Die Rupes Recta am 9.3.2014

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Raumfahrt aus der Froschperspektive
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Gestern war Tag acht der Lunation, und das bedeutet “Rupes Recta Time”. Schon seit einige Zeit beobachte ich diese Formation, wenn sich die Gelegenheit bietet: kurz nach bzw. vor dem zunehmenden bzw. abnehmenden Halbmond.

Die Rupes Recta am Tag 8 der Lunation, 65/420 Apochromat, Canon EOS 600D, ISO 200, 1/80s
Credit: Michael Khan, Darmstadt / Die Rupes Recta am Tag 8 der Lunation, 65/420 Apochromat, Canon EOS 600D, ISO 200, 1/80s

Die Rupes Recta ist eine mehr als 100 km (und damit ungewöhnlich) lange Geländestufe, in der der Boden über eine Strecke von 2-3 Kilometern einige Hundert Meter ansteigt. Es handelt sich also nicht um eine dramatische Steigung und schon gar nicht um eine Steilwand. Wenn die Sonne vor kurzem aufgegangen ist, erscheint die Stufe allerdings wegen ihrer wenn auch geringen Neigung deutlich dunkler. Wenn die Sonne bald untergehen wird, erscheint sie dagegen heller als die bereits dämmrige Umgebung als weißer Strich.

Gestern erschien sie wie mit einem dicken schwarzen Stift in die Mondlandschaft zwischen den Kratern Birt und Thebit gezeichnet. Selbst mit einem kleinen Teleskop und weniger als 50facher Vergrößerung ist die Formation bereits gut sichtbar, ein großes Teleskop schadet natürlich nicht. Diesmal beließ ich es nicht beim Beobachten, sondern machte Aufnahmen, wie bereits einmal zuvor, vor fast genau 2 Jahren. Anders als damals vesäumte ich es diesmal aber nicht, Aufnahmen mit relativ langer Belichtungszeit zu machen, bei denen der Rest des Mondes komplett überbelichtet ist, die Terminatorregion aber in der Aufnahme gerade ausreichend hell zu sehen ist.

Der Mond über Darmstadt am 9.3.2014, gegen 22:30 MEZ bei Eintritt ins zweite Viertel, achteinhalb Tage nach Neumond. 65/420 Apochromat, Canon EOS 600D, ISO 100, 1/125 s
Credit: Michael Khan, Darmstadt / Der Mond über Darmstadt am 9.3.2014, gegen 22:30 MEZ bei Eintritt ins zweite Viertel, achteinhalb Tage nach Neumond. 65/420 Apochromat, Canon EOS 600D, ISO 100, 1/125 s

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

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