Überlebt unsere Zivilisation den Klimawandel?

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die Psychologie irrationalen Denkens
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Im Juli 2021 ist die zweite, komplett überarbeitete Auflage meines Buchs „Offline!“ bei Springer erschienen. Der Untertitel lautet jetzt „Der Kollaps der globalen digitalen Zivilisation“. Damals erschien vielen Menschen die Idee etwas übertrieben. Eine Pandemie weiter und angesichts einer immer schnelleren Erwärmung sieht das plötzlich anders aus. Aber wo liegen denn die Schwachstellen eigentlich genau?

Boris Johnson, britischer Premierminister und studierter Altphilologe, bemüht das Beispiel des Römischen Reichs, wenn er vor dem Kollaps der Zivilisation warnt. Beim G20-Gipfel in Rom erklärte er am 30.102021:

„Wenn etwas schiefgeht, kann es mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit schiefgehen. Das hat man beim Fall des Römischen Reichs gesehen, und ich fürchte, dass wir auch einen Absturz unserer Zivilisation, unserer Welt sehen könnten, falls wir es nicht schaffen, den Klimawandel zu bekämpfen.“

Der berühmte britische Naturfilmer Sir David Attenborough sieht das ganz ähnlich:

„Wenn wir so weiter machen wie zuvor, wird alles zusammenbrechen, das uns Sicherheit gibt: die Nahrungsmittelproduktion, der Zugang zu frischem Wasser, eine bewohnbare Temperatur und die Nahrungsketten im Ozean und wenn die Natur unsere grundlegendsten Bedürfnisse nicht mehr unterstützen kann, wird ein Großteil der übrigen Zivilisation schnell zusammenbrechen.“

UN-Generalsekretär António Guterres formulierte es in seiner Rede zum Weltklimagipfel in Glasgow deutlich kürzer: „Wir schaufeln uns unser eigenes Grab.“

Gleichzeitig hat die Pandemie gezeigt, dass die Welt verwundbar ist. Aller technologischer Fortschritt hat das Coronavirus nicht aufgehalten. Und die vielfach verflochtene Wirtschaft reagiert anfälliger als erwartet. Mehr als 200 Milliarden US$ Umsatz wird die Autoindustrie in diesem Jahr verlieren, weil die Konzerne keine Chips für die Autoelektronik beschaffen können. Es gibt sie einfach nicht. Selbst die alte Regel, die da lautet: „Wenn wir etwas mehr bezahlen, wird schon einer liefern“, gilt nicht mehr in einer globalen Gesellschaft, die auch für wichtige Güter nur noch einen Lieferanten kennt – weltweit, wohlgemerkt1.

Buch Offline!
Offline! – Der Kollaps der globalen
digitalen Zivilisation, Juli 2021.

 

Aber ein kompletter Kollaps – ist das überhaupt denkbar? Genau darum geht es in meinem Buch. Und wenn ich mir die gegenwärtigen politischen, wirtschaftlichen und klimatischen Entwicklungen ansehe, hätte ich vielleicht den Untertitel ergänzen sollen: „Das Buch zum Film“.

Nun ist unsere Zivilisation ja wahrhaftig nicht die erste in der Geschichte der Menschheit. Alle früheren sind irgendwann verschwunden, wir haben also genug Anschauungsmaterial. Suchen wir also nach einer Zivilisation, die durch einen Klimawandel vernichtet wurde oder durch einen Zusammenbruch des Handels!

Bronze – die erste technologische Revolution

Einen wirklich schnellen Klimawandel hat es bisher noch nicht gegeben, unser gegenwärtiges Experiment ist ziemlich einmalig. Aber es hat schon (mindestens) eine historische Hochkultur gegeben, die auf einem globalen Handelsnetz beruhte: Die bronzezeitlichen Reiche im östlichen Mittelmeer. Bronze ist kein Element, sondern eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Es hat mehr als tausend Jahre gedauert, bis die Schmiede und Metallurgen der Vorzeit wirklich gute Bronze erzeugen konnten. Aber als es soweit war, hatten sie eine Legierung erzeugt, die allen anderen damals bekannten Materialien überlegen war. Schwerter und Panzer aus Bronze waren damals (ca. 1400 v. Chr.) absolute Hightech-Waffen. Bronzene Küchengeräte unterschieden reiche Haushalte von armen, und mit bronzenen Kunstgegenständen bewies man verfeinerte Lebensart. Aber zwischen 1200 und 1150 v. Chr. verschwand die ganze Herrlichkeit. Troja brannte, die mykenische Kultur in Griechenland brach zusammen, das hethitische Großreich in Anatolien zerfiel und die reichen Handelsstädte in der Levante wurden eine nach der anderen geplündert. Woran mag das gelegen haben? Der Zusammenbruch des Fernhandels steht ganz oben auf der Liste möglicher Ursachen. Kupfer und Zinn wurden in ganz unterschiedlichen Weltgegenden gewonnen. Kupferminen gab es zum Beispiel in Zypern (Kupfer, lat. Cuprum von Aes cyprium = zyprisches Erz).

Die Zinnminen aber lagen am Rand der damals bekannten Welt: in Cornwall, in Afghanistan, im Taurusgebirge, im Erzgebirge oder in der Bretagne. Gold stammte übrigens auch zum beträchtlichen Teil aus sehr entlegenen Gegenden, z.B: dem heutigen Georgien.

Also: ohne sichere Fernhandelswege keine Bronze und kein Gold. Die Grundlagen der damaligen Kultur waren also stets gefährdet. Deshalb habe ich im Buch das plötzliche Ende der bronzezeitlichen Kulturen etwas ausführlicher diskutiert. Die Parallelen zur Gegenwart sind schließlich unübersehbar.

Und wenn man eine Zivilisation als komplexes System ansieht (siehe Blogpost vom 18.10), dann muss man mit einer plötzlichen Zustandsänderung rechnen, wenn das System unter Stress gerät.

Die andere Frage lautet natürlich, ob nach einem zeitweiligen Zusammenbruch der Lieferketten der Ursprungszustand schnell zurückkäme.2 Wissen, so denken die meisten, geht schließlich nicht verloren.

Die Applehexe

So einfach ist das aber nicht: Im Buch stelle ich ein Gedankenexperiment des amerikanischen Bloggers Tim Urban vor. Er betreibt das philosophische Blog Wait but Why. Darin schreibt er sehr unterhaltsam über Dinge wie aktuelle Politik oder die Größe des Universums. Im Jahr 2015 arbeitete er die absurde Vorstellung aus, eine wirklich bösartige Hexe käme auf die Idee, alle Änderungen rückgängig zu machen, die die Menschen jemals an der Welt vorgenommen haben. Alle Menschen fänden sich nackt im der Steppe, oder, wie in der Norddeutschen Tiefebene, einem sumpfdurchzogenen Waldgebiet wieder. Die Hexe erklärt, sie werde ihren Fluch wieder aufheben, sobald die Menschen ein einziges perfektes iPhone produziert haben. Sie werde (per Zeitreise) einen Appleshop aufsuchen, und es dort auf Echtheit prüfen lassen. Sollte die Angestellten keinen Fehler finden, stellt sie die Zivilisation wieder her.

Zwischen zwanzig und 1200 Jahren werde es dauern, bis die Menschen diese Aufgabe gelöst hätten, schätze Urban. Das Internet-Portal ze.tt stellte das Gedankenexperiment in Deutschland vor. In der Redaktion lagen die Meinungen etwa im gleichen Bereich.

Nur: Das ist, wie ich im Buch zeige, offensichtlich falsch. Ich möchte das hier nicht zu sehr vertiefen, sondern frage einfach mal nach: Wie sehen Sie das?

Ende und Anfang

Ist unsere Zivilisation tatsächlich zum Untergang verurteilt? Jedes komplexe System bricht irgendwann zusammen. Schaut man zurück auf frühere Hochkulturen, dann muss man sich schon Sorgen machen. Sie sind allesamt kollabiert und und viele davon unmittelbar nach ihrer Hochblüte. Was können wir also tun? Einige Ideen stelle ich im Buch vor. Sie sind sicher kein Allheilmittel, aber eine breitere Diskussion darüber wäre sinnvoll – und zwar möglichst vor dem Zusammenbruch. Es wäre schon sehr viel gewonnen, wenn wir der nächsten Zivilisation so viel Wissen mitgeben können, dass sie einen fliegenden Start hat.

Links zum Buch

Buchvorstellung auf thomasgrueter.de

Kurze Beschreibung und Links auf die bisherigen Rezensionen (WDR, WELT, NZZ und Süddeutsche Zeitung). Außerdem haben ich die Links in den Endnoten und im Literaturverzeichnis online gestellt, weil ich mich bei Recherchen immer darüber geärgert habe, dass ich ellenlange sinnlose Buchstabenkombinationen abschreiben musste, wenn ich einen Link in einem Buch verifizieren wollte.

Springer Verlag, Springerlink

Auf dieser Verlagsseite gibt es das E-Book oder auch einzelne Kapitel zum kostenpflichtigen Download. Wer über seine Universität Zugriff auf Springer-Publikationen hat, zahlt natürlich nichts. Zusätzlich zur Buchbeschreibung hat der Verlag freundlicherweise eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Kapitel online gestellt.

Autorenvideo im YouTube-Kanal von Springer Nature

Wie der Name schon sagt, erstellt der Autor das Video mit seinen bescheidenen Mitteln selbst. Man sollte deshalb kein oscarreifes Wunderwerk erwarten. Übrigens gibt es auch hier ein Rätsel: Die Texte ab Minute 6:01 stammen aus vier sehr bekannten dystopischen Büchern oder Gedichten. Die Sätze sind übereinander gesprochen, aber das menschliche Gehör kann sie mit etwas Mühe tatsächlich auseinanderhalten. Haben Sie einige davon erkannt?

Anmerkungen

[1] Im Fall der Autoindustrie heißt der Lieferant TSMC – Taiwan Semiconductor Manufactoring Company. Nie gehört? Das Unternehmen beschäftigt mehr als 50000 Mitarbeiter, setzt mehr als 30 Milliarden US$ um und gehört zu den 15 Unternehmen mit dem größten Börsenwert weltweit. Die Aktien von BMW und Daimler erreichen zusammengenommen nicht einmal den halben Wert.

[2] Haben wir nicht schon jetzt mit einem Zusammenbruch der Lieferketten zu kämpfen? Nein, die Lieferketten sind überlastet, aber keinesfalls zusammengebrochen. Bei Schwankungen von Angebot und Nachfrage ergibt sich immer irgendwo ein Engpass, und der bestimmt die maximale Leistung der Lieferkette. Durch eine stärkere Vermaschung könnte man das auffangen, aber das wäre teurer, weil man Reserven vorhalten müsste. In dem fast idealen Zustand vor der Pandemie war eine einfache Kette am billigsten und ausreichend zuverlässig. Damit hatte sie einen Wettbewerbsvorteil. Das rächt sich jetzt.

Veröffentlicht von

www.thomasgrueter.de

Thomas Grüter ist Arzt, Wissenschaftler und Wissenschaftsautor. Er lebt und arbeitet in Münster.

91 Kommentare

  1. @Grüter: “… dass die Welt verwundbar ist.

    So wie diese Welt- und “Werteordnung” NUR WEGEN diesem System in wettbewerbsbedingter Symptomatik zunehmend die Bevölkerung nicht mehr ernähren kann, ist diese durch Klimawandel und Pandemien auch nur verwundbar wegen der heuchlerisch-verlogenen Abläufe in/für manipulativ-schwankende “Werte” (Aktien, Immobilien, unternehmerische Abwägungen) – Eine Welt- und Werteordnung in grundsätzlich-unkorrumpierbaren Gemeinschaftseigentum OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik, könnte Lockdowns und Krisen OHNE Druck von irgendeiner Seite zweifelsfrei-eindeutig händeln.

    Was mich immer wieder besonders ärgert, sind die Populisten die ihre Finger in die logischen Wunden dieses wettbewerbsbedingten Systems legen (“gesellschaftskritische” Polit-Magazine wie Monitor, Panorama, Kontraste, usw., oder Statistiker, Buchautoren und Kabarettisten) OHNE im Sinne von wirklich-wahrhaftiger Vernunft und Verantwortungsbewusstein eine deutliche Gegen-Position vorzulegen.

  2. @Grüter: “Ist unsere Zivilisation tatsächlich zum Untergang verurteilt?”

    Die Frage sollte besser lauten:
    Ist unsere Zivilisation endlich vor dem Anfang wirklicher Wahrhaftigkeit!?

    Oder:
    Hat Mensch endlich das Bewusstsein den wettbewerbsbedingten Kreislauf des imperialistisch-faschistischen Erbensystems für zweifelsfrei-eindeutige Menschenwürde zu verurteilen?

  3. Ja, aufschlussreich finde ich vor allem, dass Thomas Grüter von nur einer Zivilisation und ihrem möglichen Untergang spricht. Genau das ist ja Teil des Problems: wir leben jetzt in einer einzigen, die ganze Welt umspannenden technisch/industriell geprägten Zivilisation. Und wenn die untergeht, dann sieht es eben nicht nur in Europa, sondern auch überall sonst zappenduster aus.

    Klar ging das römische Reich unter, aber das römische Reich war ja nicht die ganze Welt. In Konstantinopel ging es weiter und in den ehemaligen römischen Kolonien blieben sogar Einflüsse des vergangenen Imperium Romanum bestehen.

    Die heutige, extreme Globalisierung hat so gesehen ein Janusgesicht: es steht für den Beginn einer grenzenlosen Welt mit grenzenlosen Möglichkeiten und zugleich für die Gefahr eines grenzenlosen Niedergangs, falls die Mechanik, die Zahnräder, die alles am Laufen halten, plötzlich versagen oder auch nur stillstehen. Wobei die Blockade eines einzigen Zahnrads schon genügen kann um das ganze Uhrwerk zum Stillstand zu bringen.

