Mir reicht jetzt die Heuchelei

BLOG: Go for Launch

Raumfahrt aus der Froschperspektive
Go for Launch

Ab und zu genehmige ich mir in meinem Blog mal ein nicht-technisches Statement. Wer das nicht mag, möge jetzt bitte nicht weiter lesen. Falls Sie noch da sind: Keine Sorge, es bleibt auch im Folgenden sachlich. Nur mit Weltraumforschung hat es nicht viel zu tun – ich bin neben meinem Hauptberuf ja auch noch ein Bürger wie alle anderen auch und habe Meinungen zu allen möglichen Themen. Diese Meinungen breite ich hier für gewöhnlich nicht aus – Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Ich verfolge jetzt seit Tagen die politischen Reaktionen auf den Abschuss des malaysischen Verkehrsflugzeugs über der Ostukraine und ärgere mich über die heuchlerische Art, mit der versucht wird, aus diesem Ereignis politisches Kapital zu schlagen. Es ist doch wohl so, dass dieser Abschuss eines Verkehrsflugzeugs voller unbeteiligter Zivilisten, im gegebenen Fall fast 300, darunter 80 Kinder, kein historischer Einzelfall ist. Die bisherigen Fälle wurden durch Streitkräfte aller möglichen Nationen verschuldet, darunter auch solche, deren führende Politiker sich jetzt wieder besonders aufplustern zu müssen meinen.

  • Der bekannteste historische Fall ist der Abschuss der Korean Airlines Flugs KAL007 am 1. September 1983. Die Boeing 747 mit 269 Menschen an Bord befand sich auf einem Nachtflug von Anchorage, Alaska, nach Seoul, Südkorea. Wahrscheinlich aufgrund eines von den koreanischen Piloten nicht bemerkten Navigationsfehlers drang das Flugzeug hunderte Kilometer vom geplanten Kurs entfernt in ein Flugbeschränkungsgebiet über dem Gebiet der UdSSR ein, zuerst über der Halbinsel Kamtschatka, wo ein Abfangversuch durch sowjetische Jagdflugzeuge fehlschlug, dann Stunden später über der Insel Sachalin. Dort wurde es von vier sowjetischen Jagdflugzeugen eingeholt, von denen sich eines neben das Verkehrsflugzeug setzte, aber offenbar nicht von dessen Piloten wahrgenommen wurde. Angesichts der Positionslampen und der klar erkennbaren Umrisse einer Boeing 747 sollte eigentlich seine zivile Natur erkennbar sein. Von irgendeinem Versuch, bei der Flugsicherung in Japan die Identität des Flugzeugs zu klären oder seine Piloten direkt per Funk zu erreichen, ist nichts bekannt. Als das koreanische Flugzeug auf die Manöver des sowjetischen Kampfflugzeugs nicht reagierte, erfolgte der Befehl zum Abschuss. Hierbei könnte eine Rolle gespielt haben, dass die Boeing bereits wieder auf internationalen Luftraum zusteuerte – aus Sicht der sowjetischen Luftverteidigung drängte die Zeit. Einer der Abfangjäger schoss zwei Luft-Luft-Raketen auf die Boeing ab. Diese wurde offenbar nicht sofort zerstört. Obwohl elektrische und hydraulische Systeme beschädigt waren, lieferten alle vier Triebwerke weiter Schub. Auch der Rumpf wurde beschädigt, was zu einem Druckverlust führte. Die Piloten des koreanischen Flugzeugs leiteten einen schnellen Abstieg in dichtere Luftschichten ein, wie es für den Fall der Dekompression im Lehrbuch steht. Wahrscheinlich gelang ihnen das Abfangen aus dem Sinkflug aufgrund der Schäden nicht. Die Durchschrift der Sprachaufzeichnungen aus dem Cockpit legt nahe, dass sie sich bis zum Ende nicht bewusst waren, dass ihr Flugzeug von einer Luft-Luft-Rakete getroffen worden war. Die Boeing schlug auf dem Meer auf; alle 269 Insassen fanden den Tod.
  • Fünf Jahre zuvor, am 20. April 1978, war ein anderes Flugzeug derselben Fluggesellschaft, diesmal eine Boeing 707 mit dem Flug KAL902 aufgrund eines Navigationsfehlers bei einem Linienflug von Paris nach Seoul auf der Nordpolroute vollkommen vom Kurs abgekommen und über der Halbinsel Kola in den sowjetischen Luftraum eingedrungen. Die Boeing wurde von sowjetischen Jagdflugzeugen abgefangen und von einem der Kampfpiloten als zivil identifiziert. Dies wurde auch an die militärische Einsatzleitzentrale gemeldet. Der koreanische Kommandant behauptet, er habe der Aufforderung der Abfangjäger zur Einleitung des Abstiegs Folge geleistet und erfolglos versucht, die sowjetischen Piloten per Funk zu kontaktieren. Nach sowjetischer Darstellung leistete er keine Folge. Die Abfangjägerpiloten erhielten den Befehl, den Eindringling mit Raketen zu beschießen. Die schwer beschädigte 707 schaffte aber die Notlandung auf einem zugefrorenen See. Beim Beschuss kamen zwei Passagiere ums Leben, die anderen 107 überlebten. Eigentlich sollte man erwarten, dass jeder KAL-Pilot nach so einem Vorfall in der eigenen Gesellschaft bei allem, was mit Navigation zu tun hat, doppelt und dreifach vorsichtig ist, aber dennoch kam es zur KAL007-Geschichte. Kaum nachvollziehbar. Aber es ist auch kaum nachvollziehbar, wenn eine Fluggesellschaft, wie jüngst geschehen, nur drei Tage, nachdem eines ihrer Flugzeuge über einem Krisengebiet abgeschossen wurde, ein anderes ihrer Flugzeuge über ein anderes Krisengebiet fliegen lässt.
  • Zwischen diesen beiden Vorfällen ereignete sich am 27. Juni 1980 über dem Mittelmeer der bis heute nicht geklärte Abschuss des Itavia-Flugs 807 mit 81 Menschen an Bord auf dem Weg nach Palermo. Niemand überlebte den Absturz der DC-9, deren Wrack jedoch geborgen und untersucht werden konnte. Selbst 30 Jahre später ist dieses Unglück nicht aufgeklärt, und die italienische Regierung scheint eher Teil des Problems als Beitrag zu seiner Lösung gewesen zu sein. Fest steht, das gleichzeitig in der Nähe der Flugroute Militärmanöver mit Schiffen und Flugzeugen aus Italien, Frankreich und den USA stattfanden. Ziemlich gesichert scheint mittlerweile auch, dass die DC-9 von einer Luft-Luft-Rakete vom Himmel geholt wurde. Den Rest muss man sich zusammenreimen. Wenn harte Daten fehlen, dann wird umso wilder gereimt (Das Problem kennt auch die Wissenschaft).
  • Viel klarer ist die Situation beim Abschuss von Flug Iran Air 655 über der Straße von Hormuz am 3 Juli 1988. Dieser fand fünf Jahre nach dem Abschuss der KAL007 statt. Die USA hatten den Abschuss des koreanischen Flugzeugs durch die Sowjets zum Anlass genommen, schwerste Vorwürfe an die Adresse der sowjetischen Führung zu richten. Jetzt hätten sie eigentlich selbst mal dran sein müssen, aber offensichtlich war zumindest die westliche Presse nicht wirklich an der Sache interessiert. Ein Schiff der US-Navy, der Raketenkreuzer USS Vincennes, war in Zusammenhang mit einem Scharmützel mit iranisches Gewässer geraten. Obwohl das Schiff mit der modernster Technik ausgestattet war, die die Situation auch korrekt anzeigte, kam es aus schwer nachvollziehbaren Gründen dazu, dass ein Airbus A300 im Steigflug auf einem planmäßigen Linienflug von Bandar Abbas nach Dubai mit einem Kampfflugzeug im Sturzflug verwechselt wurde. Obwohl der iranische Airbus der Luftstraße folgte und sein Transponder seine Kennung auf der vorgeschriebenen zivilen Frequenz sendete, wurde seine Identität nicht festgestellt. Das Linienflugzeug wurde vom US-Schiff zwar angefunkt, allerdings auf einer militärischen und auf der internationalen Notruffrequenz, die der Kapitän des Airbus nicht mithörte – er kommunizierte mit der Abflugkontrolle in Bandar Abbas und der Flugsicherung in Teheran auf zivilen Frequenzen, wie bei einem Linienflug üblich. Es ist auch kaum zu erwarten, dass er Funksprüche der US Navy auf sich bezogen hätte, wenn er sie empfangen hätte. Woher soll ein ziviler Airbus-Pilot wissen, dass  er gemeint ist, wenn die US-Marine explizit ein vermeintliches iranisches Kampfflugzeug ruft? Jedenfalls erfolgte keine Antwort, die USS Vincennes schickte eine Rakete los, der Airbus wurde getroffen und 290 unschuldige Menschen verloren ihr Leben. Hier hat es wohlgemerkt anders als bei den KAL-Irrflügen keinen Fehler seitens der zivilen Besatzung gegeben. Die US-Marine war vollkommen im Unrecht und zumindest die Führung der Vincennes hat sich zudem auch noch als inkompetent erwiesen. Eine Entschuldigung seitens der USA fand übrigens nie statt, aber es wurden Entschädigungen an die Familien der Opfer gezahlt.

