Klimawandel und Hitzewellen

Das heiße Wetter in Deutschland, Frankreich und England ist erst einmal vorbei, aber der Sommer ist noch lang. Die Erinnerungen an die sengende Hitze im August 2003 verblasst langsam, damals starben in Europa rund 70000 Menschen an Austrocknung, Hitzschlag oder Kreislaufversagen.1 In Paris fassten die Leichenhallen die vielen Toten nicht mehr. Aber, wenn man den Studien glaubt, die in den letzten Tagen veröffentlicht wurden, dann war das nur der Anfang.

In meinem Blogbeitrag vom 11.6.2017 habe ich bereit darauf hingewiesen, dass die globale Erwärmung die Menschen direkt angreift. Acht Tage später erschien in Nature Climate Change eine Studie, die auf die stark steigende Gefahr tödlicher Hitzewellen hinweist.2 Heute leben 30 % der Erdbevölkerung in Gegenden, in denen die Hitzebelastung an mindestens zwanzig Tagen im Jahr lebensgefährliche Werte erreicht. Selbst wenn die Menschen ihren Ausstoß an Treibhausgasen ab sofort drastisch reduzieren, werden es bis 2100 voraussichtlich 48 % sein. Sollten die Regierungen der Welt aber den Kopf in den heißen Sand stecken und weitermachen wie bisher, werden zur nächsten Jahrhundertwende schon drei Viertel aller Menschen unter solchen Bedingungen leben müssen.

100 Millionen Klimaflüchtlinge erwartet der deutsche Entwicklungshilfeminister Gerd Müller in den nächsten Jahren. Im Jahr 2014 sprach er von 200 Millionen, falls es nicht gelingt, die Erderwärmung auf unter zwei Grad drücken. Kann das stimmen?

Wenn Hitze tödlich wird

In jedem Sommer sterben Kinder, die gedankenlose Eltern für mehr als einige Minuten in einem heißen Auto zurückgelassen haben. Schon 15 Minuten Hitze können die Körperfunktionen von Kindern und alten Menschen komplett überfordern.Andererseits gehen Menschen freiwillig in die Sauna und setzen sich für einige Minuten Temperaturen von 85 Grad aus, ohne dass es ihnen schadet.

Grundsätzlich müssen Menschen, wie auch andere warmblütige Tiere, ihre Körpertemperatur genau regeln. Die unzähligen chemischen Reaktionen, die in jeder Sekunde im Körper ablaufen, müssen stets aufeinander abgestimmt sein, sonst gerät der Stoffwechsel gefährlich aus dem Takt. Wenn das Problem nicht behoben wird, verlieren Nerven und Muskeln ihre Funktion, und der Körper stirbt.

Man kann sich das wie ein äußerst fein abgestimmtes Uhrwerk vorstellen. Wird es zu kalt, zieht sich das Metall der Zahnräder zusammen, und sie verlieren den Kontakt. Wird es zu heiß, drücken sie gegeneinander und verklemmen sich. Die meisten Fische, Amphibien und Reptilien sind hingegen wechselwarm, ihr Körper funktioniert ohne eigene Temperaturregelung. Ihr chemisches Uhrwerk hat größere Toleranzen.

Der menschliche Körper hat eine Kerntemperatur von ca. 37 °C, die er gegen Kälte und Hitze verteidigen muss. Eine Temperatur von mehr als 41 °C ist lebensbedrohlich, bei 44 °C denaturieren (gerinnen) die ersten Eiweiße, dann ist der Tod nicht mehr zu verhindern. Auf der anderen Seite darf die Körpertemperatur auch nicht längere Zeit unter 28 °C fallen, sonst droht der Tod durch Kreislaufstillstand, weil das Herz aufhört, Blut durch den Körper zu pumpen.

Wärme richtig loswerden

Lebende Organismen erzeugen ständig Wärme, die abgeführt werden muss. Das funktioniert nur dann, wenn die Haut etwas kühler ist der Körperkern. Ein ruhender Mensch muss deshalb eine Hauttemperatur von unter 35 C° aufrechterhalten, sonst droht ihm der Hitzetod. Wenn er körperlich arbeitet, sollten es nicht mehr als 32 C° sein.

Menschen produzieren Schweiß, der auf der Haut verdunstet und dabei kühlt. Damit können Menschen sogar in einer sehr heißen Umgebung überleben, vorausgesetzt, sie trinken genug und die Luft ist so trocken, dass sie den Schweiß gut aufnimmt.

Je feuchter die Luft ist, desto langsamer verdunstet der Schweiß und desto geringer wird seine Kühlwirkung. Die Temperatur, die sich auf einer ständig wasserbedeckten Oberfläche einstellt, nennt man Kühlgrenztemperatur (KGT). Wenn die Luftfeuchtigkeit 100% beträgt, ist die KGT identisch mit der Lufttemperatur, in allen anderen Fällen ist sie niedriger. Man kann sie messen, indem man dem Vorratsgefäß eines Glasthermometers einen feuchten Strumpf überzieht und eine Weile wartet. Natürlich kann man sie auch aus der relativen Luftfeuchtigkeit, der Temperatur und dem Luftdruck selber berechnen, aber die Formeln sind relativ kompliziert.3 Wer es sich einfacher machen will, geht z.B. auf das Internetportal easycalculation.com und lässt sich dort Taupunkt und Kühlgrenztemperatur (englisch: wet-bulb temperature) in Fahrenheit, Celsius oder Kelvin berechnen.