    So gesehen haben wir mit der heutigen Globalisierung, mit einer globalen Arbeitsteilung und mit den Globus umspannenden Lieferketten alles andere als ein resilientes System. Zeichen der Fragilität und der fehlenden Eindämmung/Lokalisierung von Störungen erleben wir ja immer wieder. Von der US-Immobilienkrise, die die ganze Welt erfasst über den zeitweisen Mangel von solch profanen Dingen wie Mundschutzmasken weil solch profane Dinge schon längst nicht mehr überall produziert werden bis hin zu weltweiten Rezessionen obwohl nur gerade die Wirtschaft in den USA oder in China stottert.

    Es bräuchte also mehr als eine Zivilisation, wenn wir wollen, dass bis in alle Ewigkeiten etwas Berichtenswertes in den Chroniken und späteren Geschichtsbüchern stehen soll, wenn wir vermeiden wollen, dass es plötzlich einen grossen Einbruch gibt, der entweder alles beendet oder der uns zu einem existenziellen Dämmerzustand verdammt.

    Deshalb ergibt die Vision der Menschheit als multiplanetare Spezies einen Sinn, denn damit wären wir viel näher an einer Permanenz der Zivilisation unabhängig vom Schicksal der Zivilisation auf nur einem Planeten (zumal es auf der Erde ohnehin langsam zu eng wird). Doch darauf zu warten könnte wiederum ein schwerer Fehler sein, denn selbst im optimistischsten Szenario sind wir von einer multiplanetaren Zivilisation noch mehr als hundert Jahre entfernt. Ein einfacherer und naheliegender, sich in der heutigen Weltsituation anbietender Weg zu mehr Resilienz wäre wohl, dass jede der im engen inneren Austausch stehenden Grossregionen, also die USA, Europa, China, Indien, Südostasien, Westafrika, etc. sich bereit machen würde für ein Rückfallszenario, in der diese Grossregionen mehr oder weniger auf sich selber gestellt sind und ohne Handel und Kommunikation mit anderen Regionen auskommen müssen.

    Nun, das sind meine spontanen Laiengedanken. In Thomas Grüters Buch findet man sicher viel mehr.

  4. Etwa ab Ende des 2.Jhd begann Rom eine seiner Tugenden zu verlieren- war es bis dato noch üblich, Reichtum dezent zu leben und auch der Allgemeinheit (in Maßen) zur Verfügung zu stellen, verschwand diese Eigenschaft zusehends und die Eliten begannen, damit zu protzen und zunehmend geringschätzig auf die Inetressen der bevölkerung zu blicken. Zeitgleich begann das “Jahrhundert der Bürgerkriege” mit ständigen Ursurpationen, so ab Mitte des 3.Jhd war Rom kurz vor dem Kollaps.
    Dann begann noch einmal eine Regeneration, die inneren Konflikte konnten gestoppt werden, mit dem 3.Jhd (Constantin) gab es nochmal eine kurze Blüte, die aber schnell verdrängt wurde von totalitärem Denken.
    Etwa um 400 verfiel auch die technische Kompetenz, niemand wußte z.B.mehr, wie man ein Aquädukt baut, ca.ab 430 auch nicht mehr, wie man eins repariert oder eine Straße auf dem alten Niveau erhält. 476 wurde der letzte westliche Kaiser entmachtet.
    (West-)Rom ist über Jahrhunderte niedergegangen, mit Wellenbewegungen zwischendrin.
    Der sichtbare Zusammenbruch geht schnell, hat aber einen langen Vorlauf.
    Da heute solche Prozesse schneller gehen und wir einen Teil des Wegs schon gegnnagen sind, ist die Warnung mehr als berechtigt.

    • DH (Zitat):

      Etwa ab Ende des 2.Jhd begann Rom eine seiner Tugenden zu verlieren-

      Das ist – mehr oder weniger – die Dekadenzthese, die Annahme es seien innere Gründe gewesen, die Roms Niedergang einleiteten.
      Dagegen steht die Katastrophenthese, auch „Angriff von Aussen“ genannt, welche Hunnen und Germanen und sogar eine breitere Völkerwanderung Richtung römisches Reich verantwortlich für den Niedergang macht. Daneben gibt es noch die Transformationsthese (Wandel zum Feudalismus) und die Bürgerkriegsthese (Bürgerkriege hätten zur Deligitimation und Entmachtung Roms geführt).

      Auffällig ist jedenfalls, dass Rom als Republik begann, dann zum Kaisertum wurde und zunehmend von ständigen Machtkämpfen und Usurpationen geprägt wurde, so dass von der ursprünglichen Idee eines Rechtsstaates nicht mehr viel übrig blieb.

      Die Angriffe der Germanen auf das Westreich hatten aber ernsthafte Konsequenzen, weil sie auch die Steuereinnahmen aus vielen Provinzen verkleinerten und über diese Steuern wurde die imperiale Söldnerarmee finanziert. Ohne Geld aber keine Armee oder mindestens eine kleinere Armee und das bei steigendem Druck von aussen. Wenn dann noch eine überzeugende Idee zum Sinn des Imperiums fehlt und die Bürger sich nicht mehr für den Erhalt des Imperiums engagieren wollten, dann brauchte es nicht mehr viel um es völlig zu destabilisieren.

      • @Martin Holzherr
        “ursprünglichen Idee eines Rechtsstaates nicht mehr viel übrig blieb. ”
        Als Endpunkt einer Entwicklung, die vielleicht sogar schon mit dem Ende der Republik begann, gut beschrieben.
        “eine überzeugende Idee zum Sinn des Imperiums fehlt”
        Das ist vielleicht ein ganz entscheidender Punkt, Rom war immer mehr als ein reines Machtimperium, es war wohl sowas wie die Idee einer Zivilisation an sich, die folgerichtig das Reich sehr lange überlebte und eigentlich heute noch existiert.
        Welche der verschiedenen Hypothesen am sinnvollsten ist, schwer zu sagen, vielleicht eine Mischung aus allem. Bei der Dekandenzthese ist Vorsicht geboten, jedenfalls in der Version Westerwelles, die auch die Version des Historikers Joachim Fernau ist. Beide mach(t)en weitgehend die Unterschichten verantwortlich für die “Dekadenz”.
        Persönlich würde ich noch einen weiteren Grund anfügen, der vielleicht übersehen wird- die Fanatisierung des Christentums, die nach dem Ende Constantins begann und zum Schluß immer mehr eskalierte.

  5. Gehen wir einmal in der Geschichte 100 Jahre zurück.
    Da schreibt ein ehemaliger Gefreiter über die Zukunft. Er schreibt, dass sich ein Kulturvolk nur weiter entwickeln kann, wenn es genug Lebensraum mit ausreichend Ressourcen hat.
    Wir kennen dieses Buch und wir kennen das Ende dieser Episode in der deutschen Geschichte.

    Ein Volk , dass sich nicht selbst ernähren kann, dass keine Rohstoffe hat, dass kann nur überleben, wenn es know how besitzt, und dieses know how einsetzt und mit anderen Handel treibt.

    Diese Anderen, das ist die EU mit der wir verbunden sind. Und diese EU hat vergessen, dass man auch know how braucht. Das haben die Konzerne dem schnellen Gewinn geopfert.

    Sie haben ihre Aufträge nach Asien vergeben und vergessen, dass sie damit abhängig werden.
    Was hat jetzt der Klimawandel damit zu tun ? Eigentlich nicht viel.
    Die Gefahr für unsere Zivilisation ist die gleiche , wie im alten Rom, Die haben damals die Sklaven für sich arbeiten lassen. Heute nennt man das nicht Sklaverei, wenn Asiaten für einen Hungerlohn unsere Hosen erzeugen, man nennt das heute Welthandel.

    • @hwied (Zitat): Heute nennt man das nicht Sklaverei, wenn Asiaten für einen Hungerlohn unsere Hosen erzeugen, man nennt das heute Welthandel.
      Die Chinesen sind über den Welthandel und zuerst über die Textilindustrie, dann die chinesische Maschinenindustrie, schliesslich die chinesischen Hightech- Industrie zur Weltmacht aufgestiegen. Die Globalisierung war und ist ein unglaublicher Segen für sie.

      Wenn sie von Hungerlöhnen sprechen, dann vergessen sie völlig, dass die asiatischen Länder und auch China eigentliche Hungerländer waren und in regelmässigen Abständen auch Tausende verhungerten. Und das vor der Globalisierung.

      Ich kenne übrigens jemanden aus der erweiterten Familie, der auch von der Ausbeutung der Niedriglohnländer sprach und den Handel auf Fair-Trade Produkte beschränken wollte. Allerdings wollte er später überhaupt keinen Handel mehr mit China, denn China nehme uns unsere Jobs weg.

    • @hwied (Zitat):

      Die Gefahr für unsere Zivilisation ist die gleiche , wie im alten Rom, Die haben damals die Sklaven für sich arbeiten lassen. Heute nennt man das nicht Sklaverei, wenn Asiaten für einen Hungerlohn unsere Hosen erzeugen, man nennt das heute Welthandel.

      Sie, hwied, offenbaren mit diesen Sätzen ihre eigene kolonislistische Haltung, denn sie interpretieren die Worte „unsere Zivilisation“ als die Zivilisation Deutschlands und Europas. Im Gegensatz dazu sehen sie die asiatischen Länder als Sklaven – na gut als von uns Versklavte.

      Das ist eine völlig falsche, zutiefst kolonialisische Interpretation der Weltsituation. Asiaten sind keine Sklaven, nein sie sind die dominierende Kraft des 21. Jahrhunderts.
      Haben sie den Absatz von Thomas Grüters Beitrag nicht gelesen in dem steht:

      Das Unternehmen [TSMC Taiwan Semiconductor Manufacturing] beschäftigt mehr als 50000 Mitarbeiter, setzt mehr als 30 Milliarden US$ um und gehört zu den 15 Unternehmen mit dem größten Börsenwert weltweit. Die Aktien von BMW und Daimler erreichen zusammengenommen nicht einmal den halben Wert.

      TSMC steht an der Weltspitze in der Halbleiterindustrie. Das sind keine Hosen flickende Asiaten, sondern Hightech-Asiaten.

      Auffällig, dass auch Tobias Jeckenburger davon sprach, der Westen solle seine Chips doch nicht in so einem kleinen Land wie Taiwan herstellen. Dabei tönten seine Sätze so, als wäre die Chipherstellung die gehobene Form des Hosenflickens.

      Was ist „unsere Zivilisation“? Für mich ist klar, dass Thomas Grüter mit unserer Zivilisation die Weltzivilisation meinte und nicht nur Apple, Volkswagen, Google und Pforzheim.

    • @ hwied

      Heute nennt man das nicht Sklaverei, wenn Asiaten für einen Hungerlohn unsere Hosen erzeugen, man nennt das heute Welthandel.

      Das ist doch der übliche getarnte europäische Neokolonialismus: Mitleidig auf die ärmeren Weltgegenden blicken und von “Hungerlöhnen” und “Ausbeutung” sprechen.

      Eine arrogante Haltung, die auch gerade mit Blick auf Asien vollkommen albern ist. Was Sie “Hungerlohn” nennen, ist der wirtschaftliche Vorteil vieler Volkswirtschaften, und gerade die asiatischen haben ihn perfekt genutzt.

      Wer heute noch so redet, hat überhaupt nicht begriffen, was China in den letzten 40 Jahren geleistet hat.

    • @ Kommentatorenfreund ‘hwied’

      Dr. Webbaer rät an für Vergleichszwecke und antithetisch weder beim “Führer”, noch im alten Rom zu suchen; sich derart anbietende Vergleiche würde Dr. Webbaer also gerne ablehnen, weil sich so Schlussfolgerungen nicht anbieten, nicht auf der Hand zu liegen scheinen, nicht die Leutz dazu bringen muss zu rufen : “Muss ich haben, hier und jetzt!”

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer (der für eine, seine unten genannte Vermutung hier, hoffentlich erlaubt!, nach Belegen dafür sucht, danke)

  6. Pandemie und Klimagefährdung sind nicht unsere Feinde, sie sind unsere Freunde.
    Vor der Pandemie war kaum noch ein Pfifferling zu geben auf die Zukunftsfähigkeit der westlichen Kultur.
    Kulturelle und ökonomische Auto-Immun-Erkrankungen, wie Neoliberalismus und Idenditätspolitik, waren- und sind- drauf und dran, den Westen ins Bodenlose zu stürzen.
    Die Pandemie ist keine Naturkatastrophe, sie ist genauso ein krasses weltweites Systemversagen wie die Klimagefahr.
    Wenn Kulturen früher niedergingen, war es oft die Katastrophe eines Kriegs, die wieder für eine Regeneration sorgte, aber diese Option besteht nicht mehr.
    Also brauchen wir dringend andere Katastrophen, die unsere Kulturen dazu zwingen, sich zusammen zu reißen, anders funktioniert der Mensch leider nicht.
    Heute wird davon ausgegangen, daß die Pest, bei allem dazugehörigen Elend, auch für Platz sorgte für neue Ideen und für das Anwerfen von Entwicklungen, manche sprechen gar von einer von der Pest verursachten Aufklärung.
    Die Pandemie ist ein Weckruf, eine Chance, auch weil sie eher mittelmäßig ist und nicht dem Alarmismus entspricht, der von oben verbreitet wird.
    Versemmeln wir diese Chance, werden weit gravierendere Katastrophen auf uns zukommen. Zum Glück haben wir noch den Klimawandel, ohne wäre unser Untergang besiegelt.

  7. Selbst die alte Regel, die da lautet: „Wenn wir etwas mehr bezahlen, wird schon einer liefern“, gilt nicht mehr in einer globalen Gesellschaft, die auch für wichtige Güter nur noch einen Lieferanten kennt – weltweit, wohlgemerkt.

    Diese Regel entspringt der puren Gier nach guten Quartalsabschlüssen, man sieht es auch im “just-in-time” ( von vorgefertigten Modulen ) vom Hersteller zum Kunden an das Produktionsband.