Bis hierher zeigt sich schon, dass NATO, USA, Russen und andere europäische Länder gut beraten wären, zum Thema “Abschuss von zivilen Flugzeugen” etwas kleinlaut und selbstkritisch zu sein. Jetzt kriegt auch noch das ukrainische Militär sein Fett weg:

  • Am 4 Oktober 2001, also nur kurz nach den Anschlägen vom 11. September, verschwand eine Tupolev 154 der Fluggesellschaft Siberia Airlines auf dem Flug von Tel Aviv nach Novosibirsk über dem schwarzen Meer vom Radar. An Bord waren 78 Menschen, die alle ums Leben kamen. Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass das Flugzeug versehentlich von einer während einer Militärübung gestarteten Boden-Luft-Rakete vom Typ S-200 getroffen wurde. Die sollte eine Übungsdrohne treffen. Aber die Drohne war bereits von einer anderen Rakete zerstört worden. So suchte sich die Rakete ein anderes Ziel und fand es in Form der Tupolev. Der Hergang des Abschusses war nicht unähnlich dem beim Flug MH17: Die Rakete nähert sich dem Ziel mit hoher Geschwindigkeit und explodiert in unmittelbarer Nähe, sodass es von Schrapnell durchsiebt wird.

Die Schlussfolgerung aus all diesen Fällen – es gibt noch einige mehr, aber zum Glück auch nicht gar so viele – sollte nicht sein, dass einzelne Nationen bzw. ihre Regierungen oder ihr Militär an den Pranger gestellt werden. Wem stünde es denn zu, den Pranger aufzubauen? Den USA? Der NATO? Warum gerade die – wiegt deren eigenes Fehlverhalten vielleicht nichts? Wem nützten denn die Schuldzuweisungen? Den Opfern vielleicht? Wird dadurch wenigstens sicher gestellt, dass so etwas nicht wieder passiert? Ich sehe nicht, dass das jemand an maßgeblicher Stelle ernsthaft dieses Ziel ins Auge gefasst hat. Aber genau das sollte doch die Hauptpriorität sein. Waffensysteme sind gefährlich. Wenn sie schon zum Einsatz kommen, sollte wenigstens sicher gestellt sein, dass Unbeteiligte nicht zu Schaden kommen.

Das geht natürlich im Fall einer kriegerischen Auseinandersetzung prinzipiell nicht. Waffen sind dazu da, um Menschen zu töten. Also sollten – das ist natürlich eine Trivialaussage – kriegerische Auseinandersetzungen nicht mehr stattfinden.

Wenn aber das schon nicht möglich ist – zumindest nicht kurzfristig, womit wir uns aber nicht abfinden sollten – dann muss es wenigstens Mechanismen geben, um Kollateralschäden zu minimieren. Bei militärischen Übungen schon einmal sowieso, und bei versehentlichem Eindringen in militärische Sperrgebiete auch. Offenbar sind aber diese Mechanismen noch nicht einmal so weit gediehen, dass Linienflüge nicht über Kriegsgebiete geleitet werden, über denen bereits hoch fliegende Flugzeuge abgeschossen wurden.