Wenn aber schon jetzt 20% der Weltbevölkerung potentiell tödlichen Temperaturen ausgesetzt sind, sollten wir dann nicht Millionen von Hitzetoten erwarten?

Der richtige Umgang mit gefährlicher Hitze

Bei den brutalen Hitzewellen in Indien und Pakistan im Jahr 2015 starben etwa 4500 Menschen, wenn man den amtlichen Angaben trauen darf. Offizielle Zahlen aus Drittweltländern sind oft geschönt, und es werden also vermutlich einige tausend Menschen mehr der Hitze erlegen sein, aber immer noch sehr viel weniger als 2003 in Europa. Woran liegt das?

West- und Nordeuropa ist Hitzewellen mit Temperaturen von 40 °C und mehr nicht gewohnt, die meisten Menschen sind nicht vorbereitet. Anders in Indien und Pakistan und in anderen tropischen Staaten. Hier gehört gefährliche Hitze zum Alltag, und die Menschen wissen damit umzugehen. Sie sorgen dafür, dass ihre Häuser kühl bleiben, sie gehen während der heißesten Stunden nicht auf die Straße, und sie trinken genügend Wasser. Trotzdem sterben Tausende jedes Jahr, aber das ist normal und deshalb keine Zeitungsmeldung wert. Einige Stunden tödlicher Hitze lassen sich durchaus überstehen, wirklich gefährlich wird es erst dann, wenn auch die Nächte keine Erholung mehr bringen, und wenn sich die Häuser so weit aufheizen, dass die Menschen keinen Schutz mehr finden. In einigen Gebieten verfehlen die Hitzewellen nur noch knapp diesen gefährlichen Bereich. 4 Einige Beispiele5:

Lagos: Hafenstadt in Nigeria, Westafrika.

Bevölkerung: ca. 20 Millionen, bis 2075 voraussichtlich 55 Millionen.6

Die durchschnittlichen Tages-Höchsttemperaturen liegen von Oktober bis Mai über 30 C°, die Luftfeuchtigkeit ist durchgehend hoch, nachts wird es 8-9 Grad kühler als am Tag. Die Rekordtemperatur im April liegt nahe 40 °C. Bei einer linearen Steigerung um vier Grad würde es bis 44 °C heiß werden und nachts kaum unter 35° abkühlen. Damit würde die Hitze mehr als 14 Stunden pro Tag im tödlichen Bereich liegen.

Kalkutta: Hafenstadt in Westbengalen, Indien

Bevölkerung: ca. 14,5 Millionen, bis 2075 voraussichtlich 45 Millionen.

Die durchschnittlichen Tages-Höchsttemperaturen übersteigen im April, Mai und Juni die Grenze von 34 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Es wurden aber schon Werte von 43 °C gemessen. Die Nachttemperaturen liegen nur etwa sieben bis acht Grad darunter. Eine globale Erwärmung um 4 Grad würde sicher zum Auftreten von tödlichen Hitzewellen führen. Es besteht dann die Gefahr, dass die KGT mehrere hundert Stunden lang nicht unter 34 °C sinkt. Bis Ende des Jahrhunderts könnte die Stadt nicht mehr ganzjährig bewohnbar sein.

Karatschi: Hafenstadt in Pakistan

Einwohnerzahl: ca. 24 Millionen, bis 2075 ca. 43 Millionen.

Karatschi hat eigentlich ein arides Klima, aber zur Zeit der größten Hitze im Mai weht der Wind oft vom Meer und lässt die Luftfeuchtigkeit auf bis zu 60% ansteigen. Die bisher höchste Tagestemperatur liegt bei 47,5 °C, die Abkühlung in der Nacht ist recht gering. Ein weiterer Anstieg um 4 °C würde zu tödlichen Tageswerten führen, die auch in der Nacht nicht genügend zurückgehen. Die KGT könnte Werte über 40 °C erreichen, was bereits nach kurzer Zeit gefährlich wäre.

Im letzten Jahr prophezeite eine Studie für die jetzt bereits von Hitze geplagte Region um den persischen Golf zunehmend häufige Überschreitung der für Menschen noch zuträglichen Temperaturen. 7

Fazit: Es wird zu heiß

Auch in Mitteleuropa werden sich die Hitzewellen häufen. Wir werden sie wahrscheinlich überstehen, wenn sie auch unsere Wirtschaft, unser Gesundheitssystem und unsere Landwirtschaft stark belasten. Viele Menschen in den Tropen aber sind nicht so glücklich, sie werden flüchten müssen, wenn sie überleben wollen. 200 Millionen Klimaflüchtlinge bis 2050 sind nicht einmal unwahrscheinlich. Sollte der Meeresspiegel weiter ansteigen und einige dicht bevölkerte Küstenregionen überfluten, würden bis 2100 noch einmal bis zu einer Milliarde dazu kommen. Unsere Kinder und Enkel erwarten also interessante Zeiten wenn unsere Generation nicht noch das Schlimmste verhindert.