    Mein Beispiel ist die Natur und die menschliche Evolution.
    Luft ( mit Sauerstoff ) ist allgegenwärtig, deshalb ist unsere Speicherkapazität begrenzt – etwa 3 Minuten.
    Wasser gab es auch, aber nicht immer, wir können so ungefähr bis 3 Tage ohne Wasser überleben.
    Nahrung ( Kalorien ) gab es seltener, nur mit Aufwand zu erlangen, so hat der Körper die Fähigkeit, sich einen Vorrat an solchen Kalorien zuzulegen, wir nennen es “Wampe” und es reicht ungefähr für 3 Wochen.
    Bei lungenatmenden Walen ist die Natur einen anderen Weg gegangen, die können den Sauerstoff für eine deutlich längere Tauchzeit als 3 Minuten speichern.

    Bei diesem Wettspiel “alles auf eine Karte setzen” oder “put all your eggs in one basket” ( und dann vergessen “and then care for the basket” ) sollte jeder CEO seinem CFO auf die Finger hauen, wenn der um des Profits willen die Lieferanten konzentriert und finanziell ausquetschen will, weil das das eigene Unternehmen in Gefahr bringt. Es muss ja nicht mal “Kiekert vs Ford” sein, lokale Ereignisse ( Japan, Suezkanal ) oder eben sowas wie Zerstörung durch Feuer oder Erpressung ( wirtschaftlich, politisch ) können es auch sein.

    Ein ähnliches Narrenereignis war die Welle des “Outsourcing”, auch nur CFO-Gier-getrieben, ansonsten ging es mit der Vernichtung von einstmals teuer erarbeitetem Firmenwissen einher.

    Es wäre schon sehr viel gewonnen, wenn wir der nächsten Zivilisation so viel Wissen mitgeben können, dass sie einen fliegenden Start hat.

    Ja, das wäre schön, wir übersehen aber dabei etwas:
    Die besten Flintsteine, das Kupfer und das Zinn, sowie später das Eisen, die Kohle und das Erdöl, alles war noch sichtbar vorhanden und lag an der Oberfläche oder nur in Spatenreichweite unter der Erde.

    Die “nächste Zivilisation” fängt aber nicht nur bei “Null” an ( was das Wissen betrifft ), sondern bei -x irgendwas, denn die nächste Zivilisation hätte nicht nur das Problem des Wissenserwerbs, der Erarbeitung der ( handwerklichen ) Fertigkeiten inklusive Maschinenbaus, sie hätte auch das massive Problem, dass alle Ressourcen nahezu erschöpft wären, in nahezu unrerreichbarer Tiefe oder in geringsten Konzentrationen aufzufinden wären, wofür man eben schon Gerätschaften braucht, die in “besseren” Zeiten entwickelt und gebaut wurden und nun diese Ausbeutung ermöglichen.

    • @Karl Meier (Zitat):

      die nächste Zivilisation hätte nicht nur das Problem des Wissenserwerbs, der Erarbeitung der ( handwerklichen ) Fertigkeiten inklusive Maschinenbaus, sie hätte auch das massive Problem, dass alle Ressourcen nahezu erschöpft wären, in nahezu unrerreichbarer Tiefe oder in geringsten Konzentrationen aufzufinden wären,

      Etwas wesentliches haben sie nicht berücksichtigt, Karl Meier: Wenn unsere Zivilisation zusammenbricht, dann bricht auch die moderne Landwirtschaft zusammen, es verhungern Milliarden und für die wenigen Überlebenden hat es dann noch Kohle, Erdöl und Erdgas für Jahrhunderte.

      • Martin Holzherr
        06.11.2021, 22:05 Uhr

        Die Kohle, das Erdöl und das Erdgas sind dann zwar noch vorhanden, aber in für die dann existente Technik in unerreichbaren Tiefen oder Lagerstätten, die sich nur noch mit aufwendiger Technik ausbeuten lassen. Die Frage ist auch, wofür man das Roherdöl gebrauchen könnte ( Ochsenkarrenachsen schmieren? ) und in welchen Gefäßen man das Erdgas auffangen und transportieren könnte – und wozu?
        Es gibt zwar in Australien genügend Kohle und Eisenerz im Tagebau ( ich habe keine Kenntnisse über die Wasserhaltung in den Gruben ), das reicht für einige Zeit, bis man weitere Deckschichten abbaggern muss, aber man trägt sie nicht im Rucksack dahin, wo die Hochöfen stehen und Stahl gekocht wird. Kupfer wird heute bereits in tiefen Minen in einer Konzentration ausgebeutet, die jede händische Gewinnung obsolet macht, hiesige Braunkohlegruben saufen ohne Wasserhaltung einfach ab. Aluminium ( Bauxit ), von Titan und den Legierungselementen für hochwertige Stahllegierungen ganz zu schweigen, findet man auch nicht einfach so auf dem Acker.

        • @Karl Meier : Ja, da haben sie teilweise recht. Vor allem bedeutet der Zusammenbruch der globalen Zivilisation, dass die Menschen wieder auf ihr Dorf, ihre Stadt und Region zurückgeworfen werden und Reisen zu Fuss unternommen werden müssen. Damit wird auch der Kupfer- oder Kohleabbau kein globales Geschäft mehr, sondern dient höchstens noch den lokalen Bedürfnissen.

  8. “… $ Umsatz wird die Autoindustrie in diesem Jahr verlieren, weil die Konzerne keine Chips für die Autoelektronik beschaffen können …”

    Meiner Ansicht nach /kann/ man das in dieser Form und derart verkürzt als Darstellung stehenlassen. Ich bin nur nicht sicher, ob es die spezielle Lage der Autoindustrie /ausreichend/ gut darstellt (mal abgesehen davon, dass modellierte Umsatzverluste schon an sich eine grundsätzlich heikle Angelegenheit sind).

    Es muss in *dieser* speziellen Bedarfssituation bedacht werden, dass die “Autoindustrie” es bislang weder versucht noch gar geschafft hat, irgendwelche gemeinsamen Industrie-Standards hinsichtlich der IT-Ausstattungen von Fz zu schaffen. Im Gegenteil beharren sie “öffentlich” auf spezifischen Marken- oder Design-“Features”. Zwar ist “unter der Decke” so etwas wie ein vergleichbares/ähnliches Muster im Design, Typ und Anwendung entstanden (bzw. “gewachsen” aufgrund ähnlicher Anforderungen), aber es blieb und bleibt seit nun durchaus geraumer Zeit bei inkompatiblen Marken-, Generationen- und Plattformlösungen, auch innerhalb einer “Marke”. Die Folge davon war immer klar: die spezifischen “Chip”-Bedarfe waren *immer* mengenmäßig im Vergleich gering und wenig anreizend zu besonderen Produktionsleistungen (von wem auch immer).

    Das möglicherweise aber noch weitaus entscheidendere (gegenwärtige) “Problem” resultiert daraus, dass die (gesamte) Autoindustrie auf Produktlinien setzt, die mindestens 10 Jahre, aber eigentlich 20 Jahre hinter dem gegenwärtigen industrial state-of-the-art zurückliegen. Das ist an sich oder “normalerweise” gar nicht besonders unverständlich – wenn es keine “Groß-Standards” (und große Mengen) mit Entwicklungspotentialen für die Zukunft und backwards compatibility-Pflichten gibt, dann entwickelt die eben auch keiner. Und als third- oder fourth-Level-Produkt ist ein Auto nunmal ganz prinzipiell nicht als öffentliches Experiment geeignet – man DARF als Hersteller nichts verbauen, was nicht nach bestem menschlichen Ermessen getestet, geprüft und als “sicher” (für alle beliebigen Anwendungssituationen) befunden wurde. Schon alleine durch die vielfältigen Tests von der Design-Phase an ergibt sich ein zeitlicher Abstands-Lag von etlichen Jahren.

    Und das ist der Grund für fehlende “Chips” *spezifisch* bei der Autoindustrie: da derzeit *alle* Lieferketten zum Teil schwerwiegend gestört sind, fallen Rand- und Nebenprodukte zugunsten der Massenbedarfe unter den Tisch (die aber auch ihre Bedarfsträger nicht in gewohnter Art zeitlich oder quantitativ ausreichend erreichen).

    Bei der Autoindustrie war es überhaupt nicht so, dass in den vergangen drei Jahrzehnten sich nicht alle Beteiligten über dieses Risiko im klaren gewesen wären – aber diese Bekannt- und Bewußtheit hat auch nicht gereicht, um etwa eigene IT-Produktionskapazitäten aufzubauen oder Standards zu entwickeln oder Garantiemengen zu vereinbaren oder sonstwas zu tun. Und dafür wiederum sind die Gründe sattsam bekannt.

    • Noch mal: um das Jahr 2012 herum unterhielt ich mich mit dem damaligen Chef Plattformstrategie von BMW Dr. Kell über das Thema Akkuzellen. “Wenn ihr von BMW jetzt E-Autos bauen wollt, müsst ihr euch um die Batteriezelle kümmern, das ist das Kern Know-How.” “Ach Herr Erben, das ist gar kein Problem. Wir stärken zwei Hersteller und spielen sie dann gegeneinander aus. ”

      Forschungschef von Hoppecke-Batterien um 2010:” Wir haben alle Aktivitäten im Automotiv-Bereich eingestellt. Das ist ein Haifischbecken. ”

      Ist doch gut so, dass die Hybris dieser Leute ein Ende findet und mehrere Millionen Konkurrenten um Ressourcen dieses Planeten(massiv uüberdimensionierte Blechkisten) nicht das Licht der Sonne erblicken!

  9. @Maier 06.11. 20:43

    „Es muss ja nicht mal “Kiekert vs Ford” sein, lokale Ereignisse ( Japan, Suezkanal ) oder eben sowas wie Zerstörung durch Feuer oder Erpressung ( wirtschaftlich, politisch ) können es auch sein.“

    Scheint wohl doch eine gute Idee zu sein, von Staats wegen etwas vorzusorgen, und eben zu gucken, dass wir in Europa alles Essentielle auch selber herstellen können. Dann müssten wir auch nicht mehr auf biegen und brechen Taiwan verteidigen. Die Chipproduktion macht zwar 30 Mrd Umsatz, die amerikanische Rüstung verschlingt 700 Mrd jährlich. Das lohnt sich doch einfach nicht. Und eine eigene Chipproduktion in Europa würde wohl auch sicherstellen, dass keine fremden Hintertüren eingebaut werden.

    Die Energiewende jedenfalls macht auch unabhängig von Kohle, Öl und Gas, wenigstens das regelt sich zukünftig von selber.

    Ansonsten fallen mir hier noch unsere Atomkraftwerke als Zusatzrisiko ein. Die Nachzerfallswärme in den Brennstäben erfordert auch nach Abschaltung der Kettenreaktion noch viele Monate intensive Kühlung. Wenn hier die Notstromdiesel wegen Treibstoffmangel stehen bleiben, fliegt der Reaktorkern auch nach Monaten noch innerhalb weniger Tage in die Luft. Wenn also ein Zusammenbruch der Zivilisation schnell vor sich geht, kommt eine weiträumige Verstrahlung durch hunderte explodierende AKWs noch dazu. Ob das dann noch was zur Sache tut, ist eine andere Frage.

    Erst wenn die abgebrannten Brennstäbe so weit abgeklungen sind, dass sie schön verpackt in ihren Castoren in der Lagerhalle stehen und sich passiv kühlen können, sind sie nicht mehr akut gefährlich. Ein Zusammenbruch der Zivilisation würde diese Lagerhallen mit dem gesammelten Atommüll aus 70 Jahren dann zum Endlager machen.

    @DH 06.11. 20:29

    „Versemmeln wir diese Chance, werden weit gravierendere Katastrophen auf uns zukommen. Zum Glück haben wir noch den Klimawandel, ohne wäre unser Untergang besiegelt.“

    Bedrohungen von außen fördern menschliche Zusammenarbeit, in der Tat. Und technologischer Umbau mit Nachhaltigkeitsanspruch kann auch Resilienz gegen globale Systemstörungen gleich mit einbauen.

    • Tobias Jeckenburger
      07.11.2021, 01:02 Uhr

      Bei der Vorsorge gegen Ausfälle muss man ja nicht alles unbedingt lokal herstellen, man muss mindestens darauf achten, dass man mehr als eine Quelle hat, aus der man schöpfen kann, und diese Quellen sollten auf unterschiedlichen Kontinenten, unterschiedlich erreichbar, in unterschiedlichen Klimazonen etc verteilt und unterschiedlichen Einflüssen unterliegen.
      In der IT sieht man ja auch zu, dass die Daten auf unterschiedlichen physikalischen Medien gespeichert werden, mit zwei Netzteilen aus unterschiedlichen Netzen, in unterschiedlichen Örtlichkeiten …

      In dem Zusammenhang ist mir gerade eine Idee zur Biologie gekommen:
      Wenn die Veränderung, beim Sauerstoff oder beim CO₂, langsamst vonstatten geht, bestünde die Möglichkeit der Evolution, dass Menschen bei Gehalten von unter 10% O₂ oder über 10% CO₂ noch leben könnten, wenigstens evolutionstheoretisch gedacht. Dazu ist mir gerade die Frage in den Sinn gekommen, ob das Aussterben der Dinosaurier eventuell auch damit in Beziehung stehen könnte, dass sich der O₂-Gehalt oder die CO₂-Konzentration ( abgesehen von der Temperaturänderung ) in Folge des Chicxulub-Einschlags ( “schlagartig” ) so geändert haben könnten, dass das Leben oder die Fortpflanzung der Dinos dabei unmöglich waren.

    • @Tobias Jeckenburger
      Quasi ein Kalter Krieg gegen den Klimawandel….
      “kann auch Resilienz gegen globale Systemstörungen gleich mit einbauen.”
      Wäre jedenfalls wünschenswert, so global wie nötig, so regional wie möglich.

  10. Auf die Frage “Wie werden wir in 200 Jahren auf der Erde leben? – habe ich schon vor 25 Jahren gesagt: “Als Kannibalen”.

    Der Grund dafür ist einfach.
    Auf der Erde leben wesentlich mehr Menschen, als es diesem System ohne Schäden zuträglich ist. Deshalb werden wir immer schneller wichtige Lebensgrundlagen zerstören (das aktuell beobachtbare Artensterben ist nur ein Beispiel dafür).

