Wie schlimm ist Trumps Kündigung des Pariser Klimaabkommens?

Donald Trump hat die Klimavereinbarung von Paris gekündigt und der Welt damit zum wiederholten Mal den Mittelfinger gezeigt. Die Reaktionen fielen entsprechend emotional aus. Bundeskanzlerin Merkel erklärte trotzig: „Die Entscheidung der USA kann und wird uns alle, die wir uns dem Schutz unserer Erde verpflichtet fühlen, nicht aufhalten“.1

Über die Folgen von Trumps Entscheidung sind sich Wissenschaftler allerdings überhaupt nicht einig. Die ZEIT hat für einen Artikel Stellungnahmen gesammelt, die von „fundamentaler Rückschlag für die Klimadiplomatie“ bis „eigentlich egal“ reichen. Die Kommentare in den Zeitungen und Internetportale divergieren eher noch weiter.

Deshalb hier eine Zusammenstellung von sicheren Fakten, gefolgt von einem vorsichtigen Ausblick.

Der Klimawandel

Für viele Menschen ist die globale Erwärmung eine Fiktion, eine Schlussfolgerung aus Klimamodellen, bestenfalls ein fernes Wetterleuchten. Tatsächlich aber sind wir bereits mittendrin.

Die globale Durchschnittstemperatur der letzten drei Jahre lag etwa 1 – 1,1°C über dem vorindustriellen Niveau. Die wärmsten fünf Jahre seit 1880 liegen alle im 21. Jahrhundert. 2016 hält den Rekord, dann folgen 2015, 2014, 2010 und 2013.2 Das Konzentration des wichtigen Treibhausgases CO2 in der Luft stieg von 280 ppm (parts per Million; 280 ppm = 0,0280%) zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf gegenwärtig 406 ppm. Jedes Jahr kommen etwa 2,5 ppm hinzu.

Es ist nicht ganz klar, wie stark sich die Luft erwärmt, wenn die Konzentration der Treibhausgase ansteigt. In den meisten Klimamodellen sollte die CO2-Konzentration nicht über 450 ppm steigen, wenn die Temperatur mit einiger Sicherheit um weniger als 2 °C ansteigen soll. Will man das ehrgeizigere 1,5-Grad-Ziel erreichen, ist bei 420 ppm Schluss.

Es lässt sich leicht ausrechnen, dass die CO2-Konzentration die untere Grenze bereits im Jahr 2022 überschreiten wird, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht sofort durchgreifend ändern. In diesem Fall steigt die CO2-Konzentration schon ca. 2033 auf über 450 ppm, und das Klimaabkommen hat seine Ziele verpasst.

Temperatur-Anomalie von 1880-2016. Basis ist die Durchschnittstemperatur von 1880-1920. Rote Linie: Gleitender Durchschnitt über drei Jahre. Quelle: NASA (genauer Nachweis siehe Anmerkung 2)

Sollten die Menschen auch bis 2100 keine durchgreifende Verringerung der Treibhausgas-Reduktion zustande bringen, erwarten Klimamodelle eine Temperaturerhöhung von drei bis vier Grad Celsius. Und wenn die Menschen bis zur nächsten Jahrhundertwende noch ungebremst Gas, Kohle und Öl verbrennen, dann wird es wohl 5 bis 7 °C wärmer, wobei sich die Luft über den Kontinenten stärker aufheizt als über den Ozeanen.3

Über die Folgen dieser Entwicklung sind sich die Gelehrten nicht ganz einig. Kommen mehr extreme Wetterlagen? Ganz sicher. Verschieben sich Klimazonen? Vermutlich. Verändern sich die Niederschlagsmuster und jahreszeitliche Temperaturen? Wahrscheinlich. Trocknen Flüsse aus, wenn ihre Gletscher wegtauen, aus denen sie entspringen? Gut möglich. Steigt der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts um mehr als einen Meter an? Sieht im Moment ganz so aus. Vielleicht passiert aber auch nicht viel, wir wissen es noch nicht.

Aber es gibt auch eine direkte Wirkung der erhöhten Temperaturen auf den Menschen, und die ist bereits unangenehm genug.

Menschen müssen ihre Körpertemperatur auf 37 °C halten. Dafür darf die Hauttemperatur nicht dauerhaft über 35 °C liegen. Unser Schweiß erzeugt aber so viel Verdunstungskälte, dass bei trockener Luft auch eine Temperatur von 50 °C kurzzeitig erträglich ist. Bei feuchter Luft funktioniert das nicht mehr, da sind schon 40 °C zu viel. Entscheidend ist die sogenannte Kühlgrenztemperatur, also die Temperatur, die auf einer von Wasser bedeckten Oberfläche bei leichtem Wind gerade noch erzielt werden kann. Heutzutage liegt sie in allen bewohnten Gebieten dauerhaft unter 31 °C. Das ist beruhigend, denn ab 35 °C Kühlgrenztemperatur über mehrere Stunden hinweg wird es für ruhende Menschen lebensgefährlich. Gegenwärtig gibt es nur wenige Orte auf der Erde, die zu heiß sind, um dauerhaft bewohnbar zu sein. Dazu gehört beispielsweise Rub al-Chali, das leere Viertel, im Südosten der arabischen Halbinsel.

Steigt aber die globale Temperatur weiter an, würden sich einige heute bewohnte Gebiete in lebensfeindliche Höllenlöcher zu verwandeln. Schon bei 32 °C Kühlgrenztemperatur führt körperliche Arbeit in kurzer Zeit zu einem Hitzschlag. In den Jahren 2015 und 2016 haben Hitzewellen in Indien und Pakistan mit Temperaturen bis zu 50 C° Tausende Menschen das Leben gekostet. Wenn wir nichts gegen die globale Erwärmung unternehmen, würde schon gegen 2050 in Teilen der Tropen und Subtropen das Leben im Sommer weitgehend stillstehen. Im schlimmsten Fall würden die Opferzahlen auf mehrere Hunderttausend pro Jahr hochschnellen. Sollte der Klimawandel gänzlich aus dem Ruder laufen, wäre das Ergebnis katastrophal: Bei mehr als 10 Grad Temperaturerhöhung würden weite Teile der Erde für Menschen unbewohnbar werden. Die Reste der Menschheit müssen sich um die Pole scharen, wenn sie überleben wollen. 4

Dies ist keine Modellrechnung, über die man vielleicht streiten könnte! Die Wirkung hoher Temperaturen auf den Menschen ist gut erforscht, die Erkenntnisse sind absolut sicher.

Fazit: Selbst wenn indirekten Wirkungen der globalen Erwärmung umstritten sind, allein die direkte Wirkung rechtfertigt schon schnelle und entschlossene Maßnahmen.

Der Vertrag

Die Weltgemeinschaft hat das Pariser Klimaabkommen am 12.12.2015 beschlossen. Es ist nach der Ratifizierung durch 55 Staaten, die mindestens 55% der Emissionen verursachen, am 4.11.2016 in Kraft getreten. Die Unterzeichner haben auf sich auf folgende Ziele geeinigt:

  1. Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen soll auf 2° C begrenzt werden, wenn möglich, sogar auf 1,5°. Als Referenz gilt dabei die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.
  2. Dee von Menschen verursachten Ausstoß von Treibhausgasen (CO2, Methan, Lachgas etc.) soll bis 2100 auf Null reduziert werden.
  3. Die Länder der Dritten Welt sollen finanzielle Unterstützung erhalten, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen (Stichwort „Green Climate Fonds“). Die Rede ist von bis zu 100 Milliarden US$ pro Jahr. Bis 2020 soll das Projekt stehen. 5

In Artikel 4 (2) heißt es:

Jede Vertragspartei erarbeitet, übermittelt und behält aufeinanderfolgende national festgelegte Beiträge bei, die sie zu erreichen beabsichtigt. Die Vertragsparteien ergreifen innerstaatliche Minderungsmaßnahmen, um die Ziele dieser Beiträge zu verwirklichen.

Nach Artikel 28 wird eine Kündigung frühestens vier Jahre nach Inkrafttreten wirksam, also am 5.11.2020.

Wer den Text selbst nachlesen möchte, findet den vollen, offiziellen deutschen Wortlaut auf dem Server des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit:

Die inzwischen registrierten Selbstverpflichtungen der Unterzeichnerstaaten reichen nicht aus, um das angepeilte 2-Grad-Ziel zu erreichen, vom 1,5-Grad-Ziel ganz zu schweigen. Die Unterstützung für die ärmeren Staaten soll ab 2020 etwa 100 Milliarden US$ im Jahr erreichen. Der dafür gegründete „Green Climate Fonds“ wird aber wohl nicht die nötige Kapitalausstattung bekommen. Das Abkommen ist deshalb allenfalls ein Wegweiser, der die Richtung anzeigt, aber kein Sprung vorwärts auf dem Weg zu einer Zivilisation ohne Treibhausgase. Euphorie ist nicht angebracht, die Arbeit fängt erst an.

Die Kündigung

Musste Donald Trump den Vertrag kündigen, um Schäden von der amerikanischen Wirtschaft abzuwenden, wie er behauptet hat? Die einfache Antwort lautet: nein, musste er nicht.