Anmerkungen

[1] Robine, Jean-Marie et al. (2008). Death toll exceeded 70000 in Europe during the summer of 2003. Comptes Rendus Biologies 331(2), 171-178

[2] Mora, C., Dousset, B., Caldwell, I. R., Powell, F. E., Geronimo, R. C., Bielecki, C. R., … & Lucas, M. P. (2017). Global risk of deadly heat. Nature Climate Change. doi:10.1038/nclimate3322

[3] In dieser Arbeit wird eine Näherungsformel vorgestellt: Stull, Roland (2011). Wet-bulb temperature from relative humidity and air temperature. Journal of Applied Meteorology and Climatology 50(11), 2267-2269. Link: http://journals.ametsoc.org/doi/full/10.1175/JAMC-D-11-0143.1

[4] Ein ausführlicher Artikel über die heißesten Städte der Welt findet man z.B. im Guardian vom 22.7.2015

[5] Matthews, T.K.R.; Wilby, R.L. and Murphy, C. (2017). Communicating the deadly consequences of global warming for human heat stress. PNAS 114(15), 3861-3866. Link: https://dspace.lboro.ac.uk/dspace-jspui/bitstream/2134/24742/1/Merged.pdf

[6] Zahlen nach: Hoornweg, Daniel; Pope, Kevin. (2014) Population predictions of the 101 largest cities in the 21st century (PDF). Global Cities Institute (Working Paper No. 4). Angegeben sind die Zahlen für die Metropolregion.

[7] Pal, J. S., & Eltahir, E. A. (2016). Future temperature in southwest Asia projected to exceed a threshold for human adaptability. Nature Climate Change, 6(2), 197-200. Link: http://www.theurbanclimatologist.com/uploads/4/4/2/5/44250401/paleltahir2015extremespersiangulf.pdf

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Thomas Grüter ist Arzt, Wissenschaftler und Wissenschaftsautor. Er lebt und arbeitet in Münster.

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  1. Laurence C. Smith’s The New North (The World in 2050) hat schon vorweggenommen, dass Kanada, Alaska, Skandinavien und Russland zu neuen Anziehungspunkten der Migration und zu neuen Zentren der ökonomischen Entwicklung werden. Auch viele Nordler spüren was kommt: der Arktische Rat hat an Bedeutung gewonnen, Kanada sieht sich als Alternative zu den USA (politisch, als Gesellschaftsmodell, klimatisch ) und Russland liebäugelt bereits mit der transarktischen Passage.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass die Nordmenschen von 2050 vom Süden als einer dritten Welt denken und sie zu diesem Süden auch die Länder um das Mittelmeer und Teile der USA zählen. Vielleicht denken sie: “Wir hier oben sind so glücklich, können aber den Menschen im Süden nicht gross helfen, denn bis unser Eis bei ihnen ankommt, ist es geschmolzen. Und allzuviele können wir auch nicht aufnehmen, sonst wird es zu eng bei uns, Die Besten nehmen wir aber schon.”