    Leider nützen Klimademonstrationen nichts, wenn man sich aber ausgerechnet mit der wichtigsten Ursache für die Umweltveränderung nicht ensthaft beschäftigt.
    Es ist nett, wenn man die Reduktion des CO2-Ausstoßes diskutiert – aber keine globale Strategie zur Geburtenkontrolle entwickelt.
    So wird man die Zerstörung von Lebensgrundlagen nicht verhindern können

    • Es ist nett, wenn man die Reduktion des CO2-Ausstoßes diskutiert – aber keine globale Strategie zur Geburtenkontrolle entwickelt.

      Die Idee der Geburtenkontrolle sollte hinsichtlich der deutschen Geschichte einen üblen Beigeschmack haben, meinen Sie nicht? Das riecht mir zu sehr nach Herrenmenschentum.

      Und überhaupt, wer entscheidet über “fortpflanzungsunwürdiges Leben”? Greta Thunberg? UN-Bürokraten? Die Oligarchen des WEF mit dem Strom- und Energieverbrauch ganzer Städte?

      • @Brandon

        Vor allem ist diese Form der Geburtenkontrolle eine der üblen Propaganda des imperialistisch-faschistischen Erbensystems, OHNE dieses sehr wohl alle Menschen ernährt werden können – Wenn Mensch JETZT endlich wirklich-wahrhaftig vernünftig OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik das globale Zusammenleben organisieren (NICHT regieren!) würde, dann wäre die Grenze der Bevölkerung sicher noch längst nicht erreicht.

        • hto
          07.11.2021, 09:57 Uhr

          Es geht bei der Diskussion nicht um das “wie können wir das aktuell hier und jetzt schaffen?”, sondern um das “was bedeutet es, wenn heutige Technik und heutiges Technikwissen nicht mehr vorhanden sein sollte”.

          Das ist ein Unterschied.

          • Katl Maier
            07.11.2021, 13:25 Uhr

            Also den eigenen Namen sollte man doch wenigstens schreiben können:
            Karl Maier
            07.11.2021, 13:25 Uhr

    • Schaut nicht gut aus, sollte es stimmen, ‘KRichard’, nur, woher wissen Sie so, was leitet Sie zu der Vorstellung an, dass der Planet Erde sozusagen an seine Leistungsgrenzen gestoßen ist, bei der Bewirtung sozusagen des hier gemeinten Hominiden? :

      Auf die Frage “Wie werden wir in 200 Jahren auf der Erde leben? – habe ich schon vor 25 Jahren gesagt: “Als Kannibalen”.

      Der Grund dafür ist einfach.
      Auf der Erde leben wesentlich mehr Menschen, als es diesem System ohne Schäden zuträglich ist. Deshalb werden wir immer schneller wichtige Lebensgrundlagen zerstören (das aktuell beobachtbare Artensterben ist nur ein Beispiel dafür).

      Eine Beleglage für wie Geschildertes, Vermutetes, Misanthropisches womöglich auch, Geratenes, gibt es nicht, was es gibt, ist eine Beleglage dafür, dass dieser Planet auch zig Milliarden Bären und Menschen ernähren könnte, die Hungernöte sind bspw. fast verschwunden, stattdessen gilt es (in dortigen Regionen anhaltend) starkes Bevölkerungswachstum zu beobachten und Lebensmittel, gerne auch auf Getreidebasis, wird sozusagen aus der Luft kommend dorthin geworfen, wo verantwortungslosen Regierungen nicht in der Lage sind für hinreichend Nahrung zu sorgen, blöderweise : diese perpetuierend, in ihrer Herrschaftslage.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer

  11. Wenn man die Welt im Jahre 1946 genau betrachtet,
    dann waren da große Zerstörungen und großes Elend.
    Die Welt sah im Jahre 1956 schon viel besser aus,
    und das waren nur 10 Jahre Aufbau.
    Wenn uns die High-Tech verloren geht, dann
    verwenden wir eben vorübergehend Low-Tech.

    • @hwied: “Heute nennt man das nicht Sklaverei, wenn Asiaten für einen Hungerlohn unsere Hosen erzeugen, man nennt das heute Welthandel.”

      Das ist die Globalisierung der “Dienstleistungsgesellschaft” (Sklaverei in neuem Gewand) – Aber selbst die Profitler sind dabei Sklaven ihrer Verkommenheit für den reformistischen Zeitgeist.

      “Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.” (Marie von Ebner-Eschenbach)

    • @Bednarik

      Wenn man wirklich genau hinschaut, dann war da viel Gemeinschaftseigentum das die Profitler mittels “Privatisierung” übernommen haben, um so nochmals alles aus der dummen Masse heraus zu (er)pressen!

    • Karl Bednarik
      07.11.2021, 06:00 Uhr

      Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, geht es nicht um den Welt-Status “1946” ( was war denn zu dem Zeitpunkt in den USA zerstört? ), sondern um einen Status 40.000 v.u.Z., das macht einen kleinen, aber wesentlichen Unterschied.

  12. @Holzherr: “Wenn sie von Hungerlöhnen sprechen, dann vergessen sie völlig, dass die asiatischen Länder und auch China eigentliche Hungerländer waren und in regelmässigen Abständen auch Tausende verhungerten.”

    Aha, dann sollten die Chinesen also dankbar und ehrfurchtsvoll sein, weil sie so clever waren die Gier und die “Entwicklungshilfe” des Westens für den Gewinn des “freiheitlichen” Wettbewerbs nutzen – Womöglich sollen sie sogar froh sein, dass sie jetzt vor allem von den USA provoziert werden???

  13. Martin Holzherr,
    man verzeihe mir die plakative Art die Ursachen des Klimawandels zu benennen. Es ist nicht der Klimawandel der die Probleme heraufbeschwört, es ist die grenzenlose Ausbeutung der Ressourcen.

    Die Erderwärmung ist die Folge, nicht die Ursache. Worum geht es dann, es geht um das industrielle Zeitalter. Es geht um den grenzenlosen Handel, es geht um die grenzenlose Produktion, die dem Gesetz folgt, je mehr, desto höher der Gewinn.

    Als Beispiel, ein großer Versender verschickt an einen Kunden zwei Hosen. Der hat zwei bestellt und will eine zurückschicken, die dann nicht passt. Er ruft seinen Versender an, wegen Formalitäten und der antwortet: „Schicken sie die Hose nicht zurück, sie können sie behalten, die Rücksendung kostet uns mehr.

    Es ist usus geworden, dass die Versender zurückgesandte Waren vernichten. Das ist billiger als sie zu lagern.
    Wieviel Wasser wurde hier verschwendet, wieviel Energie sinnlos verbraucht ?
    Das nur als Beispiel für unsere Zivilisation.

    Der globale Tourismus ist auch eine sinnlose Energie – und Ressourcenverschwendung.
    Die Umstellung von Benzin- auf Elektroautos ist auch unsinnig, solange Strom durch Wärmekraftmaschinen erzeugt wird.

    Also, es bleibt dabei, die Schuld auf den Klimawandel zu schieben, das ist eine gekonnte Ablenkung von der eigentlichen Ursache, die Gier des Menschen nach mehr und mehr.
    Um dem Gegenargument zuvorzukommen, die Chinesen
    hatten Hungersnöte , ja das stimmt und sie haben einen höheren Lebensstandard verdient.
    Aber es zwingt uns niemand, alle ihre Produkte abzukaufen, die die Weltmeere verschmutzen.

    • @hwied (Zitat):

      Worum geht es dann, es geht um das industrielle Zeitalter. Es geht um den grenzenlosen Handel, es geht um die grenzenlose Produktion, die dem Gesetz folgt, je mehr, desto höher der Gewinn.

      Der globale Tourismus ist auch eine sinnlose Energie – und Ressourcenverschwendung.
      Die Umstellung von Benzin- auf Elektroautos ist auch unsinnig, solange Strom durch Wärmekraftmaschinen erzeugt wird.

      Das sind doch Aussagen, die schon in den späten 1970er Jahren gemacht wurden. Seltsam dass diese heute noch in Mode sind. Seltsam, dass sie von vielen Menschen gemacht werden, die selbst zu diesem System gehören.

      Dazu kommt noch : wer alles als sinnlosen Trubel und als Verschwendung darstellt, der ist nicht weit entfernt davon, dass ganze Leben als sinnlosen Trubel darzustellen.

      Besonders seltsam finde ich, dass besonders Deutsche es lieben, die „kapitalistische“ Welt als Ausbeutungssystem darzustellen und dass sie zudem gern die USA als Haupttäter herausstellen.
      Seltsam ist das, weil nicht nur das Nazi-Regime, sondern viele begeisterte Deutsche dazu bereit waren, die ganze Welt in den Dreck zu werfen und Millionen von Menschen nur wegen ihrer Rasse oder angeblichen Zweitrangigkeit (die Ostmenschen) mit grausamsten Methoden zu vernichten. Man hätte Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg in kleine Stückchen zerteilen müssen, damit sich so etwas nie mehr wiederholt. Nun, die Teilung in West- und Ostdeutschland hat das vielleicht vorübergehend erreicht – dass es sich nie mehr wiederholt.

      • @ Martin Holzherr

        wer alles als sinnlosen Trubel und als Verschwendung darstellt, der ist nicht weit entfernt davon, dass ganze Leben als sinnlosen Trubel darzustellen.

        Großartig, für mich der Kommentar des Monats! In der Tat ist der Hass mancher Menschen auf die Entscheidungen anderer Menschen nur schwer zu erklären. Vor allem sind es immer die anderen, die Schuld haben oder eine Lösung ermöglichen sollen, selten die Nörgler.

        Meine eigene (küchenpsychologische) Deutung war immer: Wer sich selbst nichts zutraut, traut auch anderen nichts zu. Aber in strenger Weise empirisch belegt ist das nicht. 🙂

    • @hwied,
      haben Sie zur grenzenlosen Ausbeutung der Ressourcen den Artikel im SPIEGEL (print-Ausgabe und online hinter Zahlschranke) letzte Woche gelesen, wie diese Ausbeutung mit gewaltigen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit der betroffenen meist armen Länder gelesen? Ursache ist nun aber die Energiewende und der extreme Rohstoffhunger für Windkraftanlagen, E-Autos und PV-Module.

  14. Martin Holzherr,
    Sie sind auch ein Extremist und ich stimme Ihnen sogar sinngemäß zu “Man hätte Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg in kleine Stückchen zerteilen müssen,”
    besser noch, die Reichsgründung 1871, war ein Fehler.

    und jetzt kommt das Totschlagargument ” ……..die selbst zu diesem System gehören”
    Der Volksmund sagt es treffend:” Zu viel und zu wing ist ein Ding.” (wing=wenig)
    Darauf kommt es an. Technischer Fortschritt, gepaart mit Maß und Ziel.

    Ob die Menschheit das schaffen wird, das bleibt offen.

  15. @Holzherr “… und dass sie zudem gern die USA als Haupttäter herausstellen.”

    Ja, so funktioniert die systemrational-konfusionierende Bildung zu bewusstseinsbetäubter Suppenkaspermentalität auf steter Schuld- und Sündenbocksuche, im zeitgeistlich-reformistischen Kreislauf des imperialistisch-faschistischen Erbensystem – Im berechtigten Zweifel sind nur die “Anderen” die Übeltäter, wo Mensch insgesamt mehr und/oder weniger schuldig ist. 😠

  16. @Brandon @hto – Geburtenkontrolle

    Die Anzahl der Menschen auf der Erde ist nun mal die wichtigste Einflussgröße für das Klima. Wer sich ernsthaft um die Lebensbedingungen in der Zukunft Gedanken macht, kommt an diesem Thema nicht vorbei.

    Noch zwei andere Beispiele
    1) Für die Verarbeitung von Kryptowährungen wird enorm viel Energie verbraucht. Wenn man diese einfach per internationaler Vereinbarungen verbieten würde – kann man schnell und effektiv den CO2-Ausstoß reduzieren.
    Das ist sofort möglich!
    2) Bereits vor 2 Jahrzehnten hat man Autos mit einem Verbrauch von 1L/100km entwickelt. Diese Technologie ist SCHON vorhanden und wäre sogar mit Verwendung von synthetischem Treibstoff rentabel.
    Solche Autos wären für viele Leute geeignet, da viele Strecken nur von Einzelpersonen zurück gelegt werden. Auch damit kann man den CO2-Ausstoß reduzieren

    Diese drei Beispiele zeigen Möglichkeiten auf, um den CO2-Ausstoß zu begrenzen. Ob man diese Ideen umsetzt oder nicht – werden zukünftige Generationen auf der Erde ausbaden müssen.

    • @KRichard

      Es gibt heute zuviele Wege von A nach B, die nur wegen unternehmerischer Abwägungen zur wettbewerbsbedingten Symptomatik getan werden müssen und deshalb absolut unvernünftig und vermeidbar wären, wenn wir endlich damit aufhören, indem wir ein komplett menschenwürdigeres System global kommunizieren und umsetzen.

    • Meine Frage war, wer darüber entscheidet, wie diese Geburtenkontrolle auszusehen hat, nicht womit sie legitimiert wird. Es muss ja offensichtlich ein Gremium erleuchteter Intellektueller geben, wie die Kommunistische Partei in China.

      Und was genau soll durchgesetzt werden? Ich entnehme Ihren Ausführungen, dass es Ihnen längst nicht mehr nur um Bremsung von Bevölkerungswachstum sondern um Reduzierung geht? Dann reicht eine Ein-Kind-Politik wahrscheinlich nicht aus. Sterilisierung oder Euthanasie ganzer Bevölkerungsteile? Wer sind die “Minderwertigen”, die von den Erleuchteten zum Wohle des Planeten zum Sterben verurteilt werden? Bitte konkret werden! Uns rennt die Zeit davon.

      • @Brandon
        Mir geht es in meinem Beitrag nur darum, Probleme anzusprechen.
        Ein nächster Schritt wäre die Diskussion von möglichen Lösungsansätzen – und deren Umsetzung.

        Wir haben noch die Wahl, ob wir mit aktiven Maßnahmen die Verschlechterung von Umweltbedingungen vermeiden – oder nicht.

  17. @Holzherr: “Man hätte Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg in kleine Stückchen zerteilen müssen, damit sich so etwas nie mehr wiederholt.”