Er hätte den Vertrag auch schlicht ignorieren können. Die Vertragspartner verpflichten sich zwar, geeignete Beiträge für den Klimaschutz zu erarbeiten, zu hinterlegen und umzusetzen, aber niemand würde sie bestrafen, wenn die Maßnahmen keinen Erfolg haben, oder gar nicht ernsthaft in Angriff genommen werden.

Natürlich wäre es auch denkbar, weiterhin Vertragstreue zu schwören, aber die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen so schonend umzusetzen, dass die Industrie sicher keinen Schaden nimmt. Während man also zur Freude der Umweltschützer weiterhin den Klimaschutz propagiert, streckt man zur Freude der Wirtschaft die Fristen für die Klimagesetze oder schaut angestrengt weg, wenn Grenzwerte nicht eingehalten werden. Natürlich gefährdet man damit die selbstgesteckten Ziele, aber das hat ja bekanntlich keine Folgen. Dies ist der deutsche Weg, und er war bisher international recht erfolgreich.

Wenn es Trump also darum gegangen wäre, Schaden von der amerikanischen Wirtschaft abzuwenden, hätte er nicht kündigen müssen, im Gegenteil, seiner internationalen Reputation wäre der deutsche Weg sicherlich zuträglicher gewesen.

Warum also die Kündigung? Die Rede (hier im Wortlaut) klärt nichts. Sie versammelt falsch zitierte wissenschaftliche Arbeiten, unsinnige Behauptungen und vorschnelle Schlussfolgerungen. Einige Beispiele:

  • Trump: „Vom heutigen Tage an werden die Vereinigten Staaten die Umsetzung des nicht bindenden Pariser Abkommens und die drakonischen finanziellen und wirtschaftlichen Lasten beenden, die das Abkommen diesem Land aufbürdet.“ 6
    Das Webportal Politifact wies süffisant darauf hin, dass ein nicht bindendes Abkommen keine Lasten aufbürden kann („An agreement cannot be both nonbinding and draconian at the same time. It’s one or the other“). Ferner entstehen alle Lasten aus einer Selbstverpflichtung, nicht aus dem Abkommen. Und alle Ziele sind freiwillig, denn jedes Land übermittelt nur die Beiträge, die es erreichen möchte.
  • Trump: „China darf Hunderte weitere Kohlekraftwerke bauen. Wir können also keine Kraftwerke bauen, aber sie können es, dem Abkommen zufolge. Indien ist es erlaubt, seine Kohleförderung bis 2020 zu verdoppeln. Stellen sie sich das vor: Indien kann seine Kohleförderung verdoppeln. Wir sollen unsere loswerden. Sogar Europa darf weiterhin Kohlekraftwerke bauen.“ 7
    Im Vertrag geht es um die Reduktion von Treibhausgasen, nicht um Kohle. Im Rahmen ihrer Selbstverpflichtung dürfen die USA also durchaus Kohlekraftwerke bauen, wenn sie den CO2-Ausstoß trotzdem reduzieren (z. B. durch CO2-Abscheidung). Und selbst wenn sie ihre Verpflichtungen nicht einhalten, hätten sie keine Nachteile zu befürchten.
    China und Indien haben sich verpflichtet, ihren Treibhausgas-Ausstoß langsamer zu steigern als ihr Bruttoinlandsprodukt. Das ist unbefriedigend, aber kein Grund, den Vertrag zu kündigen.

Durch die ganze Rede zieht sich wie ein roter Faden die Behauptung, die amerikanische Industrie werde gegenüber der restlichen Welt benachteiligt und geschädigt, was wiederum zu Arbeitslosigkeit und Armut führen werde. Wie bereits gezeigt, ist dieser Ansatz falsch.

Neuverhandlungen

Trump möchte das Abkommen neu verhandeln und dabei die Bedingungen für die USA verbessern. Dabei sollte er eigentlich wissen, dass nur eine diplomatische Meisterleistung der französischen Verhandlungsleitung überhaupt eine Einigung zustande gebracht hat. Jeder einzelne der 195 Unterzeichner hätte ein Vetorecht gehabt. Für einen historischen Tag bekamen die Franzosen die ganze Welt unter einen Hut. Das wird sicher nicht noch einmal gelingen, zumal dann nicht, wenn die USA auf Sonderkonditionen pochen. Und noch einmal zur Erinnerung: Der Vertrag legt keine einklagbaren oder strafbewehrten Pflichten fest. Jeder Staat tut, was er für richtig hält, um den Klimawandel zu begrenzen und die Schäden für die armen Länder in Grenzen zu halten. Diese Leistungen sind freiwillig. Was soll man da nachverhandeln? Und wie sollte man den übrigen 194 Unterzeichnern eine Besserstellung der USA schmackhaft machen? Nachverhandlungen haben also keine Chance.

Mögliche Gründe der Kündigung

Die von Trump in seiner Rede vorgeschobenen Gründe sind sicher nicht die wahren, denn sie führen nicht zwingend zu der Schlussfolgerung, das die USA besser fahren, wenn sie den Vertrag kündigen. Wenn wir uns auf objektiv feststellbare Tatsachen beschränken, müssen wir auf Spekulationen verzichten, was in den Köpfen der Beteiligten vorgeht. Das ist sicherlich sinnvoll, schließlich mühen sich Gelehrte, Journalisten, Diplomaten und Politiker seit Monaten vergeblich damit ab, herauszufinden, was eigentlich in Trumps Kopf vorgeht. Einige Muster sind aber trotzdem klar erkennbar.

  1. Donald Trump hat im Wahlkampf immer wieder gegen internationale Handelsverträge gewettert. Er misstraut außerdem wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Klimawandel, wie sich aus zahlreichen Tweets entnehmen lässt. Die Kündigung des Klima-Abkommens folgt dieser Linie.
  2. Einige von Trumps Beratern haben sich öffentlich gegen Klimaschutzmaßnahmen ausgesprochen. Dazu gehören beispielsweise Scott Pruitt und Steve Bannon. Nach einem Bericht des Magazins Politico hätten die beiden die Entscheidung vorbereitet und dafür gesorgt, dass Trump häufig mit konservativen Lobbyisten zusammentraf, die ihn in seiner Haltung bestätigten.
  3. Die Begründung für den Ausstieg deckt sich mit dem Weltbild der sehr konservativen Trumpwähler im Südosten und im mittleren Westen. Sie misstrauen den Erkenntnissen der Wissenschaftler, sehen sich vom Ausland übervorteilt und lehnen alle staatlichen Regulierungen ab.

Die Folgen für die Treibhausgas-Emissionen

Die USA verantworten zur Zeit ca. 15% der weltweiten Treibhausgas-Emissionen – mit abnehmender Tendenz. Trumps Politik wird vermutlich erst nach mehreren Jahren zu einer Abweichung führen. In 10 Jahren könnten die USA dann etwa 10% (bezogen auf den jetzigen Wert) mehr Treibhausgase in die Luft blasen als sie es bei einer Fortsetzung der jetzigen Politik täten (nach einer Schätzung der Rhodium Group). Bezogen auf die weltweiten Emissionen wären das 1,5 % oder weniger. In Wahrheit ist es natürlich sinnlos, die wirkliche Zukunft mit einer ehemals möglichen, jetzt aber irrealen Zukunft zu vergleichen. Die Ergebnisse sind einfach zu unsicher. Beispielsweise ist es sehr fraglich, ob sich Investoren für neue Kohlekraftwerke finden lassen, wenn sie damit rechnen müssen, dass Trumps Nachfolger die Umweltgesetze wieder verschärft.

Psychologische und politische Folgen

Durch seine eher symbolische, aber doch sehr eindeutige Ablehnung des Pariser Abkommens hat Trump die tiefe politische Spaltung im Inland weiter zementiert. Zudem hat er seine europäischen Verbündeten verärgert, während Russland verhalten positiv reagierte. Einige Staaten mögen sich veranlasst fühlen, den USA zu folgen. Das ist aber bisher nicht erkennbar.

Europäer und der Chinesen haben ihre Entschlossenheit, die Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren, noch einmal ausdrücklich bekräftigt. Weil das Thema jetzt noch einmal in den Fokus der ganzen Welt gerückt ist, begreifen vermutlich mehr Menschen, dass es Zeit ist, ernsthaft gegen den Klimawandel vorzugehen.

Anmerkungen

[1] Quelle: Bundespresseamt.
https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/06/2017-06-02-usa-ausstieg-klimaabkommen.html

[2] GISTEMP Team, 2017: GISS Surface Temperature Analysis (GISTEMP). NASA Goddard Institute for Space Studies. Dataset accessed 20YY-MM-DD at https://data.giss.nasa.gov/gistemp/.
Hansen, J., R. Ruedy, M. Sato, and K. Lo, 2010: Global surface temperature change, Rev. Geophys., 48, RG4004, doi:10.1029/2010RG000345.

[3] Friedrich, T., Timmermann, A., Tigchelaar, M., Timm, O. E., & Ganopolski, A. (2016). Nonlinear climate sensitivity and its implications for future greenhouse warming. Science Advances, 2(11), e1501923.