  2. „Klimaflüchtlinge“– eine absurde Wortschöpfung

    Der Beitrag von Herrn Grüter blendet das größte Problem vieler Entwicklungsländer fast völlig aus: das katastrophale Bevölkerungswachstum.
    Aber zuerst eine kurze Anmerkung zu den 70000 Hitze-Toten des heißen Sommers 2003: der größte Teil dieser Opfer waren alte Menschen – und alte Menschen trinken meist zu wenig. Die meisten dieser „Hitzeopfer“ sind einer mangelnden Betreuung zum Opfer gefallen – zu wenig Pflegepersonal, das sorgfältig darauf achtet, daß ihre Schützlinge wirklich ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Das ist in solchen extremen Hitzeperioden lebenswichtig und lebensrettend. Der Mangel an Pflegepersonal – das ist der eigentliche Skandal bei der hohen Zahl der „Hitzetoten“! Und viele alte Menschen leben ganz allein, mit zu wenig oder gar keinen sozialen Kontakten; da sieht es noch schlimmer aus.
    Aber nun zur „Bevölkerungsexplosion“ – vor 40 Jahren noch ein großes Thema, auch in dem berühmten Buch „Die Grenzen des Wachstums“ von 1972. Leider ist das Thema völlig aus dem Blickfeld geraten, aber DAS ist die wahre Ursache für den Migrationsdruck aus Afrika und zahlreichen asiatischen Ländern. Viele Länder sind seit Jahrzehnten überbevölkert und für Abermillionen junge Leute gibt es weder ausreichend Arbeit noch Ausbildungsplätze.
    Ein Blick auf den afrikanischen Kontinent: 1950 lebten in ganz Afrika 230 Millionen Menschen, 1980 schon 480 Millionen und 2010 waren es 1022 Millionen = 1,022 Milliarden. Nennenswerte Anstrengungen zur Familienplanung und Geburtenkontrolle gibt es nicht und so verdoppelt sich alle 30 Jahre die afrikanische Bevölkerung: im Jahr 2040, gar nicht so weit weg, werden weit über 2 Milliarden Menschen auf dem Kontinent leben! Der Migrationsdruck wird steigen allein wegen dieser ungebremsten Zunahme der Bevölkerung.
    Wenn Herr Grüter das Beispiel der Stadt Lagos in Nigeria bringt (Bevölkerung: ca. 20 Millionen, bis 2075 voraussichtlich 55 Millionen), dann bedeutet das einen riesigen städtischen Moloch, ohne kühlende Parks und Gärten, weil eine enorm dichte Bebauung erforderlich ist. Dazu kommt eine miserable Trinkwasserversorgung für die meisten Einwohner. Nigeria hatte 1950 ca. 30 Millionen Einwohner, also etwas mehr als Lagos heute hat; 1980 waren es schon 74 Millionen und 2010 sogar 156 Millionen Einwohner. Im Jahr 2050 werden es unvorstellbare 335 Millionen sein – und ein Ende ist nicht abzusehen.
    Für Pakistan gibt es ähnliche Horrorzahlen: Im Jahr 1947 warnte der damalige Militärherrscher General Ayub Khan noch vor Überbevölkerung und förderte Familienplanung. Damals hatte das Land weniger als 40 Millionen Einwohner, 2010 waren es offiziell 175 Millionen, vermutlich aber schon fast 200 Millionen. Zur Mitte unseres Jahrhunderts werden es weit über 400 Millionen Menschen sein – kein Wunder, daß die großen Städte sozusagen aus allen Nähten platzen werden.
    Daher ist der sog. “Klimawandel” ein eher marginales Problem – das mit Abstand größte Problem ist die Bevölkerungsexplosion in vielen Ländern der “Dritten Welt”. Warum wird über dieses Problem so wenig geredet? Schauen Sie sich das Wachstum der Bevölkerung in allen Ländern Afrikas, und vielen Ländern Asiens und Lateinamerikas an: ein paar Beispiele habe ich gebracht. Hier drohen die wahren globalen Katastrophen, hier liegen die Ursachen für den anhaltenden Migrationsdruck!

    • Ihre Argumentation ist ein schöner Fehlschluss. Weil es ein anderes großes Problem gibt, ist ein anderes keins. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
      Zu den Hitzetoten steht im Text, dass sich diese durch entsprechende Anpassung begrenzen lassen, das hat aber Kosten und geht nicht unendlich weit. Unser Körper ist physiologisch begrenzt. Eine Anpassung an entsprechende Extreme wird dann immer aufwendiger ganz unabhängig vom Bevölkerungswachstum.

      • Mehr Menschen, die im Mittelstand ankommen bedeuten auch mehr Treibhausgasemissionen, denn sie brauchen Häuser (Zement=>CO2), Strassen, Autos (Öl->CO2) und Strom (Erdgas,Kohle). Der Mittelstand wächst momentan vor allem in Asien, aber auch in Afrika wächst er absolut gesehen – allein schon wegen dem starken totalen Bevölkerungswachstum in Afrika, der zwar vor allem die Armen vermehrt, aber auch die Mittelschicht absolut gesehen vergrössert, auch wenn er relativ etwa gleich gross bleibt.
        Die starke Bevölkerungszunahme in den Entwicklungsländern bedeutet bei einem gleichzeitigen Weltwirtschaftswachstum von 3 %, dass ein grosser Nachholbedarf bei Infrastruktur und Wohnungswesen besteht und allein schon deswegen die Treibhausgasemissionen steigen.

    • Ja, wenn Nigeria von 70 Millionen Einwohnern 1970 auf 700 Millionen 2070 (=Bevölkerung der EU28 auf 1/10 der EU-Fläche) anwächst, dann bedeutet dies, dass das Nigeria von 2070 ein völlig anderes Land ist als das Nigeria von 1970. Tatsächlich spricht heute kaum noch jemand von der afrikanischen Bevölkerungsexplosion. Und zwar darum, weil die meisten Afrikaner allergisch auf dieses Thema reagieren und den Westlern, die dieses Thema aufs Tapet bringen, Kolonialismus oder gar Rassismus vorwerfen. Vor wenigen Tagen las ich ein Interview mit einem afrikanischen Ökonomen und er antwortete auf die Frage ob er Familienplanung befürworte, mit Nein, denn in seinen Auge sei das Bevölkerungswachstum ein Entwicklungshelfer. Beim Paar Melinda&Bill Gates, welches sich vor allem für Impfungen und andere Gesundheitsprobleme einsetzt, ist es vor allem Melinda Gates, welche für Familienplanung und Kontrazeptiva eintritt. Doch auch Melinda Gates Familienplanungsbemühungen stossen in Afrika weitgehend auf Ablehnung, wovon etwa der Blog Contraceptives for Africa – A Misplaced Priority? zeugt, wo man gleich als eine der ersten afrikanischen Stimmen liest:“This is a misplaced priority. ..GOD SAYS GO AND MULTPLY WHY ECONOMISE? I thick it those with empty wallats who are advocating for contraceptives.”