    “Man” hätte damals lieber dem Spruch “Lieber rot als tot” folgen sollen, dann hätten wir damals schon das Ende des Wachstumwahns mit Bekämpfung der beginnenden Klimakatastrophe feiern können.

  18. hto, KRichard
    ein anderer Sündenbock kommt auch aus den USA, das ist die Werbewirtschaft.
    Die behaupten in den Autozeitschriften, ein Auto mit 1300 kg Leergewicht, Radstand 2,60 m und einer Breite von 1,80 m sei ein Kleinwagen.
    Wenn das nächste Auto dann 1,85 m breit ist mit 1800 kg Leergewicht und 2,66 m Radstand , wen wundert es dann noch, dass die Autos immer größer werden.

    Denselben Werbefachleuten, denen fehlt es an Charakter wenn sie immer noch Alkohol und Rauchen bewerben. Bald kommt die Werbung für Weltraumausflüge für Jedermann.

  19. Geld fällt nach oben, Geld ist Macht, Macht korrumpiert und absolute Macht korrumpiert absolut, der Fisch stinkt vom Kopfe her.

    Der Mechanismus scheint in etwa zu sein: Eine Menschengruppe findet eine Wohlstandsquelle: Goldmine, Jagdgründe, Technologie, Handel, Krieg, whatever. Es können mehr Menschen ernährt werden, es entstehen Spezialisierung und Verwaltung, es gibt Sieger und Verlierer, Hierarchien und Ungleichheiten bilden sich durch natürliche Ausleseprozesse und Sachzwänge. Die Quelle wird hemmungslos ausgebeutet, falls der Reichtum schneller erzeugt werden kann, als das Oben ihn aufsaugen kann, entsteht durch Stau eine Mittelschicht. Doch, solange alle reich werden, stört’s auch keinen, wenn das Oben kein Maß kennt, der Pumpmechanismus wird verfeinert und ausgebaut, er läuft auf Hochtouren. Und wenn die Quelle versiegt, denkt die Spitze der Pyramide nicht im Traum daran, weniger zu nuckeln, sie knabbert die unteren Stufen an. Allmächtig geworden, kann sie von niemandem aufgehalten werden, der gewaltigen Pumpen laufen weiter, wie zu den besten Zeiten. So verzehrt sich die Gesellschaft von unten nach oben selbst, hungert sich aber auch aus: Weil die Menschen keine Lust haben, verspeist zu werden, stattdessen plötzlich sehr viel Lust, zurück zu klauen, was ihnen abgebissen wurde, braucht es einen immer effizienteren Unterdrückungs- und Überwachungsapparat, um sie unter Kontrolle zu halten, und der frisst ebenfalls Ressourcen. Weil niemand mehr freiwillig einen Zaun repariert, muss die Bürokratie einen Haufen Aufgaben übernehmen, die sonst kostenlos und nebenbei erledigt werden, und die Beamtenschaft hat ihre Augen, im Gegensatz zum Volk, nicht in jeder Ecke, sodass unzählige unsichtbare Mikrorisse entstehen, Mikrokrisen, die ausarten können. Weil die Gesellschaft schwächelt, kann sie Probleme nicht mehr unter den Teppich kehren, sodass immer mehr davon eskalieren können – Feinde werden übermütig und greifen an, nicht reparierte Gebäude stürzen ein oder gehen in Flammen auf, Dämme brechen, gereizte Menschen zetteln Aufstände an und brennen die Felder nieder, dann hungern sie und plündern das Land. Und weil jeder nur daran interessiert ist, seinen Besitzstand zu schützen, weil Reformen meist nur dazu dienen, den Reichtum der Mächtigen auf Kosten aller anderen zu sichern und zu mehren, ist Wandel zum Besseren kaum möglich.

    Ein Staat ist besser als kein Staat, und wenn man keine höheren Leistungsanforderungen erfüllen muss, als bloß zu existieren, kann man es sich leisten, unglaublich mies zu werden. Solange die Quelle gerade noch so ausreicht und eine trotz allem noch schlagkräftige Armee oder natürliche Grenzen den Staat vor Räubern schützen, kann er sehr lange in einem sehr elenden Zustand verharren: Korruption wirkt stabilisierend, ein Adliger, Beamter, Politiker oder Businessmann, der sich hemmungslos bereichern kann, tut alles, um diesen Zustand zu bewahren. Allerdings bleibt das Ganze dann auch sehr anfällig – ein großmächtiges China kann von einem Ponyhof oder Yachtclub in die Knie gezwungen werden, oder ein von der halben Welt unterstütztes Afghanistan von ein paar Rednecks auf Mopeds. Und wenn so ein Staat fetter Vampire und halbtoter Arbeitszombies seine Probleme weiter mästet – zum Beispiel den See überfischt oder das Klima aufheizt – wird er von ihnen sehr leicht von untot zu echt tot befördert.

    Was man dann oft sieht, ist, dass die Mächtigen die Wirtschaftskrise zur Glaubenskrise umdichten: Weil sie an Ausbeutung nichts Falsches sehen – ihnen geht’s ja gut, also geht’s dem Staat gut –, schieben sie die Schuld für die wachsenden Unruhen und Unzufriedenheit irgendwelchen Hexen, Irrlehrern und Volksverführern zu, die dann ja auch verstärkt auftauchen, weil sie in der Unzufriedenheit eine Chance wittern. Bauernpack besitzt keine Intelligenz, es punktet mit Brutalität: In einer Talkshow wird’s stets übern Tisch gezogen, vor Gericht und in der Politik ist es wehrlos – es lässt alles mit sich machen, doch droht mit Mord und Totschlag, falls es schlecht behandelt wird, das ist alles, womit es sich wehren kann; nimmt man ihm diese Möglichkeit, wird es erbarmungslos versklavt und geschunden. Brutalität und Dummheit der Aufrührer und Wutbürger bedeuten aber auch, dass die Mächtigen sehr lange sehr viel Unterstützung in der Bevölkerung behalten, weil sie sich kinderleicht als das kleinere Übel profilieren können. Am Ende bekommt man vielleicht eine Eskalationsspirale, einen Teufelskreis, bei dem sich Totalitarismus und Anarchie gegenseitig hochschaukeln, weil jedes als das Heilmittel für das andere gesehen wird.

    Oder die Aliens landen und blasen jede noch so intakte Zivilisation weg, weil sie die besseren Knarren haben. Aliens vom Planeten Europa haben die Nummer recht erfolgreich durchgezogen. Geht auch.

    • Ein gutes Beispiel für die Toleranz hiesiger Zivilisation, Dr. W mag die Sprachlichkeit (vs. Inhaltlichkeit), Dr. W setzt sich stets für die Toleranz ein und sieht hier ein Beispiel dafür, auch ein Beispiel für eine weiter unten geäußerte Vermutung, diesen Kommentarbereich meinend.

  20. @Supervulkane

    Alle paar hundert Jahre bricht irgendwo auf der Welt ein Vulkan aus, der mit Asche und Schwefelsäure die Sonne so sehr verdunkelt, das es zu einigen kalten Jahre weltweit kommt. Auf der Basis der ohnehin höheren Temperaturen durch den Klimawandel fällt diese Wirkung schwächer aus als früher, kann aber immer noch globale Probleme machen.

    In Europa wird das wie üblich zu massiven Einbrüchen in der landwirtschaftlichen Produktion führen. Hier entsprechende Vorräte anzulegen wäre recht aufwändig, und würde Flächen notwendig machen, die u.U. gar nicht existieren. Offenbar ist man nicht schlecht beraten, wenn die Bevölkerungsgröße zur landwirtschaftlichen Produktionsfläche passt. Das gilt national, wie auch für die EU, würde ich sagen. Im Katastrophenfall wird es schwierig sein, im Ausland einzukaufen, wo die Menschen selber nicht genug zu essen haben.

    Was uns allerdings entgegenkommen würde, das ist paradoxerweise unserer Fleischkonsum. Der verbraucht fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen, und ist dabei ernährungsmäßiger Luxus. Im Krisenfall kann man aber einfach zügig einen Großteil der Tiere schlachten, und schon mal verzehren, und dann auf den freigewordenen Flächen, wo früher die Futtermittel angebaut wurden, vegetarische Nahrung für die Menschen anbauen. So könnte man einen mittelgroßen Supervulkan überleben. Kommt es dagegen zu noch größeren Ausbrüchen wie alle paar Jahrtausende, dann kommen wir an einem menschliches Massensterben nicht vorbei.

    Überhaupt machen niedrige Bevölkerungszahlen vieles einfacher. Mehr Platz für Windräder, für Urwälder und wiedervernässte Moore, weniger Platzverbrauch für Straßen und Gebäude, mehr Platz für Tourismus im eigenen Land, weniger Rohstoffbedarf. Und eben Platz für Tierhaltung und dazugehörige Futterproduktion.

    Mag sein, dass wir zukünftig tatsächlich mittels grünem Wasserstoff massenweise Nahrungs- und Futtermittel von Bakterien produzieren lassen. Diese Produktion könnte man im Katastrophenfall Supervulkan dann schnell hochscalieren, und uns so nachhaltig auch mit höheren Bevölkerungszahlen im Krisenfall versorgen können.

    Überhaupt könnte man nach erfolgreicher Energiewende alle anfallenden Überschüsse an grünem Strom in Form von diesen Bakterienprodukten umsetzten und für den Krisenfall als Reserve lagern. Ebenso kann man synthetische Kraftstoffe in großen Mengen produzieren und lagern. Wenn ein Supervulkan auch die Ernte der Solarstromproduktion entsprechend reduziert, hat man dann auch ein gewisses Backup dafür.

    So könnte man einige Jahre vulkanischen Winter mit stark reduzierter Wirtschaftstätigkeit und vorübergehend vegetarischer Ernährung ganz gut überleben. Wer dick ist, hat es noch etwas leichter.

    • @ Tobias Jeckenburger

      Misanthropie ist die unglaubwürdigste aller Ideologien. Jeder Misanthrop hat die Möglichkeit, die Weltbevölkerung um 1 zu reduzieren, kein Misanthrop hat es je getan.

      Eine Ideologie, die in den Ascheimer gehört. 😉

  21. @Paul S: “… ein großmächtiges China kann von einem Ponyhof oder Yachtclub in die Knie gezwungen werden …”

    Bis zum Atomzeitalter war dies leicht Usus des zeitgeistlich-reformistischen Kreislauf, aber weil die Chinesen mit ihrem aufgrund von Enttäuschung angekündigten Rückzug zum Nationalismus einen Geduldsfaden offenbart haben, werden sie das Spiel des nun “freiheitlichen” Wettbewerb sicher nicht mit der gewohnt-manipulierten Runde “Mensch ärgere dich nicht” (INFLATION/Weltwirtschaftskrise) ein weiteres Mal einfach über sich ergehen lassen, denn kein Staat kann sich dem in dieser Epoche des “Zusammenlebens” schadlos entziehen!? 💣💥

  22. @Paul S 07.11. 11:40

    Solange die Wirtschaft hinreichend wächst, besteht das wachsende Vermögen der Kapitalisten in entsprechenden Produktionsmitteln und Immobilien, die insgesamt für alle noch Sinn machen. Wer hier der Besitzer ist, ist nicht entscheidend, solange das Spiel funktioniert und neue Gewinne gleich wieder in neue Produktion investiert wird.

    Will man das Wirtschaftswachstum reduzieren, oder lässt es sich gar nicht mehr realisieren, weil z.B. die Konsumenten nicht mehr hinreichend konsumieren wollen, dann hat man ein Problem.

    Einen Anfang haben die G20 jetzt gemacht, und Mindestunternehmenssteuern vereinbart. Das geht schon mal in die richtige Richtung. Zusätzlich ließe sich das nach @hto benannte imperialistisch-faschistische Erbensystem allerdings durchaus wirklich entschärfen:

    Einfach nach und nach immer höhere Vermögensteuern und Erbschaftssteuern erheben, praktischerweise in weltweit abgestimmtem Vorgehen, dann kann keiner mehr davor in andere Länder ausweichen.

    Mag sein, dass man das nie durchsetzen kann, weil die Kapitalisten zu viel Macht haben, kann aber auch sein, dass die Kapitalisten selber einsehen, dass die Alternative schreckliche Überflusswirtschaftskrisen bedeutet, die ihnen noch teurer zu stehen kommen.

    So wäre die Welt auf dem Weg in einen geordneten Rückbau von derzeit grassierender Verschwendung in Richtung einer klimaneutralen Weltwirtschaft, die sich aufs Sinnvolle besinnt, und z.B. Privatautos oder Rüstungsausgaben im wesentlichen vermeidet.

    Aus Sicht der Kapitalisten stehen dann die fälligen Vermögenssteuern den aktuell gemachten Profiten gegenüber, und immerhin können sie ihr Vermögen noch ein wenig ausbauen, oder wenigstens die Vermögensschrumpfung verzögern, wenn sie gut wirtschaften.

    Aber das ist auch für die Kapitalisten immer noch besser als politische Verhältnisse, die zwischen Überflusswirtschaftskrisen und drohender Komplettenteignug auch für das Kapital richtig schwierig werden können.

  23. @Jeckenburger

    “Entschärfen” – Tschuldigung, aber das ist der von den mir bekannten Salon-“Sozialisten” verwendete Jargon in “Übergangsprogrammatik” (die nur verschärft).

    Ich bevorzuge Klartext, also die Ankündigung eines machbaren Zusammenlebens OHNE Steuern zahlen, usw., bis zum UNKORRUMPIERBAREN Gemeinschaftseigentum.

    Mit allen Steuererhöhungen lassen sich die Profitler von den durch “demokratisches” Kreuzchen auf dem Blankoscheck gewählten Lobbyisten und “Treuhänder der leichtfertigen Übertragung” auch die entsprechenden Schlupflöcher konstruieren.

  24. hto
    unkorrumpierbare Menschen gibt es nur wenige.
    Betrachte doch nur mal das Verhältnis von Müttern zu ihren Kleinkindern.
    Wenn das Kleinkind ein stärkeres Ego hat wie die Mutter, dann wird die Mutter zuerst manipuliert und dann entwickelt sich ein kleiner Tyrann.