[4] Steven C. Sherwood and Matthew Huber
An adaptability limit to climate change due to heat stress 2010 107 (21) 9552-9555; published ahead of print May 3, 2010, doi:10.1073/pnas.0913352107 (Link)

[5] Deutscher Wortlaut von Artikel 2:
Dieses Übereinkommen zielt darauf ab, durch Verbesserung der Durchführung des Rahmenübereinkommens einschließlich seines Zieles die weltweite Reaktion auf die Bedrohung durch Klimaänderungen im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung und den Bemühungen zur Beseitigung der Armut zu verstärken, indem unter anderem

a) der Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau gehalten wird und Anstrengungen unternommen werden, um den Temperaturanstieg auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, da erkannt wurde, dass dies die Risiken und Auswirkungen der Klimaänderungen erheblich verringern würde;

b) die Fähigkeit zur Anpassung an die nachteiligen Auswirkungen der Klimaänderungen erhöht und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaänderungen sowie eine hinsichtlich der Treibhausgase emissionsarme Entwicklung so gefördert wird, dass die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird;

c) die Finanzmittelflüsse in Einklang gebracht werden mit einem Weg hin zu einer hinsichtlich der Treibhausgase emissionsarmen und gegenüber Klimaänderungen widerstandsfähigen Entwicklung.

[6] Im Original: „As of today, the United States will cease all implementation of the nonbinding Paris Accord and the draconian financial and economic burdens the agreement imposes on our country.“

[7] Im Original: „China will be allowed to build hundreds of additional coal plants. So we can’t build the plants, but they can, according to this agreement. India will be allowed to double its coal production by 2020. Think of it: India can double their coal production. We’re supposed to get rid of ours. Even Europe is allowed to continue construction of coal plants.“

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www.thomasgrueter.de

Thomas Grüter ist Arzt, Wissenschaftler und Wissenschaftsautor. Er lebt und arbeitet in Münster.

49 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Nur zunehmende über das Pariser Abkommen hinausgehende Emissionsreduktionen sind mit dem 2 Grad-Ziel vereinbar. Trump setzt also ein falsches Zeichen, selbst wenn viele US-Staaten ihm nicht folgen. Zudem bestimmen Bundesgesetze etwa die Höchstemissionen von PKWs und Trucks und Trump will die von Obama festgelegten Obergrenzen wieder senken. Auch Einzahlungen in den für die Entwicklungsländer gedachten Klimafonds wird Trumps USA nicht leisten. Die Ausgaben für die Klima- und Energieforschungsprojekte, die über die E-ARPA Agentur laufen, senkt Trump ebenfalls massiv, dabei wären von dort – unter anderem – bessere Batterien und vieles mehr zu erwarten gewesen. Die USA sind zudem als Grossmacht, Industriestaat und Grossemittent (20 Tonnen CO2-Emissionen pro Person und Jahr) wichtig. Ihr Abseitsstehen mit der Begründung eine Teilnahme am Klimaabkommen sei nicht im nationalen Interesse, bildet für andere Länder ein Handlungsmuster, dass sie nun bei Bedarf ungeniert anwenden können.
    Doch letzlich wäre auch ohne Trump das 2 Grad Ziel nicht erreichbar gewesen, vor allem weil kaum ein Land einen überzeugenden Ausstiegsplan aus den fossilen Energien hat. Ein böses Aufwachen könnte es allerdings dann geben, wenn alle Länder inklusive die USA plötzlich (nach Trump) doch eine schnelle Dekarbonisierung beschliessen, denn dann müsste die USA damit zurecht kommen, dass sie plötzlich massiver reduzieren müsste als alle anderen Länder, denn Trump hätte an den hohen heutigen Pro-Kopf US-Emmissionen von 20 Tonnen CO2 pro Person und Jahr wenig geändert.

  2. Zum Glück erwärmen sich die polnahen Gebiete stärker als die äquatorialen. Tödlich heisse Zonen wird es also wohl nicht in dem Masse geben wie hier beschrieben und eine Todeszone (Kühlgrenztemperatur über 35 °C) wird wohl nur in Gebieten entstehen, die ohnehin schon wüstenhaft sind. Allerdings nehmen die Hitzewellen stark zu wo solche Temperaturen tagelang anhalten können. Allgemein scheinen aber schon die Temperauren von Texas und Florida das Arbeiten stark zu erschweren und es ist vielleicht kein Zufall, dass die Arbeitsproduktivität in diesen Staaten seit flächendeckender Einführung der Klimatisierung stark angestiegen ist (nach Aussagen von Paul Krugman). Tatsächlich sagt eine Studie von Tord Kjellstrom vom Gesundheits und Umwelt Trust Neuseeland eine massive Senkung der Arbeitsproduktivität durch zunehmenden Hitzestress voraus (von google translate übersetzt):Die Studie, die die geschätzten Bruttoinlandsprodukt (BIP) Verluste für 43 Länder aufführt, warnte, dass die globalen ökonomischen Kosten der reduzierten Produktivität durch Hitzestress mehr als 2 Billionen Dollar bis 2030 betragen können.

    Was die schlimmsten Folgen der Erdwärmung sein werden ist tatsächlich schwierig zu bestimmen. Doch allein schon ein Meeresspiegelanstieg von mehr als 50 cm bis 2100 wird tausende von Städten Schwierigkeiten machen. Es würde mich deshalb nicht verwundern, wenn irgendwann der Zeitpunkt kommt, wo die meisten Länder eine weitere Erderwärmung mit dann absehbaren Folgen mit allen Mitteln stoppen wollen. Dann werden die heutigen Vorbehalte gegenüber Transmissionslinien für Strom und selbst gegen Geoengineering-Massnahmen schwinden wie Schnee an der Sonne.

    • Wären die Inder in einem zukünftig weniger fossilen, aber auch weniger reichen Indien besser dran? Schwierig zu beantworten, denn weniger fossil bedeutet auch weniger giftiger Luft ausgesetzt. Andererseits bedeutet mehr Wohlstand mehr Möglichkeiten sich vor Wetter- und Klimaextremen zu schützen. Jedenfalls kann Indien mit weniger Kohlekraft etc. die globale Erwärmung nicht entscheidend verändern, denn es ist die Summe aller Emissionen aller Länder, die die globale Erwärmung bestimmt. Irgendwann wird man Länder die Emissionen einsparen belohnen und Länder die zuviel emittieren bestrafen müssen, nur dann erreicht man sehr tiefe Emissionen. Bis jetzt gilt immer noch: sehr niedrige Treibhausgas-Emissionen werden zwar von vielen gewünscht, aber der Wunsch ist noch nicht zum Bedürfnis geworden.

  3. Die Scheinheiligkeit der Debatte nervt. Nicht Trump stößt 5 Mrd. Tonnen CO2 aus, sondern die Amerikaner. Wer an eine Klimakatastrophe glaubt, kann durch sein Verhalten relativ problemlos seine CO2-Emissionen steuern und senken.

    • Eine Armee der (Frei-)Willigen genügt nicht um die CO2-Emissionen zu stoppen. Denn die meisten Produkte – vom Fahrrad bis zur Sojapampe – sind heute mit CO2-Emissionen verbunden. CO2-Emissionen reduzieren, heisst ganze Sektoren dekarbonisieren – so dekarbonisieren, dass (als Beispiel) bei der Herstellung eines Fahrrads – inklusive Materialgewinnung, -verarbeitung und Teiletransport – überhaupt kein CO2 ausgestossen wird und die CO2-Bilanz somit Null ist. Davon sind wir heute weit entfernt.

      • Natürlich ist das so. Aber alles das können Konsumenten ja problemlos aktiv steuern, ganz ohne Politik. Als Smartphones aufkamen, haben die Konsumenten eine ganz Industrie innerhalb von 5 Jahren(!) völlig verändert. Würde irgend jemandem die Abwehr einer Klimakatastrophe wirklich am Herzen liegen, wäre die Dekarbonisierung längst auf gutem Wege. Aber interessiert sich jemand dafür? Nein.

        Das zeigt sich auch im politischen Verhalten der Konsumenten. Drängt jemand die Politik in eine wirklich zielgerichtete Energiepolitik? Nein, auch das passiert nicht, nicht einmal in Deutschland. Dem Wähler reicht eine Wohlfühl-Energiewende.

        An eine Klimakatastrophe glauben viele bestenfalls auf dem Papier, aber nicht in der Praxis.

    • genau. Und wenn mein Nachbar meint, Lärm sei ungesund, kann er sich
      ja geräuschlos verhalten. Ich mach aber weiterhin rund um die Uhr Party :-))))))

  4. Ob Trump wirklich eine Meinung hat zum Klimawandel, scheint mir unklar, man sollte den populistischen Machtaspekt nicht unterschätzen.
    Letztlich geht es da auch um einen inneren Kulturkampf (bei uns genauso) , der sich abspielt, seitdem die Ökobewegung auf breiterer Ebene existiert, es scheint viele Menschen zu geben, die ökologische Ideen aus Prinzip ablehnen und sich erst hinterher die Argumente suchen, und die werden von Trump bedient.

    Zurecht wird auf die scheinheilige deutsche Art hingewiesen, gerade im Bereich Verkehr sollte Deutschland hübsch die Füße stillhalten, was Vorhaltungen angeht.
    Vielleicht sollte Trump nicht von der ach so armen Wirtschaft sprechen, sondern von ihren aktuellen Vertretern, die selbige weiter ausquetschen wollen, ohne ihre überkommenen Denkweisen hinterfragen zu müssen.

