Vulkanausbruch am Anak Krakatau vermutlich Ursprung des tödlichen Tsunami in Indonesien

Geschichte der Geologie

Die Küstenregionen entlang der Sundastraße zwischen Java und Sumatra wurden gestern Abend von einem Tsunami getroffen. Ein veröffentlichtes Video, dass während eines Rockkonzerts aufgenommen wurde, zeigt den Moment wo die 0,9 Meter hohe Welle eine Menschenmenge überrollt.

Die Gegend der Pandeglang Provinz auf Java wurde am härtesten getroffen. Zurzeit sind über 200 Opfer bestätigt und einige hundert Menschen wurden verletzt. Augenzeugen berichten, dass es vor dem Tsunami kein Warnzeichen gab, wie die Erschütterungen der Erdoberfläche. Diese Beobachtung wird anscheinend von Seiten des Indonesischen MeteorologischenGeophysikalischen Instituts bestätigt, da auch die Messinstrumente keine seismischen Erschütterungen aufgezeichnet haben. Erste Vermutungen gehen daher davon aus, dass ein großer Erdrutsch am Anak Krakatau die Wellen verursacht haben könnte. Der “Sohn des Krakatau” erhob sich um 1927 aus der Caldera, die vom großen Ausbruchs des Krakatau in 1883 übrig geblieben war. Seither ist er durchgehen aktiv, zumeist mit Auswurf von Asche und rot glühenden Lavafetzen. Photos von gestern Abend zeigen Lavafontänen und Satellitendaten eine große, fast 17 Kilometer hohe, Aschewolke über den Anak Krakatau, Hinweis auf einen größeren Ausbruch.

Anak Krakatau in Indonesien auf einem Bild des Satelliten Sentinel-2 vom 24. September 2018. ESA/NASA

Der Ausbruch könnte zu einem Felssturz in das Meer oder einen größeren Erdrutsch unter Wasser geführt haben. Das verdrängte Wasser hätte dabei den Tsunami ausgelöst. Zum Zeitpunkt des Tsunami lag der Meeresspiegel in der Sundastraße auch höher wegen des Vollmonds, was dazu beigetragen hat, dass die relativ niedrigen Wellen (0,3 bis 3 Meter) doch großen Schaden angerichtet haben.

Update: Satellitenbilder die heute Nachmittag veröffentlicht wurden zeigen, dass ein großer Teil von Anak Krakatau abgerutscht ist:

Anak Krakatau auf Bildern des Satelliten Sentinel-1 vom 19. und 22. Dezember 2018. Anscheined ist ein großer Teil eines älteren, 150 Meter hohen, Vulkankraters abgerutscht. ESA/NASA

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David Bressan ist freiberuflicher Geologe hauptsächlich in oder, wenn wieder mal ein Tunnel gegraben wird unter den Alpen unterwegs. Während des Studiums der Erdwissenschaften in Innsbruck, bei dem es auch um Gletscherschwankungen in den vergangen Jahrhunderten ging, kam das Interesse für Geschichte dazu. Hobbymäßig begann er daher über die Geschichte der Geologie zu bloggen.

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