Göttervater trifft Liebesgöttin

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Raumfahrt aus der Froschperspektive
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Wer sich einmal im griechisch-römischen Pantheon umgeschaut hat, der weiß, was vom Göttervater Zeus (bzw. Jupiter) zu halten ist. Das ist einer, der garantiert nichts anbrennen lässt. Einer, der wirklich allem widerstehen kann …. außer der Versuchung. Ich stelle mal die Begriffe “weißer Stier”, “Schwan” in den Raum. Ja, genau der! Sie wissen schon. Mehr muss ich wohl nicht sagen.

Wenn nun ausgerechnet dieser Kerl der Göttin Aphrodite (Venus) trifft, die wie keine andere die weibliche Schönheit, Sexualität und Verführungskunst verkörpert, dann knistert’s. Im letzten Sommer gab es die jüngste Begegnung dieser beiden, da aber diskreterweise noch in der Morgendämmerung vor zwangsläufig reduziertem Publikum (Ich hab’s aber trotzdem gesehen, hehe). Ende Juni 2015 aber wird’s in der Abenddämmerung passieren, wenn wirklich jeder zuschaut. Bis auf die Kinder, denn die werden um half elf ja wohl schon schlafen.

Also. Zu den jetzt genannten Abenden bitte auf keinen Fall in den Westhimmel schauen, es sei denn, Sie sind schon 18 Jahre alt oder in Begleitung mindestens eines Erziehungsberechtigten:

Am 20. Juni der erste Teaser: Jupiter, Venus und die schmale, zunehmende Mondsichel bilden ein Dreieck innerhalb eines Winkelabstands von weniger als sieben Grad.

Am 29, 30. und 1. wird es dann richtig eng, bis zu einem Drittel Grad, also deutlich weniger als der scheinbare Monddurchmesser. Wer es ganz genau wissen will und durch ein Teleskop schaut, wird die Venus als breite Sichel sehen.

Jupiter, Venus und zunehmender Mond am 20.6., simuliert für Darmstadt um 20:30 GMT (22:30 MESZ)
Credit: Michael Khan via Stellarium / Jupiter, Venus und zunehmender Mond am 20.6., simuliert für Darmstadt um 20:30 GMT (22:30 MESZ)
Der Jupiter und die Venus am 30. Juni 2015, simuliert für Darmstadt um 20:30 GMT (=22:30 MESZ)
Credit: Michael Khan via Stellarium / Der Jupiter und die Venus am 30. Juni 2015, simuliert für Darmstadt um 20:30 GMT (=22:30 MESZ)

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten Meinungen sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

5 Kommentare

  1. Verbindlichen Dank für die Hinweise bzw. Vorwarnung. Dass ich vor zwei Tagen meine Tochter kurz vor Mitternacht geweckt habe, damit sie sich den Kinderfresser Saturn mal genauer ansehen kann, verschweige ich dann wohl lieber.

    Ach, da fällt mir gerade ein: Der Jupiter bringt doch eh immer seine vier kleinen Anstandswauwaus mit. Da wird also schon nix passieren, keine Sorge.

  2. Herr Khan, danke für diesen wichtigen Hinweis, aber: sind Sie wahnsinnig? Durch ein Teleskop schauen und das ohne Hinweis auf geeigneten Schutz?

    Nicht zu vergessen ist doch die durch beide Himmelskörper kombiniert reflektierte Sonnenstrahlung! Man erinnert sich – die höchstgefährliche Strahlung, die auch während Sonnenfinsternissen für unendlich viel Leid verantwortlich ist. Am besten die Kinder an den genannten Abenden in den Keller sperren und zur seelischen Erbauung religiöse Lieder an den Gott ihrer Wahl singen lassen!

    • Sehr geehrter Herr Hattenbach, Ihre Besorgnis in allen Ehren, aber Sie treiben ja den Teufel mit Beelzebub aus! Religiöse Lieder, um Himmels willen ! Ich erlaube mir daher, Ihnen und allen eventuell vorhandenen Zöglingen den Augenschutz ans Herz zu legen, den das Bildungsministerium NRW jüngst entwickelt und überaus erfolgreich eingesetzt hat: http://bit.ly/1FOwZJS

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