    • Ja, DH, Trump kündigt gar nicht in erster Linie ein Klimaabkommen, sondern
      1) Er erfüllt ein Wahlversprechen
      2) Er zeigt seine Verachtung für internationale Verträge, die nicht von den USA angestossen wurden. Man darf nicht vergessen, dass die USA auch den Kyoto-Vertrag nicht unterzeichnet haben.
      3) Er stimmt ein in den Klima-Konsens der republikanischen Partei (nicht selbstverständlich, denn das Kopenhagen-IPCC-Treffen hat er verbal unterstützt).

      Jeder republikanische Präsident auf der Parteilinie hätte das Pariser Klimaabkommen entweder gekündigt oder ignoriert. Trump hat es vielleicht auch darum gekündigt und nicht einfach ignoriert, damit er Spuren hinterlässt.

      • “damit er Spuren hinterlässt.”

        Da könnte was dran sein, bei solchen Populisten wird der Wille, die eigene Person zu “verewigen”, oft unterschätzt. Symbolpolitik, und sollte Trump irgendwann den Eindruck haben, eine klimafreundliche Politik könnte ihm nutzen, könnten sich viele wundern, wie schnell der Mann zum “climate first”- Fanatiker werden kann.

  5. Pingback:Umleitung: vom Moers Festival bis zu Armin Müller-Stahl, dazwischen der Klimawandel, die SPD und die Funke Mediengruppe | zoom

  6. Fazit: Selbst wenn indirekten Wirkungen der globalen Erwärmung umstritten sind, allein die direkte Wirkung rechtfertigt schon schnelle und entschlossene Maßnahmen.

    Nö! – Genau so darf nicht gedacht werden.


    Es ist sehr klar, dass die Erde auf Grund ihrer Atmosphäre wärmer ist, deutlich wärmer, als ihr Trabant, bei gleichem Abstand zum Erdstern, wobei der Temperaturunterschied die Oberflächentemperaturen meinend, bei vielleicht 68 K liegt.

    Hier liegt der Verdacht nahe, dass Ausgasung auch biologischen Lebens mit ursächlich ist.


    Nicht cool ist aber nun den CO2-Gehalt der terrestrischen Atmosphäre derart (auch : politisch) zu entwickeln, dass nun kräftig in puncto Karbon gespart werden muss, gar im Sinne von Gesellschaftsverträgen (für große Transformationen, lol).


    Donald J. Trump ist wohl mittlerweile so agnostisch, dass er keine gegen-klimatologischen Meinungen mehr pflegt oder verlautbart.
    Er sieht wohl einen gewissen Trend, der mit der anthropogenen Ausgasung zu tun haben könnte, kennt wohl den klimatologisch relevanten Wert der sog. Klimasensitivität, der “bauphsyikalisch” bei ca. 1, 2 K liegt, aber auch höher oder niedriger liegen könnte, effektiv, pos. und neg. Feedbacks des terrestrischen Klimasystems miteinrechnend, will aber keine Maßnahmen sehen, die den USA wirtschaftlich schaden und sie zu einer Zahlmeisterrolle verdammen.
    Im Gegensatz zu Frau Dr. Angela Dorothea Merkel beispielsweise.


    Vermutung:
    Mit sozusagen protestantischem Sparen und sozusagen sozialistischem Umverteilungsdenken wird die Erde bzw. dessen Personal nicht sinnhaft die abzusehende Entwicklung bearbeiten können.

    Cooler wäre es gerade auch Workarounds anzudenken, die Richtung Geo-Engineering gehen, oder sich schlicht anzupassen, Stichwort : Mitigation, die Erde wird nicht untergehen, Runaway Climate Effects sind etwas für Esoteriker.


    Donald J. Trump ist also womöglich gar nicht so blöde, wenn er dem sozusagen protestantischen Ablasshandel absagt, lieber etwas auf dem Tisch hat, dass nachvollziehbarerweise funktioniert, versus Paris-Abkommen, oder lieber gar nichts.

    Es macht Sinn anzuerkennen, dass bestimmte Probleme nicht sinnhaft bearbeitet werden können, dies ist eine Art Grundwahrheit im Wirtschaftlichen, aber auch im Philosophischen.
    Aktionismus wäre die Alternative.

    MFG + schöne Woche noch,
    Dr. Webbaer

    • “Er sieht wohl einen gewissen Trend, der mit der anthropogenen Ausgasung zu tun haben könnte, kennt wohl den klimatologisch relevanten Wert der sog. Klimasensitivität, der „bauphsyikalisch“ bei ca. 1, 2 K liegt, aber auch höher oder niedriger liegen könnte, effektiv, pos. und neg. Feedbacks des terrestrischen Klimasystems miteinrechnend, will aber keine Maßnahmen sehen, die den USA wirtschaftlich schaden und sie zu einer Zahlmeisterrolle verdammen.”

      Das ist falsch, mit feedbacks liegt die Klimasensitivität wahrscheinlich zwischen 2°und 4,5° C, also höher als der “bau-physikalische Wert”. Irgendwelche hypothetischen Weltzustände, wo es anders sein könnte, interessieren für die aktuelle Situation nicht.
      Die Erde wird nicht untergehen, aber unsere Zivilisation könnte es schon.

      Kennen Sie eigentlich den Standpunkt der Deutschen Physikalischen Gesellschaft?

      “Klimaschutz bleibt wichtig!
      02.06.2017
      Mit großem Bedauern nimmt die DPG zur Kenntnis, dass der Präsident der USA sich nicht mehr an das Pariser Klimaschutzabkommen gebunden fühlt. Dessen Entscheidung zeugt von unverantwortlicher Ignoranz gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen und von inakzeptabler Verantwortungslosigkeit gegenüber kommenden Generationen. Die DPG appelliert an die Bundesregierung und an die Staaten, die das Pariser Abkommen unterzeichnet haben, in ihren Bemühungen um den Klimaschutz gerade jetzt nicht nachzulassen, sondern diese im Gegenteil energisch zu forcieren. Gleichzeitig setzt sie ihre Hoffnung auf die zahlreichen Politiker, Wirtschaftsführer und Nichtregierungsorganisationen in den USA, die sich aus Sorge um unsere gemeinsame Zukunft für eine rationale und verantwortliche Politik einsetzen.”

      http://www.dpg-physik.de/index.html

      • @ Herr Stefan :

        ‘Unsere Zivilisation’, sofern damit die aufklärerische gemeint ist, die im Sinne des Sapere Aude Individuen einen besonderen Wert zuspricht und insofern in dann demokratischen Gesellschaftssystemen die Schwarmintelligenz löst, kann nicht ‘untergehen’, sofern keine Armageddon-Szenarien gemeint sind.

        Einen Minuspunkt setzt es natürlich, wenn Sie nur wahlfrei bei Aussagen des Webbaeren Falschheit feststellen.
        Die sozusagen bauphysikalische sogenannte Klimasensitivität liegt bei ca. + 1,2 K.
        Vgl. :
        -> https://de.wikipedia.org/wiki/Klimasensitivität (‘Bei ausschließlicher Betrachtung der im Labor messbaren Strahlungswirkung von CO2 ergibt sich eine Klimasensitivität von 1,2 °C.’)

        Insofern ist mit Erwärmung dieses Planetens zu rechnen, was nicht nur auf die Lösung von Karbon zurückzuführen ist, sondern auch auf anderes, Leben lebt sozusagen und bedeutet Wärme, die Umsetzung von Ressourcen generiert Wärme.

        Wodurch natürlich die absehbare mit den Mitteln der Klimatologie feststellbare Erwärmung nicht verharmlost werden soll, es entstehen Kosten für die Mitigation und für die Anpassung, erst recht für die Lösung dieser Problematik, die in einer Art Erd-Thermostat bestehen könnte.
        Ein “Erd-Thermostat” würde selbst dann Sinn machen, wirtschaftlich und zivilisatorisch, wenn es gar keine wie gehabt und unwidersprochen (theoretisierte und in Teilen (“+1K”) gemessene) Erderwärmung geben würde.

        “Trumpy” ist halt ein lockerer Typ, der wie ein guter CEO denkt und handelt, es könnte den Staaten wie der Welt gut tun, wenn er einige Zeit wirken darf, er hat ja seine “Privat-Klimatologie” sein gelassen.

        Frau Dr. Angela Dorothea Merkel, die Dame, die zwar sprechen, aber nicht reden kann, steht sozusagen auf der anderen Seite.
        Sie macht in Gefühligkeit und Aktionismus.

        Blöderweise ist der stärkste Feind des Richtigen das nur gut Gemeinte.

        MFG + schöne Woche noch,
        Dr. Webbaer

        • Ich kritisiere nicht den Wert von 1,2 C° unter Laborbedingungen, sondern die Aussage “aber auch höher oder niedriger liegen könnte, effektiv, pos. und neg. Feedbacks des terrestrischen Klimasystems miteinrechnend”, die falsch oder misstverständlich ist. Auf welchen Referenzpunkt bezieht sich die Aussage “höher oder niedriger”? Auf 1,2°C (oder Kelvin)? Das wäre falsch. Oder auf den wahrscheinlichen Wert der Klimasensitivität von 3°C? Aber das schreiben Sie nicht.

          Mit dem massiven Ausstoß von Treibhausgasen betreiben wir schon Geo-Engineering.

          PS: Trump ist ein Idiot, aber ich habe jetzt keine Lust, das genauer auszuführen, vielleicht später.