Aber wieso muss es denn ein Linienflugzeug, das sich verflogen hat, abgeschossen werden? Wieso ist es nicht möglich, Mechanismen zu definieren, über die verifiziert werden kann, ob es sich um einen kommerziellen oder einen militärischen Flug handelt? Und warum muss es denn überhaupt zum Abschuss kommen? Kalter Krieg hin oder her, welchen konkreten Schaden erfährt ein Land, wenn ein Spionageflug oder ein Test, der die Einsatzbereitschaft der anderen Seite ausloten soll, unbestraft bleibt? Angenommen, KAL007 wäre kein Irrflug gewesen, sondern wirklich ein militärischer Sondierungsflug der Amerikaner oder gar eine Provokation. Hätte man die durchgelassen, wem hätte das geschadet? Im Gegenteil, es hätte sogar genützt, denn dann hätte nicht alle Welt erfahren, dass die Sowjetluftwaffe nicht einmal imstande war, ein schnurgeradeaus fliegendes Unterschallflugzeug über Kamtschatka abzufangen. Peinlich genug. Das wollten sie der Welt bestimmt nicht auf die Nase binden. Wann, wenn nicht jetzt, ist endlich der Moment gekommen, wo man sich sagt:

Verdammt, jetzt ist es schon wieder passiert. Das muss jetzt wirklich das letzte Mal gewesen sein. Wir haben vorher Mist gemacht, jetzt habt ihr Mist gemacht. Jetzt ist es genug. Jetzt setzen sich alle Beteiligten an einen Tisch und lösen das Problem.

Am Ende wird genau dieser Fall eintreten. Irgendwann. Also warum nicht gleich? Denn die ganze übliche Politrhetorik kann ich wirklich nicht mehr hören, und damit stehe ich vermutlich nicht allein.

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten Meinungen sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

46 Kommentare

  1. Ist denn der jüngste Zwischenfall nicht über einem Krisengebiet – wenn nicht sogar Kriegsgebiet – und über eilner Flugverbotszone geschehen? Unterscheidet sich der Fall damit nicht von den anderen?

  2. Es wird immer wieder auch gewollt passieren, weil es für einen Akteur für seine Position ein rationales Vorgehen darstellen kann und es (noch, aber ob wir das noch erleben?) keine übergreifende Institution gibt die Verstöße empfindlich ahnden oder vorbeugende Maßnahmen erzwingen könnte. Das ist im Kern die Problemstruktur wie bei der Tragedy of the Commons — jeder optimiert für sich und es geht für alle den Bach runter (zum Einstieg in die wissenschaftliche Durchdringung sehr empfehlenswert: ‘Liars and Outliers’ von Bruce Schneier).

    Die ungewollten Fälle sind schlicht zurückzuführen auf Versehen, technische Defekte, unglückliche Verkettung von Umständen, Paranoia (die umso größer ist je schlechter man den Gegner einschätzen kann, dürfte stark wirksam gewesen sein bei KAL007), …

    Und bei jedem Fall versucht halt jeder Beteiligte zu jedem Zeitpunkt seinen taktischen Vorteil daraus zu maximieren und es auszuschlachten. Auch das nicht-nutzen für Propaganda ist eine Form davon, nur eben für eine andere Zielgruppe.

    Bist Du von den Menschen noch nicht gründlich genug ent-täuscht?

  3. Vielen ist durch den Abschuss der malaysichen Maschine über der Ostukraine überhaupt erst bewusst geworden, dass dort Krieg herrscht. Es ist den Russen und den Separatisten bis zu diesem Absturz gut gelungen, die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ostukraine als eine innerukrainische Angelegenheit, als Folge eines Dissens über die Zukunft der Ostukraine, darzustellen. Doch der Abschuss eines 10 km hoch fliegenden Flugzeugs durch ein in der Sowjetunion entwickeltes Flugabwehrraketensystem zeigte nun überdeutlich, dass diese Einschätzung falsch ist und es sich um einen ausgewachsenen Krieg handelt.

    Erstaunlich nur, dass es schon einige Abschüsse von zivilen Flugzeugen durch Militärs gab. Klar, Piloten von zivilen Maschinen rechnen nicht mit einem Beschuss durch Miltärs, sie befinden sich in einer ganz anderen Welt. Warum aber haben die internationalen Flugverbände, zum Beispiel die IATA, noch keine Vorkehrungen getroffen, damit so etwas nicht mehr passiert? Der IATA-Generaldirektor gib ihn seiner Stellungsnahme dem Miltiär die Schuld, was naheliegend und sicher richtig ist, sieht aber auch voraus, dass eine derartige Sicherheitslücke in der zivilen Luftfahrt behoben werden sollte – allerdings sieht er vor allem die Regierungen in der Pflicht. Hier der Schlussteil seiner Stellungsnahme:

    Malaysia Airlines was a clearly identified commercial jet. And it was shot down—in complete violation of international laws, standards and conventions—while broadcasting its identity and presence on an open and busy air corridor at an altitude that was deemed to be safe.

    No effort should be spared in ensuing that this outrage is not repeated. Of course, nobody should be shooting missiles at civilian aircraft—governments or separatists. Governments will need to take the lead in reviewing how airspace risk assessments are made. And the industry will do all that it can to support governments, through ICAO, in the difficult work that lies ahead.

    This was a terrible crime. But flying remains safe. And everyone involved in global air transport is fully dedicated to making it even safer.

    • Malaysia Airlines was a clearly identified commercial jet. And it was shot down—in complete violation of international laws, standards and conventions—while broadcasting its identity and presence on an open and busy air corridor at an altitude that was deemed to be safe.

      Wenn man hier “Malaysia Airlines” durch “Iran Air 655” ersetzt, ist die Ausssage immer noch vollkommen zutreffend. Dann muss logischerweise auch die Schlussfolgerung Gültigkeit haben:

      This was a terrible crime.

      Das meine ich nicht als Anklage, sondern als Hinweis, dass man mit Schuldzuweisungen politischer Natur vorsichtig sein muss. Wer im Glashaus sitzt …

      Üblicherweise kommt nach dem Austausch von Schuldzuweisungen die Eskalation von Feindseligkeiten und am Ende die Verhandlung und die Lösungsfindung. Ich plädiere dafür, das Verfahren abzukürzen, Schritte 1 und 2 diesmal ausfallen zu lassen und gleich zu TOP 3 “Verhandlungen” zu gehen.

  4. Ich kann der Grundaussage des Beitrags zustimmen. Allein mit anderen teilen kann ich ihn aber ob der zahlreichen Rechtschreibfehler nicht!

    • Der Artikel sollte eigentlich erst um 22:00 erscheinen, was mir Zeit zur Rechtschreibkorrektur gelassen hätte. Aufgrund einer Fehlbedienung meinerseits ging er schon um 20:00 online. Da strotzte er in der Tat noch vor Fehlern. Bis 22:00 hatte ich jedoch die Rechtschreibfehler korrigiert.

      Sie haben Ihren Kommentar aber um 3:17 abgesetzt, also nochmals fünf Stunden später. Also müssen Sie sich damit bereits auf die korrigierte Version beziehen. Es tut mir leid, aber mehr Fehler finde ich nicht. Ich bitte um Hilfestellung.