    Das geschieht jede Sekunde neu. Die Menschheit ist nicht statisch, die entwickelt sich in jeder Sekunde weiter. Wie heißt der Zauberspruch, der deine Wünsche erfüllt ?

  25. Zwischen zwanzig und 1200 Jahren werde es dauern, bis die Menschen diese Aufgabe gelöst hätten, schätze Urban.

    Nur: Das ist, wie ich im Buch zeige, offensichtlich falsch. Ich möchte das hier nicht zu sehr vertiefen, sondern frage einfach mal nach: Wie sehen Sie das?

    Also mir erscheint es trivial offensichtlich, dass diese Aufgabe völlig unlösbar ist.

    Dafür bedarf es der Zusammenarbeit von tausenden von Leuten die weltweit verteilt niemals mehr miteinander reden werden, die keinen Zugriff mehr auf irgendwelche Aufzeichnungen haben, also nur noch mit dem arbeiten können was Sie im Kopf haben, was Sie aber auch nicht aufzeichnen können. Und deutlich mehr als die Hälfte von den ganzen Leuten ist sowieso innerhalb von kurzer Zeit verstorben (wahrscheinlich eher mehr als 90%) und die haben alle sowieso ganz andere Sorgen als ein iPhone zu bauen.
    Und selbst wenn aus bestimmten Keimzellen relativ schnell (Jahre?/Jahrzehnte?) wieder erste Zivilisation und Technik hervorgehen würden, hätte da doch keine Sau mehr einen blassen Schimmer, was genau Sie da eigentlich bauen müssen.

    Abgesehen davon, dass man um die Aufgabe zu lösen offensichtlich eine Zivilisation aufbauen muss die zumindest annähernd dem entspricht was vorher da war, dauert nur Jahrtausende und dann ist der “Fluch” eh weg.
    (Würde dass schneller gehen wenn am Anfang Leute da sind mit Vorwissen?)

    • Nachdem wohl alle Antworten zu dem Thema Hexe und iPhone gegeben sind, hier meine Meinung dazu: Ich denke auch, dass ein genauer Nachbau eines IPhones ohne jede technische Grundlage nicht möglich ist. Die Informationen über das Aussehen, die Maße, die Funktion und nicht zuletzt die Programmierung (Millionen Programmzeilen), ist binnen weniger Jahre verschwunden. Die Menschen haben einfach andere Sorgen. Außerdem sind die gesamten Verbindungsprotokolle ziemlich willkürlich festgelegt. Auch diese Informationen werden sehr schnell verloren gehen. Es ist zwar vielleicht möglich, dass die Menschen wieder eine technische Zivilisation aufbauen, aber sie wird sicherlich abweichende Spezifikationen für so ziemlich alles haben. Wir sind hier also genau auf einer Linie.


  26. Literatur für den Prepper-Bunker:
    Das grosse Buch der Überlebenstechniken (Gerhard Buzek)
    und Das Handbuch für den Neustart der Welt: Alles,
    was man wissen muss, wenn nichts mehr geht (Lewis Dartnell)

    Reiche Bevölkerungen schrumpfen freiwillig:
    Der Vermehrungsfaktor in den reichen Industriestaaten
    liegt schon jetzt bei ungefähr 0,8, in Deutschand
    sogar bei ungefähr 0,7.

    iPhones sind völlig entbehrlich:
    Telefonleitungen und Amateurfunkgeräte auf Röhrenbasis
    funktionieren ganz ohne komplizierte High-Tech, und
    Fernschreiber und Bildtelegrafie gab es schon 1907.

    The Long Now Foundation stellte unter anderem die
    Rosetta-Disk​ des Rosetta-Projekts her, die man auch
    in 10000 Jahren mit einer einfachen Lupe lesen kann.

    Eine weitere Langzeitarchivierungsmethode:
    Das Memory of Mankind verwendet bedruckte Keramiktafeln
    die in einer Salzmine in Hallstatt aufbewahrt werden.

  27. Nachtrag:
    Telexnetze wurden weltweit seit den 1930er Jahren aufgebaut.
    Der Typendrucktelegraf von David Edward Hughes stammt von 1855.
    1953 weltweit erstes Transistorradio. Bis 1953 gab es
    keine weltweite Anwendung der Halbleitertechnologie.
    Die Welt funktionierte 1953 aber dennoch sehr gut.
    Ich bin davon überzeugt, dass wir das wieder schaffen.

  28. @ Grüter

    “Überlebt unsere Zivilisation den Klimawandel?”

    Nein. Wir werden alle sterben. Und ob nun jeder für sich stirbt oder kollektiv ausstirbt, ist doch Jacke wie Hose. Was ist denn die sogenannte Menschheit, wenn niemand mehr hinsieht?

  29. @ hto 07.11.2021, 14:03 Uhr

    Zitat: „Ich bevorzuge Klartext, also die Ankündigung eines machbaren Zusammenlebens OHNE Steuern zahlen, usw., bis zum UNKORRUMPIERBAREN Gemeinschaftseigentum.“

    Meiner Meinung nach gibt es eine Gesellschaft ohne Korruption im strengsten Sinne nicht, kann es gar nicht geben, nicht einmal in einer Demokratie.

    Es findet sich einfach kein „Bettelmönch“ mit der Qualifikation eines Spitzenmanagers als Politiker.

    Immer wird der „Vertreter einer bestimmten Meinung“ in einer Demokratie „etwas besser“ leben können und wollen.

    Ganz egal ob er die Position von Millionären vertritt, oder die von Obdachlosen.

    In Graz (Österreich) bekam eine „halbheilige Kommunistin“ eine Mehrheit bei der Wahl zum Bürgermeister. Sie und ihre kommunistischen Kollegen spenden alles was sie über rund 2000 Euro verdienen an arme Menschen. Sie nehmen sich auch direkt ihrer Probleme an und sind sehr beliebt, z.B. haben sie einen Notdienst für Installateure organisiert der armen Leuten schnell hilft. Dennoch regen sich manche über ihre 2000 Euro auf….

    Ganz originell: Ein Großvater von mir bekam seine Lehrerausbildung vor 1900 in einer klösterlichen Lehrerbildungsanstalt. Die Patres lebten durchaus „bescheiden“. Allerdings kritisierte mein Großvater, dass sich die Mönche (die keinen persönlichen Besitz haben durften außer ihrer Kutte) einen erstklassigen Koch zugelegt haben, der z.B. am Karfreitag aus Wurzeln, Pilzen, Pflanzen, Wald und Wiesenkräutern die köstlichsten Gerichte zubereitet hat und die „Pfaffen“ machten hinterhältig den Eindruck sie würden sich dabei auch noch „kasteien“.

    Der Begriff „Korrupt“ ist absolut unausrottbare Realität.

    Selbst Richter tun gut daran, vorsichtig zu bleiben, sie könnten selber in den Strudel von Korruption geraten (Karriere).

    • @ Kommentatorenfreund “Elektroniker” :

      Meiner Meinung nach gibt es eine Gesellschaft ohne Korruption im strengsten Sinne nicht, kann es gar nicht geben, nicht einmal in einer Demokratie.

      Es findet sich einfach kein „Bettelmönch“ mit der Qualifikation eines Spitzenmanagers als Politiker.

      Erst einmal wäre zu klären, was ‘Korruption’ ist, sein könnte, wie so gemeint sein könnte, auch im nicht selten Metaphorischen, als Einstieg vielleicht :

      -> https://www.etymonline.com/word/Corrupt

      Gemeint ist, vgl. auch mit der Präfix ‘cum’, dass sich da “welche zusammentun”, um zu schaden (“rumpere”).


      Moderne Gesellschaftssysteme arbeiten diese Möglichkeit, die der Korruption von Herrschenden, Mitherrschenden (Mandatsträger sind an dieser Stelle gemeint, herrschen tut in liberalen Demokratien (letztlich) das Volk), bestmöglich ein.
      Korruption ist sozusagen eine per se vorhandene Eigenschaft ursisch oder humanen Wesens.
      Wichtich (mittelniederdeutsch) hier nur die Bearbeitung derart möglichen Vorkommens, die in liberalen Demokratien, wie einige finden, vglw. gelungen ist und womöglich darf hier am besten ein wenig noch am Strafmaß gedreht werden, Dr. Webbaer wäre dafür.
      >:->

      Abär insgesamt scheint es so schon einen geordneten Weg zu gehen und in anderen Herrschaftssystemen (in anderen Zivilisationen?) ist die Korruption nicht etwa besonderer, auch juristischer Handhabung zugeteilt, sondern Leistungsmerkmal von Individuen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer

  30. Hierzu kurz :

    Ende und Anfang [Absatzüberschrift]
    Ist unsere Zivilisation tatsächlich zum Untergang verurteilt? [Artikeltext]

    “Unsere Zivilisation” [Artikelüberschrift] müsste definiert werden, womöglich ist diejenige Zivilisation (“Bürgerwerdung”) gemeint, die ganz vorsichtig im alten Griechenland entstanden ist, das Denken angefangen hat zu lieben, das individuelle Denken (“Philosophie”), und letztlich in der Aufklärung und (langsamer) Freisetzung individueller Kraft endete, auch den technischen Fortschritt, die Industrialisierung und das Web hervorgebracht hat?
    Auch die (liberale) Demokratie, die Sozialismen und die szientifische, heute : (dankenswerterweise) falsifikationistische, Methode?

    Also diesbezüglich wird nichts enden, anders zu denken scheint (fast) denkunmöglich zu sein.
    (Zumindest gäbe es dann niemanden mehr, der sich mit diesem Ende beschäftigen, es bemerken würde, sich Gedanken zu diesem Ende machen würde.
    Oder?)

    Der Schreiber dieser Zeilen, der den Zivilisationspessimismus, als Liberaler, erst in den letzten beiden Jahrzehnten (vergleichsweise mühsam) lernen musste, keinen Dank dafür, niemandem, ist hier insgesamt schon noch optimistisch genug zu meinen, dass “unsere Zivilisation” nicht enden kann.

    Was mittlerweile hier für möglich gehalten wird, ist u.a. zunehmende allgemeine Verblödung (vgl. auch mit dem Film mit dem Namen ‘Idiocracy’), zunehmend zivilisatorisch behindernden Kollektivismus, Administrationismus (“Überwachungsstaat”) sozusagen, und Ökologismus (Ö. meint, so wird hier definiert, der Natur einen intrinsischen Wert zuzuweisen und idF die Natur sozusagen anzubeten, beispielhaft genannt die bundesdeutsche “EKD”, “Greenpeace”, Anhänger der Gaya-Hypothese und so, lol).
    Bevorzugt aus diesseitiger Sicht im “Westen”, nicht etwa bspw. in Fernost.

    Sicherlich wird zukünftige Zivilisation, spätere Generationen sind so gemeint und sozusagen aufgerufen bereits, mit bestimmten terrestrischen Problemen fertig werden, vielleicht auch die planetarische Abreise suchen, was nicht verkehrt erscheint, bereits aus heutiger Sicht nicht.
    Weniger wegen der sich anbahnenden “Naturkatastrophen”, an diese wird hier nicht geglaubt, sondern um sich ursischer und humaner Weise möglichst divers und den Ort meinend verteilt aufzustellen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der auch bereits viel SciFi der Sechsziger gelesen hat, auch viele liberal-philosophische Texte und sicherlich auch vom hiesigen Angebot, der sogenannten Gedankenwerkstatt, ein wenig zu zehren wusste)

  31. Die Natur hat einen intrinsischen Wert, was denn sonst.
    Aus Staub bist du, zu Staub wirst du.
    Oder in der Sprache der Indianer.
    :Vieles ist töricht an eurer Zivilisation.
    Wie Verrückte lauft ihr weißen Menschen dem Geld
    nach,
    bis ihr so viel habt,
    daß ihr gar nicht lang genug leben könnt,
    um es auszugeben.
    Ihr plündert die Wälder, den Boden,
    ihr verschwendet die natürlichen Brennstoffe,
    als käme nach euch keine Generation mehr,
    die all dies ebenfalls braucht.
    Die ganze Zeit redet ihr von einer besseren Welt,
    während ihr immer größere Bomben baut,
    um jene Welt, die ihr jetzt habt,
    zu zerstören.‘‘
    Tatanga Mani, in: Weisheit der Indianer- Vom Leben im Einklang mit der Natur, a.a.O., S. 9

    • Das “Dominium Terrae” ist die Gegenmeinung :

      -> https://de.wikipedia.org/wiki/Dominium_terrae

      Gute Frage, auf Ablehnung eines Konzepts ist grundsätzlich mit der Frage nach einem oppositionellen, das auch das Antonym meinende Konzept zu reagieren.
      (Ganz korrekt, ganz streng, darf so aus diesseitiger Sicht nicht gefordert werden, denn es ist ebenfalls möglich ganz streng zerstörerisch, am besten : wohl argumentiert, zu reagieren, wenn eine Idee abgelehnt wird.
      Dennoch bleibt insbesondere sozial so, wie oben erklärt, zu beachten.
      Verdammt werden soll ein nackter Gegenreder abär nicht.)

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer

  32. Bonuskommentar zum (netten) Gedankenexperiment von Tim Urban :

    -> https://waitbutwhy.com/table/iphone-thought-experiment (Disclaimer : Dr. W hatte nicht die Zeit hier genau reinzulesen)


    1.) Einige so verdammte Bären (und Menschen) würden Wissen schnellstmöglich zu persistieren suchen, also Papier “erfinden” (und Buch).
    Das Generationsübergreifende meinend.

    2.) Einige würden dann wie gemeinte Gerätschaft sukzessive aufbauen.

    3.) Sie hätten dabei mit Kultur (!) Anderer zu kämpfen, würden dabei vielleicht untergehen.


    Begründung :
    Die Menge macht es, sie wird zu Hieb- und Stichwaffen finden, zeitnäher denkbarerweise bevor intellektuell, kognitiv anders aufgebaut wird.


    Dr. W rät abär an sich nicht derart zu versteifen, um so “Untergangsszenarien”, die das Aktuelle meinen, gesondert “verargumentieren” zu können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  33. @Elektroniker

    Vielleicht kann man Korruption nicht ausrotten (?), aber wo es aufgrund von wirklich-wahrhaftiger Gerechtigkeit absolut keinen Grund für Korruption gibt, da hat man zweifelsfrei krankhaft-asoziales Verhalten.