          • @ Herr Stefan :

            Ich kritisiere nicht den Wert von 1,2 C° unter Laborbedingungen, sondern die Aussage „aber auch höher oder niedriger liegen könnte, effektiv, pos. und neg. Feedbacks des terrestrischen Klimasystems miteinrechnend“, die falsch oder miss[]verständlich ist.

            Die zugrunde liegende Aussage ist die der Physik, die bei der Verdoppelung des atmosphärischen CO2-Gehalts die Zunahme der terrestrischen Temperatur um ca. 1,2 K vorhersagt.
            Wobei nicht ganz klar ist, ob die Oberflächentemperatur gemeint ist, vgl. auch mit den sogenannten Klimasenken.

            Hier gibt es nichts zu deuteln.

            Es kann in der Folge positive und negative Feedbacks geben, die negativen werden dann oft deutsch Klimasenken genannt, aber hier gilt es zu unterscheiden zwischen Grundannahmen der Physik und der Folgenforschung, das Klima meinend, die Klimafolgenforschung, die eine Zukunftsforschung ist, bleibt gemeint.
            Das gute alte bundesdeutsche PIK bleibt adressiert, auch mit dieser Meisterleistung :
            -> https://de.wikipedia.org/wiki/Welt_im_Wandel_–_Gesellschaftsvertrag_für_eine_Große_Transformation (unter anderem Sportsfreund Leggewie scheint hier durch)

            Dies wären doch Standards, auf die sich geeinigt werden könnte?
            Woll?

            Dass Sie persönliche Aversionen gegen den einen oder anderen pflegen und verlautbaren, ist nett berichtet und nebensächlich.

            Dr. Webbaer merkt gerne, und spaßeshalber, an, dass der Philosoph immer idealerweise auch Idiot ist (und als Selfmade-Man sozusagen nicht von Zahlungsfolgen, “Special Interests”, abhängig).

            MFG
            Dr. Webbaer

        • @Dr.Webbaer: Neben den Klimamodellen gibt es den aktuellen Klimaverlauf mit 0.16 Grad Celsius globaler Erwärmung pro Jahrzehnt seit Ende der 1970-er Jahre. Das ergibt bei linearer Forschreibung 1.6 Celsius Erwärmung pro Jahrhundert. Die Erwärmung ist in Polnähe besonders stark mit der Folge, dass das arktische Meer im Sommer bald eisfrei sein wird und das grönländische Eisschild abschmilzt. Die Folge dieser polaren Erwärmung ist aber eine weitere globale Erwärmung, denn ohne Eis verschlucken die Oberflächen mehr Sonnenlicht und wirken somit als zusätzliche Heizöfen.
          Insgesamt ergibt sich ein Bild anhaltender, gar zunehmender Erwärmung (weil im Norden mehr Sonnenlicht absorbiert wird). Und das selbst dann, wenn man nur die Beobachtungen und Messdaten der letzten Jahrzehnte als Prognoseleitlinie betrachtet und nicht die Klimamodelle.
          Das also ist die Erwärmung, die zu erwarten ist. Wie sich diese auswirkt, kann wiederum mit Modellen erfasst werden oder aber mit der gedachten Fortschreibung von Messgrössen wie dem Meeresspiegelanstieg oder der Entwicklung der Anzahl Hitzetage in einer bestimmten Region. Der Meeresspiegel steigt jetzt etwa 3 mm pro Jahr an, was deutlich mehr ist als zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Selbst bei linearer Fortschreibung ist also bis 2100 ein Meeresspiegelanstieg von 30 cm zu erwarten. Da der Anstieg aber zunimmt sind 30 cm nur die untere Schranke.
          Sie sehen: Man muss den Klimamodellen gar nicht glauben. Es genügt den Verlauf der Messwerte wichtiger Grössen über die letzten Jahrzehten zu kennen um sich ein Bild zu machen.

          • “das grönländische Eisschild”

            der Eisschild, bitte 🙂

            analog zu “der Schutzschild” , der Schild des Ritters etc.

            Stefan Rahmstorf macht es chronisch falsch, soooo schlimm sind die Klimatologen.

          • Martin Holzherr:
            “Selbst bei linearer Fortschreibung ist also bis 2100 ein Meeresspiegelanstieg von 30 cm zu erwarten. Da der Anstieg aber zunimmt sind 30 cm nur die untere Schranke.”

            Wohl wahr:

            “Der aktuellste Report der US-Ozeanbehörde NOAA von diesem Jahr geht von einem „worst case“ Anstieg (Obergrenze bei unbegrenzten Emissionen) von 2,50 Meter bis zum Jahr 2100 aus. Einen halben Meter mehr als der vorherige offizielle Bericht der NOAA aus dem Jahr 2012. Es gibt beim Meeresspiegel keinerlei Grund zur Entwarnung, sondern leider führt die wachsende Instabilität der großen Eisschilde zu immer höheren Anstiegsszenarien, je mehr wir davon verstehen.”

            https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/um-wie-viel-muessen-wir-die-deiche-der-nordsee-erhoehen/#comments

          • @ Herr Holzherr :

            @Dr.Webbaer: Neben den Klimamodellen gibt es den aktuellen Klimaverlauf mit 0.16 Grad Celsius globaler Erwärmung pro Jahrzehnt seit Ende der 1970-er Jahre. Das ergibt bei linearer Forschreibung 1.6 Celsius Erwärmung pro Jahrhundert.
            […]
            Sie sehen: Man muss den Klimamodellen gar nicht glauben. Es genügt den Verlauf der Messwerte wichtiger Grössen über die letzten Jahrzeh[n]ten zu kennen um sich ein Bild zu machen.

            Die GISS-Daten ergeben eine Erwärmung um ca. + 1K seit 1880/01, Dr. Webbaer war hier regelmäßig, auch mit den Mitteln der Datenanalyse, drauf, auch um sogenannte Trends zu ermitteln.

            Die Datenlage deutet eher auf eine sogenannte Klimasensitivität in Höhe der “bauphysikalischen” in Höhe von + 1,2 K hin.

            Es ist insofern auch unklar, warum bspw. Arbeiten von Lennart Bengtsson medial-politisch “gedisst” werden, der eher von einer Klimasensitivität von + 1K ausgeht, und andere bevormundend, die meisten sind ja, ganz ähnlich wie fast überall jeder “nur” Ausländer ist, “nur” Laien, bestenfalls : interessierte.
            So wie Dr. Webbaer beispielsweise, der allerdings eine ganze Menge Zeit (“> 1.000 Stunden) in diese Problematik investiert hat und zudem i.p. Arbeit mit Daten vorgebildet ist.
            >:->

            Also, mal Hand aufs Herz, Herz, äh, Herr Dr. Holzherr, Herr des Holzes sozusagen, Sie gibt es ja nicht realiter, sind ein Pseudonym, das sich undankenswerterweise nicht dbzgl. klar erkenntlich zeigt: Was muss denn Ihres Erachtens geglaubt werden? – Helfen Sie Ihrem Langzeit-Kommentatorenfreund bei und schreiben explizit, was I.E. geglaubt werden muss im Zusammenhang mit der zeitgenössischen Klimatologie mit dem CO2-zentrierten Erwärmungstrend!

            MFG
            Dr. Webbaer (der übrigens auch glaubt, beispielsweise an die Scientif Method, die nicht anders als durch einen Glaubensentscheid angenommen werden kann, was einigen nicht intuitiv ist, aber philosophisch auf der Hand liegt; Dr. Webbaer ist natürlich, zumindest aus seinem Selbstverständnis heraus, großer Freund der Naturwissenschaften)

          • *
            („> 1.000 Stunden[“]) in diese Problematik investiert hat (…)