      • Korrektur zum Abschnitt über den KAL007 Zwischenfall:
        “Angesichts der Positionslampen und der klar erkennbaren Umrisse eine[r] Boeing 747 sollte eigentlich seine zivile Natur erkennbar sein.”

        Das [r] wurde von mir in den Satztteil “der klar erkennbaren Umrisse eine Boeing 747” eingefügt

        Noch eine Stilkritik: Zuviel Text mit zuvielen Details (gut, einige Leute könnten die Details interessieren). Eine gekonnt verdichteter Text, der darauf abzielt die Hauptaussage zu verdeutlichen, macht das Lesen weniger angstrengend und erklimmt im Idealfall literarische Höhen.

          • Ich finde den Text nicht zu ausschweifend, denn es sollte ja wohl für jeden verständlich rüberkommen, dass dieses bedauerliche Unglück kein Einzelfall ist und man Zivilflugzeugen in Zukunft auf jeden Fall die Möglichkeit geben müsste sich irgendwie bemerkbar zu machen, um nicht versehentlich abgeschossen zu werden. Leider lassen sich unsere sogenannten Qualitätsmedien da immer wieder zu einer äußerst fragwürdigen und einseitigen Berichterstattung hinreißen. Obwohl kaum anzunehmen ist, dass das Flugzeug absichtlich abgeschossen wurde. Es müssen auch nicht zwangsläufig die Separatisten dafür verantwortlich sein, denn die Ukraine nutzt das gleiche in der Sowjetunion entwickelte Flugabwehrraketensystem. Außerdem las ich heute: “USA blasen zum Rückzug: Putin ist nicht schuld am Abschuss von MH17”.
            Quelle: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/23/usa-blasen-zum-rueckzug-putin-ist-nicht-schuld-am-abschuss-von-mh17/

          • Das fand ich jetzt auch. Der Text liest sich sehr flüssig. Man braucht schon ein gewisse Mindestmaß an Informationen um sich ein Bild machen zu können. Danke dafür.

          • Schliesse mich an, der Text ist keineswegs zu ausschweifend geraten. Interessant ist insbesondere noch die verlinkte USNI Case Study zur USS Vincennes. Ist schon bemekenswert, dass der Kommandant der zum Zeitpunkt der Ereignisse ca. 18 nmi von der Vincennes entfernt operierenden und mit dieser über ein Link-11 TADIL kommunizierenden Fregatte USS Sides keinerlei Probleme damit hatte, die Situation zutreffend zu bewerten.

            Sei noch angemerkt, dass das Aegis Feuerleitsystem an Bord der Vincennes offenbar tadellos funktioniert und korrekte Daten angezeigt hat.
            http://en.wikipedia.org/wiki/Aegis_Combat_System#Iran_Air_Flight_655

  5. Sich an einen Tisch zu setzen, um miteinander das Problem anzugehen, bringt nur da etwas, wo noch nennenswerte Restbestände an Vernunft vorhanden sind. Doch selbst wenn man auf diese Weise zu Vereinbarungen gelangen sollte, SAMs in den Händen fanatisierter Aufständischer blieben ein reichlich unkalkulierbares Risiko für die zivile Luftfahrt in den betroffenen Regionen.

    Der Fall von KAL007 scheint etwas speziell, der lässt sich eigentlich nur vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund angemessen bewerten. Im Frühjahr 1983 begann Ronald Reagan seine verbale Kampagne gegen das Evil Empire, und das hat im Kreml anscheinend wesentlich mehr an Verunsicherung und Nervosität hervorgerufen, als den Amerikanern und ihren strategischen Verbündeten seinerzeit klar wurde. Und wie es aussieht, hätte am 26. September 1983, also nur kurze Zeit nach dem Abschuss von KAL007, alles noch viel schlimmer kommen können.
    http://www.washingtonpost.com/wp-srv/inatl/longterm/coldwar/shatter021099a.htm

    • @Dr.Webbaer

      »… Idioten gegen Idioten …«

      Idioten kann man in jedem Land antreffen, darauf muss man gefasst sein. Mir scheint, hier wird gerade einer zitiert (meine Hervorhebung):

      After an American missile destroyed an Iran Air jet over the Persian Gulf in 1988, killing 290 civilians, then Vice President George H. W. Bush famously proclaimed, “I will never apologize for the United States of America, ever. I don’t care what the facts are.

      The Boston Globe (April 20, 2014): On CIA abuses, denial does Americans no favors

    • nope. Wenn man sich allerdings auch über andere Themen etwas informiert, dann ahnt man wo der Hase lang läuft. Also entweder regen sich die Leute nicht auf, weil sie nichts wissen (wollen) oder weil sie bescheid wissen (letzteres heißt aber keinesfalls, dass man die Dinge akzeptiert, sondern lediglich, dass man der gängigen Berichterstattung keinen Wert beimisst).

    • Eine moralische Mitschuld des Westens kann auch ausgemacht werden. Es wurde kaum etwas unternommen um den unkonventionellen Krieg der von Russland bewaffneten Separatisten und zugezogenen russischen Kämpfer zu stoppen oder mindestens einzudämmen.

      • Ich meine, dass das Problem der moralischen Mitschuld in der Praxis wenig Bedeutung hat. Sich in einen lokalen, asymmetrischen Konflikt in einer komplexen ethnischen Situation einzumischen, die durch Ereignisse der jüngeren Historie angereichert ist und man als Außenstehender nicht durchschaut, birgt alle Voraussetzungen für einen Fehlschlag, aus dem man schwer wieder herauskommt.

        Das Versagen des Westens liegt nach meinem Dafürhalten schon weiter zurück, nämlich in den 90ern, als die Ex-UdSSR dem politischen Chaos und dem wirtschaftlichen Ruin überlassen wurde. Damals hätte man etwas unternehmen sollen, um eine stärkere wirtschaftliche und politische Bindung der Ukraine und Russlands an den Westen zu fördern.

        Das wurde wahrscheinlich als zu teuer und risikobehaftet gesehen. Aus damaliger Sicht verständlich, aber die Frage ist, ob uns das Heraushalten nicht jetzt viel teurer zu stehen kommt.

        • Die Jahre unmittelbar nach Zusammenbruch der Sowjetunion erlebten die meisten Russen tatsächlich als verheerend. Sogar die Lebenserwartung ging in den 1990er Jahren in Russland zurück. Vor allem wegen dem grassierenden Alkoholismus, der im verarmenden Russland von einem hohen auf ein sehr hohes Niveau stieg. Die Privatisierungen dazumal waren die Gründerzeit für die heutigen Oligarchen, die sich auf Kosten des Volkes bereicherten. Ersparnisse wurden durch die Hyperinflation vernichtet.
          Putin hat Russland tatsächlich nach Beginn seiner ersten Amtstzeit wieder auf Kurs gebracht und vor dem totalen Absturz bewahrt. Doch leider träumt Putin immer noch von einer Restauration der Sowjetunion – ein aussichtsloses Unterfangen.

