert auf lange Zeit abgelagert werden können. Eine “zufriedenstellende Endlagerung” wäre für mich eine sichere Endlagerung, die weder uns noch zukünftige Generationen belastet.

          Zum Stichwort “Transmutation”:
          http://www.deutschlandradiokultur.de/transmutation-von-atommuell-langwierig-teuer-und-riskant.976.de.html?dram:article_id=352541

          • Tut mir Leid, ich weiß nicht, was Sie in meiner ausführlichen Antwort als undifferenziert ansehen. Ich weise lediglich darauf hin, dass politische Kategorien im technischen Kontext bedeutungslos sind.

            Dies trifft auch für Forderungen zu wie: “endgültig und gut abgesichert” oder “sicheres Endlager für die Spaltprodukte”. Da “sicher” und “endgültig” keine definierten Begriffe sind, ist es bedeutungslos, solche Forderungen aufzustellen.

            Ebenso: “sichere Endlagerung, die weder uns noch zukünftige Generationen belastet”. Selbst mal angenommen, man könne eindeutig definieren, was “belasten” bedeutet (kann man aber nicht, jeder versteht darunter etwas anderes). Was Ihnen da vermutlich vorschwebt, kann keine Großtechnologie leisten. Aber noch nicht einmal der Verzicht auf Großtechnik wäre frei von “Belastungen”.

            Es geht hier nicht um Spitzfindigkeiten, sondern ich schreibe das, was ich für richtig halte und auch begründen kann.

            Mir ist nicht klar, was ich mit dem Link zum Artikel auf der Webseite von Deutschlandradio anfangen soll. So wie da die Transmutation der langlebigen Aktinide erklärt wird, ist der Prozess wohl kaum nachvollziehbar. Der Journalist hätte sich lieber einmal im Vorfeld informieren sollen, beispielsweise indem er 15 Minuten zur Lektüre des Wikipedia-Artikels zum Thema opfert.

          • Herr Khan, wenn Sie andere bzw. “definierte Begriffe” verwenden wollen, dann schlagen sie doch welche vor. Für mich sind “sicher” und “endgültig” sehr wohl Begriffe, die eine Aussage untermauern können. Beispielsweise kann man davon ausgehen, dass der Atommüll in der Asse weder sicher noch endgültig gelagert wurde und keiner weiß wie man das marode Endlager in den Griff bekommt. Zudem wundere ich mich, warum Sie Wikipedia verlinken, wo Sie sich doch erst kürzlich dagegen aussprachen, weil da jeder was reinschreiben kann oder so ähnlich. Außerdem steht bei Wikipedia, unter “Endlager (Kerntechnik)”, im Grunde auch nichts anderes als das was ich geschrieben habe.

            Sie schreiben: “Ich weise lediglich darauf hin, dass politische Kategorien im technischen Kontext bedeutungslos sind.” Das mag sich auf den ersten Blick so darstellen, allerdings müssen oft auch Techniker die Vorgaben der Politik erfüllen. Man denke nur an die Abgaswerte von Autos oder an Forschungsprojekte, die zu einem ganz bestimmten Zweck ins Leben gerufen wurden. Große Projekte, für die man Genehmigungen oder Steuermittel braucht, können ohne die Politik kaum verwirklicht werden.

            Falls jemand in einer Branche arbeitet in der ein bestimmter Fachjargon vorherrscht, dann muss er sich der allgemeinen Sprache bedienen, wenn er mit Fachfremden (und dazu gehören meist auch Politiker) diskutieren will. Außer er erklärt die Fachausdrücke, welche sich von der Gemeinsprache unterscheiden bzw. eine andere Bedeutung haben.

          • Mona,

            wenn, “sicher und endgültig” für Sie klar definiert sind, wie stellen Sie sich eine “sichere und endgültige” Endlagerung von Quecksilber aus Energiesparlampen vor? Sie erinnern sich, das waren diese Miniatur-Leuchtstoffröhren, die noch zu Trittins Minister-Zeiten gewaltsam in den Markt gepusht wurden, um Osram und Philips im Geschäft zu halten, als Glühbirnen bereits in Schwellenländern produziert wurden und LED-Lampen noch nicht marktreif waren. Da lagern noch Unmengen an Sondermüll in vielen Privathaushalten. Wie soll man das “endgültig und sicher” beseitigen? Quecksilber bleibt ewig giftig, es hat keine Halbwertzeit.

            Dagegen sind Spaltprodukte vergleichsweise harmlos, es reicht, einen kleinen Bunker 300 Jahre lang zu bewachen, danach kann man die Wertstoffe wieder herausholen.

          • “wenn, “sicher und endgültig” für Sie klar definiert sind”

            Ich würde darum bitten, hier nichts aus dem Zusammenhang zu reißen und durch Unterstellungen zu ergänzen.

  3. Nur 1 1/2 Monate nach Professor Rex ist (interessanterweise ist vielleicht etwas makaber) auch Professor Harry O Ruppe gestorben: https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_O._Ruppe
    Hatten sie eigentlich beruflich/universitär auch mit ihm zu tun, Herr Khan?
    Von Professor Ruppe gibt es die beiden “Introduction to Astronautics”-Bände, die man jedem, der sich für die Physik/Mathematik der Raumfahrt interessiert, nur wärmstens empfehlen kann. Leider mittlerweile schwer zu bekommen. Auch sehr gut von diesem Autor, wenngleich etwas unsortiert: Die grenzenlose Dimension. Raumfahrt.
    Viele Grüße

  4. Hallo Herr Khan,
    zur “Sache mit dem Dach”: Auch ich war dort zuvor auch einmal mit Prof. Rex auf dem Dach, als die Antenne aufgestellt werden sollte (im Rahmen meiner Studienarbeit habe ich damals die Wettersatellitenanlage gebaut und in Betrieb genommen). Ich kann mich auch nach mehr als 30 Jahren noch gut daran erinnern, dass es auf dem Dach sehr windig war und mir einige Papiere aus der Hand wehten. Ich lief diesen “eifrig” hinterher, wurde dann aber von Prof. Rex fürsorglich “ermahnt”, nicht vom Dach zu fallen und stehen zu bleiben.
    Viele Grüße
    Peter

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