            **
            Dr. Webbaer (der übrigens auch glaubt, beispielsweise an die Scientif[ic] Method (…)

          • @Dr.Webbaer (Zitat)“Die GISS-Daten ergeben eine Erwärmung um ca. + 1K seit 1880/01” und einen Anstieg von 1.6 K pro Jahrhundert seit den späten 1970er Jahren. Sie sehen, Dr. Webbaer, die Erwärmung nimmt zu. Sie war schwächer von 1880 bis 1948 (die Mitte) als von 1948 bis 2017 und sie war noch einmal stärker von 1982 bis 2017 als von 1948 bis 1982 (die Mitte des Zeitraums). Die gleiche Zunahme (je später, desto mehr) beim Meeresspiegelanstieg und bei den Extremwetterereignissen.
            Sie klammern sich an die überschaubare Zunahme von 1°C von 1880 bis 2017 und übersehen dabei, dass die Zunahme nicht linear ist, sondern zunimmt. Mit Vorliebe kommen sie immer wieder auf die Klimasensitivität zurück, denn sie wissen wohl, dass nicht einmal die Wissenschaft diese genau kennt, sondern von einem Bereich von 1.5 bis 4.5 Celsius ausgeht. Doch diese (theoretische) Klimasensitivität wird immer weniger wichtig, je länger der Zeitraum zuverlässiger Messungen von Temperaturen und Meeresspiegel wird. Je länger je mehr, können wir diesen aktuellen Verlauf als Eingaben für eine Bayes’sche Inferenz (Schlussfolgerung) verwenden, wobei die bekannten Messwertreihen als Prior dienen (Zitat Wikipedia:
            Bayes’sche Schlussfolgerung ergibt die neu (über einen Update) berechnete Wahrscheinlichkeit als Folge von zwei Vorgängern, einer vorherigen Wahrscheinlichkeit und einer “Wahrscheinlichkeitsfunktion”, die aus einem statistischen Modell für die beobachteten Daten abgeleitet ist.). Die Wahrscheinlichkeitsfunktion, welche die Daten in die Zukunft verlängert, benutzt die Korrelation zwischen Treibhausgasgehalt, übrigen Strahlungsantrieben und der Oberflächentemperatur. Mit diesem Verfahren können wir die Zukunft immer zuverlässiger vorausberechnen – immer zuverlässiger, weil wir über immer längere Messwertreihen verfügen. Einiges können wir heute bereits mit sehr grosser Sicherheit sagen: Die Oberflächentemperatur der Erde wird bis ins 2050er Jahrzehnt um 1.5 Celsius angestiegen sein gegenüber 1880 (den Wert, den sie als Startpunkt verwenden) und das fast unabhängig davon was wir jetzt noch an Klimaschutzmassnahmen ergreifen.Wie es dann weitergeht hängt jedoch sehr stark von den heute ergriffenen CO2-Redukitionsmassnahmen ab.
            Übrigens: Sie schreiben:
            Es ist insofern auch unklar, warum bspw. Arbeiten von Lennart Bengtsson medial-politisch „gedisst“ werden, der eher von einer Klimasensitivität von + 1K ausgeh. Doch die Bengtsson’sche Kliamsensitivität von 1K ist auf jeden Fall falsch, sie ist zu niedrig. Heute verwenden immer mehr Klimawissenschaftler und auch Klimaskeptiker wie Nicholas Lewis die Bayessche Interferenz mit dem bekannten Messwerteverlauf als Input um die Klimasensitivität zu bestimmen. Und sie erhalten Werte grösser als 1.2 Celsius und das sogar vor dem kürzlichen starken Temperaturanstieg im Zusammenhang mit einem El Nino-Ereignis.

            Der aktuelle Klimaverlauf und seine statistich korrekte Verlängerung in die Zukunft sagt aber wenig aus über den in ganz ferner Zukunft erreichten Temperaturanstieg. Darüber entscheidet die ECS (Equilibirum Climate Sensitvity). Dieser später einmal – im Gleichgewichtszustand – erreichte Temperaturanstieg kann noch wesentlich höher sein als das, was für die nächsten Jahrzehnte zu erwarten ist, denn ein wärmeres Klima ändert die Verhältnisse auf der Erdoberfläche – und zwar in einer Weise, die zu einer weiteren Erwärmung führt.

    • Ja, Paul Stefan, Trumps Kabinet verhält sich so loyal wie Kim Jong-un’s Kabinett und das hat viel mit dem Zustand der republikanischen Partei zu tun wie Paul Krugman in Their Own Private Pyongyang schreibt:Es war eine seltsame Szene: Trump’s Kabinett-Mitglieder sprechen, eines nach dem anderen, überflüssiges, kriecherisches Lob auf ihren Chef aus. Auch wenn das Lob gerechtfertigt wäre (in der Tat, Trump hat erstaunlich wenig erreicht), war es tief unamerikanisch – es war die Art von Dingen, die man in einem autoritären Regime erwarten würde, nicht in einer Republik, wo Führer vorgeben solten demütige Diener der Menschen zu sein. Dieses Verhalten schreibt Krugman den Republikanern zu, die sich als willig zeigten, jeden noch so grotesken Machtmissbrauch zu akzeptieren.
      In Europa gibt es diese kriecherische, nichts in Frage stellende Loyalität bis jetzt noch nicht, wobei ich die Zustände in Ungarn unter Orban, zuwenig kenne um sie mit denen in den USA zu vergleichen.

  7. @Webbaer

    Das irdische Klimasystem gibt es nicht ohne Feedbacks, also macht es keinen Sinn, von einer tatsächlichen Klimasensitivität von 1,2° C auszugehen.

    “Bei ausschließlicher Betrachtung der im Labor messbaren Strahlungswirkung von CO2 ergibt sich eine Klimasensitivität von 1,2 °C. Zur Klimasensitivität trägt jedoch auch die Summe aller Rückkopplungen im Erdklimasystem bei, wie z. B. die Reaktion der Meeresspiegel (Rückkopplungen in der Kryosphäre) in Abhängigkeit vom planetarischen Energiegleichgewicht.”

    https://de.wikipedia.org/wiki/Klimasensitivit%C3%A4t

    Und die Klimasensitivität im realen Klimasystem mit Feedbacks beträgt eben 1,5-4,5°C nach jetzigem Kenntnisstand, wobei ein Wert unter 2° sehr unwahrscheinlich ist. Der wahrscheinliche Wert liegt um 3°C.

    M.W. ist die bodennahe Lufttemperatur gemeint. Der Begriff “Klimasenken” ist mir nicht bekannt, soweit ich weiß, spricht man von CO2-Senken (als dem wichtigsten Treibhausgas). Methan könnte aber unterschätzt sein, ich kann das aber als Laie nicht beurteilen.

  8. @Dr.Webbaer;
    Es stimmt zwar, dass sowohl positive als auch negative Rückkopplungen möglich sind. Bisher sind jedoch hauptsächlich positive Rückkopplungen bekannt, so z.B. die Verstärkung der Erwärmung durch die Verringerung der Eisflächen und die Versauerung der Ozeane, die weniger CO2 aufnehmen können. Dagegen sind die negativen Rückkopplungen schwach. Möglich ist eine Verlangsamung des CO2-Anstiegs durch erhöhte Absorption der Flora. Das reicht jedoch bei weitem nicht aus. Bei einer wirksamen negativen Rückkopplung müsste der CO2-Anstieg zum Stillstand kommen, das Gegenteil ist jedoch zu beobachten. Das CO2 kann Jahrhunderte in der Atmosphäre wirksam bleiben!

    Wir stehen erst am Anfang der globalen Erwärmung. Wie beim Londoner Hochhausbrand werden die Risiken und Gefahren ignoriert und abgewiegelt, mit fadenscheinigen und heuchlerischen Argumenten. Wenn es dann richtig brennt, kann auch die Feuerwehr nichts mehr retten.

    • @ Herr Reutlinger :

      Es stimmt zwar, dass sowohl positive als auch negative Rückkopplungen möglich sind. Bisher sind jedoch hauptsächlich positive Rückkopplungen bekannt, so z.B. die Verstärkung der Erwärmung durch die Verringerung der Eisflächen und die Versauerung der Ozeane, die weniger CO2 aufnehmen können. Dagegen sind die negativen Rückkopplungen schwach.

      Einerseits werden Sie die Frösche schlecht dazu bringen können ihren Sumpf trocken zu legen, andererseits sind positive Feedbacks leichter zu erkennen und zu theoretisieren, negative Feedbacks, sogenannte Klimasenken, werden vermutlich meist post festum erkannt.
      Auch aus : Notwendigkeit.

      Die tatsächlich, faktisch festgestellte Erderwärmung liegt bei ca. + 1K seit ca. 1880/01.


      Opi Webbaer kennt Derartiges aus der Wirtschaft. – Sie werden dort Mathematiker (gerade auch : junge >:-> ) und Vertriebskräfte und die Mischung aus Beidem antreffen, die besonders theoretisieren und angeben den Stein des Weisen gefunden zu haben, denn A) haben sie ihn gefunden, dürfen sie in der Folge mit nachhaltiger persönlicher Aufspeckung rechnen und B) falls nicht, dann Schwamm drüber!, vielleicht wird dann auch weitergewandert und das Unternehmen verlassen.

      Um einmal mit der oder dem deutschen BB zu sprechen:
      Das Sein bestimmt das Bewusstsein.

      Und hey, was sind denn minder Theoretisierende andere als Bedenkenträger, brauchen wir die?!

      Wir stehen erst am Anfang der globalen Erwärmung. Wie beim Londoner Hochhausbrand werden die Risiken und Gefahren ignoriert und abgewiegelt, mit fadenscheinigen und heuchlerischen Argumenten. Wenn es dann richtig brennt, kann auch die Feuerwehr nichts mehr retten.

      Sie bringen hier ein ambivalentes Beispiel : Ist es hier nicht gerade angeblicher Klimaschutz, der in London zur Außendämmung mit brennbarem Material geführt hat?
      Ökologistischerweise und nun Menschenleben kostend?

      Opi Webbaer sieht in der zeitgenössischen Klima- und Klimafolgenforschung, die Beforschung des terrestrischen Klimas ist nichts weniger als das größte bisherige Forschungsvorhaben des hier gemeinten Primaten, vor allem auch für später Folgende einen großen Topos für Wissenschaftsforscher, also für diejenigen, die im Meta die Wissenschaft, insbesondere die Naturwissenschaft, beforschen werden, im Ex Post.

      MFG
      Dr. Webbaer (der im Abgang gerne noch angibt vglw. “klimatreu” zu sein, im Sinne der zeitgenössischen Klimaforschung)

  9. Veränderungen,
    Die Kündigung des Abkommens durch Trump ist ein großes Medienspektakel. Ich denke , der Einfluss von Trump wird hier überschätzt. Kalifornien hat mit China schon ein sonderabkommen getroffen.Andere Staaten werden folgen.
    Zweitens wird ein Wechsel in der Energiewirtschaft auch nicht schlagartig eintreten. Kein vorausdenkender Unternehmer geht davon aus, dass Trump die erste Regierungszeit überleben wird.
    Der gegenteilige Effekt ist auch denkbar. Klimaerwärmung ist dank Trump wieder in den Focus geraten.
    Die Menschen sind verantwortungsvoller als wir glauben.