          Es ist wirklich schade, dass damals niemand Russland half. Aber es stimmt: wahrscheinlich gab es gar keine Möglichkeit die Situation von aussen zu bessern.

        • Eine moralische Mitschuld des Westens liegt vor allem darin, dass man sich einmischt und den freien Willen von Leuten aus Ostukraine nicht einfach akzeptiert. Das Territorium hat immer zu Russland gehört, es leben nun Russon auf dem Territorium und die identifizieren sich halt nicht mit Ukraine – was ist da schlimm dabei die gehen zu lassen samt Territorium? Nur das Geld, dass diese Gebiete jemandem bringen könnten – Amis sind da mit im spiel, aber auch Europäer….Warum ist Nordirland – Freikampf und Ostukraina – Rebellion? Warum darf Scottland über ihre Unabhängigkeit entscheiden und Ostukraine nicht?

  6. Das es sich um einen irrtümlichen Abschuss durch die Separatisten handelt, scheint das wahrscheinlichste Szenario zu sein, es wurden ja Funksprüche abgefangen.
    Oder man nimmt an, die Ukraine und die USA haben das alles bis ins Detail inszeniert, das scheint mir unwahrscheinlich zu sein.

    Das moralische Aufplustern gegen Putin und die Separatisten ist in der Tat selbstvergessen, fast jeder Staat hat irgendwelche Leichen im Keller und drückt sich vor der Verantwortung.

  7. Da es niemanden nützt so ein Flugzeug abzuschießen scheint es ein extrem dummer und tragischer Fehler gewesen zu sein.

    Man kann einigen Rebellen eher zutraun mit modernen Waffen nicht umzugehen als der ukrainischen Luftwaffe.

  8. “Falls Sie noch da sind: Keine Sorge, es bleibt auch im Folgenden sachlich.”

    Diese Ihre Behauptung ist nicht ernst zu nehmen. Wohl werden einige zutreffende Fakten genannt. Allerdings wird Wesentliches verzerrt oder weggelassen.

    “Ich verfolge jetzt seit Tagen die politischen Reaktionen auf den Abschuss des malaysischen Verkehrsflugzeugs über der Ostukraine und ärgere mich über die heuchlerische Art, mit der versucht wird, aus diesem Ereignis politisches Kapital zu schlagen.”

    Beim Frühstück lese in einer neutralen Zeitung, den Salzburger Nachrichten, auf der Titelseite die Überschrift “Obama fordert, dass Putin für lückenlose Aufklärung sorgt”. Darum geht es im Fall des abegeschossenen Flugs MH17. Angesichts der näheren Umstände ist dies eine dringende und auch billige Forderung.

    Zum Abschuss von Flug Iran Air 655: “Eine Entschuldigung seitens der USA fand übrigens nie statt, aber es wurden Entschädigungen an die Familien der Opfer gezahlt.”

    Das trifft wohl zu, aber lieber lese ich in der englischen Wikipedia nach:

    In 1996, the United States and Iran reached “an agreement in full and final settlement of all disputes, differences, claims, counterclaims” relating to the incident at the International Court of Justice, including a recognition of the incident in the form of “…the United States recognized the aerial incident of 3 July 1988 as a terrible human tragedy and expressed deep regret over the Loss of lives caused by the incident…”. As part of the settlement, the United States did not admit legal liability but agreed to pay on an “ex gratia” basis US$61.8 million, amounting to $213,103.45 per passenger, in compensation to the families of the Iranian victims.

    Mit einem ähnlichen Ergebnis im Fall des jüngsten Abschusses über der Ukraine könnte man schon zufrieden sein. Mit Ihrem Gepolter über angebliche “Heuchelei” bin ich es nicht.

    • Mit einem ähnlichen Ergebnis [wie beim Abschuss von IR655] im Fall des jüngsten Abschusses über der Ukraine könnte man schon zufrieden sein.«

      Mit der Konsequenz, dass ein Abschuss ziviler Flüge schlussendlich akzeptabel erscheint, sofern nur irgendwer nach einigem widerspenstigen Geplärre US$213,103.45 pro abgeschossenem Kopf zu zahlen bereit ist, kann man nicht wirklich zufrieden sein.

  9. „Gepolter“ ist eine angemessene Beschreibung für das, was hier passiert. Eine Thematik, die in einem Blog niemals hinreichend beleuchtet werden kann, wird mit dem Etikett “Wissenschaft” zwecks eigenem Frustrationsabbaus simplifiziert. Der Autor betreibt die gleiche selektive Vereinfachung wie diejenigen, die er kritisiert. Es ist bestürzend, solch ein Niveau bei den Kosmologs zu finden.

    • Kann man zwar so sehen, aber nicht zuletzt die beiden “Karl” Beiträge, zeigen ja was ein Blog am Ende vermag: Unterschiedliche Perspektiven aufzeigen.

    • Sie schreiben “Gepolter” und meinen mit selektiver Vereinfachung wohl, dass der Autor falsche Schuldzuweisungen macht. Doch um genau das geht es in diesem Beitrag ja gar nicht – um Schuldzuweisungen. Nein, es geht darum endlich Massnahmen in die Wege zu leiten um die gar nicht so seltenen Abschüssen von zivilen Flugzeugen durch Mitlitärs in Zukunft zu verhindern oder mindestens sehr unwahrscheinlich zu machen, entsprechend den folgenden Sätzen aus dem obigen Essay

      Es ist doch wohl so, dass dieser Abschuss eines Verkehrsflugzeugs voller unbeteiligter Zivilisten, im gegebenen Fall fast 300, darunter 80 Kinder, kein historischer Einzelfall ist. Die bisherigen Fälle wurden durch Streitkräfte aller möglichen Nationen verschuldet, ..

      Das kommt auch im letzten Abschnitt zum Ausdruck

      Verdammt, jetzt ist es schon wieder passiert. Das muss jetzt wirklich das letzte Mal gewesen sein. Wir haben vorher Mist gemacht, jetzt habt ihr Mist gemacht. Jetzt ist es genug. Jetzt setzen sich alle Beteiligten an einen Tisch und lösen das Problem.