    • @ Kommentatorenfreund ‘hto’

      Sog. Korruption ist eine Abweichung von der Regel, die nicht einmal moralisch verwerflich sein muss (“Robin Hood” et alii), aber im Rahmen der jeweils gegebenen Zivilisation jeweils zu, nun, diskontieren bleibt, auch Strafmaße meinend.

      Sog. Korruption gilt es – in jedem Gesellschaftssystem – einzuarbeiten, in Möglichkeit und “Konditionierung” (der (aktuelle, zeitlich also, der real vorhandene also sozusagen) “SozPäd”-Bereich mag eher so formuliert, statt die gute alte Strafe meinend).

      Auch in einem ‘wirklich-wahrhaftigen’ gesellschaftlichen Apparat,
      Sie sind da, Kommentatorenfreund ‘hto’, dem Anschein nach ein ganz Edler sozusagen, Dr. W ist dies so ebenfalls (nicht – kleiner Gag am Rande),
      Wir haben immer an die Bösen zu denken.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer (der insgesamt also auch eine moralische Krise sieht, wie in etwa weiter oben beschrieben)

  34. @Elektroniker: “Immer wird der „Vertreter einer bestimmten Meinung“ in einer Demokratie „etwas besser“ leben können und wollen.”

    In einer organisierten (NICHT regierten!) Demokratie von/für ein grundsätzliches Gemeinschaftseigentum, wo es keinen “treuhänderisch”-lobbyistischen Parlamentarismus durch Kreuzchen auf dem Blankoscheck gibt, wo jeder nach seiner Leistung für/von der Gemeinschaft entsprechend belohnt wird (ohne die Symptomatik des Erbensystems!)??? – Nee, glaube ich nicht 🙂🙃😉

  35. Dr. W.
    “Verdammt werden soll ein nackter Gegenreder abär nicht.”

    Nach christlicher Auffassung steckt das Himmelreich im Menschen selbst.
    Die Hölle ebenso.
    Es ist nicht notwendig, den Gegenredner zu verdammen und es ist sogar verdammenswert das zu tun,
    also bleiben wir sportlich und schauen mal welche Meinung sich durchsetzt.
    Der Nachteil, der Spieleinsatz ist unser Leben.

  36. @hwied

    “Denn sie wissen nicht was sie tun” – vielleicht …, vielleicht sind sie aber mehr als nur korrupt & korrumpierbar und haben den einen der alle … deshalb als Sündenbock bezeichnet, der andere aber, der … 🤲 – Das “Spiel” war nie für “einen oder anderen” zu gewinnen “angedacht”, der “Einsatz” war und ist eine konsequent-kompromisslos zu fusionierende …!?

    🌬☁️🕳

    Schade🤗🤤dumm gelaufen, bisher!?

  37. @Hilsbein 08.11. 11:40

    „Und ob nun jeder für sich stirbt oder kollektiv ausstirbt, ist doch Jacke wie Hose.“

    Klar, ist das so. Aber es geht im Leben nicht um den Tod. Man möchte auch gelebt zu haben, und man möchte vielleicht auch, dass nicht nur die eigenen Kinder leben, sondern der Mensch allgemein noch für etliche Millionen Jahre.

    Menschliches Leben kann wunderbar und superspannend sein, man wird Teil seiner Umwelt und verbindet sich im Leben miteinander. Genau dafür sind wir hier.

    Ein vom Menschen gut gepflegte Planet kann auch für die nichtmenschliche Natur ein Segen sein. Im eigenen Garten kann man das jetzt schon praktizieren, im ganzen Land entsteht gerade eine Bewegung, die neben Klimaschutz tatsächlich ein Gedeihen von Mensch zusammen mit möglichst wilder Natur anstrebt.

    Wir sind da noch am Anfang, und die Risiken, die dem entgegenstehen sind vielfältig. Aber unterm Strich haben wir unsere Chance, würde ich sagen. Wenn wir tun, was uns vernünftig erscheint, wenn wir uns kundig machen, wie wir ein Zusammensein mit der Natur hinbekommen, dann kann das tatsächlich was werden.

    „Was ist denn die sogenannte Menschheit, wenn niemand mehr hinsieht?“

    Dann gucken eben nur noch die Tiere hin. Seit 600 Millionen Jahren gibt es größere Mehrzeller auf diesem Planeten, diese Zeiten werden auch ihren Sinn gehabt haben. Natur ist offenbar auch unabhängig vom Menschen schon eine sinnvolle Veranstaltung. Mit Menschen jedenfalls kommen nicht nur wir selber aus dem Diktat einer unkontrollierten Evolution heraus. Wir sind dabei mit Technik und Vernunft eine Ära der intelligenten Begleitung der gesamten Natur einzuläuten.

    Asteroidenabwehr oder auch eine zukünftige Klimakontrolle, die zukünftige Eiszeiten verhindert, sind uns Menschen möglich. Ganz zu schweigen von einer Besiedlung von Exoplaneten, die noch nur Mikroben beherbergen, und nie die Zeit hatten, komplexes Leben aus eigener Kraft hervorzubringen.

    Aber das wichtigste scheint mir zu sein, dass ein Menschenleben meistens ein Geschenk ist, und dass wir dazu fähig sind, uns so zu organisieren, dass die Natur um uns auch in ihrer Fülle leben kann.

    In diesem Sinne mögen auch die Geister der Natur und die Geister dieses Kosmos uns schützen und uns darin unterstützen, hier noch was Vernünftiges aus dieser Weltkultur zu machen.

    Sonnenstürme, Supervulkane, Atomkriege, Klimawandel, kapitalistisches Vor-die-Wand-fahren ist alles möglich, aber eben auch vermeidbar bzw. mit entsprechender Vorbereitung zu managen. Und wenn es dann eben doch schief geht, dann geht es eben schief. Wir können es nur probieren. Was sollen wir sonst machen?

    • Wenn einer meint, dass es egal ist, ob individuell oder allgemein gestorben wird, kann er zumindest kein Ethiker sein, Humanist wohl ebenfalls nicht, lol.
      Keine Ahnung, wie so geschrieben werden konnte.

      Das andere war schlüssig, wenn es keine Menschen, keine erkennenden Subjekte gibt, ist alles nichts sozusagen, Natur hat dann auch keinen Wert, weil es niemanden gibt, der ihr einen Wert zuspricht, auch weil die Konzepte “Wert” und “Zusprechen” nicht vorliegen.

      Was zu machen ist, ist die Zivilisation “abzufeimen”, Sie bemühen sich so, der werte hiesige Inhaltegeber ebenfalls, also : Was kann da noch schief gehen?
      (A: Einiges.)

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer (der den “Kapitalismus” dem kollektivistischen Wortschatz oder Geschwätz zuordnet)

  38. Zweiter Nachtrag zu einer erprobten, weltweiten Low-Tech-Zivilisation:
    1884 Edward Weston, Kohle-Glühfaden aus Tamidin. (Ganz ohne Wolfram.)
    1895 Erste elektrische Bahn.
    Von 1896 bis 1939 registrierte man weltweit 565 Marken von Elektroautos.
    1912 baute Frank Shuman in Ägypten das erste Parabolrinnenkraftwerk.
    (Ganz ohne Silizium-Photovoltaik.)
    1950 Turbo-Wechselrichter von AEG. (Ganz ohne Thyristor-Schaltungen.)
    Enercon ist seit der E-40 mit fremderregten Elektromagneten aus
    Kupfer bzw. Aluminium bei der EP3-Plattform erfolgreich geworden.
    (Ganz ohne Permanentmagneten mit Metallen der Seltenen Erden.)

  39. Tobias Jeckenburger
    “In diesem Sinne mögen auch die Geister der Natur und die Geister dieses Kosmos uns schützen und uns darin unterstützen, hier noch was Vernünftiges aus dieser Weltkultur zu machen.”

    Jawohl, das ist echter Kampfgeist, wir trotzen den Wellen und Wogen und wie heißt es in der Bibel: “Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde”.

    Karl Bednarik
    Es ist schon erstaunlich, dass die Elektrotechniker die Vorreiter der technischen Entwicklung wurden.
    Wie hat Lenin sinngemäß gesagt : die Zukunft, das ist Strom und Sozialismus.

  40. @Tobias Jeckenburger: “In diesem Sinne mögen auch die Geister der Natur und die Geister dieses Kosmos uns schützen und uns darin unterstützen, hier noch was Vernünftiges aus dieser Weltkultur zu machen.”

    Da hast Du dem hwied: “Jawohl, das ist echter Kampfgeist, …” eine Vorlage für merk- und denkwürdigen … gegeben (nachsichtig formuliert).

    Um es in der Philosophie der Bibel zu beschreiben: Da ist kein Schutz, da ist (wie für die instinktiv-materialistische Evolution) nur die “Gnade Gottes”, wenn Mensch es nicht schafft, seiner seit der “Vertreibung” eigenverantwortlichen Vernunftbegabung entsprechend, ebenbildlich fusioniertes Bewusstsein zu entwickeln, für einen weiteren/neuen Geist zur Stärkung der Schöpfung / des Universums oder Zentralbewusstseins.

  41. @hto 09.11. 12:09

    „..wenn Mensch es nicht schafft, seiner seit der “Vertreibung” eigenverantwortlichen Vernunftbegabung entsprechend, ebenbildlich fusioniertes Bewusstsein zu entwickeln,..“

    Können wir aber nur mit Wasser kochen. Also Inspiration, Überlegung, Phantasie und Akkumulation von Wissen und Lösungselementen. Diese dann zunächst per Kommunikation sich konkretisieren und ausbreiten zu lassen, bis dann eben im demokratischem Prozess vielleicht auch dann Taten im Sinne von gesetzlichen Regelungen folgen.

    Die richtigen Fragen zu stellen ist ein Anfang:

    Welcher Konsum macht überhaupt Sinn?
    Wie geht das Nachhaltig und Naturverträglich?
    Wie können wir die Abgehängten wieder einbeziehen?
    Wie geht es später dann ohne Wirtschaftswachstum?
    Wie kann man das Kulturübergreifend umsetzten?

    Entsprechende Antworten und Lösungen gilt es dann zu konkretisieren. Fusioniert könnte man das dann nennen, wenn es fertig ist. Individuen sind wir dann aber immer noch.

    • Gute Fragen, Kommentatorenfreund Tobias Jeckenburger, Dr. W versucht sich in ihrer Beantwortung :

      1.) “Welcher Konsum macht überhaupt Sinn?”

      Der bedarfsgerechte, der Anforderung von Personen entsprechend.

      ‘Sinn’ wird idT gemacht, er entsteht nicht von selbst, er ist sozusagen Veranstaltung.

      2.) “Wie geht das Nachhaltig und Naturverträglich?”

      Die Nachhaltigkeit ist ja eigentlich nicht nur in der Wirtschaftslehre ein sozusagen uralter Begriff, Dr. Webbaer definiert gerne so, dass eine Maßnahme nachhaltig ist, wenn sie nicht am Erfolg (!) scheitert.
      Eine Maßnahme im Bereich des Vertriebs eines Unternehmern der Wirtschaft wäre insofern nachhaltig, wenn auch geeignete Produktionsstätten bereit stehen.

      Die Überlagerung des Begriffs im (wie wohl auch von Ihnen gemeintem) ökologistischen Sinne hat Dr. W noch memorieren können : Joschka Fischer hat, vielleicht um das Jahr 1994 herum, die sog. ‘Sustainibility’ ins Deutsche mit ‘Nachhaltigkeit’ übersetzt und in der Folge so geworben.
      Es lag eine Begriffs-Anmaßung (von Ökologisten vor, siehe an anderer Stelle in diesem dankenswerterweise zV gestellten Kommentariat) vor.

      3.) ‘Wie können wir die Abgehängten wieder einbeziehen?’

      Indem argumentiert, das Streitgespräch gesucht wird, das Argument – und Andersmeinende, lol., nicht als ‘abgehängt’ verortet werden?

      4.) ‘Wie geht es später dann ohne Wirtschaftswachstum?’

      Gar nicht, die Wirtschaft meint die Zusammenarbeit von Individuen, gerne auch in institutionialierter Hinsicht, sie meint keinen Rückbau.

      5.) ‘Wie kann man das Kulturübergreifend umsetzten?’

      Durch Überzeugung (vs. Überredung, vs. durch Zahlung monetärer Art).

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer

  42. @Jeckenburger

    1. – 3. OHNE wettbewerbsbedingte unternehmerische Abwägungen in/zu “Wer soll das bezahlen?”, “Arbeit macht frei” und Überproduktion von Kommunikationsmüll (quantitativen Minderwertigkeiten), denn wenn GRUNDSÄTZLICH alles Allen gehören darf, ist das vernünftige/nachhaltige Teilen von Ressourcen, und die Chancengleichheit in Bezug auf Teilhabe an Produktivität, eine Angelegenheit OHNE Ungerechtigkeit, bzw. fast unendlich-gleichbleibend belohnbare.

    4. Ökologisch-ökonomisch, zweifelsfrei-eindeutig und wirklich-wahrhaftig vernünftig, OHNE “gesundes” Konkurrenzdenken, OHNE Ausbeutung, OHNE Erpressung/Intrigen, OHNE menschenUNwürdige Abhängigkeiten, usw..

    5. Mit Kommunikation, die bestenfalls von einem schon vorhandenen nachahmenswerten Vorbild ausgeht.

    Ich glaube wenn der Westen zuerst mit dem Osten/China in Kommunikation über die Organisation eines globalen Gemeinschaftseigentums OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik, also OHNE Steuern zahlen, OHNE manipulativ-schwankende “Werte” (Aktien, Immobilien, Bodenschätze, usw.), usw., treten würde, dann würden sich alle Probleme auf allen Seiten sehr schnell wie von allein lösen.