  10. 0,0005% des weltweiten CO2-Ausstoßes wird von Deutschland verursacht. Selbst bei einer landesweiten Selbstversenkung würde sich NICHTS ändern. Also liebe Klima”besorgten”, gemach…Postet bitte Eure Sorgenfalten in China , Indien, Bangladesh…aber ausgerechnet hier ??

    • China und Indien wollen auch unseren Lebensstandard und sagen dann, reduziert doch bitte in Europa euren pro-Kopf-Ausstoß auf unsere Werte, bevor ihr uns Vorwürfe macht.

      Es gibt einen für alle gerechten Vorschlag:

      “Am Vorabend der diesjährigen „Earth hour“ (25. März) haben die Forscher in ‘Science’ einen Fahrplan vorgelegt, wie die Weltwirtschaft rasch ihren CO2-Ausstoß verringern kann. Mit einer Halbierung der Treibhausgas-Emissionen in jedem Jahrzehnt als einfache Faustregel könnten disruptive Innovationen in Gang gebracht werden. Ein solches „Carbon Law“, ähnlich dem „Moore’s Law“ in der Computerindustrie, könnte für Städte, Staaten und Wirtschaftszweige angewendet werden.”

      https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/use-a-carbon-law201d-to-achieve-net-zero-emissions-by-2050

    • Unterschätzen Sie nicht den deutschen Beitrag! Im Jahr 2015 verursachte Deutschland etwa 2,2% des weltweiten CO2-Ausstoßes. Außerdem hat Deutschland beträchtlichen Einfluss auf die Gesetzgebung in der EU, die wiederum 9,6% der CO2-Emissionen kontrolliert. Das ist schon eine ganze Menge. Man sollte nicht vergessen, dass viele technische Lösungen zur CO2-Reduktion in Deutschland oder Europa entwickelt werden, womit wir wiederum Einfluss auf die weltweiten Emissionen haben. Also: machen wir uns nicht zu klein, wir können einiges bewegen!

      • @ Herr Dr. Grüter :

        Man sollte nicht vergessen, dass viele technische Lösungen zur CO2-Reduktion in Deutschland oder Europa entwickelt werden, womit wir wiederum Einfluss auf die weltweiten Emissionen haben. Also: machen wir uns nicht zu klein, wir können einiges bewegen!

        Hier setzt es natürlich ein fettes +1 bzw. würde es ein fettes +1 setzen, wenn wie folgt gemeint wäre :
        Ja, wir in Europa subventionieren im Staatsinteresse Produkte und deren Entwicklung, wenn sie (langfristig, perspektiv) in der Lage sind, den atmosphärischen CO2-Gehalt zu stabilisieren.
        Ja, wir subventionieren im Staatsinteresse auch die klimatologische Forschung.
        Nein, wir tun dies nicht aus anscheinend / scheinbar ökologistischen Gründen, die religiöser Bauart ähneln, suchen uns nicht irgendwie moralisch so zu kompensieren, nein, wir beteiligen uns nicht an gesellschaftlichen großen Transformationen, die teils politisch angeleitet scheinen, gar sozialistisch und expertokratisch.
        Und wieder ja : Wir wissen, dass das Unterfangen ein großes ist und die Problematik nur perspektiv lösbar, im Moment nicht anders bearbeitet werden kann.
        Von sozusagen protestantischem Sparen am CO2-Ausstoß sehen wir ab, wenn er nur lokal wirkt, also global kaum bis gar nicht.

        MFG
        Dr. Webbaer (der jetzt, lol, allerdings kein Manifest “heraushauen” wollte)

        • “religiöser Bauart ähneln”

          Wer meint, die Klimasensitivität betrage nur ca. 1,2° C, hat ein “religiöses” Problem.

          • Sie haben’s ja weiter oben korrekt ausgesagt, die bekannte Online-Enzyklopädie zitierend, Herr Stefan :

            Bei ausschließlicher Betrachtung der im Labor messbaren Strahlungswirkung von CO2 ergibt sich eine Klimasensitivität von 1,2 °C. Zur Klimasensitivität trägt jedoch auch die Summe aller Rückkopplungen im Erdklimasystem bei, wie z. B. die Reaktion der Meeresspiegel (Rückkopplungen in der Kryosphäre) in Abhängigkeit vom planetarischen Energiegleichgewicht.

            Diese ‘Summe aller Rückkopplungen’ ist jedenfalls zurzeit unzureichend physikalisch beforscht wie verstanden (“theoretisiert”) und der Blick auf die Datenlagen belegt eine Erwärmung der terrestrischen Oberflächentemperaturen seit ca. 1880 um ca. 1 K.

            Bitte unterstellen Sie Ihrem Langzeit-Kommentatorenfreund in diesem Zusammenhang keine besondere Rückbindung, keine sozusagen klimatologische Religiösität.

            Dass einige es gerne wärmer hätten, der atmosphärische CO2-Gehalt lag in vorhistorischer Zeit bei ca. 180 ppm, nun sind die 400 ppm überschritten, ist politisch dem Schreiber dieser Zeilen nachvollziehbar.

            MFG
            Dr. Webbaer (nicht vergessen, der ist (vergleichsweise) “klimatreu”)

    • @ Herr Stefan :

      Opi Webbaer hat die Bengtsson-Geschichte seinerzeit ein wenig verfolgt, korrekt, allerdings ist er ja kein Klimawissenschaftler (kein ‘Klimaprofi’), sondern interessierter Laie, Dilettant und skeptischer Begleiter (Klimaskeptiker sozusagen, gerne auch ohne doppelte Anführungszeichen, bestimmte PIK-Kräfte setzen diese arroganterweise regelmäßig pauschal, also ohne Betrachtung einzelner Kritiker) dieses bisher größten wissenschaftlichen Vorhabens des hier gemeinten Primaten und insofern nur mühsam in der Lage klimatologischer Argumentation zu folgen, die besondere Fachbildung verlangt.
      Sicherlich ist die Bengtsson-Publikation seinerzeit wegen fachlicher Mängel abgelehnt worden.
      >:->

      Und natürlich bearbeitet Dr. Webbaer die Maßnahmen im Rahmen der vereinbarten “Klimaverträge” (es handelt sich in der Regel um lose Absichtserklärungen ohne Sanktionsrecht) gerne auch wirtschaftlich.
      Was die BRD an Emissionen spart, wenn bestimmte Produktion zurückgefahren bis ausgemerzt wird, wird wohl anderenorts, bei anderen Umweltstandards, wieder “hereingeholt” bis übertroffen, denn der Produkt-Bedarf bleibt ja bestehen.
      So ähnlich wird sich’s auch “Trumpy” gedacht haben.
      Immerhin äußert sich Donald J. Trump nicht mehr mit seinen klimatheoretischen Erkenntnissen, sehr angenehm, oder?
      Privat-Klimatologie kann es sinnhafterweise nicht geben, hier leiden auch Klimaskeptiker wie bspw. die Leutz von EIKE.

      MFG + schönes Wochenende,
      Dr. Webbaer (der sich erst nach langem Zögern mit der Klimageschichte zu beschäftigen begann, hauptsächlich deswegen, weil viele vernünftig erscheinende Leute hier skeptisch waren und er herausfinden wollte warum – der sich zudem fast ausschließlich bei “klimatreuen” Inhaltegebern informiert hat, hier insbesondere Herrn Dr. Georg Hoffmann von den scienceblogs.de zu danken hat)

  11. Von dem 10-Gradszenario habe ich bisher noch nichts gehört. Wie wahrscheinlich ist ein derartig extremer Temperaturanstieg?

    • Wahrscheinlichkeiten [1] sind a priori weniger der Punkt, es wird allerdings bereits der Runaway Climate Effect theoretisiert, die Venusfikation der Erde.
      Allerdings von Klima-Aktivisten, bspw. von Jim Hansen, der sozusagen Bock, Klimawissenschaftler, und Gärtner, eben : Aktivist, war, bspw. hier :
      -> https://www.amazon.com/Storms-My-Grandchildren-Catastrophe-Humanity/dp/1608195023 (‘Point of no Return’ – weitergehende Lyrik findet sich im bezeichneten Werk)

      MFG + schönes Wochenende,
      Dr. Webbaer

      [1]
      Dem Schreiber dieser Zeilen ist sehr unklar, warum die Temperaturerhöhung von 288 K auf 298 K * dazu führen soll, dass sich ‘Menschen um die Pole scharen’, womöglich wird der Mensch und die mit ihm fortschreitende Technik (“Fähigkeit”) hier ein wenig unterschätzt, das bezugnehmende Zitat des Artikel-Textes :
      ‘Bei mehr als 10 Grad Temperaturerhöhung würden weite Teile der Erde für Menschen unbewohnbar werden. Die Reste der Menschheit müssen sich um die Pole scharen, wenn sie überleben wollen.’
      “Singsang” könnte vorliegen.

      *
      Die Skalierung ist zu beachten, statt 288 298, der Unterschied ist relativ gar nicht so groß, der Mensch ist allerdings ein Gewohnheitstier.