    • @ Karl Küster

      Sie hätten ganz oben anfangen müssen zu lesen …

      Der Autor hat das “Etikett “Wissenschaft”” zuallererst entfernt, es wird Meinung folgen, keine Wissenschaft: “Ab und zu genehmige ich mir in meinem Blog mal ein nicht-technisches Statement.” – Statement (Wikipedia): “Im Medienwesen ist es umgangssprachlich eine Meinungsäußerung zu einem meist aktuellen Thema.”

      … und dann was anderes machen können: “Wer das nicht mag, möge jetzt bitte nicht weiter lesen.”

      Ich mag das, habe weitergelesen und bin Herrn Khan dankbar. Z.B. der Abschuss der iranischen Maschine durch US-Militär war ganz von meinem Radar verschwunden. Jetzt leuchtet da wieder was, wie ein Stern am wolkenbefreiten Himmel.

  10. Wie bitte? Sie werden mir zustimmen, dass eine vorauseilende und selbsterteilte Absolution nicht von kritischen Betrachtungen befreit. Sonst kann der Leser seinen Geist ja gleich abschalten. Aber ich komme Ihnen natürlich gern entgegen und gebe für meine zukünftigen Kommentare folgende Erklärung ab:

    “Wer meine nichtwissenschaftlichen Kommentare nicht mag, möge in Zukunft bitte nicht weiter lesen.”

    Damit sollten alle Probleme mit meinen Kommentare gelöst sein.

    • @ Karl Küster

      “Sie werden mir zustimmen, dass eine vorauseilende und selbsterteilte Absolution nicht von kritischen Betrachtungen befreit.”

      Da stimme ich Ihnen zu. Sie würden mich auch missverstehen, wenn Sie meinen, ich würde Herrn Khans Artikel nicht für kritikwürdig halten. Und auch Herr Khan, so vermute ich, hat gegen Kritik nichts einzuwenden, sonst hätte er ja gleich die Kommentarfunktion abschalten können.

      Widersprochen habe ich Ihrer Behauptung, Herr Khan würde seine Meinung zu Flugzeugabschüssen mit dem Etikett “Wissenschaft” versehen. Das macht er gerade nicht.

  11. Jedes Zivilflugzeug, das abgeschossen wird ist eines zuviel. Aber wie verhindert man so etwas? Mit dem moralischen Zeigefinger wohl kaum, denn Schuldzuweisungen gehören eigentlich bereits in den Bereich der psychologischen Kriegsführung womit man sich in die Kreise begibt, bei denen ein Abschuss eines Zivilflugzeugs eben vorkommt.

    Mir kommen folgende Massnahmen in den Sinn um Abschüsse von Zivilmaschinen unwahrscheinlicher zu machen
    1) Flugverbotszonen für Zivilflugzeuge werden von der IATA (oder einer anderen internationalen Organisation) für Konfliktgebiete in Abhängigkeit vom Wissen über die Bewaffnung der kriegerischen Partein ausgesprochen wird
    2) Für das Miltiär verfplichtender Einsatz von App’s, welche einen möglichen Zielort darauf überprüft ob dort eine Zivilmaschine sein könnte
    3) Einrichten einer festen Kommunikationsfrequenz für die Identifikation von Flugzeugen (evtl für zivile und miltiärische Maschinen die gleiche Frequenz)

    Wenn man einige Online-Zeitungen zur Reaktion verschiedener Airlines auf den Abschuss der malaysischen Maschine liest, scheinen diverse Airlines nun dazu überzugehen, die Sicherheit von Flugrouten selbst einzuschätzen anstatt sich auf die die offziellen Kanäle allein zu verlassen.
    Wie im Artikel Ukraine responsible for airspace safety: IATA zu lesen ist, wurde die Route über die Ostukraine schon vor dem Abschuss der malaysischen Maschine von British Airways, Air France and Cathay Pacific umflogen. Diese Praxis der konservativen Selbsteinschätzung wird in Zukunft sicher an Bedeutung gewinnen.

    Mit dem Vermeiden potenziell gefährlicher Flugrouten löst man allerdings das Problem des vom Kurs abgekommen Flugzeugs nicht. Allerdings sollte so etwas in heutiger Zeit sowieso nicht mehr vorkommen. Die heutige Technik sollte einen Piloten der vom Kurs abkommt darauf aufmerksam machen und dabei sollte auch automatisch die Behörden des Gebiets benachrichtigt werden, die vom unbeabsichtigten Überflug betroffen sind.

  12. Ich lege keinen Wert auf einen Streit mit den wenigen Kommentatoren, die ein grundsätzliches Problem mit diesem Artikel haben. Deswegen hier nur knappe Antworten von meiner Seite.

    1.) Wenn ich vorher ausdrücklich ankündige, mit diesem Artikel eine Auszeit von der Wissenschaft zu nehmen, ist es reichlich merkwürdig, wenn man mir dann in Kommentaren erläutert, dass ich gerade eine Auszeit von der Wissenschaft genommen habe.

    2.) Was genau ist in diesem Artikel sachlich falsch, unzulässig simplifiziert oder gar heuchlerisch? Die Fakten zu bisherigen Ereignissen sind, soweit ich das überprüfen konnnte, korrekt widergegeben. Ich gehe davon aus, dass man mich auf sachliche Fehler auch hingewiesen hätte.

    3.) Ob eine Thematik in einem Blig beleuchtet werden kann oder nicht ist nichts, was von vorneherein feststeht. ohnehin geht es hier nur um eine genau umrissene Teilfrage. Welche Themen ich mir in meinem Blog aussuche, obliegt alle mir. Wenn ich an dem Thema scheitere, dann wird man mit das schon mitteilen, idealerweise auch mit Begründung.

    4.) Kritik steht jedem zu, aber ein Vorwurf solte schon konkret belegt werden. Das sehe ich bei den kritischen Nachfragen aber nicht.

    5.) Ich frage mich, ob die Aussage des Artikels wirklich bei allen angekommen ist. Mein Argument ist doch gerade, dass Schuldzuweisungen hier jetzt nicht weiter helfen. Da ist etwas sehr schlimmes und dummes passiert, etwas, wovon niemand etwas hat. Wer dafür jetzt genau verantwortlich ist, das wird sich mit der Zeit finden und dann werden die Verantwortlichen hoffentlich ihrer Strafe zugeführt. Aber vergleichbare Sachen sind einer Vielzahl von Nationen unterlaufen, auch solchen, die jetzt Schuldzuweisungen vornehmen. Deswegen sollte die Schuldfrage gar nicht höchste Priorität haben, sondern die Suche nach Mechanismen , die dazu beitragen, solche Vorfälle zu verhindern.