    • Damit wir uns nicht missverstehen: Thema dieses Beitrags war es nicht, die größten Probleme der Entwicklungsländer bis 2100 aufzulisten. Es möchte vielmehr zeigen, dass wir uns nicht nur über die Auswirkungen der globalen Erwärmung Gedanken machen müssen. Ein globaler Temperaturanstieg um 3-4 Grad hat an sich schon gefährliche Folgen für viele dicht besiedelte Gebiete. Hitzewellen in Indien und Pakistan erreichen schon jetzt den gefährlichen Bereich, vier Grad mehr wären eine Katastrophe. Wenn der Berliner Kreis der CDU sich jetzt auf den Standpunkt stellt, dass “die mit dem Schmelzen des polaren Meereises verbundenen Chancen (eisfreie Nordpassage, neue Fischfangmöglichkeiten, Rohstoffabbau) vermutlich sogar größer als mögliche negative ökologische Effekte” seien, dann vergisst sie offenbar die schon die direkten Folgen der Erwärmung, von den indirekten ganz zu schweigen.

    • @Dr. Armin Quentmaier / 28. Juni 2017 @ 21:23

      Sie haben zwar recht, aber das Problem ist noch ein anderes: Zwei Dinge stehen einer Lösung im Wege – die Moral und die Struktur des Denkens der Mehrheit aller Menschen. Die Antwort von libertador ist ein Beispiel für letztere: man behandelt jedes Problem für sich – reduziert also auf eine zentrale Variable -, sieht aber nicht den Zusammenhang mit anderen Problemen, weshalb falsche Schwerpunkte gesetzt werden, die noch dazu mit den falschen Mitteln in Angriff genommen werden. Wenn Sie es nicht kennen: der Psychologe Prof. Dr. Dietrich Dörner hat vor 23 Jahren ein Buch mit dem Titel “Die Logik des Misslingens” herausgebracht, in dem er anhand seiner Untersuchungen diese Fehler auflistet, die langfristig zu katastrophalen Folgen führen.
      Die Moral ist ein anderes Thema, sie hat nichts mit Denken, mit Vernunft oder mit Intelligenz zu tun. Deshalb kann man ihr auch mit Logik, mit rationalen Argumenten nicht beikommen. Sie ist auf ihre Weise genauso wenig diskutierbar wie Gefühle. Max Weber schrieb einmal: “Der Gesinnungsethiker tut recht und überlässt die Folgen Gott.” Damit ist zugleich gesagt, dass er aus Fehlern auch nicht lernen kann: wenn eine moralische Idee gut ist, dann ist sie gut, ganz gleich, welche Folgen sie zeitigt. Und wenn die Folgen katastrophal sind, liegt es nicht an der guten Idee, sondern daran, dass die Menschen schlecht und nicht wirklich bereit sind, die gute Idee umzusetzen.
      Sie schrieben an anderer Stelle, man könne keine Politik gegen die Naturgesetze machen. Diese Aussage stimmt aus moralischer Sicht nicht, denn nach ihr gibt es keine Naturgesetze, denen das menschliche Verhalten in moralischer Hinsicht unterliegt. Komplementarität oder Polarität als Krieg und Vater aller Dinge gilt danach nicht für Moral.
      Vor vielen Jahren las ich ein Buch, dessen Titel ich leider vergessen habe, der Autor hieß, glaube ich, Dolezol. Er schrieb darin, dass es so aussehe, als sei ausgerechnet die menschliche Eigenschaft, die unsere beste sei, nämlich Mitgefühl und Mitleid mit Anderen haben zu können, womöglich das Regulativ sei, um uns auszulöschen und einer neuen Spezies Platz zu machen.

  3. “Sie werden kommen, zu Hunderten von Millionen werden sie kommen und nichts wird sie aufhalten können.”
    Das sagte mein Vater bereits 1990.
    Und weiter: “Die Frage, welche Gesellschaftsordnung den Sieg davonträgt, wird ganz einfach gelöst werden: es wird eine Form des Sozialismus sein, der Klimawandel erfordert es, ansonsten droht der Untergang.” (Die Frage Kapitalismus/Sozialismus war in jenen Jahren eine vieldiskutierte.)
    PS:
    Mein Vater war ein expliziter Gegner des Sozialismus. Aber Physiker.