    Die logischen Kollektivierungen/Re-Privatierungen und Enteignungen müssen ganz sicher nicht so ablaufen wie es in der Vergangenheit geschehen ist, bei einem globalen Konstrukt des Zusammenlebens auf der Basis eines UNKORRUMPIERBAREN Menschenrecht zu KOSTENLOSER Nahrung, MIETFREIES (Sozial-)Wohnen und ebenso KASSEN-/KLASSENLOSER Gesundheit (also nicht die heuchlerisch-verlogene Variante eines “bedingungslosen” Grundeinkommens!), bei garantierbarer und leistungsgerecht-belohnter Teilhabe an der Produktivität von/für das Gemeinschaftseigentum!?

    Vernunft ist der Verstand von fusioniertem/fusionierenden Verantwortungsbewusstsein zu/in sinnvollen Möglichkeiten eines geistig-heilendem Selbst- und Massenbewusstseins, also das Gegenteil von stumpf-, blöd- und wahnsinniger Unvernunft in egozentriert-konfusioniertem “Individualbewusstsein”!?

  43. @Webbaer 09.11. 18:55

    „Die Überlagerung des Begriffs im (wie wohl auch von Ihnen gemeintem) ökologistischen Sinne…“

    Ich meinte auch die allgemeine Nachhaltigkeit, zusätzlich nur Naturverträglichkeit

    „Indem argumentiert, das Streitgespräch gesucht wird, das Argument – und Andersmeinende, lol., nicht als ‘abgehängt’ verortet werden?“

    Als Abgehängte dachte ich eigentlich an Einzelpersonen und ganze Länder, die wirtschaftlich im Abseits stehen.

    „Gar nicht, die Wirtschaft meint die Zusammenarbeit von Individuen, gerne auch in institutionialierter Hinsicht, sie meint keinen Rückbau.“

    Ich hab nichts gegen Wirtschaftstätigkeit, nur die derzeitigen Rahmenbedingungen führen zu Wirtschaftskrisen, wenn die Wirtschaft nicht wächst. Das passt nicht zu einer Welt, die eben längere Zeit kein Wirtschaftswachstum generiert, weil es auch mal genug des Umsatzes sein kann. Und der Mensch weniger konsumieren will, dafür aber sich Zeit frei macht, um Vergnüglicheres zu unternehmen, das nicht unter dem wirtschaftlichem Regime steht.

    Im Fall einer nachhaltigen Wachstumsstörung bräuchten wir insbesondere hinreichende Vermögenssteuern, dass die neuen Profite, die nun nicht mehr investiert werden können, in die Staatskasse wandern können. Zumindest solange uns nicht besseres einfällt, was wir nun doch wieder Neues konsumieren wollen.

    Das können auch richtig große Anstrengungen sein, den Kosmos mit neuen Riesenteleskopen zu erforschen und uns auf den Weg zu machen, zu den Sternen zu fliegen.

    Auch die kommenden KI-Möglichkeiten könnten dermaßen effektiv sein, dass hier der Wachstumsvorgang dann wirklich Schwierigkeiten bekommt. Und letztlich selbst bei sinkenden Umsätzen mehr Produkte hergestellt werden, als der Mensch noch gebrauchen kann.

    „Durch Überzeugung (vs. Überredung, vs. durch Zahlung monetärer Art).“

    Unbedingt in dieser Reihenfolge. Überzeugung alleine geht aber auch mal nicht.

    • @Web🐻:
      Durch Überzeugung (vs. Überredung, vs. durch Zahlung monetärer Art).”

      Es ist mir ein Rätsel wie und welche anscheinend unüberwindbaren Denk-Blockaden die Worte Wirtschaft, Konsum und Steuern zahlen bei euch auslösen, aber Korruption/Korrumpierbarkeit, Hinterlist/Intrigen und Bestechung durch das “liebe” Geld sind … 🥴🤑🤮🤯 der zeitgeistlich-reformistischen Pflege der gleichermaßen unverarbeiteten Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und egozentriertem “Individualbewusstsein” (die Illusion die nicht Individualität meint!).

      • Autoverkehr, also der “Individualverkehr”, hat nichts mit Individualität zu tun, oder mit wirklich-wahrhaftiger Sinnhaftigkeit!
        👋😊

  44. Hallo hwied.
    Meine Bevorzugung der Elektrotechnik kam nur von
    meiner Zielsetung, eine Low-Tech-Zivilisation
    ganz ohne Halbleitertechnologie zu beschreiben.
    1873 Selenzelle, Photodiode mit Selen als Halbleiter.
    1893 Alkalimetall-Photozelle (ohne Halbleiter).
    1906 Kristall-Detektor-Empfänger, mit natürlicher
    Schottky-Diode, Bleiglanz oder Pyrit als Halbleiter.
    Natürlich gab es auch gute Chemiker:
    1911 Haber-Bosch-Verfahren, Dünger aus Luft​.
    1928 PVC, Polyvinylchlorid, Kunststoff aus Kohle​.
    1937 Buna, Butadien-Natrium, Gummi aus Kohle​.
    1940 Fischer-Tropsch-Synthese, Benzin aus Kohle​.
    1941 Paraffinoxidation, Butter aus Kohle​.
    Und moderne Kulturgüter:
    1946 Erster Mikrowellenherd für moderne Esskultur.
    1952 Boeing B-52 Stratofortress zum Transport der
    1952 ersten Wasserstoffbombe (ganz ohne Halbleiter).

  45. Das zu selten miteinbezogene Konzept degrowth enthält wesentliche Strategien für einen rettenden Systemwandel: Rückbau destruktiver Industrien, Abkehr vom Dogma Wirtschaftswachstum, drastisches Verringern der Energiewirtschaft und des Verkehrs, Beenden unnötiger Produktion, Solidarität statt Kapitalismus; Zeitwohlstand, Suffizienz, gutes Leben für Alle; Gemeinwohl, Sorgearbeit und Kooperation statt Profitmaximierung. Ein grünes Wachstum (“green new deal”) funktioniert auf Dauer nicht, da das Wirtschaftswachstum sich nicht absolut von CO2-Emissionen entkoppeln läßt.
    https://degrowth.info/de/degrowth-de https://degrowth.org/conferences/ https://www.postwachstum.de/
    Schon seit einiger Zeit ist dieser bereits in den 70er-Jahren durch “Grenzen des Wachstums” eingeläutete Paradigmenwechsel beim Umweltbundesamt und in der Wissenschaft angekommen: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/vorsorgeorientierte-postwachstumsposition https://timotheeparrique.com/academic-articles/
    [Hinweis auf Studienangebot gestrichen. Ist ein kostenpflichtiger Kurs, der zu einem Titel führt, der in der EU nicht anerkannt wird. TG]

  46. @Wachstumskritiker 11.11. 10:26

    „Ein grünes Wachstum (“green new deal”) funktioniert auf Dauer nicht, da das Wirtschaftswachstum sich nicht absolut von CO2-Emissionen entkoppeln läßt.“

    Bei aller Zustimmung für weniger Umsatz, aber es sollte von den Konsumenten ausgehen. Wenn die lieber weniger arbeiten, und sich mehr außerhalb von Wirtschaftlichkeit bewegen wollen, dann gerne. Wer aber z.B. gerne große Autos fahren will, und dafür auch gerne viel Arbeiten möchte, der soll das doch machen.

    Ich wüsste jetzt keinen Grund, warum Nullemissionen an Nullwachstum gebunden sein müssten. Die letzten Reste von Treibhausgasemissionen lassen sich mit negativen Emissionen ausgleichen. Klar ist natürlich, dass es wesentlich schneller geht, wenn gleich eine Umsatzreduktion zusammen mit der Energiewende praktiziert wird. Also einmal der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie, und derweil z.B. schon mal die Förderung des Fahrradverkehrs zusammen mit weniger PKW durch Förderung von Carsharing und des öffentlichen Nahverkehrs. Das würde Geld frei machen, das gleich in mehr Tempo umgesetzt werden kann.

    Das gilt auch für den Flugverkehr oder für die Bautätigkeit. Auch hier kann weniger Masse gleich in mehr Qualität umgesetzt werden.

    Die Idee, etwa Erdgas in Wasserstoff und Kohlendioxid aufzuspalten, und das Kohlendioxid gleich wieder in ausgebeuteten Gasfeldern dauerhaft zu versenken, wäre keine schlechte Idee, finde ich. So könnten die bestehenden Gasfelder etwa in Russland relativ emissionslos gleich mittels bestehender Pipelines Wasserstoff nach Deutschland transportieren. Das dabei freiwerdende CO2 kann man am Ort der Förderung direkt wieder versenken. So hätten wir eine Energiequelle für saisonale und mehrjährige Angebots- und Verbrauchsschwankungen, die Wasserstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge aller Art und auch für Brennstoffzellen im Keller als hocheffektive Kraft-Wärmekopplung nutzt. Das kann dann sowohl die Heizung auch bei anhaltender Kälte wie auch die Stromversorgung bei ausgeprägten Dunkelflauten sicherstellen.

    Hier muss sich nur erweisen, was jetzt wirtschaftlicher ist. Das gilt genauso für Atomkraft. Wenn es teurer ist, als einfach mehr Sonnen- und Windenergieanlagen zu installieren, macht es keinen Sinn, wenn es aber kostengünstiger ist, dann sollten wir es machen.

    Das bei der Erdgasförderung entweichende Methan ist zwar 25 mal stärker als CO2, aber bleibt nicht Jahrtausende in der Atmosphäre, sondern nur maximal 15 Jahre.

    Wikipedia Stichwort Treibhausgase:
    „Methan trägt aufgrund seiner hohen Wirkung (25-mal wirksamer als CO2) mit rund 20 % zum anthropogenen Treibhauseffekt bei. Die Verweilzeit in der Atmosphäre ist mit 9 bis 15 Jahren deutlich kürzer als bei CO2.“

    Langfristig gesehen spielt das Methan, dass bei der Erdgasnutzung durch Lecks frei wird, also kaum eine Rolle.

    • Tobias Jeckenburger
      11.11.2021, 17:37 Uhr

      Die Idee, etwa Erdgas in Wasserstoff und Kohlendioxid aufzuspalten, und das Kohlendioxid gleich wieder in ausgebeuteten Gasfeldern dauerhaft zu versenken, wäre keine schlechte Idee, finde ich.
      Meine Idee ist, das CH₄ komplett in 2*H₂ aufzuspalten und das entstehende C zu kompaktieren und als zukünftige Steinkohle in ausgebeuteten Kohlegruben und Tagebauen zu deponieren – die Natur hat es ja vorgemacht. Gas zu speichern ist weitaus aufwendiger als ein Feststoff.

  47. Ich hab nichts gegen Wirtschaftstätigkeit, nur die derzeitigen Rahmenbedingungen führen zu Wirtschaftskrisen, wenn die Wirtschaft nicht wächst. [Kommentatorenfreund Tobias Jeckenburger]

    Ganz genau, später dann wächst die sogenannte Wirtschaft wieder.

    Fragen Sie sich gerne, warum etwas im Wirtschaftlichen, die allgemeine, auch individuelle Handlung im Wirtschaftlichen ist gemeint.

    Sicherlich darf dann im Speziellen, wenn “gerade mal nicht gewachsen wird”, herumgenörgelt werden.

    Insgesamt liegt ein Rahmen vor, in dem wie gemeint gewachsen werden kann.
    Kollektivistische Gesellschaftsysteme, so gut, nett gemeint, manchmal sind sie auch bösartig gemeint, gelle, wachsen halt nicht so-o gut im Wirtschaftlichen und Ziviisatorischen, nachweislich, vom Islam, extra-lol, einmal abgesehen.
    Wobei sich derartige Ausnahme im Anti-Zivilisatorischen ergibt, nackt, wenn die natürlich vorhandene Fertiliät des Weibes – aus welchen Gründen auch immer – nicht aufrecht erhalten werden kann, extra-LOL.

    Es kann Gesellschaftssysteme geben, in denen jahrztausendelang gar nichts “wächst”.


    Der Klimawandel wird beizeiten, absehbarerweise, in n-lateralen staatlichen Verhältnissen, einen sog. Geo-Thermostat meinend, bearbeitet werden, angemessen, nicht durch sozusagen protestantisches Sparen am CO2-Ausstoß.
    (Ein wie gemeinter Thermostat hätte auch dann viele Vorteile, wenn keine anthropogen angestoßene terrestrische Erwärmung vorliegt.)

    Dr. Webbaer erlaubt sich derartige Prädiktion, sozusagen hinreichend soziophob, Moden meinend, die “nur” Generationen meinen, einzuordnen, natürlich nur : im Bereich einer sog. Gedankenwerkstatt, nice!, Grüße auch an “Chickie”!

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  48. Korrektur :

    *
    Fragen Sie sich gerne, warum etwas im Wirtschaftlichen, die allgemeine, auch individuelle Handlung im Wirtschaftlichen ist gemeint [“, etwas wächst”]

    **
    Es kann Gesellschaftssysteme geben, in denen jahr[]tausendelang gar nichts “wächst”.

  49. @Maier 20.11. 01:26

    „Meine Idee ist, das CH₄ komplett in 2*H₂ aufzuspalten und das entstehende C zu kompaktieren“

    Kenn ich jetzt nicht, dabei wird aber auf jeden Fall nur die Hälfte der Energie des Ausgangsmethans genutzt. Man könnte diese künstliche Kohle auch zunächst auf Halden lagern, und sie nach Jahrhunderten irgendwann doch noch nutzen. Wozu auch immer.

    „Gas zu speichern ist weitaus aufwendiger als ein Feststoff.“

    Sicher einfacher, aber wenn neben den aktiven Gasfeldern ausgebeutete Felder liegen, ist sogar das Bohrloch noch offen, man kann vermutlich sofort anfangen, hier CO2 hineinzupumpen und so dauerhaft versenken.

    • Tobias Jeckenburger
      20.11.2021, 23:45 Uhr

      Natürlich, ein Weg zum H₂ führt über die Aufspaltung des H₂O mit der Freisetzung von O₂, der andere eben über die Abtrennung des 2 H₂ vom CH₄ und die Deponierung des C. Da wir zur Zeit ein Problem mit dem zusätzlichen CO₂ haben, empfiehlt es sich aus meiner Sicht, auf die “halbe Miete” auf dem Weg vom C zum CO₂ weise zu verzichten.

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