    An einzelnen Lesern mag diese Aussage vorbeigerauscht sein. Das kann mehrere Ursachen haben. Entweder der Artikel war nicht klar genug. Dann hätte es aber wahrscheinlich keiner verstanden, was hier nicht der Fall war. Oder aber, er wurde von Einigen nicht aufmerksam gelesen. Das ist natürlich OK. Man muss meinen Blog nicht lesen. Nur … warum ihn dann kommentieren?

  13. “Nur … warum ihn dann kommentieren?”

    Sie blenden zugunsten Ihrer Position aus, dass es abweichende Meinungen geben kann. Dass Sie diese Kritik wiederum mit “mangelhaften Verständnis” abtun, unterstreicht die Problematik, in einem wissenschaftlichen Blog polemisch zu werden. Auch Sie “kennen” denn den wahren Sachverhalt des vorliegenden Falles nur über Sekundärinformationen. Wenn Sie einen Blog mit Kommentarfunktion betreiben, ist die Klage über abweichende Positionen arm und schadet der Qualität. Für eine renommierte Platform wie Bild der Wissenschaft ist das höchst zweifelhaft.

    • Es ist nicht zutreffend, dass ich Kritik ausblende oder mich über von meiner abweichende Meinungen beschwere. Ich erwarte jedoch, dass solche Behauptungen, ebenso wie andere, wie dass ich “herumpoltere”, simplifiziere oder ähnliches, auch belegt werden. Das muss ich jetzt bereits zum zweiten Mal sagen. Beweis durch Behauptung erachte ich als nicht ausreichend. Wer auf Wissenschaftlichkeit pocht, wird das akzeptieren.

      Kritik akzeptiere ich – beispielsweise könne man ja konkret benennen, welche meiner Aussagen unzutreffend ist und was stattdessen richtig wäre. Unterstellungen muss ich jedoch nicht akzeptieren.

      Wenn Sie nochmals Unterstellungen in Form eines Kommentars zzu kleiden versuchen, werden Sie gesperrt. Das muss sich keiner gefallen lassen.

  14. Abschuss der Iran Air 655 war mit großer Wahrscheinlichkeit ein Fehler des Aegis-Kampfsystem. Von der Vincennes wurde es anhand des Transponders als Zivilflugzeug erkannt, vom Aegis-Kampfsystem als Tomcat F-14. Die Besatzung folgte dem Aegis-Kampfsystem, weil das als zuverlässiger galt. Es wurde nicht nur auf militärischen Frequenzen versucht Kontakt aufzunehmen, sondern dreimal auch auf der zivilen Notfunkfrequenz – allerdings fühlte sich Iran Air 655 nicht angesprochen, weil die Vincennes eine andere Geschwindigkeit angab, als mit der die Iran Air 655 flog. Das Aegis-Kampfsystem arbeite fehlerhaft, weil kurz nach Iran Air 655, vom selben Flughafen, tatsächlich eine Tomcat F-14 startete. Das Aegis-Kampfsystem wertete diesen Umstand fehlerhaft. MIt eine Rolle dürfte ein Fehlverhalten eines Radaroffiziers spielen, der meldete, dass sich die Maschine im Sturzflug befindet.

    Bei Itavia-Flug 870 fand kein Militärmanöver statt – das klingt so nach Übung – sondern ein ausgedehnter Luftkampf mit mindestens zwei libyschen Mig-23 und eine größere Zahl westlicher Militärmaschinen. Da gibt es zahlreiche Theorien und auch zahlreiche Tote, die zur Aufklärung beitragen hätten können … was da genau ablief, ist bis heute sehr rätselhaft. Von Anschllag auf Gadaffi, bis zu Überstellunsgflüge in beide Richtungen, bis zu, Migs im Windschatten der DC-9 über Italien geflogen. Die nach dem Vorfall “Verstorbenen” sind nicht mehr auf zwei Händen abzuzählen und alle entweder Selbsmord oder “unglückliche” Unfälle.

    • Können Sie eine belastbare Quelle für die Behauptung nennen, dass eine Fehlfunktion des AEGIS-Gefechtsleitsystems an Bord der USS Vincennes zum Abschuss führte?

      Ihre Behauptung steht nämlich im Widerspruch zum Untersuchungsbericht des US-Verteidigungsministeriums nach Auswertung der Bandaufzeichungen der Daten vom Tag des Abschusses, der beim United States Naval Institute veröffentlichten Fallstudie von Oberstleutnant Evans, USMC sowie jeder anderen detaillierten Analyse des Ereignisses, die mir bekannt ist.

      Kurz nach dem Airbus A300 (Flug IR655) startete übrigens keine F-14 Tomcat, sondern eine C-130 Hercules. Behauptet zumindest der Abschlussbericht der Untersuchung durch das US-Verteidigungsministerium.

      Nicht, dass das wirklich den Kern meiner These betrifft – wie man es auch dreht und wendet, es war ein Fehler, das Flugzeug abzuschießen und dessen Besatzung kann kein Vorwurf gemacht werden.

  15. Michael Khan: 24. Juli 2014 16:55: “Kritik akzeptiere ich – beispielsweise könne man ja konkret benennen, welche meiner Aussagen unzutreffend ist und was stattdessen richtig wäre.”

    Eine ziemlich willkürliche Auswahl zutreffender Aussagen macht noch keine adaequate Darstellung einer Problematik. Das fängt schon bei der Auswahl der bisherigen Abschüsse an und wird durch die flapsige Kommentare des Autors zu den ausgewählten Abschüssen verstärkt.

    Viel hilfreicher ist in diesem Fall ein Verweis auf die ziemlich komplette Liste der Abschüsse: List of airliner shootdown incidents

    Kommentare wie “Jetzt kriegt auch noch das ukrainische Militär sein Fett weg” sind schlicht überflüssig.

    Ein Hinweis, dass selbst bei Vermeidung unabsichtlicher Zwischenfälle das Problem der Flugsicherheit nicht gelöst ist hätte nicht geschadet: en.wikipedia.org/wiki/Timeline_of_airliner_bombing_attacks

    • Offenbar rudern Sie schon von Ihren vorherigen Anschuldigungen wie “Gepolter” oder der “Verzerrung oder Weglassung von Wesentlichem” zurück. Immerhin.

      Vielleicht ist Ihnen die Aussage meines Artikels immer noch nicht klar. Im Rahmen dieser Argumentation ist die von mir genannte Liste irrtümlicher Abschüsse ausreichend.

      Es mag sein, dass Sie Wikipedia als Informationsquelle bevorzugen. Es steht mir frei, nebenbei auch noch detailliertere Quellen zu nennen, und das habe ich getan.