  4. Jetzt noch ein Nachsatz von mir:
    es werden um die tausend Millionen Menschen Richtung Norden marschieren, ein Gutteil in der irrigen Ansicht, daß in Westeuropa das Paradies herrscht, auch zu uns. Die Frage, die sich mir seit geraumer Zeit stellt (es ist mehr eine Feststellung), ist die folgende: eine Ernährung dieser Massen ist wohl unmöglich. Es gibt keine Ackerflächen. Oder kennt jemand Ackerflächen in vom nacheiszeitlichen Klima geprägten Skandinavien und Sibirien ? Was ist mit der Sonneneinstrahlung im Norden ? Was ist mit Kälteeinbrüchen ?
    Kaum weniger wichtig als die Minimierung des Klimawandels auf realistische 3K (die aber bereits eine kleine Katastrophe bedeuten) ist die Verringerung der Population auf der Welt. Oder es sind trotz hoher Bevölkerungszahl nicht genug Totengräber da.

    • @Stephan (Zitat):“Es gibt keine Ackerflächen”. Doch. Gerade Russland hat noch ein grosses, nur teilweise genutztes landwirtschaftliches Potenzial und sehr viel billiges Land (Preiszerfall seit 2008). Wieviel Nahrungsmittel weltweit produziert werden, wird heute weitgehend vom erzielbaren Preis für landwirtschaftliche Produkte bestimmt. Wenn also Menschen, die heute unterernährt sind, mehr Geld zur Verfügung haben, dann werden auch mehr Nahrungsmittel produziert – und die Zahl der Menschen in absoluter Armut, die weniger als 1.90 Dollar Geld pro Tag zur Verfügung haben, ist in 25 Jahren von 45% auf unter 10% gefallen. Überhaupt ist/wird die Nahrungsmittelproduktion zunehmend ein globales Geschäft und es wird an ganz anderen Orten produziert als konsumiert. So ist Afrika heute schon ein Nahrungsmittelimporteur, was es im Jahre 2050 noch weit mehr sein wird – unter anderem auch, weil der klimatisch bedingte Nahrungsmittelertrag im Süden abnehmen, im Norden aber zunehmen wird.
      Der Artikel How To Feed the World in 2050 geht auf die veränderten (globalisierten) Verhältnisse in der Landwirtschaft ein. Hier ein paar Sätze aus der Zusammenfassung, die am Anfang steht (von Google übersetzt mit einigen Verbesserungen meinerseits): Die Nettoeinfuhren von Getreide werden sich schätzungsweise von 135 Millionen Tonnen im Jahr 2008/09 auf 300 Millionen im Jahr 2050 mehr als verdoppeln. Deshalb ist es notwendig, auf einen globalen Handel in einem System zu vertrauen, das fair und wettbewerbsfähig ist und das in einem zuverlässigen Markt für Lebensmittel resultiert.
      Studien schätzen, dass die aggregierten negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die afrikanische landwirtschaftliche Produktion bis 2080-2100 zwischen 15 und 30 Prozent liegen könnten.
      Die Welt hat die Ressourcen und Technologie den Hunger zu beseitigen und langfristig die Ernährung zu sichern, Sicherheit für alle zu bieten und das trotz vieler Herausforderungen und
      Risiken

      Nicht nur Russland, auch Kanada haben noch grosse ungenutzte Potenziale in der Nahrungsmittelproduktion. Im Artikel How Canada can become a global food production powerhouse vom April 2017 wird auf das grosse noch ungenutzte landwirtschaftliche Potenzial Kanadas verwiesen. Der Klimawandel im 21. Jahrhundert wird nach einem anderen Bericht die Temperaturen in Kanada erhöhen, die Maxima um 2 bis 3 Celsius, die Minima um 3 Celsius. Auch die Niederschläge werden um 3 bis 7 Prozent zunehmen. (The results suggested that Alberta would benefit the most from increased summer and winter precipitation. However, eastern Saskatchewan and Manitoba would experience little change or smaller increases.)

      Fazit: Im Jahr 2050 können alle Menschen viel besser ernährt werden als heute, allerdings nicht allein durch lokale Produktion, sondern zunehmend durch Nahrungsmittelproduktion an geeigneten Orten mit anschliessendem Export/Import. Die Abnahme von absoluter Armut bedeutet mehr Kaufkraft und mehr Kaufkraft bedeutet mehr Nachfrage auf den Nahrungsmittelmärkten – eine Nachfrage, die durchaus gedeckt werden kann, wenn die Preise stimmen.

      • Das ist alles durchaus möglich, aber keineswegs sicher. Durch die vergleichsweise extrem schnelle Erwärmung kommt das Weltklima aus dem Gleichgewicht. Es ist also keineswegs sicher, dass die heutigen Temperaturen einfach um drei oder vier Grad steigen. Es wäre ebenso denkbar, dass gerade in den großen Getreideanbaugebieten wie Kanada und Russland das Wetter instabil wird. Es könnten sowohl sehr trockene als auch sehr nasse, sehr warme als auch sehr kalte Sommer und Winter auftreten, und zwar in unvorhersehbarer Reihenfolge. Das würde aber die Erträge deutlich drücken und damit die Preise in die Höhe treiben, oder, schlimmer noch, stark schwanken lassen. Wenn aber der künftige Erlös nicht mehr abzuschätzen ist, würden neue landwirtschaftliche Flächen nur sehr zögerlich erschlossen werden.

