Ein alltäglicher Iridium-Flare

BLOG: Go for Launch

Raumfahrt aus der Froschperspektive
Go for Launch

Für einen Iridium-Flare war dieser hier ziemlich durchschnittlich. Laut Heavens-Above etwa -2.2 mag, also konnte man davon ausgehen, dass er trotz Dunst und Streulicht mitten in einem Wohngebiet deutlich zu sehen sein würde. So war es auch. Der Satellit kam aus Norden und flarete im Nordosten, wie man sieht.

Jetzt warte ich mal auf einen richtig hellen.

Achten Sie mal drauf – egal wo Sie wohnen, helle Flares können Sie auch beobachten.

Iridium 41 flaret über Darmstadt am 9. April 2015 um 22:47 MESZ, Sequenz aus 19 Einzelbildern, Canon EOS 600D, Sigma EX 10 mm, ISO 800, f/2.8, je 6 Sekunden
Credit: Michael Khan, Darmstadt / Iridium 41 flaret über Darmstadt am 9. April 2015 um 22:47 MESZ, Sequenz aus 19 Einzelbildern, Canon EOS 600D, Sigma EX 10 mm, ISO 800, f/2.8, je 6 Sekunden

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten Meinungen sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

7 Kommentare

  1. Hier verbindet sich Astro- mit Umweltfotographie womit wir die Bühne der Kunst betreten. Kunst dreht sich letztlich immer um den Menschen und die Spuren die er hinterlässt oder die Umgebung in der er sich befindet.Oft geht es in der Kunst darum etwas sichtbar zu machen, was anderen verborgen bleibt. Ich erinnere mich an einige Filme, Malereien (wie hier) und Comics in denen Himmelsobjekte wie der (teils übergrosse) Mond die Stimmung bestimmen und verfremden.

    Trevor Paglens Fotographien von geostationären Satelliten wie beispielsweise “Four Geostationary Satellites Above the Sierra Nevada, 2007” gehören zu dieser Kategorie.

    • Bei der Fotografie von Strichspuren von Satelliten findet in der Tat grundsätzlich eine Verfremdung statt. Es wird ja suggeriert, am Himmel sei eine gewaltige Erscheinung zu sehen. Dabei sieht der Beobachter in der Realität wenig bis gar nichts. Dies entspricht Langzeitaufnahmen einer nächtlichen Stadtszene, wo die Scheinwerfer und Rücklichter der Autos gelbe und rote Leuchtspuren “malen”.

    • Upps! 🙂 Tja, heutztage, dank der Segnungen des digitalen Zeitalters, ist das alles einfacher. Ich habe die Kamera so ausgerichtet, dass die Corona Borealis im Bild rechts oberhalb der Bildmitte zu sehen war, weil ich bei Heavens-Above gesehen hatte, dass der Flare kurz vor diesem Sternbild erfolgen würde. Dann ein bisschen mit der Belichtungszeit herumexperimentiert. 6 Sekunden schien mir ein guter Kompromiss. Dann auf Reihenaufnahme geschaltet und die Fernbedienung auf Dauerfeuer. Als der Satellit vorbeiflog, war ich noch nicht einmal im Zimmer. Die Kamera klickte einige Minuten lang munter vor sich hin, bis alles vorbei war.

      • Bei der Technik hätte ich ja Angst, dass das Flare sich auf 2 Fotos aufteilt. Daher würde ich immer manuell triggern.

        Ist aber eine gute Idee, probiere ich beim nächsten Versuch.

        • Das war im gegebenen Fall auch so, leider. Ist aber nicht zu vermeiden. Wenn ich eine längere Belichtungszeit wähle, müsste ich abblenden oder die ISO-Zahl herabsetzen. Dann wäre die Leuchtspur unweigerlich blasser. Ich hätte selbst dann immer noch keine Gewähr, dass nicht gerade der Bruch zwischen zwei Aufnahmen mitten in den Flare fällt.

Schreibe einen Kommentar