      Wenn Sie etwas zum Thema zu sagen habe, werde ich das mit Interesse zur Kenntnis nehmen, aber von einem weiteren Abarbeiten Ihrerseits an meiner Person bitte ich abzusehen.

      • > Offenbar rudern Sie schon von Ihren vorherigen Anschuldigungen wie “Gepolter” oder der “Verzerrung oder Weglassung von Wesentlichem” zurück.

        Ich rudere mitnichten zurück, sondern ergänze meine erste Stellungnahme.

        > Vielleicht ist Ihnen die Aussage meines Artikels immer noch nicht klar. Im Rahmen dieser Argumentation ist die von mir genannte Liste irrtümlicher Abschüsse ausreichend.

        Ihr Artikel simplifiziert das Problem durch eine nicht näher begründete Auswahl an Fakten.

        > Es mag sein, dass Sie Wikipedia als Informationsquelle bevorzugen. Es steht mir frei, nebenbei auch noch detailliertere Quellen zu nennen, und das habe ich getan.

        Sie reden um den Brei herum. Dadurch dass Sie in manche Details gehen tragen Sie nichts zur allgemeinen Information bei. Eine Übersicht über die Vielzahl und Komplexität der Vorfälle erst illustriert wie schwierig es ist, Ansatzpunkte für ein internationales Abkommen zu finden.

        > “Verdammt, jetzt ist es schon wieder passiert. Das muss jetzt wirklich das letzte Mal gewesen sein. … Am Ende wird genau dieser Fall eintreten. Irgendwann. Also warum nicht gleich?”

        Genau dieser Fall wird nie eintreten. Es wird immer so sein, dass einer sagt “Ich weiss von nichts”, “die anderen waren es”, “es hat eine Bedrohung vorgelegen” usf.

        Da ist es schon ein Fortschritt, wenn durch Hartnäckigkeit die Fakten z.B. bei KAL 007 ans Licht kommen. Und dazu kam noch ein bedeutender Fortschritt: “the event was one of the most important single events that prompted the Reagan administration to allow worldwide access to the United States military’s GNSS system, which was classified at the time. Today this system is widely known as GPS.”

        > Wenn Sie etwas zum Thema zu sagen habe, werde ich das mit Interesse zur Kenntnis nehmen, aber von einem weiteren Abarbeiten Ihrerseits an meiner Person bitte ich abzusehen.

        Über Ihre Person weiß ich so gut wie nichts und mich dazu auch nicht geäußert. Ihren Artikel habe ich allerdings gelesen und finde ihn nur wenig hilfreich.

        • Sie scheinen nicht verstehen zu wollen, dass das Thema des Artikels nicht das ist, wovon Sie vielleicht meinen, dass es das Thema sein sollte.

          Da es zumindest der Mehrzahl der Leser klar ist, wovon ich rede, kann es mir auch egal sein, dass ich zu Ihnen nicht durchdringe und ich beende das Gespräch mit Ihnen an dieser Stelle und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

    • Das wirkliche Problem ist ja wohl nicht der mit heißer Nadel gestrickte Artikel von Herrn Khan, sondern das abgeschossenen Zivilflugzeug und die 298 Menschen, die dabei zu Tode kamen. Daran ändert auch eine weitere bzw. vollständigere Liste nichts. Insgesamt hat sich die Flugsicherheit durch stärkere Kontrollen an den Flughäfen zwar verbessert, aber nach wie vor werden wechselnde Krisengebiete überflogen. Vielleicht sollten da die Verantwortlichen in Zukunft mehr auf Draht sein, damit Passagiermaschinen die umkämpften Gebiete umfliegen können.

    • Hier geht es um vermeidbare Abschüsse von Zivilflugzeugen durch Miltiärs, nicht um grundsätzliche Fragen wie die ob es Krieg oder Bomben- und Feueranschläge auf Flugzeuge überhaupt geben sollte. Die Aussage (Zitat)

      Ein Hinweis, dass selbst bei Vermeidung unabsichtlicher Zwischenfälle das Problem der Flugsicherheit nicht gelöst ist hätte nicht geschadet

      läüft letztlich auf folgendes hinaus: Fliegen ist nicht 100% sicher. Das stimmt natürlich und das wird man nie ändern können. Fliegen war aber noch nie so sicher wie heute und das Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel überhaupt, sicherer sogar als die Eisenbahn. Bei 3 Milliarden Flugpassagieren 2013 gab es weniger als 500 Tote. Nach IATA gilt, ” dass ein Passagier, würde er jeden Tag fliegen, etwa 6500 Jahre unterwegs sein müsste, bis er in einen tödlichen Unfall verwickelt ist”.

      Vermeiden kann man zudem sowieso nur Unfälle, nicht absichtliche Tötungen von Flugpassagieren beispielsweise durch Bomben. Ist nun der Asturz der malaysischen Maschine über der Ostukraine ein Unfall? Ja, das muss man annehmen. Es war von den Militärs nicht beabsichtigt eine Zivilmaschine abzuschiessen, was auch für die anderen von Michael Kahn aufgeführten Flugzeuge gilt (mehr oder weniger). Kann man solche Unfälle vermeiden? Ja, das könnte man. Sowohl den Miltiärs könnte es leichter gemacht werden zwischen Zivil- und Miltiärmaschinen zu unterscheiden als auch die Flugcarriers und Flugorganisationen könnten durch realistische EInschätzung des Waffenpotenzials der überfolgenen Gebiet gefährliche Routen vermeiden.

      Bis jetzt haben übrigens die meisten Flugunfälle ziviler Ursachen. Gerade gestern ist ein Flugzeug über Mali abgestürzt. Doch ein Abschuss eines Flugzeuges hat eine wesentlich stärkere Wirkung auf die Betroffenen und die Öffentlichkeit, denn es ist ein aggressiver Akt. In Zukunft könnte diese Gefahr sogar zunehmen, weil die Waffen, die sich auch kleinere Gefechtstruppen leisten können, werden immer potenter. Im Extremfall könnte ein Flugzeug gar durch Blendung des PIloten mittels eines Lasers zum Absturz gebracht werden – zum Beispiel als Feierabendplausch einiger ungezogener Jugendlichen. Technik, – auch tödliche Technik -, wird immer potenter und erschwinglicher für Einzelpersonen und kleine Gruppen. Das muss man also auch im Auge behalten.

  16. Danke für den sachlichen Beitrag.

    Wissenschaftler mit Horizont sind für eine Gesellschaft ausgesprochen wichtig. Es gibt davon zu wenige, und nach der Bolognareform wird es davon noch weniger geben.

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