        • Die zunehmende Erwärmung im 21. Jahrhundert wird die Welt jedenfalls sehr ungleichmässig treffen und tendenziell das Leben in bereits heissen Gebieten schwieriger, in kalten Gebieten dagegen einfacher machen. Das gilt sogar für die USA, wie der New York Times – Artikel As Climate Changes, Southern States Will Suffer More Than Others festhält und wo man liest:Die am schlimmsten betroffenen Grafschaften – vor allem in Staaten, die bereits ein warmes Klima wie Arizona oder Texas haben – könnten Verluste im Wert von 10 bis 20 Prozent des BIP erleiden – oder mehr, wenn die Emissionen weiterhin unkontrolliert ansteigen.

          Und es stimmt natürlich, dass zuverlässige Aussagen über neue gute Anbaugebiete für Getreide nicht gemacht werden können. Man weiss nur, dass die Erträge in den heutigen Weizenanbaugebieten irgendwann abnehmen werden. Die meisten nehmen aber an, dass die bestehenden Getreideanbaugebiete einfach etwas nordwärts verlagert werden müssen. Zudem ergibt meine Sichtung von Abstracts, dass wirklich tiefgreifende Änderungen der Kornanbaugebiete erst gegen Ende des 21. Jahrhunderts zu erwarten sind unter anderem auch darum, weil die steigenden CO2-Werte in der Atmosphäre auch einen positiven Effekt auf das Getreidewachstum (und auf Pflanzen überhaupt) haben – sie werden dadurch toleranter für Trockenperioden.

    • @Stephan (Zitat):“es werden um die tausend Millionen Menschen Richtung Norden marschieren,” Über einen Zeitraum von 75 Jahren (dann wird Afrika 2.5 bis 3.5 Milliarden Bewohner haben) ist das durchaus möglich, da stimme ich ihnen zu. Darunter könnte es auch Klimaflüchtlinge geben – zumal wenn zugleich die Bevölkerung wächst und das Klima sich verschlechtert. Der Hauptgrund für die Emigration aus Afrika ist aber der Wunsch nach einem besseren Leben, da haben sie recht. Dies ergab schon die gallup-Umfrage “700 Million Worldwide Desire to Migrate Permanently” von 2009. Auf die Frage (von mir übersetzt) “Im Idealfall, wenn du die Gelegenheit hättest, würdest du lieber für immer in ein anderes Land ziehen, oder ziehst du es vor, im Land zu bleiben, wo du jetzt lebst?” antworteten 38% der in der Subsahara lebenden Afrikaner, “ja, sie würden gerne für immer wegziehen” (nur 10% der Asiaten haben den gleichen Wunsch). Zugleich ist bekannt, dass sich die Mehrzahl der Befragten diesen Wunsch nicht erfüllen kann, weil sie zu arm dafür ist. Mit zunehmender Entwicklung ist also eine Verstärkung der Migration zu erwarten, etwas was eine Pew-Untersuchung zum gleichen Thema mit historischen Daten zu früheren Migrationsbewegungen belegen konnte. Das Hauptwunschziel für potenzielle Migranten aus Entwicklungsländern sind die USA mit Ausnahme von Migranten aus der Subsahara, die ebenso gerne nach Europa auswandern würden. Europa dürfte eher mehr Schwierigkeiten haben als die USA, sehr viele Migranten aufzunehmen, vor allem wenn die Migranten alle aus demselben Winkel der Welt kommen – in diesem Fall aus Afrika. Gründe dafür sind:
      1) Europa ist viel stärker ethisch gegliedert als die USA und die Wahrscheinlichkeit der Ausbildung von Parallelgesellschaften ist in Europa grösser als in den USA
      2) Europa hat keinen Hintergrund als Immigrantenziel von Nicht-Europäern – im Gegensatz zu den USA
      3) Europa ist 6 Mal dichter bevölkert als die USA und die Einwanderer ziehen zudem meist nicht aufs platte Land sondern in die ohnehin schon dicht bevölkerten Städte.

      Meine Prognose: Europa wird auch mit diesem neuen Problem – ähnlich wie mit anderen innereuropäischen Problemen – nicht besonders gut zurechtkommen.

  5. Sollten die Regierungen der Welt aber den Kopf in den heißen Sand stecken und weitermachen wie bisher,

    Es sind nicht die Regierungen, die CO2 emittieren, sondern die Bürger. Solange die Bürger die Vorteile der billigen verläßlichen Energie höher schätzen als ihre künftigen Nachteile, solange die Menschen vielleicht an den Klimawandel, aber nicht an eine Klimakatastrophe glauben, wird es auch keine wirksame Energiepolitik geben.

    Das Rumhacken auf den Regierungen macht opportun sein, aber nicht vernünftig.

    • Es herrscht eine Koalition der Unwilligen aus Politik, Konsumenten/Bürgern und Wirtschaft/Industrie, wo jeder dem anderen den Schwarzen Peter zuschieben kann.