      • PS und bevor irgendwelche (ungewollten) Missverständnisse aufkommen :

        (…) Jim Hansen, der sozusagen Bock, Aktivist, und Gärtner, eben : Klimawissenschaftler war (…)

        Dr. W hat’s mal verfremdet.

        (Ansonsten gehören insgesamt Aktivisten natürlich als befangen notiert und nicht in Positionen der Leitung.)

      • Dr. Webbaer: Da haben sie für einmal recht: Einen “Runaway Climate Effect” wird es nicht geben und Erwärmungen von mehr als 4 Celsius relativ zu 1880 sind für dieses Jahrhundert so gut wie ausgeschlossen, wenn man den jetztigen Verlauf der Oberflächentemperatur zusammen mit den Emissionstrends statistisch korrekt in die Zukunft verlängert.
        Aber: Die Emission von Treibhausgasen, der Anstieg vor allem des atmosphärischen Kohlendioxids wegen der Verbrennung von Öl, Erdgas und Kohle und wegen Prozessen wie der Herstellung von Zement, dieser Anstieg ist ein Treiber für die Erdeerwärmung. Warum dann können wir mit grosser Sicherheit sagen, dass die Durchschnitts-Temperaturen bis 2100 kaum um 4 Celsius ansteigen? Weil die Energieeffizienz von Prozessen deutlich angestiegen ist und für das gleiche Ergebnis viel weniger Kohle, Öl und Erdgas verbrannt werden. In den Industriestaaten sinken die Kohlendioxidemissionen bereits und irgendwann folgen auch die Schwellenländer und auch in China ist es absehbar, dass die Kohlendioxidemissionen schon in wenigen Jahren nicht nur auf einem Plateau verharren, sondern sogar sinken. Diese Trends sind Langfristtrends, denn alles was im Energiebereich passiert, wirkt sich global typischerweise erst über viele Jahrzehnte aus. Mit grösster Wahrscheinlichkeit werden die Industriestaaten ihren CO2-Ausstoss weiter reduzieren, doch mit nur kleiner Wahrscheinlichkeit werden sie ihn radikal senken, denn das ist weit schwieriger als viele meinen. Die voraussichtliche Folge für unsere nähere Zukunft: Die CO2-Emissionen steigen global weiter, jedoch eher weniger als in den nahen Vergangenheit, weil sich CO2-arme Technologien zwar langsam aber zuverlässig über den ganzen Globus verbreiten. Der Temperaturanstieg bis Ende dieses Jahrhunderts wird mit ziemlicher Sicherheit im Bereich 2 bis 3 Grad Celsius liegen. Jedes andere Ergebnis ist ziemlich unwahrscheinlich.

        • @ Herr Holzherr :

          Der Temperaturanstieg bis Ende dieses Jahrhunderts wird mit ziemlicher Sicherheit im Bereich 2 bis 3 Grad Celsius liegen. Jedes andere Ergebnis ist ziemlich unwahrscheinlich.

          Klingt durchaus plausibel, Herr Reutlinger war an anderer Stelle so freundlich Tages-Lagen beizubringen, und Herr Stefan äußert sich diesbezüglich gerne auch mal emotional aufgeladen und beschulend, von sittlich höherer Ebene (als über die Dr. Webbaer verfügt oder in der ihr navigiert), anscheinend.

          Klimamodelle stellen, die genaue physikalische Begründung soll an dieser Stelle nicht in Frage gestellt werden, Intervalle bereit, die die terrestrische Oberflächentemperatur meinen, denn diese ist hier relevant.
          Konfidenzintervalle.


          Es liegen mit der hier vorgenommenen Klimatologie :
          1.) Das größte je vorgenommene naturwissenschaftliche Vorhaben des hier gemeinten Primaten vor.
          2.) Intervalle, sogenannte Konfidenz-Intervalle, die bestimmte Temperaturentwicklung meinen, die breit gefächert sind.
          Bei besonderem Bedarf bringt Dr. Webbaer welche bei.
          Selbst wenn die terrestrischen Oberflächentemperaturen bis 2100 absinken sollten, wären die Klimamodelle, die andere Prädiktion erlaub[t]en, nicht direkt in Frage gestellt.
          Denn es könnte im probabilistischen Sinne von der Erde eine gewisse Entwicklung getroffen worden sein, die besonders oder ziemlich (“wie es sich gehört”, “wie es sich ziemt”) ‘unwahrscheinlich’ wäre.
          3.) Das altbekannte physikalische Prinzip “Error & Trial” funktioniert hier nicht, weil die Welt, in diesem Fall : die Erde, nur einmal stattfindet.


          Das Falsifikationsprinzip ist hier grundsätzlich in Frage gestellt bzw. besser formuliert: Falsifikation gibt es nicht, wenn Entwicklung nur einmal stattfindet.


          Besondere Probleme hat Dr. Webbaer hier nicht, sicherlich macht die “CO2-zentrierte Klimatologie mit dem Erwärmungstrend Sinn”, der Mond ist in vergleichbarer Entfernung von der Sonne beträchtlich kühler und die “Bauphysik” hat Dr. Webbaer nie in Frage gestellt.

          Andererseits bittet und wirbt Dr. Webbaer darum die Besonderheiten bei diesem schier unglaublichen physikalischen Vorhaben zu beachten.

          Dr. Webbaer wundert sich bspw. in diesem Zusammenhang, dass nicht auch komödiantisch und teils auch zynische Kräfte hier aufgehorcht haben, hier gibt es für sie eine ganze Menge zu holen.
          Gerade auch im guten (natur-)wissenschaftlichen Sinne, Opi W ist ja sozusagen bis zum Geht-Nicht-Mehr naturwissenschaftlich treu.

          Vince Ebert?

          MFG
          Dr. Webbaer

      • @Dr.Webbaer;
        Dazu passen die Resultate einer Studie, über die gerade auf SPON berichtet wurde:

        “Extreme Hitzewellen werden einer Studie zufolge in den kommenden Jahrzehnten immer mehr Menschen zu schaffen machen – und könnten für mehr Todesopfer sorgen. Das schreiben Forscher um Camilo Mora von der University of Hawaii at Manoa in Honolulu im Fachmagazin “Nature Climate Change”.

        Wenn die Außentemperatur die Körpertemperatur von etwa 37 Grad Celsius übersteigt, könne die Wärme nicht mehr nach außen abgegeben werden, der Körper erhitze sich stark. Hinzu kommt, dass bei hoher Luftfeuchte der Hauptkühlmechanismus des Körpers nicht mehr funktioniert, das Schwitzen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit seien daher auch niedrigere Temperaturen potenziell tödlich, schreiben die Wissenschaftler.

        Bereits 2015 hatten Forscher eine düstere Prognose für die Golfstaaten veröffentlicht: Schon in wenigen Jahrzehnten könnten die Temperaturen dort wegen des Klimawandels regelmäßig über 60 Grad steigen. ”

        Für die nächsten Tage sind im Raum Frankfurt/Mainz 37° vorhergesagt.

  12. Es gibt eine Studie, die versucht hat, den Grad der Veränderungen aufgrund der globalen Erwärmung zu schätzen. Hier ist das Ergebnis beim Szenario RCP4.5.

    “The results suggest that by the 2030s, around half of the global population can expect to experience “unfamiliar” climates (compared to 1986-2005), and “unknown” climates by mid-century. By 2100, only 20% of the world’s population would avoid living in “unknown” climates, the paper says.
    The results also show that tropical regions are likely to experience the most dramatic changes to the familiarity of the climate. These areas, which include Malaysia, Indonesia, western India, West Africa and Central America, are home to almost half of the world’s population.”

    https://www.carbonbrief.org/half-global-population-could-face-unknown-climates-by-mid-century

  13. Am schlimmsten an Trumps Ausstieg aus dem Pariser Abkommen ist für mich, dass er selbst aus der Energieforschung und -entwicklung aussteigt, indem er dem ARPA-E-Programm die Mittel kürzen will. Was aber alles im Rahmen des ARPA-E erforscht wird, könnte sich als Game-Changer erweisen. Im Unterschied zu vielen anderen glaube ich nämlich, dass kostengünstige CO2-arme Technologie viel wichtiger sind als politische Absichtserklärungen und politische Programme, denn Politiker können beispielsweise ohne weiteres die Rentensätze verdoppeln, finanzieren aber muss das die Wirtschaft und wenn sie es nicht finanzieren kann muss die Politik zurückkrebsen. Das Primat der Politik ist deshalb für mich ein Mythos, den die Politiker selber gerne glauben, der aber in der modernen Welt immer weniger stimmt. In Wirklichkeit regiert das Prinzip von Wunsch und (technologischer) Realisierbarkeit von Wünschen und die Realiserbarkeit schafft eine Sammlung von ökonomisch realistischen Entwicklungs-Pfaden. Einer der vielen ökonomisch möglichen Pfade muss schliesslich in der Praxis beschritten werden. Damit die Realisierbarkeit eines konkreten Zukunft-Pfades steigt, müssen Vorleistungen in Form von Forschung und Entwicklung getroffen werden. Wenn man die Forschung für einen Bereich abklemmt, dann senkt man die Wahrscheinlichkeit, dass der entsprechende Pfad beschritten werden kann. Wer also Forschungs-und Entwicklungsprogramme im Bereich Energie herunterfährt, fährt die Wahrscheinlichkeit herunter, dass sich im Energiebereich etwas grundlegend ändert.

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