GOCE unter 190 km, Lage weiterhin stabil

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Raumfahrt aus der Froschperspektive
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Der todgeweihte Satellit GOCE ist mittlerweile, nach den TLEs von heute früh, bei einer mittleren Bahnhöhe bezüglich dem Erdäquatorradius von 187 km angekommen. Im Laufe von 24 Stunden ist mit einem Abstieg auf unter 183 km zu rechnen.

Die Lage ist immer noch stabil mit der Schnauze gegen den Strom, d.h., die Seite mit der kleinsten Querschnittsfläche wird zur Anströmung hin gehalten. Schon am Montag wirkte eine atmosphärische Bremskraft von im Schnitt 24 mN (milliNewton = Ein Tausendstel Newton. 1 Newton entspricht in etwa der Gewichtskraft, die eine Tafel Schokolade auf die Tischfläche ausübt) auf den Satelliten, der Spitzenwert lag da schon bei 35 mN. Jetzt aber ist GOCE schon wieder deutlich tiefer, die atmosphärische Kraft ist deswegen deutlich höher. Von 190 km auf 180 km Höhe steigt die atmosphärische Dichte um etwa 50%.

Die Lageregelung hält trotzdem durch, was daran liegen könnte, dass die Lagestörungen gering sind. Ich hätte noch am Montag erwartet, dass die Lagestabilität im Verlauf des heutigen Mittwochs verloren geht. Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Die Sonnenaktivität hat etwas abgeflacht, trotz einer Eruption der Klasse X aus der großen Sonnenfleckengruppe 1890, die jetzt zur Mittellinie hin wandert.

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

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