      • In Deutschland wird nicht einmal der schwarze Peter herumgereicht, vielmehr tun alle so, als reichten die beschlossenen Maßnahmen aus, um die anpeilten Umweltziele zu erreichen. Der Dieselskandal ist inzwischen wenigsten so groß, dass er sich nicht mehr unter der Decke halten lässt. Aber auch alle übrigen Gesetze, Verordnungen oder Fördermaßnahmen reichen nicht aus, um die Treibhausgasemissionen schnell genug zu senken. Trotzdem betrachtet sich Deutschland als Vorbild und ignoriert dabei angestrengt, dass beispielsweise Großbritannien und Frankreich eine deutlich geringere CO2-Emission pro Kopf haben.
        In Indien und China müssen die Regierungen die Stromproduktion mit allen Mitteln erhöhen, weil die Nachfrage ständig steigt. Keine der Regierungen kann sich eine breite Unzufriedenheit in der Bevölkerung leisten. In Indien würde die Regierung abgewählt, in China würde die Regierung einer Palastrevolution zu Opfer fallen. Im schlimmste Fall könnte ein Bürgerkrieg ausbrechen. Also werden auch Kohlekraftwerke gebaut, obwohl Indien vom Klimawandel mit am schlimmste betroffen sein wird.

        • Zitat:“ignoriert dabei angestrengt, dass beispielsweise Großbritannien und Frankreich eine deutlich geringere CO2-Emission pro Kopf haben.” Frankreich erzeugt über seine AKWs seit den 1980er Jahren CO2 armen Strom und Grossbritannien hat durch Stillegung von Kohlekraftwerken die CO2-Emmissionen seit 1990 stärker gesenkt als Deutschland obwohl Grossbritannien keine Ostdividende (Kollaps der DDR-Wirtschaft) in Anspruch nehmen konnte. Deutschland hat aber mehr Windräder und Solarpanel installiert als jedes andere europäische Land. Nur zeigt der Vergleich mit Grossbritannien, dass das nicht genügt und Deutschland nicht um die Stillegung seiner Kohlekraftwerke herumkommt. Diese Stillegung der Kohlekraftwerke in Deutschland kann gemäss Aussagen von Sigmar Gabriel frühestens ab 2030 beginnen. Diese Terminvorgabe hat durchaus nachvollziebare Gründe: 1) D schaltet bis 2022 alle AKW’s ab 2) Gegenden wie die Lausitz bauen auf Kohle.
          Damit verhält sich Deutschland nicht anders als viele vergleichbare Länder: Klimapolitik ist ein Politikfeld unter anderen und anderes ist mindestens ebenso wichtig.

        • @ Thomas Grüter

          dass beispielsweise Großbritannien und Frankreich eine deutlich geringere CO2-Emission pro Kopf haben.

          Wobei das im Falle Großbritanniens sicher auch zu einem erheblichen Teil dadurch begünstigt wird, daß das Land schon seit langem kaum noch energieintensive Produktion im Land hat und sehr viele Produkte importiert. Allerdings hat natürlich auch Deutschland in den letzten 25 Jahren viel Produktion ausgelagert. Die Emissionen deutscher Firmen tauchen dann eben in den Statistiken Polens oder der Slowakei auf.

          Darum sind CO2-Emissionen pro Kopf heute kein besonders guter Indikator mehr.

  6. Martin Holzherr,
    die Länge der Vegetationsperiode wird weniger von der Temperatur, als von der Länge der Sonnenscheindauer bestimmt. deswegen ist eine Ausdehnung nach Norden nicht unbegrenzt möglich.

  7. Im Artikel wird erwähnt, in heißen Regionen würden die Menschen dafür sorgen, “dass ihre Häuser kühl bleiben”.

    In Deutschland wird zwar alles dafür getan die Häuser warmzuhalten, d.h. sie abzudichten und mit Solarpanelen zu bestücken, damit im Winter möglichst energiesparend geheizt werden kann. Wer jedoch den Sommer in einem vollgedämmten Haus verbringen muss leidet Qualen, weil sich diese Häuser oft so richtig aufheizen. Es hat sich offensichtlich noch nicht überall herumgesprochen, dass man Klimaanlagen auch auf der Basis von Sonnenenergie bzw. Solarthermie betreiben kann.

    In den Städten könnte im Sommer eine zusätzliche Kühlung durch Grünanlagen oder begrünte Fassaden angestrebt werden. In Wien macht man sich über die zunehmend heißen Sommer schon länger Gedanken und plant entsprechend:

    http://derstandard.at/2000059026933/Gebaeudebegruenungen-Wenn-die-Stadt-von-oben-wie-eine-Wiese-ausschaut

  8. Mona,
    ….Hausisolierung,
    was gegen Kälte hilft, hilft auch gegen Wärme. Seit unser Haus isoliert ist, steigt die Innentemperatur nicht über 24,5 Grad auch ohne Klimaanlage. Im Winter ist unsere Heizkostenrechnung um 25 % niedriger als vorher.
    In etwa 10 Jahren haben wir die Kosten der Isolierung, durch die geringeren Heizkosten eingespart. Der Nebeneffekt, dass sich das Haus im Sommer nicht aufheizt, ist noch wichtiger.

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