Die Sonne am Valentinstag

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Raumfahrt aus der Froschperspektive
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Die Sonne zeigt auch heute recht hohe Aktivität mit einer Chance für X-Flares aus der Fleckengruppe 1974, die allerdings den Zentralmeridian bereits überschritten hat.

Aufname der Sonne mit Herschelkeil am 14.2.2014, 10:22 MEZ, 70/420 ED-Apo, Canon 1000D
Credit: Michael Khan, Darmstadt / Aufnahme der Sonne mit Herschelkeil am 14.2.2014, 10:22 MEZ, 70/420 ED-Apo, Canon 1000D

Bei der etwa eine Stunde danach gemachten Beobachtung im H-Alpha-Band mit dem Coronado PST (Anbei ein Komposit aus drei der Aufnahmen) frage ich mich, ob ich da nicht zufällig einen Flare aus der Fleckengruppe 1974 gesehen habe. In dieser erschienen auffällig hell leuchtende Linien. Die aktuelle Sonnenaktivität zeigt jedenfalls einen M-Klasse Flare heute.

Komposit aus drei Aufnahmen der Sonne im H-Alpha-Band, 14.2.2014, gegen 12:00 MEZ, Coronado PST; Canon 1000D
Credit: Michael Khan, Darmstadt / Komposit aus drei Aufnahmen der Sonne im H-Alpha-Band, 14.2.2014, gegen 12:00 MEZ, Coronado PST; Canon 1000D

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

7 Kommentare

  1. Eine Frage zu Sonnenflecken, sind diese auch mit freien Auge zu sehen?
    Am Sonntag, den 2. Feber gab es im Lungau/Salzburg ziemlichen Hochnebel, so dass die Sonne zwar mit scharfen Rand, aber ohne Blendung mit freien Auge betrachtbar war.
    Auf der Scheibe kam es mir vor, dass links unterhalb der Mitte ein Fleck war.
    Leider habe ich im Internet keine Bilder der Sonne vom damaligen Zeitpunkt gefunden.

    Vielen Dank für Ihre Information.

  2. Eine Beschreibungen von Sonnenflecken findet sich bereits bei den alten Chinesen. Diese machten ihre Sonnenbeobachtungen entweder bei bewölktem Himmel oder beobachten die Sonne indirekt im Spiegel einer mit Öl gefüllten Wanne.

  3. Ich habe heute noch mal mit dem H-Alpha-Teleskop geguckt. Obwohl die Fleckengruppe 1974 jetzt randnah ist, sieht man an der Stelle keine Spur einer über den Sonnenrand hinausragenden Protuberanz. Die Region muss sich also deutlich beruhigt haben. Dasselbe schreibt spaceweather.com heute auch.

    Hier das Beweisfoto. Die Fleckengruppe 1974 ist rechts unten, etwa in der 5-Uhr-Position.

  4. Kürzlich jährte sich der 450ten Geburtstag von Galileo Galilei und da fiel mir ein, dass er sich auch mit Sonnenflecken beschäftigt hatte und sogar schrieb, dass er sie als erster entdeckt hätte, was aber, bei aller Ehrerbietung für Galilei, vermutlich nicht stimmte.

    So beobachtete der Jesuitenpater Christoph Scheiner (1575-1650) zusammen mit seinem Schüler Johann Babtist im Jahre 1611 Flecken auf der Sonne. Als Galileo Galilei davon erfuhr behauptete er, diese bereits ein Jahr zuvor entdeckt zu haben. Seine Zeichnungen darüber stammen jedoch erst aus dem Jahr 1612.

    https://www.ingolstadt.de/stadtmuseum/scheuerer/ausstell/schein05.htm

    Inzwischen ist auch umstritten ob Galileo Galilei als erster die vier, nach ihm benannten, Jupitermonde entdeckte. Denn ein Simon Marius, Hofastronom in Ansbach, berichtete ebenfalls darüber, woraufhin ihn Galileo Galilei als Plagiator bezeichnete, was den Ruf von Simon Marius nachhaltig beschädigte.

    http://www.br.de/themen/wissen/simon-marius-jupiter-monde-100.html

    • Wieder einmal habe ich als Resultat eines meiner Blog-Artikel selbst etwas gelernt, in diesem Fall, dass bereits in der Antike in China Beobachtungen der Sonnenflecken stattfanden und dokumentiert wurden. Es gibt zu diesem Thema alte udn auch neue Veröffentlichungen.

      Galileos Verhalten erstaunt mich nicht wirklich … Wissenschaftler waren damals so, wie sie heute auch noch sind. Aber sein Anspruch darauf, als erster Sonnenflecken beobachtet zu haben, ist wohl nicht zu halten.

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